Gefahr von Rückfällen

  • trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • glück auf nochmal besucherin

    spass beiseite

    könnte es sein das du immer wieder in diese beziehung mit dem sexsüchtigen zurückwillst weil du dir einfach nich zugestehen willst das du in diesem fall tatsächlich hilf/machtloß bist?
    ich denk da hast du selber schon dran gedacht - könnt aber sein dasses dir (wegen "betriebsblindheit") noch nich aufgefallen is

    hier ^ hätt ich gern ne antwort

    ,,,,,,,,,,,,,, ... < bei bedarf bitte selber verteilen


    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hi,

    vielleicht ist das die Lösung,
    einfach mal akzeptieren, das frau im Leben machtlos oder hilflos ist.
    Was ist so schlimm daran?

    Hat ein trockener Alkoholiker nicht auch noch ab und an den Saufdruck, wenn er in bestimmten Situationen getriggert wird?
    Er hat doch dann auch Möglichkeiten sich davon wegzubringen.
    Und ein trockener weiss doch, das er immer Alki bleiben wird.
    Nur ohne Alkohol dann, aber die Gefahr besteht das ganze Leben, mal mehr oder weniger.

    Und was wäre wenn das mit der Machtlosigkeit oder Hilflosigkeit auch so wäre?

    Ich fühle mich oft hilflos/machtlos, habs nicht unter Kontrolle.
    Na und, dieses Gefühl gehört doch auch zu einem.
    Annehmen, wäre vielleicht ok, das es so ist, und dann nach Lösungsansätzen schauen, warum man sich so fühlt., und wenn s dann so ist, was kann ich dafür tun.

    war nur so ein Gedanke von mir.

    liebe grüße
    Feuerengel


  • Sosrry, aber ich verstehe deine Antwort nicht.

    Besucherin

  • Ich versuche jetzt mal einigen Leuten hier zu antworten, das geht bei mir nicht so schnell, weil ich gerade mal von der Arbeit gekommen bin und niemandem eine Antwort schuldig bleiben möchte.

    Zitat

    könnte es sein das du immer wieder in diese beziehung mit dem sexsüchtigen zurückwillst weil du dir einfach nich zugestehen willst das du in diesem fall tatsächlich hilf/machtloß bist?
    ich denk da hast du selber schon dran gedacht - könnt aber sein dasses dir (wegen "betriebsblindheit") noch nich aufgefallen is

    Ich denke, dass es ein ganz entscheidender Punkt ist, mir meine Hilflosigkeit in der Vergangenheit nicht eingestehen zu müssen, weil mir mein Leben als Alleinerziehende oftmals den Aktivismus aufgenötigt hat. Ich bin es gewohnt gewesen, immer zu machen und zu tun, zu regeln, bereits seit meiner Kindheit und ich habe dieses Muster beibehalten. Es stimmt, dass ich Angst vor Hilflosigkeit habe, immer stark sein musste bis heute.

    "Dein Sexsüchtiger" hört sich sehr unpersönlich an, ich war mit ihm viele Jahre zusammen und was unsere Muster angeht, sind wir so etwas wie Zwillinge. Ich bin ja der SChlüssel gewesen, der perfekt ins Schloss gepasst hat. Zum schluss habe ich mich mehr oder weniger losgerissen, weil ich sonst zerbrochen wäre. Ich bin zurückgegangen, weil ich ihm zugetraut habe, über sich nachzudenken und weil da immer ein Gefühl von Liebe für ihn war. Es war mir egal, dass er Probleme hatte, ich wollte ihn trotzdem, bin auch so erzogen worden, aber ich habe sicherlich ihm mehr Wert beigemessen als mir selbst. Und wir haben unvergeßliche Stunden miteinander geteilt, vergessen kann man das ja auch nicht völlig.
    Daran kranken auch Menschen, die nicht coabhängig sind.

    Die Besucherin
    [/quote]

  • Zitat von Feuerengel

    Hi,

    vielleicht ist das die Lösung,
    einfach mal akzeptieren, das frau im Leben machtlos oder hilflos ist.
    Was ist so schlimm daran?

    Es gibt nichts "Schlimmes" daran, und ich bemühe mich sehr, meine Schwächen heute zuzulassen und nach außen zu zeigen, weil ich sie sehr deutlich wahrnehme. Ich habe viele Jahre Raubbau mit mir betrieben, weil ich weit über mein Leistungsvermögen hinaus gegangen bin, um Schulden abzuzahlen, die ich nicht alleine erwirtschaftet hatte, und dies auch letztendlich geschafft habe, aber der Preis ist hoch gewesen. Trotzdem habe ich meine Kinder groß gezogen und es macht mich glücklich, dass aus ihnen zwei nette und selbstbewusste Menschen geworden sind, die eigenständig ihr Leben leben und sich abgrenzen können - besser als ich es jemals konnte. Aber es verdammt nochmal nicht einfach gewesen.

    Heute, heute sage ich "ich kann nicht mehr", weil ich es manchmal so spüre. Das Ernüchternde ist, dass Menschen in meinem engsten Kreis überhaupt nicht damit umgehen können und auch gar nicht wollen, sie ignorieren meine Hilflosigkeit sogar.

    Letztes Jahr nahmen mir gesundheitliche Probleme meine ganze Kraft und mir ging es wirklich schlecht - vielleicht bin ich auch deswegen zurückgegangen, weil ich dachte, ich packe es nicht mehr, obwohl ich doch immer irgendwie klar gekommen bin. Es hätte mir klar sein müssen, dass mein Ex-Freund zur Hilfeleistung gar nicht in der Lage war, denn das, was ich mir wünsche, kann er mir ohnehin nicht geben, kann er derzeit wohl auch keiner anderen Frau geben. Es hat lange gedauert, bis ich das begriffen habe und es hat sehr weh getan.

    Die Besucherin


    Hat ein trockener Alkoholiker nicht auch noch ab und an den Saufdruck, wenn er in bestimmten Situationen getriggert wird?
    Er hat doch dann auch Möglichkeiten sich davon wegzubringen.
    Und ein trockener weiss doch, das er immer Alki bleiben wird.
    Nur ohne Alkohol dann, aber die Gefahr besteht das ganze Leben, mal mehr oder weniger.

    Und was wäre wenn das mit der Machtlosigkeit oder Hilflosigkeit auch so wäre?

    Ich fühle mich oft hilflos/machtlos, habs nicht unter Kontrolle.
    Na und, dieses Gefühl gehört doch auch zu einem.
    Annehmen, wäre vielleicht ok, das es so ist, und dann nach Lösungsansätzen schauen, warum man sich so fühlt., und wenn s dann so ist, was kann ich dafür tun.

    war nur so ein Gedanke von mir.

    liebe grüße
    Feuerengel[/quote]

  • Hallo Kaltblut,

    mich hat dein Thread, den ich gestern las, sehr berührt und weiß, dass in deinen Zeilen viel Wahrheit enthalten ist, auch wenn ich sie vielleicht nicht immer sofort aufnehmen kann, gedankliche Resorbtionen fordern manches Mal ihren Tribut in Form eines mentalen Supergaus, ehe sie dorthin gelangen, wo sie hingehören.

    Ich finde deinen Hinweis bezeichnend, sich zwar nur im Alleingang seinen inneren Dämonen stellen zu können, aber trotzdem während dieses Prozesses auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein, um zu genesen.

    Manchmal fühle ich mich mit mir und meinen mir innewohnenden Problemen so einsam, dass ich mich wieder und wieder in Melody Beattys "Mut zur Unabhängigkeit" versenke, ist es doch, als habe diese Frau in mein Hirn, in mein Leben geschaut; dann wird mir bewusst, was eigentlich bei mir selbst läuft. Ich versuche mich in solchen Augenblicken auf mich selbst zu reduzieren, bei mir hinzuspüren, meinen Emotionen nicht auszuweichen

    Ich beschäftige mich mit den 12 Schritten eigentlich erst heute intensiver als früher, da selbst mein damaliger Therapeut auf keines jener darin enthaltenen Elemente jemals eingegangen ist, denn ich bin auf rein dependente Strukuren kognitiv "behandelt" worden, vom Fühlen, vom inneren Kind war überhaupt keine Rede. Es ist auch schon viele Jahre her.

    Aber heute habe ich begriffen, dass der Grund, warum ich selbst nach so langer Zeit wieder in meine alten Muster falle, nur darin liegen kann, vor meinen Gefühlen zu fliehen. Und es ist wirklich so, dass ich manchmal wie "abgeschaltet" bin und wenn dies passiert, ist es auch schwierig, mit mir WIRKLICH wieder in Kontakt zu kommen. Das Einzige, was ich oft spüre, ist ein Angstgefühl, aber ein undefiniertes und somit namenloses.

    Wenn ich loslasse, wenn ich die Kontrolle abgebe (was ich momentan laufend bewusst praktiziere, denn ich habe für mich spirituelle Wege gefunden), wird es leichter, mein Leben, daher bemühe ich mich darum, wann immer es geht.

    Zitat

    Angst zu haben kann was Schönes sein. Man kann sich drehen, winden und immer wieder hinter der Angst verstecken, versteht jeder, hat jeder schon gemacht, auch ein Alibi. Angst kann auch zur Sucht werden. Sie bringt allerlei in Bewegung und gelegentlich brennt es lichterloh in der Birne, auch trocken. Angst hatte ich auch hier im Forum und ich war sicher kein Angsthase. Wenn mich jemand anmachte oder ich mich, eil ich bei xy etwas las, was nur auf mich zielte, dabei hat jeder sich selbst im Visier oder auch noch nicht.

    Glaubst du, wenn man Angst so drängend und in so mannigfaltigen Facetten erlebt wie ich, sich hinter dem Stachel der Verweigerung, der Abspaltung, dem nicht-fühlen-wollen, die Ursächlichkeit meiner Sucht, meiner Beziehungssucht, verbirgt?

    Hab dank für deine Antwort.

    die Besucherin

  • Hallo Besucherin,

    Glauben, in die Gedanken und Gefühle anderer hineinzuschlüpfen und zu bewerten versuche ich abzulegen. Nicht immer, aber immer öfter, denn ich hatte zu viel Schlüpfriges. Ein Teil meiner Krankheit. Es hilft mir in meiner Mitte zu bleiben und den wunden Punkt zu finden bevor etwas passiert. Nur was mich trifft, betrifft mich. Es ist ganz gut, dass ich mich im realen Leben nicht schnell genug ducken kann, da gibt es einfach was in den Kopp, damit darf ich dann umgehen lernen.

    Die Leute haben früher Latein gesprochen oder französisch, um das gemeine Volk dumm zu halten. Ärzte sprechen immer noch eine besondere Sprache und lassen sich ungern in die Karten schauen, gucken aber dafür zuerst genau auf die Karten. Warum sollte sich ein Therapeut das Brot wegnehmen lassen? Therapeuten können nur so gut sein, wie sie gefordert werden. Wenn einer nicht meine Sprache spricht, ist das schade. Ich kann sie dann lernen. Ich finde es schade, wenn Du die Menschen, die sich die Mühe machen Dich zu lesen und zu verstehen angehst. Schade, weil Du Dir die Möglichkeit Hilfe zu empfangen verbaust. Stell Dir vor Du gehst mit Deiner riesigen Klinge auf Kreuzzug und keiner ist da, ein Kartoffelschäler würde Dir mehr stehen.

    Da sind wir wieder bei den Gruppen, dem gemeinen Volk, so wie hier in diesem Forum, wo Blaublütige und ehemals Blaue unverblümt gemeinsam am Monitor sitzen. Das was zwischen den Menschen passiert, honorarlos einfach so verquerte Strukturen ordnet, dass muss gar nicht wissenschaftlich belegt werden, die Natur repariert einfach. Wenn es in einer SHG flutscht, dann staunen die Ärzte und stehen ratlos dumm rum, Lateinende. Wenn sie wüssten was in den 12 Stufen abgeht, dann hätten sie die ja studiert, das dauert nur zu lange, wer hat schon Zeit ein Leben lang zu lernen. Mit Schnippeln und rausnehmen lässt sich bessere leben. Ich kann die Schritte bis heute nicht sauber aufsagen, obwohl sie ein überlebenswichtiger Teil meines Lebens wurden, aber ich spüre wann ich was zu tun habe.

    Ich stehe bei Dir etwas auf dem Schlauch. Du hast die ganzen Bücher studiert, machst und tust, arbeitest nach 12 Schritten, hast spirituelle Wege, spürst in Dich hinein, fragst und gibst Dir die Antwort. Wenn es nicht zu Deinem inneren Frieden beiträgt, ist irgendwas faul. Die Ursache meiner Ängste, meiner ungestillten Mängel wurde in dem Augenblick unbedeutend, als ich sie liebevoll in der Hand halten konnte. Gut, das hat gedauert und die geknackten Codes zu leben dauert hoffentlich noch lange, dafür habe ich ja viel Zeit.

    Deshalb frage ich Dich einfach: kannst Du Dich liebevoll annehmen, Dich lieben?

    LG Kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Hallo Kaltblut

    ich glaube zu verstehen, was du sagen willst; in deinem eigenen post machtest du darauf aufmerksam, du seiest ein Kopfmensch, und der bin ich auch. Ich denke, ich begreife meine Probleme zu sehr auf rationaler Ebene und zu wenig mit dem "Bauch". Dass ich ich ein Mensch bin, der liest und tief in kausale Zusammenhänge einsteigt, um Geschehenisse zu begreifen, ist nun einmal so; ich eigne mir präzises Hintergrundwissen an und dieses Vorgehen wurde mir bisher noch nie als Nachteil ausgelegt; ohne Neugierde und Analytik keine Wissenschaft - meine Attitüde bringt nicht nur Nachteile für die Gesellschaft; aber um so mehr für mich selbst.

    Und ich gebe dir Recht, sie bringt dort Nachteile, wenn erwünschte Fortschritte eine andere Herangehensweise fordern. Da bedeutet Intellekt eher eine Behinderung als eine wirkliche Gehhilfe. Das habe ich begriffen.

    Aber ich bin hier, um meine Situation zu ändern und von anderen zu lernen. Ich persönlich empfinde es arrogant, anderen Menschen vorzuwerfen, dass sie sich Wissen angeeignet haben, über dass ich möglicherweise nicht verfüge oder es für überflüssig halte; für mich eine nicht weniger arrogante Haltung als man mir explizit vorgeworfen hat.
    Ich werde in diesem Forum künftig auf meine ironiesierende Schreibe verzichten, sie bietet nur Anlass zu Missverständnissen, die ich abstellen möchte.

    Zitat


    Ich finde es schade, wenn Du die Menschen, die sich die Mühe machen Dich zu lesen und zu verstehen angehst. Schade, weil Du Dir die Möglichkeit Hilfe zu empfangen verbaust. Stell Dir vor Du gehst mit Deiner riesigen Klinge auf Kreuzzug und keiner ist da, ein Kartoffelschäler würde Dir mehr stehen.

    Woran machst du das fest? Dass einer meiner Posts zu Unverständnis geführt hat, - dafür habe ich mich erstens entschuldigt und zweitens finde ich die Art wie hier nachgefragt wird, als herausfordernd und wenig verständnisvoll. Mit Kommentaren wie "egal, für wie sexy du dich hälts" und ähnliches weiß ich nichts anzufangen; bisher wurde mir weder Oberflächlichkeit noch Ansprüchlichkeit nachgesagt, sondern eher das Gegenteil. Vielleicht ein Grund mehr, sich selbst zu hinterfragen, ob man da nicht doch etwas falsch verstanden haben könnte.

    Zitat


    Ich stehe bei Dir etwas auf dem Schlauch. Du hast die ganzen Bücher studiert, machst und tust, arbeitest nach 12 Schritten, hast spirituelle Wege, spürst in Dich hinein, fragst und gibst Dir die Antwort. Wenn es nicht zu Deinem inneren Frieden beiträgt, ist irgendwas faul.

    Genau, und deshalb bin ich hier. Allerdings möchte ich noch anmerken, dass ich mich noch nicht lange genug mit den 12 Schritten beschäftige als gemeinhin angenommen, und mir die persönliche Inventur Schwierigkeiten bereitet, darüber man nur mit Menschen sprechen kann, die die Problematik nachvollziehen können, mit denen man überhaupt darüber zu reden in der Lage ist.

    Ich habe mich mit meiner Vergangenheit auf der Kopfebene stark auseinandergesetzt, aber ich denke, dass wirkliche Fallenlassen in die negativen Gefühle hat immer gefehlt, ich schaffe genau das nicht genug oder nur ansatzweise, vielleicht komme ich nicht an den Kern und ich weiß auch nicht, wie ich das zu ändern vermag. Durch den Versuch, immer wieder zu mir hinzuspüren??

    Zitat


    Die Ursache meiner Ängste, meiner ungestillten Mängel wurde in dem Augenblick unbedeutend, als ich sie liebevoll in der Hand halten konnte. Gut, das hat gedauert und die geknackten Codes zu leben dauert hoffentlich noch lange, dafür habe ich ja viel Zeit.

    Deshalb frage ich Dich einfach: kannst Du Dich liebevoll annehmen, Dich lieben?

    Nein, ich glaube ich gehe immer noch nicht wie mein bester Freund mit mir um, aber es ist besser, weit besser als noch vor einem Jahr und deshalb hoffe ich, auf dem Weg zu sein. Das Fatate besteht für mich darin, genug Reflektion zu besitzen um die Ursachen meiner gestörten Anteile zu begreifen, benennen, ausdrücken zu können, aber an die Wurzel des Übels nicht zu gelangen, weil das nur über das Gefühl möglich ist, und daran arbeite ich in kleinen und für mich möglichen Schritten.

    Danke für deinen Beitrag.

    Die Besucherin
    [/quote]

  • Hallo,

    möchte mich espoir gerne anschliessen. Finde diesen beitarg von kaltblut einen der gelungensten und Besten im Co-Forum.
    Noch vor ein paar Wochen hätte ich kein Wort verstanden, war ich doch in der gleichen Flucht vor mir selbst gefangen wie Besucherin. Hab gedacht zu verstehen, zu hinterfragen. Hielt Information für den heiligen Gral, glaube alles zu wissen.

    Nur das Leben und die Annahme des Seins hatte ich dabei vergessen. Information über sich selbst als Flucht vor sich selbst.

    Nicht angebliches Wissen, sondern liebevolle Akzeptanz war der Schlüssel.

    Danke kaltblut für diesen Beitrag :)

    Liebe Grüße

    Kaleu

  • Danke Kaleu,

    ich habe verstanden, was du mir sagen willst. Ich stimme dir voll zu, wenn du sagst, Wissen hätte früher den "heiligen Gral" für dich bedeutet, den Schuh ziehe ich mir widerspruchslos an.
    Information über sich selbst als Flucht vor sich selbst trifft es gut.

    Liebe Grüße
    Besucherin

  • Hallo Besucherin, wie geht es Dir heute?

    Es ist spannend, dich zu lesen, mir gefällt deine wortgewandte und
    intensive Art des Schreibens.

    Aber ich stelle mir natürlich auch die Frage, ob die viele Abwehr, Retourkutschen, diese Form der Auseinandersetzng noch hilfreich ist.
    Gibst du damit nicht zu viel von dir ab? Was macht das mit dir?

    Zitat

    Glaubst du, wenn man Angst so drängend und in so mannigfaltigen Facetten erlebt wie ich, sich hinter dem Stachel der Verweigerung, der Abspaltung, dem nicht-fühlen-wollen, die Ursächlichkeit meiner Sucht, meiner Beziehungssucht, verbirgt?

    Oder? Die starken Gefühle, die überbordende Sehnsucht nach Beziehung, ist ein Zeichen dafür, dass deine Seele mit den Tempo an Gedanken nicht mehr mithalten kann. Auch die Seele will gehört werden, sie braucht reale Erfahrungen, sie braucht genauso unsere Aufmerksamkeit.


    Ich wünsche dir Gelassenheit, pass auf dich auf und bleibe dir treu, sei stolz auf dich, denn soviel Power hat auch nicht jeder.

    LG Emma

  • Liebe Besucherin,

    Zitat von Besucherin


    Information über sich selbst als Flucht vor sich selbst trifft es gut.

    ich verfolge Deinen Thread von Beginn an und musste feststellen, wie sehr Du mich an mich selbst erinnert hast. Und das ist gar nicht lang her.
    Und ich muss gesetehen - wie erschreckend diese Erinnerung sich anfühlte.

    Gefangen im Intellektuellen mit der angeblichen Gewissheit - ich tu ja was, ich kümmere mich.

    Ich weiss nicht was letzten Endes nun wirklich der Grund warum ich plötzlich das alles in die Tonne kloppen konnte. Dieser angelesene Mist von dem ich dachte ihn zu verstehen, einfach nur Mist. Durch die bank. Denn es führt mich nicht zu mir hin, sondern immer weiter von mir weg. Was hab ich mir eingebildet, wie toll ich wäre, wie wissend. Wollte die ganze Welt belehren weil ICH es jetzt kapiert hatte und alle anderen ja blind durch's Leben laufen.

    Ich hab einen inneren Wderstand gespürt wenn ich daran dachte, das alles mal bleiben zu lassen und mich einfach anzunehmen. Irgendwas passierte dann, ich weiss es nicht was - und seitdem gehts. Diese ganzen Bücher sind mir sowas von egal geworden. nette Theorie, ja, im gegensatz zum Leben selbst aber farblos, kalt, langweilig.

    Ich darf jetzt endlich aufhören mit diesem ewigen Kampf gegen das Leben und darf anfangen zu Leben!

    Noch vor wenigen Wochen hätte ich auf kaltbluts Posting reagiert wie Du. Analytisch zerlegt, teilweise widerlegt. Aber es war nur die Flucht davor diesen einen Schritt zu machen und einfach nicht mehr zu wissen. Sondern zu vertrauen und zu glauben.

    Heute lese ich kaltbluts Posting mit einem freien Lächeln im Gesicht und jedes einzelne Wort fühlt sich einfach nur "echt" an.

    Liebe Grüße

    Kaleu

  • Liebe Besucherin,

    ich verfolge Deinen Thread schon seit längerem. Irgendwas machte es mit mir, doch ich konnte es nicht greifen und jetzt machts irgendwie Klick.

    Dieses ständige Analysieren im Kopf kenne ich auch, doch ist es eine Strategie. Eine Strategie als Schutz, nicht wirklich in das Gefühl zu gehen.

    Wenn wir beginnen unsere Dinge bzw, unseren Schmerz wirklich zu FÜHLEN, dann beginnt er sich zu transformieren und das kann einfach dauern, da ist teilweise so unendlich viel......

    Und ich kenne es, dass wenn ich im Gefühl bin, sich sofort wieder der Kopf einschaltet, aus Schutz den Schmerz nicht auszuhalten.

    Das ist meine Erfahrung.

    Liebe Grüße Martha

    Achte auf deine Gedanken, sie sind der Anfang deiner Taten ...

    Trocken seit 2010

  • glück auf besucherin

    Zitat von Besucherin

    Das Fatale besteht für mich darin, genug Reflektion zu besitzen um die Ursachen meiner gestörten Anteile zu begreifen, benennen, ausdrücken zu können, aber an die Wurzel des Übels nicht zu gelangen, weil das nur über das Gefühl möglich ist, und daran arbeite ich in kleinen und für mich möglichen Schritten.

    diese selbsterkenntnis ^ is n wichtiger schritt in die zukunft (du weist selbst am besten wie schwer dir die umsetzung fallen könnte)

    guck mal hier: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…topic20346.html

    könnte dir helfen - stehn auch paar buchempfehlungen drinn
    ich wünsch dir dass du dir zeit nehmen kannst - für dich

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hallo zusammen,

    da sind wir wieder bei einem anscheinend zentralen Thema der Sucht/ Lebensbewältigung:

    Sich selbst lieben?!

    Wie geht das?

    Kaltblut, der alte Weltklassealkoholiker ;-), der sich nicht zu schade ist dahin zu gehen wo es weh tut: in die Kreisliga, da wo noch der echte, wahre Fußball gespielt wird, wo die Liebe zum Spiel noch wahrhaftig ist, wo Schauspielerei verpönt ist, der schreibt dazu :

    Die Ursache meiner Ängste, meiner ungestillten Mängel wurde in dem Augenblick unbedeutend, als ich sie liebevoll in der Hand halten konnte.

    Dieses „liebevoll in den Händen halten können“, wie kommt man, wie komme ich dahin?

    Ist das ein Geschenk? Von wem? Ein Geschenk, das ich mir selbst mache? Eine spirituelle Erfahrung, die man/ich erwerben/erlernen kann? Kann man dieses Geschenk behalten? Wie pflegt man es?

    Ich hatte das Gefühl, das mein Leben ein Geschenk ist, als ich nach meinem Entzugsdelir langsam wieder in die Welt zurückkam. Alles fühlte sich neu an: Atmen, Essen, Riechen …

    Dieses Gefühl hielt einige Wochen, Monate. Dann kam die LZT. Dort wurde mir vermittelt (so habe ich es damals empfunden), dass ich jetzt meine Lebensgeschichte „aufarbeiten“ müsste um ein trockenes Leben führen zu können. Es wurde eine lange Liste von Defiziten gemacht, die ich alle aufarbeiten sollte. Analysieren, verstehen, ändern.

    Ich habe das teils mit Interesse, teils mit Widerwillen gemacht. Irgendetwas hat mir gefehlt. Heute weiß ich, was mir gefehlt hat:

    Dass sich jemand mit mir gefreut hat, dass ich am Leben bin. Mit all meinen vermeintlichen Defiziten, Ängsten, etc.

    Ich habe das Gefühl „mein Leben als Geschenk zu betrachten“ nach und nach verloren. Ich habe dieses Gefühl nicht gepflegt. Ich bin in diesem Analysierungsmuster stecken geblieben. Ich habe mich und andere ständig analysiert. Und im Außen immer wieder versucht Lösungen zu konstruieren, zu inszenieren. Die Liebe zu mir, zu meinem Leben ist dabei auf der Strecke geblieben.

    Heute beginne ich wieder von vorn. Ich lege diese kostbare Pflanze „Leben“ wieder vom Gedanken- und Gefühlsgestrüpp frei. Ich erlaube mir, dass ich mich um sie kümmern darf.

    Ich bedanke mich bei allen, die hier offen ihre Gedanken und Gefühle formulieren.

    Liebe Grüße
    Manfred

  • Lieber Manfred,

    ich muss gerade lächeln als ich Dein Posting lese...

    Beginnst mit einer Frage...

    Zitat

    Ist das ein Geschenk? Von wem? Ein Geschenk, das ich mir selbst mache? Eine spirituelle Erfahrung, die man/ich erwerben/erlernen kann? Kann man dieses Geschenk behalten? Wie pflegt man es?

    und endest mit der Antwort.

    Zitat

    Ich erlaube mir, dass ich mich um sie kümmern darf.

    Liebe Grüße

    Kaleu

  • Zunächst mal bedanke ich mich für Eure Rat- und Vorschläge, Beobachtungen und Schlussfolgerungen.

    Emma fragte mich, wie es mir geht und ich kann nur sagen, ich fühle mich müde, abgeschlagen, als ließe meine Seele langsam einen schweren Vorhang vor die Bühne meiner Pseudo-Stärke fallen.
    Und irgendwie glaube ich plötzlich gar nichts mehr zu wissen, fühle mich durcheinander, so als bemühte ich mich, in einem Haufen wirr verknäulter Fäden einen Anfang zu finden, um das zu undurchschaubare Chaos entwirren.

    Fest steht für mich, gar nicht zu leben, um so mehr gelebt zu werden. Langsam lasse ich los, mal ganz kurz, um mich schnell wieder festzuhalten, wenn die Angst kommt, um wieder Mut zu sammeln, erneut loszulassen, jedes Mal ein wenig länger.

    Wer bin ich eigentlich? Gibt es da noch jemanden unter dem Intellekt oder hat er mich geschluckt? Ich weiß es nicht.
    Was ich weiß ist, dass ich immer meine Werte gelebt und verteidigt habe, und es sind hohe Werte gewesen. Nur gegenüber mir selbst schienen sie bisher keine Geltung zu haben; der Mensch, der als Sender dieser Maßstäbe in seiner inneren Ummauerung saß, blieb verborgen und wurde lebendig begraben unter einer Woge überzogener Ansprüche an sich selbst.

    Meine Traurigkeit spüre ich von allen Gefühlen am deutlichsten. Und diese Trauer ist eine bohrende, sie rinnt mir die Kehle hinab, dass ich weinen möchte und es nicht kann. Warum kann ich es nicht? Dabei habe ich diese ungeweinten Tränen schon so oft in mir gespürt in den Jahren, über das kleine, sitzengelassene Mädchen, das verschreckt in seinem selbstinszenierten Gefängnis sitzt und sehnsüchtig aus ihrem Seelenkerker schaut, auf die Anderen, auf das Leben, das für sie nicht greifbar ist.

    Zitat


    Ich darf jetzt endlich aufhören mit diesem ewigen Kampf gegen das Leben und darf anfangen zu Leben!

    Anfangen zu leben, hört sich gut an. Wirklich gut.
    Vertrauen und glauben, vielleicht lerne ich es ja noch.

    Liebe Grüße

    Besucherin

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