Meine Mutter trinkt und ist dabei sehr aggressiv.

  • Hallo Chaosbloeb,

    ich sehe gerade, daß du noch gar keine Antworten bekommen hast. Nicht immer findet man gleich die richtigen Worte... Aber du wirst gelesen und verstanden. Viele von uns Erwachsenen Kindern haben so oder so ähnliche Erfahrungen.

    Abstand ist schonmal gut. Zum äußeren Abstand kann auch der innere Abstand dazukommen.

    Mir hat Lesen sehr viel geholfen. Und hier mit den anderen Kindern zu schreiben. Außerdem haben mir die beiden Bücher von Woititz sehr weitergeholfen.

    Wie geht es dir inzwischen? Hast du dich im Forum schon weiter umgeschaut? Im geschützten Bereich gibt es auch EK deines Alters, falls du da mal reinschnuppern möchtest.

    Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo Chaosbloeb!

    Ich getraue mich zu wetten, dass das Leben deiner Mutter ohne dich auch nicht schöner, sondern gleich erbärmlich gewesen wäre bzw noch viel erbärmlicher weil sie dich nicht gehabt hätte, um dich zu ihrem Sündenbock für ihre Sucht und ihre Probleme zu machen.
    Wie siehst du das?

    Liebe Grüße und alles Gute dir!

  • Tag Chaosbloeb
    meine Mutter war auch sehr dem Alkohol zugeneigt.Wer arbeitet kann auch saufen und umgekehrt,war ihr Leitspruch.Alkis sind die Assozialen mit denen kann man mal einen trinken,muß aber nicht so werden.Hab es nicht vergessen.Mein Bruder hat sie nach der 1.Scheidung bei ihren Eltern gelassen.Mein Vater ist bei einen Verkehrsunfall als ich 4 war ums Leben gekommen.Da wollt sie mich zu seinen Eltern abschieben,oder ins Heim wegen Schwererziehbarkeit.Meine Schwester sollte bleiben,weil Mädchen.Ihre Männerbekanntschaften waren alle Alkoholiker und mitunter auch Schlägertypen dabei.Da hab ich es manchmal schon mit der Angst bekommen und hab mich herumgetrieben,bis das Jugendamt auf mich aufmerksam wurde.Meine lieben Großeltern haben mich dann aufgenommen,obwohl sie schon über 70 waren.Nach Haus bin ich nicht mehr,und meine Mutter ist dann auch gestorben.Ja so war es bei mir,mal grob umrissen.Tschüss K.U.D.68

  • hallo chaosbloeb,

    es ist schwer, von dingen loszulassen, die man über jahre hinweg gehört hat. aber es ist nicht deine schuld, dass deine mutter trinkt. jeder mensch ist für sich selbst verantwortlich und einem kind die verantwortung geben zu wollen, ist feige. das ist meine ansicht. vor allem fällt es mir so leichter, mich von meinem vater abzugrenzen.

    ich musste mir die letzten monate erstmal klar werden, was ein kind ist, und was die eltern für aufgaben haben. dadurch bin ich erstmal wütend geworden, weil meine eltern mich nicht zu einem selbstbewussten, gesunden menschen erzogen haben. die wut kommt nun immer seltener. nun verändere ich mein leben schritt für schritt.

    es ist schwer. besonders wenn man keine unterstützung von den eltern bekommt, sondern einem gesagt wird, dass man es sowieso nicht schafft.

    mit meinem vater rede ich aber kaum noch, weil es ist so als ob man sich im kreis dreht, immer wieder die gleichen sachen. aber ich war schon enttäuscht, dass er mich nach vier wochen nicht mal gefragt hat, wie mein urlaub war. das hat mir gezeigt, dass ich noch meine zeit brauche. damit er mich mit seinem verhalten nicht mehr verletzten kann.

    ein satz habe ich hier im forum gelesen, der mir sehr geholfen hat. ich weiß nicht mehr genau wie er war, aber es ging darum, dass man nicht für immer das kind der eltern ist. ich bin mehr als das. und du auch.

    liebe grüße, laura

  • Hallo Chaosbloeb,

    Ich kann dich sehr gut verstehen. Für mich ist es schwer vorstellbar, dass irgendjemand verstehen kann, wie es ist in einer Familie mit einem Suchtkranken aufzuwachsen. Mir ist erst in den letzten Wochen klargeworden, wie der Alkohol meines Vaters die ganze Familie beeinflusst. Ich versteh es ja selbst noch nicht ganz, wie sollen es dann meine Freunde verstehen.

    Eins kann ich dir nur raten, hör auf dein Gefühl. Wenn du deine Mutter nicht sehen willst, dann musst du sie nicht sehen. Manchmal frage ich mich, würden das einen die Freunde auch raten, wenn man wirklich geschlagen worden wäre? Aber was gibt es schlimmeres, als wenn die eigene Mutter sagt, wenn du das oder das machst, bring ich mich um. Für mich gibt es nichts Schlimmeres. Egal was man selber im Leben erlebt hat, man darf seinem Kind das nicht antun. Ich habe es selber in der Familie erlebt, dass jemand seinem Kind mit Selbstmord droht. Und nun wundern sich alle, dass das Kind nichts auf die Reihe bekommt. Ich finde es traurig, dass die Zusammenhänge nicht gesehen werden.

    Ich habe sowas nicht erlebt. Mein Vater war selten da, er hat uns mit Schweigen bestraft und uns ständig das Gefühl gegeben, wir seien nicht gut genug. Dadurch hat er es geschafft, dass wir alles daran gesetzt haben, ihm zu gefallen. Ich habe das Leben gelebt, wie er es wollte. Wir alle arbeiten im Familienbetrieb, ich versuche gerade eine neue Arbeit zu finden (was er nicht weiß)... Aber dadurch das er selten da war, ist mir erst sehr spät aufgefallen, dass er Alkoholiker ist. Nun gibt es Leute, die mir versuchen zu erklären, das mein Leben doch gar nicht so schlimm verlaufen ist, und das ist es doch nicht ändern muss. Ich hatte eigentlich gehofft, dass meine Mutter mich verstehen würde – aber sie ist dazu auch nicht in der Lage. Sie ist immer noch so in ihrem Co-Verhalten, und es ihm und allen anderen Recht machen, obwohl sie sich getrennt hat. Ich versuche auf mich zu hören. Ich sage mir, was passiert ist, ist passiert, ich kann es nicht mehr ändern. Meine Vergangenheit gehört zu mir, sie hat mich zu dem Menschen gemacht der ich heute bin. Und ich weiß auch endlich, warum ich so bin. Nur es tut weh, zu erkennen, dass die eigenen Eltern einen nicht gefördert haben, sondern geformt zu dem Mensch, den sie wollen.

    liebe grüße, laura

  • hallo chaosbloeb,

    ich kann gut nachfühlen, wie es Dir gehen mag und ich würde Dir raten nicht wieder in den Kontakt mit Deiner Mutter zu gehen. Du sehnst Dich nach Umarmungen und lieben Worten, aber Deine Mutter ist krank. Der Alkohol ist ihr "Freund" und einziger Geliebter. Es muss schwer für Dich sein und ich glaub auch das es ein langer Weg ist, loslassen zu können.

    Bei mir ist der Vater alkoholkrank und ich habe auch erst jetzt, mit 32 Jahren geschafft mich von ihm loszusagen. Meine Mutter ist co-abhängig und ich natürlich genauso. Wir haben auch immer alles für IHN getan und ich glaubte mit besonders lieben Verhalten und Geschenken Aufmerksamkeit und Lob und Anerkennung von ihm zu bekommen. Alles habe ich in diese Richtung regelrecht übertrieben - ohne Erfolg.

    Heute habe ich es aufgegeben von ihm beachtet zu werden. Aber für mich persönlich funktioniert es auch nur so, das ich IHN nicht sehe und nicht spreche. Eine NAchricht hat er von mir erhalten, wo ich mal viele meiner Gefühle niedergeschrieben habe. Aber persönlich mit ihm reden, das mache ich nicht.
    1. würde er nicht wirklich zuhören
    2. würde er nur rumjammern und über sich selbst weinen
    3. würde er abblocken und alles wieder runterspielen
    4. würde er wieder irgendwelche Knöpfe und Schalter bei mir anschmeißen die mich wieder zur verkorksten aber "lieben und braven" Tochter machen, die schön den Mund hält und ihn huldigt...

    Bist Du in einer Therapie? Vielleicht wäre das auch ein Weg für Dich mit jemanden zu sprechen, der Dir wirklich zuhört und Dein Selbstvertrauen stärkt.

    Alles Gute für Dich...

    Erkannt - Verstanden - Geändert

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