Jetzt will er, aber ich bin total blockiert

  • Hallo!

    Ich lese schon eine Weile hier mit und bin immer wieder verwundert wie sich die Geschichten gleichen. Ich dachte nur ich wäre so hilflos und verwirrt.
    Mein Mann trinkt seit vielen Jahren. Es hat aber sehr lange gedauert bis er es zugegeben hat.
    Ich habe phasenweise auch weggeschaut, mein Vater ist auch Alkoholiker(trocken). Ich konnte sehr lange nicht fassen dass es mir nochmal passiert, das ich das gleiche erlebe wie meine Mutter. Ich dachte mit mir stimmt was nicht.
    Letztes Jahr war es dann für mich nicht mehr zuertragen. Auch die Kinder litten zunehmend. Ich habe ihm ein Ultimatum gestellt, ich oder der Alkohol. Er hat wirklich alles zugegeben, erst sah auch alles so aus als ob er eine Therapie macht.
    Aber passiert ist nicht viel. Er war ein paar Wochen trocken, aber das ist lange vorbei. Ich sehe das und bin lange handlungsunfähig. Ich habe doch klar gesagt wenn er trinkt ist es aus. Jetzt muss ich handeln. Ich habe ihm also gesag das ich nicht mehr will und dass ich ihn und sein Elend nich mehr ertragen kann. Natürlich kam dann das ganze Programm, Selbstmitleid, Vorwürfe und Selbstmorddrohungen.
    Jetzt war er doch tatsächlich in einer Klinik zu einem Gespräch und geht heute zur Suchtberatung.
    Letztes Jahr wäre ich der glücklichst Mensch gewsen, jetzt kann ich mich nicht mehr darüber freuen. Ist es zu spät für uns, oder sind wir beide so beschädigt dass es erst nach einer Therapie weitergehen kann? Wäre es besser ihm gleich zusagen dass ich nicht mehr kann? Ich will schon das es die Theraphie macht, auch für die Kinder. Aber ich will nicht dass er alles für mich macht. Ich kann nichts mehr versprechen. Meine Kräfte sind am Ende. Ich habe Panikattaken, Schlaflosigkeit.....! Seit letztem Jahr mache ich eine Therapie, auch das ist wahnsinnig anstrengend. Das normale Leben muss ich ja auch aufrecht erhalten. Arbreit, Schule und eine Konfirmation steht auch ins Haus.
    Ich fühle mich völlig überfordert. Eigendlich bin ich recht taff und habe eine grosse Klappe, aber im Moment möchte ich mich in meinem Bett verkriechen und totstellen.
    Danke dass ich das alle smal loswerden darf!
    LG Clärchen

    Das Leben muss nicht immer perfekt sein, um wundervoll zu sein❤️

  • hallo clärchen,

    willkommen hier im forum.


    im grund hast du dich doch schon entscheiden, hab ich den eindruck. nur du hast denmut nicht tatsächlich einen schlussstrich zu ziehen. was hällt dich dafon ab?

    denn es ist nicht relevant was er macht, will , es ist relevant was du möchtest. es gibt viele paare die trennen sich aus dem grund herraus, weil sie nicht mehr miteinander auskommen. mehr grund ist finde ich auch nicht notwendig es zu tun. wenn ich merke ich kann und ich will nicht mehr mit jemanden zusammen sein, dann muss ich das auch nicht. egal was der andere dabei empfindet, ob er nun therapie anfängt oder nicht. du machst dich da schon wieder abhängig von seinem verhalten, wie siehst du das?

    lieben gruß melanie

  • Hallo Melanie!

    Natürlich mache ich mich von seinem Verhalten abhängig, da hast du völlig recht. Wenn er jetzt nicht bereit wäre zu einer Therapie, dann hätte ich schon den Schlußstrich gezogen.
    Aber es bleibt ja immer die Hoffnung dass man nach der Therapie die verlorngegangenen Gefühle wiederfindet.Wenn dieses riesen Thema Alk nicht mehr so übermächtig ist. Ich weiss dass es nie ganz weg sein wird.
    Ich bin da sehr in der Zwickmühle. Es fühlt sich auch nicht jeden Tag gleich an. Nichts ist schwarz oder weiss. Du siehst, ich bin rat und planlos!
    Danke für deine Antwort, schön dass man hier gehört wird!
    LG Clärchen

    Das Leben muss nicht immer perfekt sein, um wundervoll zu sein❤️

  • Hallo Clärchen

    Hab gerade Dein Post gelesen und schwup, war ich in meinem alten Leben drin. Ist nicht das erste mal aber jedesmal wundert mich das enorm.

    Also erstmal herzlich willkommen hier im Forum.

    Ich habe mich von meinem Mann getrennt als ich 41 war. Ich konnte es einfach nicht mehr ertragen, die sauferei, die Beschuldigungen, die Ausfälle, all das was Du bestimmt kennst.
    Da wir leider immernoch zusammen gewohnt haben, hat er es einfach ignoriert. Kann ich ihm auch nicht verdenken, ich habe ja Jahrelang mit trennung gedroht es aber nie durchgezogen.
    Seine trinkerei wurde schlimmer, die Ausfälle und Beschimpfungen immer unerträglicher. Eines Tages sagte ich dann, entweder gehst Du zu Entziehung, oder ich werde Dir nicht mehr in irgendwas helfen.
    Ich habe ihn dann dahin gefahren, obwohl ehrlich gesagt, glaubte ich nicht dass er das schafft. Es war auch klar, dass ich nicht mehr zurückmöchte.
    Das habe ich dann bei den gemeinsamen Besprechungen mit den Ärzten auch deutlich gesagt.
    Was ich damit sagen möchte, es gibt auch andere Problematik außer Alk. Vielleicht durch Alk mitverursacht, die sich aber selbstständig gemacht hat.
    Schau da auch hin...Wenn Du Alk außen vor lässt, ist das noch der Mensch mit dem Du leben willst?
    Wie ist es mit Liebe und Vertrauen und all dem, was Du von einer Beziehung erwartest??

    Und das allerwichtigste. Hast Du für sich Hilfe gesucht?, Bist Du in Behandlung? Hast Du das was Du von Deinem Mann erwartest, auch selber gemacht? Für Dich und für Deine Kinder. Es schadet denen genauso wie das Saufen vom Papa.

    Fang bei Dir an. Da bist Du nämlich in der Lage was zu ändern.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut

    Liebe Grüße
    Grazia

    Da, wo du nur eine Spur im Sand siehst, da habe ich dich getragen...

  • Hallo Grazia!

    Danke für deine Antwort.
    Ja ich bin in Behandlung. Es ist anstrengend, aber mir hilft es. Er empfindet es als Verrat.
    Das Vertrauen und vor allem der Respekt gegenüber dem Partner ist gleich null. Als er bei seinem letzten Absturz heulend vor mir lag konnte ich nur denken: wie erbärmlich!
    Das fand ich sehr erschreckend. Aber ich kann kein Mitleid mit ihm haben, denn er macht ja nicht nur sich kaputt!
    Ich merke sehr deutlich ich bin auf dem Weg zu einer Entscheidung! Früher war ich immer der Meinung das es dumm ist wegen der Kinder und aus finanziellen Gründen zusammen zusein. Aber heute muss ich zugeben das es die Entscheidung wirklich sehr beeinflusst!
    Danke für deine lieben Wünsche!
    LG Clärchen

    Das Leben muss nicht immer perfekt sein, um wundervoll zu sein❤️

  • Hallo Clärchen

    Eben das.
    Für mich wußte ich, dass es einfach zu viel geschehen ist. Ich konnte meinen Mann nicht mehr lieben und nicht mehr vertrauen. Da war einfach zuviel Hass, zuviel Ekel all das was Liebe unmöglich macht.
    Ich habe gemerkt, dass wenn mein Mann nicht da war, war ich nur erleichtert. Nichts anderes, nur erleichtet.

    Gut dass Du in Behandlung bist, ich hatte auch Panikattacken, es war das schrecklichste was ich je erlebt habe.

    Wenn Du in Dich gehst.....wenn Du ab jetzt so Leben konntest wie Du willst, wie wäre das?
    Denk darüber nach...Du hast es in der Hand.

    LG Grazia

    Da, wo du nur eine Spur im Sand siehst, da habe ich dich getragen...

  • liebes clärchen,

    bist du dir sicher, das nach einer therapie dein mann wieder der "alte"sein wird und das verhältnis zwischen dir schwup die wup vergessen sein kann nur weil er nicht trinkt?

    es dauert jahre bis sich das ganze normalisiert hat. nur mit nicht trinken ist es auch nicht getan. das komplette leben wird dadurch umgekrämpelt, wird neu gestaltet muss sein, sonnst kommt er da nicht raus aus dem kreis. wenn das vertrauen zu ihm nicht mehr vorhanden ist, woher willst du da noch was nehmen, zu vertrauen darauf, das er nicht nach der therapie doch wieder ins alte muster fällt?es wird für ihn enorm anstrengend werden und ob er das schafft weisst du ja nicht. was ist wenn er rückfällig wird. wieder ein von vorne anfangen?

    ich will nichts verschreien. im guten fall kommt er heim und geht den weg trocken zu werden. doch auch hier wie siet es denn bei dir aus? ist dann alles vergessen? kannst du das aufarbeiten?wie ist denn das gefühl zu diesem mann? hast du die bereitschaft an dir zu arbeiten?

    scheinbar schon, du macht ja was für dich. behalte das was für dich gut und wichtig ist im auge und mach es nicht von ihm abhängig.spür in dich hinein, was willst du für DEINE zukunft? ist das so umsetzbar wie du es willst?mach das nur für dich und du wirst mit sicherheit sämtliche antworten auf die vielen fragen in dir finden!

    lieben gruß melanie

  • Hallo!
    Danke für Eure Beiträge!
    Es arbeitet in mir und ich werde "hier " auf jeden Fall bleiben. Es tut so gut zumerken dass es Menschen gibt die nach wenigen Worten wissen in welchem Chaos man steckt. Ich habe gute Freundinnen, aber die könnte trotz aller Bemühung nicht verstehen was hier vorsichgeht. Die einen sind radikal, die anderen wollen bloss keine Trennung im Freundeskreis. Alles liebe Menschen, aber von dieser Welt haben sie keine Ahnung. Wünsch ich ihnen auch nicht.
    LG Clärchen

    Das Leben muss nicht immer perfekt sein, um wundervoll zu sein❤️

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