Abhängig oder schlechte Angewohnheit?

  • Hallo, ich bin hier bei euch gelandet weil ich mir so meine Gedanken über meinen Freund mache. Er hat ziemlich krasse Probleme, steht aber nicht allein und man kämpft zusammen. Er ist Musiker und auch sehr sensibel.

    Auf jeden Fall neigt er dazu, immer wenn er anstrengende Telefonate führt oder Gespräche im Generellen und blöde Ereignisse oder Neuigkeiten zu Tage kommen, zur Weinflasche zu greifen. Ich glaube inzwischen fast, dass er das dann so nebenbei reinschüttet. Während er sich hochkonzentriert unterhält.
    Also meistens wenn irgendwas unangenehmes ist oder er über diese Unangenehmen Dinge nachgrübelt. Er hat es auch im Moment wirklich nicht einfach. Der ganze Stress belastet mich auch, eigentlich alle die davon betroffen sind.

    Aber einmal war er so knülle (war auch ein hochemotionaler Abend), dass er vom Stuhl gekippt ist und ich Hilfe holen musste. Ich hatte richtig Angst um ihn.

    Er ist nicht jeden tag betrunken, auf keinen Fall aber wenn ich merke er hat emotionalen Stress, verstecke ich die Weinflaschen oder was auch immer in der Küche steht.
    ich würde sagen, dass er ein Frusttrinker ist.
    Aber wenn man ihm sagt, dass er betrunken ist, ist sein Spruch immer: Ich bin nicht betrunken, ich habe nur noch nichts gegessen.

    Ich habe ihm auch schon gesagt, dass ich ihn nicht leiden kann, wenn er betrunken ist, er ist dann ein ganz anderer Mensch und sobald er nüchtern ist, ist er wieder mein Schatz und entschuldigt sich, sofern er sich erinnern kann...oder er entschuldigt sich weil ichs ihm erzähle, was er so von sich gegeben hat. Wir bekommen immer Streit weil ich dann aggressiv werde wenn er trinkt. Weil er dann weg ist, der Mensch den ich liebe.

    Auf jeden Fall sieht er kurz danach ein, dass er zu viel getrunken hat und, dass es unnötig war aber das vergisst er beim nächsten Stress auch wieder.

    Was soll ich tun. Was kann ich tun? Er hat auch das Todschlag Argument, dass, der Arzt, der ihm nach seinem Umkippen untersucht hat, ihm bescheinigt hat, dass er TOP-Werte hat.

    Aber mein Freund wird 60 auch wenn man ihm das nicht ansieht.
    Ich mache mir Sorgen.
    Ist es nur eine schlechte Angewohnheit oder ist er Frusttrinker (falls es dieses Krankheitsbild gibt)?

    Danke für eure Hilfe und ich wußte nicht wo ich meine Frage sonst hin schreiben sollte.

    Änni


    ps. ich bin nicht hier weil ich meinen Freund in Schutz nehme oder ändern möchte. Ich möchte wissen, ob es sich bei ihm schon um eine Form der Abhängigkeit handelt oder noch nicht.
    Und wenn es sich um eine Form der Abhängigkeit handelt, möchte ich / möchten wir wissen, was er dagegen tun kann. Er hat mir heute im Gespräch von selbst gesagt, dass er Frusttrinker ist.
    Es findet also keine Verdrängung statt.
    Ich bin auch nicht Co-Abhängig. Ganz im Gegenteil.
    Er schiebt auch keine Verantwortung auf mich ab, er erwartet nicht, dass ich irgend was für ihn erledige oder seine Probleme löse. Das kann ich gar nicht.
    Ich mache mir Sorgen um seine Gesundheit.

  • hallo änni!

    herzlich willkommen hier im forum!

    einschätzen/einstufen was oder was nicht mit deinem freund ist,können wir nicht/wollen wir nicht...

    das muss ER ganz allein!

    lies dich hier in aller ruhe durch die verschiedenen threads,sie werden DIR helfen...vieles zu erkennen

    wir begleiten dich sehr gern...

    schön das du hier bist

    ich wünsche dir einen hilfreichen erfahrungsaustausch

    liebe grüsse caro :wink:

    dem was über mich einstürmt,möchte ich gelassen gegenüber stehen...

  • Ich habe mich bereits durchs Forum gelesen und zum Thema Problem- und Frusttrinken nicht viel gefunden.
    ich möchte wissen, ob irgendwer Ratschläge hat um mit diesem "Saufdruck" (das habe ich gerade hier gelesen) anders umzugehen bzw. ihm nicht nachzugeben.

    Ich habe den liebsten und wundervollsten Mann der Welt und wir sind sehr glücklich zusammen, reden über alles, haben soviel Spaß und Freude....nur das ist unser einziger Streitpunkt. Weil ich es nicht gut und gesund finde und weil er nicht weiß, wie er anders damit umgehen soll in solchen Momenten.

    Ich weiß, dass er es auch nicht gut findet aber wenn der emotionale Stress kommt, handelt er eben emotional.
    Ich habe ihn auch schon mal dazu gebracht dann nichts zu trinken. Im Endefekt ist er mit und ohne Alk dann schräg drauf. Dann kann er sich den doppelten Stress auch sparen.

    Nur weder kann und will ich ständig aufpassen und deswegen möchte ich wenigstens Ratschläge wie er mit solchen Situationen umgehen kann.

    Gut ist, dass er von sich aus sich selbst und mir den Gefallen tut und auf irgendwelchen Feierlichkeiten oder Konzerten kaum bis gar nichts trinkt, weil er sich selbst dann auch blöde findet und ihm sein Verhalten am nächsten Tag dann auch immer total peinlich ist. (geht ja jedem so) und weil der kater ihm dann immer den ganzen Tag umwirft.

  • Hallo Änni,

    ich kann Deinen Frust sehr gut verstehen. Ich mache zur Zeit etwas ähnliches durch und ich habe wie Du am Anfang gedacht, dass mein Mann mit dem emotionalen Stress nicht klar kommt. Jedes mal wenn er mit seiner Familie aus seinem Heimatland telefoniert hat, hat er getrunken und wenn es ärger mit seiner Familie hier gab auch, wenn wir uns gestritten haben usw usw. Es hat den anschein, dass er mit dieser emotionalen Lage nicht klar kommt und genau das ist das gefährliche! Wir waren irgendwann mal bei den AA wo einer der Mitglieder meinen Mann sehr schön charakteresiert hat, als Quartalssäufer. Jemand der nicht jeden tag trinkt und der mehrere Wochen ohne Alk auskommt, aber irgendwann kommt der Punkt wo der Körper wieder nach dem Zeug schreit und dann sucht sich mein Mann irgendeine Problem, Streit mit mir oder ruft seine Familie an und benutzt dieses als Vorwand zum trinken.
    Es hat bei mir ca. drei Jahre gedauert, bis ich gemerkt habe, was wirklich los ist.
    Seit einem Jahr versuche ich nun meinen Mann vom Alk weg zu bekommen, sage ihm er muss seiner Familie sagen was mit ihm los ist, seine Freunde wechseln und und und. Gebracht hat es so gut wie gar nichts. Mein Mann will kein Alkoholiker sein.
    Was ich Dir damit sagen will, er wird immer einen Grund finden zu trinken, er hat noch nicht verstanden, dass er Abhägig ist und Du hast es auch noch nicht verstanden. Es tut mir leid, so hart es auch klingt.
    Ich rate Dir, lies hier ganz viel, Du wirst sehen, dass es sehr viele menschen mit dem gleichen Problem gibt, wie Du es hast. Nimm Abstand von Deinem Freund und vergiss Dich nicht! Nur weil Du seine Sachen für ihn nicht erledigst heiß es nicht, dass Du nicht auch ein Co bist....

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft,
    viele Grüße,
    julchenazul

  • moin änni

    herzlich willkommen!

    Zitat

    Nur weder kann und will ich ständig aufpassen und deswegen möchte ich wenigstens Ratschläge wie er mit solchen Situationen umgehen kann.


    darf ich fragen, warum er sich nicht selbst hilfe sucht?

    wenn ich recht heraus lese ist er erwachsen, kann sprechen, zu hören und lesen - im klartext: wenn er etwas unternehmen wollen würde, könnte er das auch!

    julchenazul hat dir was tolles geschrieben, die gleiche erfahrung hab ich mit meiner mutter auch gemacht. alle paar wochen getrunken (dann aber heftig) und davor immer streit. wegen dies und jenem, es war immer was. sie hat sich ihren grund zum trinken "herprovoziert", hoff des kommt so rüber wie ich mein :oops:

    ich war damals auch hier gestanden und hab gaaanz viele fragen gehabt z.b. wo meine mutter hin kann und und und... ich bekam auch antworten, antworten die ich wollte für meine mutter, aber nicht meine mutter.

    inzwischen holt sich meine mutter ihre antworten... nicht weil wir sie gezwungen ham, sondern weil sie selbst wollte. erst heimlich das keiner mitkriegte und inzwischen wiss mer's von ihr :wink:

    Zitat

    Ist es nur eine schlechte Angewohnheit oder ist er Frusttrinker (falls es dieses Krankheitsbild gibt)?


    angenommen ich würde dir schreiben, es is ne schlechte angewohnheit (was ich nicht tue!) - würde dich sein trinken dann nicht (mehr) stören?

    mich würde es stören, deine antwort wirst nur du finden.

    ich kann dich nur ermuntern dich hier im forum fleißig durchzulesen, hier gibts sooooo viel hilfreiches zu entdecken. laß dir zeit und schreiben kannste ja auch jederzeit :wink:

    lg -Dani-

  • Zitat von currlinger

    Hallo änni,

    Du gruebelst, ob Dein Freund ein Problem hat oder nicht und bist Dir unsicher. Nachdem ich aber Deinen ersten Beitrag in diesem thread gelesen habe, bin ich mir ganz sicher, dass DU ein Problem mit seinem Alkoholkonsum hast. Ich denke, dass Du besser ueber Dein Problem und dessen Loesung gruebeln solltest, denn Dein Problem kannst Du loesen - seins nicht.

    Markus

    Natürlich habe ich ein Problem damit, alles andere wäre ja auch merkwürdig.
    Ich finde meine Reaktion völlig normal und sozial.
    Wenn mein Freund anfangen würde mich zu schlagen, dann hätte ich ein Problem, dass ich selbstständig lösen kann, dann würde ich nämlich gehen.
    Da es in unserer Beziehung aber wirklich schön und harmonisch und voller Liebe ist, möchte ich meinem Freund bei der Lösung seines Problems zur Seite stehen und mich darüber informieren. ich möchte mich für mich informieren um seine Reaktion und sein Handeln zu verstehen. Psychologisch betrachtet.
    Sein Frust und seine Probleme sind gemacht durch Menschen mit denen wir leider zu tun haben müssen. Geschäftlich, vermischt mit privat und Tod und separat dazu noch eine private Situation in die er auch unverschuldet geraden ist.
    Ich kann das hier leider nicht öffentlich schildern, da mein Freund eine Person der Zeitgeschichte ist. Aber wenn ich jemanden erzählen würde was bei uns abgeht und bei ihm, dann könntet ihr vielleicht verstehen, dass er nicht nach einem Grund zum Trinken sucht.
    Mich würde interessieren wie man anders mit emotionalen Stress umgehen kann. Präventiv.

    Wie geht denn jemand der mal Frusttrinker war, heute mit emotionalen Stress um. Das würde mich sehr interessieren.

    Danke für eure Beiträge :)

  • Zitat von julchenazul

    Nimm Abstand von Deinem Freund und vergiss Dich nicht! Nur weil Du seine Sachen für ihn nicht erledigst heiß es nicht, dass Du nicht auch ein Co bist....

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft,
    viele Grüße,
    julchenazul

    Wie meinst du das mit dem Abstand nehmen?

  • Er sucht sich keine Hilfe weil er glaubt das alleine in den Griff zu bekommen. Er weiß, dass er in solchen Situationen zu viel trinkt. Er möchte das ändern. Nicht nur wegen mir, sonder weil er selber sagt, dass es ihm nicht gut tut. Er möchte generell gesünder leben.

    Wir ziehen bald zusammen in eine gemeinsame Wohnung. ich bin gespannt.

    Auf deine letzte Frage, natürlich würde ich es dann auch nicht gut finden aber eine schlechte Angewohnheit kann man sich abtrainieren, eine Sucht hat man für immer.
    Ich war Raucher (13 Jahre lang). Ich wusste, dass ich jederzeit aufhören kann, hatte aber keine Lust, weil ich meine Zigarette zum Kaffee, zum Wein und am Abend genossen habe.
    Inzwischen lebe ich schon ziemlich gesund und ökologisch und wie die Entwicklung es so wollte habe ich eines Tages von einer Sekunde auf die andere aufgehört.
    Das Verlangen kommt manchmal, immer zu besagten Gelegenheiten aber dann ersetze ich die Zigarette durch ein Glas Wasser oder einen Joghurt oder lese ein Buch.

    Im übrigen trinkt er nicht 3 Tage hintereinander sondern auf die Situation bezogen. Dann schläft er irgendwann ein.

    Klar muss er diese Entscheidung aufzuhören selbst treffen. Ich habe ja vorher auch nicht aufgehört mit dem Rauchen, obwohl ich wußte, dass es ungesund, überflüssig und teuer ist. und obwohl Leute genau das erzählten.

    Der klick muss bei ihm selbst kommen.
    Ich weiß das.
    Aber wenn ich mir ein Bein breche, würde er mich auch tragen und nicht sagen, dein Problem, sieh zu wie du klar kommst.

  • Hallo Änni,

    mit Abstand meine ich räumlichen und emotionalen Abstand. Wenn Du Dir denn nicht schaffst, wirst Du drunter leiden und kaputt gehen.

    Ich lese Deinen Beitrag und würde Dir so gerne sagen, hört sich alles wunderbar an, aber bei mir gehen total die Arlamglocken an. Ich dachte auch, sobald mein Mann und ich zusammenziehen wird das mit dem trinken aufhören bzw. ich hab es unter Kontrolle - Trugschluss, es wurde schlimmer.

    Du darfst nicht glauben, nur dass weil er von selber aufhören will dies auch tut. Er wird dies alleine nicht schaffen. Bitte vergleich das nicht mit einem Unfall. Natürlich würde er Dir helfen, weil er Dir helfen kann, aber Du kannst ihm nicht helfen. Er muss es für sich machen. Er muss diesen Weg alleine beschreiten. Wenn Du noch da bist hat er doch alles was er will....

    Ich habe mir auch immer alles schön geredet und mache es zum Teil immer noch. Aber den Mann den Du liebst gibt es zwei mal, als "normalen" und als "süchtigen". Und die Sucht wird immer wieder die Oberhand ergreifen solange er nicht daran arbeitet und sich professionelle Hilfe sucht und sein Leben ändert. Das ist wohl das schwierigste, sein Leben zu ändern.

    Trotzdem wünsche ich Dir alles Gute und viel Glück,
    julchenazul

  • Hallo Änni,

    ja zum thema Frusttrinken oder Stress durch Alkohol runterspülen, dazu würde ich auch gern Antworten finden, bin für Ratschläge dankbar, wo ich suchen muss, im Rausch meint er, ich kümmere mich nur um die Kinder, jetzt ja 15 und 16, und nicht um ihn, sicher, so hat sich das jahrelang eingespielt. Jetzt noch was zu ändern wird wohl schwieirg werden.

  • moin änni

    Zitat

    Er sucht sich keine Hilfe weil er glaubt das alleine in den Griff zu bekommen.


    mh... von wem kenn ich das nur? ah... o-ton meiner mutter

    Zitat

    Er weiß, dass er in solchen Situationen zu viel trinkt


    komisch, noch ein satz meiner mutter :?

    Zitat

    Er möchte das ändern.


    ähm... ja wollte meine mutter auch. also zumindest geredet hat sie so, gemacht hat sie (damals) nicht.

    Zitat

    Nicht nur wegen mir, sonder weil er selber sagt, dass es ihm nicht gut tut.


    ich trau's mich kaum mehr sagen, erinnert mich abermals seeeehr an meine mutter :shock:

    Zitat

    Er möchte generell gesünder leben


    ähm... siehe oben :roll:

    ich "wag" mich nicht soooo dolle in die co-ecke, bei dir hab ich mir schon gestern beim lesen gedacht "ersetze er mit sie und er is meine mutter". kommt immer wieder mal vor :wink:

    Zitat

    bzw. würde er mir Krücken besorgen


    und wenn du trotz krücken"verordnung" ohne laufen würdest?

    Zitat

    Auf deine letzte Frage, natürlich würde ich es dann auch nicht gut finden aber eine schlechte Angewohnheit kann man sich abtrainieren, eine Sucht hat man für immer.


    wenn er sich die schlechte angewohnheit (oder sucht) gar nicht abtrainieren will?

    dein freund sagt dir klar, das er das ganze alleine schafft (ob das dann was wird oder nicht, sei mal dahingestellt). dennoch kümmerst du dich drum - warum?

    ich hab heut nen fragetag, gestern wollt ich dich das eigentlich auch fragen :wink:

    wie gehts denn dir?

    lg -Dani-

  • Ist es denn unnormal, dass man sich bei einem Problem (sei es das von einem selbst oder das eines nahestehenden Menschen) darüber informiert?
    Letztendlich ist es ja auch mein Problem weil zwei Menschen in einer Beziehung ein wir bilden. Natürlich kümmere ich mich mit darum weil es mich genauso betrifft.
    Alles andere wäre in meinen Augen wegschauen und Ignoranz.

    Wenn ich trotz Krückenverordnung ohne laufen würde, würde er auch nicht sagen: Dein Problem.
    Letztendlich kann er mich nicht zwingen aber sich Sorgen machen und mir ins Gewissen reden und mir Aufzeigen, dass ich meine Gesundheit ruiniere.
    Mir zeigen, dass es ihm nicht egal ist, was mit mir passiert.

    Du fragst wie es mir geht. Ich bin gerade total im Stress weil wir umziehen / zusammen ziehen und ich muss sagen er ist mir eine große Stütze :wink:
    Er kümmert sich und organisiert viel.
    Ich bin auch nicht gerade der einfachste Mensch der Welt, genau wie er.
    Das kann dann schon mal anstrengend werden.
    Wenn ich schlecht drauf bin, bringt er mich wieder rauf und umgedreht.
    Aber Umzugsstress wird dir bestimmt nicht unbekannt sein.
    Ansonsten kann ich mich nicht beklagen, ich habe eine neue berufliche Perspektive, lerne neue Menschen kennen, lerne neue Aspekte kennen.
    Mir geht es also gut :P

    Was mich hier in diesem Forum irritiert ist, dass ihr gleich davon ausgeht, dass schon Hopfen und Malz verloren ist.
    Dass man eigentlich keine Tipps bekommt, wie man damit umgehen könnte. ihr sagt, ich soll mich um mich kümmern.
    Mein Leben ist total in Ordnung, ich gehe meinen Hobbies nach und wir haben beide unseren Freiraum, wenn wir ihn brauchen.
    Ich vergesse mich selbst nicht im Geringsten.
    Und ich werde meinen Freund jetzt nicht sitzen lassen, weil er ein Problem hat. Wie sagt man so schön: Deine Probleme sind auch meine Probleme.
    So halten wir es auch.

    Bei ihn ist Einsicht da und ich möchte gerne wissen, wie ich ihn dabei begleiten kann, ohne ihm seine eigene Verantwortung abzunehmen. Welche Möglichkeiten habe ich? Trennung ist bestimmt keine Möglichkeit die für mich in Betracht kommt.
    Ich möchte praktische Beispiele haben.

    Wenn ein kind feststellt, dass die mutter trinkt, dann ratet ihr doch auch nicht, kümmer dich um dich und lass deine Mutter saufen, ist ihr Problem.

    Da steige ich nicht dahinter, tut mir leid. ich verstehe das nicht.

  • Und wenn du auf meine Gefühle ansprichst bezüglich seinen Frusttrinkens....

    Es nervt mich. Das drückt es wohl am Besten aus.
    Er nervt mich, wenn er in diesem Zustand ist. also nicht nur mich, eigentlich alle die dann in seiner Nähe sind, weil er anfängt zu sinnieren und zu "ver-Totalen". Sinnieren über das leben, über Menschen, über Liebe, über sich selbst - totoal selbstbewusst und macht die tollsten Pläne.
    Oder er wird total negativ und unselbstbewusst und möchte alles hinschmeissen.
    Er hört kaum auf zu reden.
    Es wiederholt sich jedes Mal. Es ist immer dasselbe. Und es wird anstrengend.

    Ich fühle mich angestrengt, wenn er so ist.

    Ansonsten fühle ich nichts negatives im alltäglichen Leben, weil ja nichts negatives passiert.

  • Hallo Änni,

    könntest du dir vorstellen, das mit dem Zusammenziehen mal noch eine Weile zu verschieben?

    Mit einem nassen Alkoholiker zusammenzuziehen..., hm.

    Laß dir doch noch bissel Zeit.

    Du suchst 1000 Gründe und Entschuldigungen für sein momentanes Verhalten, gleichzeitig schreibst du, wie unwohl du dich fühlst.

    In so einer Situation zusammenzuziehen, und sozusagen Fakten zu schaffen, würde ich nicht tun. Wenn man mal zusammenwohnt, ist es schwerer, sich abzugrenzen.

    Ach ja, du willst dich ja nicht abgrenzen, ist ja alles in Ordnung..., oder? :roll:

    Du fühlst dich jetzt schon angestrengt, behalte das mal im Blick.


    Lieber Gruß, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Ich kann wirklich nicht behaupten, dass ich mich vernachlässige. Gestern erst war ich Schaufenster bummeln ;)

  • Ich such nicht nach 1000 Entschuldigungen für ihn. Er hat es verdammt schwer. Schwerer als irgend jemand sich hier vorstellen kann. Das er dann psychisch die Belastung nicht packt, wundert mich kaum. DESWEGEN frage ich wie man emotionalen und psychischem Druck anders als mit Alkohol begegnen kann. Warum versteht das denn niemand??

  • Und ich fühle mich nicht unwohl, das habe ich nie gesagt.

    Mich nervt es, wenn er in diesem Zustand ist und das passiert auch schon mal ein paar Wochen lang gar nicht. Aber wenn - dann stört es mich, weil es einfach nicht gut ist.

  • Hi Änni,

    Zitat


    Was mich hier in diesem Forum irritiert ist, dass ihr gleich davon ausgeht, dass schon Hopfen und Malz verloren ist.
    Dass man eigentlich keine Tipps bekommt, wie man damit umgehen könnte. ihr sagt, ich soll mich um mich kümmern.

    Das ist ja der Tip :wink:

    Zitat

    Bei ihn ist Einsicht da und ich möchte gerne wissen, wie ich ihn dabei begleiten kann, ohne ihm seine eigene Verantwortung abzunehmen. Welche Möglichkeiten habe ich? Trennung ist bestimmt keine Möglichkeit die für mich in Betracht kommt.
    Ich möchte praktische Beispiele haben.

    Dann ist doch alles gut wenn er die Einsicht hat, dann weiß er auch wo er sich Hilfe holen kann, denn allein schafft er es nicht, und die Hilfe sollte schon professionell sein und nicht vom Partner.

    Hilfe durch Nichthilfe....wenn er beginnt den richtigen Weg zu gehen....kannst du ihn begleiten...nur abnehmen und ihn stützen kannst du nicht....begleiten heißt frei nebenher gehen....und ihn so allein gehen zu lassen....stützen bedeutet das du ihm etwas abnimmst von der Last und so funktioniert es nicht.

    Nur begleiten...

    Lieben Gruß
    Nicole

  • Viele Deiner Beiträge sind voll von "er", "er" und nochmals "er". Du fixiertst Dich auf ihn und seine Krankheit. Du meinst, Du kümmerst Dich um Dich selber, das kann nicht möglich sein, wenn so viele Deiner Gedanken um ihn kreisen. Oder bist Du die erste, die sich Gedanken um einen Mitmenschen macht und dann einfach beim shoppen diese Gedanken auslöscht.

    Du willst zusammen ziehen? Du bist gespannt? Auf was? Wie schnell die Sucht bei ihm schleift??? Wo er die Flaschen versteckt oder ob er offen trinkt? Ob er Dir die schönsten LIebensbekundungen macht, damit er seine Ruhe hat?

    So extrem, wie Du Erklärungen für Deine Gedankengänge suchst, so extrem Du Dich um ihn kümmerst, so hältst Du ihn nicht nur in seiner Sucht, so besorgst Du ihm eine superdunkle Sonnenbrille, dass er sich selber im Spiegel nicht sehen musst und packst das blickdichte Deckmäntelchen aus.

    Viel Kraft wünsche ich Dir für das, was vermutlich auf Dich zukommen wird.

    Gruß von Dagmar

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