Komme nicht aus dem Tief!

  • Hallo Kossi,

    meinst du, dass das verstecken deine Trinkerei vor der Familie deiner Depression förderlich ist. Ich kann mir vorstellen, dass die Angst vor Entdeckung einen immer mehr runterzieht.

    Dass du deine Familie nicht belasten willst, kann ich durchaus verstehen aber wenn der große Knall kommt, bleiben womöglich nur noch Scherben übrig.

    Kann es sein das du deine Familie unterschätzt?


    Gruß Weißbär

    Liebe Grüße
    Weißbär

  • Hallo Weißbär!
    Ich trinke keinen Alkohol mehr, seit über 2 Jahren.
    Meine Frau hatte 2007 zu mir gesagt, sie geht wenn ich nicht zu trinken aufhöre und ich habe aufgehört. Am 7 November, bin ich in eine Psychtrie gegangen und habe Entgiftet, ab 23 November bin ich übergangslos in die Salusklinik in Friedrichsdorf gegangen. Seit dem habe ich keinen tropfen Alkohol in welcher form auch immer, mehr zu mir genommen. Ich verstecke vor meiner Familie, wie es mir wirklich geht und das nichts mit Alkohol zu tun. Ich wollte mich mit 11 Jahren schon mal umbringen. Ein Therapeuth hat zu mir gesagt, ohne Alkohol würde ich schon nicht mehr leben. Aber irgenwann hilft der Alkohol auch nicht mehr. Ich habe zu lange getrunken, dass weis ich und ich werde nicht mehr trinken. Meine Depression wahr vor dem Alkohol da, das ist bewiesen. Was aber meine trinkerei nicht Entschuldigt.
    LG Wolfgang!

  • Hallo Kossi,

    entschuldige Kossi, das habe ich wohl was in den falschen Hals bekommen. Ich bin aber trotzdem der Meinung das deine Familie über deine Verfassung bescheid wissen sollte.

    Deine Depression verändert ja auch dein Wesen und immer schauspielern wird auf die Dauer nicht funktionieren. Mit einem schlecht verheilenden Bruch würdest du auch nicht tun als wäre alles OK. Meinst du nicht, Offenheit würde dich entlasten?

    Gruß Weißbär

    Liebe Grüße
    Weißbär

  • Hallo Weißbär!
    Du hast Recht aber ich habe Angst, große Angst meine Frau zu verlieren . Ich liebe sie zu sehr. Bin nur noch müde und habe keine Kraft mehr.
    LG Wolfgang!

  • Hallo Karsten,
    ich will hier, über meine Gefühle schreiben. Das hilft mir schon sehr. Ich liebe meine Frau sehr und habe einfach Angst, sie erneut zu verletzten. Ich habe vertrauen in sie, kann aber nicht mit ihr über meine Dpression reden.
    Das liegt nicht an ihr sondern an mir selbst. Wegen meiner Alkoholsucht, kann ich offen mit ihr reden. Sie vertraut mir beim Thema Sucht, sie weis das ich nicht mehr trinke. Unser Haushalt ist Alkoholfrei.
    Mein jetztziges Verhalten, ist sehr von meiner Kindheit geprägt. Hört sich blöd an, ist aber so. Mein Vater wahr Alkoholiker, deswegen war viel Streit in meiner Familie. Meine Mutter hat mich sehr oft mit Missachtung gestraft und das hat mir immer sehr weh getan. Ich bin erzogen worden, nachdem Motto, das wichtigste im Leben ist Arbeit und Leistung. Ich erfülle meine eigenen Ansprüchen nicht mehr. Ich muß sehr viel lernen, aber wie soll ich das meiner Familie erklären, ich weis es nicht. Habe das Gefühl, das ich Verrückt werde.
    LG Wolfgang!

  • Hallo Kossi,

    du schreibst, du erfüllst deine eigenen Ansprüche nicht mehr. Sind es wirklich DEINE Ansprüche? Oder sind es die Ansprüche, die deine Eltern in dich "hineinerzogen" haben?

    Wenn du magst, lies dich durch die paar Seiten hier. Mir hat es sehr geholfen, mein heutiges Verhalten zu begreifen. Vielen von uns Erwachsenen Kindern von Alkoholikern geht es ähnlich. Als ich die Zusammenhänge zwischen früher und heute erkannte, wurde ich wieder handlungsfähig.

    Viele Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo Kossi,

    ich habe Deinen Thread aufmerksam verfolgt. Toll, dass du Dich so einbringst. Bin sicher, dass Dir das gut tut und andere können auch von Deiner Erfahrung mit dem Trocken werden und Bleiben profitieren.
    Inzwischen ist es ja auch im Forum angekommen, dass Alkohol nicht Dein momentanes Problem ist. Das hast Du ja bis jetzt super gemeistert !

    Doch bei dem eigentlichen Problem, den Depressionen hakst Du noch fest. Karsten schreibt, Du drehst Dich im Kreis - ja, das ist ja auch klar, sonst wär's kein so heftiges Problem. Wenn du wüsstest, wie Du aus dem Kreisverkehr rauskommst, wär ja schon Vieles besser : Blinker setzen :wink:

    Aber wie viele hier schon geschrieben haben, nochmal in aller Deutlichkeit :

    Zentraler Dreh- und Angelpunkt bleibt die Offenheit gegenüber Deiner Frau. Du liebst sie und Du DARFST Dich ihr gegenüber öffnen, was Du fühlst, wie schlecht es Dir geht, wovor Du Angst hast ( sie zu verlieren ) .... Vielleicht erfährst Du dann auch, was ihre wirklichen Gefühle, Ängste, Erwartungen sind.
    Das Zudecken und Schauspielern erhöht Deinen Druck nur immer weiter. Bitte mach' das zu DEINEM zentralen Thema, das Du jetzt angehst und nimm die Therapeutin zur Hilfe. Sie weiß bestimmt, wie Du das einleiten kannst.
    2. Schritt : Ihr überlegt gemeinsam, was jetzt für Dich die beste Therapieform ist, mit der auch sie mitgehen ( im Geiste ) kann.

    Ich drück' Dir die Daumen !
    Bettina

    P.S. Neulich las ich einen schönen Satz : Wo die Angst ist, da ist der Weg !!!

    Ganz liebe Grüße
    Spes

  • Hallo Bettina,
    Danke für den Gestrigen Tag und Deinen Erlichen Worten. Du hast ja Recht ich drehe mich im Kreis und komme nicht von der Stelle. Ich habe kein Selbstvertrauen, nur bei der Shg, habe ich es. Die Beratungsgruppe, in Agatharied tut mir gut, da bin ich ein anderer Mensch. Weiss nur nicht wie ich dieses Selbstbewustsein in mein anderes Leben bringe.
    Grüße
    Wolfgang

  • glück auf wolfgang

    Zitat von kossi

    Die Beratungsgruppe, in Agatharied tut mir gut, da bin ich ein anderer Mensch.

    kannst du deine frau dorthin ^ mitnehmen?

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hi Matthias,
    Meine Frau will dorthin nicht mitfahren. Sie befürchtet hinterher die Probleme der Patienten mit nach Hause zu nehmen. Das mit der Beratungsgruppe ist meine Sache, sie heisst es aber gut.
    Grüße
    Wolfgang

  • @ wolfgang

    kannst du jemand aus der gruppe (n gruppenleiter) - quasi als "moraliche stütze" zu nem gespräch mit deiner frau mit nachhause bringen ?

    glück auf

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Zitat von kossi

    ...Ich habe kein Selbstvertrauen, nur bei der Shg, habe ich es. Die Beratungsgruppe, in Agatharied tut mir gut, da bin ich ein anderer Mensch. Weiss nur nicht wie ich dieses Selbstbewustsein in mein anderes Leben bringe.
    Grüße
    Wolfgang

    Hallo???

    Lieber Wolfgang!

    Auch der selbstbewusste Mann in der SHG bist DU!
    Und die SHG ist ja nun ein wichtiger Teil Deines Lebens!
    DU BIST SELBSTBEWUSST! Voll und ganz...
    Allein in dem Du Dein Befinden so für Dich wahrnimmst, uns davon erzählst, bist Du selbstbewußt.

    Versuch Dich doch einfach mal so zu akzeptieren wie Du bist!
    Das ist einfacher und bekömmlicher, als sich selber unter Druck zu setzen mit den eigenen Erwartungen, die man nicht erfüllt und sich so immer wieder aufs Neue in Frage zu stellen!
    Auch in Deiner Depression bist Du ein starker Mann, der diesen Weg bis hierher gegangen ist.
    Und wenn man sich so mag wie man ist, mit all seinen Macken und angenommenen Unzulänglichkeiten, dann kann man auch viel entspannter daran arbeiten.

    Ich weiß.. Depression ist nix, was man von heut auf morgen abstreift wie den Gips vom Arm!
    Ich hab für mich erfahren, das ist wie mit sonem Herpes an der Schnute!
    Wenn Du ihn einmal hattest, kommt er gern immer wieder.
    NUR... Du erkennst die Vorzeichen und kannst schon prophylaktisch was dagegen tun!
    Aber man wächst auch an dieser Erfahrung...
    Und man weiß nach richtig dunklen Seelenwolken den Sonnenschein wieder so richtig zu schätzen!

    Ich kann verstehen, dass Deine Frau nicht mit möchte in die SHG!
    Irgendwie ist das ja auch Dein Kreis!
    Dein Acker, den Du zu pflügen hast...

    Aber hast Du schon mal daran gedacht mit ihr eine Paartherapie zu machen?
    Mit jemand ganz Neutralem?
    Nicht aus der Gruppe, kein Freund...
    Die Lebensberatung von Caritas und Diakonie (gibt bestimmt auch noch andere) bieten so was ja an!
    Nicht im Sinne von totale Krises beseitigen, sondern einfach um eine ganz andere Beziehung zu definieren.
    Schließlich bist Du ja ein sehr veränderter Mensch, mit dem sie lebt und Du erlebst sie sicher auch in Deiner ja nun schon langen, trockenen Zeit anders und neu! Du bist wacher, aufmerksamer...

    Ich schick Dir ein paar gute Gedanken und bewundere Dich ehrlich für Deinen Weg.

    Nicht Irgendwie, sondern ganz bestimmt!!

  • Hallo Irgendwie,
    Danke für Deine Worte, Du hast Recht mit dem was Du schreibst. Ich liebe meine Frau, sie gibt sich sehr viel mühe ,mit mir. Sie hatte auch ein Gespräch, mit meiner Psychologin. Seit dem bemüht sie sich noch mehr.
    Ich komme mit mir selbst nicht klar.
    Grüße Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,

    ich glaube Du hast meine Worte nicht wirklich verstanden!

    Es geht nicht darum, dass Deine Frau sich bemüht, bemühen musst!
    Veränderungen im Leben gehen nur über einen selbst!
    Andere erreichen da herzlich wenig!
    Da wird sich Deine Frau nen Wolf bemühen und Dein Selbstwertgefühl wird sich auch nicht einen Deut verändern!
    Sorry, wenn ich das jetzt mal so schreibe, denn ich kenne diese Stimmung in der Du steckst aus eigener Erfahrung, aber kann es sein, dass Du ein wenig in Selbstmitleid schwelgst?
    Wir kommen hier ja nun alle mehr oder weniger mit uns nicht klar, sonst wären wir ja im Gummibärchendiskussionsforum!
    Aber wir kommen auch nicht weiter, wenn wir einfach nur diese Feststellung treffen "ich komm mit mir selbst nicht klar!"

    Manchmal lese ich mich und denke "Weib, Du hörst Dich an als hättest Du die Weisheit mit Löffeln gefuttert!"
    Indem ich in diesem Forum schreibe, versuche ich vor allem auch mir immer wieder das, was ich mir wirklich schon erarbeitet habe an Erkenntnissen zu verinnerlichen, umzusetzen... ich weiß, Wolfgang, das ist ein total schwerer Weg!
    Wir können uns hier alle stützen, beraten, auffangen vielleicht..
    Aber den A... hochkriegen und gehen... das muss jeder ganz alleine.

    So... grummel...

    Irgendwie...

  • Lieber Wolfgang,
    ich habe den Eindruck, dass Du sehr diszipliniert seit zwei Jahren nicht mehr trinkst.
    Hast Du schon mal darüber nachgedacht, dass Du vielleicht gerade wegen dieses Verzichts ständig wieder unter Druck geraten könntest?
    Wie sieht es denn mit der Klinik aus?
    Biti

  • Hallo Irgendwie und Biti,
    Habe verstanden was Du meinst Irgendwie, ich bewege mich zwischen Selbstmitleid und Wut. Drehe mich im Kreis und bringe meinen Hintern nicht hoch. Hatte heute das Wochentreffen in meiner realen Shg. und ärgere mich, weil ich meinen Mund nicht aufgebracht habe. Anderen gebe ich gute Ratschläge, mir selbst kann ich nicht helfen. Der Alkohol macht mir keine Probleme, gefährlich sind für mich Medikamente. Ich war letztes Jahr, im Sommer, 7 Wochen lang. Vorher schon mal 6 Wochen in Psychsomatischen Reha, dann noch 6 Wochen in einer Schmerzklinik. Danach habe ich am Tag, bis zu 300mg xxx eingenommen. Ich suche die richtige Klinik, möchte nächste Woche mit meinen Arzt, darüber sprechen.
    Liebe Grüße, Wolfgang!

    edit Martin:bitte keine Medikamentennamen nennen, danke

  • Ich muss Dir jetzt doch noch mal schreiben Wolfgang, weil ich Dir auf keinen Fall mit meinem letzten Post zu nahe treten will...

    Du hast schon so unglaublich viel erreicht, geschafft!
    Da kannst Du einfach nur stolz drauf sein.

    Jetzt geht es darum, die Ursachen Deiner Traurigkeit und Niedergeschlagenheit aufzubröseln...
    Aber da hilft es halt nicht, darin stecken zu bleiben und nur zu erkennen, dass man sich selbst im Weg steht.

    Du wirst auch diesen Weg schaffen, denn schließlich bist Du der starke Typ, der das trinken sein lässt!!!

    Ich wünsch Dir einfach die Kraft und Zuversicht Dich so zu nehmen und daran zu glauben, dass Du auch das hin bekommst!

    LG und gute Nacht...

    Irgendwie

  • Hallo alle zusammen,
    Arbeite die Woch wieder, nach 4 Wochen.
    Arbeite nur noch 5 Stunden am Tag, länger halte ich nicht mehr durch und dass mit 46 Jahren.
    Habe auch noch Heute einen Rüffel vom meinen Chef (Bürgermeister) bekommen. Baut mich auf, klasse bin noch tiefer gefallen. Reperaturen für den Gemeinde Traktor zu teuer und ich bin angeblich schuld. Habe einfach keine Lust mehr. Bin erzogen geworden Leistung zu bringen und dann kann ich nicht mal 9 Stunden am Tag arbeiten. Ich habe starke schmerzen im Rücken, der ist kaputt. Bekomme aber kaum noch Schmerzmittel, damit ich früh genug mit der Arbeit aufhöre. Ich fühle mich nutzlos und überflüssig. Ich mache sehr viele Fehler und das ist un verzeihlich. Ich habe Druck mich selbst zu verletzen und halte ihn kaum noch aus.
    Grüße
    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,

    Zitat

    Ich suche die richtige Klinik, möchte nächste Woche mit meinen Arzt, darüber sprechen.

    Wie sieht's damit aus? Hast Du was erreicht?

    Gruß
    Oliver

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