• Guten Morgen Uwe

    Verzeih mir bitte meine Anmassung.
    Mein Beitrag war nur Satire und zwar vom ersten bis zum letzten Satz.
    Gemünzt auf dein Spass beiseite. Doch leider gründlich missverstanden.
    Als ich zu trinken aufhörte und wie das Kaninchen auf die Schlange starrte,
    hatte ich wirklich so eine Art eingefrorenes Gesicht.
    Das änderte sich erst als ich mich und meiner Situation mit einer Portion Witz
    begegnen konnte ohne die Achtsamkeit im hier und heute zu verlieren.

    Gratulation für deinen Thread.
    Die fünfstelligen Aufrufe sind ja bald erreicht.

    Grüsse OF

  • Hallo O.F.
    Wie unaufmerksam von mir. Verzeih! Ich habe es zwar in beider Lesart versucht – war mir aber nicht sicher. Nun aber wesentlich gelöster.
    Tschüss erst mal – die Arbeit besser die Gäste rufen. LG – Uwe.

  • glück auf uwe

    Zitat von uwe.rothaemel

    Für mich zu sagen: „Ich werde auch in Zukunft keinen Alkohol trinken, egal welche Lebenssituation mich ereilt.“, ist eine Versicherung an mich – durch mich. Wenn ich in diese Police mit aktiver Selbsthilfe, positiver Energie und vielleicht auch mit einer gewissen Naivität oder besser Einfachheit einzahle, werde ich mit einer dauerhaften und zufriedenen Abstinenz belohnt.

    das will ich ganz dick unterstreichen. das womit ich mich überwiegend beschäftige wird mir hauptsächlich begegnen. z.b. wenn ich mir n neues auto zulegen will und mir gefällt n bestimmter kleiner silbergrauer "franzose" werd ich "plötzlich ganz viele kleine silbergraue autos auf der straße sehen, es gibt immernoch genausoviele schwarze "deutsche", aber mir fallen die silbergrauen auf.
    positives denken hat ne positive wirkung auf mein leben, auch wegen der biochemischen prozesse. allerdings erfordert positives denken n intensives training, wollen is zu wenig, das beginnt z.b. damit, das ich mich bemühe verneinungen zu meiden. mein unterbewustsein kennt kein "nein" - denk mal nicht an den eifelturm! ich beschäftige mich unterbewusst immer auch mit weniger positiven dingen, z.b. hat mein "kleiner silbergrauer franzose" nur n kleinen motor.

    ich machs so: ich beschäftige mich überwiegend -zu 95%- mit den positiven dinge in meinem leben, behalte aber die negativen "im auge" -5%-.

    positive gegenwart und zukunft

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hallo Uwe

    Meine eingefrorene Gesichtsmuskulatur war gewissermassen okay für die damalige Zeit.
    Sie verhinderte das die Schockwellen, die sich aus dem Erkennen meiner Krankheit ergaben,
    sich gross irgendwelche Nebenausgänge suchen konnten.
    Doch es war kein Dauerzustand.
    Während einer Wanderung als wir uns in den Biergarten einer Dorfwirtschaft setzten, sagte
    ein Teilnehmer der schon zwanzig Jahre trocken war:" Jetzt kaufen wir uns erstmal eine Halbe" und
    als er unsere fragenden und verwunderten Blicke sah (wir waren in etwa alle die selben Klientel)
    fügte er noch hinzu: "Oder auch zwei."

    Sowas half mir meiner ach so schrecklichen Krankheit, es ist ja alles so grausam, auch eine
    positive humoristische Seite abzugewinnen.
    Meine Gesichtsmuskulatur entspannte sich zumindest teilweise und dabei hatte ich nie das Gefühl
    das jetzt Bruder Leichtfuss das Kommando übernehmen würde.

    In diesem und nur in diesem Sinne - Schluss mit dem Kaffeeklatsch.
    Lass uns endlich mal wieder was "Richtiges" trinken.

    Ein OF mit klarer Birne

  • Hallo Old Flatterhand
    Ein wenig Humor und Liebe, führt zur Freude. Gelegentlich ist der Humor der Trauerbegleiter, der es ermöglicht, dass, unter dem wir Leiden, zu bejahen. Über sich selbst lachen zu können – ohne Hass – erleichtert das Leben.
    Humor ersetzt weder das Handeln noch das Denken – macht es meiner Meinung nach aber effektiver, lustvoller und offener.
    Viel Gelegenheit zum Lächeln im kommenden Wochenende – Uwe.

  • Hallo
    Vom Humor mal zu einem anderen sehr ernsthaften Gedanken. An anderer Stelle wird gerade eine Frage gestellt, die ich mir nach knapp vier Jahren Abstinenz anders stelle. „Wie ist das mit der körperlichen/seelischen Abhängigkeit?“
    Gleich zu Beginn: ich stelle nicht meine Sucht in Frage – doch ist Abhängigkeit der richtige Begriff, für das was mir widerfährt? Wenn ich ohne Sauerstoff, Nahrung oder Wasser auskommen soll, so gestaltet sich dies als Unmöglichkeit – von solcherlei Verlust oder Verzicht wird mein Leben bedroht und ich bin also körperlich abhängig. Im seelischen Bereich trifft dies möglicherweise auf Anerkennung (im Bezug auf wahrgenommen werden) zu, ohne die ich nicht überlebensfähig bin.
    Ich lebe seit geraumer Zeit ohne Alkohol besser als mit. Wieso sollte ich mich dann als Alkoholabhängig bezeichnen. Stimmt, meine Wahrnehmung war mal eine andere. Mein Wohlgefühl stand im direkten Zusammenhang zum Konsum des Suchtmittels. Und mein Körper hatte auch zu guter Letzt ein extremes Verlangen. Beides habe ich überwunden. Das heißt natürlich nicht, dass ich in der Lage wäre, wieder Alkoholika zu mir zu nehmen, ohne den verlassenen Kreislauf neu zu starten. Mehr vom Selben, ist der falsche Lösungsansatz für die gestellten Aufgaben.
    Genauso halte ich die Bezeichnung Co-Abhängig, für eine unglückliche Wortschöpfung. Gerade hier im Forum leben nunmehr etliche nicht mehr mit ihren ehemaligen Partner zusammen, ohne dabei das Leben zu verlieren – ganz im Gegenteil. Sie genießen den Verlust der vermeintlichen „Abhängigkeit“.
    Sollte es so sein, dass unsere Stimmungen sich an eine trügerische Besessenheit gewöhnt haben, die schlussendlich lebensbedrohlich wurde? Dann kann es für mich nur das Gegenteil bedeuten. „Ich, und somit mein Leben, ist unabhängig vom Alkohol (Partner, Drogen, etc.)!“
    Sicher kann dies als Wortklauberei abgetan oder auch kontrovers diskutiert werden – mir gibt die Sicht ein Stück Freiheit und damit auch die Verantwortung zurück und ist wesentlich Selbstbestimmter.
    Um keine zu große Verwirrung zu stiften schreibe ich diese Meinung hier bei „Leben nach dem Alkohol“.
    Schönes Wochenende Uwe.

  • glück auf uwe

    Zitat von uwe.rothaemel

    Wortklauberei

    ich hab schon paar mal geschrieben, dass es äuserst wichtig is, sich über den inhalt von begriffen zu einigen.
    ich verwende die von dir angesprochenen begriffe / bezeichnungen aus lauter bequemlichkeit, so wie ich denk, dass sie allgemein verstanden werden.
    o2-abhängigkeit is natürlich "richtiger" als alkohol-abhängigkeit. ich mach mir darüber aber kaum n kopp ich atme einfach und bin trocken.

    schöne zeit

    :D
    matthias
    bin gespannt, ob dazu noch andere meinungsäusserungen kommen.

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • lieber uwe,

    ich verschwende keine zeit damit mir gedanken da über bestimmte namensgebungen zu machen. fakt ist ich bin coabhängige und egal wie das heisst ich bins. du könntest es auch beziehungssucht nennen oder abhängigkeit von anderen oder oder....egal wie das kind heisst es ist einfach vorhanden und ich weiss darum. ich weiss wie es mir geht demit wie ich umgehen kann damit und was ich mein leben lang zu tun habe. damit mach ich mich frei und unabhängig von irgendwelchen begriffsdusseleien, dich ich persönlich als reinste zeitverschwendung ansehe und widme mich wieder MIR SELBST um weiter so gesund zu leben wie ich es nur kann.

    was dich betrifft fällt auf, wenn du dich abhängig machst vom begriff alkoholabhängigkeit und deine gedanken dahin gehen, das du ja dadurch das du nichts alkoholisches mehr trikst das nicht mehr so bist, dann liegst du voll daneben.

    sei da vorsichtig mit dir, du weisst darum, wie schnell der alkohol wirkt und wie schnell du da wieder drin bist. du weisst um deine krankheit und wie du damit umgehen kannst. hast dich frei gemacht und nun mach es nicht an bergiffen fest das ist einfach nicht wichtig!wichtig ist nur eins trocken bleiben!

    gruß melanie

  • Hallo Uwe,

    ein sehr interessantes Thema, dass ich sehr neugierig verfolgte und deinen letzten Text sehr genau anschaute und las.

    Ich bin hier nicht sehr aktiv unterwegs und wollte mich eigentlich nicht dazu äußern, weil ich hier bei dir noch gar nicht geschrieben habe.

    Für mich ist dein Text keine "Wortklaubereie", hoffe dich richtig verstanden zu haben. Es deckt sich auch mit meiner Denkweise, sich klar und deutlich auszudrücken und jede Unterschiedlichkeit in Worte zu fassen.

    Z.B. haben diese Worte (mag dich, hab dich lieb, sehr lieb, liebe dich) auch unterschiedliche Bedeutung.

    Auch ich führe ein gesundes Leben jetzt, abstinent und sucht frei, versuche alles in Waage zu halten.
    Meine Art von Begrifflichkeit:

    Bin mir aber auch meiner Krankheit bewusst und würde mich nicht als Süchtige sondern als Sucht gefährdet bezeichnen. Gesund werden hat mit dem nichts zu tun.
    Den diese Krankheit habe ich für immer.
    Meine Lebensweise führe ich so, dass ich den Gefährdungen meiner Krankheit keinen Spielraum lasse.

    Das heißt aber auch nicht, dass ich die Bausteine vergesse oder Leichtsinne werde. Ich bin mir immer Bewusst, was ich war und nicht mehr will.

    Für mich gibt es da auch erhebliche Unterschiede, so wie jeder anders lebt und versteht.
    Deutsch ist für mich eine wunderschöne Sprache, mit der man sehr gut umgehen kann und spielen kann. Wir können mit dieser alle Unterschiede ausdrücken und erklären. Zumal hier ja die Gestik fehlt.

    Wenn ich rein von der Bedeutung der Worte (Duden,Lexicon) ausgehe, dann gilt dies auch nach meiner Begrifflichkeit für die Co Abhängigkeit......wenn die Sache/Person/bzw Suchtmittel nicht da ist, gibt es kein Süchtigen oder Co.

    Denn von was sollte die Person dann Abhängig sein.

    Aber es gibt immer eine Co-bzw. Alk/Drogen-Sucht-Gefährdung.
    Für uns doch mehr als für Andere.

    Und wenn dieses Denken dazu führt sich wohler oder Besser zu fühlen und mehr Selbstbestimmung zu leben, ist es doch ok. Dann ist dies der richtige Weg für diese Person.

    Und genau aus diesem Grund versuche ich mich mit Anderen auszutauschen, diese Unterschiede zu lesen und versuchen zu verstehen so wie das zu finden was mir hilft Lebensbejahend durch mein Leben zu gehen und trocken zu bleiben.

    Uwe, ich hoffe, dass ich deine Grenze deinen Bereich hier, nicht überschritten habe, als ich meine Gedanke hier ließ.

    Ich kann dich ganz gut verstehen und teile einige deiner Ansichten.

    gruß carolinefeifer

    Wir sind, was wir denken.

    trocken seit 01.05.2008

  • Nun, Melanie - ich mache mir gerne Gedanken. Die Zeitverschwendung leiste ich mir. :)
    Es geht auch nicht um richtiger oder falsch und daneben. Es ist vielleicht etwas anders – d.h. aber nicht besser.
    Mir persönlich geht es vor allem um das Mehr an Eigenverantwortung, die durch diese Denke entsteht. Es fällt eine weitere Hintertür (die mit dem Namen „Ich-bin-abhängig-und-kann-nichts-für-mein-Verhalten“) ins Schloss. Dabei gehe ich keineswegs Leichtsinnig mit mir um – ganz im Gegenteil.
    Ja – es geht ums frei machen, gewisser Weise um persönliche Freiheit - in sich Selbst. Auch wenn das „Unbewusste“ alte Strategien und Lösungsansätze verfolgt und durchzusetzen versucht, trotzdem, mir und dem neuen Weg treu bleiben. Doch mich frei machen, erfordert Aktivität. Gefangener der alten Denk- und Verhaltensmuster zu bleiben, ist der bequeme, angepasste und (für mich persönlich) der gefährlichere Weg. Mir reicht es nicht, nur an der Oberfläche zu kratzen. Begrifflichkeiten zu hinterfragen (auch wenn sie „allgemein gültig“ sind, bequemerweise benutzt werden) gehört für mich dazu. Mir ist es wichtig nicht nur trocken zu bleiben.
    Carolinefeifer, jeder hat das Recht hier zu schreiben und darf sich gerne auch diese Freiheit nehmen. Eine eigene Meinung ist bei weitem besser, als gar keine. Und warum sollst du die für dich behalten – selbst wenn sie konträr zu anderen sei.
    Bei dem, was sich als meine Meinungen und Vorstellungen herauskristallisiert hat, steht natürlich eine gewisse Entwicklung und Erfahrung dahinter (keine allgemeinen, sondern meine Erfahrungen).
    Wenn also ein Arzt zu jemanden sagt: „Sie sind abhängig!“, ist das erst mal eine Diagnose.
    Wie sich meine Einstellung zu meiner Sucht dann später entwickelt hat, ist ein Prozess und hat viel mit den Menschen zu tun, denen ich in der Zeit begegnet bin. Sie waren und sind immer so tolerant gewesen mich probieren zu lassen. Lieblingsspruch: „Mach halt und schau, wie es dir dabei geht!“. Sozusagen Versuch und Irrtum – so geht persönliche Evolution. Eigenverantwortung ist dabei das zentrale Thema. Ich bin der, der handelt (auch im Affekt) – und ich bin auch der, der die Konsequenzen zu tragen hat.
    Ein Beispiel:
    - edit, bitte hier im Forum nicht über deine realen SHG-Aktivitäten schreiben, danke, Linde -

    In diesem Sinne – gute Zeit – Uwe.

  • glück auf uwe

    Zitat von uwe.rothaemel

    Begrifflichkeiten zu hinterfragen (auch wenn sie „allgemein gültig“ sind, bequemerweise benutzt werden) gehört für mich dazu.

    hinterfragen und drüber nachdenken - mach ich auch - und ich halt es durchaus für ne sehr sinnvolle freizeitbeschäftigung.

    Zitat von uwe.rothaemel

    Mir ist es wichtig nicht nur trocken zu bleiben.

    richtig.

    Zitat von uwe.rothaemel

    Sozusagen Versuch und Irrtum – so geht persönliche Evolution.

    manche irren sich nur einmal. das beispiel von der autobahnbrücke ... . da is es mir schon lieb wenn einer der bescheid weis mir sagt: "probieren sinnloß, alle die da rundergehüpft sind, sind tot!"

    schade wegen des edit, hät sicher einiges deutlich gemacht. ich mag beispiele (auch wenn se hinken).

    schöne zeit

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hallo Matthias
    Ich war der Meinung, sehr allgemein von meinem Vorhaben geschrieben zu haben. Linde ist da aber (berechtigter Weise) immer sehr kritisch. In dem Beispiel ging es darum, dass auch wenn viele sagen: „Unmöglich!“, eine gute Chance besteht etwas zu erreichen, wenn es mir als wichtig erscheint. Es gehört dazu ein wenig Mut, vielleicht auch etwas Unbekümmertheit. Und dann passiert es, dass ich auch mit den meist positiven Auswirkungen des Selbst-Denkens und Selbst-Handelns zurechtkommen muss. Selbst wenn nicht alles sinnvoll ist oder klappt: erst mal machen und schauen was entsteht. Brückenspringen ohne Gleitschirm, gehört nicht dazu. Genauso wenig wie Selbstversuche mit Alkoholprodukten.
    Ich brauche nicht alles auszuprobieren, jede Erfahrung machen, um darüber reden zu können. Das war auch nicht der Ursprung des Gedankens.
    Doch in den Gedanken frei zu sein, sich von alten Vorstellungen zu lösen, die Idee wenigstens zuzulassen – für sich selbst, wie für andere – ermöglicht schon neue Einsichten. Es ist ein Stück weit toleranter. Eben auch gegenüber mir selbst.
    LG - Uwe

  • glück auf nochmal

    Zitat von uwe.rothaemel

    Es gehört dazu ein wenig Mut, vielleicht auch etwas Unbekümmertheit. Und dann passiert es, dass ich auch mit den meist positiven Auswirkungen des Selbst-Denkens und Selbst-Handelns zurechtkommen

    ganz klar - ich kenn auch einige, die immer zuerst sagen: "geht nisch - hammer noch nie so gemacht"

    schöne zeit - in deinem sinne frei und trocken

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • hallo uwe,

    ich mache mir sehr viel gedanken. zu vielem und manchmal entdecke ich mich so sehr in gedanken das das leben an mir vorbeizieht ohne es erlebt zu haben. drum mein einwandt der sich eben darauf bezogen hat.

    auch etwas was ich als beispiel nennen möchte, was namensgebung angeht:

    das wort hose bedeutet Kleidungsstück, das den Körper von der Taille an abwärts und jedes der Beine ganz oder teilweise bedeckt.

    in frankreich nennt man hose pantalons, im englischen sagt man pants, albanisch pantallona im und italienisch pantaloni.

    so nun haben wir so viele worte der sinn dahinter steht für dieses kleidungsstück.

    wenn du anfängst die vorgegebenen namen die da im duden eben so geschrieben stehen ändern zu wollen oder dir darüber gedanken machst das man das ja alles anderst nennen könne, es eine bezeichnung ist die dir nicht zusagt dann bekommt das ganze überlegen mal für mich den geschmack, da will einer was ändern, weil er es so wie es ist nicht akzeptiert.
    was änderst du denn an der tatsache an einem kleidungsstück mit der bedeutung "Kleidungsstück, das den Körper von der Taille an abwärts und jedes der Beine ganz oder teilweise bedeckt" wenn du dieses anderst benennst? nichts! das sind tatsachen fakten. du änderst nur, das dich andere nicht mehr verstehen wenn du anstelle hose dann dazu xyz sagst.

    dazu kommt für mich immer eine identifikation mit der sache an sich dazu. mich als coabhängige zu bezeichnen bedeutet für mich das annehmen und akzeptieren meiner krankheit. ich finder diesen bergriff zwar nicht im duden, gebe ich ihn ein in der suche nach begriffen purzeln mir allerdings tausende von informationen entgegen die mir belegen das es eine krankheit ist, die zur sucht gehört.auch in medizinischen büchern ist der begriff klar deffiniert. ich informiere mich darüber und weiss bescheid, was ich tun kann.allerdings nichts wenn ich anfange mir darüber gedanken zu machen ob ich das was ich habe nicht anderst nennen könnte.

    das du da nach eigenverantwortung suchst, deinen weg gehen möchtest ist zu verstehen. dennoch gild es hier beim thema alkoholismus und gerade hier im forum so, das du als weg die grundbausteine hast und dich eben daran orientieren kannst. das erleichtert dir vieles. ich für meinen teil lebe dieses nun seit langer zeit sehr wohl sehr gut und fühl mich weder eingeschränkt noch beformundet. für mich hat das was mit der inneren einstellung zu tun auch das anzunehmen was mir gut tut, auch wenns von aussen erstmal an mich angetragen kommt. ich vertrau jenen die hier lange schreiben, erzählen das es ihnen gut geht und das sie dadurch eben zu ihrem freien leben gekommen sind. freiheiten räume ich mich so viel wie es geht in vielen anderen bereichen ein. doch beim thema abhängigkeit sind mir diese GBs in mark und bein übergegangen als wäre es meins und das ist gut so. :wink:

    da dann hinzugehen und deine eigene verantwortung zu bekommen, eben dich dann frei und unabhängig zu machen und zu suchen was dir gut tut das ist DEINE aufgabe die nimmt dir keiner ab. es ist mutig was anderst zu machen wie gewohnt. immer und für JEDEN. es zu tun dann auch. klar doch. doch das gehört auch zum leben dazu mal über den schatten zu springen, mutig zu sein, sich mal fallen zu lassen oder mal was unkontrolliert laufen zu lassen ohne dabei alkohol mit im boot zu haben. einfach so, einfach spontan was zu erleben, was gefällt. im gedankenkarussell in der wohnung allein für sich da lebt kaum einer wirklich richtig. das leben findet nunmal draussen statt.

    für mich habe ich festgestellt das ich mit weniger mir gedanken darüber zu machen was alles sein könnte und mehr aktion nach draussen zu gehen ohne dabei eben angst und kontrolle zu haben endlich wieder leben anfange.sicher immer mit dem hintergrund tut mir das was ich gerade mache gut oder nicht. wenn nicht kann ich gehen. wenn doch freu ich mich darüber es getan zu haben. ich erlebe inzwischen so viel tolles , einzigartiges, freundliches, gutes das hätte ich mir in gedanken niemals ausmahlen können!

    gruß melanie

  • Hallo Melanie
    Soeben habe ich mich dabei ertappt, den Versuch zu unternehmen, meine Gedankenwelt zu rechtfertigen. Warum? Weil die Emotionen den Verstand überholen. „Mir geht es nicht um Hosen!“ wäre dann der Beginn des Postens gewesen. Quatsch also.
    Wir haben nur verschiedene Erlebniswelten. Und die eine ist so gut wie die andere, wenn sich jeder in seiner wohl fühlt.
    Für mich persönlich sind solche Worte, wie: „Abhängigkeit“, „Gesund“ und „Krank“ (im seelischen Bereich), „Normal“ etc. keine klar umrandeten Begrifflichkeiten. Eine leichte Depression bekommt als Niedergeschlagenheit eine ganz andere Geltung. Das verharmlost nicht die Situation – erleichtert aber den Umgang damit.
    Das klingt jetzt trotzdem wie eine Rechtfertigung, ist aber lediglich eine Meinung – meine.
    Das wertet nicht, stellt keine andere Einstellung in Frage und verletzt auch niemanden. Es hat etwas mit meiner optimistischen Lebenseinstellung zu tun – Abstinenz als Lebensphilosophie.
    Du hast selbst einen schönen und sehr wichtigen Beitrag in deinen Thread „du sollst/du musst“… geschrieben. Den letzten Eintrag dazu finde ich mit meiner Meinung durchaus konform und zeigt, dass es wichtig ist, sich gelegentlich mit der Thematik auseinanderzusetzen.
    Herzlichste Grüße (im Wortsinn) – Uwe.

  • hallo uwe,

    ich will hier keinen überzäugen und das was ich schreibe ist und bleibt meins. türllich gehts nicht um hosen. wissen wir beide. nur anhand eines neutralen begriffes lässt sich das eher emmozionslos erklären. drum die hose.

    rechtfertigung? kenn ich ab und an auch. ich für meinen teil und mein erleben fühlte mich in iergendeiner art und weise "erwischt" und dachte ich müsse mich rechtfertigen. was ich da für mich mitnehme? in diesem falle doch, das ich mir über das geschriebene vom anderen gedanken gemacht habe und das mich das in irgendeiner form getroffen hatte. ich war froh das ich das ein oder andere mal in soner situation stand, da war dann für mich der punkt an dem ich arbeiten konnte. schlussendlich ists für jeden das wichtigste überhaupt, wieder zu sich zu finden.

    erleichterung einer situation? mei, ich bin da eben knallhart mitten drin und ich meine erleichtern indem ich was schönrede?depressive verstimmung ist ne depressive verstimmung, ne deppression ist ne depperssion und alkoholismus ist alkoholismus punkt.schönreden hatte ich so viele jahre ich selbst für mich bin so froh das ich es heute nicht mehr muss und trotzdem nicht mehr leide! für mich hat das eben mit anehmen und akzeptieren zu tun. das gebe ich dir hier weiter, nicht das du nun denkst ich will dir meine meinung aufdrängen indem ich mit dir schreibe. ich tausche mich hier mit dir aus. bei mir sind die jahre das ein oder andere eben dadurch viel bewusst geworden wo ich stehe.

    optimistisch? bin ich und sowas von!!!!!! daran ändert sich ja nicht das ich die realität wie sie ist annehme und akzeptiere. :wink:

    nun in diesem sinne wünsche ich dir einen schönen tag. rechtfertigen muss sich hier im forum keiner, niemals und macht eben keinen sinn. sich auszutauschen und meinungen zu äussern, seinen sie auch noch so verschieden in form der unterhaltung dann schon eher. jeder hat das recht auf seine eigene meinung, das sehe ich genauso.ich nehme in deinen beiträgen ja auch einiges mit für mich. :wink:

    einen lieben gruß melanie

  • Hallo
    Da habe ich gestern und heute lediglich in anderen Threads von Selbstverantwortung und „bei sich selbst bleiben“ geschrieben, und den eigenen „Wollen…“-Faden vernachlässigt“. Was für eine Ignoranz.
    Dabei habe ich in den letzten Tagen ganz ordentlich mit mir gekämpft. Nicht das Weihnachtsgeschäft ist der Auslöser – dieser „Kampf“ ist mittlerweile vertraut.
    Ich hatte fest auf die Zusage gebaut, nächstes Wochenende für meine Fortführung des „Lehrgangs in Selbsterfahrungen“ frei zu bekommen, und wurde mit einem: „Unmöglich“ konfrontiert. Als Neurotiker bricht da erst einmal die Welt über mir zusammen. Immer noch erstaunlich, wie erst einmal das Gefühl die Kontrolle übernimmt.
    „Was mir wichtig ist interessiert keinen!“
    „Ich werde nur benutzt!“
    „Jetzt muss ich alles von vorne beginnen!“
    „Ich darf niemandem vertrauen!“ … das gesamte Verzeichnis der persönlichen Unzulänglichkeiten. Das „Programm“ habe ich also noch nicht überschrieben. Es hat tatsächlich zwei Tage gebraucht, dass ich mich um ernsthafte Lösungsansätze bemüht habe. Es ist ja nicht so, dass es keine Personen gibt, die, wenn sie auch nicht mehr fest eingestellt sind, nicht für mich einspringen können. Ein paar Anrufe später war das geregelt. Mit dem Erlebnis, dass mein Chef die gleichen Menschen nur etwas später angerufen hat, um meinen Anliegen gerecht zu werden. Er hatte gemeint: So wird es nichts – wir brauchen einen Plan B.
    Gewissermaßen war das eine Bestätigung dessen, dass es meine Vorstellungen von der Wirklichkeit sind, die mich erst einmal beeinflussen – nicht die Realität selbst. Die Erinnerung an gemachte Erfahrungen hat ein Gefühl der Macht- und Hilflosigkeit ausgelöst, nicht die reelle Situation. Das passt sicher in das Thema des Wochenendseminars.
    Entspannte Woche – Uwe.

  • Guten morgen UWE,

    Zitat

    Immer noch erstaunlich, wie erst einmal das Gefühl die Kontrolle übernimmt.
    „Was mir wichtig ist interessiert keinen!“
    „Ich werde nur benutzt!“
    „Jetzt muss ich alles von vorne beginnen!“
    „Ich darf niemandem vertrauen!“ … das gesamte Verzeichnis der persönlichen Unzulänglichkeiten.

    Jetzt mußte ich richtig schmunzeln - die Sätze kenne ich von mir selber in solchen Situationen und bei mir braucht es auch eine gewisse Zeit, bis ich andere Argumente bzw. Plan B finde. Die Zeitspanne wird aber immer kürzer, Rudimente sind aber durchaus noch vorhanden. Aber auch das Vertrauen ist in mir gewachsen, dass ich in der lage bin, das Beste aus so einer Situation zu machen.

    Manchmal reicht mir auch schon der Satz" Wer weiß, wozu es gut ist/war" um selber mit mir Frieden zu schließen.

    Was Deinen Rat in dem Grundbaustein-Thread betrifft, werde ich ihn beherzigen und mal nichts mehr kommentieren, mich einfach mal zurücklehnen und beobachten. Deshalb antworte ich Dir auch in Deinem Thread - wenn´s erlaubt ist. Ich denke aber, ich ahne schon, worauf Du hinaus möchtest. Für mich ist es wirklich eine gute Übung bei mir zu bleiben und gleichzeitig meinen Standpunkt zu vertreten, was in der heutigen Welt - für mich jedenfalls - überlebenswichtig geworden ist. Fängt ja schon damit an, dass ich den Standpunkt vertrete, keinen Alkohol mehr zu trinken. Wenn ich dort ins Wanken käme, wären die Folgen fatal für mich. Auch lerne ich, dass es bei brisanten Themen natürlich auch vehemente Contras gibt, die sich - wie Du so schön ausgedrückt hast - selber illustrieren. So habe ich es nämlich noch gar nicht gesehen und habe jetzt einen Zusammenhang mehr gelernt. Danke dafür.

    Gruß

    BC

  • Hallo
    So ganz habe ich den „Anfall“ von „Gelähmtheit“ noch nicht verwunden. Vor allem weil dabei auch ein Gefühl der Genugtuung dabei war. Wie als wenn ich mich in meiner Sache - oder besser - in meiner Meinung über mich und die Umstände bestätigt habe. Und später eine gewisse Enttäuschung (wenn auch geringfügig), dass sich doch jemand anderes genauso gekümmert hat, um meinem Anliegen gerecht zu werden. Es ist immer noch etwas verstörend.
    Bei intensiverer Betrachtung habe ich diese „Einflusslosigkeit“ in ähnlichen Situationen früher ausgelebt (verpasstes Kunst-Studium; eigene Gaststätte;…). Ich habe mich trotz bester Vorrausetzungen, beim geringsten Widerstand ergeben. Aufgegeben – ohne gegenzusteuern, um in den vergebenen Möglichkeiten zu „baden“. Und natürlich waren die ANDEREN Schuld.
    Umso genüsslicher jetzt anders zu handeln. Ich klinke mich für dieses Wochenende wiedermal aus. Schöne Zeit – bis nächste Woche Uwe.

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