Neu hier und im völligen Gefühlschaos und Gedankenwirrwarr

  • booaahh hab ich denn immer noch nichts gelernt??? in den letzten Tagen, in denen wir nichts voneinander mitbekommen haben, hat es viel gerattert in mir, ich hab mir zwei Wohnungen angeschaut und war eigentlich aufm Weg...auf einen Weg ohne ihn....aber heute hat sich immer wieder der Gedanke in mir festgehakt, dass es JETZT vielleicht doch alles wieder gut wird. Ich hab mir zwar immer wieder gesagt "Nein, sei nicht naiv", aber insgeheim hab ich es. Ich hab irgendwie gehofft, dass er jetzt, wo die KAcke am Dampfen ist (bevorstehender Cannabisentzug, kaputte Beziehung zu mir, ungeklärte Wohnungssituation ab Oktober), dass er etzt aufwacht und anfängt zu kämpfen.
    Er war den ganzen Tag über weg und ich hab mir schon ausgemalt, wie er sich um irgendwelche Sachen kümmert. Aber wie gesagt ich bin naiv!!!! Er kam grad nach Hause....besoffen.....und ich bin mal wieder zu ihm hin....hab ihn nach Geld gefragt das er mir schuldet (eigentlich nur um zu schauen wie dicht er ist)....und ihm noch zu sagen, dass ich das Gefühl hab, dass alles gesagt ist zwischen uns, da ich ihn ja gar nicht mehr nüchtern antreffe und es in solch einem Zustand kein Gespräch mit mir geben wird...er war wieder ziemlich zynisch, vonwegen, dass er in DIESER Situation gerade wohl nicht fähig wäre, irgendwie klar drauf sein könnte.....ohhh mann...ich und meine Hoffnungen, die echt nicht klein zu kriegen sind
    Und dann wieder der Drang, Verständnis für ihn haben. ich kenne ihn, dass er in schwierigen Situationen eher zu macht als dass er dann anfängt zu kämpfen....

    Ich bin etwas verstört geade...mal wieder....wann hört das auf?
    Ich hätte so gern mit ihm geredet. Wie es weitergeht. Wie wir wieder aus dem scheiß rauskommen, wie wir uns gegenseitig wieder stützen können....

    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es einen Sinn hat - egal wie es ausgeht.

  • ach, er meinte, dass er es gerade nicht schaffen würde, das zu machen was ICH möchte.....ich hab dann im ruhigen Ton zu ihm gesagt, dass ich gehofft habe, dass es bei ihm endlich KLICK gemacht hat .....hat es scheinbar nicht

    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es einen Sinn hat - egal wie es ausgeht.

  • konnte mich für fast zwei stunden lang beschäftigen (hier im forum lesen und zu essen...)

    und jetzt spüre ich wieder den drang, ihm ein zeichen zu geben, dass er nicht allein ist auf der welt, die ihm im moment sehr große angst zu machen scheint. ich würde ihn gerne in den arm nehmen und ihm sagen, dass alles wieder gut wird, dass er trotz allem immer noch ein ganz besonderer mensch ist, für den ich da sein möchte...ich habe gerade sehr große angst um ihn, dass er den absprung nicht schafft und alles noch viels schlimmer wird....

    mich quält der gedanke, dass ich ihn zu sehr auf distanz gehalten habe in den letzten tagen/wochen. ich habe angst, dass er mich falsch verstanden hat mit meiner aussage, dass ich momentan nicht weiß was ich will....ich habe angst, dass er das gefühl hat, dass eh alles keinen sinn mehr hat....

    verdammt....ich möchte, dass es aufhört weh zu tun....

    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es einen Sinn hat - egal wie es ausgeht.

  • Liebe Herze!!

    Glaube mir, DU wirst ihm nicht helfen koennen, das kann wenn dann nur er selbst.

    Im Grunde sind deine Liebesbekundungen und Zuwendungen mehr schaedlich als hilfreich, da sie ihn immer wieder davon abhalten, die realen Konsequenzen fuer sein Verhalten zu erkennen.

    DU bist nicht fuer ihn verantwortlich!!

    Und DU bist oder die Distanz ist auch nicht der Grund dafuer, dass er grade wieder trinkt.

    Es ist eine Sucht. Er wird immer einen Grund haben zu trinken.

    Du fragst wann es aufhoert -

    Wenn DU aufhoerst !

    Nur DU kannst fuer DICH etwas aendern. Er wird es nicht. Und wenn du dich immer wieder in den Kreislauf aus Trinkerei, Abhaengigkeit, scheinbare Hilfe, etc. begibst, wird dein XY auch nicht die Chance haben, zu erkennen, dass ER ganz allein dafuer verantwortlich ist, fuer das was ER tut.


    Deine Gefuehle kann nachvollziehen, wir alle haben solche Gedankenhoellen durchgemacht.

    Auch wir sind suechtig. Unser Suchtmittel ist XY, von dem wir abhaengig sind, von dem wir uns nicht loesen koennen.

    Wir muessen den Schritt gehen uns zu loesen. Wir erwarten dass XY seine Sucht bekaempft, suhlen uns aber selbst immer und immer wieder in unserer Abhaengigkeit zu ihm !!!

    DU kannst es aendern, liebe Herze. Es liegt in deiner Hand, etwas FUER DICH zu tun.

    Ich wuerde dir raten, ihn im betrunkenen Zustand, GARNICHT anzusprechen, erst garkein Gespraech zu suchen, da es schlicht und ergreifend einfach nur dein Drang ist, dem du nachgehst und nicht wirklich sinnvoll ist.

    Was willst du von ihm hoeren?
    Ob jetzt im trinkenden oder nuechternen Zustand?
    Er wird dir nicht sagen, was du hoeren willst, weil er es auch nicht kann und schon garnicht umsetzen kann!
    Nur du kannst dir Antworten geben auf deine Fragen.
    Und dementsprechend handeln.

    Ich wuensche dir ganz viel Kraft liebe Herze.

    Mit vielen Gruessen Miriel

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Liebe Herze,

    in meiner ersten Zeit nach dem Entschluss zur Trennung war es jeden Tag eine riesige Kraftanstrengung, nicht wieder in die alten Muster zu fallen.
    Und auch das Bedürfnis, dem Partner erklären zu wollen, warum man nicht mehr kann und zu hoffen, dass er dann alles einsehen wird – es wird mit großer Wahrscheinlichkeit nicht passieren.
    Es gibt leider keine schnelle Lösung, für deine Situation nicht, und für seine auch nicht.
    Vielleicht hilft es dir, erst einmal aufzuschreiben, was dir im Kopf herumgeht – nicht nur hier, sondern auch z.B. in Form eines Briefes an deinen Freund. – Warum du dich trennst, wie es dir geht, was dir fehlt usw. Du brauchst ihm diesen Brief auch gar nicht zu geben. Aber vielleicht kann er dir mehr Klarheit bringen.
    Ansonsten finde ich es prima, dass du dich auf die Suche nach einer eigenen Wohnung machst.

    Der Weg ist das Ziel, auch wenn’s ein Cliché ist.
    Mit ganz lieben Grüßen
    Lea

    If you know where you stand
    then you know where to land ...

  • Hallo zusammen,

    vielen lieben dank für Eure Antworten.

    In den 24 Stunden haben sich die Ereignisse überschlagen...ich schäme mich nach all dem was ihr mir geschrieben habt so sehr dafür, was gestern passiert ist. Ich fühle mich so schwach...dabei war ich doch auf einem guten Weg. Habe mir Wohnungne angesehen usw....jetzt aber der Reihe nach: Ich bin gestern eingeknickt. Bin gegen meinem Verstand und euren Ratschlägen zu ihm und habe um ein Gespräch gebeten. Es war ein "gutes" Gespräch....so wie immer halt...ich bin wieder dermaßen in mein Verhalten reingerutscht. Ich habe wieder Hoffung gespürt, dass alles gut wird. Obwohl NIX, rein gar nichts dafür spricht, dass er etwas ändern will. Gut, er geht im sep auf Entzug (ich wiederhole mich: Cannabis, kein Alk), aber er ändert ansonsten rein gar nichts an seinem Verhalten. Und trotzdem hab ich mich wieder auf ihn eingelassen....wir sind uns nahe gekommen, alles hat sich wieder so gut angefühlt.....abends kam es dann aber wieder zum Knatsc. Ich sprach meine Bedenken an, dass ich das Gefühl hae, dass er zwar die Therapie nun vorhabe, er aber nicht den Eindruck erweckt, dass er wirklich etwas ändert.
    Gerade ist die Situation eskaliert. Ich habe ihn nach der Arbeit erwartet, da er mein Rad hat....ich rief ihn an und er war natürlich wieder bei seinen "Freunden" um zu saufen. Ich bin explodiert. Hab ihm geschrieben, dass es eine Unverschämtheit ist, dass ICH nach meinem Rad fragen muss usw....und schon stelle ich mir wieder die Frage ob es zu viel von mir ertwartet ist...nein, eigentlich weiß ich, dasse s nicht zu viel verlangt ist. Wenn man noch einen gewissen Astand hat, verhält ma sich nicht so.
    Dann hat er mein Rad einfach nur vors Haus gestellt und ist weg zum Weitersaufen....Er hat nur kurz angerufen um mir das mitzuteilen und hat dann aufgelegt!!!! Ich bin rasend vor Wut und Enttäuschung. Hab ihm gerade geschrieben, dass er schon am 1. September seine Sachen packen soll (war eigentlich auch so ausgemacht. Ich habe die Frist auf Grund der Therapie verlängert)....bis jetzt keine Reaktion von XY, ich koche vor Wut, komme mir so verarscht vor, könnte mich ohrfeigen, dass ich mal wieder geglaubt habe, nun wird alles gut....ich weiß im Grunde genau, wie es nun ablaufen wird. Er wird sich die Birne volllaufen lassen und ich werde morgen, wenn sich die Wut/Enttäuschung ein bischen gelegt hat, an meiner Reaktion zweifeln, denken, dass ich üerreagiert habe...aber in DIESEM Moment fühle ich mich verarscht, dem Alk hinten angestellt, nicht wahrgenommen von ihm....
    Dieses Gefühl, welches ich Jetzt spüre muss ich mir immer vor Augen führen wenn ich wieder schwach werde.....

    In mir rasen die Gedanken, mein Magen zieht sich zusammen, kann nicht mehr klar denken,.....warum tue ich mir immer aufs neue weh, indem ich wieder Hoffnung schüre, die es aber gar nicht mehr gibt...

    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es einen Sinn hat - egal wie es ausgeht.

  • Er ist suechtig.

    Er kann momentan garnicht anders.

    Zieh deine Konsequenzen.

    Am besten uebernachte woanders.

    Hast du die Moeglichkeit??

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Liebe Herze,

    mache dir erst einmal keine Vorwürfe. Du bist enttäuscht, das ist verständlich. Du bist in das alte Muster zurückgefallen, das ist verständlich.
    Die Co-Abhängigkeit ist ein zähes Biest, und so leicht gibt sie den Kampf um das Vertraute nicht auf.
    Wichtig ist, dass du jetzt erst mal wieder zu dir selbst kommst. Wichtig wäre aus meiner Sicht auch, dass du dir tatsächlich so schnell wie möglich eine eigene Wohnung suchst oder deinen Partner wirklich – so wie du es angekündigt hast – zum 1. September vor die Tür setzt.
    Besser wäre es allerdings, du gehst selbst.
    Das alles kannst du nach wie vor tun, es ist durch deinen „Rückfall“ nichts verloren, außer etwas von deiner Selbstachtung. – Aber die kommt zurück, wenn du sie lässt!

    Nicht aufgeben!
    Lea

    If you know where you stand
    then you know where to land ...

  • Liebe Miriel,

    ich kann einfach nicht begreifen, dass eine Sucht einen so dermaßen vernebelt. Was heißt, er kann nicht anders? Er weiß wie es um uns gerade steht, er sagt immer ich sei die Frau die er liebt. Ich begreife nicht, warum er dann so handelt....ich komme mir grade so dämlich vor, da ihr genau diese Thmen mit mir schon so geduldig immer und immer wieder ausdiskutiert habt...und ich sabbel immer noch den selben Mist vonwegen Liebe und so,.....

    mir kommt halt immer der Gedanke "Er tickt halt anders"....weil es ihm so sch**** geht bekommt er gerade nix hin. Er hat mich gestern drum gebeten , dass ich noch zwei Wochen Geduld für ihn aufbringe, dann kann er in der Therapie anfangen was zu ändern. Aber ich meke, dass ich keine Geduld mehr habe, was mir wieder ein schlechtes Gewissen macht...verdammt....Und schon wieder frage ich mich, ob ich gerade überreagiert habe mit der Kündigung auf 1. Sep. Alles nur wegen einem blöden Rad....

    Ja, ich werde nacher zu einer Freundin gehen und dort wahrscheinlich auch bis morgen bleiben.
    Habe ihm grade eine SMS geschickt, dass ich morgen zum Arbeitsamt gehe und denen dort die Kündigung gebe. Gerade kam von ihm die Antwort, dass er heute meien SMS nicht lesen wird....so ist er, immer schön vor der Realität weglaufen....


    ich dreh noch durch...was läuft bei mir falsch, als dass ich einfach mal bei dem bleibe was ich mir vorgenommen habe....

    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es einen Sinn hat - egal wie es ausgeht.

  • JA, wie Lea sagt.

    Du brauchst dich fuer nichts zu schaemen.

    "Rueckfaelle" haben wir alle hier schon zu Genuege erlitten. Das Wichtigste ist, nicht aufzugeben, auch jetzt weiter nach vorne zu schauen. Deinen Weg nicht zu verlieren!

    Es bringt nichts mit ihm zu diskutieren, vor allem nicht im alkoholisierten Zustand.

    Du musst ihn lassen. Er kann tun, was er will und er hat auch das Recht drauf.

    Mir hat jemand mal den Satz geschrieben "Er hat sogar das Recht auf seine Sucht"

    Du kannst es nicht aendern. Du kannst nur fuer dich aendern, nicht mehr abhaengig zu sein von ihm und seiner Sucht.

    Emotional frei zu sein ist eine schwierige Sache, aber genau das bist du momentan nicht.

    Ich hoffe, du hast die Moeglichkeit schon heute Abend woanders hinzugehen. Einfach nur um aus dem Dunst herauszukommen.

    Auch wenn es dir vielleicht unueberwindbar vorkommt und du denkst, dass du ihn doch nicht so einfach allein lassen kannst, etc.

    Tu es fuer dich! Um fuer dich Raum und Luft zu schaffen.

    Dass er am 1.9. gehen soll, ja ich finde das auch gut.

    Haettest du die Moeglichkeit bis dahin irgendwo anders zu wohnen? Damit du nicht mehr in diesem Kreislauf drin bist und die Konfrontation nicht mehr hast?

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Dass er nicht anders kann. Damit meine ich, dass er in der Sucht, im akuten Zustand und schon garnicht im allkoholisierten Zustand garnicht mehr klar denken kann Herze!!

    Diese Abhaengigkeit kontrolliert ihn.

    Aber gegen die Abhaengigkeit koennte er was tun!! Aber das ist halt eben seine Sache...

    Herze, die Sucht kann ganze Persoenlichkeiten ausloeschen. Leider. Es ist die Realitaet.

    Aber dennoch hat nur ER es in der Hand was zu tun.

    Der Streit kommt auch nicht wirklich wg des Rads. Dir geht es nicht gut! Und das schon laenger als 2 Tage!!

    Tu etwas fuer dich! Und du musst ihm auch garnichts mehr mitteilen, treffe Entscheidungen fuer dich, innerlich. Du musst diese erstmal garnicht mit ihm besprechen.

    Und ihm jetzt irgendwas mitzuteilen ist wie wenn du es deinem Teddybaeren erzaehlst.

    Du willst eine Reaktion von ihm, die er dir nicht bringen wird. Du willst eine Reaktion, weil das eben euer Spiel ist. Aktion Reaktion und umgekehrt. Das ist wie ein Zwang, weil ja auch ohne dieses Spiel aufeinmal garnichts mehr deine Gefuehlswelt fuellt.
    Ausser eben die Gedanken, wie egal du ihm doch sein musst.

    Denke nicht ueber ihn nach oder ueber das, was er denken fuehlen oder sonstwas koennte.

    Wie fuehlst du???

    Mein XY wollte alles mit mir. Ein Leben aufbauen.
    Seine Sucht hat es ihm nicht ermoeglicht. Dafuer verurteile ich ihn nicht, aber deswegen habe ich mich getrennt.

    Schlicht und ergreifend weil ich erkannt habe, dass der Alkohol alles kontrolliert und ich dagegen nicht ankommen kann und auch nicht will.

    Entweder er aendert es fuer sich oder nicht.

    ICH will mein Leben anders fuehren.

    Das ist meine Entscheidung.

    Triff du deine.

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Was ich dir auch noch sagen wollte.

    Du kannst nicht ihn retten.

    Nur dich selbst.

    Und darum geht es.

    Ich wuensche dir viel Kraft.

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • so jetzt ist der endgültige Schlussstrich gezogen. Ich habe die Kündigung geschrieben und zu ihm gesagt, dass ich diese nun zum Amt bringen werde. ER hat diese auch unterschrieben.....und das hat mir wiedermal das Herz zerrissen. Was hab ich erwartet? Dass er mich bittet, dass wir das anders hinkriegen, dass ihm alles leid tut??? Ich weiß es nicht. Nun rattert es in meinem Hirn...wäre es nicht besser gewesen ihn erst zum Okt ausziehen zu lassen? Da er auf Entzug ist hätte ich ihn in dieser Zeit ohnehin nicht gesehen. Und die Miete wär zumindest gedeckt gewesen durchs Amt. Nun muss ich bis Sep schon einen neuen Mitbewohner suchen....oder die Miete für sein Zimmer selbst zahlen....ich hab das Gefühl, alles was ich mach ist falsch...

    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es einen Sinn hat - egal wie es ausgeht.

  • so jetzt veruche ich mich an den Gedanken festzuhate, dass es SO besser ist. Auch wenn es auf den ersten Blick idiotisch war, dass er nun doch zum 1. Sep auszieht, weiß ich wenn ich ehrlich bin, dass ich den Absprung sonst nicht geschafft hätte. Ich hätte mich emotional sicherlich nicht von ihm lösen können, wäre vermutlich sogar in die Klinik gefahren um ihn zu besuchen...und das alles weil ich ihn nicht allein lassen möchte...oder vielelicht auch weil ich MICH nicht allein lassen möchte.

    So geht er also am 1 Sep und mir muss es nun egal sein, wie es ihm in der Klinik geht, was er nach dem Entzug macht...

    jetzt muss ich auf mich schaue. Das was nun geschehen ist sacken lassen und zur Ruhe kommen.


    DAs bekannte Gefühl von Herzrasen, Magenkrämpfe und innerliches Zittern macht sich wieder breit. Ich hoffe dies war nun ein Schritt in die Richtung, dass das irgendwann mal aufhört.

    Es tut weh!! Der Gedanke dass er mich nun dafür hassen könnte ist unerträglich....aber ich weiß, dass es mir egal sein muss, was in ihm vorgeht. Jetzt geht es um mich. Ich muss schauen, dass ich mich von ihm löse. Von dem Gedanken, dass wir doch was besonderes füreinander waren heißt es nun sich zu verabschieden...ich habe Angst, dass mir das nie gelingen wird...

    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es einen Sinn hat - egal wie es ausgeht.

  • Liebe Herze
    sein gut zu dir und nicht zu streng,das man in diesem Gefühlscaos auch mal emotional entscheidet ,halte ich für normal.
    Die Entwicklung/Veränderung an uns hat ja über einen längeren Zeitraum stattgefunden und ich vermute mal das fast keiner hier,sich trennt aus einer festen Überzeugung sondern weil einem nicht anderes mehr einfällt.
    Hat man doch über die Zeit alles was einem so einfällt ausprobiert und nichts hat geholfen!Richtig?
    Bei mir war das jedenfalls so und ich fühlte mich zuerst als ob ich einen Teil(Partner) von mir abgerisseen /entfernt hätte und das schmerzt so sehr das ich mir jetzt erstmal erlaube Fehler zu machen.
    Die Welt geht davon nicht unter und manchmal stellt sich später so ein vermeintlicher Fehler auch als richtig heraus.
    Also sei gut zu dir ,die anderen werden es nicht sein.
    Liebe Grüße R...

  • ich bin tatsächlich zum Amt und habe denen mitgeteilt, dass XY ab 1 Sep nicht mehr hier bei mir wohnen wird.....

    Bevor ich gegangen bin, hab ich nochmal das Gespräch mit ihm gesucht, zu dem er aber nicht in der Lage war. Ich habe ihn regerecht angefleht mir zu sagen, ob dieser Weg der richtige ist....(verrückt!!)...ich hätte so gern mit ihm geredet und ihm erklärt, warum ich diesen Schritt gehen muss. Von meiner Angst, dass ich mich nicht von ihm lösen könnte wenn er auf Therapie geht und die Angst dass es danach alles wieder von vorne beginnt (Hoffen, schöne Zeit, Rückfall, Enttäuschung, Streit, Versprechung....) es tat sehr weh zu merken, dass er zu diesem Gespräch nicht in der Lage oder bereit war.
    Ich habe ihn gefragt, ob er mich nun hassen würde....seine Antwort war "Es geht in die Richtung"....das zu hören war unerträglich und ich habe ihn angefletht, mich doch zu verstehen. Er war kalt und abweisend. Dann habe ich ihn nochmal gefragt ob er mich wegen meiner Entscheidug nun hasst. Er meinte dann "Nein, ich hasse Dich nicht"....warum tue ich mir das an???

    Zum Amt bin ich wie in Trance gegangen. Und auch jetzt noch hab ich das Gefühl, dass es bei mir noch gar nicht richtig angekommen ist, was ich getan habe. Dass dieser Schritt auch nun ein endgültiges AUS zwischen uns ist. Jetzt gibt es kein Zurück mehr für uns, keine Hintertüre ist mehr da...NICHTS...ab jetzt darf ich keine Gedanken mehr haben "nacher rede ich nochmal mit ihm und dann wird alles gut"...

    Ich muss mich regelrecht dazu zwingen, meine Gründe für diesen Schritt vor Augen zu führen. Immer wieder kommt der Gedanke, dass es fies von mir war, dass ich auf Grund des Vorfalles gestern so hart reagiere....

    Ich muss mir bewusst machen, dass es momentan für mich keine andere Alternative gegeben hätte, aus dem Abhängigkeitskreis heraus zu kommen. Ich hätte mir aber gewünscht, dass es anders abläuft als es nun tut. Wie gesagt macht mich vor allem der Gedanken wahnsnnig, dass ich ungerecht war und dass er mich nun dafür völlig aus seinem Leben streicht...

    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es einen Sinn hat - egal wie es ausgeht.

  • um für mich nochmal klar zu werden warum ich diesen Schritt nun gegangen bin schreibe ich mir diese hier auf:

    - ich habe keine Geduld und vor allem keine Kraft mehr abzuwarten, dass sich was ändert.
    - wenn er auf Therapie ist und wir wären noch zusammen, würde ich weiterhin auf IHN schauen, schauen dass es IHM gut geht.
    - Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich keine Hoffnung mehr, dass er es schafft seine Süchte in den Griff zu bekommen. Er versucht es im Grunde schon seit zehn Jahre und schafft es nicht
    - Aus diesem Grund sind meine Vorstellungen von Familienplanung und Kinder mit IHM nicht zu realisieren
    - ich muss mir eingestehen, dass ich ihn eigentlich von Anfang an ändern wollte, wozu ich kein Recht habe


    worüber ich mir nun im Klare werden muss:
    - warum habe ich solche Angst ohne ihn zu leben?
    - Warum habe ich solche Angst, keine Rolle mehr in seinem Leben zu spielen?
    - warum war es mir immer so wichtig, ihm zu helfen?
    - warum habe ich das Gefühl, versagt zu haben?
    - warum in ich so abhängig von seiner Liebe und Anerkennung?

    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es einen Sinn hat - egal wie es ausgeht.

  • Hallo Herze
    Du hast das gut auseinander sortiert,das ist die Kopfseite( der Verstand)

    Das Gefühl wird uns noch so manchen Streich spielen.
    Die Streiche haben Namen sie heißen: hätte,wenn ,aber ,wieso,warum usw

    Aber mal ehrlich bei mir war es so, das ich nun zum wiederholten Male von ihm ,,ausgeknipst,, wurde, unsere über 6 jährige ,,Beziehung,, bestand aus vielen ,, Auszeiten,, die er sich so nahm.
    Immer kam es völlig unerwartet für mich und immer gab es nach der ,,Pause,, Gespräche ,wo ich ihn bat ,doch zu sagen wenn er Zeit für sich(Alkohhol?) brauchte, dann hätte ich was anderes unternehmen können ,mich mit Freundinnen trefffen etc.Aber nein, wozu auch,ihm war es lieber ich leide und denke mal darüber nach was ich gesagt/getan habe!!!!!

    Und ehrlich ich habe nichts getan,die Situationen waren völlig irre ,nicht nachvollziehbar.
    Und doch hat er es bis letztes Jahr geschafft das ich zumindes drüber nachgrübelte.
    Es ist doch so ,entweder ich nehme mein Gegenüber und das was er sagt und tut ernst,dann muß sein Verhalten irgendwann mal Konsequenzen haben(jeder Mensch braucht Grenzen) oder die Alternative ,ich habe einen Partner den ich nicht ernst nehme(dann aber auch in anderen ,,normalen Situationen,, nicht) egal so oder so,das will und braucht doch keiner so,oder?
    Ich habe jetzt um den Garten gekämpft und bin letztendlich erstaunt wie schnell er nachgegeben hat.
    Ob der Herr nach fast 3 Wochen (übermorgen) wo ich total ausgerastet bin weil er mich sowas von ignorierte und nicht in ,,unseren,, Garten lies, überhaupt glaubt das mein Schluss in der Wut, Verletztheit, Verzweiflung ernst gemeint ist??
    Nun man wird sehen.
    Ich meine es jedenfalls sehr ernst.!!
    Ausschlaggebend war dafür erstens ,das ich mich noch nie vorher selbst so erlebt habe,ich wußte ehrlich nicht das ich zu solch einem Ausbruch fähig bin.Worte /Taten (hätte fast sein Bier über ihm ausgekippt!!) ich war hinterher völlig erschöpft .
    Nannte ihn Wurm und Wicht der vom Alkohol beherrscht wird und was noch viel schlimmer war ich sah genau das in diesem Moment so klar wie nie vorher!!!Das Zeitfenster wo er nicht ,,nachkippte ,,wurde,seit wir den Garten hatten, immer kleiner!

    zweitens ist während er mich so zur Weißglut brachte etwas passiert und zwar sah ich, gaube das erste Mal ,was alle anderen Menschen immer sahen!
    Einen Mann mitte 50 ,gesundheitlich sehr angeschlagen(extrem dünn), ungepflegt (langer Bart ungeschnitten wie wirres Sauerkraut)
    Haare (lang mit Gummi zum Zopf)
    Finger Gelb von Zigaretten,Schnauzer angekokelt ebenfalls von Zigaretten,
    alles in allem ungepflegt (schon etwas verkommen)
    Verstehe wirklich nicht wie der mit dieser Optik noch im Berufsleben (Schlipsträger) bestehen kann?
    Im Garten hatte er schon gleich nen Namen weg ,sie nannten ihn Almöhi,eine Nachbarin fragte mich ist ihr Mann schwer Krebskrank? ich erwiderte nein er ist Alkoholiker!
    Und das ist die bittere Wahrheit.
    Ich ging in den letzten 3 Wochen durch viele Gefühle,es schmerzte überall,aber würde ich ihn nochmal zurücknehmen hätte ich für alle Zeiten verloren und zwar den Kampf um die nächste Erhöhung der Dosis(Alkohol ) und mich ,weil irgendwann wird man erst vom anderen nichtmehr für voll genommen und später gibt man sich selbst auf(ergibt sich)
    Das werde ich niemals tun!
    Ich will Leben...........

    LG R...

  • Dann gibt es noch eine andere Seite von der aus man es betrachten könnte.
    Betrachtet man Alkoholismus als eine Krankheit(den Partner also als kranken Menschen) dann habe ich mich vielleicht sogar schuldig gemacht?!
    Durch die Duldung habe ich evtl. verhindert das er auf den Tiefpunkt kommt,den es offenbar braucht bis ein Alkoholiker selbst etwas tut(für sich)
    Könnte und kann aber sogar sein das er nochmal ein Weibchen wie mich findet und so weitermacht wie bisher nur in neuer Besetzung.
    Ich habe jedenfalls Angst vor dem was da Gesundheitlich noch auf ihn zukommt wenn er so weiter macht wie bisher(alkohol/tabletten kaum essen)Ich möchte diesem Untergang nicht zusehen müssen, denn ein leichter Patient wird er sicher nicht!!

  • so, in den letzten Stunden konnte ich mich ganz gut ablenken mit Lesen hier im Forum.
    Bis zu dem Zeitpunkt in dem ich kurz eingenickt bin und von ihm/uns geträumt habe. Von der mir so bekannten Situation, wie wir Arm in Arm, fest umklammernd, wie zwei Ertrinkende die sich zu retten versuchen, sagen dass allles wieder gut wird. Diese Situation gab es in den letzten Monaten immer häufiger nach einem fiesen Streit, wo man dachte jetzt ist es aus....und beim Aufwachen wurde mir klar, dass es solche Momente eben nicht mehr geben wird...kein gegenseitiges "Retten" mehr. Jetzt muss ich mich selber retten und ich habe Angst, dass mir das nicht gelingen wird.

    Da er gerade nicht da ist, bin ich in sein Zimmer. Ich weiß nicht, warum ich das getan habe...um mir noch mehr weh zu tun? Ich weiß es nicht.
    Auf jeden Fall habe ich dort dann Ausdrucke von Beratungsstellen für Alkoholikern gesehen. Und schon wieder kommt die Angst, dass ich alles falsch gemacht habe. Dass ich ihn in dem Moment rausschmeiße, in dem er aufzuwachen scheint. In mir nagt der Gedanke, wäre ich doch noch etwas geduldiger gewesen. Er weiß ja um seine Probleme, schaut sich ja offensichtlich auch nach Hilfe um. Und ich war mal wieder zu ungeduldig. Habe alles auf einmal gefordert, habe nur darauf rumgehackt, was er alles nicht schafft und anpackt....

    Ich muss mir verdammt nochmal klar machen, dass er im Grunde noch nichts geschafft hat und dass ich einfach keine Kraft mehr habe, abzuwarten ob er wirklich all die Schritte gehen wird, die zu gehen sind.
    Ich muss mir klar werden, dass es evtl Jahre dauern wird, dass er mal so stabil geworden ist um eine Beziehung mit jemanden zu führen, mal Verantwortung und Verpflichungen zu übernehmen...Ich muss mir eingestehen, dass ich mit meinem Co die falsche Frau bin, um ihn noch länger zu begleiten, da ich es einfach nicht schaffen werde mich aus seinen Dingen rauszuhalten, zu festgefahren sind bei uns die Rollen, als dass wir bzw ich das ändern könnte.....ich muss mir klar werden, dass ich den Absprung nicht geschafft hätte, würde ich die Entgiftung noch abwarten...

    ich versuche mich mit dem Gedanken zu trösten, dass - wenn es wirklich mit uns so sein soll- dass wir dann irgendwann wieder zusammen kommen werden. Beide gesund und bereit für einen Neustart. Aber ganz tief drinnen sagt mir eine Stimme, dass das nicht so kommen wird. Und ich möchte ja auch nicht die nächsten Jahre auf ihn warten, denn dann hätte ich wirklich nichts gelernt...wobei ich mir im Moment gar keinen anderen Menschen an meiner Seite vorstellen kann außer ihn...

    Renate :
    vielen Dank für Deine Worte.
    Diese Auszeiten kenne ich auch nur zu Genüge. Sie kamen oft unvorbereitet, immer dann als ich dachte, jetzt kriegen wir noch die Kurve....
    Wenn Du von dem "ernst nehmen" redest, sprichst Du dann von Dir oder von ihm? Ich muss nämlich eingestehen, dass ich mich die letzten Jahre so verhalten habe, dass er MICH nicht mehr ernst nehmen konnte. und ich mich selbst auch nicht mehr. Wie oft habe ich gesagt "Ich kann nicht mehr"....und bin dann doch wieder schwach geworden; habe angedrohe Kosequenzen NICHT eingehalten und durchgezogen.
    Du schreibst, Du hättest mal fast n Bier über ihn ausgekippt...ich muss zugeben, dass ich in manchen hilflosen Situationen ihm am Liebsten eine geknallt hätte. In Situationen in denen ich reden und diskutieren wollte und er irgendwann einfach nicht mehr konnte/wollte und mich ignoriert hat.....in Situationen in denen ich ihn gebarucht hätte und er aber lieber einen trinke gegangen ist....

    Ich wünsch Dir viel Kraft liebe Renate...Du erscheinst mir schon sehr klar...und das freut mich sehr für Dich

    Liebe Grüße
    Herze

    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es einen Sinn hat - egal wie es ausgeht.

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