Vorstellungsrunde: Ich bin neu hier

  • Hallo Wasser !
    Ganz ehrlich ? Von einer Sucht loszukommen ist kein Wettspiel. Unterschätze auch den Koffeeinentzug nicht. Ob er weiterhin so geduldig und tolerant sein kann ? Der Einsatz könnte Dein Leben sein.

    Wieso willst Du Deinem Mann einreden, dass er eine Sucht hat ? Willst Du ihm verdeutlichen, dass er "nicht besser ist als Du " ? Und selbst wenn es so ist: Es sollte gerade um Dich gehen, oder ?

    Lieben Gruß
    Biene

  • Zitat von Wasser

    Ich hab ihm dann an den Kopf geworfen, dass er selber süchtig ist.
    Fies von mir – nicht? :twisted:

    Nein, nicht fies.
    Einfältig.
    Aber das sagte ich schon.

    :roll:

  • Wasser, das ist doch ein schöner Nick, wollte ich dir erstmal sagen, schön klar. Den hast du dir sicher nicht ohne Grund ausgesucht.
    Du kannst jeden Tag etwas stolzer sein, dass Du diesen weg gegangen bist udn es auch durchhälst.
    ich selber hatte auch schon freßattacken, Cola udn Kaffeeorgien hinter mir. Aber das sind Gewohnheiten, keien Süchte. da muß man sehr unterscheiden, ungesund ist es allemal. aber amn bekommt keine entzugserscheinungen, keinen saufdruck, sondern schmacht. mit nikotin ist es schon eher vergleichbar. da muß amn echt kämpfen. da muß man auch auf der hut sein nicht wieder anzufangen. du schreibst, dass du anfangs gar keinen alkohol mochtest. so ging es mir mit zigaretten. sie haben eigentlich nie wirklich geschmeckt. udn so lecker sind alkohol und alkoholfahne auch nicht. ist es nicht doch eher das Süße oder ähnliches , was den alkohol schmackhaft macht. den kann man auch einfach als saft genießen. weißt du, ich habe lange gebraucht um vom nikotin loszukommen, immer wieder neue anläufe gestartet. irgendwann wurde es ernst udn ich hatte mich richtig innerlich drauf vorbereitet.
    ich wußte, dass ich den richitgen zeitpunkt erwischen mußte, um nciht rückfällig zu werden.
    dann als ich sozusagen über den berg war hat sich mein körper auch verändert. das ist ganz normal. man muß bedenken, dass man sich doch tagtäglich aufs Neue vergiftet hat. das hat dem körper energie gekostet , und diese energie ist jetzt frei und man kann dann schon ein paar pfunde zunehmen. das aht sich bei mir alles wieder eingependelt. Ich nehem es auch gerne in kauf, denn früher habe ich schon richitg alt ausgesehen, meine haut und so. nach ca 4 monaten gings mir richitg gut. aber nciht nur der körper verändert sich positiv. auch die seele war doch vergiftet. ich galueb du kannst dich noch auf vieles freuen. besonders auf die viele kraft , die mehr und mehr frei gesetzt wird, die du bzw dein körper für vieles gebraucht hatte. Überlege mal wie gefangen man in der sucht ist, wie sehr der alkohol dich kontrolliert hatte, dich in der hand hatte. du hast nie wirklich etwas zurück bekommen, immer nur gegeben, oder? habe gerade den thread mit den verstecken von alkoholikern gelesen. allein der reicht schon, um zu verstehen wie absurd das ganze ist. mein vater hat sein ganzes lebenswerk versoffen. er sit jetzt seit langem trocken, nie rückfällig geworden. sein lebenswerk aht er versoffen, das find eich richitg schmerzhaft. aber hättest du ihn nur für eine sekunde sehen können, wie er aussah bevor er in therapie ging. es war ncihts mehr über von diesem liebevollen vater, über den in allen threads geschriebn wird. er war ein haufen elend udn hat sein leben wieder erhalten. für mich grenzt es schon fast an ein wunder, ich hatte nicht mehr dran geglaubt. so tief mußte er sinken. ich bin sehr froh , dass ich nie dem alkohol verfallen bin, den nicht weiß dass ich auch gefährdet bin. ich kenne eben nur diese erwähnte nikotinsucht. die reicht mir schon udn ich denke nur noch an die negativen dinge. den ekeligen geruch, meine bescheuerten nächtlichen aktionen um mir nikotin auch bei eiseskälte zu holen, meine vollgequalmte stinkige wohung und mein stolz, der nicht zugeben wollte dass ich abhängig bin, doch jederzeit aufhören könne.
    es ist nicht nur der nikotin, den ich los bin. es sit auch diese last, das ganze drumherum der sucht.
    ein schweres Paket , das ich über bord geworfen habe, was mcih gehindert hatte vorwärts zu kommen. geht es dir nicht ähnlich?
    Ja, diese dumme sucht nimmt ja auch so viel aufmerksamkeit und zeit in anspruch, dass erstmal ein loch entsteht, was man auffüllen kann.
    Aber das sollte man absolut positiv sehen.
    man hat echt mehr zeit, was andere schonmal wieder nciht haben. denn schneller als einem eigentlich lieb ist füllt sich dieses loch wieder auf mit anderen verpflichtungen. ich kann sagen, es geht mir gut, seit ich erkannt habe, dass ich mir jeden tag etwas gönne, etwas schönes. dass kann auch nur mal rumlümmeln sein und was auf den nächsten atg verschieben. Schön ist das Leben, wenn man sich wohl fühlt. Und ich glaube das sind eher die kleinen dinge, die ein glücklich machen. ne tafel schokolade, ein blumenstrauß, ein witz, ein netter film, ein gelungener kuchen, ein neu ausprobiertes rezept, ein duft, ein räucherstäbchen, ein agnz trivialer zeitungsartikel, ein kuschelkissen. Und wenn ich dann noch an meine kleinen Nichten denke, es kann auch einfach ein gewonnenes spiel sein, ein versprecher. Ich glaube, wenn man sich trotz seiner hohen materiellen ansprüche und großen wünsche von erfolg etc nicht von den kleinen Dingen entfernt, die das eigentliche Leben ausmachen, dann hat man schon seien Füße im Trocknen.
    Vor einem Jahr noch hatte ich mcih auch von alle dem entfremdet gefühlt und mich garnciht mehr richtig wahrgenommen, wußte nicht was mich glücklich machen könnte, was ich mir überhaupt wünsche. Irgendwie habe ich einige Male im Leben meine Mitte verloren, obwohl ich grundsätzlich ein kreativer Mensch bin, der Langeweile nicht kannte.
    Ich habe mich richtig schwer getan wieder zu mir zu finden, hatte mcih irgendwo verloren, mich zu sehr um dinge gekümmert, die mir meine Lebensenergie abgesaugt haben. Jetzt weiß ich, dass ich und auch alle anderen hier gewissermaßen prädestiniert sind für so etwas und wir uns in erster Linie schützen müssen. Wir haben scheinbar alle, ob co oder alkoholsüchtig, eine Labilität und eine Neigung uns selbst zu vernachlässigen. Aus welchem Grund auch immer wir uns vergessen haben, wir können uns immer udn zu jeder Zeit wieder finden, wieder spüren und nach unseren Bedürfnissen leben. Jeden Tag aufs neue.

  • Hallo zusammen

    Warum hab ich bloss wieder so schlecht geschlafen? Gestern um 19 Uhr war ich total müde, wollte mich aber noch nicht hinlegen. Ich möchte mir einen etwas geregelteren Ablauf angewöhnen. So hab ich mich also bis 23 Uhr beschäftigt. Aber dann war ich gar nicht mehr müde. Es nagt.

    ---

    Frozen Tears … das ist aber auch ein sehr tiefsinniger Name. Stimmt, Wasser habe ich bewusst gewählt. Es soll mich daran erinnern, Wasser und nicht Alkohol zu trinken. Heute ist mein 14. Tag angebrochen. Ich bin stolz, weiss aber, dass ich noch einen langen Weg vor mir habe. Ich habe im letzten Jahr schmerzlich gelernt, dass man nicht übermütig werden darf. Ich werde einen Tag um den andern neu angehen. Immer auf der Hut vor meinen eigenen Gedanken.

    ---

    Ach das mit der Wette ist nicht so ernst gemeint. Mein Mann provoziert sehr gern. Er lächelt halt immer noch ein bisschen darüber, dass ich "denke" Alkoholikerin zu sein. Er hat von meinem Entzug nicht allzu viel mitbekommen, weil er gearbeitet hat und ich nicht ständig jammern wollte. Jedenfalls haben wir gestern mal wieder über das Thema gesprochen. Ich wollte ihm erneut deutlich machen, was es heisst auf einen gewohnten Stoff zu verzichten.

    Als ich ihm das anhand seiner Koffeinsucht erklären wollte, hat er gelacht. Das und weitere Worte haben mich aus der Reserve gelockt. Um ihm zu zeigen, was es bedeutet auf einen Stoff zu verzichten, an den man sich gewöhnt hat – von dem man süchtig ist, habe ich die Wette vorgeschlagen. Das Gelächter ging in Schallendes über.

    Er muss die Woche nicht durchziehen, das weiss er auch. Ich wünsche mir einfach, dass er endlich erkennt, dass ich süchtig bin. Was es heisst, süchtig zu sein und auf eine jahrelange Gewohnheit verzichten zu müssen. Warum ich keine Sektgläser mehr verwenden darf. Auch nicht für Traubensaft.

    Als er sich auf die Wette einliess hat er gefragt, ob er wenigstens koffeinfreien Kaffee trinken dürfe … naja, für mich war das dann irgendwo vergleichbar mit alkoholfreiem Bier. Es ist mir völlig klar, dass man die beiden Süchte nicht vergleichen kann. Mein Mann durchläuft im Moment, gemeinsam mit mir, einen Lernprozess. Er ist auf dem besten Weg zu erkennen, was abgeht. Aber manchmal merke ich halt einfach, dass er den Ernst der Lage noch immer nicht voll und ganz erfasst hat.

    Liebe Grüsse und einen guten Tag, Wasser

  • Guten Morgen Wasser,

    am Anfang meiner Abstinenz (vor ca. 4 Monaten - lass dich nicht vom Anmeldedatum täuschen :wink:) hatte ich auch mit Schlafproblemen zu kämpfen. Glücklicherweise nach relativ kurzer Zeit konnte ich Schlafen wie ein Baby. Gib deinem Schlafgefühl einfach nach, wenn es entsteht. Vlt. hättest du die ganze Nacht seelig geschlummert, wenn du um 20.00 Uhr ins Bett gegangen wärst.
    Im Körper ist noch volle Alarmbereitschaft - das geht nicht innerhalb von 14 Tagen mal eben weg.
    Achte auf dich und deine Ernährung, versuche genug Flüssigkeit zu dir zu nehmen, nicht so viel Kaffee. So klappte es bei mir jedenfalls ganz gut.

    Weißte du, daß was du beschreibst mit deinem Mann, daß er noch nicht den Ernst der Lage erkannt hat, kommt mir von mir selbst sehr bekannt vor.

    Eine Frage möchte ich dir stellen, aber bitte nicht böse sein:

    Hast du selbst den Ernst der Lage erkannt? Für dich?

    Meiner Meinung nach kann ein nichtsüchtiger Mensch einen süchtigen Menschen nicht verstehen. Er weiß nicht, was bestimmte Situationen in ihm auslösen können. Er kennt kein süchtiges Verhalten, zumindest nicht in der Form, die uns hat trinken lassen. Es liest sich ein bisschen so für mich, als wolltest du die Verantwortung, die du dir gegenüber trägst, auf deinen Mann übertragen. Frei nach dem Motto, wenn er erstmal den Ernst der Lage erkannt hat, dann läuft es wie geschmiert und alles andere ist kein Problem mehr.

    Wie gesagt ich möchte dir nicht zu nahe treten, aber dein letztes Post hat mir mein eigenes Verhalten deutlich aufgezeigt und mich erkennen lassen, daß ich in diesem Punkt eine falsche Erwartung hege - muß ja nicht unbedingt auf dich zutreffen.

    Sicherlich erleichtert es einiges, wenn der Partner uns unterstützt und zu uns hält, aber sich herein denken in unsere Sucht, das ist ein Tacken zuviel - meiner Meinung nach.

    LG
    Mieken

  • Danke für deine verständnisvollen Worte, Mieken. Ich bin noch nicht lange hier im Forum. Aber ich hätte mir schon so oft auf die Zunge beissen können. Hab mich aufgrund der Reaktionen geschämt, für das was ich geschrieben habe. Hab eingesehen, dass vieles was ich nun tue doof ist - und würde mich am liebsten dafür verstecken. Aber das werde ich nicht tun. Diesmal nicht. Ich will lernen, lernen, lernen.

    Zu deiner Frage: Ja ich habe den Ernst meiner Lage erfasst. Ich hab die letzten Wochen, Monate, Jahre nur zu oft versucht, vom Alkohol loszukommen. Jeder Rückschlag hat neue Erkenntnisse gebracht. Ich habe viel gelesen, hatte aber kaum die Möglichkeit, mich auszutauschen.

    Mein Mann muss mich nicht voll und ganz verstehen. Mein Ziel ist es, ihn zu sensibilisieren. Er muss verstehen, warum wir nicht mehr mit Traubensaft in Sektgläsern anstossen dürfen. Er muss verstehen, warum ich im Restaurant kein alkoholfreies Bier bestellen darf. Er musste lernen aufhören zu sagen, dass ich keine Alkoholikerin bin und mir das nur einbilde. DAS IST WICHTIG FÜR MICH! Früher war ich froh, als er das gesagt hat - es war das was ich hören wollte. Heute bin ich schlauer, heute weiss ich dass ein Alkoholiker so etwas hören will! Drum soll und darf er es nicht mehr sagen. So lieb er das wohl auch gemeint hat. Er muss akzeptieren, dass ich Alkoholikerin bin und nichts mehr anderes einreden.

    Scheinbar sind all meine Versuche immer nur stümperhaft und dumm. Sagt mir doch bitte, wie ihr das angehen würdet? Kritik ist OK, aber konstruktive Vorschläge und Tipps wären für mich noch viel hilfreicher.

    Danke dass ihr mir überhaupt zuhört und mir schreibt. Ich bin froh darüber.

    Liebe Grüsse, Wasser

  • Hallo Wasser !
    Na, nun mach Dich mal nicht kleiner, als Du bist !!! :wink:

    Ich finde es toll, dass Du hier so offen schreibst und vieles ergibt sich mit der Zeit von alleine ! Auch für Deinen Mann ist es eine völlig neue Situation. Habe ein wenig Geduld mit ihm und mit Dir (uih, daß das Wort Geduld überhaupt aus meiner Tastatur kommt, grenzt an ein Wunder. Ich habe es damit auch nicht so :oops:, aber es wird gaaaaanz langsam ein klein wenig besser :roll: )

    Lieben Gruß
    Biene

  • Liebe Wasser,
    du ist doch schon auf dem richtigen Weg. Du hast deine Situation erkannt. Und nun gilt es durchzuhalten. Lass deinem Mann ein wenig Zeit. Geh mit ihm zusammen hier ins Forum. Lass ihn einige Beiträge lesen. Sag ihm was du fühlst wenn er dir deine Krankheit ausreden will, so lieb es auch gemeint ist. Wenn du eine Grippe hast sagt er ja auch nicht das du dir das nur einbildest. Er holt dir vielleicht ein Erkältungsbad oder schickt dich zum Arzt. Mach es ihm Anhand von kleinen Beispielen klar wie es um dich steht. Und immer wieder Geduld. So wie ich das sehe liebt er dich und will dir mit solchen Aussagen nur helfen. Was natürlich nicht klappt. Sag ihm das dir seine Unterstützung bei der Genesung hilft, nicht sein Schönreden. Aber geh langsam vor, denn auch dein Umfeld muss erst realisieren das in dir eine Veränderung vor geht.

    Ganz liebe Grüße
    Cora

    Es war ein Donnerstag und ich habe entschieden: Mein Leben muss sich ändern!

  • Hallo Biene

    Ach im Moment bin ich einfach nur traurig. Traurig immer falsch zu reagieren. Aber schwamm drüber. Das gehört halt wohl einfach zum Lernprozess.

    Ich will meinem Mann keine Sucht einreden und auch nicht die Verantwortung auf ihn abwälzen. Himmel nein, das will ich wirklich nicht. Wir beide lieben einander sehr und das seit vielen, vielen Jahren. Wir sind durch dick und dünn gegangen - immer. Es ist für mich deshalb so wichtig, dass er das alles versteht. Versteht, warum ich mir das jetzt antue … mit den schlaflosen Nächten. Mit den schmerzhaften Verstopfungen. Ich wünsche mir, dass er weiss, warum ich keinen Alkohol trinke … nur damit ich schlafen kann, oder damit ich zur Toilette kann. Weil er sich der Ernsthaftigkeit nicht bewusst war, hat er mir beim letzten Entzugsversuch eine Flasche Sekt gekauft - so quasi als Medizin - um mir zu helfen. Das darf nicht mehr vorkommen. Er weiss das nun natürlich … aber ich musste es ihm erst beibringen!

    Jaja die liebe Geduld … davon hab ich leider auch nicht viel. Es geht beim gemeinsamen Lernprozess mit meinem Mann auch nicht (nur) um Geduld, sondern in erster Linie um Aufklärung.

    Liebe Grüsse, Wasser

  • Guten Morgen, Wasser!

    Weißt du, was ich an dir bemerkenswert finde?
    Du schreibst erst einen rechten Blödsinn, kriegst dann gepflegt eins auf die Glocke - und haust dann aber nicht empört ab, sondern fragst nach. Ich finde, das ist der richtige Weg, der ja bekanntlich nicht der einfache ist...

    Wie Mieken schon schrieb, ist es tatsächlich sehr hilfreich, wenn man bei sich bleibt, sich selber sozusagen zur "Chefsache" erklärt. Natürlich ist es bequemer, wenn man über ein kompetentes, verständnisvolles Umfeld verfügt - aber wer hat das schon gerade am Anfang?

    Ich fange jetzt wirklich mal bei dir an. Was m.E. unerlässlich ist, ist eine Therapie. Du gehörst in Fachhände. Natürlich ist es schon ein Anfang, in einem Alkoholiker-Forum aufzuschlagen und die entsprechende Fachliteratur dazu zu lesen. Aber ich glaube tatsächlich, dass erst der Gang zur Suchtberatungsstelle dir klar macht, dass es dir mit deiner Abstinenz ernst ist. Ich meine mich erinnern zu können, dass du weiter vorne schon geschrieben hast, dass du den Arzt bisher vermieden hast. Nun, du wirst deine Gründe haben, aber ich kann dir jetzt schon prophezeien, dass ohne fachärztliche bzw. psychologische Unterstützung deine Bemühungen immer wieder in mitleiderregendem Gezappel enden werden.

    Dann schreibst du:

    Zitat

    Ich habe viel gelesen, hatte aber kaum die Möglichkeit, mich auszutauschen.

    Richtig. Wie denn auch, ohne SHG?
    Ich habe im Internet schon häufiger gelesen, dass es Menschen auch ohne SHG geschafft haben, dauerhaft abstinent zu bleiben. Das mag durchaus möglich sein. Aber auch hier befürchte ich, dass der Vorteil des virtuellen Forums (man muss sich kaum überwinden, sich anonym anzumelden) gerade in deinem Fall ein eklatanter Nachteil ist: Eben weil es ja alles nur virtuell ist, kann ich es auch abhaken, kaum, dass ich den Rechner runterfahre. Dein Alkoholproblem bleibt also im Rechner.

    Und der dritte Tipp, den ich dir geben möchte, ist, mach' deine Wohnung zur alkoholfreien Zone. Dass es keinerlei alkoholische Getränke gibt, ist eh klar, aber entsorge auch alle diesbezüglichen Trinkgefäße. Ob du's glaubst oder nicht - ich habe damals tatsächlich alle Bier-, Wein-, Sekt-, Cognac- oder sonstige Schnapsgläser weggeschmissen. Und entsprechendes Kopfschütteln bei meiner Familie ausgelöst. Mei, ist doch meine Vitrine, die jetzt gähnend leer ist, oder? Außerdem gibt es genügend anderen schönen Nippes, den man da reinstellen kann.

    Halte dich nicht mit so Kleinigkeiten auf wie Alkohol im Deo oder im Senf. Das ist meiner Meinung nach in deinem Fall zunächst von eher marginaler Bedeutung. Sich damit auseinanderzusetzen und ganz entspannt die Zutatenliste im Supermarkt durchzulesen und dann zu sagen, OK, das kommt also nimmer in Frage, das kannst du machen, wenn du soweit mit sich selber im Einklang bist, dass du das

    Zitat

    Er muss verstehen, warum

    oder das

    Zitat

    Er musste lernen aufhören zu sagen

    oder das

    Zitat

    Er muss akzeptieren, dass

    nicht mehr nötig hast. Wenn du nämlich vom "du" zum "ich" gefunden hast, egal, was dein Mann dazu sagt.

    Ich wünsche dir viel Erfolg!
    espoir

  • Hallöchen Cora

    Bäh, ich bin unausgeschlafen, launisch und wohl auch wieder mal hypersensibel. Bin hin- und hergezogen zwischen Überzeugung und Selbstzweifel. Nicht was den Alkohol betrifft. Da bin ich felsenfest.

    Nein, das Forum will ich ihm nicht offenbaren. Das was ich hier durchlaufe ist für mich etwas sehr persönliches, anonymes. Aber wir können gut miteinander reden - und tun das auch. Damit wir auch weiterhin so gut miteinander funktionieren setze ich halt alle Hebel in Gange. Ich will, dass sich alte Fehler nicht wiederholen. Weder die von mir begangenen, noch die seinen.

    Du hast es richtig erkannt. Wenn er etwas getan halt, auch wenn es aus suchttechnischer Sicht falsch war, dann sicher nicht, um mir zu schaden, sondern um mir das Leben leichter zu machen. Aber eben grad deswegen ist es doch wichtig, dass er weiss, was er tun und was er lassen soll.

    Liebe Grüsse, Wasser

  • Hallo Wasser,

    hab mir noch nicht alle Beiträge durchgelesen, aber eines ist mir ganz wichtig, dir jetzt sofort mitzuteilen:

    Ich finde deine Offenheit und wie du deine Dinge so klar weg hier schreibst sehr bemerkenswert.

    Alle wie wir hier sind, wollen dazulernen. Wenn wir alle so schlau wären, wären wir nicht hier :wink:

    Es dauert ein bisschen auch "hier" anzukommen und zu wissen, was wollen die überhaupt von mir :wink:

    Du machst das schon... nimm´ nicht alles allzu persönlich :wink: auch wenn es dir direkt geschrieben wird.
    Schau´ für dich was du davon mitnehmen kannst und frag´ einfach ggf. wenn du was nicht verstehst nach.

    LG Mieken

  • Hallo espoir

    Danke für deine Worte. Ich mag nicht abhauen. Nicht mehr. Diese Zeit ist aus und vorbei. Ganz egal was ich nun über mich ergehen lassen muss.

    Eine SHG ist sicher für die meisten eine gute Sache. Aber ich kann nicht. Ich_kann_es_einfach_nicht. Bestimmt wirst du nun denken, dass das zeigt, dass ich noch nicht reif genug bin. Das ist mir egal. Bevor ich den Weg der SHG gehe, werde ich alle anderen Möglichkeiten ausschöpfen.

    Ich würde mich freuen, wenn ich euch hier als SHG betrachten dürfte und ihr mir weiterhin mit Rat und Tat zur Seite steht. Wenn nicht, so habe ich mich halt getäuscht und bin hier wohl doch nicht am richtigen Ort gelandet. Aber das glaube ich eigentlich nicht.

    Liebe Grüsse, Wasser

  • Hallo Mieken

    Ich bin froh, dass du nicht alle meine Beiträge gelesen hast ;-). Es sind auch schon unheimlich viele. Das war nicht Absicht. War aber lehrreich und so wurde es halt immer mehr.

    Es ist nicht immer einfach "etwas nicht persönlich" zu nehmen. Besonders im Moment nicht, wo alles noch ein bisschen frisch ist. Aber wie ihr alle so schön sagt: Geduld …

    Liebe Grüsse, Wasser (die eigentlich arbeiten sollte! ;-))

  • Hallo Wasser

    Schön,dass Du bis jtzt so durchgehalten hast-Du bist auf den richtigen Weg!!!

    Du schreibst ,Dein Mann hat Deinen Entzug nicht so sehr miterlebt.Nun meiner hat es u.nicht nur einmal.Ich habe das immer alleine zuhause gemacht u. auch geschafft.Bin Quartalstrinkerin gewesen-d.h. 5-6 Tage im Rausch u.dann wieder wochenlang Pause u.o. den Versuch gestartet dosiert zu trinken.Der Schuss ging natürlich wieder nach hinten los.Bis ich begriffen habe ,dass ich überhaupt keinen Alkohol mehr trinken darf.Ich schreibe extra DARF weil ich länger gebraucht habe,bis aus dem DARF einWILL geworden ist.Das wurde mir auch in meiner SHG sehr deutlich zu verstehen gegeben.Dort habe ich bei meinen 1.Besuch gesagt,dass ich nicht weiss ob ich da richtig bin--ich hätte ja schliesslich nicht jeden Tag getrunken.Ich war ja der "bessere"Alkoholiker.---
    Aufruhr im Raum!! Nach diesem Abend -dem 1.Besuch dort habe ich lange mit meinem Mann gesprochen über die Dinge die dort mit mir gesprochen wurden.Auch dass ich ab sofort das 1.Glas stehen lassen muss u.nicht erst das 3.oder das 4.Glas.War für ihn auch gewöhnungsbedürftig -keiner mehr ,der sich mit ihm am Wochenende die Flasche Wein teilt oder sich nach einer Radtour im Biergarten ein Weizen bestellt.
    Aber er hat halt auch mitbekommen,wie ich unter meinem "Kater" gelitten habe u.das mein Trinkverhalten nicht "normal" war.

    Jetzt ist er natürlich überglücklich-keine besoffene Frau mehr zuhause vorfinden zu müssen u unterstützt meinen Weg voll u. ganz.Ich besuche mittels meiner SHG Seminare--bin auch mal dadurch ein ganzes Wochenende von zuhause weg -bringe dann immer genug Gesprächsstoff mit u.s.w.
    Wie gesagt dass ging halt auch nicht von heute auf morgen.Er musste sich auch erstmal in dieser für uns beide neuen Situation einfinden.Hab' Geduld mit Deinem Mann.Er wird schon merken ,wie ernst Dir mit Deinem Weg ist ,je länger er dauert.

    L.G.

    Backmaus

    A

  • Hallo espoir

    Das hat verschiedene Gründe. Ich war früher schon mal in Therapie, wegen einer anderen Geschichte … darüber möchte ich hier aber nicht reden. Ich kann dir nur soviel sagen, dass es seinerzeit nichts gebracht hat. Der Erfolg hat sich erst Jahre später eingestellt - erst als ich in mich ging und das Problem auf meine Weise angepackt habe.

    Ich will es jetzt einfach noch mal versuchen. Wenn ich wieder versagen sollte, dann werde ich mir das mit der SHG ganz ehrlich und ernsthaft nochmals überlegen.

    Liebe Grüsse, Wasser

  • Zitat von Wasser

    Wenn ich wieder versagen sollte,

    Menschenskinder, Wasser, du machst mich wahnsinnig!!!

    Wieso solltest du versagen, wenn du es richtig angehst?
    Du willst ein zähes Stück Fleisch durchschneiden und holst dir dazu einen Löffel???

    Aber, OK, take your time...
    Ich geh' dann jetzt mal essen kochen.

    LG
    espoir

  • Hallo Backmaus

    Danke für deine Schilderungen. Dein Erfahrungsbericht ist wertvoll für mich. Auch ich musste lernen, dass ich kein einziges Glas mehr trinken WILL. Das ist wichtig. Wirklich unheimlich wichtig.

    Mein Mann hätte es auch nicht mitbekommen, wenn er zu Hause gewesen wäre, als ich den "Entzug" gemacht habe. Ich hab ihn vor zwei Tagen mal gefragt, ob er mit der neuen Situation klarkommt. Er fragte "was für eine neue Situation?". Ich sagte ihm dass ich ja jetzt nicht mehr trinke und viel öfter mit ihm vor dem TV sitze etc. Er meinte, das sei für ihn keine Veränderung. Ich fragte ihn dann, ob ihm nichts an mir aufgefallen sein, gegenüber vor dem Entzug. Irgendeine Veränderung. Er verneinte. Weiteres Nachbohren hat ergeben, dass ich vorher einfach im Bett hemmungsloser war. Toll.

    Ich bin ein Mensch, der sich extrem zusammenreissen kann. Auch nach einer Flasche Sekt kann ich noch völlig normale Diskussionen führen. Erst neulich, im Dezember, als ich 2 Fl. intus hatte, hat er mich gefragt, ob ich betrunken sei. Soviel hab ich aber normal nicht getrunken. 1 Fl. war an der Tagesordnung. Selbst nach 2 Fl. konnte ich noch normal geradeaus laufen. Das ist wohl der Grund, warum er mich nicht als Alkoholikerin sieht. Wir konnten damals wie jetzt (fast) jederzeit ernsthaften Themen diskutieren. Natürlich ging ich ihm mit 1 Fl. intus auch aus dem Weg.

    Ich bin sehr froh, dass mein Mann selber nicht trinkt. Es ist u.a. auch wirklich sehr fruchtbar mit ihm über alles zu sprechen. So hab ich bei meiner letzten Auszeit ständig nach Ausreden gesucht. Ausreden, die ich meinen Kollegen auftischen kann. Ausreden, warum ich nicht (mehr) trinke. Er meinte dann, warum ich mir denn Ausreden ausdenke … ich müsse mich doch vor gar niemandem rechtfertigen. Ich trinke nicht - und basta. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. So simpel das auch klingt. Es hat mir geholfen. OK, wenn man mal getrunken hat und die Leute einen nur so kennen, so ist es sicher schwieriger, als wenn man nie getrunken hat. Aber es hat mir deutlich gemacht, dass ich niemandem Rechenschaft schuldig bin. Und dass die Ausreden gar nicht an meine Freunde gerichtet werden, sondern an mich selber. Es hätte mir doch nur gefallen, wenn mir jemand einen guten Grund zum Trinken hätte liefern können.

    Liebe Grüsse, Wasser

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!