• Hallo Oldie,
    Danke fuer Deinen Beitrag,
    und ja, Du hast "meine Geschichte" wohl ziemlich gut im Kopf ..... geht mir bei Manchen hier genausio, bei anderen eher weniger.

    Nun, was das "in eine Dankesschuld" geraten angeht, da besteht wenig bis keine Gefahr .....zumindest nicht, was das "Materielle" angeht.
    Es ist mit ganz klar, dass ich mein Leben allein und unabhaengig auf die Beine stellen muss. Zum Einen, wegen genau dieser Verstrickungen, zum Anderen, weil es auch gar nicht anders geht, praktisch gesehen, auch wenn sich das manchmal ziemlich "kalt" anfuehlt.

    Soweit haben wir da auch schon darueber gesprochen, Derjenige kennt auch meine ganze Geschichte .... bis in die Graue Vorzeit, sozusagen. Wir kennen uns schon, seit ich 16 war......er war meine erste Liebe, damals. Auch haben wir darueber gesprochen, warum und weshalb in den verschiedenen Phasen unseres Lebens, als wir uns spaeter immer mal wieder ueber den Weg liefen (freundschaftlich), es nicht "funktionierte". Fuehrt aber jetzt hier zu weit.

    Zum Letzten Punkt ..... das ist genau mein Problem, Oldie. Und da, wo ich einfach merke, wie ich ganz ungewollt (rational) in negative Emotionen abrutsche.
    Es ist definitiv so, dass ich davon ausgehen kann, dass das Maedel mich ablehnen wird. Nicht "mich" als Person, sondern "mich" als Figur. Und da kann ich mich auf den Kopf stellen und mit den Fuessen wackeln. Warum und weshalb ich so sicher bin .... kann ich wieder nicht schreiben, sonst gibts einen "Rueffel", es haengt einfach mit der konkreten Familienkonstellation zusammen. Der Geschichte dieser Familie.
    -----
    Und um "ihr Vertrauen zu gewinnen" muesste ich ja zuerst mal irgendwas "Nettes" ihr gegenueber ausstrahlen, weiss nicht, Sympathie oder Verstaendnis oder Interesse .....

    Wenn ich ehrlich bin, finde ich in mir aber nichts dergleichen ...... was mich eben zu dem Schluss bringt, es besser gar nicht erst zu versuchen. Das "Theater" das ich dann auffuehren muesste, wird sowieso auffliegen. Niemand kann sich so verbiegen.
    Wenn es dann ueber die Zeit anders wird, O.K., aber jetzt im Augenblick ist die einzige Alternative mich einfach komplett rauszuhalten. Was konkret bedeutet ...... ab und an mal ein WE (selten) oder einen Kinobesuch mit heimlichen Kuessen unter der Strassenlaterne. So halt. :roll:
    Gruesse, Lindi

  • Hallo Lindi,

    habe mich gerade mal durch deinen Faden gelesen.
    Hoffe es ist dir recht das ich auch einfach mal meine Gedanken dazu hierlasse.
    Ich selbst habe auch keine Kinder dafür aber 2 Wundervolle Katzen die ich sehr liebe.
    Es war bei mir nie so das ich keine Kinder wollte ... es hat sich jedoch einfach nie ergeben. Manchmal war der Wunsch zwar da aber nie so laut wie vielleicht bei anderen. Immer war mein Kopf voll mit Gedanken.

    Nun bin ich auch in einen Alter in dem ich auf Männer treffe die Kinder haben. Manchmal nur 1 Kind - manchmal aber auch mehr. Die meisten sind eher Wochenendväter aber es gibt auch welche die mit dem Kind zusammen leben. Allein mit dem Gedanken fühle ich mich unwohl und total überfordert.
    Mein Ex -xy hat keine Kinder und dadurch passte es. Was war ich erleichtert einen Mann zu finden der keine Kinder hat.
    Nun bin ich wieder in der Situation das ich irgendwann vielleicht mal wieder nach einen neuen Partner Ausschau halte. Dann wird vielleicht eine ähnliche Situation auf mich zukommen wie du sie gerade erlebst.
    Wie ich dann damit umgehen soll!? Wenn ich das denn wüsste.... ich kriege schon Anfälle wenn eine Kollegin auf der Arbeit mit einen Kind aufkreutzt. :roll:

    Berichte mal wie es bei dir weitergeht.

    Lieben Gruß

    Sarawen

  • Hey, Sarawen ..... endlich mal Jemand, dem es genauso geht :P
    Genauso, wie Du es beschreibst..... auch bei mir war es nie wirklich eine Entscheidung "gegen" ..... aber es hat sich einfach nie ergeben. Wie Du sagst. Waere mein Wunsch staerker oder ueberhaupt vorhanden gewesen HAETTE es sich sicher ergeben......zur Not auch allein, ohne Partner.
    Oh Mann, da dachte ich, ich waer nun langsam "in Sicherheit" (rein biologisch gesehen) vor potenziellen Schwiegermuettern ..... und dann DAS!
    Wenn Du die Geduld aufbringst berichte ich gerne ...... es wird sicher ein Weilchen dauern, so schnell schiessen die Preussen nicht!
    Lindi

  • Hallo Lindi

    Bezueglich Kinder...
    Mein LG hat keine und ich habe zwei erwachsene Soehne. Es ist bei mir schon so, dass ich im Konfliktfall an seite meines Kindes stehe. Auch wenn Kritik berechtigt ist und ich auch der Meinung bin und das sage ich auch, trotzdem so innen drin ruehrt sich immer Das Loewenmutterherz "mein Kind ruehrt keiner an".
    Andersrum wuerde ich mir von meinen Kindern nicht verbitten einen Partner zu haben. Ist GsD nicht der Fall, aber ich glaube nicht dass ich mich trennen wurde sollten sie was dagegen zu haben.
    Im Grossen und Ganzen ist -zumindest bei mir- ein Hochstsensibles Thema und wirklich Hut ab, wer das gut meistert.
    LG Grazia

    Da, wo du nur eine Spur im Sand siehst, da habe ich dich getragen...

  • Hallo,

    ich finde das Thema auch recht spannend. Wobei ich da auch Negativbeispiele habe.
    Meine Schwester hat nach ihrer Scheidung mit Ihrem Sohn (damals 13 J. alt) nochmal neu anfangen wollen. Sie lernte einen tollen Mann kennen und dieser brachte dann auch 3 Kinder mit.
    Zum einen vertrugen sich die Kinder untereinander nicht ... dann hat mein Neffe damals Terror gemacht. Er versuchte den neuen Partner rauszuekeln. Das waren solch subtile Dinge ... man sollte sich wundern was der sich alles einfallen lies.
    Erst nachdem meine Schwester eingriff und meinen Neffen damit gedroht hat ihn zum Vater zu geben kam Ruhe ins Spiel.

    Seitdem habe ich eine gewisse Angst vor Männern mit Kinder. Alleine der Gedanke ich verliebe mich und werde dann von dem Kind abgelehnt so das sich der Mann dazu entschlisst sich von mir zu trennen sorgt schon dafür das ich es garnicht versuchen möchte.
    Ich weiß das irgendwann ein Punkt kommen wird bei dem ich vielleicht auch in dieser Zwickmühle bin aber zur Zeit würde ich Männer mit Kindern ablehnen.

    LG

    Sarawen

  • Hallo,

    ich finde das Thema auch recht spannend. Wobei ich da auch Negativbeispiele habe.
    Meine Schwester hat nach ihrer Scheidung mit Ihrem Sohn (damals 13 J. alt) nochmal neu anfangen wollen. Sie lernte einen tollen Mann kennen und dieser brachte dann auch 3 Kinder mit.
    Zum einen vertrugen sich die Kinder untereinander nicht ... dann hat mein Neffe damals Terror gemacht. Er versuchte den neuen Partner rauszuekeln. Das waren solch subtile Dinge ... man sollte sich wundern was der sich alles einfallen lies.
    Erst nachdem meine Schwester eingriff und meinen Neffen damit gedroht hat ihn zum Vater zu geben kam Ruhe ins Spiel.

    Seitdem habe ich eine gewisse Angst vor Männern mit Kinder. Alleine der Gedanke ich verliebe mich und werde dann von dem Kind abgelehnt so das sich der Mann dazu entschlisst sich von mir zu trennen sorgt schon dafür das ich es garnicht versuchen möchte.
    Ich weiß das irgendwann ein Punkt kommen wird bei dem ich vielleicht auch in dieser Zwickmühle bin aber zur Zeit würde ich Männer mit Kindern ablehnen.

    LG

    Sarawen

  • Ja, Sarawen, so aehnlich empfinde ich auch ...... allein der Gedanke abgelehnt zu werden, egal wie "nett" ich bin (oder versuche zu sein) .... und die nahezu voraussehbare Reaktion des Papa-Loewen, der "nicht anders kann" ...da krieg ich schon "Anfaelle".
    Dass Deine Schwester da so klar Position bezogen hat, ist sicher nicht alltaeglich.....
    ----
    Tjaaaaa, vermutlich haette ich auch so aehnlich reagiert, wie Du, wenn das von Anfang an klar gewesen waere, mit dem Sorgerecht.....war es aber nicht. Das hat sich jetzt erst so ergeben .... weil Kindi kundgetan hat, dass es lieber bei Papi leben will, als bei Mutti.
    Und ich stand daneben, aussen vor, meine Meinung dazu zaehlt gar nicht (logischerweise) und kann nun ueberlegen, ob mir das, was uebrig bleibt, von diesem Mann, ausreicht oder nicht. Und das ist halt sehr, sehr wenig.

    Da bin ich noch nicht im Reinen mit mir.....

  • Hallo Lindi!

    Es ist halt eine Tatsache der Mann hat ein Kind und du würdest "dazukommen" was unter Umständen sehr schwierig werden könnte.

    Es kommt natürlich auch auf das Alter des Kindes an und Mädchen in der Pubertät können sehr bockig sein. Es wäre auch die Frage wie sich der Vater des Kindes verhalten würde wenn Probleme auftreten.

    Bist du dann die zweite Geige oder würde er auch für dich Partei ergreifen?

    Ich denke mal es erwartet niemand dass du das Kind direkt heiss und innig liebst das wäre utopisch. Aber es vielleicht mal auf neutralem Boden kennen zu lernen ist doch bestimmt machbar?

    Oder wie gedenkt der Mann dies zu handhaben will er dem Kind verschweigen dass er eine Freundin hat und es bliebe bei versteckten Treffen? Das wäre die denkbar schlechteste Basis für eine Beziehung und wäre für mich äusserst unbefriedigend.


    Liebe Grüsse
    Speranza

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo Lindi
    Muß es denn eine feste Bindung werden ?Nimm doch erstmal das Schöne mit dem Mann oder wäre das schon Glatteis für dich?
    So könntest du langsam herausfinden was er sucht ,ne Partnerin oder ne Ersatzmama.
    Ich war auch ca. 5 Jahre lang ,,Stiefmutter,, es war kein Spaziergang,das Kind (Tochter) war eifersüchtig und die Oma mischte auch kräftig mit (Mutter war verstorben)Das ist viele Jahre her und heute wo sie erwachsen ist ,sagt sie manchmal wärst du (ich) doch nur meine Mama geworden, wir haben noch losen Kontakt.

    Bei meinem xy wars nochmal anders der brachte gleich 4 Kinder mit,Kirmes pur und heute bin ich die die an allem Schuld hat ,,weil vorher war alles besser,,wobei er trank damals exessiv,aber sicher in dieser Form ne Ausnahme weil die Kinder keine Kindheit sondern wohl eher die Hölle auf Erden hatten (mutter hat sich todgesoffen)du siehst auch mit viel Liebe und gutem Willen (beides hatte ich zu beginn) ist das ein heißes Eisen.
    Da ich nun schon mitte 50 bin kommt mir wohl kein Mann mehr mit im Haus lebenden Kindern unter...........Gott sei Dank!!!
    Ich würde es heute nicht mehr probieren wollen.
    Ich gönne mir jetzt den Egoismus entweder zukünftig allein oder evtl nochmal mit einem Mann einer ruhigeren Zeit entgegenzusehen.
    LG R..

  • Hmja, Danke erst mal an Alle, die geantwortet haben....
    Also "Ersatzmama" sucht er definitiv keine, weder fuer sich, noch fuer das Maedel... im Gegenteil, er weiss von mir, dass ich die denkbar schlechteste Besetzung fuer diese "Rolle" ware....

    Das ist halt jetzt mal was ganz Neues, er "braucht" mich nicht, weder zum Kochen, noch zum Putzen, noch zum "Bemuttern" ...... aber er "will" mich (warum auch immer).

    Erwartet eben dann andererseits von mir (oder jeder anderen denkbaren Partnerin), dass diese auch eigenstaendig zurecht kommt.....die beruehmte Augenhoehe eben. Und das ist der Part, an dem ich an mir arbeiten will/muss. Mal schaun, obs gelingt.

    Ansonsten "denkt" ihr schon zu weit voraus ....ich will einfach eben genau diese Anfaenge sorgsam pflegen ...wenn denn Zeit/Raum dazu vorhanden waeren. Und schauen, was sich entwickelt/nicht entwickelt.

    Marie04 : er gedenkt nicht, mich zu "verheimlichen" oder zu verschweigen .... die Frage ist halt, was das Maedchen psychisch verkraftet, zu welchem Moment und "wie".
    Lindi

  • Hallo Lindi,

    ich denke da solltest du auch- wie du schon sagst- abwarten was kommt. Die Konstellation ist denkbar schwierig. Ein älteres Kind geht irgendwann aus dem Haus --- dann ist warten angesagt.
    Was du auch tust ... es wird für dich das richtige sein. Im Grunde sollte man nur das tun wozu man auch ja sagt.

    Lieben Gruß

    Sarawen

  • Hallo Lindi
    du schreibst:
    Das ist halt jetzt mal was ganz Neues, er "braucht" mich nicht, weder zum Kochen, noch zum Putzen, noch zum "Bemuttern" ...... aber er "will" mich (warum auch immer).


    Das überrascht mich jetzt sehr,du machst auf mich immer so einen starken selbstbewußten Eindruck und dann dieser Satz???
    Ich bin wirklich überrascht!!!!
    Liebe Grüße R..

  • Hallo Lindi

    diese Aussage hat mich begleitet:

    Zitat

    Das wurde Ernst, sehr Ernst......Boah..... also wenn ich bei mir mal erwaehnte, ich haette mein ganzes Leben nach Intensitaet gesucht...die hatte ich da. Mehr als genug. Und mehr, als ich verkraften konnte!

    schon dramatisch, wenn eine (solche) Beziehung dann mit dem Tod eines Partners endet. Wie kam es, daß Du wieder bei einem XY gelandet bist?
    Ich frag jetzt mal ganz direkt. Du brauchst aber nicht antworten, falls es Dir damit nicht gut geht.

    Komme gerade vom Stall und werde jetzt sofort ins Bett gehen. Wollte eigentlich noch die Post im Büro bearbeiten. (Der Postbote hätte auch gleich seinen ganzen Sack dalassen können....).........aber heut abend geht nichts mehr.

    Liebe Grüße
    Nys

  • Hallo Nys,
    es ist nicht gerade mein Lieblingsthema.....aber wer kann das hier schon so behaupten...

    Auch bei nachtraeglicher Analyse kann ich da beim besten Willen kein "Muster" bei mir erkennen. Die Beiden hatten nichts, aber auch gar nichts gemeinsam, ausser eben.... naja, das.

    Und das war mir bei Nr. 2 auch lange gar nicht bewusst. Er kannte die Geschichte mit dem Unfall, war ziemlich spektakulaer, und es ist ja ein Dorf hier, wusste also, wer "ich" bin und was passiert war....

    Zum Thema Alkohol sagte er mir beim Kennenlernen: er trinke nicht, weil sein Vater...., er waer da total dagegen, und ueberhaupt, mein XY Nr. 1 sei wohl ein schlimmer Finger gewesen (als ob ich das nicht auch gewusst haette!) und da haette er nix, aber auch gar nix mit am Hut.

    Warum haette ich diese Aussage anzweifeln sollen, damals? Er trank ja auch nicht, oder eben normal, ein Bier halt beim Weggehen....was haette ich da merken sollen?

    Das kam dann erst so langsam, schleichend, die Erkenntnis, Oh shit, schon wieder.
    Da lebten wir aber schon zusammen und zu dem Zeitpunkt war dann "schnellstens wegrennen" nicht mehr so einfach...da bestanden schon gegenseitige (auch materielle) Abhaengigkeiten, ich hatte ja durch den Unfall auch meine Existenzgrundlage verloren und zu einem Internationalen Umzug, mit allem, was das so mit sich bringt (und es jetzt ja auch tut) war ich damals schlicht nicht in der Lage.

    Dazu kam ein grosses Mass an Dankbarkeit, ihm gegenueber....er hatte mich ja schliesslich in einer ganz schwierigen Situation aufgefangen....und ich fuehlte mich verpflichtet, zu bleiben. Gemeinsam schaffen wir das und der ganze Rest, der dann eben kommt....

    Wie gesagt, das ist eine ganz andere Schublade. Diese "Intensitaet" hatte diese Beziehung von Anfang an nicht...eher etwas zutiefst freundschaftliches. Vielleicht so aehnlich, wie Dein Mann?
    Und diese Freundschaft besteht immer noch. Trotz Allem. Auch jetzt, wo wir uns ja im gegenseitigen Einvernehmen getrennt haben. Schon vor einem Jahr.....

    Das war jetzt die "Kurzfassung", aber so ungefaehr war das.
    Gruesse, Lindi

  • Hi Lindi

    wie geht es Dir heute? Hast garnix mehr zu meiner Antwort von gestern geschrieben... hoffe ich hab nichts Falsches gesagt?

    Ich seh in Dir nicht diejenige, die nichts auf die Reihe bringt (wie Du das manchmal darstellst). Im Gegenteil: Du wagst viel und kämpfst für Deine Träume. Aber Du möchtest immer diese Antriebsfeder (von einem Traum) haben. --- so kommt mir das jedenfalls vor. So rein vernunftsmäßig bringt Dich nichts in Wallung. Dann lebst Du den Tag. Auch das ist eine Entscheidung. Aber vllt. hilft die Frage: Warum brauchst Du für Dein aktiv werden ein Ziel das Dich beflügelt? Warum darf es nicht auch mal ein langweiliges Ziel sein, das u.U Überaschungen bereit hält?

    LG Nys

  • Hallo Nys,
    nee, Du hast nix falsches gesagt, gestern. War halt nur anderweitig beschaeftigt, gedanklich, eher "im aktuellen".
    Aber jetzt bin ich platt.....wie kannst Du mich so treffend beschrieben?
    Echt genau so ist es! Ich brauche ein Ziel, das mich in Bewegung bringt. Besser haette ich es selbst nicht formulieren koennen. Und wenn ich das nicht habe, geht nix - oder wenig.

    Und genau das ist aktuell mein "Problem" .... meine Perspektive in Deutschland seh ich eher grau-in-grau.
    Ueberleben halt. Mehr nicht. Mein Pferd werd ich auch nicht halten konnen, die Einstellerpreise in D. kennst Du ja....also insgesamt nichts, was mich anspornt.
    Ja, sicher, das gibt es die Neue/Alte Liebe.....reicht das nicht als Grund? Nein, tut es nicht, darf es nicht. Das darf nicht der (Einzige) Grund sein. Und auch da ist die Situation ja hoechst kompliziert, verkompliziert sich im Augenblick von Tag zu Tag ....was auch der Grund fuer meinen "moralischen" war gestern....aber das kann ich eben nur so akzeptieren, wie es kommt....*sigh*.
    Morgen mehr. Finde das grad sehr spannend, mit Dir zu reden, echt! Auch wenn sich unsere "Profile" in manchem wohl deutlich unterscheiden...in manchem eben nicht.
    Gruesse, Lindi

  • Liebe Nys,
    ich bin immer noch damit beschaeftigt, ueber das nachzudenken, was Du gesagt hast .... im "Guten".... Ja, da hast Du wohl den Kern (oder einen) getroffen.
    Wenn ich das jetzt mal so frei formulieren darf: irgendwie wollte ich immer ein "besonderes" Leben.
    Die Perspektive Heiraten, Reihenhaus, Kinder ... die hat mich schon als ich ein ganz junges Maedchen war eher abgeschreckt. Soooo langweilig! Dachte ich. Dass dazu eine grosse Portion Mut gehoert, Tatkraft, Vetrauen .... das sind so Dinge, die ich jetzt natuerlich sehe und bei Anderen achten kann.
    Trotzdem waer das nix.
    Und wenn ich es schon nicht gebacken bekomme, ein besonders tolles Leben zu haben, dann wenigstens ein besonders besch...enes. Aber Hauptsache besonders.
    Klingt irgendwie irre, wenn ich das jetzt so schreib, aber irgendwie ist da was dran.
    Vielleicht auch das "sich nicht festlegen wollen". Ich HATTE ja einen Traumjob, Reisen mit Journalisten, eine Freundin von mir sagte mal "Frechheit, und dafuer dass Du dauernd Urlaub machst, wirst Du auch noch bezahlt" ...... und allein die Vorstellung, wenn ich nicht kuendige, mache ich in 10 oder 20 Jahren immer noch dasselbe, hat dazu gefuehrt, DASS ich gekuendigt habe.
    Auch irre, irgendwie.
    Ja, die kleinen Broetchen. Materiell kann ich zurueckstecken. Das macht mir wenig aus. Tue ich ja hier die ganze Zeit. Was ist es denn nun, was ich "brauche"?
    Es klingt komisch, das alles ..... wenn ich hier mit dem Hund ueber die Wiesen streife, ein paar Pilze sammele oder Spargel (ja, den gibts hier wild!) dann bin ich gluecklich! Kann man das in D. nicht auch? Ja, schon, sicher....nachdem man mit dem Auto aus der Stadt rausgefahren ist, besser noch mit dem ONVK, wegen der Umwelt, auf den vorgeschriebenen Spazierwegen bleibt, darauf achtet, dass der Hund ja nie nicht hinter nem Karnickel herrennt, den Wald laut Waldschutzverordnung eine Stunde vor Daemmerungseinbruch wieder verlaesst, sich wieder ins Auto oder Bus setzt ..... Das ist jetzt mal eine Metapher, das mit dem Spazierengehen....so ungefaehr wuerde ich das "Lebensgefuehl" beschreiben.
    Anderes Beispiel....ich wollte nie Eigentum. Also klar, es haette mich nicht "gestoert" sicher nicht. Aber ich war nie bereit, mich dafuer auf Lebenszeit zu verschulden, festzulegen eben.
    Hier war einer unserer Traeume, eine halbverfallene Huette zu kaufen und selbst auszubauen. Das geht recht einfach. Komplizierte Heizungsinstallationen brauchts eh nicht, ein Kamin und das wars. Fliessend Wasser meist mit der Pumpe aus dem eigenen Brunnen, Strom, wenn es sehr ausserhalb liegt, mit Solar oder Generator ....Das war unser Traum. Und der waere auch machbar gewesen, XY und die ganze Verwandschaft arbeiten ja im Baugewerbe....es ging nur darum, ein geeignetes Objekt ausfindig zu machen. Eins hatten wir schon "gesichtet", das waers gewesen. Viele Leute hier sind im letzten Jahrhundert nach Cuba oder die Karibik ausgewandert, haben dort ein Vermoegen gemacht und kamen dann wieder zurueck. Einer davon hat sich hier ein Haus gebaut. Den Karibik-Flair sieht man dem Teil an .... ich war ja auf Cuba, seh das also. Nun steht es seit ewig leer, wegen irgendwelchen Streitigkeiten unter den Erben. Halb verfallen, das Dach eingestuerzt, Risse in der Mauer, Unkraut und Muell innen drin.....eine Ruine. Aber nichts, was man nicht haette wieder richten koennen. Bloss war es eben nicht moeglich, da irgendwie zu einem Abschluss zu kommen, eben wegen der Erbstreitigkeiten *sigh*.
    Nun, jetzt bin ich abgeschweift und habe ein bisschen erzaehlt....aus meiner Welt.
    Und das alles ist eben jetzt vorbei. Und ich raffe es irgendwie immer noch nicht.....und seh die Perspektive von Langzeitarbeitslosigkeit, Behoerdenrennerei, zwangskurse vom AA, die kein Schwein interessieren, Dunkelheit, Rennen und Machen .... fuer was?
    Und mich ueberkommt eher Grausen anstatt Freude am Neu-Beginn....
    Gruese, Lindi

  • Hallo Lindi

    Ich kann's mir einfach gut vorstellen, daß es so ist wie Du beschreibst. Auch ich brauche immer ein Ziel - etwas womit ich mich indentifizieren und wofür ich leben kann. Etwas worin ich sozusagen aufgehe.

    Haus und Kind sind neue Wünsche in meinem Leben. Bislang war weder das eine noch das andere für mich interessant. Gut - es lag auch an den Umständen....die man im Offenen nicht schreiben darf...... - aber es war bisher nie schwer, ein Leben ohne Kind zu führen. Jetzt denke ich: Ich wünsche mir, daß mal jemand zu mir Mama gesagt hat...wenn ich dann mal das zeitliche segne. / Das mit dem Haus ist mir bislang immer zu "festnagelnd" gewesen. Einmal finanziell an so ein Objekt gebunden und man kommt nie wieder raus. Auch die Bindung, die man dadurch zwangsläufig als Paar eingeht aufgrund der gemeinsamen Schulden, - war mir unheimlich. Wohl weil ich wußte, daß ich eben nicht so wirklich glücklich war. Jetzt träume ich von einem Haus, das so auf dem Land liegt, daß ich dort umgeben bin von der Natur, die mir schon immer sehr viel bedeutet hat.

    Erst durch XY ist mir bewußt geworden, daß sein Leben mir viel näher liegt als das, das ich gerade führe. Ich bin mit 18 ausgebrochen aus der biederen Welt meiner Familie. Eine Flucht in die Stadt, in die Autonomie, in die Anarchie. Ich wollte auch ein besonderes Leben. Am besten mit einem Künstler, der eben auch anders war. (Mein Mann ist kein Künstler)
    Aber er hat eine Zeit lang in der K.-Szene gearbeitet.

    Durch XY habe ich wieder gespürt, was für ein Landei ich eigentlich bin, und daß ich den Wunsch Mutter zu sein eigentlich ursprünglich auch einmal hatte. Die alt vertrauten Strukturen habe ich irgendwie doch vermißt - wenn auch das Leben meiner Eltern für mich immer noch ein Graus wäre. Aber wie gesagt, das von Onkel und Großvater wär schon ok.
    Es erdet so schön. Landwirtschaft liegt mir. Habe den ganzen Sommer damit verbracht und war ganz in meinem Element.

    Jetzt backe ich wieder kleine Brötchen. Freu mich auf Büromöbel anstatt auf Haus. Arbeite wie bekloppt und ziehe daraus - daß jeder Tag besonders ist und nicht planbar bleibt, wie ich die Menschen antreffe mit denen ich zu tun habe. Freue mich über einen klaren Kopf. Der heute leider etwas unter dem Hufxchmyed-Termin leidet. Kann mir noch nicht abgewöhnen die Erinnerungen da rauszuhalten.

    Daß Dich die Rückkehr nach Deutschland nicht anmacht ist so was von nachvollziehbar. Mensch ich würd Dir gern helfen, wenn ich könnt. Was hilft ist vllt. Neugier auf Deine Fähigkeiten aus NICHTS etwas zu machen.
    Diese Kraft und Energie traue ich Dir zu. Vllt. könnte es was mit Pferden sein. Selbständigkeit ist sicher finanziell eher nicht ratsam, - aber vllt. gibt es eine Stelle - einen Platz an dem Du Dich evtl. einfügen aber auch ausleben kannst.

    LG (Ich muß noch mal zum Arbeiten außer Haus)
    Nys

  • Hallo Nys,
    also schieb ich mal eine Ladung (kleiner) Broetchen in den Ofen....
    Was Du beschreibst, wie sich die Beduerfnisse zum Teil wandeln...das finde ich wichtig, diese Stimmen innen drin zu hoeren, auch wenn sie was sagen, was man ja "eigentlich" ablehnt .... dass Du die Stimme, die ein "piefiges" Leben will, jetzt hoeren kannst.
    Ist vielleicht auch eine Frage der eigenen Entwicklung ..... dass gewisse Phasen eben sein mussten, aber nur Phasen sind. Wie das wilde, unkonventionelle Leben, dass Du angestrebt hast....und jetzt eben auch etwas anderes moechtest. Kinder zum Beispiel.
    Noch geht es .... aber da gibts halt eben die beruehmte Grenze .....und dann muss man den Sprung wagen, oder eben nicht. - Schwierig.

    Bei mir ist es so, dass ich versuche, mich von den Masstaeben, auch meiner Eltern, freizumachen. Dass man was erreichen muss, "gut dastehen"..... Also ganz so spiessig sind sie nun auch wieder nicht, haben es immer akzeptiert, was wir Kinder entschieden haben ..... aber eine gewisse Enttaeuschung darueber, dass nichts aus uns geworden ist, ist ihnen doch anzumerken. So ganz heimlich.

    Es ist zum Beispiel so, dass hier sich Niemand (oder die wenigsten) ueber den Beruf definieren. Denn es ist fuer Jeden klar, der Baecker ist Baecker geworden, weil der Vater Backer war und einen Laden hatte .....oder Maurer oder Postbote Da stellte sich die verkopfte Frage nach Selbstverwirklichung und dem ganzen Mist nicht. Die Leute machen ihren Job, teilweise gern sogar ..... und haben dann ihr anderes Leben.

    Verstehst Du, wie ich das meine? Wenn Du hier Leute kennenlernst, fragt Niemand als Erstes (so als Party-Fueller) "Was machst Du denn so beruflich?" weil das einfach keinen Aussagewert ueber die Person hat, in den meisten Faellen. Hier wird gefragt, wo kommst Du her, wer ist Deine Familie, wo bist Du geboren, wer sind Deine Freunde....

    Ja. Und dann komm ich wieder zurueck, steh da und habe sprichwoertlich nichts mehr..... und das habe ich ja geschrieben, eine meiner Alptraum-Vorstellunge ist es, alten Freunden ueber den Weg zu laufen "Was machst Du denn so?"

    Insofern versuche ich eben genau diese Masstaebe nicht anzulegen, bei mir. Ich ueberlege also nicht, wo ich mich ausleben kann, in welcher Taetigkeit .... sondern eher, wie ich ueberhaupt einen Broterwerb finden kann. Und davon haengt dann der "Ausleb-Teil", in meinem Fall eben das Pferd, ganz Wesentlich ab.

    Was will ich eigentlich, in meinem Leben?
    *Hmmm* schwierig. Ganz unabhaengig davon, ob das jetzt realistisch ist, oder nicht.....
    - eine Wohnung, die Wohnlich, sicher und genmuetlich ist. Muss gar nicht gross oder protzig sein. Wie mein kleines 40 qm-Nest, dass ich vorher hatte, mit Kohle-Ofen ...
    - einen Freundeskreis, der sich nicht drauf beschraenkt, sich ab-und-an mal zum Quasseln zu verabreden, sondern eher ein zwangloses "Teilen" des Alltags.... also Leute, die nicht allzuweit weg wohnen, wo ich mal spontan vorbeischauen koennte, man sich auf der Strasse trifft, kurz plaudert.... eher Doerflich, also....
    - einen Partner. Der zu mir steht. Rueckhaltslos ..... muss nicht unbedingt Zusammenleben bedeuten.
    ----
    Und dann kommt wieder die Ueberlegung, dass ich wohl besser noch nicht mal das "erwarten" sollte .... weil die Chancen, es zu finden, "hier" wesentlich Groesser sind, als "dort".
    Und dass ich "hier" genau das gefunden hatte (naja, bis auf das Nest, die Wohnung hier ist eher Raeuberhoehle, als Nest)....wenn, ja wenn es eben nicht so waere, wie es eben ist ...... und alles den Bach runter ging, wegen dem beruehmten A-Problem. Isolation ... Scham ...... Bewegungsunfaehigkeit. All das eben.

    *Seufz*
    Gruesse, Lindi

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