• Hallo zusammnen,

    Wie deutet ihr Angst und wie geht ihr damit um in Bezug auf unsere Krankheit?

    zb. lese ich des öfteren
    Angst vor dem Rückfall
    Angst das ich es nicht schaffe
    Angst in alte Verhaltensweisen zu fallen
    Angst vor Saufdruck
    Angst vor dem Suchtgedächtnis. usw..

    Ist Angst für euch ein positives Warnsystem oder eher was negatives.?
    Kommt die Angst davon, nicht alles für sich und die Krankheit getan zu haben und hemmt damit das Leben mit der Krankheit?
    Ist Angst nicht eher ein schlechter Wegbegleiter?
    Muss Angst sein?

    Wie seht ihr das und wie geht ihr damit um?

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo Hartmut!

    Für mich ist Angst ein sehr negatives Gefühl!

    Die Angst bremst mich aus,Panik kann ihr ohne weiteres folgen.
    Ich ziehe mich zurück,komme nicht vorwärts.

    Aus aktuellem Grund denke ich,dass ich im Kriegsfall nicht die selbe Angst hätte.Da wäre der Überlebenswille sehr stark.Für mich und für die anderen.

    In letzter Zeit habe ich viel weniger Angst und komme deshalb auch besser zurecht.

    Na,ob das eine Antwort ist,weiss ich nicht,schicke sie mal ab!

    LG Yvonne

    ichbinda123

  • Hallo Hartmut,

    zu meinen trinkenden Zeiten, war Angst für mich ein äußerst negatives Gefühl. Das Gefühl "angst zu haben" löste ein noch größeres Angstgefühl aus, das es galt, möglichst weit von mir wegzuschieben und zu verdrängen. Es kann nur was sehr schlimmes sein, wenn man als "erwachsene" Person Angst hat.

    Nun nehme ich meine Ängste anders wahr und deute sie als positiven Wegbegleiter. Ich versuche sie klar wahrzunehmen, d. h. für mich - sie zu benennen oder mir zu erklären. Woher rührt sie?

    Was will sie mir sagen? Ist sie berechtigt in dem Maße, in der ich sie empfinde? Oder lasse ich sie übertrieben zu und erlaube ihr, dadurch mich zu lähmen?

    Ich spreche hier von einfachen Ängsten - nicht von Angstzuständen. Die meiner Meinung nach unbedingt ärztlicher Behandlung bedürfen.

    Ich denke, daß meine Angst im Bezug auf unsere Krankheit ein guter Wegbegleiter sein kann. Aber auch nur dann, wenn ich sie zu gegebener Zeit zulasse und ihr nicht erlaube vollständig von mir Besitz zu nehmen.


    Mieken

  • Hallo Hartmut,

    also, mir als einer Patientin mit Angststörungen, so eine Frage zu stellen :wink: , ist schon echt schwer zu beantworten.

    Angst ist ja eigentlich ein normales Grundgefühl, daß als Warnhinweis bei Gefahr sogar Leben retten kann.

    Für mich ist in den letzten Jahren die Angst vor Verlusten, Angst vor Kummer und immer stärker werdender begleitender Dünnhäutigkeit die Angst oft zur Last geworden, weil meine Wahrnehmung von Gefahrensituationen schon nicht mehr ganz *normal* sind, ich oft übertrieben reagiere.
    Diese *übersteigerten* Angstgefühle treten oft dann ein, wenn ich wieder zu sehr meine Bedürfnisse nicht beachtet habe, Wut unterdrückt habe, zu wenig Schlaf hatte und zuviel Stress in emotionaler Hinsicht auf mich einstürzen.

    Dann äußert sich die Angst leider nicht als guter Wegbegleiter, denn sie nimmt mir die Luft zum Atmen, bringt Herzrasen und Panikattacken.

    Aber durch eine gezielte Therapie erlerne ich gerad, wieder die Angst als guten Begleiter zu erkennen, wenn ich zum Beispiel viele meiner *Knöpfe* erkennne, sie wahrnehmen darf in Situationen, die an meine Co-Abhängigkeit appellieren, wie Zusammentreffen mit meinem Ex, Verlustängste und Angriffe an meinen Selbstwert.
    Im ersten Moment ergreift mich oft noch eine *negative* Angst, aber mit den guten Ratschlägen, diese zu benennen, sie aufzuschreiben, sie dann anzusehen, ob sie berechtigt sind, relativiert sie sich auch dann meistens wieder.

    Alles in Allem sehe ich aber die Angst einen guten Hinweiser, der gerade in dem Zusammenhang der Sucht, ob nun Co-Abhängigkeit oder Alkoholismus, sehr nützlich sein kann, wenn man sie denn auch annimmt und sich nicht vor der Angst in *Ablenkungen* stürzt, wie zuviel Arbeit, Sport, ständige Verdrängung der Ängste, denn dies führt nicht zu uns und der dem eigentlichem Grund der Angst...was auch immer dahinterstecken mag...Das führt nämlich auf Dauer zu Störungen..wie bei mir.


    Lieben Gruß

    S.Käferchen

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (5. Januar 2009 um 19:56)

  • Hallo Hartmut,


    Ich hatte zuletzt vor 4 Jahren wirkliche Angst, …Todesangst, als ich von einem Hund angefallen wurde. Seitdem hat der Begriff Angst für mich eine andere Dimensionen bekommen. Viele meiner Verhaltensweisen würde ich heute eher als Vorsicht und Respekt bezeichnen.

    Auf unsere Alkoholerkrankung bezogen würde ich vor deine Aufzählungen nicht das Wort Angst,.....sondern lieber das Wort RESPEKT setzen.

    Zitat

    Angst vor dem Rückfall
    Angst das ich es nicht schaffe
    Angst in alte Verhaltensweisen zu fallen
    Angst vor Saufdruck
    Angst vor dem Suchtgedächtnis. usw..


    Angst kann auch panisch machen bis hin zur Lähmung und Handlungsunfähigkeit, und das ist sicherlich Gift um für`s Trocken werden aktiv zu werden und zu bleiben.

    L.Gr. Rose

  • Hallo Harmut,

    also ich persönlich kann Angst nur empfinden vor etwas, was mich
    1. aktuell bedroht und
    2. wogegen ich mich nicht wehren kann oder
    3. wovor ich nicht ausweichen kann.

    Im Zusammenhang mit Alkohol sehe ich für mich daher Angst nicht als die richtige Beschreibung meines Gefühls.

    Ich kann bedrohlichen Situationen ausweichen und habe inzwischen gelernt (auch dank der Hilfe des Forums), mich gegen Saufdruck und andere bedrohlichen Situationen zu wehren.

    Respekt habe ich sehr wohl davor und vorsichtig bin ich auch.

    Im allgemeinen Leben gebrauche ich natürlich auch hin und wieder Worte wie: Ich habe Angst oder ich befürchte, dass dies oder jenes nicht so klappt usw.
    Das hat für mich aber mit wirklicher Angst oder gar Panik nichts zu tun.

    Das ist nur meine Meinung dazu.

    Gruß
    Alpenrose

  • Hallo Hartmut, hallo @ all.

    Ich schreib jetzt einfach mal, aus einem ganz aktuellen Anlaß. Ich bin EK und trockene Eßsüchtige.

    Also heute war den ganzen Tag mein Kater verschwunden. Es hat geschneit wie blöd, ist klirrend kalt und windig. Bei dem Wetter liegt er IMMER im Bett. Heute kam er also nicht heim. - Zur Entwarnung: mittlerweile ist er wieder aufgetaucht, kurz vor 22 Uhr, alles soweit o.k.

    Was hat das mit mir gemacht?

    Am Anfang gewundert. Dann besorgt. Dann immer mehr beunruhigt.
    Dann fast an nichts mehr anderes denken können. Dann in der Wohnung rum und rum gegeistert. Dann raus und aktiv geworden. Wieder rein. Totale Unruhe inzwischen. Und Angst.

    Und gleichzeitig wie eine Lähmung. Totale Blockade. Hab wie neben mir, wie ferngsteuert bissel rumgekruschtelt. Und 1000 mal zum Fenster geschaut, wo er immer reinkommt. Bauchweh gekriegt.

    Angst Angst Angst total.


    Und ich hab Eßdruck gekriegt! Uuuups.


    Ich bin dann wie 'aufgewacht' und hab das Hohldrehen aktiv unterbrochen. Das Spüren vom altbekannten Eßdruck hab ich als Anlaß nehmen können, genau hinzuschauen, was grad los ist. Gut so!

    Hab mir klargemacht, daß jetzt eh nichts zu machen ist und ich abwarten muß, bis es hell ist. Also der Angst, der Lähmung habe ich aktive Gedanken entgegengesetzt. Dann ging es mir sofort besser. Ich war wieder handlungsfähig. Und kam aus der Lähmung raus.

    Hab dann bissel Hausarbeit gemacht. Und NICHT gefressen, wie früher sonst bei jedem Streß. Gut so.

    Jetzt wo ich das aufgeschrieben habe, geht's mir besser. Danke.

    Grüße von Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Angst. uupss ein ganz schlimmes Thema. Nicht weil ich oft Angst habe, sondern weil es bestimmte Dinge gibt, da wird meine Angst unrealisitsch. Und genau das halte ich für schlecht.

    Angst selber halte ich für einen interessanten Begleiter, der uns davor bewahrt unvorsichtig zu sein. Jedoch gab es Zeiten, da wurde ich von dieser Angst überrannt.

    Viele Angstfaktoren verhinderten dass ich mich aus meiner krankmachenden Beziehung löste. Seit geraumer Zeit nehme ich Antidepressiva, die alles auf ein Normalmaß gebracht haben. Seit dem Normalmaß sind mir auch Lösungsansätze möglich, was zuvor eher ein reinsteigern in die Angst war.

    Dann aber gibt es noch die reale Angst vor meinem alkoholkranken Exfreund, seinen Wutangriffen und Müllentladungen vor dem Haus. Hier habe ich zur Sicherheit einen Rechtsanwalt beauftragt und bin im Notfall in polizeilichem Kontakt.
    Hier nämlich ist die Angst real und kann von mir nicht auf ein normales Level gebracht werden.

    Ja, liebe Linde, mit meinen Tieren, dass ist auch schlimm, habe gerade auch einen kranken Kerl und das Problem mit dem rausgehen der Streuner. Da sterbe ich dann auch tausend Tode. Aber auch das fällt mir leichter seit dem ich versuche das in "Liebe loslassen zu verstehen".

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo Ihr Lieben,

    an manchen Tagen,


    da bin ich zitterig und weinerlich, wie ich es ausdrücke und da traue ich mich auch gar nicht vor die Türe, auch wenn ich muss, wie jetzt, wo mich grosse Hundeaugen anlächeln und flehen.

    Mal HIMMELHOCHJAUCHZEND mal zu Tode betrübt.

    Aber heute bin ich locker drauf und heute bin ich gut gelaunt.
    Aber es gibt auch andere Tage.

    LG von Rainer

  • Damit uns diese Ängste nicht blockieren können, müssen wir sie einfach nur wahrnehmen, wo sie sind und erkennen, was sie sind.

    Sie sind Gefühle/ Emotionen, die irgendwo eine seelische Ursache haben. Wir brauchen erst gar nicht zu analysieren, welche Ursachen es gibt. Es reicht, sie wahrzunehmen, und dann haben sie meistens schon ihr negative Macht verloren. Durch Gedankenstille kann man dann nach und nach dem Unterbewußten die Möglichkeit verschaffen auch nach Ursachen zu fahnden.

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