Allen wird Alkohol angeboten - nur mir nicht

  • Hallo zusammen !

    Angeregt durch den Thread "Mir wird Alkohol angeboten, was sage ich?" folgt eine weitere, wie ich finde wichtige Frage:

    In einer für mich so nicht vorhersehbaren Situation wird allen Anwesenden Alkohol angeboten, nur mir nicht (weil meine Abstinenz bekannt ist). Unabhängig davon, ob dann auch wirklich alle Alkohol trinken: Was fühle ich in diesem Moment ?

    Stolz ? Ausgrenzung ? Trauer ? Freude ?

    Gerade zu Beginn des abstinenten Lebens finde ich es sehr wichtig sich hierüber Gedanken zu machen, um so vielleicht mit seinen Gefühlen in der akuten Situation besser klar zu kommen

    Ich freue mich über Eure Antworten :D
    Anit

  • ich finde es fürsorglich. An Ausgrenzung dachte ich kein Stück. Einem Diabetiker wird kein normaler Mensch wissentlich Süßigkeiten anbieten.

  • Hallo Anit,

    Für mich wäre das ein Zeichen für respektvollen Umgang - d.h. ich werde so akzeptiert, wie ich bin. Ich würde mich da weder ausgegrenzt fühlen, noch wäre ich traurig, weil der nicht angebotene ALK für mich keinen Verlust darstellt.

    Wenn ich einen Vegetarier einlade, biete ich ihm auch kein Fleisch oder Fleischprodukte an.

    Liebe Grüße,
    Schattenspringer

    Das Beste geschieht JETZT!

  • Hallo Anit,

    vielleicht schreibst du ein Beispiel, welche nicht vorhersehbare Situation das sein könnte?

    Ich informiere mich vorher wo Alkohol angeboten wird, wird Alkohol angeboten gehe ich nicht hin, weiß jeder(ich gehe davon aus, dass der jenige der Alkohol anbietet, das ja auch weiß sonst würde der jenige mir Alkohol auch anbieten) das ich Alkoholikerin bin und auch dass ich bewusst deswegen, solche Veranstaltungen usw. meide, ist das für mich persönlich sehr Respektlos und unter diesen Umständen sogar Demütigend, weil der jenige der das macht, macht das ja bewusst trotzt des Wissens.
    Situation wo Alkohol plötzlich vom Himmel fällt gibt’s für mich nicht, der jenige der das mit mir machen würde ist dann mein „Feind“.

    LG
    Maria

  • Hallo Anit,

    gerade am Anfang fand ich es sehr schön wenn mir kein Alkohol angeboten wurde und man mir die Auswahl der nichtalkoholischen Getränke nannte. War und ist für mich ein Zeichen von – ich denke mit -, Fürsorge– und Akzeptanz.
    Es gibt allerdings auch die Menschen die einem mit einer abwertenden mitleidigender Geste sage – auch du darfst ja nicht -. Das finde ich dann voll daneben.

    Ich ärgere mich aber, wenn ein ‚Eingeweihter’ mir Alk anbietet. Dann bin schon stinkig. Habe dann das Gefühl, ich bin es nicht wert, dass man sich über mich Gedanken macht.

    Weißbär

    Liebe Grüße
    Weißbär

  • Zitat von maria44

    Hallo Anit,

    vielleicht schreibst du ein Beispiel, welche nicht vorhersehbare Situation das sein könnte?

    Ich informiere mich vorher wo Alkohol angeboten wird, wird Alkohol angeboten gehe ich nicht hin, weiß jeder(ich gehe davon aus, dass der jenige der Alkohol anbietet, das ja auch weiß sonst würde der jenige mir Alkohol auch anbieten) das ich Alkoholikerin bin und auch dass ich bewusst deswegen, solche Veranstaltungen usw. meide, ist das für mich persönlich sehr Respektlos und unter diesen Umständen sogar Demütigend, weil der jenige der das macht, macht das ja bewusst trotzt des Wissens.
    Situation wo Alkohol plötzlich vom Himmel fällt gibt’s für mich nicht, der jenige der das mit mir machen würde ist dann mein „Feind“.

    LG
    Maria

    will ich mal ganz respektlos sein : wer lesen kann is eindeutig im vorteil

    glück auf maria

    bist du im falschen thread?

    alle anderen bekommen n glaß sekt zum anstoßen - ich bekomm n glass wasser - wieso is der der mir das wasser gibt mein feind?

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hallo Anit,

    ich kann mich an zwei Situationen erinnern, bei denen mir Alkohol angeboten wurde.
    Die erste kam für mich überraschend und passierte im Urlaub (!).
    Ich wartete auf eine dort kennengelernte Person, die kurz noch was einkaufen wollte, vor einem Supermarkt. Als er herauskam, hatte er zwei Bier in der Hand. In dem Moment war mir klar, dass er mir eins anbieten würde und ich erinnerte mich ans Forum und daran, dass hier vor Urlaubsreisen zu Beginn der Trockenheit, gewarnt wird.
    Ich war zu dem Zeitpunkt etwa ein Jahr trocken. Möglicherweise habe ich auch deswegen keine Emotion, an die ich mich jetzt erinnern könnte, beim ablehnen empfunden. Es war irgendwie natürlich.

    Bei der zweite Situation war ich bei der Hochzeit meines besten Freundes. Ich habe im Vorfeld wirklich lange überlegt, ob ich überhaupt hin gehen soll, denn mir war klar, dass man mir Alkohol anbieten und das dort viel getrunken würde.
    Ich dachte darauf vorbereitet zu sein, aber ich fand die gesamte Veranstaltung so schrecklich, dass ich, um ehrlich zu sein, froh war, als man mir Alkohol anbot und ich das zum Anlass nahm, um gehen zu dürfen. Das war während des Menues, so gegen 21:30 Uhr.
    Heute würde ich sagen, dass es ein Fehler war die Hochzeit zu besuchen. Ich würde es nicht mehr machen - bester Freund hin oder her.
    Ich kann das einfach nicht mehr ertragen.

    Oliver

  • Hallo Matthias,


    Ich denke nicht dass ich im falschen Thread bin,
    welche nicht vorhersehbare Situation ist denn das, wenn alle einschließlich denjenigen der Alkohol ausschenkt, wissen das ich Alkoholikerin bin und dass ich Situationen in denen Alkohol ausgeschenkt wird bewusst meide? ich mich davor auch noch bewusst informiere weil das tue ich auch, diese Verantwortung trage ich für mich.
    Wüsste derjenige nicht das ich Alkoholikerin bin, würde mir ja auch Alkohol angeboten oder steht bei dir auf dem Stirn geschrieben dass du Alkoholiker bist?

    Gruß
    Maria

  • Hallo Maria,
    ein Beispiel, dass mir noch stark in Erinnerung ist:

    Eine gute Bekannte feierte ihren Geburtstag. Nachmittags hatte sie zum Kaffee eingeladen und dann sollte es zwanglos in ein abendliches Event übergehen. Die anderen Gäste kannte ich nicht besonders und sie wußten auch nichts von meiner Krankheit. Die Gastgeberin natürlich schon.

    Ich bin also extra nachmittags hin, denn das es abends dort Alkohol geben würde, war vollkommen klar. Nun wurde aber zu meinem großen Erstaunen schon um 16.00 Uhr die erste Flasche Sekt geköpft. Vielleicht war es naiv von mir, aber ich hatte das so nicht vorausgesehen.
    Da die Gastgeberin von meiner Krankheit wußte, bot sie mir kein Glas an. Ich blieb einfach bei meinem Kaffee, während alle anderen intensiv betreut (so kam es mir vor) und mit Sekt versorgt wurden. Ganz ehrlich, ich kam mir in dem Moment reichlich blöd und überflüssig vor und habe dann auch zugesehen, dass ich schnell Land gewinne.
    Vielleicht wird meine Frage mit dem Hintergrund ein wenig klarer.

    Liebe Grüße
    Anit

  • Hallo Anit,

    deine Bekannte wusste von deiner Krankheit, hast du sie auch gefragt ab wann Alkohol ausgeschenkt wird und auch gesagt dass du bewusst solche Situationen meidest?
    Ich denke dass ich für mich die Verantwortung habe und die Aufgabe mich vorher genau zu erkündigen.
    Mache ich das nicht und passiert das was du ja schreibst kann ich denn diese Situation als nicht vorhersehbar nennen?

    LG
    Maria

  • Hallo Anit,

    so wie du dein Erlebnis beschreibst geht es wohl vielen ‚Anfängern’.
    Du hattest dir ja extra den Nachmittag ausgesucht, um dem Alkohol zu entgehen und dann werden deine Pläne nicht eingehalten. Ich nehme an du hast dich in dem Moment deplaziert gefühlt. So nach dem Motto – alle nur ich nicht -. Wahrscheinlich, wenn du genau hingesehen hättest, wäre dir aufgefallen, dass nicht alle Sekt getrunken haben. In solchen Situationen nimmt man alles persönlich.
    In meinen Anfangszeiten, wenn ich in solche Situation geraten bin, war ich nach 5 Minuten weg.
    Heute bin ich da gleichmütiger, ich suche solche Situationen nicht aber ich gerate auch nicht in Panik, verlasse allerdings die Veranstaltung, wenn ich merke es tut mir nicht gut.

    Gruß
    Weißbär

    Liebe Grüße
    Weißbär

  • Hi,

    ich freue mich, wenn man fürsorglich ist und es dem Gastgeber wichtig ist, dass ich etwas leckeres, nicht-alkoholisches bekomme.

    Genauso freue ich mich aber, wenn ich einfach normaler Teil der Gruppe bin, auch wenn die anderen was trinken und ich nicht. Neulich hat der Gastgeber auf einer Party ganz vergessen, dass ich alkoholkrank bin und es wurde von einigen gut Gas gegeben auf der Party. Am nächsten Tag ist es ihm dann wieder eingefallen und es war ihm peinlich. War aber kein Problem für mich und ich fand es irgendwie süß. :)

    Eric

  • Hallo !

    Zitat von maria44

    hast du sie auch gefragt ab wann Alkohol ausgeschenkt wird und auch gesagt dass du bewusst solche Situationen meidest?

    Zweimal nein. Der Gedanke ist mir seinerzeit gar nicht vorher gekommen.

    Du triffst es ziemlich auf den Punkt, Weißbär. Genau so ging es mir dort. Mag sein, dass es ein typischer Anfängerfehler war. Aber dann müßten andere ja ähnliche Erfahrungen gemacht haben !?!

    Auch heute, nach immerhin fast 2 Jahren Abstinenz, mag ich solche Momente immer noch nicht. Ich finde daran nichts tolles, dass der Gastgeber mich außen vor läßt. Da kamen sogar schon so zickige Gedanken auf, wie "Warum entscheidet der jetzt für mich, dass ich nichts alkoholisches trinke, indem er mir nichts anbietet. Das ist doch mein Ding." :oops:

    Dreimal lieber wäre es mir, wenn einfach alle anderen auch keinen Alkohol konsumieren würden und die Situation so einfach nicht entsteht.

    Liebe Grüße
    Anit

  • glück auf nochmal anit

    Zitat von Anit

    Ich finde daran nichts tolles, dass der Gastgeber mich außen vor läßt. Da kamen sogar schon so zickige Gedanken auf, wie "Warum entscheidet der jetzt für mich, dass ich nichts alkoholisches trinke, indem er mir nichts anbietet. Das ist doch mein Ding." :oops:

    deine gedanken kann ich zumindest verstehen - allerdings ises bei mir so das mich von anfang an nich gestört hat wenn in meiner gegenwart konsumiert wurde - ich freu mich weil der gastgeber meine entscheidung offensichtlich akzeptiert hat + mich als abstinent lebenden respektiert - ich hau allerdings auch ab wenn die ersten gäste besoffen sind (das sinnlose gelalle stört mich)

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hallo Anit,

    ein Nichtalkoholiker kann wahrscheinlich nicht nachvollziehen wie es dir in einer solchen Situation geht. Bei Einladungen darauf hoffen, dass nichts Getrunken wird, ist Wunschdenken. Jeder Gastgeber hat das Recht seine Feier so zu gestalten wie er es für sich richtig findet. Bei z.B. Familienessen oder ähnlichem sehe ich es anders, da ist Rücksicht angebracht.

    Ich verstehe allerdings nicht, warum du dich ärgerst, dass deine Gastgeberin dir die Wahl genommen hat Sekt ja oder nein. Was würdest du sagen, wenn sie dir Sekt angeboten hätte?
    Vergesslichkeit, Ignoranz oder Desinteresse?

    Gruß
    Weißbär

    Liebe Grüße
    Weißbär

  • Zitat

    welche nicht vorhersehbare Situation ist denn das, wenn alle einschließlich denjenigen der Alkohol ausschenkt, wissen das ich Alkoholikerin bin und dass ich Situationen in denen Alkohol ausgeschenkt wird bewusst meide?

    da gibt es ganz viele. Alkohol ist überall präsent! Das ist mir vorher noch nie so sehr aufgefallen wie jetzt, wo ich abstinenz bin. Und nicht immer kann man den Situationen ausweichen oder sich entziehen. Bei der letzten Fortbildung gab es einen Sektempfang.... Fernbleiben von einer beruflichen Fortbildung- das geht nun mal gar nicht

  • Hallo Weißbär,

    Zitat von Weißbär

    Was würdest du sagen, wenn sie dir Sekt angeboten hätte?

    Ähm ... ok .... :oops: ... Du hast ja recht, Weisbär. Dann lieber so. Es waren ja auch extem zickige Gedanken, gebe ich ja zu :oops:.

    Liebe Grüße :D
    Anit

  • Hallo Xenica,

    Zitat

    Bei der letzten Fortbildung gab es einen Sektempfang.... Fernbleiben von einer beruflichen Fortbildung- das geht nun mal gar nicht

    Ich kann 10 min. später kommen wenn ich das weiß und niemand wird mir den Kopf abreißen, wenn es notwendig ist kann ich es auch begründen, da es hier um mein Leben geht.Weiß ich das nicht kann ich rausgehen und auch begründen.
    Es geht so einiges.

    Gruß
    Maria

  • öhm .. erstens mal weiß man nicht vorher bei welcher Fortbildung Sekt mit dabei ist und zweitens duldet nicht jeder Arbeitgeber, daß jemand zu spät kommt.
    Ich finde es übertrieben zu behaupten, es geht um das Leben und deswegen sollte/darf man zu spät kommen. Würde ich keinem raten, wenn er damit seinen Arbeitsplatz aufs Spiel setzt. Es geht ums Leben, wenn man wieder trinkt, aber man kann ja nein sagen, ohne seinen Chef zu verärgern

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