ach, ging mir da das Herz auf, als ich das gelesen habe:
Ich mein, ich versteh, daß man Sehnsucht hat, nicht immer allein sein will, jemand Vertrauten haben will. Das hab ich auch oft, ist kein schönes Gefühl. Dann überleg ich mir, wieder mit meinen Mann zusammen zu sein, aber da bin ich mir dann sicher, das alles will ich nicht mehr mitmachen. Dazu gehts mir allein zu gut.
Grundsätzlich kann ich mir (noch) keine Partnerschaft vorstellen, da ich a) noch nicht autonom genug bin und b) den Eindruck habe zu wirken auf Menschen, die durch meine "Stärke" angezogen werden.
Wenn ich mir so überlege, wann es bei mir überhaupt Gedaneken um Partnerschaft gibt (garantiert keinen Wunsch danach!) dann ist das in Situationen, wo irgendetwas gehörig schief läuft. Wie beispielsweise letzte Woche (mein Holzhändler hat nasses Holz geliefert und ich hatte eine Riesensauerei über Tage, obwohl ich hätte gewarnt sein müssen weil ich mit dem Schornsteinfeger das Holz gemessen hatte - aber eben nicht alles, das ganz nasse war "versteckt").
So, das zeigt mir aber doch dass wenn in solchen Situationen Gedanken zum Tragen kommen dass es nicht "reinen Herzens" ist sondern dass ich mich "fallen lassen" möchte. Klar, die letzten Wochen waren übel für mich weil so manches an Aktionen getätigt werden musste. Nur schaffe ich das sehr wohl auch alleine, aber hier könnte eine Versuchung nahe liegen den Weg der eigenen Selbständigkeit zu verlieren und sich "helfen" zu lassen. Dadurch aber hätte ich dann ein schlechtes Gewissen und würde mich automatisch in eine gewisse Art der Abhängigkeit bewegen. Somit also vom Gegenüber mehr einstecken (wegen meines schlechten Gewissens) als sonst für mich üblich.
so.... wenn ich an meine promillehaltige Partnerschaft denke, dann entstand diese in einem unglücklichen Job. Weiter phantasiert suchte ich einen Retter (wenigstens auf Gefühlsebene), dadurch hatte ich ein schlechtes Gewissen, was da unbewußt in mir ablief und duldete deshalb mehr als im Normalzustand.
na ... so lange ich also so etwas nur im geringsten bemerke, muss ich persönlich sagen bin ich garantiert nicht weit genug eine Partnerschaft einzugehen.
wenn .... ja wenn.... weniger um mich herum russt, weniger Holz nass ist, die Zähne weniger Probleme bereiten, ja dann gibt es auch nicht im entferntesten einen Gedanken an Partnerschaften (weder an die alte noch an eventuelle neue). Da genieße ich dann einen Flirt und aus. Nettes Gespräch, danke, machs gut.
"da geht es mir dann auch alleine zu gut"
Das ist eine ganze Reihe von Aha-Momenten, die sich genau nach einer Trennung einstellen und die der genauen Betrachtung bedürfen. Das ist, so denke ich, nicht nur als Co der Fall sondern generell als Mensch, der Single ist und evtl. auf dem Weg in eine - egal wie geartete - Partnerschaft ist. Soll der andere Partner sein oder ein Loch stopfen?
Lieben Gruß von Dagmar