Ich wuensche mir, wieder frei zu sein.

  • HAllo ihr Lieben,

    @Herze

    Mh. Also damit ich glücklich bin, müsste ich mich wahrscheinlich von diesem Gedanken befreien, dass er - sofern er trocken werden würde - ein potentieller Partner sein könnte.

    Dieser Gedanke hält mich, weil ich das Gefühl habe, er tut was.

    Glücklich für mich versuche ich aber alltäglich auch unabhängig von ihm zu sein. Ich mache schöne Dinge (z.B. gestern ein ganzer Tag am See mit meinen Mitbewohnerinnen :) ) und ich gehe meinen alltäglichen Dingen nach, kümmere mich um wichtige Dinge, um meine Gesundheit (seelisch und körperlich)

    Und da ist eben XY. Mit dem ich Gespräche führe, die mir gut tun. Aber die Gedanken zur Trinkerei und inwiefern er nun was tut, die tun mir eben nicht ganz so gut, weil ich diesbezüglich keine Sicherheit habe.


    ---------------------------------------------------------

    Am Wochenende war ich zuhause. Und wie so oft kam ich hier bei mir an am Sonntagabend und war ziemlich deprimiert und fertig.

    Mein Vater sieht einfach immer schlechter aus und so langsam merkt man einfach, dass auch im Haus und um das HAus herum Dinge einfach liegen bleiben....

    Ich mache mir Sorgen, aber auch da weiß ich, ich kann es nicht richten.

    Ob er nun zu viel trinkt, oder überhaupt - da ich nie zuhause bin habe ich nicht wirklich Einblick..aber ich glaube kaum, dass sich gerade dieses Verhalten geändert haben soll. Dennoch war mein Vater ja nie der "typische" betrunkene Alkoholiker... sondern eben eher jemand, bei dem ich dann dann leere Flaschen im Auto fand oder so. Er aber nie wirklich "aus der Rolle" gefallen ist...

    Fakt ist aber, auch neben des Alkohols, ist der ganze Lebensstil eben einfach nur schlecht und man sieht es ihm einfach an, dass seine Gesundheit den Bach heruntergeht aber er eben nichts dagegen tut, obwohl er es zu wissen scheint.

    Und ich versuche all meine Co-Antennen auszuschalten und komme aber doch immer wieder zu demErgebnis, dass ich ihm wenigstens mal klar sagen sollte, dass ich mir Sorgen mache und Angst habe, dass er bald stirbt. Alleine ihm das zu sagen, ist eine höchster Drahtseilakt bei der Persönlichkeit meines Vaters.

    Das hat mich Sonntag beschäftigt. Und gestern tat mir die Auszeit am See wirklich gut und ich hab es dann auch genießen können :)

    Der Fokus muss auch hier auf mir bleiben. Und deshalb kümmere ich mich auch darum, auch wenn es immer wieder garnicht einfach ist.

    Gerade habe ich eine Klage am laufen (schon seit 2011) und da ist nächste Woche die Anhören - ich habe geklagt. "Auslegungssache" ... Deutsche Gesetze... ich hab nur eine sehr geringe Chance..aber drückt mir die Daumen.. vielleicht bringt das was :)

    Nächste WOche hab ich meine erste Prüfung. Den Inhalt dieser Prüfung bekomme ich am Freitag - ich bin gespannt. Und muss versuchen ENTspannt zu bleiben... und in drei Wochen ist alles rum :)

    Ich wünsch euch einen schönen Abend!

    Mit vielen lieben Grüßen

    Miriel

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Hallo Time
    Jetzt lese ich das erste mal bei dir das auch dein Vater scheinbar ein Alkoholproblem hat?
    Sag warum fällt es dir sooo schwer den Beiden (Vater /Xy ) klar zu sagen was du davon hälst und auch Taten folgen zu lassen?
    Du schreibst du kümmerst dich um DICH,blendest du nicht vielmehr alles ,,Unangenehme,, aus?
    Das ist nicht dasselbe uns schon gat keine Seelenhygiene. Das ist Verdrängung pur und davon vergeht das nicht.
    Im Falle des Vaters halte ich das sogar für Verantwortungslos.
    Ist dir klar das du auch deren Heilung so verzögerst,
    Alle tun einfach so als wenn nicht wäre!.


    LG R..

  • Hallo Renate,

    schön von dir zu lesen.


    Dass ich über meinen Vater noch nie wirklich geschrieben habe, liegt einfach daran, dass ich mich davon schon seit Jahren distanziere.

    Emotional sowie räumlich, weiterhin habe ich mich auch von meinem Vater finanziell unabhängig gemacht, was es für mich um einiges einfacher gemacht hat eine innere Distanz dazu aufzubauen.

    Abgesehen davon war ich nie in der Lage meinen Vater einen Alkoholiker zu nennen, weil es nicht so "sichtbar" war und ist, soweit ich das als Kind/Jugendliche und auch jetzt beurteilen konnte und kann. Ich würde mich selbst nicht als Alkoholikerkind bezeichnen, aber vielleicht fehlt auch mir da die Einsicht oder Klarsicht.

    Bei meinem Psychologen ist das durchaus Thema und auch im Moment das hauptsächliche Thema.

    Ich habe letztes Jahr z.B. ein langes Gespräch mit meinem Vater gehabt, über seine Gesundheit etc. Er hatte da eine sehr einsichtige Phase was seinen Lebensstil angeht und wollte "alles ändern". Es hat sich nichts geändert.

    Diese Anläufe hat er schon öfters gemacht.

    Auf sein Trinken habe ich ihn noch nie angesprochen, jedenfalls nie in dem Kontext Alkoholismus. Das mag für dich verantwortungslos sein und ich weiß selbst, dass es DEN richtigen Moment für so etwas nicht gibt. Aber ich lebe schon seit 2006 nicht mehr mit meinem Vater zusammen (mit kurzen Ausnahmen) und habe mich da einfach dem Umfeld entzogen. Der Alkohol war nie das Hauptthema, es war eines von vielen:

    Cholerik, Überheblichkeit, Macht, verbale Gewalt, Kontrolle - Kontrollverlust, Druck, Groll, Hass, Essstörung und dann eben noch der Alkohol.

    Dass natürlich alles vom Alkohol ausgehen könnte, ist mir bewusst, und dennoch stand mein Vater nie volltrunken vor mir. Geht seinem Job nach, kümmerte sich immer um alles, hat letztes Jahr im Nov. wieder geheiratet, unterstützt bis heute meine Schwester (emotionale Abhängigkeit...) usw..

    Und zu alle dem kommt die Angst. Eine Angst vor meinem Vater, die eben da ist. Und die ich bewältigen muss und die ich auch zu bewältigen versuche - unter Anderem in meinen Gesprächen mit meinem Psychologen.

    Denn mein Vater ist mit größter Wahrscheinlichkeit die Instanz, die mich am meisten geprägt hat.

    Und ja - ich verdränge zum Teil. Es gab Zeiten da gelang mir das nicht, da habe ich mir täglich Sorgen gemacht und überlegt und gegrübelt - und klar, habe ich auch mit meinem Vater geredet. Aber ich habe auch immer wieder feststellen müssen, dass es sein Leben ist (so wie auch bei all unseren XY`s) und ich ihm nicht helfen kann.

    Es ist unglaublich schwierig, meinem Vater auch nur annähernd so etwas zu sagen, dass man sich Sorgen um ihn macht. Allein diese Tatsache kann er nicht akzeptieren, weil in ihm dann sofort die Alarmglocke läutet, die "Schwäche" heißt. Es ist vielleicht schwierig das zu verstehen... Als meine Schwester es das letzte Mal versucht hat, ihm zu sagen, dass sie sich Gedanken macht, ist es völlig ausgeartet und meine Schwester fühlte sich danach drei Tage elend.

    Ich mache nicht so, als wäre nichts. Meine Großmutter, die macht das vielleicht, die verdrängt komplett, auch vor uns (meiner Schwester und mir), was aber sicher auch daran liegt, dass sie in dem Dunstkreis lebt. Die Frau meines Vaters, keine Ahnung, wie sie das alles sieht. Aber auch sie ist eben "drin".
    Ich habe einfach nicht die Macht darüber, ob er was tut oder nicht. Und er weiß sehr wohl, wie es um ihn steht, denn auch diese Bestätigung hat er schon vom Arzt !!

    Es ist nicht alles schwarz und weiß.

    Viele liebe Grüße

    Miriel

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Hallo Time
    Natürlich ist nicht alles schwarz oder weiß.

    Du kennst meine Geschichte doch sicher von Anfang an.
    Auch mein xy ging regelmäßig arbeiten und als ,,Pegeltrinker,, gab es kaum ,,Auffälligkeiten,,
    deshalb habe ich lange nicht viel dazu gesagt.
    Aus heutiger Sicht ,viel zu lange.

    Die Sorge um seine Gesundheit lies mich letztes Jahr handeln(was sagen) und paralel dazu das ich sah wie sich da ein ,,Zeitfenster ,,schloss.

    Inzwischen ist er ja in Therapie und schon einige Wochen trocken.
    Heute sagt er ,das mein Schlussmachen,,sehr wohl was in ihm ausgelöst hat ,auch wenn er das damals nicht zugegeben hat und erst recht soff was noch reinging.
    Was ich damit sagen will,,das Schluss ,, von meiner Seite war kein Spiel ,ich war wirklich am Ende meiner Geduld und hätte nie für möglich gehalten das es jemals eine Fortsetzung (nur trocken) geben könnte.
    Und schau mal wo ich heute stehe.
    LG R..

  • Hey Renate,

    ja ich kenne deine Geschichte.

    Aber ich kann meine nicht in allen Punkten mit deiner vergleichen.

    Ich lebe, wie gesagt, seit 2006 alleine. Lebe also mit meinem Vater nicht zusammen. (Genauso wenig wie mit XY). Das heißt, die Lebensweise meines Vaters hat nur indirekten - also gedanklichen - Einfluss auf mich.

    Im Klartext - ich fahre im Jahr ca. alle 2-3 Monate mal nach Hause. Dann bleibe ich meistens nur 1-3 Tage. Von diesen Tagen verbringe ich den kleinsten Teil bei meinem Vater (wenn es hoch kommt 5 Stunden).

    In diesen 5 Stunden wird sich meist mit Frau und ihm ausgetauscht, über Dinge, die so anstanden, etc.

    Vertrauliche Gespräche finden, wenn überhaupt, nur mal am Telefon statt, wenn irgendwas ansteht oder so.

    Es fällt mir schwer so "aus der Ferne" zu richten.

    "Papa, weißt du eigentlich, dass du dich kaputt machst?"

    Er sagt selbst, dass sein Arzt im Grunde nur das Eine sagt "Lebensstil ändern".

    Eine Umsetzung davon wäre ja aber nicht so einfach. eine Reha wurde abgelehnt, usw...

    Das Alkoholthema auf den Tisch zu bringen erscheint mir ehrlich gesagt wie ein Tropfen auf den heißen Stein, bei all den Dingen, die er inzwischen bearbeiten muss. Ich war einige Male kurz davor. Als ich immer mal wieder Flaschen fand, ihn hinter dem Haus heimlich trinken sah (ca. 1 Jahr her). Aber ich habe es nie geschafft, weil ich zu feige war. Angst vor der Reaktion, Angst vor Konfrontation, und auch Angst, ihn "bloßzustellen". Sicher die typischen familiären Verhaltensweisen.

    Seit über einem Jahr gab es eben solche Situationen nicht mehr und ich habe das Gefühl, den Moment verpasst zu haben, auch wenn ich weiß, dass es DEN Moment eben nicht gibt.

    Liebe Grüße

    Miriel

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Liebe Time,

    *hmmmm*, ehrlich gesagt, ich hatte schon oefter mal das Gefuehl, dass Du Dich anhoerst wie ein "EKA" ..... wollte aber nicht schreiben "Sach maaa, saeuft Dein Vater eigentlich auch?" Ist ja bisschen heavy, Jemand Unbekanntem das einfach so zu unterstellen.

    Du scheinst Schwierigkeiten zu haben, diese Tatsache vollumfaenglich zu akzeptieren. Er ist ja gar kein "typischer" Alki, sagst Du....na, also Pullen im Auto und hinterm Haus Einen kippen...was gibst denn bitte da dran noch zu deuteln und rumzureden?

    Ich weiss nicht, ob Du viel bei Anderen liest ..... das cholerische, das Rechthaberische, das Intolerante, das Abbuegeln jeglicher kritischer Anmerkungen ......mir kaems arg bekannt vor! Sicher, ein Teil ist "Charakter".....den aber so ungefiltert an der Umgebung auszulassen.....
    -----

    Ich finde nicht, dass Du Dich in eine Art "Verantwortung" auch noch dafuer draengen lassen solltest. Es ist egal, ob, wann und wie Du es ansprichst oder nicht. DU kannst da gar nix aendern und das Beste, was Du tun kannst, ist Dich unabhaengig zu machen. Was Du ja schon getan hast. Der Rest ist sein *Getraenk*, zumal er ja eigentlich schon weiss, wo er steht, Ansagen vom Arzt hat....

    Wichtig ist, wie Du die Folgen bearbeitest. Die es fuer Dich hatte und hat. Und das tust Du ja schon.

    Vielleicht verliert die Thematik um "XY" dann ganz von selbst ihre Bedeutung, wenn die Wurzel des Unkrauts rausgerupft ist?
    Was meinst Du?
    Gruesse, Lindi

  • Hallo Lindi,

    vielen Dank für deinen Beitrag.

    Ja, doch ich habe seine Eigenschaften und seine Verhaltensweise gerade im letzten Jahr immer öfters und klarer mit Alkohol in Verbindung gesehen, also nicht mit Trunkenheit, sondern mit dem, was ich eben im Zuge meiner Beziehung zu XY über die Krankheit erfahren habe und über die "Persönlichkeiten".

    Es passt alles. Und ich habe eigentlich auch schon in meiner Selbsthilfegruppe öfters mal das Thema angesprochen, aber eben immer mit dem Zusatz, dass ich ja nicht sicher bin. Aber auch da hatte ich irgendwann das Gefühl, dass es eigentlich nicht wirklich Zweifel gibt...

    Und auch meine Mutter sagt (meine Elterns sind seit fast 10 Jahren geschieden), dass er schon immer ein Problem damit hatte ihre rMeinung nach. Sie hat sich nach 17 Jahren Ehe "befreit". Gute Leistung meiner Meinung nach, wenn ich es in dem Kontext betrachte, dass sie selbst ja auch Co. gewesen sein musste, eventuell.

    Ich muss sagen, dass eben im letzten Jahr diese ganzen verschwommenen Bilder immer klarer geworden sind. Wie war noch die Situation, wie hab ich meinen Vater empfunden als Kind, usw. Im Grunde passt alles zusammen. Und trotzdem fällt es mir schwer, zu sagen, dass ich vom Alkoholismus geprägt sein soll, weil der Alkohol eben in meiner Kindheit für mich so nicht sichtbar war. Ich höre da von andern, dass sie einen Elternteil betrunken im Wohnzimmer auf dem Boden fanden usw. Dann kommt bei mir klar der Gedanke "Nein, bei uns war das so nicht - also alles ok."
    Ein Trugschluss. Genauso wie bei manchem Alkoholiker, der denkt, ein Alkoholiker ist man erst, wenn man mit vollgemachten Hosen auf der Parkbank liegt.


    Sichtbar war der Alkohol eben wahrscheinlich genau in diesen Eigenschaften, in der verbalen Gewalt, der Kontrolllosigkeit und vor allem auch in der Unberechenbarkeit und der daraus resultierenden Angst vor ihm.

    Es ist schwer für mich, merke ich gerade, und auch sonst, diese Dinge auszusprechen (bzw. zu schreiben). Aber es ist so.

    Ja. Un die Thematik mit XY hat momentan auch bei meinem Psychologen nicht Priorität. Der wusste schon vor einem Jahr, dass mein Vater die Wurzel ist. Aber er hat mir eben meinen Weg gelassen, dass ich auch bereit bin, das zu bearbeiten. Und ich merke, dass ich sicher mehr bereit bin als letztes Jahr, aber es immernoch unglaublich schwierig ist, das Thema wirklich zu besprechen.

    Weil ich auch weiß, dass ich all diese Gefühle und Dinge, die waren und sind, eventuell niemals mit meinem Vater werde "klären" können. Und sich das bewusst zu machen, tut weh.

    Immer wieder rede ich mit meiner Mama darüber. Auch sie macht sich manche Vorwürfe und erkennt, dass sie abhängig war.

    Und dann immer wieder der Gedanke an seine guten Seiten, die er durchaus hat und die Aufopferung, die er so manches Mal für andere (für uns Töchter) an den Tag gelegt hat - man kann es Manipulation nennen, emotionale Erpressung, usw.

    Da klar zu sehen - empfinde es als unmöglich. Und der Hass meines Vaters auf meine Mutter. Vielleicht alles ein Ergebnis seiner allmählichen Verbitterung. Und vielleicht eben auch das ein Ergebnis des Alkohols. .....

    Flaschen im Auto, hinterm Haus trinken. Ja, es sind Fakten. Und ich weiß, dass ich in solchen Situationen immer mit mir gerungen habe, ihn zu konfrontieren. Aber ich habe es nie getan - aus Angst.


    Ich empfinde es als unglaublich, dass ich jahrelang mit mir gerungen habe, wusste, dass er ein Problem haben muss bei dem Verhalten, es immer wieder verdrängt habe. Und ich frage mich heute, wie lange ich das schon mache...
    Ich finde es erschreckend, dass das so lange funktioniert hat und ja noch immer nicht ganz aufgehört hat.
    Ich denke, wirklich angefangen diese Dinge zu "sehen" habe ich schon vor fast 10 Jahren.
    Aber wer weiß. Vielleicht eben auch schon früher. Nur halt in anderer Form. Dass, da "was nicht stimmt" usw.
    Nur leider wurde einem als Kind eben vermittelt, dass das halt "normal" ist. Oder so ähnlich. Meine Mutter in ihrer Abhängigkeit hat da nicht wirklich viel dazu beigetragen, dass ich in meiner Meinung, dass da was komisch ist, bestätigt wurde. Ne, sie hat das alles ja mit ihrem Verhalten akzeptiert, das heißt ja also für die Kinder, dass es dann wohl akzeptabel sein muss.

    Naja, was schreibe ich hier einen Roman. Diese Dinge findet man sicher zu tausenden bei den EKA`s.

    Es ist wirklich so. Ich habe nicht dort geschrieben (gelesen schon ab und zu) weil ich immernoch dachte, ich gehöre nur hierher.

    Der Bruder meines Vaters ist schwer alkoholkrank, das hat Jahre gedauert, bis es "raus" war und er in eine Klinik ging. Er hat mehrere Klinikaufenthalte gemacht, wie es genau um ihn steht weiß ich nicht, weil der Kontakt nur sehr sporadisch ist.

    Der Vater meiner Mutter war Alkoholiker, ich habe ihn aber nie kennengelernt, weil er früh gestorben ist.

    Alles in allem, Alkoholismusgeprägte Wurzeln.

    Vielleicht habe ich hier zu sehr im Detail geschrieben. Wenn ja, tut mir das leid.

    Es kam so ein Redefluss über mich.

    Danke fürs Lesen

    Miriel

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Hallo Miriel.....
    Nein, das ist doch gut, dass Du Dir das alles mal von der Seele schreibst. Wer es nicht lesen will.....muss ja nicht 8)
    Und ja, man merkt Dir an, wie schwer es Dir faellt, den Tatsachen ins Auge zu sehen....
    -------
    Ja, mein Vater ist Alkoholiker (wenn auch einer von den "funktionierenden" Pegeltrinkern)
    Ja, meine Mutter war eine typische Co, die alles bemaentelt hat bevor sie sich befreite.
    Ja, vielleicht bin ich mehr davon gepraegt, als mir je bewusst war. Und sei es auch nur, dass ich gelernt habe "DAS ist normal"!
    Ja, vielleicht versuche ich auf meine Art alles "heile" zu machen, indem ich genauso eine Beziehung eingehe....mit der Hoffnung, es diesmal zum Guten wenden zu koennen....wenn es schon mit dem Vater nicht geklappt hat, dann wenigstens diesmal, mit XY.
    Ja, hier liegen die Wurzeln meines Verhaltens.......und ja, ich muss sie mit Stumpf und Stiel ausrupfen, wenn ich gesunden will.
    -------
    Viel "Stoff" fuer Deine naechste Thera-Stunde.....vielleicht befreit es Dich, wenn Du dort einmal ganz offen ueber all das sprichst, was Du bisher so tief (und schamvoll) in Deinem Herzen verborgen hast.
    --------
    Und JA! XY ist nicht das Problem....eher die "Folge"..... :?

    Es tut sicher weh, das nun mit so klarem Blick zu sehen ..... es mag sich auch so anfuehlen, als wuerdest Du den Stab ueber Deinen Vater brechen. Aber das ist es nicht. Genau wie alle Anderen ....ist er krank.
    Und Du bist es dadurch auch geworden.
    Aber Du hast den Willen zu heilen. Was er macht.....ist seine Sache!
    Natuerlich ist er deswegen kein schlechter Mensch, hat euch sicher auch schoene Momente beschert, na klar. Das darfst Du auch gerne so stehen lassen und dankbar annehmen.
    Viel Kraft fuer die naechste Zeit wuenscht Dir
    Lindi

  • Hey Lindi,

    mit dem "Stab brechen" hast du es auf den Punkt getroffen. Genauso fühlt es sich an.

    ja, da rollt ein riesiger Berg auf mich zu. Überwindung, Arbeit, Schmerz, aber auch Erkenntnis und Zukunft.

    Und ich werd ihn erzwingen.

    Danke dir für deine Worte.

    Miriel

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Bitte, gern geschehen :P
    Weisst Du, das gehoert auch zum Erwachsen-werden ...... den Blick zurueck werfen, die eigenen Eltern so sehen, wie sie sind. Von Gleich zu Gleich.
    Nicht mehr aus der "Ich unten, ihr oben"-Perspektive.
    Auch erkennen, wo sie fehlerhaft sind.... der Vater, der unfehlbare Held der Kindheit mit dem roten Supermann-Maentelchen, die Mutter immer da, immer bereit zu verzeihen, immer der Hafen....auf einmal, sind sie....auch nur Menschen.
    Das kommt auf alle "Kinder" irgendwann mal zu, spaetestens wenn sie selbst welche haben und Bilanz ziehen, was will ich/muss ich anders machen? Wie haben sie mich gepraegt, was will ich weitergeben, was will ich so nicht uebernehmen?
    Nicht immer ist das, was man da sieht, angenehm oder schoen.
    Bei mir setzt diese Auseinandersetzung JETZT ein, bei Dir halt schon viel frueher.
    Noetig ist es allemal.
    Gruesse, Lindi

  • Hey Lindi,

    ja.. nötig ist es.

    Und ich merke auch, wie ich mit jeder kleinsten Erkenntnis über meine Kindheit, meinen Vater, auch ein kleines Stück mehr Distanz zu XY spüre. Das ging mir schon die ganzen letzten Wochen so. Immer mal wieder, wenn so eine "Erkenntnis" sich breit machte, hatte ich das Gefühl, weniger nach XY greifen zu wollen.

    Wenngleich ich ihn auch nicht losgelassen habe.

    Es scheint immer mal wieder irgendwas wie Schuppen von den Augen zu fallen.

    Und ja. Nicht mehr von unten nach oben, so wie mein Vater das gerne für immer hätte.

    Ich verurteile meine Eltern nicht, weder meine Mama (mit der ich einen sehr guten Kontakt pflege), noch meinen Papa (auch wenn es mit ihm unglaublich schwierig ist). Ich bin schon wütend. Über die Uneinsichtigkeit, die Ignoranz, den Stolz, die Überheblichkeit, die er so an den Tag legt. Aber letztendlich, wie du es sagst, ist er nur ein Mensch. Und ich weiß, dass er es eben nicht anders konnte. Aus welchen Gründen auch immer. Und heute eben noch immer nichts ändern kann oder will. Aus welchen Gründen auch immer.

    Aber mein Leben wird darunter nicht leiden, vor allem nicht so, wie es das Leben meiner Schwester noch immer tut. Leider. Aber auch bei ihr muss es einen Willen zur Veränderung geben, den ich so richtig eben leider nicht sehe... Bzw. vermute ich fast, dass es sie "schlimmer erwischt" hat, als mich - mit der Prägung. Aber auch das ist vielleicht wieder nur ein Abtun meiner eigenen Problematik in "alles nich so schlimm"....

    Dennoch. Ich will eine Zukunft. Und zwar eine freie und eine zufriedene.

    Gute Nacht

    Miriel

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Hallo Miriel,

    ich lese immer noch in deinem Faden mit.
    Über die Situation mit deinem Vater hatten wir ja schonmal geschrieben. Ich denke, dass du mit beiden ähnlich umgehst.

    Aber, was ich mich die ganze Zeit frage- wie siehst du XY und dich? Siehst du euch als Paar, als Freunde oder wie?

    Ich kann aus deinen Schilderungen nichts definieren, was in mein "Verständnis" von irgendwas.. von Freundschaft oder einer Paarbeziehung passt.

    Liebe Grüße,

    Zimttee

  • Hallo liebe Natalie,

    es ist schön von dir zu lesen!

    Mh. Also . Ich würde es vielleicht aus meiner Perspektive so beschreiben.

    Klassisch habe ich versucht bei meinem XY das zu "retten", was ich bei meinem Vater nicht retten konnte/kann, bzw. was ich mich bei meinem Vater auch nie getraut hätte zu sagen. Ich habe quasi an XY das ausgelebt, was ich an meinem Vater vielleicht hätte gern ausleben wollen.

    Dass das nicht der richtige Weg war und ist, das ist mir heute klar.

    Dass du es nicht definieren kannst liegt daran, dass es nicht definiert ist.

    Wir haben keine Beziehung, dazu verhalten wir uns zu "frei". Aber es Freundschaft zu nennen wäre schlichtweg auch falsch, denn dazu verhalten wir uns zu "unfrei" .

    Sprich ich suche keinen anderen Partner und sage ihm auch immernoch, dass eine Zukunft nur ohne Alkohol geht.

    Keiner spricht sich aus. Und das kann ich ihm nicht mal mehr vorwerfen, weil ich es nicht besser mache. Dieser "Zustand" ist nicht das Wahre.

    Denn letztendlich lässt nur die Hoffnung diesen Zustand leben.

    Ich sehe uns nicht als Paar, da wir auch keine Liebeleien etc. austauschen. Aber ich dennoch ist er im Herzen noch voll da.

    Ich sehe uns aber auch nicht als Freunde, denn dazu habe ich zu viele Gefühle, die für eine Freundschaft definitiv zu viel wären. Abgesehen davon, reden wir sehr viel, führen viele Gespräche, auch viel über die Kommunikation zwischen uns (sozusagen Meta-Kommunizieren ;) ) Ich glaube, diese "Mühe" würde ich mir dann doch nicht machen, wenn ich nicht auch an die Zukunft denken würde.

    Mh.

    Liebe Grüße

    Miriel

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Nachtrag. Mit Meta-Kommuniziern meine ich vor allem, dass wir manchml sehr lange darüber sprechen, WIE wir miteinander sprechen und WAS da genau oft schief läuft und wie wir das am besten ändern können, damit diese Dinge einfach besser sein können in der Kommunikation.

    Beispiel: Dass wir gewisse Rollen haben und die eben auch im Gespräch übernehmen, die nur ganz schwer zu überwinden sind, wenn man das aber eben anspricht oder ausspricht, man das dann auch schafft im Gespräch eben zu überwinden und auf eine Ebene zu kommen.

    Das ist mühsam, das alles zu bereden und sich dessen bewusst zu werden und es dauert manchmal länger als das Missverständnis etc. selbst, darüber zu sprechen, welche Ursache das hat und wie man das ändern kann.

    Und dieser "Aufwand" würden wir (so glaube ich) beide nicht betreiben, würden wir nur von einer Freundschaft ausgehen.

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Und letztendlich. Selbst wenn wir nie mehr ein wirkliches Paar werden sollten.

    Ich empfinde diese "Mühe" als lohnenswert, denn dieser Mensch ist mir wichtig und zu spüren, dass Gespräche funktionieren können in einer Art und Weise, wie sie vorher niemals funktioniert hätten, das bedeutet für mich einfach was.

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Und ich wollte noch was meinem Papa schreiben... Es geht grad irgendwie Schlag auf Schlag. Ich weiß nicht, ob das normal ist. Es holt mich sehr ein und ich schreibe immer mal Dinge auf, weil mein nächster Termin bei meinem Psychologen ist erst wieder im August, weil er im Urlaub ist...

    Mir wird so vieles klar, habe auch mit meiner Mutter schon öfters darüber geredet. Ich bin sehr froh, dass sie da keine abwehrende Haltung hat und alles von sich weißt oder so. Sie redet sehr offen, auch wenn es im Grunde sicher auch unangenehm für sie ist (da sie sich ja auch erst nach Jahren hat trennen können).

    Ich merke nur, auch wenn ich meinen Vater für nichts verurteile, wie ich wütend bin und aufpassen muss, dass nicht in einem Gespräch mit ihm alles rausplatzt. Was ja absolut nicht wirklich hilfreich wäre.

    Das fällt mir schwer, da eigentlich bei jedem Gespräch mit ihm irgendwas dabei ist, was etwas in mir hochkommen lässt. Verrückt eigentlich. Ich fühle mich ein wenig wie auf Holzkohlen, aber da ist es vermutlich nur sinnvoll, den Kontakt grade ziemlich zurückzufahren.

    Es schwankt immer wieder zwischen Wut, Traurigkeit und Mitgefühl.

    Und dem Gefühl, dass er ganz weit entfernt ist von mir. Innerlich.

    Ich weiß nicht so richtig, wohin mit all den Gefühlen.

    So und nun gehe ich zu meiner SHG.

    Viele liebe Grüße

    Miriel

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Hallo ihr Lieben,

    meine Prüfungen sind vorbei.

    Und ich habe es gut überstanden :)

    Im Nachhinein weiß ich immer nicht, was mir noch vor drei Wochen solche Angst bereitet hat.. Mh.

    Ich versuche jeden Tag, gut für mich zu sorgen. Habe nun vor 2 Wochen angefangen meine Ernährung umzustellen. Und siehe da, ohne dass ich hungere oder es fokussiert habe, habe ich sogar 2 kg abgenommen.

    Dann war ich nun schon zweimal bei einem offenen Singkreis, was mir auch sehr gut tat, auch wenn ich mit Abstand die jüngste Person dort war ;) Es war einfach sehr stärkend zumal es unter freiem Himmel stattfindet, was natürlich dann noch energiegeladener ist.

    Die Prüfungsphase war zwar etwas anstrengend, aber der Stress ist jetzt einfach vergessen und ich freue mich nun auf ein paar freie Tage.

    Mit XY habe ich nach wie vor Kontakt. Ich hänge noch immer etwas in der Luft, weiß für mich selbst aber gerade keine Lösung für diese Situation, weil ich eben weder sicher weiß, was er nun tut oder nicht, für mich selbst aber nicht entscheiden kann, dass ich den Kontakt nicht mehr will. Mich auf das Finden einer Antwort zu konzentrieren habe ich aufgegeben, denn gerade das ist ja das, was ich nicht mehr will.

    Er ist nicht der Mittelpunkt meines Lebens und das ist gut so.

    Und deshalb versuche ich, mein Leben, so wie ich das möchte, zu gestalten. Und ich glaube daran, dass der Prozess in mir irgendwann so weit sein wird, dass ich Antworten für mich bekommen werde, was XY angeht.

    Und was er in dieser Zeit tut, ist ganz alleine seine Geschichte.

    Ich für meinen Teil möchte, auch trotz Kontakt zu ihm, vorwärts gehen und dafür sorgen, dass es mir gut geht.

    Ich wünsche euch einen schönen Tag

    Mit herzlichen Grüßen

    Miriel

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Hallo ihr Lieben,

    wollte nur mal wieder Hallo sagen.

    Bin nach Hause gefahren und nachdem ziemlich viel ums Haus herum liegen geblieben ist in den letzten Monaten, habe ich gestern Abend angefangen daran zu arbeiten. Die Arbeit ist anstrengend, tut mir aber unglaublich gut. Ich genieße die frische Luft und die Tatsache, dass ich etwas gestalte :) (Garten und Vorgarten) Es ist echt viel Arbeit und gerade sehe ich kein Ende.

    Ich freue mich aber dennoch jetzt schon darauf, wie es am Ende aussehen wird (hoffentlich :) ) und vor allem darauf, dass es meiner Großmutter dann endlich möglich sein wird, sich wieder in ihrem Garten zu bewegen...

    Was meine eigene Wohnung angeht, ist es gerade etwas stressgeladen. Wir haben Ungeziefer im Haus und ich versuche nun aus dem Mietvertrag heraus und in eine andere Wohnung hineinzukommen. Hätte sogar schon etwas, aber mein Vermieter ist ziemlich störrisch und auch ziemlich dreist.... :/

    Manchmal frage ich mich, wieso manche Steine im Weg so unnötig schwer zu übergehen sind. Aber ich glaube, jede Erfahrung macht einen klüger und bringt einen im Grunde einen Schritt voran.

    Ansonsten geht es mir ganz ok, eben bis darauf, dass es einige Dinge gibt, um die ich mich in den nächsten Wochen kümmern muss. Alkohol spielt auch bei uns zuhause immer wieder eine Rolle.

    Hier eine Flasche in den Hecken (die ich gerade schneide), da eine Flasche unterm Autositz...

    Ich kümmere mich um mich, ich möchte den Fokus nicht darauf legen. Ich mache den Garten, weil ich weiß, wie wichtig es meiner Großmutter ist und weil mir die Arbeit schon immer, auch früher, Spaß gemacht hat, wenngleich es jetzt wirklich ein riesiger Berg ist, der sich da angesammelt hat. Ich wohne hauptsächlich bei meiner Großmutter, schlafe auch dort und gehe nur ab und an zu meiner Vater, wenn ich hier bin, weil mir zu viel Kontakt, Nähe und Gespräch eben irgendwann nicht mehr gut tut. Eine gesunde Distanz ist einfach notwendig, auch wenn ich merke, dass er das nur ganz schwer akzeptieren kann. Da wird sofort angerufen, wenn er hört, dass ich auf bin und gleich erwartet, dass ich Gesellschaft leiste..

    Ich versuche mich ganz bewusst abzugrenzen. Es fällt mir schwer, weil ich auch das Gefühl habe, er ist ständig enttäuscht von meiner Zurückweisung bzw. von meiner Distanz.. .

    Mh. Naja. Ich sorge dafür, dass es mir gut geht. Und dazu brauche ich das eben.

    Ich grüße euch ganz herzlich.


    Miriel

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Hallo Time
    Gartenarbeit ist sehr meditativ,finde ich zumindest weil man so schön den Kopf frei bekommt.
    Bei deinem Umgang mit dem Vater (Alkohol) ist dein Rückzug nur ein Minischritt und irgendwie nicht ehrlich.
    Was spricht dagegen ihm ganz klar zu sagen warum du dich zurückziehst,hast du immer noch die Hoffnung das da kein Problem ist ,trotz der gefundenen Flaschen.
    Ich weiß heute ,rückblickend auf meinen ersten, inzwischen am Suff qualvoll verstorbenen, Mann und aus der Beziehung mit xy ,das ich mir und dem jeweiligen Suchtkranken ,viel Leid hätte ersparen können wenn ich schon viel früher mal knallhart gesagt hätte ,hey DU hast ein Alkoholproblem!!!!

    Da mein xy inzwischen schon einige Monate trocken ist ,sind jetzt auch Gespräche möglich ,was die Vergangenheit(nass) angeht und mit dem verstorbenen gab es ja letzten Winter auch noch so ein Gespräch,leider viel zu spät denn er war schon deutlich vom Alkohol gezeichnet.
    Willst du so lange warten und rumeiern und dir evtl später Vorwürfe machen das du es nie klar ausgesprochen hast gegenüber deinem Vater.
    Es gehört zum Krankheitsbild eines Trinkers sich selbst zu belügen,aber das mußt du nicht mitmachen!.
    LG R..

  • Liebe Renate,

    es freut mich von dir zu lesen.

    Ja die Gartenarbeit tut mir wirklich sehr gut, bin immer völlig müde am Ende vom Tag, kann gut schlafen und fühle mich gut. Während der Arbeit denke ich nicht, grüble nicht, sondern arbeite einfach. Toll - so gedankenfrei zu sein :)

    Ja, mit meinem Vater. Du hast aufjedenfall Recht mit dem was du sagst. Aber mein Vater hat eben nicht nur dieses Alkoholproblem. Er hat auch ein massives Essproblem, welches meiner Meinung nach auch süchtiges Verhalten ist und dementsprechend verhält er sich auch (mit Ausreden, Abtun, Herunterspielen, Rechtfertigen, etc.) ...

    Das sichtbare Problem bei meinem Vater ist sein Gewicht, das er dringend verlieren müsste. Dass der Alkohol vielleicht irgendwann mal Anfang all dieser Süchte ist, die mein Vater jetzt auslebt, das ist nicht mehr zu sehen.

    Ja. Es scheint für mich unmöglich, ihn auf den Alkohol anzusprechen, nicht nur weil ich Angst hab, nein, auch weil sein Gewichts- und Essproblem momentan voll im Vordergrund steht und er auch dieses nicht in den Griff zu bekommen scheint.

    Es klingt blöd, aber ich weiß irgendwie nicht so Recht, wo da der Anfang sein müsste.

    Im Grunde ist er mehrfach süchtig. Und das Essproblem hat Überhand genommen und das Alkoholproblem verschwindet gerade im Hintergrund, zumal er auch nie betrunken ist oder Sonstiges. Jedenfalls nicht so, dass ich es mitbekomme. Da mal zum Mittagessen ein Bier, das wars grade eigentlich.
    Das soll garnichts runterreden, ich weiß, dass es da ein Problem gibt. Nur die Esserei ist gerade allgegenwärtig und krankhaft.

    Er müsste es wollen. Sein Leben zu ändern. Darum gehts. Und das eben mit allen Konsequenzen. Und da sehe ich gerade keinen Willen. :/

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

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