Und wieder einer weg

  • Hallo,
    an alle, die dem Alkohol noch irgendwas Positives abgewinnen können und mit ihrer Trockenheit hardern:

    Heute vormittag, um 10:00 verstarb mein Onkel an Leberzirrhose.
    Gestern hatte er seinen 68. Geburtstag.

    Den bekam er leider nicht mehr mit, weil er seit drei Wochen im künstlichen Koma lag, angeschlossen an diverse Schläuche.
    Mein Vater war heute bei ihm.

    Als er dieses Häufchen Elend betrachtete, die Augen dunkelgelb, das Gesicht als solches nicht mehr zu erkennen, war er so schockiert.
    Das war nicht mehr sein Bruder.

    Er sagte, so elendig hätte er noch nie im Leben einen Menschen daliegen sehen.

    Thelma

  • Hallo Thelma,

    ich finde es wichtig, dass ab und an jemand - so wie du jetzt - nicht die Scheu hat, uns das fürchterliche Gesicht dieser Krankheit eindrücklich vor Augen zu halten. Diese Geschichte, so geschmacklos sie manchem vielleicht auch erscheinen möchten, sind doch bezeichnender als alles andere.

    Ich hatte aufgrund meines Alkoholkonsums schon mit 24 eine Fettleber mit sichtbaren Vernarbungen auf dem Ultraschallmonitor. Wenn ich meine Krankheit nicht zum Stillstand gebracht hätte, würde (wäre) ich mit Sicherheit so enden, wie dein Onkel. Allerdings bezweifle ich, dass ich meinen 68. Geburtstag noch erlebt hätte....

    In diesem Sinne: Mein Beileid und gleichzeitig ein "Danke" für deinen Beitrag.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Erst unter den Hammerschlägen des Schicksals, in der Weißglut des Leidens an ihm, gewinnt das Leben Form und Gestalt. (V.E. Frankl)

  • hallo thelma

    auch von mir mein herzliches beileid.

    vor kurzem ist ein bekannter von mir auch sehr jämmerlich gegangen, er ist volltrunken durch ne glastür gestürzt und verblutet. solche schicksale machen mir immer wieder deutlich wie dankbar ich sein kann meine krankheit zum stillstand gebracht zu haben. schade das das nicht allen vergönnt ist.

    doro

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Hallo Thelma

    Mein Herzliches Beileid!

    Ich habe jahrelang in der Krankenpflege gearbeitet und kenne den Zustand des sog.Leberkomas.
    Es ist einfach nur grausam!
    Der Geruch,den diese Menschen verströmen, ist ein "Attentat" auf den Geruchssinn und war auf der ganzen Station zu riechen.

    Mir war schon klar,wo ich letztendlich lande,wenn ich weiterhin zuviel und zuoft Alkohol konsumiere....!

    Bis zum letzten Glas war es TROTZDEM ein langer Weg!
    Ich habe auch lange geraucht,obwohl ich Menschen mit Lungenkarzinom bis in den Tod hinein begleitet habe.
    ...Suchterkrankungen sind Härtefälle!

    Liebe Grüsse

    Backmaus

  • Ich danke Euch allen sehr herzlich für Eure lieben Worte.
    Es tut gut, hier zu sein.
    Ja, Backmaus, das was mir mein schockierter Papa heute beschrieben hat, war einfach nur grausam und traurig.
    Mein Onkel schlief am Ende zwar augenscheinlich "friedlich" ein, aber er war ja auch vollgepumpt mit Schmerzmitteln.

    Er lebte ein Leben im Rausch und genauso starb er, zwangsbetäubt.

    Liebe Grüße und alles Gute auf Eurem trockenen, bewußten, klaren Weg.

    Thelma

  • Hallo Thelma,
    auch von mir mein herzliches Beileid zum Tode deines Onkel's.

    Kürzlich verstarb meine Tante,auch Sie ließ sich Ihr" Weinchen" und Ihr "Zigarettchen" bishin zu Ihrem Tode nicht nehmen.

    Ich wünsche dir die Kraft die Du benötigst um mit den Verlust eines lieben Menschen klarzukommen.

    Lieben Gruß,Andi

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