So habe ich mich vorgestellt....

  • Hallo Uschi,

    es ist nicht lächerlich!
    Ich kenne das, diese ständigen Nebenschäden, die das Trinken so mit sich bringt. Das nimmt einem einfach auf die Dauer die Lebensfreude und kostet viel Kraft. Wo ich das bei dir lese, fällt es mir wieder ein, wie das bei uns war. Wenn er nachts mich so fertig gemacht hat, weil er getrunken hatte, dann fühlte ich mich am nächsten Morgen wie krank. Ich bin meistens trotzdem zur Arbeit gegangen, aber es war schrecklich.
    Oder manchmal hat er einfach wichtige Sachen verbummelt: einen Schlüssel, eine Bankkarte und solche Sachen. Und bestimmte Ecken oder den Keller durfte ich nie aufräumen - wohl, um seine Depots nicht zu entdecken. Es war schwierig, ein schönes Leben zu führen, während der trank.

    Es ist wirklich der sprichwörtliche Klotz, den man am Bein mit sich rumschleppt. Man kann vielleicht trotzdem noch ganz gut laufen, aber es ist furchtbar anstrengend und viel Freude kommt nicht auf.

    Aber es ist doch schön zu lesen, dass du anders reagierst als früher.

    Liebe Grüße
    Doro

  • Dank Dir liebe Doro, es beruhigt, dass es nicht nur mir so geht...ich ärgere mich, heute der Arbeit fern geblieben zu sein und das wird mir nicht nochmal passieren. So was blödes von mir.....ich hab nen super Job, nen total lieben Chef....ja es stimmt, er ist ein Klotz und versucht, mich so klein z machen, mir für alles die Schuld zu geben. Es ist scheuerlich, was er abläßt im Rausch.....es ist tragisch, dass ein Mensch am hellichten Tag vollgepumpt im Bett liegt und nicht mehr lebt sondern nur noch vegetiert. Ich weiß für mich, dass ich nicht so etwas will. Ich will leben, ich will aus allen finanziellen Schwierigketen rauskommen und dann endlich wieder richtig leben, in Ruhe und Zuzfriedenheit, glücklich sein, Sonnenuintergänge, Sonnenaufgänge geniessen, meinen Schrödi geniessen, und einfach nur leben....das ist mein Ziel und von ihm verlange ich da wahrscheinlch zuviel lächel.....das habe ich begriffen....

  • Hallo Uschi,

    der da oben hat das Wörtchen NEIN erfunden, das darf man ruhig mal benutzen! grins.

    Du hörst dich viel besser an als die Tage, da ist Energie zu spüren!

    Das mit deiner Arbeit ist wichtig, stimmt.


    Liebe Grüße (auch an den Professor!)

    Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo Uschi!

    ich verfolge Deinen Thread seit einiger Zeit und ich möchte mich Dir kurz vorstellen: Ich bin 47, seit langer Zeit alkoholkrank und - bis auf einen Rückfall - übermorgen 8 Monate trocken.

    Deine Geschichte beschämt mich zutiefst, da meine Frau in etwa das Gleiche wie Du durchmachen musste. Und die Ausreden und Argumente Deines Mannes kenne ich zur genüge, ich habe sie selbst benutzt.

    Als Alkoholiker möchte ich Dir knallhart ein paar Tipps geben:

    - Es gibt immer Phasen, in denen sich auch ein Spiegeltrinker herunter trinken kann. Ich habe auch tagelang, einmal 3 Wochen - ohne Entzugserscheinungen - leben können. Weil ich über Tage vorher zwangsweise die Menge reduziert habe. Und wenn ich gearbeitet habe.

    - Du schreibst: dass wenn Du da bist, er nichts trinkt. Das habe ich auch so gemacht, ich habe IMMER getrunken, nur: man kann das so steuern, dass es nicht auffällt (meiner Frau ist, wenn es zu viel war, es auch sofort an Stimme oder den Augen aufgefallen)

    - das Gepöbel in der Nacht: hatte ich auch gemacht. Stell Dir vor: der Alki muss heimlich trinken, da wird teilweise auf Sturz - also sehr große Mengen sehr schnell - gesoffen. Erst ist man noch klar, dann wird man müde, legt sich hin, dann kommt die volle Wirkung zur Geltung und man scheint zu schlafen. Aber man ist quasi bewußlos. Dann kommen als Träume all die Ängste, das, was sich der Alki wegtrinken will, im Unterbewußtsein voll zur Geltung, dann schlafwandelt man. Ich soll nachts die Treppe runtergegangen sein und habe alle Nachbarn beschimpft. Ich weiß es nicht, aber es war mit Sicherheit so.

    - Die Hoffnung: solange Dein Mann ein Umfeld hat, das scheinbar, trotz aller Probleme, zu ihm hält - warum sollte er dann etwas verändern? Das habe ich auch nicht getan. Ich habe mir immer gesagt: Micha, du kannst 24 Stunden ohne Alkj sein, die Hände tattern nicht, also ist es kein Problem. Was ich - obwohl ich selbst Soziologe und Psychologe bin - nicht gecheckt habe ist die Tatsache, dass die KÖRPERLICHE Anhängigkeit erst zum Schluss eintritt. Das körperliche ist in einem Entzug nach 3 bis 10 Tagen weg. ABER: Die psychische Anhängigkeit bei Alk ist 1000mal schlimmer. Der Körper ist schnell clean. Die Seele hat ein Leben lang durst!!!

    Liebe Uschi, so knallhart ich es aus eigener bitterer Erfahrung sagen muss: solange du da bist, wird sich nichts ändern. Bei mir kam die Einsicht erst, als meine Frau, nach 1000 Drohungen, endlich wegen meiner Pöbelei die Polizei rief, die mich für 7 Tage rausgeschmissen haben, sie ausgezogen ist mit unserer kleinen Tochter und ich alleine da stand. Erst habe ich mich gefreut, habe gesoffen ohne Ende. Und dann kam die Zeit, in der ich morgens um 4 Uhr schweißgebadet wach wurde, gezittert habe, einen kräftigen Schluck aus der Pulle nahm, wieder schlafen konnte etc. Ich habe nichts mehr gegessen, bin abgemagert und zu Schluß war ich so verdreckt und kaputt, dass ich in der Klinik anrief und bat, mich aufzunehmen. Es folgte ein extrem harter Entzug, bei dem ich fast die Löffel abgab.

    Heute bin ich meiner Frau dankbar, dass sie nicht mehr Co sein wollte und die Reißleine gezogen hat. Vielleicht würde ich sonst nicht mehr leben.

    Du willst Deinen Mann nicht verlieren? Dann tu endlich etwas und vertraue in Gott und in die Zeit.

    Glaube mir: es geht nicht anders. Es wird sich NIE etwas ändern, wenn Du es jetzt nicht machst. Nur so kannst Du Deinen Mann retten.

    Ich bin mal so unverschämt und drücke Dich, denn ich erkenne in Dir meine liebe Frau wieder.

    Liebe Grüße der Micha.

  • Nachtrag:

    Meine Frau hat als Co alles versucht - sie gab mir Liebe und Zuneigung, hat gekocht, gebügelt. Als das nichts half, hat sie sich total zurück gezogen. Mir war es egal, gab ich meine Hemden eben in die Reinigung, Essen im Lokal etc. Erst als sie auszog, habe ich begriffen, in welchem Sumpf ich stecke.

    Man kann als Alki nicht weit genug unten sein, sonst begreift man es nicht. Ist für Dich vielleicht traurig, es ist aber so. Mein Rat an alle Co's: radikal die Reißleine ziehen, anders geht es nicht.

  • Hallo Doro!

    Danke für das Feedback.

    Ich möchte hier niemanden demotivieren, ganz im Gegenteil. Ich versuche noch einmal darzulegen, wie ein Alki tickt, an meinem Beispiel. Ich hab meiner Frau 1000mal versprochen, mit der Trinkerei aufzuhören. In dem Moment, in dem ich es versprach, habe ich mir schon eine Strategie zurecht gelegt, wie ich trinken kann, ohne dass es auffällt. Meine Frau hatte immer nur gesehen, dass ich ein Bier trank, das war zur Tarnung. Im Keller hatte ich die ganzen leeren Wodkaflaschen. Ich habe nie auf Vorrat gekauft, habe mir dann eben jeden Abend nach der Arbeit eine Flasche gekauft. Ich hatte lange Jahre meinen Pegel, so etwa einen halben Liter über den Abend verteilt. Morgens war ich wieder fit. Aber irgend wann war diese Menge überschritten, dann kam zu der psychischen Anhängigkeit die körperliche.

    Ihr Co's dürft, wenn körperliche Entzugserscheinungen auftreten (Tremor, herzrasen etc.) auf gar keinen Fall denken, ihr könnt es mit Eurem Partner zu Hause alleine schaffen. Der körperliche Entzug KANN tötlich enden. Kein Mensch weiß vorher, wie der Entzug wird. Es ist - wie beim Rausch - jedesmal anders. Im schlimmsten Fall kann ein epileptischer Anfall (= Krampfanfall) auftreten, wenn dann nicht innerhalb von wenigen Minuten ärztliche Hilfe da ist, kann der Betroffene an Herzversagen sterben, er kann ersticken (Zunge oder Erbrochenes) etc. Ich habe in der Suchtklinik den Krampfanfall eines anderen Patienten miterleben müssen, ich kriege diese Bilder nicht mehr aus meinem Kopf. Es war das schlimmste, was ich je gesehen habe, und ich hab schon viel gesehen, habe währnd meiner Bundeswehrzeit einmal bei einem schweren Verkehrsunfall während eines Manövers Leben retten müssen, das war schon schlimm (Bein abgerissen etc). Es kann bei abruptem Alkoholentzug auch ein Delir auftreten, auch hieran kann man sterben, zudem treten Wahnvorstellungen auf, während derer z.B. Selbstmordabsichten auftreten (wegen Angstzuständen).

    Alkoholiker werden Meisterstrategen, wenn es darum geht, irgendwie trinken zu können, und das möglichst unauffällig. Ich musste einmal morgens um 5 meine Schwägerin und deren Mann aus Polen vom Bahnhof abholen. Da war ich schon körperlich abhängig. Ich hab um 4 Uhr erst mal einen kräftigen Schluck aus der Pulle genommen, war dann ruhig, konnte fahren, hab nen Pfefferminz eingeschmissen, ne Schmerztablette und los ging's. Die Fahne hab ich begründet: haben gestern Abend gefeiert. Meine Schwägerin sagte nur: es ist DEIN Lappen, nicht unserer.

    Solange ein Co nur droht und keine Konsequenzen zieht, solange hat der Alki keine Veranlassung, etwas zu verändern oder etwas einzusehen. Ich habe immer gedacht, ach, wird sich alles beruhigen, die Frau macht eh nix, wie kann ich noch geschickter trinken? Und ich hab immer gedacht: Mensch, jetzt bist du auf Arbeit, hast seit 16 Stunden nix getrunken, na, geht doch, kein Zittern, kein nichts. Also: kannst du doch abends weiter trinken, so schlimm ist es also noch nicht. Nochmal: Die körperliche Abhängigkeit kommt erst ganz zum Schluß, wenn über einen längeren Zeitraum große Mengen praktisch rund um die Uhr gesoffen werden. Die körperliche Abhängigkeit ist im Entzug nach wenigen Tagen vorbei. Deswegen, noch einmal in aller Klarheit: Die PSYCHISCHE Abhängigkeit ist das SCHLIMMSTE. Der Alki versucht, sich ständig wegzutrinken, um sich nicht mit ungelösten Emotionen und Problemen auseinander zu setzen, er trinkt sich sein leben in einen angenehmen Zustand. Die Seele schreit, sie verlangt mehr und mehr, weil irgendwann die Wirkung nicht mehr eintritt, da der Körper immer mehr verträgt.

    Als ich in die Klinik ging, stand ich grade, war sauber und ordentlich, war gut drauf, freundlich, alle vom Personal mochten mich gleich, endlich mal ein netter Mensch. Dann musste ich pusten: ich hatte um 10 Uhr morgens 3,1 Promille! Das ist bereits eine schwere Alkoholvergiftung, da sterben andere dran. Mein Körper konnte ohne diesen Pegel zum Schluss gar nicht mehr existieren.

    Mein Apell an Euch: Durchbrecht den Kreislauf. Ihr verliert Eure Partner deswegen nicht, Ihr habt sie schon längst an die Flasche verloren.

    LG Micha

    P.S.: Sorry für die harten Worte, aber das musste ich loswerden.

  • Hallo Micha,
    vielen vielen Dank für Deine Worte, sie beeindrucken mich schwer, denn ich weiß, dass Du recht hast, genau die Dinge die Du beschreibst, da erkenne ich meinen Mann und ich könnte schreien....was ist das für ein Dämon dieses Zeug namens Alk? Ich muss Deine Worte verarbeiten, bin sprachlos, bin traurig und wütend und sehr sehr dankbar für Deine Worte...ich meld mich später...ganz lieben Grüße Uschi

  • Liebe Uschi!

    Das Fatale am Alkohol, den ich mittlerweile auch als Dämon bezeichnen würde, ist, dass wenn man wieder nüchtern ist die Gefühle kommen: Verdammt, was hab ich gestern wieder gemacht, hab ich einen Kater, gehts mir schlecht. Dann trinkt man das erste Glas und schon geht es einem besser. Man verliert total die Kontrolle. Man denkt: ich WILL trinken, aber das ist ein Trugschluss. Man MUSS trinken, weil man nie gelernt hat, sich seinen Problemen zu stellen. Ich merke, seit ich trocken bin, wie viele Wunden ich seit frühster Kindheit in mir trage. Ich hab mich dem früher nie gestellt, habe in der Jugend entdeckt, dass einen der Alk vermeintlich groß und stark macht. Aber das kommt einem subjektiv nur so vor.

    Hätte meine Frau damals nicht ein Fanal gesetzt, wer weiß, wo ich jetzt wäre; ich hatte bereits eine entzündete Bauchspeicheldrüse, das kann in Krebs übergehen, daran, an dieser speziellen Krebsart, krepiert man elendig. Ich hatte bereits eine extreme Fettleber, die Galle war angegriffen, ich hatte extrem hohen Blutdruck und Herzrasen.

    heute, nach knapp 8 Monaten Abstinenz - trotz dem einen Rückfall - habe ich wieder normale Werte, mein Blutdruck ist für einen Endvierziger super und der Ruhepuls so um die 65. Früher hatte ich bis 200.

    Die Entscheidung, nicht mehr zu trinken, habe ich bislang nie bereut. Im Gegenteil. Und heute danke ich meiner Frau für ihren Schritt, ich bewundere sie, was sie ALLEINE alles geschafft hat, Lob und Anerkennung, und wir nähern uns langsam wieder an. Wir haben neulich zum ersten Mal seit Jahren ganz in Ruhe und ausführlich gesprochen. Es war einfach schön. Es ist schön, die Welt jeden Tag nicht mehr benebelt zu sehen. So als ob ein Schwarzweißbild plötzlich Farbe bekommt.

    LG Micha

  • Lieber Micha.....wow....ich bewunder Deine Frau und Dich Hammer....ich kam grad heim und mein Mann liegt sturz auf dem Sofa....behauptete heut morgen, unser Nachbar habe absichtlich sein Moped umgeworfen dabei denk ich, er ist Wodaka kaufen gefahren und es ist umgefallen. Hier (also wir leben an der Nordsee ist es stürmisch, drum wirds so gewesen sein....und ich denk über Deine Worte nach und ich freue mich sehr, dass Du es geschafft hast..und auch dass Ihr Euch wieder annähert...ich drück Dich auch einfach mal, Deine Worte machen mir unendlichen Mut....es ist verrückt, beruflich habe ich nur mit Trennngen zu tun es ist verrückt, dass ich mein privates Ding nicht auf die Reieh bekomme....superlieben Gruß und tausend Dank, dass Du mir antwortest....Uschi

  • Liebe Uschi!

    Auch hier in Hannover ist es extrem stürmisch.

    Alkoholismus hat irgendwo auch etwas mit Gewöhnung/Gewohnheit zu tun. Wenn der Co den radikalen Schritt macht, wird sich in den meisten Fällen etwas verändern. Ich muss leider aber auch sagen, dass es Menschen gibt, die sich mit ihrem Schicksal, sich tot zu saufen, abgefunden haben und nichts verändern. Das muss man einfach riskieren.

    Ich habe in der Entgiftung Leute, z.T. hochintelligente super Leute, kennengelernt, die schon 100 oder 200mal entgiftet haben. Manche sind 2 Wochen da, haben Essen und Trinken, gehen dann nach Hause, kaufen sich noch auf dem Weg nach Hause eine Pulle, saufen 4 - 6 Wochen und gehen wieder zum Aufpäppeln in die Klinik. Oder wenn die Sozialhilfe aufgebraucht ist. Manche sind so einsam und alleine, dass sie es zu den Feiertagen darauf anlegen, z.B. zu Weihnachten in die Klinik zu können, damit sie nicht alleine sind.

    Was ich damit sagen will: Hat der Alki noch ein einigermaßen stabiles soziales Umfeld, dann wird nach einem radikalen Schritt (z.B. Auszug von Dir) etwas geschehen. Vielleicht nicht gleich, aber bald. Ich habe auch erstmal nach dem Auszug meiner Frau gedacht, ich wäre nun frei, und habe 4 Wochen gesoffen wie ein Wahnsinniger.

    Diejenigen, die aber nichts und niemanden mehr haben, die können sich nur noch schlecht motivieren. Mir hat ein Mitpatient damals erzählt: er wollte Weihnachten nicht alleine sein, er war 2 Monate trocken. Die Klinik wollte ihn wegen Überfüllung nicht aufnehmen. Da hat er sich 3 Flaschen Wodka gekauft, sich vor den Eingang der Station gesetzt, angefangen zu trinken, bis die Pfleger ihn aufgenommen haben.

    Was Dir Mut machen soll: Meine Frau hat 20 Jahre als Hausfrau und Mutter fungiert, sie hatte Angst sich zu trennen, wegen der materiellen Dinge. Aber sie hat es geschafft. Sie hat überall - Jobcenter etc. - ihre Geschichte OFFEN erzählt und ÜBERALL Hilfe erhalten. Das Verständnis für Co's ist größer, als Du denkst.

    Glaube keinen Versprechungen, glaube keinen guten Vorsätzen. Ein Süchtiger, egal ob Heroin oder Alk, lügt, um allem aus dem Weg zu gehen. Trinken ohne Widerstand ist die Devise. Das wahre Gesicht zeigt ein Alki, wenn er ohne "Aufsicht" ist: dann wird hemmungslos getrunken, und wenn dann jemand etwas sagt, wird gelogen: war nur ein Bier, habe Tabletten genommen, mir gehts nicht gut etc.pp.

    Tu Dir das nicht an, Deinen Mann da besoffen herumliegen zu sehen. Lebe!! Es geht jetzt NUR um DICH! Ein Alki kommt erstmal irgendwie klar, er benebelt sich ja, da muss er schlimme Situationen nicht aushalten.

    LG Micha

  • Guten Morgen lieber Micha, guten Morgen an alle Lieben hier.....hab Dank für Deine mir so bekannt vorkommenden Worte, ......gestern hat er bereits Mittags den Pegel erreicht, des Nichtmehrstehenkönnens....er fing an zu pöbeln, wankte herum, fiel hin trank weiter....ich bin nach unten in den Gästebereich gezogen und habe dort geschlafen....so gut wie lange nicht mehr...lächel

  • ....ich habe die Musik lauter gedreht, als ich sein PÖbeln hörte, habe meinen Hund und meine Sachen allesamt unten in die Schränke gepackt....habe mir einen netten Abend gemacht und mit ihm nicht mehr geredet....meinst Du, meint Ihr, ein kleiner Schritt?

  • ...aber das tue ich nicht lächel...wenn er zurück ist, werd ich mich anziehen, den Hund schnappen und einen langen strandspaziergang machen irgendwo nett kaffee trinken gehen und es mir gut gehen lassen.....er sagte zu mir heute morgen, kann ich einen kaffee bekommen, ich habe erstmals gesagt jup ist unten auf der maschine....lächel ein kleiner schritt ein minischritt?

  • ich sauge deine worte auf micha, es kommt mir alles so bekannt vor....lächel
    es tut mir ungeheuer gut....er sagte "schatz lass mich doch durch dieses tal gehen" ich habe nicht geantwortet ich bin des antwortens müde....ich werde tun, was ich will....ich will unten wohnen mit schrödi zur zeit und ich will nie wieder da oben hin in das schlafzimmer....ein für mich gangbarer minischritt lächel.....ich fühle mich gut dabei....ist der schritt zu klein?

  • Liebe Uschi!

    Egal, kleine oder große Schritte, alles bringt Dich vorwärts. Lass Dich bloß nicht wieder einlullen. Mach für ihn gar nichts mehr. Wenn er Theater macht, ruf die Polizei und lass ihn rauswerfen.

    Du kannst mit ihm nicht reden, nicht kommunizieren, weil, egal was er sagt, in den Gedanken nur der Alk eine Rolle spielt. Ein Alki ist nicht nur Meisterstratege, er benutzt auch alles und jeden für seine Ziele. Er ist nicht mehr er selbst, das verdammte Zeug hat einen total im Griff.

    Es MUSS der totale Zusammenbruch kommen, er MUSS ganz unten im Dreck liegen, sei es durch körperliche Schäden oder wortwörtlich. Irgend wass kommt der Pu8nkt, an dem ein Alki erkennt, dass es so nicht mehr geht. Das ist dann der Punkt, an dem sich der eine FÜR das LEBEN entscheidet, so wie ich es getan habe, oder er entscheidet sich letztendlich für den Tod.

    Es ist so: wer die Kurve nicht bekommt, trinkt sich auf längere oder kürzere Zeit zu Tode.

    Wenn Du nicht untergehen willst, mit untergehen willst, darfst Du NUR NOCH AN Dich denken. Lass ihn verdrecken, wenn er Kaffee will, soll er ihn sich machen, wenn er das nicht kann, dann soll er ins Lokal gehen. Lass ihn seine Pullen kaufen. Wenn er sich im Suff verletzt, egal. Zieh Dich vollkommen zurück. Sei radikal.

    Es geht nicht anders. Ich musste auch erst so weit sein, dass ich ohne einen 3-Promille-Pegel nix mehr machen konnte. Es war mir egal, aber irgendwann ging es mir so schlecht, ich habe den ganzen Dreck gesehen, den ich produziiert habe (Geschirr etc.), wollte etwas machen, konnte nicht mehr, mein Leben bestand nur noch aus: Aufwachen, Trinken, damit ich ohne Zittern einen Kaffee machen konnte, zum Discounter, Pulle 0,7 für 3,99, nach Hause, saufen, schlafen, saufen, schlafen.

    Irgendwann schrie es in mir: Micha, DU WILLST LEBEN. Es kostete mich große Überwindung, in der Klinik anzurufen. Aber nach dem ersten Kontakt war alles ganz einfach.

    Alkis haben große Ängste vor der Realität und oft ein ganz geringes Selbstwertgefühl. Sie trinken sich in eine Scheinwelt. Stell Dir das so vor: du bist blockiert, Du willst funktionieren, es geht nicht. Trinke einen verdammten Schluck Wodka, in dem Moment, in dem es im Magen warm wird, ist die Stimmung künstlich eine andere. Das will man wieder und wieder haben und erleben. Bis es zuviel ist und die Stimmung kippt. Man denkt, man ist Gott und kann alles, man läßt alle Ängste und alles heraus, die Angst wird kompensiert in Aggression, man pöbelt sich regelrecht die Angst aus der Seele.

    Rettung für Deinen Mann gibt es nur, wenn DU DEINEN WEG unbeirrt und konsequent gehst. Sonst gehst Du eher unter als er selbst.

    Ich wünsche Dir einen schönen Tag, ich wär jetzt auch gerne am Strand, sitze aber in dieser häßlichen Stadt Hannover, es regnet, ist windig und grau. Ich liebe den Strand, ich liebe Nord- und Ostsee.

    LG Micha

  • Lieber Micha, ja ich lasse ihn verdrecken und ich will nicht untergehen. er hat bereits durch sein nichtstun und trinken -also nicht arbeten- über 12 monate in denen wir hier leben, das gemeinschaftskonto vollkommen runtergewirtschaftet. ich habe ein eigenes konto eröffnet, er hat vollmacht davon. ich möchte ihm nachher die scheckkarte aus dem potte nehmen, meinst du das sollte ich tun? ich meine einfach, dann kann ich bestimmen, was er an geld im potte hat, was nicht. ich befürchte einfach, dass er sonst auch alles nur fürs saufen ausgibt und ich dann nichts mehr bezahlen kann, wir stecken eh schon super tief drin....als wir hierher gezogen sind, sagte er "ich werde mir nen job suchen und das klappt alles" er hat 3 monate gearbeitet, dann war er sich zu fein und hat alles hingeschmissen und wir sind immer weiter reingeraten in de misere. ich ziehe mich / uns da gerade nach und nach mit raten und stundungen raus und zahle alles und er macht eben nicht mit dank alk.....bevor er nun auch noch das geld benutzt, was auf meinem konto ist, ist es besser meine ich, ihm die karte zu nehmen....oder? ...lächel....hannover ist häßlich? ich war noch nie dort lach, aber so schlimm wird es nicht sein lach....lg Uschi und fühl dich gedrückt....

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