Und die Reise geht weiter...

  • Liebe Julchen,

    ja, da hast du leider Recht.
    Ich bin wohl täglich da, lese eine Weile herum, um dann doch wieder sang- und klanglos zu verschwinden. Manche Threads empfinde ich als zu tiefgründig, um da konzentriert mitzumischen, andere wiederum sprechen mich überhaupt nicht an.
    Scheint irgendwie 'ne "Saure Gurken"-Zeit für mich zu sein. Jobmäßig gibt es nicht Besonderes zu erzählen, die Arbeit wird jetzt bis Mitte Februar wieder etwas mehr, da sind bestimmte deadlines einzuhalten, aber bei sorgfältiger Planung und realistischer Einschätzung wird das alles zu schaffen sein. In meiner Ehe läuft es so làlà, mal besser, mal schlechter.
    Der fehlende Sonnenschein - den ich erst gerade im Mecker-Thread beklagt habe - macht mir etwas zu schaffen, obwohl ich mir erst Anfang letzter Woche einen Strauß sonnengelber Tulpen gekauft habe. Aber die Blümchen stehen im Wohnzimmer, und da bin ich ja nun auch nicht nonstop... :wink:

    Naja, ich gehe jetzt mal Essen fassen, danach prügel ich mich raus an die frische Luft!
    Angeblich ist ja das Licht draußen selbst bei bewölktem Himmel immer noch besser fürs Gemüt als die künstliche Beleuchtung hier in der Wohnung!

    Ich wünsche dir - und natürlich allen anderen - noch einen schönen Sonntag!
    Vielleicht treffen wir uns ja heute Abend noch!?

    LG
    espoir

  • glück auf espoir

    klingt nach "winterblush" (< wenn ich nur wüüst wie das geschrieben wird)

    schick dir mal 100.000.000 sonnenstrahlen :wink:
    zähl nach - das keiner verloren is

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hallo espoir

    da gehts mir ähnlich wie dir, ich weiß im Moment auch nicht so recht, was ich schreiben soll, also lass ich es halt.

    In deiner Ehe läuft es so lala, da wollt ich dich letzthin schon mal fragen. Du hast ja schon öfter mal drüber geredet, dass es manchmal nicht soo gut ist. Macht ihr beiden da jetzt was wie Eheberatung oder so?

    Wenn du nicht drüber schreiben willst, kein Problem. Hätt mich nur interessiert! :lol::lol:

    Ich war heut mittag auch spazieren, hab ja einen Hund, da krieg ich genug frische Luft und Tageslicht ohne Sonnenstrahlen! Boahh, mir wären heut fast die Ohren abgefroren, so kalt war das!

    Schöne Grüße

    julchen

  • Hallo Espoir!

    Schliess mich eurer Schreibmüdigkeit an.
    Zur Zeit ist es nicht einfach, sinnvolles beizutragen.
    Vlt. ist es ganz normal, mal so eine Pause zu haben.

    Mein Mann würde wahrscheinlich nie zu einer Eheberatung mitgehen.
    Hilfe! Da müsste er ja reden! Etwas von sich erzählen! Am Ende würde es noch wehtun!!!
    Ich weiss nicht, ob es an den Hormonen liegt, oder sonst wo. :roll:
    Wir Frauen öffnen uns eben schneller, leichter. :roll:

    Hast du deinen "Winterblush" bekämpft? Warst du draussen in der frischen Kälte?
    Ja, bei uns wars auch schön kalt, aber mit Hund muss man eben raus. Und gegen die Kälte habe ich mir gestern eine schöne warme reduzierte! Jacke gekauft! Hilft auch gegen Winter- Frühlings- Herbst- und sonstige "Blushs". :wink:

    Schönen Abend noch und eine Gute Woche wünscht dir Gotti. :D

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Boah ihr Lieben,

    das tut ja richtig gut, euer feedback! :D
    Ich hatte fast schon Angst, dass ihr denkt: "Mein Gott, du hast Sorgen! :roll: Dann schreib' halt einfach nix, wenn du so mies drauf bist!". Dabei bin ich ja eigentlich gar nicht mies drauf, es ist nur so, dass ich bei mir ein bisschen Dynamik vermisse, ein bisschen Tatendrang und vor allem die Bereitschaft, den Blick für die "netten Kleinigkeiten" nicht zu verlieren. Auf den bin ich nämlich ganz besonders stolz, den habe ich ja erst, seitdem ich nicht mehr trinke. Natürlich passieren mir genauso doofe oder ärgerliche oder nervige Sachen wie jedem anderen auch, aber ich habe eben immer - oder wenigstens meistens - mit 'nem Augenzwinkern auch noch andere Dinge entdecken können, so dass dann abends die Bilanz wieder gestimmt hat und ich sagen konnte: "Geh zu, sooo blöde war der Tag ja nun auch wieder nicht!"

    Aber momentan fehlt mir der Sonnenschein ungemein.
    Wenn ich rausgucke und die Sonne scheint, dann spüre ich oftmals einen ganz tollen Tatendrang, irgendwas "zu erledigen", das kann dann so etwas Blödes wie Wäsche waschen sein. Oder die Kaffee-Maschine entkalken. Ich muss ja dann nicht einmal unbedingt raus, aber ich habe die Energie, das jetzt anzugehen. Aber so?
    Ich bin seit Tagen so unendlich müde, jede Woche ist mindestens ein Tag dabei, wo ich mich am frühen Abend noch einmal hinlege und dann zwei Stunden tief und fest schlafe wie ein Säugling. Jetzt am Wochenende habe ich in beiden Nächten fast einmal "rund um die Uhr" geschlafen, wie es so schön heißt. Ich dachte, das machen nur Teenager... :shock:

    @Matthias:
    Vielen lieben Dank dir für deine Sonnenstrahlen, die nehme ich dankbar entgegen! Und nein - es fehlt kein einziger! Wollen wir doch mal sehen, ob ich damit meinen Winterblues nicht kleinkriege! :wink:

    Julchen :
    Ja, du hast Recht, es war scheußlich kalt heute, ich hatte vor allem den Eindruck, dass da so ein ostsibirischer Nordwind pfeift... *grusel* Wir hatten altes Brot dabei, um damit ganz in der Nähe Enten zu füttern, die haben mir sooo Leid getan, die müssen sich doch die Füße und den Hintern abfrieren zwischen den Eisschollen auf dem Wasser, aber nö, die machten eigentlich einen ganz pfiffigen Eindruck. Das hat die vermutlich mehr genervt, dass das Brot z.T. so steinhart war, so dass sie es erst mehrfach im Wasser "spülen" mussten, ehe sie es schlucken konnten.

    Was meinen Mann angeht - leider Fehlanzeige.
    Er hat mir quasi tröpfchenweise zu verstehen gegeben, dass er da wohl keine Lust darauf hat und der Ansicht ist, dass "das nichts bringt". Natürlicht nicht, Idiot! Therapie bringt ja auch nichts, das musste dir schon selber abholen. Wer wüsste das besser als ich! Aber ich kann ihn nicht zwingen.
    Ich finde es manchmal nur so megaverletzend, wenn er mir zu verstehen gibt, dass er unsere Ehe scheiße findet, ohne gleichzeitig zu sagen, was genau ihn denn nun so stört und was er gerne wie verändern möchte. Er möchte - so glaube ich zumindest - am liebsten gar nicht selber aktiv werden, er möchte es anders haben, aber selber nix machen müssen. Es hat sich einfach noch rein gar nichts verändert, ich kann bestenfalls zwischen 21 und 0 Uhr bzw. zwischen 6.45 und 7.15 Uhr mit ihm sprechen, toll, abends würgt er an seiner jobbedingten schlechten Laune und morgens befindet er sich noch im Wachkoma. :roll:
    Naja, sei's drum.
    Es gibt halt immer noch Momente, in denen wir uns gut verstehen und auch miteinander lachen können. Vielleicht sollte ich da mehr Gewicht drauf legen und mich drüber freuen, wer weiß? Das Leben ohne ihn würde mich ja auch nicht glücklich machen.

    Gotti :
    Lieben Dank dir auch für deine Rückmeldung!
    Ja, da scheinen sich unsere Männer echt zu ähneln, bloß nicht darüber sprechen, wo der Schuh drückt! Aber wie ich es gerade schon Julchen schrieb - es ist ja nicht immer gleich schlecht, und oftmals hängt es eben auch von meiner persönlichen Verfassung ab, ob ich das alles eher gelassen oder dann doch genervt überdenke...
    Nach dem Spaziergang habe ich mir übrigens "Bananen im Backteig" gegönnt, so wie man sie als Nachtisch beim Chinesen kennt. Ich wusste gar nicht, dass man die Dinger auch tiefgekühlt kaufen kann... Dazu 'n Klecks Honig, und schon sah die Welt wieder nicht so schlimm aus... :D

    Euch allen noch einen schönen Abend, wir lesen uns!
    espoir

  • Hallo espoir

    Ich schreib jetzt mal, was mir zu deinen Problemen mit deinem Mann einfällt.
    Irgendwie hat mich das an mich selber erinnert, mich hat so viel an meinem Mann gestört, oft wusste ich jedoch gar nicht, was genau. Ich wollte unsere Ehe besser haben, anders. Im Endeffekt war es aber oft nur meine Rache für die Dinge, die er mir "angetan" hatte. Das hab ich aber nicht nur in seiner Trinkerzeit, sondern auch in den 10 Jahren, als er trocken war, so gemacht. Ich wollte in büssen lassen für das Leid und den Kummer, den er mir angetan hatte.
    Ich hab damals nicht kapiert, dass ich immer die Wahl hatte zu gehen. Ich war immer in der Opferrolle und hab es ihm heimgezahlt, wo ich konnte.

    Vielleicht ist das jetzt totaler Quatsch und hat mit eurer Situation überhaupt nichts zu tun, dann überlies es einfach. Waren nur so meine Gedanken dazu.

    Schöne Grüße

    julchen

  • Julchen, das ist überhaupt kein Quatsch, was du da schreibst, sondern passt hervorragend zu meinen Gedanken, die ich auch schon öfters hatte. Ich hätte mich nicht unbedingt getraut, das so deutlich hier zu schreiben, wenn du mir nicht die Steilvorlage dazu geliefert hättest.

    Ich habe ganz stark den Eindruck, dass mein Mann von einer merkwürdigen Eifersucht geplagt ist, eine Eifersucht auf die Art und Weise, wie ich mein Leben jetzt angehe. Ganz besonders deutlich wird das im Zusammenhang mit unseren Jobs.
    Als ich noch getrunken habe, war ich von diesem trinkertypischen Verfolgungswahn besessen. Ich war mir sicher, mein Chef hätte mich auf dem Kieker und mache mir absichtlich das Leben schwer, wo er nur kann. Ich war mir sicher, dass er das nur mache, weil ich halt so 'ne schwache kleine Frau bin, und mit mir könne man's ja machen, ich bin halt geduldig und vor allem, mich könne man ja super einschüchtern und klein halten. Ich kam gar nicht darauf, dass mein Chef mich möglicherweise mit einem gewissen Misstrauen beobachtete, weil ich schlicht und ergreifend nach Alkohol gerochen haben muss.
    Mein Mann hat sich damals oft ganz ruhig zu mir gesetzt und mir quasi erklärt, wie mein Chef die Welt sieht. Und dass er gewissse Dinge sagt oder anordnet, nicht weil er ein Arsch ist, sondern weil das völlig normal für einen Chef ist. Wie oft hat er mir die Augen geöffnet!

    Kurz und gut - seitdem ich nicht mehr trinke, bin ich mein Geld wieder wert. Ich leiste gute Arbeit, bin jederzeit ansprechbar, in Stress-Situationen belastbar und kann meine Meinung, selbst wenn sie mal nicht so doll ist, diplomatisch ausdrücken. Ich weiß, dass ich ein gutes standing in der Firma habe, und ich habe positives feedback sowohl direkt als auch "hintenrum" erfahren.

    Das alles habe ich meinem Mann zu verdanken bzw. den Gesprächen mit ihm. Denn jetzt kann ich das alles anwenden, ich profitiere ungemein davon, mich in die Situation meines Chefs hineinversetzen zu können und habe sogar schon bei meine Kollegen ungläubiges Erstaunen hervorgerufen, wenn ich mich allen Ernstes verständnisvoll der Chefetage gegenüber geäußert habe.

    Und mein Mann?
    Der kriegt seit einiger Zeit überhaupt keinen Fuß auf den Boden. Er ist ständig am Schimpfen und am Nörgeln, er ist offensichtlich ausschließlich von Idioten und Vollpfosten umgeben und sieht sich außer Stande, daran etwas zu ändern. Aber er ändert auch nichts an seiner Einstellung. Denn der Gelassenheitsspruch der AA, "die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann...", der gilt ja auch im normalen Leben, nicht nur für uns Trinker.
    Er selber hat zu mir gesagt: "Du kannst die Menschen nicht ändern, nur deine Einstellung zu ihnen!", und was macht er? Reibt sich seit fast einem Jahr Tag für Tag an seinem Job auf.

    Aber nicht nur im Job bemerke ich solche Sachen.
    Allein die Tatsache, dass ich mich so ausgiebig hier im Forum austausche, beäugt er - je nach persönlicher Verfassung - mit Argwohn. Ich bin nun einmal ein recht kommunikativer Mensch, und wenn ich nicht gerade eine Schreibblockade habe, dann mag ich gerne und viel schreiben. Und ich freue mich riesig über die Anteilnahme, die ich hier erfahre. Kann er nicht verstehen. Ist doch nur virtuell. Wie man sich da so reinsteigern kann! Und von Backmaus, Gotti, Julchen und den anderen erzählen kann, als wären die echt! :roll:

    Ja hallo?
    Vielleicht sind die echt???
    Dann habe ich fast schon den Eindruck, dass ihn das nervt, meine virtuellen Freunde. Ja aber, euch kann ich wenigstens erzählen, dass mir die Sonne fehlt und ich mir gelbe Tulpen gekauft habe - er sieht die ja noch nicht einmal, obwohl sie mitten auf dem Wohnzimmertisch stehen! Also was soll das? Wenn er keinen Bock auf meine Gedanken hat, dann brauch' er sich doch auch nicht aufregen, wenn ich sie euch mitteile, oder?

    Heimatland!
    Aber ich sollte jetzt aufhören, mich so in Rage zu tippen, ich will ihn ja auch nicht wirklich schlecht machen, es sind halt diese vielen kleinen Nörgeleien seinerseits, die mich manchmal so ankotzen. Und das ist fei nicht schön, so mitanzusehen, wie unglücklich er ist und zu wissen, dass ich ihm da nicht helfen kann. Da musss er alleine durch. Ich ertappe mich nur dabei, dass ich für ihn bete, er möge keinen Herzinfarkt oder so kriegen. Auch nicht wirklich schön. :roll:

    Puuuh, erstmal nur soviel.
    War ja auch wieder ordentlich, ne? :oops:

    LG
    espoir

  • Hallo Espoir,

    da liegt ja einiges im Argen . Solange du andere Bedürfnisse, über deine stellst ,wird die Sehnsucht nach Erfüllung verwehrt bleiben. Da in der Sehnsucht auch die Sucht steht, ist das in meinen Augen gefährlich. Was macht es mit dir und die Gedanken an Alkohol. Verspürst du in solchen Situation manchmal das Gefühl , dich weg -beamen zu müssen?

    Pass auf dich auf.

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo espoir

    ich nochmal. Vielleicht ist dein Mann ja schlicht und einfach eifersüchtig. Als du getrunken hast, da konnte er dir erklären, wie dein Chef denkt. Da war er "besser" als du. Und jetzt bist du trocken, kommst prima mit deiner Arbeit und deinem Leben zurecht. Du brauchst ihn nicht mehr. Und dann fragst du noch Leute aus dem Forum statt ihm, das geht mal gar nicht!
    Als mein Mann trocken war, da hatte ich Schwierigkeiten, als er seine Sachen wieder übernehmen wollte. Wieso auf einmal, war es vielleicht nicht gut genug für ihn, was ich gemacht hab? Ich wollte ihn "klein" halten, wollte besser sein als er. Wollte gebraucht werden. Je mehr er sich von mir abnabelte, desto unwichtiger fühlte ich mich.
    Vielleicht ist ja dein Mann auch so bisschen Co und kommt mit deiner Trockenheit nicht zurecht?

    julchen

  • Hallo Hartmut,

    Zitat von Hartmut

    Verspürst du in solchen Situation manchmal das Gefühl , dich weg -beamen zu müssen?


    ganz klar: Ja! :cry:

    Ich kann dir gar nicht sagen, wie schwer das manchmal für mich ist.
    Es tut so weh, nicht zu hören: "Boah, cool, mit dir kann man ja wieder richtig was anfangen!" sondern: "Frau, du nervst!".

    Sorry, aber es ist so.

  • Zitat von Julchen148

    Je mehr er sich von mir abnabelte, desto unwichtiger fühlte ich mich.
    Vielleicht ist ja dein Mann auch so bisschen Co und kommt mit deiner Trockenheit nicht zurecht?

    Julchen, das ist ja der springende Punkt.
    Er hat offensichtlich Zeit seines Lebens "den Fels in der Brandung" spielen müssen, z.B. bei seiner Mutter, als der Vater tragisch ums Leben kam und er dessen Rolle einnehmen musste. Mein Mann wollte das gar nicht, konnte seiner Mutter aber auch keine Grenzen aufzeigen.
    Und als er mich kennenlernte, konnte er das eingeübte Muster schön weiter beibehalten, ich war Studentin, kam aus einfachen Verhältnissen und hatte einen Mega-Minderwertigkeitskomplex, weil mein Vater doch Alkoholiker war.
    Er glaubte an mich, unterstützte mich durch die harte Zeit der Examensprüfungen und war gerade in den ersten fiesen Jahren, wo du als dummer, unerfahrerener Berufsanfänger dir ständig eine blutige Nase holst, immer an meiner Seite.
    Er beobachtete das auch, als ich in den Suff abrutschte, bat mich immer wieder um Mäßigung, ließ mich aber letztendlich gewähren. Ich hatte das hier ja schon geschildert - er vergrub sich in die Arbeit und machte seinen Kummer mit sich aus.
    Dann kamen wieder harte Zeiten, nämlich als in mir der Entschluss heranreifte, endlich mit dieser Sauferei aufzuhören. Meine Angst, meine abgrundtiefe Angst vor der Entgiftung, die Tage im Klinikum, die erste Zeit danach, dann, nach einigen Monaten der erneute Griff zum Glas - er war immer bei mir und ließ mich nicht allein.

    Ach Julchen, ich wünschte so sehr, dass er endlich belohnt würde für seine Loyalität, für seine Mutmacherei, dafür, dass er an mich geglaubt hat, wo meine verlogene Familie hinter meinem Rücken schon Wetten abgeschlossen hatte, wann ich denn wieder saufen würde... :cry:

    Er hat es sooo sehr verdient, glücklich zu sein und jetzt - mit einer trockenen Frau an seiner Seite - sein Leben zu genießen. Aber wie ich schon schrieb, statt dessen ist er unglücklicher denn je.

    Ich hatte gehofft, dass er in einer Therapie, meinetwegen auch "nur" Eheberatung, draufgestupst wird, dass es um ihn geht, dass er was für sich tun muss. Wenn ich ihm das sage, glaubt er mir's ja nicht. Alles Mist, das kannst du mir glauben!

    espoir

  • Hallo Espoir,

    das dachte ich mir.

    Ich hatte früher, sogar Gründe gesammelt , bis zum Griff zur Flasche. Und wenn keine da waren , welche geformt und ausgebaut , damit ich eine Rechtfertigung hatte. :oops: Wenn ich unzufrieden bin, nehme ich auch heute noch manchmal Gründe, die in einer Zufriedenheit, kaum wahr genommen werden, zum Anlass , um mich so richtig mies zu fühlen. Das alles sind noch Überreste aus meiner nassen Zeit.

    das habe ich für mich erkannt und weiß auch, das der Griff zur Flasche keine Lösung mehr ist. Also muss was anderes her, um mich wieder gut zu fühlen. Wenn ich das Problem denn nicht löse ,trage ich es immer weiter mit mir rum und es kommt irgendwann wieder zum Ausbruch.

    Was kannst du dazu beitragen und vor allem , welche Hilfe kannst du in Anspruch nehmen , um eine zufriedenstellende Lösung, für dich zu finden ohne gleich, die Birne wegzudampfen?

    Dein Mann scheint da nicht gerade der richtige Ansprechpartner zu sein. Hast du ihm eigentlich schon gesagt ,das er einen wesentlichen Teil dazu beitragt, das du unzufrieden bist und deswegen in seinen Augen nervst?

    Hast du dir Möglichkeit mal ne Auszeit in Form eines Urlaubes , Wellness oder sonstiges zu machen. Alleine ohne MANN?

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Lieber Hartmut,

    darüber zermartere ich mir schon seit etwa einem Jahr das Hirn, also ich meine, wie ich etwas für mich tun könnte.
    Ich befürchte, dass ich mir da (noch) selber im Wege stehe, weil ich falsch denke. Wenn es nur darum ginge, alleine was zu unternehmen, dann hätte ich da alle Möglichkeiten, sowohl zeitlich als auch finanziell. Aber mein Problem besteht wohl darin, dass ich gerne eine "ganz normale Partnerschaft" haben möchte, bei der nicht der eine ständig überarbeitet und gereizt ist, halt ganz normal.
    Das muss nicht Heititeiti sein mit permanentem Händchenhalten und "Mausi hier" und "Schatzi da" sein, dazu bin ich viel zu nüchtern ( :roll: ), aber halt ganz entspannt freundlich, wohlwollend, mit Interesse am anderen und daran, was er macht.
    So wie es ist, ist da viel Missverständnis, Sich-angepampt-fühlen und Grenzverteidigung, die eigentlich unnötig ist. Und da nützt es auch nichts, dass ich durchaus meine Freundinnen habe, einem Verein beigetreten bin oder bei der VHS den einen oder anderen lustigen Kochkurs gebucht habe... :?

    Irgendwie fehlt mir so ein bisschen der "innere Zusammenhalt".
    Verstehst du ein bisschen, was ich meine?

    Liebe Grüße
    espoir

  • Hallo Espoir,

    Zitat

    Irgendwie fehlt mir so ein bisschen der "innere Zusammenhalt".
    Verstehst du ein bisschen, was ich meine?

    Ja ich denke schon aber das nutzt dir ja wenig :wink:

    Zu zweit wieder eins sein und nicht allein in der Beziehung. Liebe wieder spüren und nicht nur gesagt bekommen. Die gleiche Wellenlänge zum Partner finden.

    ich wünsch dir das von Herzen.

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Zitat von Hartmut

    Zu zweit wieder eins sein und nicht allein in der Beziehung. Liebe wieder spüren und nicht nur gesagt bekommen. Die gleiche Wellenlänge zum Partner finden.

    Genau so meinte ich das.
    Ich mag das jetzt einfach mal so stehen lassen.
    Lieben Dank dir, Hartmut, für deine Geduld und dein Verständnis!

    Gute Nacht zusammen!
    espoir

  • glück auf espoir

    erstmal n schönen wochenstart :wink:

    kannst du deunem mann zwischen 21:00 und 0:00 erzählen was du ^ geschrieben hast :?: ohne antwort zu erwarten :?: kannst du ihm vorher sagen - das du nur willst das er weis wie du tickst :?: hatter dann zeit dich zu verstehn :wink:

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hallo espoir,

    ich hoffe du erlaubst ;)

    Hartmut :

    Zitat

    Zu zweit wieder eins sein und nicht allein in der Beziehung. Liebe wieder spüren und nicht nur gesagt bekommen. Die gleiche Wellenlänge zum Partner finden.


    Genau das ist es. Du hast echt eine Art, die Dinge auf den Punkt zu treffen. Vielen Dank Hartmut... hilft mir in meiner Situation auch weiter.


    Zitat von espoir

    Er hat es sooo sehr verdient, glücklich zu sein und jetzt - mit einer trockenen Frau an seiner Seite - sein Leben zu genießen.

    espoir, DU hast es genauso sehr verdient, glücklich zu sein und nicht deine Bedürfnisse herunterzuschrauben vielleicht aus alten Schuldgefühlen heraus.

    Zitat

    Es tut so weh, nicht zu hören: "Boah, cool, mit dir kann man ja wieder richtig was anfangen!" sondern: "Frau, du nervst!"

    .

    Ich schätze dich so ein, daß du deine Entscheidungen ganz alleine treffen kannst und große Ratschläge von außen gar nicht brauchst. espoir, versuche mal deine eigenen Worte, mit einem inneren Abstand zu lesen... dich etwas von den Gefühlen frei zu machen, die das geschriebene begleiten oder hervorrufen.

    Ich drück´dich mal und wünsche dir den Mut weiter hinzusehen und danke dir für deine offenen Worte hier, die mir helfen und mich bestärken,

    schöne Grüße
    Mieken

  • Hallo espoir

    Ich hab die ganze Nacht an dich denken müssen, dein Problem beschäftigt mich ganz schön.
    Ich kann deinen Mann gut verstehen, bin ja genauso gestrickt. Aber mir stellt sich auch die Frage, hätte ich meinem Mann gut getan, wenn er wirklich an seiner Trockenheit gearbeitet hätte? Ganz ehrlich, muss ich mit nein beantworten! Ich bin mit ihm auch zur Eheberatung gegangen, hab aber trotzdem nicht kapiert, dass ich auch was tun muss.
    Liebe espoir, ich wünsche dir ganz toll, dass ihr beiden einen Weg findet.
    Aber ich wünsch dir auch die Kraft, gut für dich zu sorgen. Deine Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen und dich nicht zu verbiegen.

    Ich drück dich mal!

    julchen

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