Mein Schlüsselerlebnis und die Wende

  • Mir liegt noch etwas auf dem Herzen, was ich schreiben möchte und ich bitte, es innerlich ruhig zu lesen.

    Zitat

    Ich sehe ihn jetzt in einem ganz anderen Licht. Ein veränderter, ja teilweise bösartiger, verbitterter Mann.
    Und so möchte ich auf keinen Fall werden. Das habe ich mir fest vorgenommen. Möchte wieder lachen, offen und glücklich sein, so weit dies möglich ist.

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    Dann gab ich ihm noch einige Teiller. Und schon wieder krachte es zwischen uns. Nur eine Kleinigkeit. Ich sagte ihm, es sei besser, die Teller in Zeitungspapier zu wickeln. Seine Antwort war nur, ich solle das Papier schon hergeben. Dann noch die Bemerkung: "Mein Gott". Ich war auch gleich auf Hochtouren und habe ihm gesagt, dass ich nicht in diesem Ton mit mir reden lasse, ich mir das nicht mehr gefallen lassen würde, ansonsten käme er nicht mehr in die Wohnung und habe ihm das Papier vor die Füße geknallt.
    Im folgenden Disput musste ich mir wieder anhören, dass ich völlig überdreht sei.
    Bevor er ging, kam noch eine kurze gemurmelte Entschuldigung und ein kleines Danke für das Geschirr.


    Alkohol, Abhängigkeit in jeder Form zieht eine Wesensveränderung nach sich, der Mensch ist nicht mehr so wie er vor Jahren noch war.

    Verbitterung, körperliche oder auch psychische Gewalt gehen mehr oder weniger von diesem Menschen aus, jedoch haben Alkoholiker und Co´s Gemeinsamkeiten: Sie können nicht kommunizieren. Sie können nicht wirklich das in Worte fassen, was sie bewegt oder ob oder wie sie Hilfe brauchen ohne anzugreifen oder zu manipulieren. Alkoholiker wie auch Co´s sind kaum in der Lage, gesamtheitlich oder "unwesentlich" erscheinende Dinge erfassen zu können. Oder es wird erfasst und nicht entsprechen bewertet oder reagiert. Und ich stelle hier auch ganz vorsichtig in den Raum, es geht von Beiden Gewalt aus. In verschiedener Form.

    Bitten und danken ist irgendwie verkümmert und es kann ein großer Schritt sein, eine Entschuldigung oder ein Danke auszusprechen und ebenso kann es ein großer Schritt sein, das anzunehmen, ohne es überzubewerten.
    Auch ein großer Schritt:Ein wiederum danken für das Danken ohne sich dabei selbst zu verlieren.

    Es gibt so viele "kleine Druckgeister, die Energien rauben und hinderlich sind/einen zu schaffen machen. Der innere Blick kann sich durchaus mehr auf generelle Abwehr richten, wie auf klare Sichtverhältnisse schaffen für Abgrenzung und Aufbau.
    Es gilt, diese aufzuspüren und diese "Druckgeister" aus ihrem "Fuchsbau" herauszuscheuchen.

    Ha Antilope, das wäre doch gelacht, wenn wir diese Lebensfüchse nicht aufspüren und verscheuchen können!
    Bob der Baumeister würde sagen: Jo, das schaffen wir :D und irgendwie sind wie ja nun Baumeister für ein neues Leben :D

    lg
    Mora

  • Huhu Antilope,

    was mir am meisten Kraft gegeben hat war tatsächlich ganz simpel der räumliche Abstand zu ihm. Jede Begegnung mit ihm während er noch hier gewohnt hat, der Auszug und das alles, das hat Kraft gekostet. Immer und immer wieder. Es hat ständig Wunden aufgerissen. War auch so wie bei dir, hinterher waren wir kaum noch in der Lage, vernünftig miteinander zu kommunizieren, weil alles emotional viel zu aufgeladen war.

    Erst als er endlich weg war, konnte ich in Ruhe Abschied nehmen. Ich hab mir dann häufig diesen Traum den ich von ihm und unserer Beziehung hatte vorgestellt, mir vorgestellt, wie er früher gewesen ist, als ich ihn kennen gelernt hatte. Hab mir das in allen Farben ausgemalt. Und dann bin ich zu dem Schluss gekommen - das alles ist vorbei. Der Traum war eine Seifenblase. Und der Mann von früher ist unwiederbringlich verloren. Ich selbst habe alles menschenmögliche getan, um diese Dinge wiederzuholen. Aber ich weiß, selbst wenn ich für alles Geld der Welt noch viel toller Dinge in Bewegung gesetzt hätte, der Mann von früher wäre nicht zurück gekommen.
    Diese Gedanken machen natürlich traurig und verzweifelt, und diese Trauer habe ich immer zugelassen. Es hat keinen Sinn hier die "Starke" zu markieren.

    Alles weitere hat Mora schon geschrieben, sehr schöne Beiträge, aus denen ich auch für mich viel mitgenommen habe. Danke dafür :) !

    LG
    Plejaden

  • Hallo Mora und Plejaden,

    dannke für die tollen Beiträge, die so ehrlich und doch so traurig wahr sind.

    Ich denke, wir Cos müssen meistens auch durch diese Hölle, bevor wir eine Veränderung an uns, unserem Leben vornemen können.
    Das alles zu begreifen und umzusetzen dauert sehr sehr lange.
    Ich denke, ich brauche auch noch viel Zeit und die will ich mir geben.

    Mein größter Wunsch ist, XY ohne Wut und Hass verlassen zu können. Und inzwischen meine ich auch wirkliches Verlassen, denn mir ist klar geworden, dass es für uns nie mehr eine gemeinsame Zukunft geben wird und kann.

    Heute morgen konnte ich einen weiteren Schritt tun, um langsam Abschied zu nehmen: Im Wohnzimmer stehen 2 Fotos, wo wir beide drauf sind. Im Urlaub, braungebrannt, glücklich. Aber ich habe in letzter Zeit noch mehr auf diesen Fotos gesehen. Nämlich den ständigen Begleiter der Alkohol war immer dabei. Ich habe mir diese immer und immer wieder angeschaut, den Glanz in den Augen von XY und innerlich gespürt, wie sehr er seinen Freund liebt. Vermutlich noch viel mehr als mich oder sich selbst. Wir waren eigentlich immer zu dritt, vor allen Dingen im Urlaub. Jedes Bild hat auch eine eigene Geschichte. Meist gab es vorher Streit, warum, weil ich merkte, dass er wieder heimlich getrunken hatte, am Strand oder sonstwo. Dann wieder die Versöhnung, die Versprechungen und dazu noch ein schönes Foto !!!
    Im Grunde genommen, waren das alles nur Lügen und immer wieder Lügen. Nur ich habe es nicht gemerkt, oder gar nicht merken wollen.

    Ich wollte die Fotos schon lange entfernen, aber es ging einfach nicht.
    Jetzt stehen sie nicht mehr da, statt dessen ein schönes Bild, das meine Nichte gemalt hat und auf der anderen Seite ein Kerzenständer.

    Irgendwie bin ich traurig und trotzdem froh. Ein Schritt nach dem anderen ; der Anfang ist gemacht. Die Erinnerungen werden nach und nach verblassen und ich muss die Zeit nutzen, muss auf mich achten, dass es mir gut geht.

  • Huhu Antilope,

    das mit den Fotos ist ein schönes Beispiel, ging mir auch so. Ich hab länger gebraucht um alte Erinnerungsstücke entsorgen zu können. Aber dann hab ich sie wirklich sehr radikal weggeworfen, als ich gemerkt hab, dass ich dazu bereit bin, und fülle den leeren Platz nun mit schönen Dingen. Wie du mit dem Bild von deiner Nichte.

  • Hallo Plejaden,

    weggeworfen habe ich die Fotos nicht, aber ganz unten in der Schublade verkramt. Von einem Bild gibt es eine ganze Bildserie, wir hatten sie damals in der Türkei von einem Fotografen machen lassen. Wunderschöne Fotos am Strand und Pool bei Sonnenuntergang. Hat bei XY auch nur geklappt, weil er sich vorher mit Alkohol betäubt hatte.
    Wir hatten deshalb einen solchen Riesenkrach, dass ich beinahe das Fotoshooting abgesagt hätte. Aber der Fotograf war begeistert von uns, toll nicht wahr .....

    Hauptsache, sie stehen nicht mehr als Mittelpunkt in der Wohnung.
    Mit Sicherheit tauchen noch mehr Erinnerungen auf. Habe schon jede Menge kleine Bildchen mit ... Liebe ist .... gefunden, die er ausgeschnitten und mir immer wieder mal so zufällig hingelegt hatte. Diese habe ich allerdings gleich entsorgt.

    Sorry, dass ich wieder anfange und sentimental werde, aber vermutlich geht das noch eine Weile so. Vermutlich brauche ich das auch noch. Aber ich tröste mich damit, dass es irgendwann wieder aufhört.

  • Liebe Anitlope,
    es tut mir leid für dich, tut weh dass alles zu lesen.
    Leider gehts mir gerade auch so, trotz Gewissheit den richtigen Schritt nämlich die Trennung zu tun...vermisse ich ihn jetzt und bin traurig.

    Immer wieder qäulen mich die Fragen ob ich übertrieben habe, viell wirklich zuviel gemekert und ihm zu viel verboten habe....aber all dass nützt nichts mehr.
    Ich muss bei meiner Entscheidung bleiben um nicht unterzugehen. Langsam greift es meine Gesundheit an und mein Körper rebeliert und schreit SCHLUSS damit!
    Ich wünsch dir trotzdem einen guten Tag, viel Kraft und lass bald von dir hören.
    Alles Liebe
    sonne

  • @ Plejaden

    Hallo Plejaden,

    Zitat

    ...Beiträge, aus denen ich auch für mich viel mitgenommen habe. Danke dafür :D

    danke, danke dafür das ich etwas weitergeben konnte, was mir gegeben wurde und es nun dir hilfreich sein kann @-->- :D

    lg
    Mora

  • @ Antilope

    Hallo Antilope,

    I

    Zitat

    ch denke, wir Cos müssen meistens auch durch diese Hölle, bevor wir eine Veränderung an uns, unserem Leben vornemen können.

    Ja Antilope, es bedarf anscheinlich erst einen Tiefpunkt im Leben, ehe wirklich begonnen wird, sich mit der Problematik auseinanderzusetzen und der Mensch bereit ist, wirkliche Schritte zu unternehmen.

    Zitat

    Das alles zu begreifen und umzusetzen dauert sehr sehr lange. ...
    Ich denke, ich brauche auch noch viel Zeit und die will ich mir geben.

    Das ist sehr schön zu lesen Antilope, es ist sehr schön zu lesen weil es weise Worte sind. Sie zeigen Einsicht, wie auch Ziel und Weg. Das ist richtig schön!

    Zitat

    Mein größter Wunsch ist, XY ohne Wut und Hass verlassen zu können.

    Du wirst es schaffen Antilope !!!!

    Zitat

    Heute morgen konnte ich einen weiteren Schritt tun, um langsam Abschied zu nehmen....
    ....Ich wollte die Fotos schon lange entfernen, aber es ging einfach nicht.
    Jetzt stehen sie nicht mehr da, statt dessen ein schönes Bild, das meine Nichte gemalt hat und auf der anderen Seite ein Kerzenständer.

    Ein weiterer Schritt! Super!

    Zitat


    Irgendwie bin ich traurig und trotzdem froh. Ein Schritt nach dem anderen ; der Anfang ist gemacht. ......

    ...Hauptsache, sie stehen nicht mehr als Mittelpunkt in der Wohnung.

    Könnte das, was du empfindest auch als Erleichterung beschrieben werden?


    Zitat

    Die Erinnerungen werden nach und nach verblassen und ich muss die Zeit nutzen, muss auf mich achten, dass es mir gut geht.

    Ich habe über diesen Satz nachgedacht und so bissel für mich umformuliert.in: Ich werde nach und nach mit meinen Emotionen einen anderen Umgang, ein anderes einlassen auf Erinnerungen erfahren und ich werde die Zeit auch nutzen, auf mich wie auch auf mein Umfeld zu achten.

    Was meinst, möchtest du es umformulieren und wie könntest du es für dich umformulieren?


    Zitat

    ...Sorry, dass ich wieder anfange und sentimental werde, aber vermutlich geht das noch eine Weile so. Vermutlich brauche ich das auch noch. Aber ich tröste mich damit, dass es irgendwann wieder aufhört.

    Kein Sorry Antilope! Danke für dein Vertrauen, danke auch dafür, das du mit deiner Offenheit eine helfende Hand uns reichst! Das du Eigenreflektion zeigst wie auch damit andere Menschen ermutigst, dieses für sich selbst zu tun! @-->-
    Das ist ganz toll Antilope und bedarf kein sorry !

    lg
    Mora

  • @ Sonne

    Hallo Sonne,

    ich habe dein Posting gelesen.
    Du hast Antilope angeschrieben, jedoch geht mir etwas im Kopf herum, was ich dich gern fragen möchte.

    Zitat

    Immer wieder qäulen mich die Fragen ob ich übertrieben habe, viell wirklich zuviel gemekert und ihm zu viel verboten habe....aber all dass nützt nichts mehr.

    Sonne? Kannst du dir selbst verzeihen?

    lg
    Mora

  • So ihr Lieben, jetzt kommt meine Eigenreflektion und die war in ihrem Ursprung doch recht erstaunlich :D

    Ihr habt über Fotos geschrieben und ich dachte: Darüber habe ich mir bislang eigentlich nicht so Gedanken gemacht. Und ich erinnerte mich an das 2. Therapiegespräch, als die Therapeutin ganz unvermittelt und für mich zusammenhangslos frug: Und was ist mit den Fotos?
    Ich war verblüfft. Ich dachte: Wie kommt sie denn jetzt auf Fotos?!
    Ich sagte ihr, das ich bis auf wenige Fotos alles zurückgelassen habe, jedoch, wenn ich Fotos brauchen würde, es kein Problem geben dürfte, diese herauszusuchen. Ich dachte nämlich, sie braucht Fotos für die Therapie.
    Zum Thema Kommunikation: Weder meine Reaktion auf ihre Frage, also die durch Verblüffung hervorgerufene Frage nach einem Zusammenhang, noch meine Vermutung teilte ich ihr mit. Soweit zur Fähigkeit der Kommunikation :roll:
    Im weiteren Gesprächsverlauf wurde das Thema Fotos "stehengelassen" und nicht wieder aufgegriffen. Nicht wieviele Fotos und welche. Und ich hatte es gedanklich auch wieder weggelegt.

    Durch diesen Austausch hier fiel erst bei mir der Groschen": Fotos als Teil der Vergangenheitsbewältigung!! So, nun habe ich mir die Fotos angesehen, die ich mitgenommen habe: es sind Fotos mit einem "neutralem" Hintergrund.
    Es sind die Hochzeitsfotos meiner Großeltern und Eltern. Ein schwarz/weiß Foto meines verstorbenen Sohnes, welches im Rahmen einer Freundschaft mit dem gemeinsamen Interesse Fotografie entstanden ist und mir von Anfang an sehr gut gefiel, ja und Fotos meiner Tiere, die z.Teil auch nicht mehr leben.
    Es sind Fotos, die mir keinen Schmerz bereiteten und auch jetz nicht schmerzen. Ich war sehr erstaunt, wie ich damals instinktiv zu dem griff, was mich beim anschauen emotional nicht so belastet.

    Neutral: Die Hochzeitsfotos, ich war nicht bei den Hochzeiten dabei. Das Bild von meinem Sohn stammt aus einer Situation, in der ich auch nicht dabei war. Bei diesem Foto war der Fokus ,ganz versteckt anscheinlich auch als Ablenkung verborgen, die Technik des fotografierens/die Darstellung. Das positive gemeinsame was auch uns verband: die schwarz/weiß Fotgrafie.

    Nun habe ich ja auch inzwischen ein paar "neue" Bilder auf dem PC und ich setze mich einmal in Ruhe damit auseinander: Welche Bedeutung hatten sie am Anfang und welche Bedeutung jetzt. Was lag dazwischen und wie bin ich damit umgegangen. Bissel habe ich schon angefangen, aber intensiv nehme ich mir die Zeit und gehe in innerlicher Ruhe an diese Sache, wenn ich Frei von der Arbeit habe.

    Hey! Ich danke euch ganz herzlich für diesen Gedankeninput für Eigenreflexion!!

    liebe Grüße und eine gute Zeit euch allen :D

    Mora

  • liebe mora,

    tschuldige antilope, dein tread, ich weiss. ich hoffe das macht dir jetzt nichts aus.

    ich habe eine komedienshow gesehen und das war etwas echt beschreibendes. der komiker ist selbst dr. und hat richtig ahnung von dem was er sagt. ich dachte es wär alles ne show, da waren aber gags dabei, die wirklich im ursprung so viel wahrheit mitbrachten und darum war es auch so total lustig dem zuzuhören.

    zum thema glück und glücklich sein hat er es ungefähr so beschrieben, ich gebs jetzt mit meinen worten wieder, da ich das ja hier sonnst anderst nicht reinstellen darf: eine frau kramt nach ner trennung in ner kiste mit alten fotos und häult den schönen zeiten nach. ein bild nach dem anderen ist schöner wie das andere und sie vergisst dabei die zeiten die unschön waren.sie sehnt sich in diese beziehung zurrück. DOCH wer macht schon bilder in einer situation, wo es eskaliert und der schatz gerade am ausflippen ist, so nach dem motto:hey schatz merk dir den gesichtsausdruck ich hol schnell die kammera! fotos zeigen im leben meisst das schönste gesicht!

    ich musste so lachen, da steckt viel wahres dahinter! :wink:

    lieben gruß melanie

  • Hallo Mora,

    es macht Mut und auch viel Spass, sich mit Dir auszutauschen.
    Aber in Deinen Zeilen lese ich auch, dass Du eine sehr tiefgründige und teilweise auch einsame Frau bist.

    Dabei ist es gerade in unserer Situation ganz wichtig, Kontakte zu pflegen, Kommunikation zu üben und auch zu betreiben. Ich denke, das kann man lernen. Bei mir ist in den letzten Jahren viel davon verlorengegangen. Mit den Trennungsgedanken habe ich angefangen, daran zu arbeiten, meine sozialen Kontakte wieder aufzubauen.
    Oberflächlich gesehen, ist das nicht schwierig. Aber mit den Jahren wird man immer sensibler und vorsichtiger im Umgang mit anderen Menschen. Das geht mir auch so.
    Mir wird immer deutlicher bewusst, dass es bei mir noch sehr viele Baustellen gibt.

    Gerade wenn man abends alleine in der Wochnung ist, kommen wieder sehr viele Gedanken in mir hoch. Teilweise überschlägt sich alles.
    XY und ich haben immer sehr viel geredet, wobei ich sagen muss, meistens hat er geredet. Vieles drehte sich um ihn, seine Probleme in der Firma. Später dann kam seine Kindheit mit ins Spiel. Oftmals stoppte ich einfach das Gespräch, weil er kein Ende finden konnte. Heute denke ich, ich war eigentlich immer sein seelischer Mülleimer.
    Ich bin aber sicher, das normalisiert sich mit der Zeit.
    Solange ich nicht anfange, mit mir selbst zu reden ..... lach..


    Zitat

    Die Erinnerungen werden nach und nach verblassen und ich muss die Zeit nutzen, muss auf mich achten, dass es mir gut geht.

    So eine richtige Vorstellung habe ich noch gar nicht, was ich tun möchte.
    Ich denke, einige Dinge muss ich einfach tun, um wieder meine Zufriedenheit zu finden. Deshalb ist es mir erst einmal wichtig herauszufinden, welche Dinge das sind. Erinnerungen spielen eine ganz wichtige Rolle, weil man sich so leicht darin verlieren kann. Damit kann ich im Moment noch nicht richtig umgehen. Aber ich merke schon, diese Erinnerungen müssen einen anderen Stellenwert bekommen. Für mich sehe ich das als eine große Herausforderung an.

    Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, mich nicht so viel mit der Vergangeheit zu beschäftigen. Aber ich merke auch, dass das nicht so einfach geht. Dieser Schritt ist einfach zu groß für mich.

    Ich möchte einfach damit anfangen, möglichst freundschaftlich und emotionslos mit XY umgehen zu können, auch in meinen Gedanken.
    Das ist für mich z.Zt. noch enorm wichtig, damit ich meine innere Ruhe und Zufriedenheit wieder finde.

  • guten morgen ,

    Zitat

    Die Erinnerungen werden nach und nach verblassen und ich muss die Zeit nutzen, muss auf mich achten, dass es mir gut geht.

    aus meiner erfahrung, ich bin ja nun 10 jahre getrennt von meinem exmann ist die:
    die erinnerungen sind heute noch da.ein bild dafür ist ich steh heute daneben und schau mir meine geschichte an ohne das sie mich belastet. die einstellung und auch die gefühle dabei sind heute ganz andere wie damals. es sind bleibende erinnerungen, ich kann sie mir ansehen und habe eine distance dazu aufgebaut. sie sind heute für mich lange nicht mehr so schlimm wie es damals war, weil ich meine einstellung zu dem was einmal war verändern konnte. dazu habe ich auch für mich die einsicht bekommen, das es sich hier um das verhalten zweier suchtkranken menschen gehandelt hatte. wie beide haben dafür die verantwortung, für das was einmal war.das was ich beigetragen habe, das was mich angeht konnte ich mir selbst verzeihen, indem ich an meiner krankheit arbeitete und erkennen konnte, das für das handeln das mich damals in diese situation brachte genauso wenig für konnte wie er. auch ihm konnte ich verzeihen. es handelte sich um ein fehlverhalten beiderseits aufgrund unserer suchtkrankheiten.

    das bedeutet für mich im umgang mit ihm heute das ich lange nicht mehr so ausflippe wie ich es schon machte.hier habe ich eine gelassenheit bekommen,der umgang ist ruhiger geworden da die vergangenheit im heute, die erinnerungen nicht mehr belasten.

    doch kann ich heute mit ihm immer noch nicht freundschaftlich umgehen, weil seine sucht ihn nach wie vor bestimmt. zum schutz für mich lasse ich das lieber bleiben. auch wenn der wunsch da ist mich mit ihm freundschaftlich umgehen möchte geht es nicht, da er ja nach wie vor dort steht wo ich ihn verlassen habe.wenn wir uns begegnen( wegen der drei kinder) spüre ich meine coabhängigkeit und das tut mir nicht gut.also lass ich das bleiben, das ist gesünder für mich.demnach sind begegnungen so selten wie es nur möglich (ein zwei mal im jahr,lieber weniger) ist und nur kurz und knapp.(wären da nicht die kinder hätte ich den kontakt auf 0 reduziert).auch 10 jahre danach ist das nicht möglich, er ist mein suchtmittel.

    auch ein trockener alkoholiker wird nach 10 jahren abstinez kein alkohol trinken können ohne dabei in gefahr zu stehen rückfällig zu werden.ich weiss heute, das ich immer mein leben lang dahin schauen werde und immer aufmerksam bin was meine coabhängigkeit angeht.ich kann das stoppen, aber auch heilung in dem bereich gibt es nicht.

    lieben gruß melanie

  • Hallo Melanie,

    ich kann das sehr gut nachvollziehen, dass Du Probleme hast, mit Deinem Mann freundschaftlich umzugehen. Ich würde mich ebenso verhalten, weil ich nicht damit umgehen kann, wenn ich ihn betrunken erleben muss.

    Ich glaube auch nicht, dass die Zeit dann die Wunden heilen kann. Dafür bin ich wohl auch zu sensibel. Also gehe ich meinem Ex-Partner aus dem Weg, damit keine unnötigen Emotionen oder Konflikte heraufbeschwört werden können.
    Aber wenn Kinder im Spiel sind, ist das leider nicht so einfach. Da muss man einfach stark sein, keiner darf ja etwas merken. Stelle ich mir ganz schlimm vor.
    Dieses Problem habe ich nicht, und bin froh darüber. Bei uns gibt es keine Kinder.

    Nur möchte ich mich nicht ständig damit belasten, dass wir beide uns in diese Situation gebracht haben. Das macht doch nur krank.
    Warum muss ich mich selbst um Verzeihung bitten ?

    Nein, ich akzeptiere die Situation so, wie sie jetzt ist und versuche, in Zukunft achtsamer zu sein, aber ohne mich ständig verbiegen und verkrampfen zu müssen.

    Schau mal, wir haben so lange und erfolglos gekämpft und dann denke ich, muss irgendwann mal Schluss damit sein.

    Dazu noch ein toller Spruch, den mir heute morgen ein Bekannter per SMS schickte:

    "Liebe und lebe den Tag und am meisten Dich selbst, dann ist alles einfach und geht wie von selbst".

    Daran musste ich schon die ganze Zeit denken und ich meine, er hat ja so Recht! Wir müssen es nur umsetzen.

    Übrigens hat er auch ein Alkoholproblem. Seit ca. September trinkt er nach eigenen Worten nicht mehr. Ich habe ihn zufällig in einem Cafe kennengelernt und wir haben uns sofort gut verstanden.
    Er ist wesentlich jünger als ich und ich sehe die Begegnung als eine reine Freundschaft an und halte mich auch dementsprechend zurück.

    Natürlich muss ich mir nun wieder mal die Frage stellen, ob ich diese Männer magisch anziehe oder auch umgekehrt.

    Es gab Zeiten, nach der Trennung von meinem ersten Ex-Alki, da machten mir solche Begenungen Angst, heute werde ich eher nachdenklich.

  • liebe antilope,

    Zitat

    Warum muss ich mich selbst um Verzeihung bitten ?

    na ja, müssen nicht doch es ist ja so, das bei einer dysfunktionalen beziehung immer zwei menschen beteidigt sind. der einer der trinkt, der andere der es mit sich machen lässt. es ist einfacher sich dafon zu distancieren, wenn die einsicht da ist, das sich selbst verzeihen für das was passiert ist. dann geht nämlich das schuldgefühl das da vorhanden ist auch weg.auch das du gekämpft hast um diese beziehung und da ständig verlohren hast macht es ja so traurig. das sich selbst verzeihen meinte ich da hinzuschauen und sich da zu sagen: ich habs gemacht, ich verzeih mir das ich kosbare energie verschwendet habe, so akzeptier ich diese beziehung als ein teil meines lebens, ein kapittel das ich jetzt abschliessen kann.

    Zitat

    Natürlich muss ich mir nun wieder mal die Frage stellen, ob ich diese Männer magisch anziehe oder auch umgekehrt.

    Es gab Zeiten, nach der Trennung von meinem ersten Ex-Alki, da machten mir solche Begenungen Angst, heute werde ich eher nachdenklich.

    ja, denk darüber nach. wir ziehen uns das an, was wir im moment brauchen. du bist gerade frisch von einem alkoholiker getrennt und die begegnung wieder mit einem alkoholiker (egal trocken oder nass)zeigt ja, das du dafon noch nicht los bist.

    ich hab da ein beispiel: als ich depressionen hatte vor zwei jahren und psychisch total labil war habe ich einen mann getroffen der depressiv und schitzophren war! früher habe ich solche begegnungen nie gehabt!heute auch nicht mehr! schon komisch wie das ganze funktioniert!

    lieben gruß melanie

  • Hallo ihr Lieben :D

    wow, ist das schön und inspirierend, euren Austausch zu lesen!
    ok :D,ich möchte mich mit beteiligen und beginne erst einmal aufzurollen :D

    betreffs Komedianshow und Fotos :D

    Jo Melanie, ich musste auch schmunzeln, als ich las und mir so Gedanken machte. Ist was wahres dran! :D
    Und noch ein paar Gedanken zur Fotografie: Wisst´s, mir war und ist teils jetzt noch ein Graus, Fotos zu "schießen" oder mich "schießen" zu lassen nach dem Motto: Mensch beim sonnen, Mensch beim essen, Mensch beim....
    Fotos,bei denen eigentlich das Bild selbst, abgesehen davon das es zu einer bestimmen (Urlaubs)Zeit und an einem bestimmten Ort fotographiert wurde, diese Bilder selbst in ihrer Aussage eigentlich eine gewisse Oberflächlichkeit besitzen.
    ok, das ist das eine. Das andere an was ich denken musste.: Warum habe ich mich sehr selten fotografieren lassen? Warum dann mit oder durch Menschen doch gern und bei anderen wiederum konnte ich regelrecht garstig werden.Und warum habe ich mich selbst auf andere Motivwahl fokusiert? Fazit meines überdenkens: Ich wollte mich unbewusst auch distanzieren. Ich wollte mich auf Bildern nicht darstellen lassen oder mich darstellen, wo sich bei mir mit oder in der Situation etwas sträubte. Rebellion auf der Ebene Fotografie. Ist schon irre die Erfahrung, wo und wie ich Rebellion zeigte.

    Lasst ihr euch gern fotografieren oder habt ihr euch gern oder ungern fotografieren lassen?

  • So, worüber hattet ihr denn noch so Austausch ? :D

    Melanie hat schon sehr viel und hilfreich über sich selbst verzeihen geschrieben. Danke Melanie!

    Jo, Schuldgefühle und auch das sich selbst verzeihen bandeln sehr eng zusammen. Jo, das kann ich nur bestätigen. Das fiese ist, das sich dieser Murks so unscheinbar ins Innere einnistet. Es ist die Summe von "Erkenntnissen/Erfahrungen wie z.B. Wie konnte ich nur...., Warum habe ich es nicht erkannt.... Warum trete ich auf einem Punkt in meiner Entwicklung auf der Stelle..... Ich schaffe es nicht..etcpp.
    Da kommen noch so paar Negativempfindungen dazu, die feiern zusammen eine Party und ein verdecktes Sichnichtverzeihen wächst bis zum Nichtmehrverzeihenkönnen heran.
    Dieses sich verzeihen können, ob es nun durch zu hohe Ansprüche an sich selbst oder durch andere Umstände hervorgerufen wurde/wird, ist wichtig. Dem Einen fällt es leichter dem Anderen etwas schwerer. Jedoch, wird dieser Negativaspekt nicht entlarvt und aus seinem Bau vertrieben, schleppen wir den Murks als Negativballast in unserem Lebensrucksack mit uns rum und hindert uns am "Lebenshüpfen" . Und wer möchte nicht unbelastet durch Leben hüpfen? :D
    Zudem dieses sich selbst verzeihen auch eine Grundlage darstellen kann oder darstellt, in Folge einen Mitmenschen wirklich verzeihen zu können und damit könnte sich auch durchaus ein entspanntes Verhältnis entwickeln, wo es anfangs fast schier unmöglich erschien.


    Zitat

    Übrigens hat er auch ein Alkoholproblem. Seit ca. September trinkt er nach eigenen Worten nicht mehr. Ich habe ihn zufällig in einem Cafe kennengelernt und wir haben uns sofort gut verstanden.
    Er ist wesentlich jünger als ich und ich sehe die Begegnung als eine reine Freundschaft an und halte mich auch dementsprechend zurück.

    Natürlich muss ich mir nun wieder mal die Frage stellen, ob ich diese Männer magisch anziehe oder auch umgekehrt.

    Gute Frage Antilope!
    Dieses sich (gegenseitige) anziehen, was könnte dahinterstecken?
    Was durfte ich mit Hilfe verstehen? Ich versuche mal, das zu formulieren, was ich verstanden habe.

    Da ist auf der einen Seite ein offensichtliches Suchtverhalten, was gelebt und erlebt wird.
    So und auf der anderen Seite ist da eine Unmenge an Informationen, die herausgefiltert und unbewusst in unser Hirn aufgenommen wurden und im Unterbewusstsein abgespeichert wurden. Diese stehen auf Abruf bereit. Es bedarf nur eines passenden Schlüsselreizes und das Schloß springt auf. Lebens-Überlebensnotwendig ist dieser Vorgang, denn würde es dieses nicht geben, gingen wir an Reizüberflutung jämmerlich zu Grunde.
    Etwas absolut Geniales, was da im Menschlein vorhanden ist!

    Knackpunkt ist, das sich bei jeden Anhängigem für sein ganz persönliches Überleben als Abhängiger eine Form/Art und Weise der Druckentlastung manifestiert hat, die ihm ein Wohlgefühl wie auch immer bereitet. Und es hat instinktiv eine immense Sensibilität entwickelt, womit/wodurch/mit wem er diese Druckentlastung oder Wohlfühlgefühl erreichen kann. Eine hochsensible Antenne wohnt dem Menschen inne. Da reicht ein bestimmter Augenaufschlag, eine Geste, ein Lächeln aus und sofort springt das Schloß durch den "Schlüsselreiz" im Hirn auf. Man fühlt sich sogleich auf "gleicher Wellenlänge", weil da Verknüpfungen im Hirn passieren, die bei dem Empfinden -angenehm- eine Verhaltensantwort auslösen und bei -unangenehm- eben eine andere Verhaltensantwort auslösen.

    Bin ich mir dessen bewusst, was da im Hirn passiert und was letztendlich Auswirkungen hat auf mein Verhalten hat, kann ich bewusst damit umgehen.
    Aufmerksam sein, mich selbst und den Mitmenschen besser und umfassender wahrnehmen/verstehen, welches dann Kontakte zulässt, bei denen sich ein abrutschen und ein im Prinzip missbrauchen des anderen größtmöglich ausschließt.

    So, ich wünsche euch einen angenehmen Tag und viel Freude im Herzen!

    lg
    Mora

  • irgendwie fehlt ein Posting :shock:

    Ich stelle es nochmal ein :D

    @ Antilope

    Zitat

    es macht Mut und auch viel Spass, sich mit Dir auszutauschen.

    Danke Antilope! Und sehr gern gebe ich auch dieses Kompliment an dich!

    Zitat

    Aber in Deinen Zeilen lese ich auch, dass Du eine sehr tiefgründige und teilweise auch einsame Frau bist.

    Wow dachte ich, Antilope ist eine sehr aufmerksame und einfühlsame Frau! Und dann upsa,was ist denn tiefgründig? Und was ist einsam? Ist einsam alleine? Und was ist der Unterschied zwischen einsam und alleine? Und ich begann wieder zu bröseln. Was konnte ich erbröseln: Einsam ist ein Gefühl, Allein sein ein Zustand im Kern sozusagen.

    Ja es gab Zeiten, wo ich mich immens einsam gefühlt habe, wo ich mich ab- nein ausgegrenzt gefühlt habe. Dieser emotionale Zustand war fürchterlich für mich. Ich habe mich zu diesen Zeiten nicht gefragt: Ist denn das wirklich so oder bist du diejenige, die sich in dieses Gefühl manövriert hat.
    Was habe ich dabei emfunden?: Ich habe mich abgelehnt empfunden, dort, wo ich eigentlich so gern mit aktiv/dabei sein wollte. Etwas bewegen wollte und ich fühlte mich mit meiner Absicht unverstanden, fühlte mich in Folge abgelehnt was nur den Grund haben konnte: Ich habe zu wenig Wissen, zu wenig Einfühlungsvermögen, ich mache nur Fehler etcpp.
    Und wie war meine Verhaltensantwort? Ich habe immense Anstrengungen unternommen, doch dabei zu sein, "mitzumischen", mich an Menschen festzuklammern. Egal "was es kostet". Und: Ich habe meine Vehaltensantwort keinesfall kritisch überdacht. Jo.
    Himmel war das ein Mauerfall, diesen Punkt loslassen zu können! Manchmal kommt das "Einsamkeitkribbel" wieder hoch, jedoch durfte ich einen Weg erfahren, meinen aufkeimenden Fokus umzulenken.

    Antilope, ich weis nicht was du unter tiefgründig verstehst. Magst es mir bitte erklären?

    Was meine Vermutung dazu ist, würde ich als anlysieren beschreiben wollen. Damit oder dabei habe ich jedoch noch nicht so das Gleichgewicht gefunden. In mir wurde ja so bissel die Freude geweckt, sich mit der Verwendung von Begriffen auseinanderzusetzen. Für die Kommunikation, den Gebrauch von Wörtern wichtig, jedoch, und das hast du vielleicht auch bemerkt, ich kann mich darin regelrecht "festfahren" und das ist wiederum völlig kontraproduktiv. Da brauche ich auch Hilfe von "außen", die mich bremst und wieder auf die richtige Bahn lenkt.


    Zitat

    Dabei ist es gerade in unserer Situation ganz wichtig, Kontakte zu pflegen, Kommunikation zu üben und auch zu betreiben. Ich denke, das kann man lernen. Bei mir ist in den letzten Jahren viel davon verlorengegangen. Mit den Trennungsgedanken habe ich angefangen, daran zu arbeiten, meine sozialen Kontakte wieder aufzubauen.

    Du hast einen superwichtigen Schritt getan, Kontakte aufzubauen! Genial wie du das zu diesem Zeitpunkt erkannt und umgesetzt hast!

    Zitat

    Oberflächlich gesehen, ist das nicht schwierig. Aber mit den Jahren wird man immer sensibler und vorsichtiger im Umgang mit anderen Menschen. Das geht mir auch so.

    Danke für dieses Feedback!
    Kommunikation üben und Kontakte pflegen, jo manchmal bissel schwierig und jo, irgendwie werden wir nicht nur älter sondern auch sensibler. Aber auch bissel weiser, gelle?! Also, :D auf das wir altern um weise zu werden :D

    Zitat

    Ich bin aber sicher, das normalisiert sich mit der Zeit.
    Solange ich nicht anfange, mit mir selbst zu reden ..... lach..

    Ich muss lachen......
    Du, ich spreche doch schon manchmal zu mir: Mora, nun heb doch mal deinen....usw. :roll: :D

    Zitat

    Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, mich nicht so viel mit der Vergangeheit zu beschäftigen. Aber ich merke auch, dass das nicht so einfach geht. Dieser Schritt ist einfach zu groß für mich.

    Umformulieren ist manchmal hilfreich, vielleicht so in etwa: Ich habe mir vorgenommen und in Angriff genommen, mich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und merke, das diese Schritte nicht einfach sind. Diese Schritte sind im Moment schwierig, jedoch nicht so groß, als das ich sie mit Geduld, innerlicher Ruhe, Liebe zu mir selbst und nicht zu hohen Ansprüchen an mich selbst .... nicht bewältigen könnte.

    Umformulierungen können manchmal richtig kleine Mutmacher werden. Was meinst Antilope. Könnte es so leichter für dich innerlich umsetzbarer werden?
    Hilfreich kann auch sein, dieses verinnerlichte "ich muss" herauszunehmen. Sozusagen -ich muss nicht, sondern ich darf.- (im positiven Sinn), -ich bin nicht verprfichtet sondern habe ein liebevolles Bedürfnis die oder jenes zu tun.....-
    So kleine Mutmacher (wie ich es nenne) zu finden,sich selbst liebevoll antragen und nicht sich "aufbrummen". Nicht unbewusst innerlichen Druck aufbauen, sondern durch Umformulierung sogar eine Druckentlastung erreichen.

    Was meinst Antilpoe?

    So, nun bin ich aber wirklich wech :D

    lg
    Mora

  • Hallo,

    nun sitze ich hier, kann nicht zur Ruhe kommen, weil meine Gedanken sich überschlagen.

    Wut, Trauer und die maßlose Enttäuschung ..... immer und immer wieder holt mich das ein.

    Dabei will ich doch so stark sein. Endlich wieder ein Leben führen, ohne XY, der mein ganzes Dasein in den letzten Jahren bestimmt hat.

    Die letzte Woche war für mich wie eine Berg- und Talbahnfahrt. Und ich habe da schon gemerkt, dass ich Abstand von ihm brauche. Es ging schon wieder los, da ich mich viel zu sehr mit ihm in Gedanken beschäftigte.
    Warum, weil er mir erzählte, dass sein Job auf dem Spiel steht, Die Firma wo er als Leiharbeiter tätig ist, hat die meisten Dienstleistungen abgegeben. Und kurz entschlossen die meisten Fremdkräfte und auch einige feste Mitarbeiter entlassen. Noch hat er seinen Job, aber wer weiß wie lange ?
    Typisch für ihn, dass er wieder loslegte und meinte, es wäre alles nur Sch..., am besten auswandern unter der Brücke schlafen.
    Dann noch die Bemerkung, dass er am Do. ja auch wieder zu den anderen Chaoten (die ambulante SHG) gehen müsse.

    Das hat mir schon wieder leid getan. Aber ich habe ihm trotrzdem gesagt, dass er das ja so wollte. Er meinte, ihm wäre ja nichts anderes übrig geblieben, schließlich will ich ihn ja nicht mehr.
    Wieder merkte ich, dass er überhaupt nicht mehr zuhörte, gar nichts realisierte. Auch als ich ihm sagte, dass ich gerne mit ihm zusammen geblieben wäre, nur nicht unter diesen Umständen.
    Er meinte nur, er hätte nur Kompromisse gemacht. Das hat mich wieder so geärgert und ich sagte ihm, dass er mal überlegen solle, wer in unserer Beziehung eigentlich die Kompromisse gemach habe. Und dass eine Beziehung ohne Kompromisse von beiden Seiten einfach nicht funktioniert. Und wieder hatte ich den Eindruck, das interessierte ihn nicht die Bohne. Dann fragte ich ihn, warum er mir nicht die Wahrheit gesagt hätte.

    Als er wieder weg war, ging das gleich wieder bei mir los mit den Tränen. Immer wieder die Erkenntnis, dass wir einfach nicht miteinander reden können. Also habe ich mir vorgenommen, einfach nur noch blah blah blah mit ihm zu reden. Bringt ja doch alles nichts, außer gegenseitigen Vorwürfen.

    Aber es tut trotzdem so furchtbar weh. Ich fühlte mich so allein gelassen und fragte mich, hatte ich jemals das Gefühl, dass ich mit bei ihm anlehnen konnte. Das alles geht dann durch den Kopf, beherrscht die Gedanken und lässt mich nicht wirklich zur Ruhe kommen.

    Die nächsten Tage wo er kam, ging es dann wieder besser.
    Auch hatte ich den Eindruck, dass es wieder möglich ist, sich einigermaßen normal mit ihm zu unterhalten. Wir konnten ganz ruhig über Dinge reden, was vorher nicht möglich war. Nur ja unsere Beziehung nicht ansprechen.
    Ich war so froh, weil ich doch keinen Streit mit ihm wollte.

    Da er erst diese Woche seine Möbel bekommen hat, kam er nun fast jeden Abend um seine Mails zu checken, hat mal dies mal das mitgenommen, seine Wäsche gewaschen usw.

    Vielleich auch deshalb, war ich fast jeden Abend am Heulen. Aber es hat mir irgendwie gut getan. Ich konnte mich ganz langsam verabschieden, wusste auch, dass ich das so wollte. Aber ich konnte endlich auch die Trauer zulassen. XY war fast wieder der Mann, wie ich ihn kennengelernt hatte. Ich habe zwar gemerkt, dass er immer einen leichten Alkoholgeruch an sich hatte, aber er war ruhig und sachlich.

    Bis auf heute, da kam er um die alten Schränke für den Sperrmüll abzubauen. Fragte mich dann, ob er etwas zum Essen für uns holen solle, immer noch ganz freundlich. Obwohl ich schon den Eindruck hatte, er hatte mehr indus als die letzten Tage.

    Irgendwie war ich froh und dachte, warum eigentlich nicht und sagte zu.

    Nachdem wir noch den Keller etwas entrümpelt hatten, fragte er mich noch einmal, was nun mit dem Essen sei und ob ich schon etwas bestellt hatte. Und schon waren wir wieder in einer dieser verdammten zermürbenden Diskussion, wer nun was macht oder nicht macht.
    Es nutzte nichts, dass ich ihm sagte, er wolle doch eigentlich etwas bestellen. Gleich reagierte er wieder heftig und meinte, wenn ich nicht wolle, dann wäre es auch gut.

    Daraufhin habe ich ihm gleich gesagt, dass das so keinen Zweck hätte, dass er besser gehen solle, ich hätte keine Lust mehr auf ein gemeinsames Abendessen unter diesen Umständen.
    Gleich kam wieder die übliche Entgegnung von ihm, ich hätte es wieder geschafft, Hauptsache Zoff.
    Das hatte ich in den letzten Monaten unseres Zusammenlebens so oft gehört.

    Er packte dann noch einige Sachen zusammen und meinte beim Weggehen, ich sollte mir mal einen freundlicheren Ton angewöhnen. Ich sagte nicht viel, sondern nur, dass er inzwischen völlig die Realität verloren habe. Dann meinte er noch, er müsse trotzdem noch ab und zu kommen, da noch der PC usw. usw. in der Wohnung seien.

    Das hat mich wieder so heruntergezogen.
    Immer und immer wieder das gleiche Drama. Wie sich die Geschichten der Co's doch immer gleichen. Eigentlich weiß ich ja, dass es so kommen musste.

    So, jetzt geht es mir wieder etwas besser. Werde jetzt zu Bett gehen, noch einige Tränen vergießen, wie fast jeden Abend und denken und denken und dann hoffentlich gut schlafen.

    Ich merke nur, ich muss einfach lernen loszulassen, es gelingt mir leider noch nicht. Dabei will ich gar nicht mehr mit ihm zusammen sein, das wäre der reinste Horror. Aber es tut trotzdem so furchtbar weh.....
    Es ist, als ob alles über mir zusammenbricht.
    Ich wünsche mir so sehr, dass dieses Gefühl irgendwann mal aufhört., diese Enttäuschung, gepaart mit Wut und Hoffnungslosigkeit.

  • Servus Antilope,

    was mir beim Lesen Deines Fadens immer wieder so in den Sinn kam:

    Wenn Du merkst, dass es Dir nicht gut tut, doch noch nahezu täglich mit ihm konfrontiert zu werden - warum setzt Du ihm dann nicht einen Termin, an dem das alles auf einmal (oder eben zwei Termine) erledigt wird?

    So lange Du permanent auf seine Wünsche und Befindlichkeiten Rücksicht nimmst, kommen Deine Wünsche auf jeden Fall zu kurz.

    LG
    Spedi

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