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  • hallo
    habe erstmals den ganzen Alkohol aus dem Haus entfernt, in dem ich gestern die letzte Weinflasche getrunken habe...hatte so einen guten Tag, den musste ich belohnen....
    Ich schaue voraus im heute und jetzt und weiss ich werde es heute schaffen.
    Ich lese viel im Forum und weiss aber gar nicht wo ich hingehöre. Bin EKA (erwachsenes Kind von alkoholkranken Vater), Co, AlAnon und selbstbetroffen, wie ich es mir schweren Herzens eingestehen müssen. Ich habe mich immer selber zerstört, und meine Familie und Kinder habe ich nicht geschadet, da ich abends trank....nur morgens war ich dann recht müde, wortkarg oder gar nicht da....ich verstehe nicht wieso mir das passiert.....habe alles von aussen....familie, freunde, gesundheit, liebe meine jobs, (habe eben den Traumjob Vertrag gestern unterschrieben) usw. Und trotzdem diese sucht suche
    am Abend ohne bin ich wie unvollkommen, es fehlt mir was....und ich WEISS das es nicht der Alk. ist den ich brauche, der mir hilft.
    Ich habe ein paarmal aufgehört für Wochen nicht zu trinken, ohne Medis, habe dabei Schlafstörungen, Schwitzen ein paar Tage, danach gehts mir gut, aber die leere kommt. Ja ich war auch schon bei Therapeuten, aber wohl nicht beim richtigen, irgendwie bringt mir das nicht, komme nicht weiter mit denen.
    da hilft mir SHG wie AA mehr. Wobei ich hoffe das die HM auch mir endlich hilft und mich befreit.....ab jetzt sofort
    Heute mein 2ter Anlauf trocken zu bleiben. Ich habe es letztes Jahr 5 Wochen bis xmas und Neujahr geschafft und mich dann getäuscht, ein Glas oder zwei Schaden nicht, du kannst ja ohne.....nichts wars....ich war eine Abend Wein Trinkerin, zum entspannen, runterkommen, Stress wegkriegen., könnte gut eine Flasche Wein trinken, allein. Bin schon bei den AA gewesen, habe aber weitergetrunken. Heute bin ich trocken und werde es auch bleiben.
    Nach ein paar Wochen trocken kam bei mir so eine Leere, antriebslos und wahnsinnige Müdigkeit tagsüber trotz genügend Schlafs nachts, fühlte mich ohne Freude. Geht das grundsätzlich vorbei oder ist es für immer geschädigt im Kopf ? Ich möchte keine antidepressiva oder Baclofen einnehmen.
    Gute 24 trockene Stunden euch allen hier
    Danke fürs da sein dürfen, ich glaube das hilft mir auch

  • Hallo Dhyana,


    wenn ich lese, du hast dich mit Alkohol belohnt, dann sind da wohl noch sehr viele Verzichtsgedanken bei dir vorhanden.
    Warum willst du denn aufhören, wenn Alkohol trinken für dich eine Belohnung ist?


    Gruß
    Karsten

  • Gute Frage....Weil es mir schadet, die falsche Belohnung(=etwas was mich glücklich macht) ist, es macht mich ja nicht wirklich glücklich, ist nur Täuschung dieses Gefühl ist ja gar nicht echt, denn ich verliere ja mein "Bewusstsein" wenn ich betrunken bin.

  • Ja da habe ich einiges, lesen, baden, malen, hörbuch, meditieren, saunieren usw das klappt ja auch gut. Ich bin entfach extrem: tagsüber überaus gesundheitsbewusst, sportlich, ernähr mich gut abends kam Mr.Jack und verwandelte mich ins Gegenteil.
    Ich fühle mich etwa so:
    hin und hergerissen
    schaukele ich durch die Tage
    weiss oft nicht was mir gut tut, was ich will, wer ich bin
    suche den Sinn
    frage WARUM
    zerbreche mir den Kopf
    kenne meine Gefühle nicht
    kann mich nicht äussern
    bin nett und freundlich auf Knopfdruck
    und vielleicht zu streng zu meinen Kindern
    erwarte viel von mir, von ihnen


    Danke für s Antworten *_*

  • einen schönen Abend an alle die noch dabei sind!


    Habe noch ne Frage: mit was soll ich anfangen hier zu lesen? Es gibt so viel, was ratet ihr mir? :?:


    Ich bin schon im Bett, mit Schoki und Tee, fühle mich wie ein Flüchtling,im positiven Sinne... heute 2. er Abend, ist immer schwierig. Hatte vorher eine kleine Auseinandersetzung und gemerkt dass diese sofort den Gedanken an Verdrängung mit Alk, mit sich brachte...oh nachher ein Glas...deswegen die Flucht ins Bett


    Woher holt ihr euch die Kraft zum durchhalten, wenn Situationen kommen, wo ihr früher immer was getrunken habt?


    Ich fand es über Weihnachten schwer, als Besuch da war, der gerne trinkt, dem ich nichts gesagt habe, ausser ich habe aufgehört zu rauchen und gleichzeitig zu trinken am 24.11, damit ich es durchziehe (ich rauchte nur, wenn ich was trank) und sie waren noch nicht weg, da hatte ich schon mein Glas in der Hand. Nur ein Glas oder zwei habe ich mir gesagt und es auch sein lassen. Und dann Silvester ein paar Gläser...und dann immer häufiger...na ihr wisst ja schon.


    Habt ihr es ohne Hilfe von Medikamente geschafft, die die nicht in einer Klinik entzogen habt? :roll: :?:


    Eine Ärztin meinte, dass dauerhaft aufzuhören, wäre nicht zu schaffen ohne edit Martin:bitte keine Medikamentennamen nennen, danke, weil mein Hirn verändert ist und ich es nicht willentlich steuern kann. Das Suchtgedächtniss holt einen immer wieder zurück. Ich will aber keine Medis.


    Danke für eure Meinungen, fürs lesen, fürs teilen
    Dana

  • Zitat von Dhyana

    Woher holt ihr euch die Kraft zum durchhalten, wenn Situationen kommen, wo ihr früher immer was getrunken habt?


    Hallo Dhyana!


    Ich habe "früher" auch oft Trinkpausen eingelegt und war der meinung: "Jawoll, das reicht vollkommen. So schlecht gehts dir doch gar nicht!"
    Aber dann kamen sie immer wieder; die Situationen, wo ich keine Kraft mehr hatte, "Nein" zu sagen und Alkohol dann als willkommene Lösung gesehen habe.


    Irgendwo in den letzten "Therapiemonaten" begegnete mir ein Satz:
    "Es gibt ein "Loch", daß wir mit Alkohol füllen, um es zu vergessen. Wenn wir aufhören, zu trinken, ist das Loch aber immer noch da. Hier gilt es, das Loch mit neuen Inhalten u füllen!"
    Ich habe fast 8 Monate mit Therapie verbracht und in dieser Zeit viele Veränderungen an den Start gebracht, die ich jetzt im Alltag umsetze.
    Aber: diese lange Zeit habe ich gebraucht, um bereit für die Veränderungen zu sein. Und ich habe diese lange Zeit gebraucht, um zu erkennen, daß ich dem Alkohol gegenüber machtlos bin.


    Ein (...vielleicht mal ein Glas; ....nach 2 Jahren kann man mal probieren....usw.) funktioniert da nicht. Obwohl schwarz-weiß-Denken ja nicht die Norm sein sollte; hier passt es aber gut, indem ich irgendwann während der letzten Monate für mich beschlossen habe:
    Entweder/oder.
    Heisst: Ich habe für mich eine Abstinenzentscheidung getroffen und nach dieser Entscheidung werde ich nun leben.


    Die Situationen, in denen ich früher immer getrunken, gibt es immer noch. Besser passt:
    Die Gründe, warum ich immer getrunken habe.....
    Und die habe ich in den letzten Monaten erkannt und daran gearbeitet, sie zu beseitigen. Alkohol war für mich ein "Medikament" um Stress abzubauen, ruhiger zu werden, um "Ruhe" zu haben.
    Das kann ich jetzt auch gut ohne Alkohol, aber um an den Punkt zu kommen, dies zu erkennen, hat es sehr lange gedauert.


    Kurzum: Für mich war es wichtig, Veränderung in mein Leben zu bringen. das fängt bei sozialen Kontakten an (die ich gerade wieder aufbaue) und hört bei der Arbeit auf (die ich deutlich reduziert habe).
    Ohne Veränderungen würde ich unweigerlich wieder am Ausgangspunkt ankommen.


    Du gehst ja schon in AA-Gruppen (ich übrigens auch). Aber auch dort zaubert niemand für dich eine Heilung herbei. Lass dir Zeit, teile dich in den Gruppen (hier wie dort) mit und bleib bei den 2 simplen regeln:
    - die nächsten 24 Stunden trocken bleiben
    - das erste Glas einfach stehen lassen


    Die Geschichte mit der HM bei AA ist was spezielles. Das für sich selbst herausfinden, dauert seine Zeit; ich hab dafür mehrere Monate gebraucht, ein für mich akzeptables Ergebnis zu erzielen.
    Aber da ist keine Macht von aussen, die herbeikommt und uns ---schwupp---heilt: dieser Impuls muss aus uns selber kommen.


    Ohne meine Erkenntnis, daß ich alleine nicht mehr klar komme und Hilfe brauche und bereit bin, diese auch anzunehmen, würde ich heute hier nicht schreiben und vermutlich weitersaufen...


    Ich wünsche dir weiterhin gute 24 Stunden...

    Mein Leitsatz seit meiner Klinikaufnahme 3.7.14:
    "Ich bitte um Hilfe bei meiner Krankheit - alleine schaffe ich es nicht!"

  • Hallo Dhyana,


    herzlich Willkommen hier im Forum!


    Ich habe vor 1,5 Jahren einen ambulanten Entzug gemacht. Ich sollte 1 Woche lang Medikamente bekommen, die ich aber überhaupt nicht vertragen habe und dann in Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt habe bzw. nur bei Bedarf genommen habe. Dieser Entzug war aber leider nicht von langer Dauer, ich habe ca. 3 Monate später ein Glas getrunken, dann ein paar Monate später wieder eins usw, bis ich dann in mein altes bzw. noch schlimmeres Trinkverhalten zurückgefallen bin. Damals konnte ich mich noch nicht mit der Diagnose "Alkoholikerin" abfinden oder identifizieren. Ich habe mir immer ein Hintertürchen offen gelassen. "mal gucken, wie lange ich nicht trinke", "ob das für immer ist, weiß ich nicht" usw. Nach einem einschneidendem Trinkgelage habe ich allerdings erkannt, dass ich nie wieder "normal" trinken kann. Auch nicht weniger oder seltener. Es ging um die Frage: Ganz oder gar nicht. Ich habe mich für gar nicht entschieden.


    Auch wenn ich noch nicht so lange wieder trocken bin, ist mein Kopf doch ein anderer. Ich stelle nicht in Frage, ob ich jemals wieder Alk trinken werde. Auch wenn die Ursachen (hat joschi schon so schön beschrieben) natürlich nicht weg sind. Ich versuche die Situationen mir ganz bewusst zu machen und sage mir dann auch: du willst lernen genau diese Situationen/Gefühle ohne Alkohol zu bewältigen.


    Gerade am Anfang hat es mir sehr geholfen, dass meine Wohnung alkfrei war und mein absoluter Rückzugs- und Wohlfühlraum war. Der sichere Hafen, wo mir nichts passieren konnte. Ich habe mir "Telefonjoker" besorgt, die ich zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen konnte.



    Ich wünsche Dir einen schönen Abend,


    panem

  • HAllo Dana,
    gestern habe ich gedacht, was wohl mit Dir ist und heute schreibst Du, dass Du noch eine Flasche gefunden hast.


    Wie wichtig es ist, das HAus alkoholfrei zu halten. WEnn ich wüsste, hier stünde irgendwo etwas, könnte ich das nicht aushalten. MAch das auch Deinem Mann klar.


    Meiner fand das albern. Ich wäre total hysterisch.
    Es ist so wertvoll.


    Denk an die nächsten 24h. Vielleicht ist es doof, aber wenn ich mal einen Rückfall hatte, habe ich mir gedacht. Na immerhin habe ich die Phase des Nichttrinkens verlängert und daran will ich so lange arbeiten bis es keine Nichttrinken/Trinkphasen mehr gibt, sondern nur noch mein Leben.


    WEnn man wieder anfängt, wird es auch immer schwerer wieder an das Nichttrinken zu kommen, so ist es leider auch.
    Überlege Dir auch, was der Auslöser war. Für mich ist das so wichtig. Bei mir z.B. ist das eng mit meiner Coabhängigkeit verbunden. Sozusagen der Teufel im Teufel. Wie sieht das bei Dir aus? In welcher Situation hast Du Dich befunden?
    GAnz liebe Grüße und auch allen anderen trockene 24h
    Esmiralda

  • Hallo Dana,


    ui, shit happens. Aber jetzt wieder fokussieren... Wohnung auf jeden Fall alkfrei halten. Gerade die ersten Tage sind schwer. Kannst Du mit deinem Mann darüber reden? Bekommst Du sonst noch Unterstützung von anderen Menschen? Weißt Du, was der Auslöser für das Trinken war?


    Bleib stark,


    panem


    p.s.: um deinen Weg einfacher zu verfolgen, wäre es vielleicht gut, wenn du so wichtige sachen in deinem eigenen thread posten würdest...das macht das nachvollziehen einfacher ;)

  • Hallo alle miteinander


    Danke für die Worte, es hilft unglaublich, eure Tips und Gedanken.


    Die Frage warum?, was wer der Auslöser hat mich heute bei den langen Spaziergänger mit meinem treusten Begleiter begleitet
    Gestern war es eine unerwartete schlechte Nachricht, aber das ist es ja nicht. Man findet doch immer einen Grund, wenn man will. Und die Vergangenheit, das Co kann es doch auch nicht der Grund sein, im Gegenteil.
    Alle Menschen tragen irgendwelche Geschichten mit sich, mal mehr mal weniger traumatisch, aber nicht alle greifen zu Rauschmittel. Hin und her im Kopf, letztendlich ist doch so, das es eine Krankheit ist, das es auch glückliche Menschen trifft, die kein Trauma oder sonst schlimme Erfahrungen gemacht haben. Und das muss ich akzeptieren. Ich neigte dazu zu sagen, wenn ich die Vergangenheit besser verdaut habe, brauche ich den Alk nicht mehr. Ich meine jetzt das eine
    hat nichts mit den anderen zu tun. Ich bin abhängig, weil ich es geworden bin, weil ich wie viele andere einfach eben diese Krankheit bekommen habe. Und wenn ich erst mal nicht mehr trinke, kann ich auch besser ans andere arbeiten.


    Das wichtigste und schwerste für mich ist zuzugeben: hei Mädel Du hast ein Problem! Habe häufig gehört man frau muss tief sinken bis sie es sich eingesteht und kapituliert. Mein Leben sieht ja noch ganz gut aus, bloss gespalten, als ob ich zwei Personen wäre. Ich hoffe es hat jetzt click gemacht. Und ich muss nicht noch tiefer sinken. 2 Mal hintereinander die Kontrolle verloren!!! Als ich im November aufgehört habe, war ich am Ende, ich habe den Kontrollverlust gespürt und darunter gelitten: musste zum neuen Job um 4:45 aufstehen, habe trotzdem getrunken abends bis nach 23 Uhr, zwar weniger, aber hatte es nicht vor..., da hat es dann click gemacht und ich habe es als Problem gesehen. Und aufgehört mit Rauchen und Trinken gleichzeitig. Eben bis Weihnachten.ein Glas...Neujahr
    noch eins...


    So jetzt bin ich am Punkt wo ich nicht mehr will, und bin bereit gegen das àffchen im Hirn zu kämpfen, loszulassen von dem was mir nicht gut tut.


    Die Sache mit der Flasche ist auch geklärt, er weiss es auch, mein Mann trinkt selten mal ein Glas guten Rum und deponiert sie irgendwo, ich finde sie fast immer. Wir werden jetzt keinen mehr im Hause haben, er braucht es nicht, ist nicht abhängig. Aber meine innere Einstellung ist das wichtigste, im November hatte ich sogar noch recht viel Wein im Keller, ich habe sie nicht gewollt.


    Wünsche euch allen einen schönen Abend !!!!
    Grüssle
    Dana


    :lol: :lol: :roll:

  • Komme vom Kino, Honig im Kopf,... ein rührender Film, traurig, musste viel an meine Omi denken, heul heul


    Thema Alkohol ist bei mir immer noch schwankend, ich kann es sein lassen, habe aber immer wieder Abende wo es nicht geht. Ich beobachte mich, warum will ich trinken....mal ist es Trauer, dann wieder Glücksgefühle...ich geniesee den Abend ohne, aber auch den mit. Im Job läuft es einfach nur super, ich bin sehr dankbar dafür, ein Traum ist quasi in Erfüllung gegangen, einen den ich nie gedacht habe, das er mal real wird.


    Ich weiss nicht, ob ich mir was vormache bzgl Alkohol, habe ich es doch in Griff, übertreibe ich mit meiner Angst süchtig zu werden oder zu sein. Wann weiss ich das? Ich weiss es nicht.


    es grüsst
    Dana

  • Hallo Dana, schön von Dir zu hören.


    Ich denke, Du musst herausfinden, was Alkohol mit Dir macht. Ich für meinen Teil denke mir, dass es mir sehr schwer fällt nicht zu trinken und allein das zeigt mir, dass etwas in meinem Umgang mit Alkohol nicht normal ist.
    Sonst würde ich mir nicht so einen Kopf machen. Dann würde ich es (einfach) lassen.


    Aber ich kenne diese Gefühle und dann kommen mir manchmal die Worte meiner Mutter in den Kopf.
    "Ja wie willst Du denn auch einen normalen Umgang mit Alkohol haben. Du denkst bei jedem Schluck Alkohol, dass Du Alkoholikerin bist" (Mein Vater war Alkoholiker).
    Mein Arzt hat bei mir "riskanten Alkoholkonsum" diagnostiziert und ich finde der Übergang ist dann ja fast schon da.
    Auf jeden Fall fällt es mir schwer NICHT zu trinken und ist das nicht Sucht?


    Es freut mich so sehr mit Deinem Job. Genieße das und setze Deine Energie darein! PAss auf Dich auf!


    Vielleicht brauchst Du einfach noch Zeit...


    Viele Grüße Esmiralda

  • Liebe Esmeralda


    Danke für deine Worte...


    Was macht Alkohol mit mir? Es betäubt mich, vernebelt alles, macht es auch leicht in diesen Schwebe-zustand zu sein...


    aber wie bei dir auch, prägt Alkohol seit meiner Kindheit mein Leben, ich kann mich noch gut erinnern, wie ich meinem Vater bat nicht mehr zu trinken, wenn er uns lieb hat, für meine Mutter, für uns... er versprach es ....immer wieder von neuem....und er trinkt, heute noch.


    Ich bin auf dem Weg, lerne ohne Alkohol zu leben, das gelingt mit nicht immer, aber immer öfter.


    Was ich nicht verstehe ist: da Alkohol in meiner Kindheit mit negativen Erfahrungen verknüpft ist, wieso zieht es mich an ????? Und ja, ich habe sicher ein Problem, denn sonst könnte ich auch ohne SEIN.....


    Vielleicht gibt es da auch keinen Zusammenhang, weiss nicht.


    Wie ist dein Kontakt zu deinem Vater? Mich zieht es innerlich runter, wenn ich sie Besuche, auch wenn ich ein freundliches Lächeln dabei habe. Auch wenn sie mir zu meinem Geburtstag Wein schenken, obwohl ich ihnen gesagt habe, dass ich nicht mehr trinken möchte.....ich verstehe das alles nicht.


    Dana

  • Hallo liebe Dana,
    mein Vater ist 1982 an den Folgen seines Alkoholkonsums gestorben. Das war zwei Jahre nach der Scheidung meiner Eltern. Wir drei Kinder waren auf seiner Beerdigung. Er sah aus wie ein Dämon und meine Schwester ist schreiend aus der Aufbewahrungshalle rausgerannt
    .
    Sein Abgang war wie sein Leben.


    Er konnte uns nicht lieben. Hat gesagt wir müssten uns ändern, damit er uns lieben kann. Irgendwann habe ich ihn resigniert gefragt, wohin wir uns denn ändern sollen.


    Wieso zieht der Alkohol Dich an?
    Weil unsere Väter ihn als Problemlöser benutzt haben und wir wenig Vorbilder hatten, die kreativere Verhaltensweisen gelebt haben.


    WEil der Alkohol betäubt, vernebelt.
    Was ist so schwer an dem LEben, dass Du Dich betäuben musst? Vielleicht achtest Du nicht genug auf Dich? Ignorierst ZEichen des Stresses?
    Bei CoAbhängigen ist das oft so.
    Bei mir nahm der Alkoholkonsum zu, als ich merkte, dass mein Ex meine Bedürfnisse komplett ignorierte und mich mit einer Riesenbaustelle im Stich ließ. Er hat mich komplett auflaufen lassen. Als wenn dies nicht gereicht hätte, hat er Handwerker nach Hause geschickt oder "spontan" alles was abgesprochen war, verworfen und sich etwas ausgedacht, was keiner umsetzen konnte. Allein wenn ich daran denke, wird mir schlecht.
    Unsere Therapeutin hat das ganz nett formuliert. Er ist wie eine Kugel, unantastbar, unangreifbar, nicht greifbar, die über mich hinwegrollt. Arbeitssüchtig halt.


    Dass ich emotional keinen Ankerpunkt hatte und er entweder mit Zynismus, Monologen oder Ignoranz reagierte, das waren nach den Jahren mit meinem Vater, die schlimmsten in meinem Leben. Ich hatte wirklich Selbstmordgedanken. Ich dachte, wenn das das Leben, wenn dies PArtnerschaft ist. Da war der Griff zur Flasche leichter. Damit füllte ich meine Leere.


    Trotzdem musste ich mich entscheiden: Will ich den Wahnsinn weiter leben? Immerhin hatte ich mir den Mann ausgesucht und dafür musste ich m ich verantworten. Und nun geht es Stück für Stück ins LEben zurück.
    Manchmal krieche ich auch ins Leben zurück. So ist das jetzt.


    Was möchtest Du verbergen? Hängst Du Dich emotional vielleicht in Sachen rein, bekommst keinen Abstand? ODer nur mit Alkohol Abstand?
    DAs weißt nur Du und ich hoffe, Du bekommst es raus!!
    Wenn Deine Eltern Dir das nächste Mal Alkohol schenken, lächelst Du nicht freundlich und lässt ihn dort stehen. 8)


    Du brauchst es ihnen nicht zu erklären. Es gibt Menschen, die ignorieren die Bedürfnisse von anderen und auch deren Wünsche. Vielleicht schenken sie Dir den Alkohol, um DIR zu beweisen, dass Du keine Alkoholikerin bist. Vielleicht meinen sie sie hätten versagt. Das Abgrenzen ist eine harte Schule. WEnn Du lächelst, gibst Du was in Dir auf und das tut einem Teil von Dir weh.
    Dir g24h und viele Grüße
    Esmiralda
    Sorry, ist etwas lang geworden... :oops:

  • Hallo Dhyana,


    Zitat von Dhyana

    Ich weiss nicht, ob ich mir was vormache bzgl Alkohol, habe ich es doch in Griff, übertreibe ich mit meiner Angst süchtig zu werden oder zu sein. Wann weiss ich das? Ich weiss es nicht.


    Dieselben Gedanken hatte ich in den Monaten bevor ich trocken wurde auch.


    Heute weiß ich: ICH BIN ALKOHOLIKERIN!



    Sorry, heute nur kurz, bin auf dem Sprung ... in die Kälte, brrr.


    LG
    step

  • Hallo Esmeralda
    Hallo step



    Freitag Abend, mit Tee in der Tasse...gemütlich, drinnen warm, draussen kalt.
    Der Gedanke an Alk. ist da, aber ich möchte auch kämpfen, Nein sagen, auch wenn es Freitag Abend ist und ich morgen ausschlafen kann.


    Frage mich, schon lange, ja was habe ich zu "verdrängen", weghaben wollen, ich finde jedoch NICHTS IM JETZT. Oder will es nicht wahrhaben. Alles ist im normalen Rahmen, eben vielleicht zu wenig abenteuerlich. Ich liebe unterwegs sein, reisen, sehr gerne allein, Abwechslung, Neues. Das ist nun seit 15 Jahren anders, die Kinder pubertieren, es gibt viel unnötigen Stress, und auch viele schöne Momente mit ihnen und die Beziehung ist stabil, ein bisschen pepp und eine Auffrischung täten gut. Aber das ist doch jammern auf hohen Niveau,
    uns geht es gut, sind gesund, haben es warm und gut.


    Die Vergangenheit, ja die hätte ich gern weg aus meinem Kopf, aber die ist drin, auch wenn ich überhaupt nicht dauernd dabei denke. Und sie ist vorbei, weg. Ich weiss es gibt da nichts zu ändern und das ich IM HEUTE LEBEN SOLL
    IM AUGENBLICK IM JETZT.


    Esmeralda, das muss ja dann schlimm gewesen sein, mit deinen Vater, oh je, hoffe deine Schwester hat es überwunden und du auch.


    Ok somit mache ich mir einen neuen feinen Tee. Und ich glaube, oder spüre, das es gar keinen Grund geben muss zu trinken, wenn man alkoholkrank ist, weil du, ich trinken "muss" das ist ja die Krankheit. Wenn es anfangs ein Drink war, zu einem Anlass, zur Freude, zum Feiern oder weil es einem schlecht geht, hat sich das jetzt verselbstständigt. Der Teufel im Kopf will den Alkohol und er will auch nur ein Glas, oder zwei ...wissend das der Kranke es nicht schafft die Kontrolle zu haben. Ganz schön mies. Mir geht es gut, der Tee ist lecker, sicher viel feiner wie ein Glas Wein (nach langer Abstinenz, schmeckt er erst richtig schlecht) und trotzdem würde es mir schwer fallen nein zu sagen, wenn jetzt jemand mit Wein vorbeikäme.


    Gut das es nicht passieren wird. Ich weiss, heute fühle ich mich stark, ich werde nichts ausser Tee , inzwischen Schlafteemischung trinken. Ein schönen Buch lesen. Gemütlich, nüchtern, bewusst.


    Bin eine sehr bewusstes Persönchen sonst, eigentlich erstaunlich, nein doch nicht, ich vergesse es schon wieder: die Krankheit ist es, nicht mein schwacher Wille oder Charakterschwäche.


    @Step, wann hast du denn eingesehen, das du keine Kontrolle hast, das du krank bist? Musstest du arg tief fallen oder wie hat es bei dir geklickt?


    Hilft es euch, wenn der Teufelchen, "der Ring" auftaucht, dran zu denken, hei stopp du bist krank, du verträgst es nicht, es macht dich kaputt ? Kämpft ihr dagegen, lenkt euch ab, oder was macht ihr wenn es triggert???? Hört der Kampf auf?


    wünsche euch ein schönes Weekend
    Dana

  • Gemütlichkeit ist dahin, mein 15 jähr. Sohn ist nach einer "Diskussion", er am PC am gamen, redete laut mit Mitstreiter, ich sage ihm er soll bitte leiser reden,
    er antwortet aggressiv und es schraubt sich hoch, bis auch mein Mann einschreitet, PC wird ausgemacht, usw....."wir sind die schlimmsten Rabeneltern und überhaupt...beschimpft uns hässlich.." und erst sperrte sich in seinen Zimmer ein, dann hörte ich die Türe nach draussen, habe ihn noch zurückgerufen, erfolglos.
    Ich hätte ihm auch nicht aufhalten können, rein körperlich ist er viel grösser.
    Uff es ist so schwierig in diesem Alter und das gamen ist wichtiger als wir, scheint mir. Man kommt an ihm nicht ran, wenn er dabei ist.
    Hoffe er kommt gleich wieder. Draussen ist es kalt. Oder er ist zu Kollegen aber zu wem?

  • Hallo Dhyana,
    alles, was du gestern geschrieben hast, kommt mir seehr bekannt vor!
    Allerdings liegt diese Zeit bei mir schon ein paar Jahre zurück.
    Pubertierende Kinder können einem das Leben sehr anstrengend machen!
    In dieser Zeit trocken zu werden, war mir leider nicht möglich. Dies soll keine
    Schuldzuweisung oder Entschuldigung sein, nur eine Tatsache. Aber der
    Alkohol hat alles nur noch schlimmer gemacht. Wenn du es schaffst, weiterhin
    keinen Alkohol zu trinken, wirst du mit den schwierigen Situationen allemal besser
    umgehen können.


    Auch ich habe sehr lange überlegt, welche Funktion der Alkohol bei mir hat.
    Wie oft habe ich mich gefragt : "Warum tue ich mir das immer wieder an? Es
    geht mir doch gut." Es ist die Sucht. Diese Erklärung war mir zu banal. Im Nachhinein
    ist dies aber tatsächlich seit vielen Jahren der Grund gewesen. Es hat leider noch
    einige Zeit gebraucht, ehe ich die Suchtstrukturen in meinem Gehirn
    verstand und annehmen konnte. Nun kämpfe ich nicht mehr!!


    Alles Gute weiterhin!


    Seidenrupe

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