• glück auf kaleu

    :?: warum jetzt :?: < den anlass halt ich für weniger interessant :wink:
    :?: warum überhaut :?: < den eigentichen grund das motiv hab ich mir genau gemerkt + mich drann erinnert wenn ich (mal wieder) in "versuchung" geraten bin :roll:

    :arrow: trockenen erfolgreichen tag :wink:

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Danke euch für euer Feedback. Ich grübel gar nicht so viel wie es aussieht, ich nutze zur Zeit das Forum um ein paar Gedankengänge durchzuspielen. Mehr für mich.

    Meine Motive kenn ich ja, bereits aus meiner Therapie. Der Anlass warum ich gerade jetzt aufhöre zu trinken, war für mich insofern wichtig, dass ich wirklich realisiert habe, dass ich mich totsaufe. Und das war so erschreckend für mich, das wird mir vielleicht noch helfen.

    Da mir das Nicht-Trinken nicht sehr schwer fällt, muss ich höllisch aufpassen und jetzt ein paar wichtige Grundsteine legen damit ich kein unnötiges Risiko eingehe.

    Es ist relativ leicht, die Bude alkoholfrei zu halten oder sich von gesellschaftlichen Trinkanlässen fernzuhalten. Das ist ja bereits durch die Offenheit und Ehrlichkeit möglich.

    Viel gefährlicher für mich sind aber die emotionalen Zustände bei denen ich das Saufen angefangen habe. Die können jederzeit wieder eintreten! Dann kam immer der "Ist doch eh alles egal" Gedanke auf - und ich will bis dahin ein paar wichtige Bausteine für mich aufgebaut haben damit ich sagen kann - "NEIN! Es ist eben NICHT egal!"

    Das kreuzgefährliche ist ja, dass sich meine Gedanken nicht oder nur sehr wenig um Alkohol gedreht haben, ich war ja immer mal wieder trocken (auch wenn es Trinkpausen waren) und hatte vereinzelte Abstürze die dann eben so heftig waren.

    Ich hab nicht vor, dass sich meine Gedanken jetzt dauernd um Alkohol drehen, denn dann könnte ich ja mein Leben nimmer leben und das ist ja wichtig. Deswegen muss ich aber besonders aufpassen ein paar wichtige Schranken aufzubauen.

  • ...und weiter geht die Reise.

    Ich habe heute Morgen eine Mail verschickt an ausgesuchte Freunde und Kollegen. Hab mich mit Absicht für den Weg per E-Mail entschieden, da ich dann gleich schildern konnte, dass mir das sehr ernst ist.

    Einen davon hab ich schon getroffen, persönlich - und es ist kaum zu glauben, er hat gesagt, er musste die Mail zwei Mal lesen weil er erst dachte, das sei ein Witz. Und dann meinte er, wann immer ich was hab, ich kann mich bei ihm ausquatschen! :)

  • Und die werd ich auch in'n Skat drücken. (Coole Formulierung!)

    Jetzt trennt sich wirklich die Spreu vom Weizen. Während meine "Freundin" bzw. jetzt Ex sich von mir abwendet und "mit so Jemandem" nichts zu tun haben will - kommen Freunde und Kollgen offen auf mich zu und bieten mir ihre Hilfe an.

    Hab gerade das nächste Unterstüzungsangebot erhalten. Unglaublich! :D

  • Hallo Kaleu,

    habe mich mal eben durch einen Thread gelesen und Deine Euphorie ist ja fast ansteckend... Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du standhaft bleibst.

    Schön fand ich zu lesen, dass Du die Erfahrung gemacht hast, dass wenn Du Dich öffnest auf Offenheit und Unterstützung gestoßen bist. Das sind ganz wichtige Erfahrungen.

    Ich habe eine ähnliche Erfahrung gemacht. Als Angehörige habe ich natürlich auch meine Baustellen, die ich immer sehr geschickt versteckt habe, ich bin ja die starke Frau ;-)...doch irgendwann kam ein Punkt, wo ich einfach nicht nur noch die Starke sein wollte sondern auch in meiner Schwäche gesehen werden wollte. Für mich war es wie ein Sprung von der Sprungschanze, diesen Teil von mir zu zeigen, auch mit der Angst vor Ablehnung und genau das Gegenteil ist passiert. Mich hat das sehr verblüfft, ich muss mich gar nicht verstecken und ich muss auch gar nicht immer stark sein... ich darf es mir erlauben schwach zu sein und dafür öffnet der andere eher seine Tür als sie zu verschließen :)

    Dass Deine Freundin sich von Dir abwendet ist schade. Ja, sobald einer aus einem verstrickten System aussteigt kommt erstmal Unordnung auf. Es wird sie wahrscheinlich verunsichern und bedeuten, dass auch sie sich bewegen müsste und es ist die Frage, ob sie was will....

    Liebe Grüße Martha

    Achte auf deine Gedanken, sie sind der Anfang deiner Taten ...

    Trocken seit 2010

  • Hallo Kaleu, du sprühst ja richtig vor Energie :wink:

    versuch aber trotzdem nicht zuviel auf einmal zu machen :arrow:

    und auch mal innezuhalten :!:

    LG Franky

  • Yes Sir!

    Heute Abend ist Schaumbad und Teestunde angesagt!

    Genug geschafft für ein paar Tage. Das wird ausführlich belohnt!

    Natürlich trocken belohnt (mal abgesehen vom Schaumbad was trocken echt schwer werden dürfte :D)

    Dürfen Alkoholiker Wortspiele machen? :D

  • Hallo kaelu,

    ich hoffe das du dich wenigens in der Badewanne entspannen kannst und nicht zum Schaumschläger mutierst. :wink:

    Weißt du kaelu, die euphorische Geschwindigkeit die du an den Tag legst, kenne ich von mir. Ich war der Formel1 Fahrer unter den Trocken werden Wollenden. Ich fuhr eine Bestzeit nach der anderen und kam meist schnell zum Ziel . Ich fuhr auch auf allen Strecken, die noch gar nicht da dran waren. Nach fast 3 Monaten kam der Unfall und ich wurde rückfällig. Ich sah einfach nicht die Hindernisse auf der Strecke. Wie denn auch bei diesem Tempo.

    nach dieser Erkenntnis schaute ich mir die anderen alten Formel 1 Fahrer an. Sie gingen immer, vor dem Start, zu Fuß über die Strecke, um alles besser zu erkennen.

    Das war mein Wortspiel bei dem ich dich nicht bremsen möchte, denn du machst das schon klasse, aber nimm dir die Zeit des Boxenstopps und reflektiere dein Erlebtes.

    in diesem Sinne wünsche ich dir ein schönes Bad.

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Bin euch sehr dankbar für's auf die Bremse treten! Das ist sehr ernst gemeint.

    Ich kenn mein Trinkverhalten und für mich war es extrem wichtig Sofortmassnahmen in die Wege zu leiten! Das war bis hierher alles an Kinderspiel. Ich weiss, dass ich genau darin die Gefahr verbirgt.

    Denn genau jetzt - jetzt beginnt erst die harte Zeit. Ich kann nämlich nichts mehr unternehmen im Augenblick. Alles ist in die Wege geleitet.

    Ich hab mich geoutet. Die Beziehung ist auch zu Ende. Ich hab die SHG als Notfallplan und einen Termin zur Suchtberatung nächste Woche.

    Alles was jetzt bleibt ist - trocken bleiben! Und das ist der echt harte Teil, denn wenn ich jetzt vom gas gehe (was ich tun werde) kommt überhaupt erst der schierige Teil. Weil jetzt das Verarbeiten ansteht. In Ruhe. Und ohne Alkohol. Fragt mal nicht nach Sonnenschein wieviel Angst ich davor habe. Das wird hart. Genau deswegen wollte ich einige Maßnahmen getroffen haben bevor meine Euphorie vorüber geht!

    Das worauf ich jetzt setzen kann ist, dass ich zu dem stehe was ich in die Wege geleitet habe!

    Weiss nicht ob das einer verstehen kann. Da ich nie wusste wann der nächste Absturz kommt (zeitlich) wollte ich unbedingt ein paar Sicherheitsnetze spannen bevor es soweit kommt.

    Jetzt kommt wie gesagt der ruhige Teil. Und der wird kritisch! Das weiss ich jetzt schon.

    Dennoch - immer wieder Danke für die Bremse!

  • es ist die Herausforderung des Lebens, sich selber in der Stille auszuhalten... den Mut bringt nicht jeder auf, aber man kann es schaffen und geht gestärkt aus solchen Erfahrungen heraus .

    Dir ganz viel Kraft und Mut

    LG Martha

    Achte auf deine Gedanken, sie sind der Anfang deiner Taten ...

    Trocken seit 2010

  • Ja, das sind wahre Worte. Zum Glück kenn ich mich ganz gut und hab mich recht lieb gewonnen im letzten Jahr. Dadurch kann ich's auch gut mit mir aushalten. Ich war gern allein, in Ruhe und Frieden allein in der letzten Zeit.

    Nein - auch wenn das jetzt nahezu jeder glaubt. Nicht um zu saufen.
    Ich bin ja Quartalssäufer. Ich hab kein Problem mehr mit mir selbst.

    Das hatte ich mal. Das ist wahr. Und dadurch das ich es hatte bin ich zum Alkohol gekommen. Ich weiss meine Gefühle zu schätzen, alle. Auch meine Trauer und meine Wut. Ich weiss wo sie herkommen und ich kann sie hinterfragen wenn sie auftreten.

    Eins hab ich aber übersehen. Ich hatte mir schon lange angwöhnt bei zu viel Trauer und Wut zu trinken und wurde so schleichend abhängig.

    Ich sitz gern auf der Couch, nur allein mit mir und geniesse nichts weiter als meine Gegenwart. Nüchtern! Das alles hab ich schon lange gelernt. Ich kann meine Gefühle alle spüren und zulassen und das ist das Beste was ich aus meiner Therapie mitgebracht habe.

    Ich weiss wer ich bin, wie ich ticke, was ich mag, was ich nicht mag. Und ich hab mich ganz gern so. Ich hab meine Ecken und Kanten, aber die sind schon in Ordnung! ich mag vor allem meine Schwächen und meine liebenswerten Fehlerchen, ich mag dass ich ein leidenschaftlicher Chaot bin, aber mittlerweile erwachsen geworden bin. Ich bin gern mit mir zusammen.

    Aber ich war dumm! Ich war so dumm! Denn bei all dem hab ich eins übersehen. Dass ich mir schon längst angwöhnt hatte ab und zu das alles wegzusaufen. Und ich hab übersehen, dass dann der Alkohol die Kontrolle über diesen liebenswerten, einzigartigen, leidenschaftlichen Menschen übernimmt!

    Und das - will ich ihm nicht mehr erlauben!!!

  • Hallo Kaleu, ich spreche jetzt mal nur aus eigener Erfahrung:

    es gibt nichts Schwierigeres, als sich mit sich selbst zu beschäftigen
    ohne Fernseh, Internet, Radio, Buch, etc. Ablenkung zu haben
    und sich dann noch selbst auszuhalten :wink:

    Ich lese dich sehr gerne, da fällt mir immer auf, wieviel ich
    noch an m i r arbeiten muss, denn verdrängt habe ich genug!!!

    LG Franky

  • Ich kenne dieses Gefühl Franky. Nur zu gut. Es mit sich selbst auszuhalten - ohne Ablenkung. Es ging mir eigentlich mein ganzes Leben lang so. Immer irgendwie beschaäftigt sein - abgelenkt von sich selbst Weil man sonst hezwungen wird es mit sich selbst auszuhalten.

    Dann begann ich meine Therapie. Und wo ich da durch musste, das war übel. Richtig übel. Aber es hat sich so gelohnt, das kann ich gar nicht beschreiben. Ich hab mich selbst total gern.

    Ich kann heute Zeit mit mir allein geniessen! Und ich tue das total gern. Ohne zu grübeln. Einfach nur ich mit mir selbst in einem Raum. Kein Buch, kein Fernsehen, kein Radio, kein Telefon. Nur ich! Wohlgemerkt - nüchtern!

    Ich vergesse dann sogar das Rauchen! Für Stunden! Ich liebe das.

    Ich kann mich an einen Satz meiner Therapeutin erinnern, die mal meinte "Ich versteh überhaupt nicht warum sie sich nicht mögen, sie sind der schrulligste, liebenswerteste und großherzigste Kerl den ich je hier hatte"

    Ich hab viel, viel später erst verstanden was sie meinte.

    Den Alkohol hatte ich mir schon angwöhnt, noch aus der Zeit als ich mich nicht mochte. Heute mag ich mich. Ich hab mich gefunden, ich bin bei mir selbst angekommen und es ist ein wirklich geiles Gefühl!

    Nur leider hab ich aus Gewohnheit dieses Ich was ich plötzlich mochte immer noch manchmal weggespült. Nicht mehr, weil ich mich wegspüöen wollte wie früher - sondern weil ich übersehen hatte, dass der Alkohol bereits Macht über mich hatte!

    Deswegen bin ich so begierig darauf den Alkohol aus meinem Leben zu entfernen. ich will mein Ich behalten und der Alk würde es mir wieder wegnehmen irgendwann! Er tat es ja in der Vergangenheit auch schon. Mal für einen Tag, mal für 3 Tage.

    Nicht weil ich saufen wollte - sondern weil ich mittlerweile saufen MUSSTE! Das hab ich jetzt kapiert.

    Und ich lasse nicht zu, dass mir dieser Dreck mein Ich wegnimmt für das ich so hart gearbeitet habe!

  • Nach einem rundum gelungenen Tag gibt es jetzt noch einen Schlummertrunk (grüner Tee) und dann geht es in die Falle.

    Hatte lang nimmer so gute Laune. Einzige Enttäuschung heute - wollte mit dem Sohnemann noch ein Brettspiel spielen, aber der Bengel wollte vor dem PC abhängen. Kids :roll:

    Was mich stutzig macht...das Ende der Beziehung nimmt mich so gar nicht mit...aber das kann damit zusammenhängen, dass ich mich jetzt auf mich konzentriere. Abwarten...und vorsichtig bleiben.

  • Hallo Kaleu,

    herzlich Willkommen hier im Forum.

    Zitat

    Fällt dir irgendetwas auf?

    Das ist nur einer deiner vielen Beiträge, die so oder so ähnlich aussehen.

    Was du alles zu wissen glaubst...

    du hast, du bist, du hast nicht, du wirst nie, das ist so, das ist ganz anders, das ist immer so, üblicherweise ist das so, du mußt, du mußt, du mußt....


    Zitat von Kaleu

    Verstehst, worauf ich hinauswill? Irgendwas, irgend'n Klick fehlt bei Dir noch. Und da würd ich Dich gern drauf schubbsen. Weisst Du was es sein kann? Irgend 'ne Idee?

    Die anderen User hier müssen gar nichts. Die müssen sich auch nicht von dir schubsen lassen und auch keine deiner insistierenden Fragen beantworten. Statt DU bist, DU hast, DU mußt, wie wäre es mal mit Ich-Botschaften?

    Jeder hier ist für sich hier. Du bist doch auch für dich hier, oder?

    Hast du gerade einen Co-Rückfall?


    Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • glück auf kaleu

    Zitat von Linde66

    Hast du gerade einen Co-Rückfall?

    + und ne co-schreiberitis <(is ursprünglich auch von linde <danke) = versuchen andere trockenzuschreiben (gefällt mir - der ausdruck)
    > andere trockenschreiben < geht nich (grins)


    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Zitat von Linde66


    Hast du gerade einen Co-Rückfall?

    Da hab ich eine Denksportaufgabe! Herzlichen Dank dafür!
    Besonders für die konkreten Hinweise und Markierungen. Danke Linde :)

  • Hi Kaleu!

    Zitat

    Deswegen bin ich so begierig darauf den Alkohol aus meinem Leben zu entfernen. ich will mein Ich behalten und der Alk würde es mir wieder wegnehmen irgendwann! Er tat es ja in der Vergangenheit auch schon.

    Ich glaube in dieser Aussage finden sich hier viele wieder, ich tue es auf jedenfall und ich bin froh das heute am Anfang des Tages gelesen zu haben.

    Bei mir kommt hinzu, daß ich teils auf der Ich-Suche bin, da ich mich seit meiner Pubertät abdichtete und so mich nie gesund kennen gelernt habe. Das macht das ganze für mich noch spannender :) .

    lG

    DuDe

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