• Hallo Zusammen

    Kann ich als Angehörige jemals verstehen das xy trinkt?

    Wenn ja? Wie?

    Es ist so, dass ich gerne wissen möchte wieso er trinkt um vielleicht Verständnis dafür zu haben.

    Bin ich mit dieser Frage hier überhaupt richtig?

    Gruss
    weinender Engel

  • Hallo weinender Engel,

    Ja, im Grunde bist Du mit Deiner Frage falsch hier, denn hier sollte
    es doch um Dich gehen und nicht um Deinen saufenden Partner.

    Warum, wieso und weshalb der trinkt, ist dabei völlig egal.
    Warum willst Du für seine Sauferei Verständnis bekommen?

    Hat er eigentlich Verständnis dafür, das Du vielleicht nicht son Bock
    auf nen besoffenen Partner hast?
    Nur mal so als Frage...

    Stelle DU Dich mal bitte hier in den Mittelpunkt, Dein XY kann sich
    selbst Hilfe suchen, wenn er will. Ich nehme an, er ist erwachsen.

    LG Sunshine
    (Alkoholikerin)

  • Hallo weinender Engel,

    für mich wäre die Frage wichtig, was sich für mich ändert, wenn ich denn verstehe.
    Der Suff, die Aussetzer mit Polizei, Schlägerei, freiwilligem Gang in die Psychiatrie würden ja bleiben, nur du würdest es verstehen.
    Ist es das, was du dir für deine Zukunft wünscht?

    Gruß, Penta

  • Hallo weinender Engel,

    mir schrieb mal jemand: das geht Dich nichts an!
    Ich war tagelang sauer, was für eine Frechheit.

    Du bist hier richtig und kannst ewig suchen. Wenn es Dir hilft, aber zum Lachen wird Dich das nicht bringen. Dafür bist Du doch hier und nicht um Dich an irgendwelchem Müll in anderleuts Hirn festzubeißen.

    LG Kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Hallo weinender Engel,

    genau diese Frage stellte eine Angehörige als sich auf der Entgiftungsstation eine Selbsthilfegruppe vorstellte.
    Danach war in der Gruppe eine Weile schweigen, bis dann der Herr der die SHG vorstellte sagte:"Wie sollen wir dir etwas erklären was wir selber nicht verstanden haben ?".


    Gruß Olli

  • Danke für Eure Antworten.

    Ihr hab natürlich wieder recht. Was geht es mich an?
    Ihn interessiert es auch nicht wie es mir geht, wenn er auf Sauftour ist.

    Das kann ich mir wie ein Mantra vorsagen, aber das umsetzen. Man man.

    Ich bin eine selbstständige Frau, habe meine Tochter (25 Jahre) fast alleine gross gezogen. Hatte sehr schwere Zeiten.

    Und jetzt häng ich in der Spirale und finde den Ausweg nicht.

    Gruss Engel

  • Zitat von Skyline

    Hallo weinender Engel,

    genau diese Frage stellte eine Angehörige als sich auf der Entgiftungsstation eine Selbsthilfegruppe vorstellte.
    Danach war in der Gruppe eine Weile schweigen, bis dann der Herr der die SHG vorstellte sagte:"Wie sollen wir dir etwas erklären was wir selber nicht verstanden haben ?".


    Gruß Olli

    Danke Olli für Deine Antwort.

    Hilft mir schon, wenn er selber nicht versteht wieso er trinkt.

    Fühle mich hilflos.

  • Hallo weinender Engel,

    ich habe früher auch nicht verstanden warum ich alkoholabhängig bin und warum ich nicht einfach wieder wie jeder Andere trinken kann.
    Sämtliche Versuche wieder normal trinken zu können sind total in die Hose gegangen, logischer Weise weil ich süchtig war.

    Dir nun zu erklären wie es ist süchtig zu sein ist nicht zielführend, weil du es persönlich nicht nachempfinden kannst.

    Du hast geschrieben du hast schon viel hinter dir also hast du schon andere schwere Entscheidungen in deinem Leben vollzogen.
    Wahrscheinlich wirst du für dich nun auch wieder eine schwere Entscheidung treffen müssen.

    Ich kenne deine persönlichen Verhältnisse nicht aber dauerhaft mit einem alkoholabhängigen Menschen zusammen zu leben der es nicht einsieht ein Problem zu haben, wird dich sehr runterziehen und dich viel Kraft kosten.


    Lieben Gruß Olli

  • Hallo Olli

    Danke für Deine Antwort.

    Ok, Ihr hier habt wohl alle recht. Wieso will ich verstehen dass er trinkt?
    Ja wieso.
    Weil ich einfach nicht verstehen kann, wie man sein ganzes Leben wegschmeisst........
    Nein, stimmt. Bringt nix. Ich muss und werde es nie verstehen.

    Kraft, das ist genau dass, was ich kaum noch habe. Mit viel Mühe schaffe ich mein Arbeitspensum. Danach geht kaum noch was weil ich total erschöpft bin.
    Ich werde mir quellen suchen um wieder Kraft zu schöpfen.

    Weisst Du, ich dachte die schweren Zeiten liegen hinter mir.
    Meine Mutter wurde von einem alkoholisierten Fahren tot gefahren, paar Jahre später hat mein Vater sich im Suff tot gefahren. Das alles liegt schon über 20 Jahr zurück. Und nun verfolgt mich der Alkohol immer noch.

  • Hallo weinender Engel,

    das ist eine sehr berechtigte Frage, warum wirft man sein Leben weg.

    Ich habe mich auch mal in diesem Strudel befunden und kann es dir nur aus der Sicht eines Alkoholikers erklären.
    Als "normaler" Mensch wirst du das nicht nachvollziehen können.

    Bei einem nassen Alkoholiker gibt es nur noch einen Lebensinhalt, Alkohol zu trinken und für dessen Nachschub zu sorgen. Es gibt nichts schlimmers als wenn der Nachschub fehlt, dann setzen nämlich die Entzugserscheinungen ein. Alles andere ist völlig nebensächlich geworden und der nörgelnde Angehörige nervt eigentlich auch bloß noch.
    Selbst die eigene Gesundheit wird dabei ausser acht gelassen und man trinkt so lange bis es nicht mehr geht oder tatsächlich stirbt.

    Wenn du wieder ein normales Leben führen möchtest dann musst diesen Menschen hinter dir lassen, anders geht es leider nicht.
    Das ist der Einzige Ausweg aus dieser Spirale, es ist nicht dein Problem sondern sein Problem.

    Wenn du dich zu diesem Schritt entscheidest gibt es hier viele Menschen die dir weiterhelfen können, die einen sehr ähnlichen Weg hinter sich haben.

    Es tut mir sehr leid für dich, dass dich diese vielen Schicksalsschläge mit dem Alkohol im Leben so verfolgen.

    Auch du hast ein schöneres Leben verdient, du musst es nur in die Hand nehmen.


    Lieben Gruß Olli

  • Danke Skyline.

    Über Trennung möchte ich gar nicht nachdenken.
    Dafür hätte ich gar keine Kraft. Ausser dem Aspekt der Liebe.

    Bei Ihm merke ich nix von Entzugserscheinungen. Er sagt immer, wenn er angefangen hat zu trinken kann er nicht mehr aufhören. Bis zu Black out oder sonstigem Mist.
    Aber natürlich auch nicht immer, manchmal trinkt er unter der Woche gar nicht. Oder kommt nach drei vier Bier normal nach Hause.
    Mich ekelt mittlerweile schon der Geruch nach Bier. Wenn Schnaps im Spiel ist, kommt relativ selten vor, dann wird er akro. Mir hat er noch nie was gemacht, ausser verbal bissle angezündet. Aber nach aussen wird er mit Schnaps ein "richtiges Arsch". Sorry für den Ausdruck.


    Skyline, wie hast du es geschafft trocken zu werden?
    Finde ich toll, das du diesen Weg gegangen bist.

    Sag mal Oli, bin ich hier mit meinem Anliegen vielleicht in dem falschen Tread? Möchte niemandem auf die Füsse treten.

    Grüsse
    Engel

  • Zitat von Penta

    Hallo weinender Engel,

    für mich wäre die Frage wichtig, was sich für mich ändert, wenn ich denn verstehe.
    Der Suff, die Aussetzer mit Polizei, Schlägerei, freiwilligem Gang in die Psychiatrie würden ja bleiben, nur du würdest es verstehen.
    Ist es das, was du dir für deine Zukunft wünscht?

    Gruß, Penta

    Hallo Penta

    Vielleicht denke ich mit Verständnis könnte ich es besser ertragen?
    Ehrlich, ich weiss es nicht. Muss noch viel lernen.
    Ich könnte Durchdrehen wenn er trinkt, könnte Amok laufen, bin total am Ende. Wenn ich es dann wenigstens verstehen könnte.

    Dumm gell?

    Gruss Engel

  • Hallo Engel,

    Zitat

    Dumm gell?


    nee, ich find' das nich dumm!
    Nur bezweifle ich, dass du nicht mehr "durchdrehst", wenn du dann verstehen würdest.
    Der Weg ist so lang, die Anstrengung sehr groß und das Ende (dass du tatsächlich verstehst) total ungewiss, denn auch mir ging es zum Beispiel so, dass ich vieles, was mich betraf und besonders mein Saufen, nicht verstand.
    Es besteht die Gefahr, dass dir die Luft ausgeht, während du alle Kraft dafür aufwendest, etwas fast Unmögliches zu bewältigen und noch bevor es klappt, klappst du ab.
    Selbst heute bin ich nicht hinter alles gestiegen, was mich manchmal so umtreibt. Wie soll das jemand Anderes verstehen?! Und dann noch jemand, den fast alles verletzt, was ich tue?!
    Ich sage nicht, dass jemand dieses oder jenes niemals verstehen kann, aber ich denke, dass es unmöglich wird, so lange jemand verletzt oder instabil oder labil oder wie auch immer ist.
    Ich habe mir tatsächlich abgewöhnt, alles verstehen zu wollen. Ich schaffe das nicht.

    Gruß, Penta

  • Hallo weinender Engel,

    du musst dir keine Sorgen machen hier Jemanden auf die Füße zu treten. Wenn es hier total falsch wäre würde sicherlich Jemand aus dem Team es in den richtigen Bereich verschieben.

    Wenn dein Partner nicht mehr aufhören kann zu trinken ist das ein klares Anzeichen der Sucht, das nennt sich dann nämlich Kontrollverlust.

    Du sagst du hast keine Kraft dich zu trennen, woher willst du dann die Kraft nehmen mit einen Alkoholiker zusammenzuleben ohne irgendwann zusammenzubrechen ?
    Besser wird es mit ihm nicht mehr, es wird nur noch schlimmer das kann ich dir versichern.

    Aus meiner Sicht gibt es nur eine Möglichkeit wie du deinen Partner wirklich verstehen könntest, diesen Weg möchtest du aber nicht beschreiten :wink:

    Ich habe das Ziel verfolgt ein trockenes Leben zu führen nachdem ich meinen Tiefpunkt erreicht hatte. Der Leidensdruck war hoch und gesundheitlich sah es auch bescheiden aus.


    Lieben Gruß Olli

  • glück auf engel

    Zitat von weinenderEngel

    Bin ich mit dieser Frage hier überhaupt richtig?

    genau richtig.
    und ich kann verstehn, das du s verstehn willst - geht mir ähnlich -
    du hast vater und mutter an den alk verloren ... und suchst dir n kerl, der alk trinkt :roll: warum?
    (weiß schon - is unfair auf ne frage mit ner gegenfrage zu antworten)

    schöne zeit

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Zitat von silberkralle

    glück auf engel

    genau richtig.
    und ich kann verstehn, das du s verstehn willst - geht mir ähnlich -
    du hast vater und mutter an den alk verloren ... und suchst dir n kerl, der alk trinkt :roll: warum?
    (weiß schon - is unfair auf ne frage mit ner gegenfrage zu antworten)

    schöne zeit

    :D
    matthias

    Hallo Silberkralle

    Weil ich, wie viele hier, nicht bemerkt habe das er Alkoholkrank ist. Wir waren erst paar Wochen zusammen als er eine schwere Krankheit bekam und am Hirn operiert wurde. Danach war er ja monatelang im Spital und Reha.
    Er danach ging es mit dem Trinken los. So wie ich es mitbekommen habe.
    Anscheinend hat er früher auch sehr viel getrunken, aber das wusst ich ja alles nicht.
    Damal nach der Hirnop war meine Angst sehr gross Ihn zu verlieren, und jetzt? Verliere ich Ihn den Alkohol. Wie schräg ist das denn?

  • Ok, auch wenn ich Ihn verstehen würde, würde das von meinen Ängsten nichts ändern.
    Verstehe ich Euch richtig?

    Ich glaube Ihr habt recht.

    Ich kann Ihn nicht ändern, ich kann nur mein Verhalten ändern und hoffen das er sich dadurch ändert?

    Weinender Engel

  • Hallo weinender Engel,

    du wirst deinen Partner nicht verlieren, du hast ihn breits an den Alkohol verloren. So traurig, unverständlich usw das alles ist, du lebst mit einem nassen Alkoholiker zusammen. Da kannst du dich verhalten wie du willst, Zuckerbrot und Peitsche, dich grün anmalen und eine Maske aufsetzen, du kannst ihn lieb bitten, du kannst ihn erpressen das wird alles nicht helfen.
    Du bringst eher einer Kuh französisch bei als dass sich ein nasser Alkoholiker verändern würde.

    Der Mann mit dem du nun zusammenleben möchtest ist ein Traum der sich nicht mehr verwirklichen wird.

    Erst wenn dein Partner seinen persönlichen Tiefpunkt erreicht hat, es einsieht Alkoholiker zu sein, offen und ehrlich vor dem Alkohol kapituliert und einsieht dass er Hilfe braucht, dann steht er am Anfang eine Weges der Zukunft haben könnte.

    Aber selbst dann wird dein Traum nicht mehr aufgehen und ich kann dir auch erklären warum.
    Oftmals ist es so, dass selbst wenn dein Partner irgendwann diesen Punkt erreicht hat schon so viel vorgefallen ist, dass tiefe Narben bei dir verbleiben.
    Du kannst vielleicht versuchen vieles aufzuarbeiten aber vergessen wirst du es nie. Dann kommt die ständige Angst vor einem Rückfall verbunden mit der Angst wie er früher betrunken war und es so wieder werden wird.

    Wenn Jemand diesen Weg wirklich geschafft hat passiert es auch nicht auch nicht selten, dass du plötzlich in sein schönes und neues Leben gar nicht mehr passt. Auf dem Weg seiner Trockenheit stellt er dann fest, du bist eigentlich gar nicht der Typ Frau mit der er zusammen leben möchte.
    Dann bist du schön angeschmiert, hast diesem Mann sozusagen aus dem Dreck geholfen und der will von dir gar nicht mehr wissen.

    Mir ging es ähnlich, ich habe damals in meiner nassen Zeit eine Frau kennen gelernt und war im Grunde froh, dass sich überhaupt eine Frau noch mit mir abgibt. Als ich dann trocken war ging sie mehr und mehr nur noch auf den Geist und ich habe mich getrennt.
    Fies oder ?

    Du kannst dich drehen und wenden wie du willst, der Schwanz vom Hund bleibt immer hinten.

    Du hast nur eine Möglichkeit diesen Kreislauf zu durchbrechen, du musst an dich denken und entsprechende Konsequenzen ziehen.
    Das wirst du immer wieder zu hören bekommen.


    Lieben Gruß Olli

  • Hallo Engel,

    Zitat

    Ok, auch wenn ich Ihn verstehen würde, würde das von meinen Ängsten nichts ändern.


    naja, zumindest stehen da nun schon mal die Ängste. Ich gehe mal davon aus, dass es eigentlich hier heißen müsste: Wie werde ich meine Ängste los?
    Da gibt es nämlich noch sinnvollere Methoden als einen Abhängigen verstehen zu wollen.
    Du kannst aktiv etwas dafür tun, dass deine Ängste sich ändern. Wenn du den Fokus dorthin legst, wirst du vielleicht einen Weg aus der Sackgasse, was das Projekt Alkoholiker verstehen nämlich ist, finden.
    Das darfst du!

    Gruß, Penta

  • glück auf engel

    Zitat von weinenderEngel

    Ich kann Ihn nicht ändern, ich kann nur mein Verhalten ändern

    richtig - dafür gibt’s n apfel (vom baum der erkenntnis)

    Zitat von weinenderEngel

    und hoffen das er sich dadurch ändert?

    quaaaaaaatsch - er wird sich nur ändern, wenn er s für sich tut.
    solang er nur n ganzwinziges bissl liebe (deine liebe, die liebe der eltern usw.) zu versaufen hat, wird er weiter saufen.
    s is n komplizierter chemischer prozess im gehirn der nach m alk "schreit" - und dieser chemische prozess verursacht ohne alk "entzugserscheinungen" die seeehr schmerzhaft sein können.
    sein "leidensdruck" (durch arbeitgeber, familie usw. - also druch sein "umfeld") muss schmezhafter sein, als die entzugserscheinungen - dann kann er trocken werden.
    du kannst ihn nur "in liebe fallenlassen" und dich um dein wohlergehen kümmern - ohne jede hoffnung, sein saufverhalten betreffend.

    schöne zeit

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

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