Erkenntnis das mich mein Alkoholikerfreund nie geliebt hat.

  • Hallo,

    ich möcht heute von meinem Partner,Freund, Beziehung, mit dem ich seit
    2 1/2 Jahren "zusammen" bin erzählen.

    Ob wir noch zusammen sind, ist schwer zu definieren.

    Vorher hatte ich die Erkenntnis, das er mich wohl nie geliebt hat.
    Ihm war seine Bier trinkerei und Kneipenbesuch immer wichtiger als ich.

    Ich wusste vorher das er viel trinkt, ich dachte, das berührt mich nicht.
    Ich war mir nicht bewusst, das ich verdränge.

    Am Anfang war es nur ein Affaire. Als ich ihm zu nahe kam, hat er schnell die Sause gemacht, indem er sich schnell in jemand anderen verliebte.
    Ich habe es geschluckt, eine woche daran gearbeitet los zulassen.

    Wir sind nach 3 wochen wieder zusammengekommen, weil er merkte, er hat mich doch gern.

    Ich verdrängte, das kontinuierlicher Alk konsum seit dem 13 Lebensjahr, einen menschen verändert.
    Ich wusste es nicht besser, ich kannte co-abhängigkeit nicht.
    Ich hatte in meiner Familie immer Alkis um mich herum, es war normal.

    Ich habe gewartet, mein Leben nach ihm ausgerichtet. Ich fühlte, wann er trank.
    Habe gedacht, es muss so sein.
    Ich kam ihm nie zu nahe aus Angst, er könne weggehen.
    Ich hatte 2007 einen schweren Autounfall, er erkannte, wie sehr er mich liebt.
    Wir erklärten unsere Affaire in eine Beziehung um.
    Er führte mich in seine Clique ein.
    ich erkannte bald, das er sich seine helfer um sich herumscharte.
    Ich lief wie ein Schaf mit hinterher.

    Als sein Vater starb, plötzlich, stand ich ihm zur Seite.
    Ich vermittelte ihm eine Wohnung bei uns im Hause.

    Ich war so ein Trottel.

    Ich bezahlte, seine Schulden, ich kaufte für ihn ein, alles was frau so tut.
    Innen drin war es mir immer irgendwie lästig.
    Ich hatte angst ihn mit Konflikten zu konfrontieren, weil ich wusste ,das ein Abblocken und mich ignorieren folgen würde.

    Streiten, Konflikte austragen, nein.
    Ich fing an mich auf ihn zu fixieren, er blockte immer mehr ab.

    Ich fing an mich mit mir zu beschäftigen, mich zu hinterfragen.
    Woher kommt mein Verhalten, warum brauche ich das.

    Ich machte nie Vorwürfe, wenn er trank, er tat es ja schon vor unserem Kennenlernen.

    Ich hole ihn immer ab.Wenn er nicht mehr fahren kann.
    Das letzte Mal, ließ ich ihn lange warten, weil ich irgendwie nicht wollte.
    Wir haben einen Hund, und er nimmt ihn immer mit. Mir tat der Hund leid.
    Eine Ausrede? Ich weiss es nicht.

    Er hat kein Geld, er vertrinkt und verraucht es.
    Ich lief lange meiner Sehnsucht nach Beziehung hinterher.
    Bis ich erkannte, das nichts zurückkommt.
    Kein Austausch von Zärtlichkeiten, kein Liebe machen, immer musste ich den Anfang machen.

    Seit einem halben Jahr gehe ich nicht mehr auf ihn zu, ich will nicht mehr.
    Ich kann nicht mehr.
    Ich kapsel mich immer mehr ab.
    Ich konzentriere mich auf mich. Ich suchte mich, ich fand Einsamkeit, Leere, Alleinsein.
    Ich fand Energie für mich. Ich bin eine sehr starke Frau, die leider nicht schwach sein durfte.

    Es hat mir wohl viel gegeben, ihn zu umsorgen.
    Jetzt habe ich kein Geld mehr, erledige meine Sachen selbst, weil er es nicht will und kann.

    Ich erkenne immer mehr, er ist krank.
    Die Umwelt sieht es nicht so. weil er pflichtbewusst zur Arbeit geht, immer sauber ist und gut riecht. Sich sehr pflegt, bis zum Duschzwang.

    Ich bin jetzt die Böse, die Unnahbare.
    Ich erkenne, ich verliere seine Liebe nicht, weil er mich nie geliebt hat.
    Er mag mich, ich bin ihm nützlich.

    mach ich nicht mehr mit, nabel ich mich ab, findet er eine neue, oder seine Kumpeline , oder die Clique.
    Er hat kein Geld, er war trotzdem über sylvester weg mit der clique, weil er raus musste.

    Gestern kam er. Heute ist er schon den ganzen Tag unterwegs.
    Es macht mich traurig, das ich ihm nicht wichtig bin.

    Ich lasse die Trauer zu, ich erlebe den Schmerz, der in mir tobt.
    Versagt zu haben. Ich wollte nur geliebt werden.

    Gleichzeitig ist es ein schönes Gefühl wieder ein stück autonom geworden zu sein.
    Ich habe Freude am Leben, ich tue Dinge für mich, die mir guttun.

    Ich gehe ins Kino, weil ich es liebe.
    Ich gehe auf Mittelalterevents, weil ich es mag.
    Ich bin für meine kids da.
    Ich gehe gern arbeiten.

    Ich will getrennte Kassen, ich gebe nicht mehr mein geld für ihn aus. wenn er was will, soll er zahlen.
    Er lebt im eigenen Hausstand.
    Er hat die Verantwortung dafür.

    Ich bin innerlich gestorben, er berührt mich nicht mehr.
    Ich schlafe gern mit ihm, aber ich brauche es nicht.
    Ich tue nichts dafür, also kommt es nicht soweit.

    Ich lasse die Leere zu und irgendwann wird sich was tun.

    Ich fühle auch eine Wut in mir, die ich nie herausgelassen habe.
    Es wird zeit auch verbal meine Grenzen zu setzen, auch wenn er beleidigt ist wie ein kleines Kind.

    Ich habe die Kraft, weil ich sah, das es Menschen gibt, die es gut mit einem meinen und für mich da sind.

    Ich bin für mich da.

    Und ist das nicht das wichtigste, frage ich euch?

    lg
    xena

  • hi xena...
    bin tief berührt über deine Gedanken.... ich fühle mit dir..
    Das wichtigse ist definitiv das du für dich da bist..und doch hört man wie schwer dir das alles fälllt.....
    Dein Text zeigt auf wie steinig der Weg zu sich selbst ist...
    viel Glück in deiner Zukunft

  • Liebe Xena,

    hut ab vor deiner Offenheit hier. Diese Gefühle die Du ansprichst zwingen einen hinzusehen. Du machst kein Halt, davor zu schreiben: von der Sucht gebraucht zu werden.
    Weil Ich glaube nur die macht es nöglich, das wir uns für die Süchtigen so aufopfern und das letzte Hemd geben. Du beschreibst auch sehr eindrucksvoll, wie der Süchtige, Helfer in der Not um sich regelrecht sammelt. Es geht nur darum scheints, Leute zu finden, die einem noch was pumpen können. Frauen, die ein gutes herz haben.

    Das hat mein Ex mir immer wieder gesagt, ich hätte ein gutes Herz! Er hat mich manipuliert und hinterher als es mir zuviel wurde, als ich ständig auch für ihn einkaufen war , von meinem Geld, habe Ich dann mal gewagt zu sagen hey, ich fühle mich benutzt. Er meinte doch glatt, nach langer Pause, es wäre in Ordnung, die Menschen ein wenig zu benutzen und grinste, gelassen.
    Später musste ich auch immer den ersten Schritt machen, wenn Ich etwas von ihm wollte. Ich habe auf die Liebe gehofft, die irgendwann zurückkommt. Sie kam auch nie.
    Ich bin jetzt alleine und kann mir selber wieder Gutes tun, ohne betrogen zu werden.
    daran sollten wir weiter lernen, an uns zu arbeiten. Wir sind uns wieder wichtig und das ist absolut richtig und soll auch so bleiben!

    danke für Deinen Bericht, es hat mich noch mal auf eine ganze wichtige Ebene geführt.


    Alles Gute


    Sinnesrausch

  • Hallo,

    Gestern abend habe ich bewusst meinen Freund von der Kneipe abgeholt.
    War klar das er betrunken war.

    Ich sagte ihm, das nächste Mal könne er laufen.
    Ich musste lachen, weil der Wirt ihm Schneeketten für die Schuhe gab.

    Ich habe gestern das erste Mal Wut verspürt, richtige tiefe Wut in mir drin.


    Ich möchte dazu sagen, das ich bis jetzt nie wütend ihm gegenüber war, immer nur verständnisvoll.
    Ich habe immer runtergeschluckt, und lieber geschwiegen, oder ein bißchen gemault.

    GESTERN fühlte ich das erste Mal saubere reine WUT!

    Als ich ihn abholte, sah man mir das wohl an. Die Cola ging auf ihn.
    Eine Dienstleistung, (ihn mit dem Auto abholen), sollte auch bezahlt werden.

    Wir kamen heim, unterwegs schwieg ich.
    Zuhause hab ich dann das erste mal meine Wut gezeigt, und gesagt, das es mich ankotzt ihn so oft besoffen zu sehen.
    Rückzug von ihm, Schuldzuweisung an mich, grund sprich, darf er nicht mal fortgehen und was trinken.
    Ich habe mich nicht auf die Diskussion eingelassen, sondern nur gesagt, das ich mir von ihm nicht verbieten lasse, meine Meinung zu sagen.

    Als er nicht locker ließ hab ich ihn aus meiner Wohnung geworfen.Hab gesagt, tschüss da ist die Tür.

    DAS ERSTE MAL, das ich standhaft blieb. Mir reicht es jetzt.
    Ich habe die Wut in mir genossen.
    Ich konnte diszipliniert damit umgehen. Sachlich ohne Vorwürfe.

    Mir wurden gestern die Mechanismen körperlich bewusst, die ich mein ganzes Leben durch machte.
    Das Anpassen, das Beschwichtigen, immer dafür sorgen das nichts aus dem Ruder läuft. Die Spannungen und Schwingen der anderen zuerst erahnen und reagieren.

    NUN IST GENUG:

    Ich habe einen kleinen Schritt autonom zu werden gemacht, nun folgen weitere Schritte.

    Heute morgen, oh wunder, sollte sarkastisch klingen, kam er um halb acht mit dem Hund herein, hat sein Auto schon geholt. Frühstück mitgebracht.

    UND ich weiß das er ein schlechtes Gewissen hat. Ist aber SEINE Sache.
    Ich habe mich distanziert und höflich verhalten.
    Das erste mal, das mir bewusst ist, das er sich nicht ändert sondern die Mittel auffährt als Wiedergutmachung.

    Als nächstes werde ich einen Brief an ihn schreiben. Mit all den Sachen, die mir auffallen. Das er Alkoholiker ist, das er krank ist, sich Hilfe holen kann. Wie ich mich fühle und was ich für mich zu tun gedenke.

    Ich bin wieder ein stück gewachsen und ich bin stolz auf mich.
    Ich nehme mein Leben in die Hand, jetzt und endgültig.

    Danke fürs zuhören

    lg
    xena

  • hi xena
    freut mich zuhören das du stärker wirst, kenne die geschichte mit den wiedergutmachungs geschenken, ich hatte schon eine richtige wut, ja sogar hass auf diese "geschenke"
    es ist nur schmerzlich, und verletzend, zeigt wie unfähig ein alk ist auf andere rücksicht zu nehmen...

    wünsch dir kraft und zuversicht...

  • Hallo Xena,

    das ist eine traurige Geschichte die Du schreibst und es gut, dass jetzt Wut kommt, sehr gut. Weißt Du die Wut ist unsere persönliche Alarmleuchte, das etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist und darauf weist sie uns hin und mit dieser Kraft können wir los gehen.

    Ich finde es gut, dass Du es ihm schreiben willst, doch gibt es auch eine Konsequenz von Deiner Seite? Ich habe auch so viel geschrieben, aber keine Konsequenz vermerkt und das denke ich ist wichtig, sonst wird sich nichts ändern.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft bei Deinen Schritten in Deine Autonomie.

    Herzliche Grüße Martha

    Achte auf deine Gedanken, sie sind der Anfang deiner Taten ...

    Trocken seit 2010

  • Hallo Martha,

    meine Konsequenz vollzieht sich von innen nach aussen.

    Ich habe nicht mehr den Drang, bei ihm vorbei zu schauen.
    Ich bleibe in meiner wohnung und beschäftige mich mit mir selber und nicht mit dem Gedanken, was er jetzt macht.

    Das ist schon ein immenser Fortschritt für mich.

    Ich lasse los, ich bin nicht mehr darauf angewiesen, das ich ihn bemuttere.
    Ich bin konsequenter in meiner Aussprache-
    Ich lasse mir keine Schuldgefühle und Vorwürfe mehr einreden und reagiere nicht, oder dementsprechend darauf.
    Ich springe nicht sofort, wenn er den Hilflosen spielt.

    Das sind für mich Konsequenzen, kleine Schritte, zur großen Unabhängigkeit.

    Vielleicht ist es nicht viel in euren Augen, für mich ist es immens groß.
    Denn ich fange an mich zu fühlen.
    Ich fühle Wut, ich fühle Traurigkeit, ich fühle MICH.

    lg
    xena

  • Liebe Xena,

    Du machst das ganz toll!
    Nur Du selber kannst für Dich nachempfinden, spüren, dass Deine Schritte für Dich richtig sind.
    Das kann man nicht messen. Und ich finde, auch wenn wir hier alle ganz ähnliche Probleme habe, ist jeder doch ein Einzelwesen mit seinem eigenen Rhytmus!

    Viel Mut weiterhin!

    Und bei dem Wetter ist es zu Hause oft am Gemütlichsten.
    Dir, einen schönen Tag!
    Sinnesrausch

  • Hallo,

    meine Gedanken heut:
    gestern war ich mit meinem Kind im Kino, mein "Freund" kam mit.

    Nach dem Film und beim Essen machen danach fühlte ich mich so schlecht.
    So energielos, so kraftlos.
    Da er im selben Haus wohnt, kochen wir manchmal zusammen.
    Ich fühle wie ich mich von den kargen Worten, und dem Sarkasmus zurückzieh, nicht reagiere, oder mir es zuviel wird, das ich flüchten muss.

    Jetzt habe ich die Macht mich zu entscheiden, will ich solche Gespräche oder ziehe ich meine grenze und unterbreche sie.

    ich kann nicht mehr, ich bin fertig.
    Ich brauche den Raum für mich. Und ich hole ihn mir, auch wenn ich auf Unverständnis von ihm stoße.

    Er ist selber groß nachzufragen, was los ist.
    Momentan habe ich keinen Drang nach Gespräch mit ihm. Und ich gehe nach meinem Gefühl.

    Ist heut ein bißchen konfus.

    Gestern wollte ich zu den Al-anon, leider hatte ich den falschen Termin. Montag ist ihr Tag.
    Ich probiere es nächste woche nochmal.

    lg
    xena

  • Xena,

    das ist super, dass Du das mit den Alanon ausprobieren willst.
    Ich selber war total überrrascht, angenehm, meine ich!
    Es tut gut zuzuhören, wirklich interessant.


    Ich melde mich später vielleicht wieder.


    Ich grüsse Dich
    Sinnesrausch

  • hi,

    meine Gedanken.

    Wie schön, mein "Freund" und ich gehen höflich distanziert miteinander um.
    Früher hätte mich diese Distanz irre gemacht und ich hätte alle hebel in Bewegung gesetzt um Zuneigung zu bekommen.

    Und jetzt ist es mir egal, von Tag zu Tag immer mehr.
    Ich bin müde und ausgelaugt.

    Mein Gefühl sagt mir, es erledigt sich von selber.
    Und ich bin froh darüber.
    Ich kann nicht mehr und brauch jetzt mal eine Ruhepause von dem ganzen co.abh. zeug.

    ich will leben, für mich.

    danke fürs zuhören
    lg
    xena

  • Liebe Xena,
    im Moment hast du resigniert. Aus Kraft- und Mutlosigkeit!

    Aber leider wird es sich nicht von alleine erledigen. Nutze deine momentane Gefühlsstimmung, dass es dir egal ist.

    Ich wohne auch noch im Moment mit meinem Ex zusammen und versuche mich abzugrenzen. Auch er ist sarkastisch, redet über belanglose Dinge und in den ersten Wochen war mein Hals wie zugeschnürt. Ich wollte nicht mit ihm reden, weil jedes Gespräch mit ihm, mich auf irgendeine Art und Weise verletzt hätte.
    Ich konnte noch nicht einmal sagen, dass ich nicht in der Lage bin, mit ihm zu sprechen.
    Wie fasste er es wieder auf?? Als Bockigkeit von mir!

    Seine Art von Gesprächen zeigt mir deutlich, dass ich ihm nichts bedeute. Und diese Erkenntnis macht einen fertig.
    Aber dieser- ich nannte es mal "Todesstoss" von seiner Seite ist eine Chance für mich, da raus zu kommen.
    Ich brauche und kann mir keine Hoffnungen mehr machen, also muss ich neu beginnen.
    Er zwingt mich damit, dass ich mir einen Weg aus der Co Abhängigkeit suche.

    Hätte er nicht unsere Beziehung beendet, würde ich weiter- womöglich bis zum Ende meines Lebens- diese Rolle spielen.

    Ich habe erfahren, dass ich erst komplett am Ende sein musste, bis ich in der Lage war, andere Wege zu entdecken.

    LG
    Elke

  • Liebe Xena,
    es hört sich für mich an, als ob Du mitten auf dem Weg bsit Dich aus Deienr Coabhängigkeit zu befreien. Für mich hört es sich so an, als ob DU dir richtigen Schritte tust. Ich weiß, viele hier im Forum wollen nur hören: Ja, sie hat sich getrennt und ohne Trenung schafft man es nicht aus der Coabhängigkeit.
    Du bsit noch mit Deinem Freund zusammen. Aber Du hast den ertsen Schritt getan udn DIr ist bewußt,d ass DU etwas unternehmen mußt. Das ist großartig. jeder Süchtige muß seinen persönlichen Tiefpunkt erfahren. und mir scheint, dein Maß ist jetz voll. Viellecith muß es noch viele Wutausbrüche geben, vielelich tmüssen noch viele Tränen fließen.
    Wir Cos müssen lernen diese alkoholabhängigkeit auch als Krankheit zu sehen. Mit ihrem gesamten Erscheinungsbild. Und daher ähneln sich die Geshcihten auch. Alkoholiker haben bzw entwickeln so ein persönlichkeitsprofil, wo dieses herablssende, beschimpfende, verletztende einfach dazu gehört. Er ist schwach, leicht verletzt, kommt nich tklar- vielelicht trinkt er deswegen. Aber das reicht nicht, er möchte auch noch ausgerechnet denjenigen erniedrigen, der ihm am nächsten ist. Und all seinen Frust an dir ablassen. Das darf man nciht persönlich nehmen. Man wird attackiert an Verletzungen. Und das läßt man sich gefallen. Weil wir CO sind. Und fehlt diese Abgrenzung. Wir sehnen uns zu sehr nach Liebe und Harmonie. Sobald bei meinem Mann ein Fünkchen davon rüberkam, dass ich stark bin, stärker als er , dass es mir gut ging, fing er an mich runterzuputzen. Nein, das haben wir nich nötig, nur weil unsere Partner nciht klar kommen.
    Auch ich bin wieder dabei zu schauen, was MIR Spaß macht.
    Auch ich bin dabei langsam wieder mich selsbt zu fühlen.
    Das ist garnicht so einfach, wenn man jahrelang sich nur auf den PArtner ausgereichtet hat. Lass uns weite rmachen. Lass uns weiter zu uns selbst finden. Ich habe das Gefühl, ich habe mich selbst irgendwo auf der STrecke meines Lebens verloren und weiß nicht wo. Mein Weg ist jetzt der auf der Suche nach mir selbst.
    Ich freue mich wenn wir uns weiterhin auf unserem gemeinsamen Weg austauschen können.

  • Liebe Xena,
    einfach nur toll! Du hast lange geschluckt und bist auf einem guten Weg. Ich kenne diese Ambivalenz, einerseits zu wissen das es vorbei ist und andererseits darauf zu warten, das es sich von selbst erledigt. Das ist aber auch in Ordnung so, finde ich. Du bringst grad genug Kraft auf dich selbst wieder zu finden und innerlich im Prinzip schon abzunabeln. Die Frage ist nur, was bringen DIR die Begegnungen noch? Was hast du davon? Oder ist es vielleicht einfach zu mühsehlig grad, nen Schlußstrich zu ziehen? Ich selbst kenne von mir das ich mich nicht auseinandersetzen oder erklären wollte und am Ende oft meine Wut genutzt habe, um einen Streit zu provozieren und einen Grund zu haben, mich dann sofort zu trennen. Für mein Gegenüber dann meißt eine Überraschung und ich war dann die Unberechenbare, habe wenig gelitten, da ich ja innerlich schon längst abgeschlossen habe. Heute frage ich mich: verschwendete Zeit? Eine Freundin sagte mal: mein Leben ist kein Testlauf und Zeit sehr kostbar. Vielleicht hast du mehr Reserven für dich, wenn du dich abwendest. Eine Trennungsszene aus einem Film hat sich mal bei mir eingeprägt: Sie sagte "ich liebe dich; aber mich noch mehr... darum muß ich gehen!" Wenn man alles immer so leben könnte ;) Alles nur Gedankengänge... du wirst deinen Zeitpunkt finden und spüren. Es hört sich auf jeden Fall schon entschlossen an, was du schreibst.
    LG Marina

  • Hallo Ihr,

    danke für eure Antworten,
    sie geben mir Mut, und das Verständnis das ich auf dem richtigen Weg bin.

    Mit jeden Tag der ins land geht, finde ich mehr zu mir selbst.

    Wenn ich ihn mal sehe, beobachte ich nur. Wir reden normal miteinander.
    Wie Freunde und nicht wie in einer Beziehung,
    wenn ich mir es recht überlege, gibt es keinen Unterschied.
    Wir unterhalten uns nur wie gute Bekannte.

    Es ist normal, weil es nie anders war.

    Anders ist jetzt, das ich meine Grenze ziehe, weil ich mich nicht mehr verletzen lasse, mit verbalen Worten.

    Ich gehe ihm aus dem Weg, da es mich Energie kostet.
    Ich bin momentan so erschöpft und habe keine Kraft mehr.

    Das bißchen,das ich noch habe investiere ich lieber in mich und meine kids und meinen "Kumpel".

    Zwei Jahre eine Farce beruhend auf co-abhängigkeit.
    Ich kann noch nicht trauern, ich bin auch nicht wütend, vielleicht über meine Dummheit, es nicht geschnallt zu haben.

    Die Aha-Effekte kommen so im nachhinein, denn ich lese mein Tagebuch, was ich so die Monat und Jahre über geschrieben habe.

    Das bekräftigt auch mein Weggehen.

    Ich fühle nichts, ich stagniere momentan. Als wäre es die Ruhe vor dem Sturm.

    Das Paradoxon ist, mit meinem Kumpel habe ich mehr gemeinsam und liege auf gleicher wellenlänge, die Chemie stimmt.
    Dieses Gefühl des angenommenseins kenne ich so gar nicht.Habe ich nie in meinem Leben erfahren.

    Er liebt mich, sagt er, er hat Geduld mit mir. Und er lässt mich, wie ich bin.
    Keine Frotzelei, kein Gängeln, ernsthaftigkeit gepaart mit Leichtigkeit.

    Ich möchte keine Partnerschaft eingehen, ich kann nicht. Ich hab Angst,
    wieder abhängig zu werden.

    Ich will erst das für mich ins Reine bringen.
    Und er, der Kumpel gesteht mir die Zeit zu. Ich finde das sehr schön.

    Ich möchte meinen Weg für mich finden. Autonom, eigenständig, entdecken, das ich so ok bin wie ich bin.
    Ich gebe mir die Zeit, ich reflektiere mich.
    Arbeite die letzten 20 Jahre auf.
    Manchmal so schnell, das mein Körper auf der Strecke bleibt.
    Ich bin suchtkrank und ich will wieder gesund werden und ein sinnerfülltes Leben haben.

    Ich gebe mir die Zeit und hoffe, das der mich liebende Kumpel mir auch die Zeit gibt.
    Und wenn nicht, dann gehe ich trotzdem meinen Weg.
    Denn ich will nicht mehr in die co-abh-Falle gehen.

    Ich fühle nichts im Moment und die Leere tut auch gut.

    lg
    xena

  • Hallo an alle,

    es ist schön, wenn ich andere durch mein Schreiben erreichen kann.
    Es freut mich sehr.

    Gerade habe ich eine Szene erlebt die mir neu und doch auch vertraut ist.
    Mein Drang ihm nach zulaufen, war kurzfristig immens hoch.
    Doch dann stoppte ich mich selber und lasse im Moment das Gefühl in mir nachwirken.

    Voraus möchte ich schicken, das ich nun öfter alleine weggehe.
    Etwas für mich tue, und mich nicht rechtfertige wo ich hingehe und was ich tue.
    Ich werde von ihm aber auch nicht gefragt, wo ich war.

    Also gerade eben eröffnete er mir, er gehe auf eine Nachtwanderung und Grillen und übernachten, und ob ich einen schlafsack für ihn hätte.

    Ich fragte, ob ich nicht mitgehen soll, (es sind gemeinsame Bekannte), und er meinte als Antwort:
    Nimmst du mich mit? Fragst du mich, ob ich mitgehen will?
    Süffisantes Grinsen!
    Also ein klares Nein.

    Mein Herz schlug kurzzeitig schneller, mein erstes Gefühl, er schießt mich ab.Mein erster Gedanke, er vergeltet mir, gleiches mit gleichem.

    Kein Reden miteinander, kein Diskutieren, kein sich stellen.

    Nein, er will mich büßen lassen.
    Das was du kannst, kann ich auch.
    Meine Gedanken, er benimmt sich wie ein kleines bockiges Kind.
    Ätsch, ich zeige es dir.

    Das kurzzeitige Gefühl, ich möchte von ihm angenommen sein, wie ich bin, mein Ziehen im Bauch, die Enttäuschung darüber und die
    ERKENNTNIS das er mich leiden lassen will und büßen.

    UND ich steige nicht darauf ein.
    Er grinste wie gesagt, und ging zur Tür hinaus.

    Ich stand da wie ein begossener Pudel. Aber nur kurz.
    Ich habe keine Lust eine Diskussion anzufangen, was ich früher immer machte, hinterherlaufen, bitten, betteln.
    NEIN, ich bin auch ein wertvoller Mensch und ich habe das Recht respektvoll behandelt zu werden.
    Und wenn er nicht über uns reden kann, wie es weitergehen soll, was er übrigens nie tat, dann hat diese Beziehung erst recht keinen Bestand.
    Hatte sie nie.
    Mein Ego, meine co-abhängigkeit trauert und weint ihm nach, vielleicht bitterlich, ich weiß es nicht, da ich im Moment verdränge.

    Ich denke es wird zeit noch ein stück mehr loszulassen.
    Und endlich zu trauern anzufangen.
    Mit Heulen und schreien und wütend sein, mit allem was dazu gehört.

    Ich kann jetzt nicht mehr, ich habe zulange die starke Frau gespielt die Verständnis hat und Toleranz.
    Wo bleibe ich?
    Und wieder die co-abh.keit, das Bedürfnis gemocht zu werden.

    Ich stehe das durch und ich überlebe, und ich gehe gestärkt hinaus.
    Arrrrg, wie gut er die Trigger drücken kann.

    Nein, ich bin würdig erwachsen behandelt zu werden, und nicht so, als wäre ich ein Fussabstreifer!!!!!

    lg
    xena

  • Liebe Xena,

    Ich kann sehr gut nachfühlen, wie Du Dich in dieser Situation gefühlt hast.
    Ich weiss es nicht zu deuten, aber ich habe das Gleiche zur Genüge erlebt.

    Um ihn verschiedene Dienste zu erweisen, war ich gut genug.
    Seine Freunde bzw Freundinen hat er mir nie vorgestellt.

    Als er bei mir gewohnt hat, hat in meinem Beisein mit ihnen telefoniert, gerade auch dann, wenn wir mal wieder Streit hatten, total unloyal.
    Und sonst ist er auch seine eigenen Wege gegangen, er hat mich in sein Leben nicht aufnehmen wollen.
    Das hat sehr weh getan. Ich fühlte mich nicht vollwertig.

    Eine ganze Zeit habe Ich das verdrängt, habe es auf den Altersunterschied geschoben.

    Es war verrückt, wenn ich das jetzt mit Abstand betrachte.

    Er hatte meinen Schlüssel eine Zeit lang, aber Ich kannte kaum sein Leben.
    Mensch war Ich bescheuert.
    Vielleicht war ich auch froh, das er da war, weil nach dem Umzug kannte Ich kaum jemanden hier...

    Aber Ich hatte mich ja hinterher verliebt, ziemlich blind, wie Ich im Nachhinein feststellen muss.

    Vieles wird einem erst mit dem Abstand so richtig klar. Besonders der Weg, wie Ich finde, wie man sich weiter und weiter in die Situation verstrickt hat. Wie ein Sog.

    Hinterher habe Ich auch immer mehr geteilt gelebt.
    Ich war nicht mehr eins. Ein Teil war Ich, die Co, die immer noch hoffte, machte und tat...
    Der andere Teil, war eine Person , die mehr und mehr in den Hintergrund rückte und sich immer verlassener fühlte und kaum wagte zu atmen...

    Es war schlimm, aber es musste so weit kommen, damit Ich etwas unternahm.
    Wenn man sich in einen Süchtigen verliebt, ist man genauso verloren, wie der Süchtige mit dem Stoff.
    Sich da fallen zu lassen ist verhehrend, es bedeutet den Untergang.
    Das habe Ich aber erst begriffen, als es zu spät war.

    Du schaffst es liebe Xena.
    Du bist stark, siehst klar, obwohl Du noch mitten drin bist.
    Wenn die Zeit gekommen ist zu gehen, sollte man sie nicht verpassen...

    Viel Kraft und Mut


    Sinnesrausch

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