Unsere Ehe ist überschattet vom Alkoholmissbr, unsererEltern

  • Liebe Renate,

    danke für Deine mitfühlenden Worte, Wut habe ich auf unseren Pfarrer fühlen können, ist ne grosse Schweinerei was sie mit ihren Worten bei uns Kindern ausgelöst haben, schliesslich haben wir ihnen vertraut und geglaubt.

    Ja wenn Erwachsene wüssten, was sie mit ihrer Erziehung (Eltern, Kirche,Gesellschaft) bei Kindern auslösen und anrichten können, würden sie sicher bewusster mit ihnen umgehen.

    Da sie es selbst so erlebt haben, geben sie meist ihre Ängste und Erziehungsweise an Kinder weiter. Hier ist neues Umdenken und sich Einfühlen können in Kinder, ein wichtiger Prozess in unserer Gesellschaft, umsonst gibt es nicht die vielen suchtabhängigen und dysfunktionalen Familien.

    Der Urlaub ist zu Ende, mein Tagesablauf ist anders, kann mich auf eigenes Essverhalten (Emotionen und Gefühle) besser einlassen, da ich nur abends etwas für meinen Mann kochen brauche.

    Aus o.g. Buch bekam ich wieder die Bestätigung, das alkoholkranke Mütter, bei ihren Töchtern auslösen, dass sie keine Grenzen setzen können. Wieder das Thema, wo fange ich an, wo höre ich auf. (Wo bin ich noch verstrickt mit meiner
    Mutter) Dürfen andere Menschen meine Grenzen die ich setze und ausdrücke, verletzen? Wie schütze ich meine Grenzen? Wichtig ist mir meine Emotionen und meine Gefühle wahrzunehmen, zu akzeptieren und danach zu handeln. Habe jetzt Zeit dafür.

    Meiner Spiritualität möchte ich mehr Raum und Zeit geben, uns Frauen wurde mit der Hexenverbrennung unsere Wurzeln vom Frau-Sein auch genommen, unverarbeitete Ängste blieben zurück.

    Ganzheitlich leben - Körper, Geist und Seele möchten beachtet sein, sie stillen unseren Hunger nach Lebendigkeit.

    Meine manchmal spürende innere Leere, möchte ich nicht mehr mit Essen auffüllen, indem ich mir wenigstens im Magen ein Gefühl von Fülle schaffe.

    Das Essproblem lenkt von den ursprünglichen Problemen ab (was hinterlässt eine alkoholkranke Mutter ihrer Tochter), das möchte ich nicht mehr verdrängen, sondern den Schmerz darüber nicht satt geworden zu sein, nicht vorgelebt bekommen zu haben, was Frau-Sein, Schönes sein kann, in unserer Mutter-Tochter-Beziehung.

    Das alles nicht gehabt zu haben, kann ich nur bedauern und betrauern.

    Ich finde auch, dass gegenseitige Unterstützung uns in unserem Vorhaben weiter bringen werden.

    Musst Du heute wieder arbeiten? Ist es dann einfacher oder schwerer für Dich mit Deiner Ernährungsumstellung.

    Alles Liebe Weitsicht

  • Hallo Weitsicht,

    ich habe mir gerade dein Buch bestellt. Hab mal nachgeschaut, um was es geht und es hat mich sehr angesprochen. Ich bin mir jetzt nicht so sicher, aber ich glaube eine Freundin von mir hat es auch schon gelesen (kam mir wenigstens jetzt bekannt vor mit den Märchen und Mythen).

    Darf ich dich fragen, was für dich Spiritualität bedeutet? Da gibt es doch ziemlich unterschiedliche Bedeutungen. Brauchst aber nicht zu antworten, wenn dir das zu persönlich wird. :):wink:
    Für mich bin ich noch ein bißchen auf der Suche, was es für mich bedeutet. Die Klinik, in der ich war, hat einen spirituellen Ansatz. Z.B. auch viel Meditationsangebote. Ich hatte hier einige Erlebnisse, die auf einem spirituellen Behandlungsansatz beruhten. Vorher war ich gar nicht offen für diese Richtung. Habe mir die Klinik aber bewußt wegen dieses Ansatzes ausgesucht. Seltsam, nicht wahr? Konnte mich auch auf viele Dinge gut einlassen und bin daher für einige Gedanken wesentlich offer als früher. Wobei es aber hinsichtlich dem was als Spiritualität bezeichnet wird noch viel gibt, was für mich aber noch eher befremdlich ist. Aber wie gesagt, mein Denken hat sich hier wesentlich verändert. Es ist da nicht mehr so beengt.

    Heute habe ich meinen letzten Urlaubstag. Morgen ist bei uns Feiertag :D . Am Mittwoch geht es dann wieder los.
    Einfacher wird es dahingehend, dass ich morgens und mittags nur für mich verantwortlich bin bzgl. des Essens. Mein Mann will das ganze nicht so extrem angehen. Ich hab mir z.B. ein Spezialmüsli zusammengemischt. Er isst halt dieses zucker- und fetthaltige ungesunde Fertigzeugs. Es ist halt schwierig, da er von "gesundem" Essen nicht so begeistert ist und da ist viel Überlegung angesagt, was ich koche und wie ich es zubereite. Ich will ja auch nicht endlose Zeit in der Küche verbringen. Abends koche ich dann. Da wird es insoweit schwierig, weil es schnell gehen soll und oft nicht so viel Zeit ist, z.B. Gemüse zu schnippeln und frisch zuzubereiten. Aber ich denke, das werde ich irgendwie in den Griff kriegen. 8)

    Liebe Grüße
    Renate

  • hallo liebe weitsicht,

    schade dein compi wollt heut nimmer so recht im chat, wenn du noch da bist ich und katrin sind gerade im quasselthread würde mich sehr freuen wenn du ein besüchen machst.

    drückdich lg loreen

  • Liebe Renate,

    Deine Frage was für mich Spiritualität bedeutet, möchte ich versuchen Dir zu beantworten. Vieles hat mich in dieser Hinsicht geprägt, die grosse Angst in meiner Kindheit vor dem strafenden Gott, der uns so vermittelt wurde, veranlasste mich dazu, Gott und Jesus, damals als Kind, in zwei verschiedene Personen aufzuteilen. Gott in die strafende Instanz und Jesus der uns Menschen liebt, ich wusste, wieso weiss ich nicht, schon als 7-jährige, dass das Jesus nicht wollte, was der Pfarrer mit uns machte, diese Drohungen, dass wir alle in der Hölle landen würden oder wenn er mit seinem Rohrstock auf die Fingerspitzen von uns Kindern geschlagen hatte. Tat verdammt weh, die seelische Androhung von der Hölle empfand ich als noch grausamer, da sie Ängste entstehen liess. Heute weiss ich, dass dieser Pfarrer ein Sadist war und seine Ängste an uns Kindern abreagierte. Auf seinem Sterbebett, der Vater einer Mitschülerin war dabei, sagte er hoffentlich verzeiht mir Gott, was ich den Kindern angetan habe.

    Ich habe Frozen Tears folgendes schon mal geschrieben, kopiere ich hier rein:
    Ich glaube an den Mann Jesus von Nazareth, wegen ihm feiern wir Weihnachten, er wollte uns die Liebe Gottes (Urvertrauen) nahe bringen, dass wir ihm und seiner Liebe vertrauen sollten, denn nur die Liebe kann Ängste auflösen.

    Das durfte ich erfahren, bin viele Ängste durch dieses Vertrauen an und mit dem Glauben an mich selbst, an Jesus und an einen liebenden (nicht strafenden Gott) losgeworden.

    Ich konnte es Tag für Tag an meinen Kindern wahrnehmen, wie sie reagierten, wenn wir sie um ihrer selbstwillen beachtet, respektiert, geliebt und begleitet haben. Sind empathische Erwachsene geworden. Jetzt kann ich alle Zeit mir und meinen eigenen Bedürfnissen schenken, und ich weiss es gibt eine grössere Liebe die mich gewollt hat und mich, meine Familie und alle Menschen hier auf Erden begleitet, wir brauchen uns bloss dieser Liebe zu öffnen.

    Unterstützung fand ich bei Menschen und in Seminaren, die sich mit dem Thema "Menschsein" und "Vertrauen" beschäftigten, (mein Therapeut, Alice Millers Bücher, Drewermanns liebevolle Sichtweise und Auslegungen der Bibel von Jesus), sie wissen wie wahre Liebe, Menschen fordert, fördert, annehmen und Vertrauen schenken kann.

    Liebe Renate durch Eugen Drewermanns Bibel-Auslegungen, besonders das Markus-Evangelium, das sich nur mit den Ängsten der Menschen beschäftigt, konnte ich meine religiösen Ängste, die in meiner Kindheit geprägt wurden, loslassen.

    Dass sie noch als Erinnerung in mir sind und immer mal wieder hochkommen, daran sehe ich, dass was in Kinderseelen an Angst gesät wird, uns bis zum Lebensende begleiten wird.

    Der Begriff Meditation kennt heute jeder. Er leitet sich ab von meditari, das heisst waches, aufmerksames nach innen hören, in seine Mitte lauschen.

    Dieses Schweigen des mystischen Weges verbindet religionsübergreifend alle Menschen und es verbindet Gott mit dem Menschen und mit der ganzen Schöpfung. Und wenn wir uns in unser inneres versenken, werden auch die brachliegenden Liebeskräfte im Menschen wiederbelebt, werden Ordnung, Ganzsein und Mitgefühl wieder wachsen und dies alles sind religiös übergreifende Erfahrungen.

    Das weibliche, liebevolle, ganzheitliche, runde fehlt in unserer männergeprägten kath. Kirche, haben Jesus liebende Worte meiner Meinung nach nicht verstanden, ansonsten hätten sie nicht soviel Leid über die Menschen gebracht. An der Basis der Kirche wie in ihren Bildungshäusern sind Menschen die ihren Glauben ernstnehmen, habe hier einige Seminare besucht z.B meditatives Tanzen, das Enneagramm, Exerzitien das sich mit Selbsterkenntnis beschäftigt, besucht.

    Das alles, verstehe ich unter Spiritualität Renate, es fördert Selbstliebe und Mitmenschlichkeit, unterstützt keine Abhängigkeiten.

    Ich weiss, dass nur die Liebe heilen kann.

    Alles Liebe Weitsicht

  • huhu liebe weitsicht!

    ja dann....SCHICK ICH DIR HALT DIE SONNE!!!!!!hier ist genug für alle da... :lol:

    lass es dir gut gehn...übrigens hat mich dein letzter beitrag grübeln lassen...über mich und meinen glauben...ich schreib es dann bei mir...

    drück dich...

    liebe grüsse caro :wink:

    dem was über mich einstürmt,möchte ich gelassen gegenüber stehen...

  • Heute scheint die Sonne auch bei mir, ist angenehm und löst bei mir gute Gefühle aus.

    Irritiert bin ich über meinen Traum heute nacht. Ich war in einem fremden Land, wohnte bei einem Unbekannten, fühlte mich aber wohl bei ihm. Stellte fest, dass ich keine Zigaretten mehr habe, fragte diesen Mann wo ich welche kaufen könnte, ob ich mit deutschem Geld zahlen könne.

    Er bejate dieses, ich machte mich auf den Weg, kaufte mir 2 Schachteln, war plötzlich wieder bei mir zu Hause mit Freunden zusammen die auch rauchten. Ich fragte sie sofort ob sie Zigaretten hätten, Antwort: nur noch eine, meine Reaktion, dann lauft nur schnell und kauft euch welche von mir bekommt ihr keine ab.

    Das ist im realen Leben garnicht meine Art, klar gab ich immer anderen ab, wenn sie keine mehr hatten.

    Schlägt jetzt meine Suchtstruktur zu, da ich weniger esse, auf Süssigkeiten und Knabbereien verzichte? Schliesslich rauche ich seit dem 23.10. nicht mehr, wieso gerade jetzt dieser Traum?

    Zumal ich als Information erfahren habe, dass im Gegensatz zu Alkoholismus und Drogensucht, eine Essstörung ein Suchtverhalten ist. Eine Frau mit Essstörungen ist nach einem bestimmten Essverhalten süchtig, nicht nach Essen selbst. Ist einleuchtend für mich, irgendwie auch tröstlich, dass das Essen selbst nicht süchtig macht, sondern das Verhalten, das dabei ausgeführt wird.

    Linde, unsere Traumdeuterin, vielleicht kannst Du mir helfen meinen Traum besser zu verstehen. Im Essverhalten hast Du doch auch Erfahrungen sammeln dürfen.

    Freue mich auch über Rückmeldungen von anderen, die hierbei ihre Erfahrungen gemacht haben. Mich irritiert das ganze schon etwas. Mein Unbewusstes möchte mich hier auf etwas aufmerksam machen. Ist mein Teufelskreis: wie ich aufhören möchte zu rauchen, nehme ich zu, wieder ein Grund mit dem rauchen anzufangen.Diesesmal möchte ich es schaffen das Rauchen für immer sein zu lassen, es aber nicht mit zuviel Essen wieder zu sabotieren.

    H I L F E Weitsicht

  • Mein Traum wollte mir klar machen, dass ich noch nicht über den Berg bin. Nicht umsonst heisst es, dass die Psyche 1 Jahr braucht um sich daran zu gewöhnen, dass ich Nichtraucherin bin.

    Geduld und Zeit werde ich aufbringen um neue Verhaltensweisen einzuüben. Der Austausch mit Roa gestern hat in mir einiges geklärt, dafür bin ich dankbar.

    Werde weiterhin Nichtraucherin sein und aufpassen, dass mein Gewicht sich in normale Bahnen einpendelt. Sportlich bin ich nach wie vor unterwegs, darauf bin ich, die selten sich sportlich betätigte, sehr stolz.

    In Bewegung sein, nicht nur körperlich, sondern auch im Denken, Fühlen und Handeln, das ist es was uns gesund leben lässt.

    wünsche allen einen entspannten Feierabend

  • Mir geht es so richtig gut heute, juchhu ich habe 700 Gramm abgenommen, ja ja, ja ich kann ohne Zigaretten zu rauchen, abnehmen, tolles Gefühl.

    Meine Entspannungs-Meditationen sind wieder meine täglichen Begleiter geworden, werde ich beibehalten, sowie mein tägliches Sportprogramm, beim Box-Training kann ich wunderbar meine Aggressionen (Wut) loswerden und Fett verbrennen.

    Mein Unbewusstes (Träume sind Freunde) ist auf meiner Seite, ich vertraue mir selbst, weiss dass vieles was ich verinnerlicht habe, nicht zu mir selbst gehört. Es sind die weniger guten, sogar schädigenden Verhaltensmuster von meinen Erziehern.

    Einmal bemerkte ich heute, ganz kurz nur, darf es mir so gut gehen, ohne dass jetzt was schlimmes passiert.

    Das war eindeutig von meiner Mutter das Muster. Kam ich gutgelaunt nach Hause, hatte sie immer was parat, um mir meine gute Laune zu nehmen.

    Das möchte ich heute nicht mehr zulassen, hat mir viele unbeschwerte Tage in meinem Leben genommen. Bin froh darüber, dass ich es merken kann.

    Ohne den Austausch hier, weiss ich nicht, ob ich es geschafft hätte. Für mich geht es weiter, möchte nichts mehr, als meinen Abhängigkeiten, ob Rauchen, Essen, oder von Menschen, keine Chance mehr zu geben.

    Gesunde Verhaltensweisen sind mein Ziel.

    alles Liebe Weitsicht

  • Hallo Weitsicht,

    vielen Dank für deine ausführliche Antwort zu meiner Frage. :)

    Zitat

    Dieses Schweigen des mystischen Weges verbindet religionsübergreifend alle Menschen und es verbindet Gott mit dem Menschen und mit der ganzen Schöpfung. Und wenn wir uns in unser inneres versenken, werden auch die brachliegenden Liebeskräfte im Menschen wiederbelebt, werden Ordnung, Ganzsein und Mitgefühl wieder wachsen und dies alles sind religiös übergreifende Erfahrungen.


    Ich bin jetzt nicht besonders gläubig. Und würde daher für mich "Gott" mit " die Höhere Macht" austauschen. Ich hoffe, das ist in Ordnung für dich? Meditation ist für mich ein wichtiger Bestandteil geworden auf meinem Weg. Das hätte ich früher nicht geglaubt.

    Du schreibst, dass du auch meditatives Tanzen gemacht hast. Bei uns wird das auch angeboten. Was genau kann ich mir da vorstellen?

    Zitat

    Ich weiss, dass nur die Liebe heilen kann.


    Die Liebe zu sich ist das Wichtigste. Das habe ich jetzt auch begriffen. Nur dann ist es möglich, diese Liebe auch zu leben und an andere zu schenken.


    Freut mich, dass du schon Erfolge beim Abnehmen hast. :D

    Zitat

    beim Box-Training


    Mit dem Personaltrainer, oder wie darf ich das verstehen? :lol::lol:

    Zitat

    Einmal bemerkte ich heute, ganz kurz nur, darf es mir so gut gehen, ohne dass jetzt was schlimmes passiert.
    Das war eindeutig von meiner Mutter das Muster. Kam ich gutgelaunt nach Hause, hatte sie immer was parat, um mir meine gute Laune zu nehmen.
    Das möchte ich heute nicht mehr zulassen, hat mir viele unbeschwerte Tage in meinem Leben genommen. Bin froh darüber, dass ich es merken kann


    Es darf uns gut gehen. Ein wunderschöner kurzer Satz, den wir uns nicht oft genug sagen können. Wir haben das verdient. Jaaaaaa..... :lol:

    Liebe Grüße und weiter viel Erfolg.
    Renate

  • Liebe Renate,

    ja Meditation führt uns in unsere Mitte, in der wir Kraft und neue Energie geschenkt bekommen. Das meditative Tanzen ist eine ähnliche Übung, meist wird es im Kreis getanzt, immer sich gleich wiederholende Tanzschritte führen in die Mitte des Kreises, die Musik trägt das ihre dazu bei, um in sich Ruhe und Entspannung zu finden.

    Es kommt auch auf die Verfassung des Einzelnen an, einige konnten hier ihrer Trauer (Tränen) freien Lauf lassen. Es werden beim Tanzen Gefühle geweckt und versucht sie zu integrieren. Es gibt auch einen Wuttanz, war herrlich zu sehen und zu hören, wir hier aufgestampft haben.

    Kannst doch sicherlich mal reinschnuppern, ob es Dir zusagt, wie bei Euch, es kommt auch auf die Tanzleiterin an, das meditative Tanzen ausgeführt wird.

    Wie die Begegnung des Einzelnen mit Gott (Höhere Macht) aussieht, ist so was von Individuellem und Intimen (Heiliger Raum für mich), dass da kein anderer meinen kann, "er wüsste" es genau, alle Religionen führen zu Gott, es gibt nicht die eine wahre Kirche und alle anderen haben sich danach zu richten, das kann nicht sein Renate, ich weiss nur, dass es für mich die grosse Liebe gibt, aus der ich schöpfen kann. Das habe ich auch so meinen Kindern versucht zu vermitteln, dass wenn sie in ihrem Leben nicht mehr weiter wissen, auf diese Liebe vertrauen sollten, es wird in irgendeiner Form Hilfe kommen.

    Das habe ich ja auch erfahren dürfen, heute ist nichts mehr von meiner "Angstneurose" spürbar.

    Klar gehört das Boxtraining zu meinem PT :lol::lol: , tut mir gut hier Frustrationen loszuwerden. :roll: , komme auch gut dabei zum schwitzen.

    Ja es darf uns gut gehen, wir haben das verdient. Hast Du das heute schon zu Dir gesagt???????? Wenn nicht, schön dran denken und fühlen!!!!!

    Ich habe es mir heute schon gesagt! :lol::lol:

    alles Liebe und drückdichmal Weitsicht :wink:

  • Mir geht es nicht nur um eine Ernährungsumstellung, sondern darum, dass ich mich als Tochter einer alkohol- und tablettenabhängigen Mutter, in meinem Körper (Weiblichkeit) wohl fühlen kann. Ein gutes Vorbild hatte ich hier nicht, ansonsten hätte sie nicht getrunken. Sie kritisierte mich als ich mit 18 Jahren, 55 kg wog, sie meinte, dass bei mir die Knochen rausschauen würden, ich schrecklich aussehen würde. Ich habe nicht bewusst ab diesem Zeitpunkt mehr gegessen, nur weil meine Figur, meiner Mutter nicht passte. Unbewusst hatte diese Aussage von meiner Mutter seine Wirkung bei mir hinterlassen. Sie konnte meinen Körper nicht annehmen und ihn sein lassen, wie er war.

    Zu-und Abnehmen gehörte schon ab der Pubertät zu meinem Leben, deswegen habe ich auch geraucht, weil ich dadurch mein Gewicht besser halten konnte.

    Letztendlich war es aber der HUNGER und die Sehnsucht nach der LIEBE und ANERKENNUNG von meiner Mutter gewesen, dem ich lange Jahre, vielleicht heute noch, hinterherlaufe.

    Nur über unseren Körper können wir unsere Gefühle wahrnehmen, war mir lange nicht bewusst.

    Kann ich meinem Körper trauen, ich hatte lange Jahre Angst davor, wie meine Mutter an Brustkrebs zu erkranken und daran, wie sie, zu sterben.

    Ich möchte heute nicht mehr Probleme (Pfunde) mit mir herumtragen, was nicht auf meine Schultern, oder zu mir gehört, mich abgrenzen können, gemeinsam mit meinem Körper zu meinem Wohlfühlgewicht unterwegs sein.

    Und ihn nicht, wie sonst üblich, mit dem Rauchen, gewichthaltend unterwegs sein, ihn somit auf andere Art, zu schädigen.

    Ich darf meinen Körper lieben und annehmen wie er gerade ist. Ich werde ihm vertrauen, denn ich sollte endlich wissen, dass er mir ein verlässlicher Freund ist, der es gut mit mir meint.

    Weitsicht

  • Nachfolgenden Text hat Feuervogel am 10.01.2009 im Thread "Ernährungsumstellung" geschrieben

    So und nun zu deinen größten Sorgen, den Kalorien in Form von Zucker… Ist dir bekannt, daß Zucker nicht nur ein Schadstoff ist, sondern genauso süchtig macht wie Kaffee, Alkohol oder Nikotin?
    Du siehst ja auch bereits den Zusammenhang emotionaler Streß -> Trost in Form von Zucker. Tja liebe Caro, da hilft nur seelische „Arbeit“. Schau in dich hinein, was du WIRKLICH brauchst (Zucker bestimmt nicht!) und versuche, dir das zu geben. Zucker gibt ja bekanntlich diesen Kick im Belohnungszentrum – und danach wird man süchtig. Meiner (persönlichen) Erfahrung nach hängt Sucht nach Süßen mit Sehnsucht nach Liebe zusammen. Hier kommen wir zum entscheidenden Punkt: wir müssen lernen, UNS SELBST zu lieben. Die EKA’s rennen ihr Leben lang der Liebe ihrer Eltern hinterher, die sie als Kinder nicht oder nicht in ausreichendem Maße bekommen haben. Wir Co’s rennen unser Leben lang der Liebe unserer Partner hinterher, die genauso wie die Eltern der EKA’s aufgrund ihrer Krankheit nicht fähig sind, zu lieben. Und die Alkoholkranken (so meine Vermutung) rennen keiner Liebe hinterher sondern trösten sich über die fehlende Liebe mit dem Alk.
    Uns allen gleich ist die fehlende Liebe zu uns selbst...
    Und jetzt die gute Nachricht: wir können lernen, uns selbst zu lieben – es ist sogar der einzige Weg zur Heilung! Denn nie können wir jemand anderen die Verantwortung dafür aufbürden, uns so viel zu lieben, wie wir es uns wünschen, genauso wenig wir wir jemand anderen die Verantwortung für unser eigenes Glück überlassen können.

    Wenn du also lernst, die selbst zu lieben, wirst du achtsam mit deinen Gefühlen (und deinem Körper!) umgehen. Wenn du dich selbst liebst, brauchst du die Liebe eines anderen Menschen nicht mehr (sie ist dann im günstigen Fall eine beglückende Bereicherung, aber keine Notwendigkeit).
    Wenn du achtsam mit deinen Gefühlen umgehst, wirst du dir genau das geben, was du gerade brauchst (ein gutes Gespräch – ein herrliches Verwöhnbad – einen wunderbaren Spaziergang in der Natur – eine liebevoll gekochte und angerichtete Mahlzeit etc.) und brauchst dann nicht zu Ersatzstoffen greifen. Wenn du dies tust und gleichzeitig aus derselben Verantwortung deinen Körper mit den Nährstoffen versorgst, die er wirklich braucht – ich verspreche dir, du wirst keinerlei Wunsch nach Zucker mehr verspüren

    Danke Feuervogel, diesen Beitrag werde ich öfters lesen, da er bei mir vieles anspricht und meine Sichtweisen bestätigt.

    Jetzt sollte ich o.g. auch tun.

    Weitsicht

  • huhu liebe weitsicht!

    wie geht es DIR heut?

    ich find es mehr wie dizipliniert wie du DEIN neues leben aufkrämpelst...ich wünsche dir den grösstmöglichen erfolg,weiterhin....

    drück dich...

    liebe grüsse caro

    dem was über mich einstürmt,möchte ich gelassen gegenüber stehen...

  • Hallo Caro,

    danke für Deine Nachfrage. Ich höre achtsam in meinen Körper rein, damit ich meine Gefühle wahrnehmen kann. Mich nicht mit Süssem tröste, sondern durch bewusste Bewegung, Sport und gesundem Essen, mir Aufmerksamkeit und Liebe schenke.

    Durch meine wieder regelmässigen Meditationen bin ich innerlich ruhiger geworden, geht auch ohne vermeintliche Hilfe von Zigaretten oder Süssem, dem Tag mit seinen Herausforderungen zu begegnen.

    Ist mir gestern abend aufgefallen, da eine stressige Situation bei uns zu Hause da war. Wunderte mich über meine innere Ruhe und Gelassenheit, wusste ich kann es nicht beeinflussen, ob ich mich jetzt aufrege oder nicht. Lasse meine hochkommenden Gefühle zu, ohne sie zu bewerten. Das ist für mich ein riesengrosser Fortschritt, ohne Trost und Ablenkung (Zigaretten und Süsses) meine Gefühle wahrzunehmen, zuzulassen und sie in Worte auszudrücken.

    Das Leben annehmen mit seinen schönen wie weniger schönen Seiten, das ist es, was uns lebendig sein lässt.

    drück dich Weitsicht

  • Hallo Weitsicht,

    ich antworte Dir mal hier in deinem Thread....

    Zitat

    @ Rose, ich konnte Deinen Thread nicht abrufen, da ich nur im offenen Bereich schreibe und lese. Schade, wäre mir vielleicht hilfreich gewesen. Möchte mich bei Dir für Deine gute Absicht bedanken.

    Ja sorry das war mein Fehler,...ich hab nicht beachtet das der Thread "Begriffe" nur für Mitglieder des geschützten Bereiches zu lesen sind.

    Ich hoffe, Du konnest trotzdem Antworten auf deine Fragen bekommen.

    Lieben Gruß, Rose

  • Nachfolgende Antwort von Espoir am 13.01. an mich geschrieben in ihrem Thread "Und die Reise geht weiter" ist für mich sehr hilfreich gewesen. Kopiere sie hier rein, damit ich sie immer mal nachlesen kann.

    Weitsicht hat Folgendes geschrieben:

    Wieso, obwohl sie es selbst als Kind erfahren hatte (ihr Vater trank), sie ihre freudlose Kindheit, (sie verherrlichte ihren Vater noch), an uns Kinder weitergab.

    Wir Kinder haben Suchtstrukturen verinnerlicht. Denke, dass aus diesem Grunde auch das nasse Denken unserer trinkenden Elternteile in uns vorhanden ist, [...]


    Hallo Weitsicht,

    ich glaube, dass du da gleich zwei wichtige Punkte im Verhältnis von suchtkranken Eltern zu ihren Kindern angesprochen hast.

    Da wäre zunächst das Problem der eigenen Kindheitsbewältigung, an der sowohl deine Mutter als auch mein Vater gescheitert ist. Dein Großvater war für deine Mutter nicht da, weil er getrunken hat. Je nachdem, wie lange dein Vater getrunken hat, hat deine Mutter ihn in wichtigen Entwicklungsphasen nicht für sich gehabt. Da wäre z.B. zu nennen, wenn das Mädchen etwa vier Jahre alt ist. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt zieht's kleine Mädchen sehr zum Vater, kleine Jungs zur Mutter. Wenn jetzt also der gegengeschlechtliche Elternteil nicht "greifbar" ist (weil ständig besoffen), kann das leider langanhaltende Auswirkungen auf den späteren Erwachsenen haben. Der sucht sich nämlich unbewusst den Vater/die Mutter, die er/sie nicht hatte.

    Eine andere wichtige Phase ist natürlich die Pubertät, wenn da der entsprechende Elternteil nicht da ist, verfestigt sich das möglicherweise ohnehin schon verzerrte Bild vom anderen Geschlecht. Womit klar wird, dass Kinder aus dysfunktionalen Familien nicht trotz, sondern wegen ihrer Kindheit an ähnlich problematische Partner geraten.

    Was bei deiner Mutter wohl der trinkende Großvater angerichtet hat, lief bei meinem Vater mit dessen Vater etwas anders ab. Mein Großvater nämlich war nun - glaube ich zumindest - kein Trinker, dafür aber ein unbeherrschter, jähzorniger Mensch, der entweder die Oma schikanierte und hin und wieder wohl auch verprügelte, oder aber beharrlich schwieg und sich nicht mitteilte. Was meinen Vater in genau diesem Alter entsprechend traumatisiert hat. Wenn ein kleiner Junge in dem Alter z.B. die Mutti "heiraten" möchte, tut ein gesunder Vater gut daran, sich wohlwollend zurückzuhalten und sich damit zu trösten, dass das auch wieder vergeht. Schlecht dagegen ist die Variante, die mein Großvater gewählt hat - er verprügelte die Oma und ließ meinen Vater in seinem Schmerz allein.

    Das alles führte dazu, dass auch mein Vater sich schwer tat, über seine Gefühle zu sprechen und ganz deutlich zu sagen, was ihn verletzt, was ihn enttäuscht oder ihn einfach wütend macht. War aber vielleicht auch die Generation damals, weißt schon, die mit dem "Ein Indianer kennt keinen Schmerz"-Geschmarri.

    Naja, und der zweite Punkt, den du ansprichst, der beschäftigt mich natürlich auch ganz schön. Denn es ist sicherlich richtig, dass es Kinder von süchtigen Eltern gibt, die genau diese Sucht nicht entwickeln, weil sie vom Beispiel der Eltern abgeschreckt werden. Wesentlich häufiger ist aber wahrscheinlich der Fall, dass Kinder rauchender Eltern später rauchen, oder Kinder trinkender Eltern später trinken, weil sie das Verhalten der Eltern unbewusst imitieren und schon in frühester Kindheit stärker und nachhaltiger mit Zigaretten oder Alkohol in Berührung kommen, als Kinder von abstinent lebenden Eltern.

    Letzten Endes entscheidet m.E. aber ein bunter Strauß von Zufällen, ob ich selber süchtig werde oder nicht. Ich habe z.B. mal meinen Therapeuten gefragt, warum ich eine Trinkerin geworden bin, meine Brüder aber nicht, obwohl wir doch aus demselben Stall kommen. Und da hat er geantwortet, dass das auch mit der genetischen Veranlagung zu tun hat, also das, was du ja auch als Suchtstruktur in dir beschreibst. Dass mein Vater ein Trinker war, ist also nicht allein der Grund für meine eigene Trinkerkarriere. Da kommen wohl noch eine Menge anderer Dinge hinzu.

    Ach ja, und zu deiner letzten Frage, ob der Alkohol- oder der Nikotinentzug schlimmer ist - also das kann ich dir jetzt noch nicht beantworten, denn noch rauche ich ja wie ein Schlot. Ich habe aber mit frischgebackenen Ex-Rauchern gesprochen, die mir erzählt haben, dass das Rauchen aufzugeben allein schon deshalb so schwer fiel, weil sie die Zigarette wesentlich hartnäckiger in der Hand hatten als das Alkoholglas. Und darüber hinaus entfällt der honeymoon, den Trinker gerne in den ersten Wochen der Abstinenz erleben: der klare Kopf morgens, die wiedererwachten Lebensgeister, der Tatendrang, die neue Belastbarkeit bzw. Leistungsfähigkeit - alles das hat ein Raucher ja nicht, weil Nikotin zwar ein Nervengift ist, nicht aber bewusstseinsverändernd wirkt.

    Deswegen möchte ich dir an dieser Stelle mal meine Hochachtung aussprechen, dass du nun ja auch schon seit Oktober nicht mehr rauchst, das war bestimmt nicht leicht für dich, und dann noch mit der EKA-Problematik belastet zu sein, mei, wo hast du dann deine Hände gelassen? Ach ja, sagtest du ja, in der Schokoladen-Schublade...
    Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit deiner Nichtraucherei und sei nicht so streng mit dir, was das Naschen angeht: Lieber ein paar Pfund zuviel auf den Rippen, aber dafür gesund. So halte ich es auch mit meiner Alkohol-Abstinenz. Ich beobachte das wohl, wie ich ungerührt eine Tafel Schokolade pro Tag vernichte, aber lasse mich erst einmal gewähren. Sollte es wirklich kritisch werden, habe ich mittlerweile auch wieder die Energie, den Pfunden den Kampf anzusagen!

    LG
    espoir
    (... die sich einfach nicht kurz fassen kann... )

  • Liebe Weitsicht,

    ich staune immer wieder, wie diszipliniert Du an Deine Projektbewältigungen herangehst. Schick mir doch mal einwenig von Deiner Energie durchs Net....lächel

    Mach weiter so und lass uns weiterhin an Deinen Gedanken teilhaben - ich zieh mir bei Dir so viel!!!

    Liebe Grüße von Katrin

  • Liebe Katrin,

    ich habe jetzt endlich Zeit und Ruhe um mir anzusehen, was mich an meinem Leben noch behindert und mir Angst macht.

    Das schönste Erbe was wir unseren Kindern mitgeben können, ist doch, dass sie ausgeglichene, liebevolle Eltern haben, die mit sich und der Welt Frieden geschlossen haben.

    Und wenn sie das sehen, kriegen sie auch ihr eigenes Leben auf die Reihe, müssen nicht unsere "Familienkrankheit Alkoholismus" selbst ausleben, oder ihren Kindern weitergeben.

    Das ist meine grösste Angst, dass meine Kinder Abhängigkeiten leben, das noch aus dem Erbe ihrer Grosseltern stammen könnte.

    Wenn man keine Kinder hat, ist der Abschluss unserer Familienkrankheit Alkoholismus einfacher.

    Hier setze ich mein Vertrauen auf meinen Glauben, hoffe, doch vieles aufgearbeitet zu haben, damit die Kinder "frei" sind, um ihr Leben zu leben.

    Du wirst sehen, auch Du wirst mit der Zeit, Dein Leben so gestalten, dass Du alle hochkommende Gefühle einfach zulassen kannst.

    Geniessen kannst was ihr Euch aufgebaut habt. Wir haben das Recht dazu und sind es uns wert.

    Ales Liebe Weitsicht

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