Carl Friedrich - Diesmal wird es klappen

  • Zitat von Hull


    Habe allerdings keine Panik davor, dadurch irgendwie meine Nüchternheit gefährdet zu haben, da es natürlich ohne Hintergedanken benutzt wurde.



    Hallo!

    Richtig so. Denn wir haben schließlich keinen Missbrauch mit Zahnspülung betrieben.Trotzdem sollte man auf dem Schirm haben, dass so Wässerchen triggern können. Darin liegt die Gefahr.

    In diesem Zusammenhang denke ich an einen Teilnehmer meiner ambulanten Therapie, der nach mehreren Jahren Abstinenz nach dem Gebrauch von Hustensaft rückfällig wurde. Und zwar nicht, dass er gleich wieder zum Kampftrinker mutierte, sondern sich nach mehrfache Einnahme des Medikaments dachte, er könne jetzt doch wieder mal ein Glas Alkohol probieren, da er ja den Hustensaft so gut vertragen hatte.

    Gruß
    Carl Friedrich

  • Zitat von Carl Friedrich



    Hallo!

    Richtig so. Denn wir haben schließlich keinen Missbrauch mit Zahnspülung betrieben.Trotzdem sollte man auf dem Schirm haben, dass so Wässerchen triggern können. Darin liegt die Gefahr.

    In diesem Zusammenhang denke ich an einen Teilnehmer meiner ambulanten Therapie, der nach mehreren Jahren Abstinenz nach dem Gebrauch von Hustensaft rückfällig wurde. Und zwar nicht, dass er gleich wieder zum Kampftrinker mutierte, sondern sich nach mehrfache Einnahme des Medikaments dachte, er könne jetzt doch wieder mal ein Glas Alkohol probieren, da er ja den Hustensaft so gut vertragen hatte.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Das dürfte individuell sein. Lese in diesem Forum hin und wieder, dass es manche Personen runterzieht, wenn sie ein Produkt mit Alkohol in ihrem Haushalt entdecken.

    Mir persönlich war es bislang egal, habe auch noch eine Flasche Strohrum ("Geschenk") irgendwo rumstehen, die ich aber selbst in den nassen Tagen nicht einmal im Traum angerührt hätte, weil es einfach ekelhaft ist.

    War am Wochenende auch auf einer Veranstaltung, bei der einige Personen getrunken haben. Für mich war das aber einfach nur noch eine fremde Welt, zu der ich keinen Zugang mehr habe. :roll:

    Aber werde solche Dinge nun dennoch entsorgen, einfach aus Prinzip. Dachte bislang aber auch, dass dieser "Alkohol" in den Drogerieartikeln kein "echter" Alkohol ist, der tatsächlich wirkt.

    Grüße

  • Zitat von Hull

    Dachte bislang aber auch, dass dieser "Alkohol" in den Drogerieartikeln kein "echter" Alkohol ist, der tatsächlich wirkt.

    Hallo!

    Auch das ist sehr verschieden. Alkohol ist nicht gleich Alkohol. Im Süßwarenbereich wird gerne mehrwertiger Alkohol zugesetzt, der mit dem Zeug nichts zu tun hat, dass ich gesoffen habe.

    Ich habe nicht behauptet, dass man sofort rückfällig wird und in alte Verhaltensmuster abgleitet, wenn man solche Drogerieartikel konsumiert. Ich habe nur geschrieben, dass das Zeug triggern kann, nicht muss. Das ist z.B. vergleichbar mit Essig im Salat. Mir macht hat er bislang nichts ausgemacht. Das bedeutet jedoch nicht, dass es auf ewig so bleibt.

    Man sollte das Problem jedoch auf dem Schirm haben.

    Also immer schön die Äuglein auf halten.

    Ich orientiere mich an dem Ratschlag meines ehemaligen Therapeuten: "Alles was aussieht wie Alkohol, riecht wie Alkohol und schmeckt wie Alkohol" ist tabu.

    Gruß
    Carl Friedrich

  • Oh 2 Monate hier nichts gepostet. Und mein thread steht immer noch auf der ersten Seite und nicht mal unten. Komisch.

    Mir geht es gut. Meine Krankheit habe ich im Griff, bin jedoch stets vorsichtig.

    Einzig mein malades Fußgelenk nervt ab und an. Aber ich will nicht klagen. Im neuen Jahr, das ja nicht mehr weit weg ist, werde ich mal eine vorgeschlagene weitere Behandlungsmöglichkeit in Angriff nehmen.

    Achtung: Vorweihnachtszeit: Da lauern gleich mehrere Gefahrenherde:

    1.) Weihnachtsmarkt. Für frisch Abstinente sicherlich der falsche Ort.

    2.) Weihnachtsfeier. Für frisch Abstinente ebenfalls der falsche Ort.

    3.) Das Gläschen Sekt auf der Arbeit am letzten Arbeitstag vor Weihnachten/Silvester.

    Und die Liste kann gerne fortgesetzt werden.

    Bleibt schön trocken und übt euch in Demut vor der Krankheit.

    Gruß Carl Friedrich

  • Hallo Carl Friedrich,

    wie schön, mal wieder von Dir zu lesen.
    Und ich freue mich wie immer sehr, das Du so gut auf Deinem trockenen Weg unterwegs bist ! :wink:

    Vielen Dank auch nochmals für die Hinweise bezüglich der Weihnachtszeit.
    Das kann ja wirklich für noch nicht stabil abstinent lebende Menschen eine schwierige und gefahrvolle Zeit sein.
    Ich persönlich gehe immer noch nicht gern auf Weihnachtsmärkte (selbst nach so langer Trockenheit nicht)
    weil ich den Glühweingeruch nicht ertragen kann, mir wird speiübel davon.
    Aber mich zog selbst zu Saufzeiten nichts wirklich dahin... von daher vermisse ich auch die Märkte nicht.
    Auch wenn es welche ohne Alkausschank gäbe, würde mich da wohl nur wenig hinziehen.

    Zitat

    Einzig mein malades Fußgelenk nervt ab und an. Aber ich will nicht klagen.
    Im neuen Jahr, das ja nicht mehr weit weg ist, werde ich mal eine vorgeschlagene weitere Behandlungsmöglichkeit in Angriff nehmen.


    Naja... jünger werden wir alle nicht und die Zipperlein nehmen zu.
    Davor ist ja keiner gefeit.
    Schau mal, was Du noch machen bzw. ausprobieren kannst bezüglich des Fußgelenkes.
    Trocken leben heißt ja nicht, nun völlig sorgenfrei zu leben in einem Körper eines 25 jährigen :wink:
    Zumindest nicht, wenn man nicht gerade 25 ist :lol:
    Trotzdem lebt es sich selbst mit Zipperlein ohne Sauferei besser.
    Stell Dir vor, Du würdest noch saufen.... wäre das nicht n prima Anlass, sich n Bad voller Selbstmitleid und vor allem VIEL Alkohol einzulassen?
    Und dann der Morgen danach... und evtl. wieder nachkippen... weil das Fußgelenk immer noch weh tut und der Kater so häßlich ist...
    Ach neeee lass ma.... keine Alternative.
    Du wirst einen besseren Weg finden, was Du bezüglich des Fußgelenkes machen kannst.

    LG Sunshine

  • Zitat von Sunshine_33


    Naja... jünger werden wir alle nicht und die Zipperlein nehmen zu.
    Davor ist ja keiner gefeit.

    Trocken leben heißt ja nicht, nun völlig sorgenfrei zu leben in einem Körper eines 25 jährigen :wink:
    Zumindest nicht, wenn man nicht gerade 25 ist :lol:

    Hallo Sunshine!

    Danke für den zutreffenden Hinweis. :D

    Du hast völlig Recht. Nüchtern erträgt sich ein Zipperlein deutlich leichter. In aktiv konsumierenden Zeiten wäre ich sauer und hätte einen prima Anlass gefunden, mir beispielsweise dieses Wochenende ordentlich einen auf die Lampe zu gießen. Und gegen den morgigen Kater hätte es dann ab spätem Vormittag ein paar Konterbiere gegeben.

    Ein Vorteil meines Alters, meiner Lebenserfahrung und meiner Abstinenz ist halt, mit so was gelassener umzugehen.

    Gruß

    Carl Friedrich

  • Carl Friedrich schrieb am 24.11.:

    Zitat

    Bleibt schön trocken und übt euch in Demut vor der Krankheit.

    Das Wort Demut habe ich in diesem Forum oft gelesen. Demütig vor der Alkoholkrankheit sein...
    Ich musste Wikipedia beanspruchen um dieses Wort näher zu begreifen. Was meinst Du mit Demut? Unterwürfig die Krankheit zur Kenntnis nehmen? Oder eher nicht hochmütig werden? Am besten gefällt mir die Definition: realistische Selbsteinschätzung des Menschen in seiner Position.
    Wenn Demut so verstanden wird, so kann ich mit dem Wort Demut sehr gut leben.

    In diesem Sinne wünsche ich Euch allen auch trockene Advents- und Feiertage.

    Liebe Grüsse
    Ernest

  • Hallo Ernest!

    Unterwerfung ist der falsche Ansatz. Wichtig ist es die Krankheit so zu nehmen wie sie ist, nämlich gefährlich. Ich habe sie mir nicht freiwillig ausgesucht, mich aber mit ihr arrangiert und ich hoffe, ich bin mir ihrer Tücken bewusst und werde nicht leichtsinnig. Denn dann fehlt sie, die Demut. Für mich ist der Begriff der Demut sehr eng mit dem Respekt vor der Krankheit verbunden.

    Gruß
    Carl Friedrich

  • Ja, mit dieser Definition bin ich einverstanden.
    Aber warum schreibst Du, dass Du die Krankheit nicht freiwillig ausgesucht hast? Uns hat ja niemand gezwungen, soviel zu trinken, dass wir abhängig werden. Und wir wussten es, als wir noch tranken. Nur verdrängt haben wirs.

    Lieber Gruss
    Ernest

  • Hallo Ernest!

    Ich habe meine Vita genau studiert. In den mehr als 2 1/2 Jahren Abstinenz wird der Blick auf das eigene Wesen klarer, zumindest bei mir. Ich behaupte, ich hatte spätestens ab ca. 14-16 die Prädestination zu dieser Krankheit. Sie steckte schon ganz früh in mir drin. Das der spätere übermäßige und regelmäßige Konsum sein Übriges tat, ändert nicht viel an meiner grundsätzlichen Veranlagung.

    Gruß
    Carl Friedrich

  • Uff.... da muss ich mich auf die Socken machen. Bis dato habe ich mir den Kopf noch nicht allzu stark mit der Suche nach der Begründung meiner Sucht zerbrochen.
    In den paar Tagen der Abstinenz (18 Tage, wenn ich richtig gezählt habe) bin ich mit der Umsetzung von Bausteinen, Freizeitgestaltung und dem Forum beschäftigt.
    Aber ich hätte ne Waaahnsinnfreude, wenn ich Dir in 2.5 Jahren mitteilen kann, warum ich seinerzeit soff.

    Ich wünsche einen angenehmen Abend
    Ernest

  • Ja Ernest!

    Wir haben lange Zeit gesoffen, da nehmen wir uns auch die Zeit, gründlich trocken zu werden, um es auch in dauerhafter Zufriedenheit zu bleiben.

    Bei mir haben bei der Analyse die Einzelbausteine Therapie, Fachliteratur und andere Aussteiger zusammengewirkt. Auch die letztlich gewonnene Erkenntnis musste erst langsam, aber gründlich reifen. Heute sehe ich viele Dinge differenzierter als ganz zu Beginn meiner Abstinenz.

    Gruß
    Carl Friedrich

  • Dann setze ich mal fort:

    Ja die Weihnachtszeit hat es in sich, besonders für frische Abstinenzler im ersten Jahr. Von Weihnachtsmärkten und -feiern mal abgesehen, lauern noch andere Gefahren:

    Die Prospekte der Super- und Getränkemärkte laufen förmlich über mit Angeboten, zu gefühlten 95% alkoholischen Inhalts. Das Betrachten dieser Prospekte kann Suchtdruck auslösen. All die vermeintlich schönen und guten Sachen, die man sich früher mal im Dezember gegönnt hat -Säufer waren ja immer die anderen, man selbst der Genießer- können das Suchtgedächtnis ordentlich ans Rumoren bringen und Suchtdruck auslösen.

    Was mache ich in meinem dritten abstinenten Jahr? Ich blättere rasch weiter und mein Blick verweilt nicht bei ihnen. Falls dennoch der "Schmacht" nach einem Bier/Drink aufkommen sollte, frage ich mich, ob dies nicht doch an der Jahreszeit liegt, da ich früher gerade im Dezember gerne und heftig auch mal teure Alkoholika gebechert habe. Der Impuls für mein Suchtgedächtnis lautet: Weihnachtszeit=hochwertiger/teurer Sprit.

    Ich habe das Problem im Blick. Bislang bin ich noch nicht gepeinigt worden. Aber wer weiß, was noch kommt?

    Es grüßt
    Carl Friedrich

  • ... das mit der Weihnachtsfeier stimmt. Es war auch meine erste ohne Alkohol. Ein Verlangen verspürte ich zwar nicht, allerdings gab es viele Momente, die in Sachen Peinlichkeit einfach nur zum Davonlaufen waren. Das nahm man früher im alkoholisierten Zustand natürlich gänzlich anders wahr, und gehörte sicherlich auch zu denen, die sich furchtbar benahmen.

    Nun ist es schon ein erhabenes Gefühl, sich hinterher keine Gedanken darüber machen zu müssen.

  • Fortsetzung:

    Sachen gibt's. Da öffnete heute an Heiligabend ein örtlicher Supermarkt seine Pforten. Ich ging dort ein paar Sachen, die man ja gerne mal vergisst kaufen und wunderte mich an der Kasse, dass man mir weder einen Hygieneartikel, noch ein aktuelles Wochenmagazin verkaufen wollte. Begründung: "Nur Lebens- und Genussmittel." Was für ein Irrsinn: Wodka und Nikotinstängel hätte ich in rauen Mengen erwerben können, eine Zeitschrift, um sie bei Kaffee/Tee/Saft zu lesen jedoch nicht. Das Personal an der Kasse ertrug meine erstaunte Reaktion mit Gelassenheit, ich war nicht der Einzige, der den Kopf schüttelte.

    Die nächstgelegene Tanke konnte Abhilfe leisten.

    Gruß
    Carl Friedrich

  • Hallo Carl Friedrich,
    ich bin mal wieder in Russland :D , hier ist ja erst am 06.01. Weihnachten.
    Somit ist dieses Weihnachtsfest das ruhigste, was ich je hatte.
    HERRLICH :)
    Und hier waren heute auch ALLE Läden offen :lol: so konnte man nach Herzenslust bummeln und shoppen gehen.
    Wir haben allerdings einen schönen Spaziergang im Schnee an einem See gemacht und einen tollen Bilderbuch-Sonnenuntergang beobachtet.
    Nachher gibt es noch lecker was zu essen, und das wars dann auch schon.
    Könnte ich mich gut dran gewöhnen :)

    LG Sunshine

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