Hallo, ich bin hier bei euch gelandet weil ich mir so meine Gedanken über meinen Freund mache. Er hat ziemlich krasse Probleme, steht aber nicht allein und man kämpft zusammen. Er ist Musiker und auch sehr sensibel.
Auf jeden Fall neigt er dazu, immer wenn er anstrengende Telefonate führt oder Gespräche im Generellen und blöde Ereignisse oder Neuigkeiten zu Tage kommen, zur Weinflasche zu greifen. Ich glaube inzwischen fast, dass er das dann so nebenbei reinschüttet. Während er sich hochkonzentriert unterhält.
Also meistens wenn irgendwas unangenehmes ist oder er über diese Unangenehmen Dinge nachgrübelt. Er hat es auch im Moment wirklich nicht einfach. Der ganze Stress belastet mich auch, eigentlich alle die davon betroffen sind.
Aber einmal war er so knülle (war auch ein hochemotionaler Abend), dass er vom Stuhl gekippt ist und ich Hilfe holen musste. Ich hatte richtig Angst um ihn.
Er ist nicht jeden tag betrunken, auf keinen Fall aber wenn ich merke er hat emotionalen Stress, verstecke ich die Weinflaschen oder was auch immer in der Küche steht.
ich würde sagen, dass er ein Frusttrinker ist.
Aber wenn man ihm sagt, dass er betrunken ist, ist sein Spruch immer: Ich bin nicht betrunken, ich habe nur noch nichts gegessen.
Ich habe ihm auch schon gesagt, dass ich ihn nicht leiden kann, wenn er betrunken ist, er ist dann ein ganz anderer Mensch und sobald er nüchtern ist, ist er wieder mein Schatz und entschuldigt sich, sofern er sich erinnern kann...oder er entschuldigt sich weil ichs ihm erzähle, was er so von sich gegeben hat. Wir bekommen immer Streit weil ich dann aggressiv werde wenn er trinkt. Weil er dann weg ist, der Mensch den ich liebe.
Auf jeden Fall sieht er kurz danach ein, dass er zu viel getrunken hat und, dass es unnötig war aber das vergisst er beim nächsten Stress auch wieder.
Was soll ich tun. Was kann ich tun? Er hat auch das Todschlag Argument, dass, der Arzt, der ihm nach seinem Umkippen untersucht hat, ihm bescheinigt hat, dass er TOP-Werte hat.
Aber mein Freund wird 60 auch wenn man ihm das nicht ansieht.
Ich mache mir Sorgen.
Ist es nur eine schlechte Angewohnheit oder ist er Frusttrinker (falls es dieses Krankheitsbild gibt)?
Danke für eure Hilfe und ich wußte nicht wo ich meine Frage sonst hin schreiben sollte.
Änni
ps. ich bin nicht hier weil ich meinen Freund in Schutz nehme oder ändern möchte. Ich möchte wissen, ob es sich bei ihm schon um eine Form der Abhängigkeit handelt oder noch nicht.
Und wenn es sich um eine Form der Abhängigkeit handelt, möchte ich / möchten wir wissen, was er dagegen tun kann. Er hat mir heute im Gespräch von selbst gesagt, dass er Frusttrinker ist.
Es findet also keine Verdrängung statt.
Ich bin auch nicht Co-Abhängig. Ganz im Gegenteil.
Er schiebt auch keine Verantwortung auf mich ab, er erwartet nicht, dass ich irgend was für ihn erledige oder seine Probleme löse. Das kann ich gar nicht.
Ich mache mir Sorgen um seine Gesundheit.