(Alb)Träume von Alkohol

  • Hallo Martina,

    ich komme mir selber manchmal auf die Schliche, wenn ich mir meine Gefühle angucke, wenn ich mir eine bestimmte Situation vorstelle. Daher meine Frage an dich, wie es sich anfühlen würde, dich im Forum abzumelden.

    Zitat

    Ich vermute ich würde mich kurz frei fühlen und würde dann etwas vermissen.


    Interessant würde ich wohl an deiner Stelle vor allem das "frei fühlen" finden. Wovon frei? Frei, um wieder zu trinken?

    Viele Grüße
    Thalia

  • Hallo Martina!
    Das, was Du über Gefühle schreibst, hab ich genauso erlebt. Ich habe sie mit Alkohol gedämpft, unbewusst natürlich. Jahrelang hab ich das so gemacht und emotionsmäßig ein Krüppel. Ich hab's aber wieder gelernt und bin noch dabei. Und gewinne täglich ein Stück Freiheit. Würde ich trinken, würde ich alles kaputtmachen. Für mich ist klar, ich kann nur ich sein mit allen Gefühlen, die dazu gehören, solange ich nicht trinke.
    Wie sind denn bei Dir Deine Gefühle zu Dir selbst? Magst Du Dich? Gibt es was, was Du gerne versteckst?
    Was Thalia gefragt hat, finde ich wichtig. Wovon oder wofür würdest Du Dich frei fühlen?
    Liebe Grüße
    Calida

  • Zitat von Thalia1913

    Hallo Martina,

    ich komme mir selber manchmal auf die Schliche, wenn ich mir meine Gefühle angucke, wenn ich mir eine bestimmte Situation vorstelle. Daher meine Frage an dich, wie es sich anfühlen würde, dich im Forum abzumelden.


    Interessant würde ich wohl an deiner Stelle vor allem das "frei fühlen" finden. Wovon frei? Frei, um wieder zu trinken?

    Viele Grüße
    Thalia

    Hallo Thalia,

    Nein, das denke ich nicht.
    Wieso siehst Du denn im Trinken "Freiheit" ? Ich seh da nur "Abhängigkeit".

    Das die Rückfallgefahr steigt könnte ich mir schon vorstellen, da ein Bezugspunkt wegfallen würde.
    Das wäre wieder ein Erfahrungswert, den ich nicht hab und als möglichen Rückfall auch nicht ausprobieren möchte.

    Ich bin ja hier.
    Hat mehr mit zusätzlich selbstauferlegten Verantwortungs und Verpflichtungsgefühlen zu tun.

    Schöne Grüße

  • Tachchen Karsten,

    Ja Euren geschlossen Bereich behalte ich auf jeden Fall im Auge, wie genau dort der Austausch ist, kann ich nicht beurteilen, gibt's nen Probemonat oder läuft das pro Quartal?

    Nein es geht nicht um die Zahl der Mitglieder, es hat mich einfach nur interessiert.

    Du meinst der offene Bereich ist mehr so eine Durchgangszone vom kommen und gehen ?

    Hm nee also ich schätze die Konversation im offenen Bereich durchaus und es bedeutet mir auch was.

    Grüßle

  • Zitat von Calida78

    Hallo Martina!
    Das, was Du über Gefühle schreibst, hab ich genauso erlebt. Ich habe sie mit Alkohol gedämpft, unbewusst natürlich. Jahrelang hab ich das so gemacht und emotionsmäßig ein Krüppel. Ich hab's aber wieder gelernt und bin noch dabei. Und gewinne täglich ein Stück Freiheit. Würde ich trinken, würde ich alles kaputtmachen. Für mich ist klar, ich kann nur ich sein mit allen Gefühlen, die dazu gehören, solange ich nicht trinke.
    Wie sind denn bei Dir Deine Gefühle zu Dir selbst? Magst Du Dich? Gibt es was, was Du gerne versteckst?
    Was Thalia gefragt hat, finde ich wichtig. Wovon oder wofür würdest Du Dich frei fühlen?
    Liebe Grüße
    Calida

    Hello again Calida !!

    Ich frage mich aktuell welche meiner Gefühle im Laufe der Jahre überhaupt authentisch gewesen sind.

    Denn die erste Übertünchung mit Alk begann ja recht früh. Ähnlich wie bei Dir aus einer ungewollt erworbenen sozialen Unsicherheit heraus.

    Viele Grüße

  • Huhu Karsten,

    Danke für die Info. Ich kann es mir schon langfristig vorstellen, in den erweiterten Bereich überzusiedeln.
    Bei mir ist ja die Abstinenz noch nicht so lang, wie es mir stellenweise vorkommt.

    Doch, ich behaupte,das mir das Forum bzw Betreiber und Teilnehmer hier ob des kurzen Zeitraums schon sehr geholfen habe.
    Es gibt Rückhalt.
    Herzlichen Dank dafür!

    Intensiveren Austausch detailierter Erfahrungen des eigenen Lebens, aber nicht psychischer Erkrankungen, welche die Alkoholsucht ja ist - im Internet -
    hab ich nu wieder nicht verstanden.

    Lg
    Martina

  • Bestimmt habt ihr schon ganz oft und viel darüber geschrieben...?

    ...Ich mache mir Gedanken über das kommende Weihnachtsfest.
    Wie schon berichtet, hat sich unsere Feiermentalität ja sehr verringert.
    Ein Restaurantbesuch steht aber doch an. Da hab ich gemischte Gefühle, zumal es an einem Ort sein wird, an dem ich selbst schon Alkohol konsumiert habe .
    Ein bis zwei Gäste könnten etwas Alkohol ordern, könnte ich ja vorher besprechen.
    Die Umgebung bleibt aber...

    Wie habt ihr das, gerade zu Beginn der Abstinenz an Feiertagen gemeistert, meidet ihr grundsätzlich Orte an denen ihr selbst konsumiert habt?
    Das muß ja nicht immer mit Alkohol Ausschank in Verbindung stehen.

    Guten Abend
    Martina

  • Hallo Martina!
    Ich hab Restaurantbesuche anfangs gemieden. Orte nicht so. Dann hätte ich meinen Keller meiden müssen. Meist hab ich dort heimlich getrunken. Anderswo nicht so sehr.
    Könntet Ihr nicht auch zu Hause essen? Wir holen uns dieses Jahr gebackene Karpfen und Essen gemütlich zu Hause.
    Was hilft Dir denn sonst gegen Druck? Du könntest einen Liter Wasser trinken, bevor Du Essen gehst.
    Liebe Grüße
    Calida

  • Hallo Martina,

    Von mir heute auch ein willkommen hier im Forum. Ich lese dich schon eine Weile mit und finde deine Auseinandersetzung mit unserer Krankheit gut.
    Vor allem, dass du viele Fragen stellst. Du bekommst viele Antworten, hast hier im offenen Bereich viel Begleitung. Deshalb habe ich bis jetzt auch nicht in deinem Faden geschrieben.
    Mich treibt es aber heute um, dir meinen Eindruck, den ich von dir habe, zu schreiben. Du kommst mir getrieben vor. Gehetzt. Überall mittendrin und doch nicht dabei. Einiges was du schreibst, verstehe ich nicht. Als wenn ein paar Worte, Sätze fehlen. Kann aber auch an mir liegen :oops:
    Hast du Ruheinseln, auf denen du Luft holen kannst? Zeit nur für dich?
    Momente, in denen du entspannst? Ich frage dich deshalb, weil ich es von mir kenne, dieses Duracllhäschen in mir. Und heute weiß, dass es Teil meines Problems ist. Und heute lernen muss, ruhiger zu sein, achtsamer. Sonst wird es bei mir nichts mit der Trockenheit.
    Vielleicht hast du aber hier im offenen Bereich schon die Schere im Kopf, weil es hier eben nicht so offen und detailliert zu gehen sollte.
    Gerade weil du so aktiv bist, dich so intensiv auseinandergesetzt, wäre die Villa ein guter Platz für dich.
    Ich bin gleich zum Anfang auch im geschlossenen Bereich gestartet. Und habe es bis heute nicht bereut. Fühle mich da wohl, habe mein Zimmerchen und ab und zu kommt jemand zu plaudern vorbei. Oder ich lese in den TBs der anderen. Das ist noch informativer als hier. (Fällt das unter Werbung :roll: )

    Aber da ich weiß, dass mir der offene Bereich zum Anfang sehr geholfen hat, bin ich auch regelmäßig hier und lese und berichte weiter wie es mit mir weiter geht.

    Zu einer deiner letzten Fragen: mein erster Restaurantbesuch endete mit einem Rückfall. Ich habe ein alkoholfreies Bier getrunken. In einem Lokal, wo ich vorher noch nie war. Mit der Erfahrung von heute würde ich in der ersten Zeit Restaurants meiden.
    Meine Geburtstagsfeier, also ein Feiertag, habe ich in größerer Runde gefeiert. Es gab Alkohol, in Maßen, mich hat es nicht gestört. Aber mein Rückfall lag gerade wenige Tage zurück, ich war ganz achtsam mit mir. Beim kleinsten Anflug von Gefahr, hätte ich meine eigene Veranstaltung verlassen.
    Heute würde ich das nicht wieder machen. Aus Erfahrung.
    Die kommenden Feiertage werden alkohlfrei sein. Meine Familie weiß ja Bescheid. und Sylvester bleib ich auch in meinem alkoholfreiem Zuhause.
    Sollte sich Besuch noch ankündigen, darf er gerne kommen, ohne Alkohol. Ansonsten bin ich weg. Meine Mutter freut sich bestimmt, wenn ich ein paar Stunden mit ihr verbringe.

    Bei mir hat es 6 Monate und zwei Rückfälle gedauert, dass ich für mich annehmen konnte, dass ICH dem Alkohol aus dem Weg gehen muss. Sonst wird das nichts mit der Trockenheit. Das ist mir verstandesmäßig schon länger klar. Jetzt ist es auch gefühlt angekommen. Nicht Theorie, sonder Praxis.

    Weiterhin guten Austausch hier und Kraft für deinen Weg.

    lalu

  • Hallo Karsten.

    Es liest sich ein wenig als wäre nur der geschlossene Bereich
    eine Möglichkeit sich ein "besseres" Leben aufzubauen.

    Ich hab es in Erwägung gezogen wollte anfragen wenn ich so weit bin,
    fühle mich jetzt aber unter Druck gesetzt,
    weil ich es noch nicht will.

  • Guten Morgen Calida,

    ja sogesehen war meine Frage Quatsch, ich hab ja auch zu Hause getrunken.
    Das war allerdings ein anderes Trinkverhalten als außerhalb.

    Vielleicht hätte ich fragen sollen, ob ihr öffentliche Orte meidest an denen ihr früher in Gesellschaft getrunken habt, vor allem an Feiertagen.

    Gruß

  • Hallo Lalu,

    Danke für Deine Nachricht und den Willkommensgruß.

    Ich habe den Eindruck, das hier untergründig bei einigen eine Angst herrscht Ihnen könnte der Platz streitig gemacht werden.
    Ist ja normal und leider auf fast jeder gängigen Arbeitsstelle so.

    Ich hab mich jetzt in einigen "Fremdfäden" geäußert, das empfindest Du als überall mittendrinnen?
    Im eigenen Faden dachte ich so viel schreiben zu können wie ich möchte , das tat mir bis heute gut.
    Ich hatte in "meinem Thread" für meine kurze Anwesenheitszeit Schreibpausen, die ich erst verringern wollte, bevor ich eventuell einen Antrag auf den geschlossenen Bereich stelle.

    Ist wie in einem Sportverein,was nützt mir die Anmeldung, wenn ich anschließend nicht hingehe.
    Vielleicht verstehst Du mich jetzt ein wenig besser, liebe Lalu.

    Gestresst bin ich, da hast Du recht, das hat mit meiner privaten Situation zu tun, über die ich m.E. nicht detailiert geschrieben habe.

    Du kannst doch hier so oft und viel schreiben wie Du möchtest,
    ich freue mich ja drüber.
    Natürlich freu ich mich auch über die Beiträge von den anderen, auch wenn ich mir einbilde, da hin und wieder etwas Unmut zwischen den Zeilen zu lesen.grins.


    Schönen Tag wünscht
    Martina

  • Hallo Martina!
    Es gibt keine Quatschfragen. Mir war ein bestimmter Supermarkt unangenehm, in dem ich oft Wein gekauft habe.
    Für mich war es wichtig, meinem inneren Gefühl zu Folgen. Es gibt ja viele Möglichkeiten. Man könnte Kopfschmerzen vorschieben und nicht ins Restaurant gehen und hinterher dazu kommen. Kommt halt drauf an, wer dabei ist. Wenn es nahestwhwnde Menschen sind, kann man ihnen ja auch sagen, was los ist. Aber das kannst nur Du entscheiden.
    Fühl Dich nicht unter Druck mit dem geschlossenen. Es ist ein Angebot. Du kannst frei entscheiden.
    LG Calida

  • Hallo Martina,

    Zitat von Martina02

    Nein, das denke ich nicht.
    Wieso siehst Du denn im Trinken "Freiheit" ? Ich seh da nur "Abhängigkeit".


    Das ist doch gut. Es war eine Frage an dich. Ich sehe darin inzwischen auch keine "Freiheit" (mehr), aber ich erinnere mich gut daran, was mein Suchtgedächtnis, meine Sucht, mir für verzerrte Wahrnehmungen beschert hat.

    Zitat

    Ich bin ja hier.
    Hat mehr mit zusätzlich selbstauferlegten Verantwortungs und Verpflichtungsgefühlen zu tun.

    Wie meinst du das?

    Zu Weihnachten wollte ich dir noch schreiben. Das war für mich im ersten Jahr der Nüchternheit auch schwierig. Zumal ich damals den Menschen, mit denen ich Weihnachten feierte, nichts gesagt hatte. Das war sehr anstrengend und hätte gut schiefgehen können. Mit meiner Erfahrung heute gehe ich viel selbstbewusster mit meiner Abstinenz um, und bei mir wird es Weihnachten keinen Alkohol geben. Dahin zu kommen war für mich aber ein Prozess (der auch noch nicht beendet ist, glücklicherweise).

    Ich wünsche dir einen entspannten dritten Advent.

    Grüße, Thalia

    P.S. Was meinst du damit, dass jemand hier Angst hat, ihnen könnte "der Platz streitig gemacht" werden? Das verstehe ich nicht.

  • Zitat von Calida78

    Hallo Martina!
    Es gibt keine Quatschfragen. Mir war ein bestimmter Supermarkt unangenehm, in dem ich oft Wein gekauft habe.
    Für mich war es wichtig, meinem inneren Gefühl zu Folgen. Es gibt ja viele Möglichkeiten. Man könnte Kopfschmerzen vorschieben und nicht ins Restaurant gehen und hinterher dazu kommen. Kommt halt drauf an, wer dabei ist. Wenn es nahestwhwnde Menschen sind, kann man ihnen ja auch sagen, was los ist. Aber das kannst nur Du entscheiden.
    Fühl Dich nicht unter Druck mit dem geschlossenen. Es ist ein Angebot. Du kannst frei entscheiden.
    LG Calida

    Halloooo Calida :)

    Puuuuh hab das Chaos nach umfangreichen Backarbeiten in der Küche beseitigt..
    Das hat heute alle ein wenig näher zusammengebracht, wenn es etwas albern zu ging, habe ich mich doch sehr gefreut, das es auch den anderen gut getan zu haben scheint.

    Ja genau das meine ich, ein ungutes Gefühl für bestimmte Orte, die für einen persönlich mit dem Alkohol in Verbindung stehen.

    Und bei dem Restaurantbesuch hab ich kein so gutes Gefühl.
    Da es da sicher wieder sehr voll sein wird und das bekommt mir eh nicht so.
    Es sind sehr Nahestehende. Wir feiern auch zu Hause, aber nicht in dieser Konstellation, in dieser gibt es einige Spannungen und ungelöste Konflikte, womöglich Co Abhängigkeit und ich hab an dem Ort eben schon getrunken.

    Die Mischung macht mir Kopfzerbrechen und das ist ja schon ein Hinweis für mich das da etwas nicht in Ordnung ist.
    Eine Entscheidung treff ich nicht nur für mich sondern auch für meine Kids.
    - Sie haben am wenigsten davon wenn ich rückfällig werde.

    Dazu kann ich ja dann künftig mal im Geschützen Bereich schreiben :oops: wenn Du magst, das klappt und sofern Gott will.

    Nur noch soviel dazu: Meine Überlegung im Moment ist es vorher nochmal anzusprechen oder vorzeitig abzubrechen, wenns mich überlastet oder beides.

    Selbst wenn am eigenen Tisch nicht getrunken wird dann aber in der näheren Umgebung, würde Dir das Probleme machen?
    Ich vermeide es sonst zur Zeit gänzlich.

    Ui das war lang.

    Liebe Grüße
    Martina

  • Hallo Thalia,.

    Ich habe eine Abmeldung hier nicht als Einladung von mir zum Trinken gesehen,
    aber ich befürchte dadurch wäre die Rückfallgefahr höher.

    Wie meine ich die selbstauferlegten Verantwortungs und Verpflichtungsgefühle:

    z.B. Eine Gedankenschleife zu haben wie in etwa: ich müßte jetzt im Forum schreiben, da sonst gedacht wird ich wäre rückfällig geworden. Oder ich müsste nicht so viel schreiben, weil es anderen auf den Keks geht.
    Beides entfernt mich von mir und dem wirklichen Befinden und hat aber doch mit mir zu tun.

    Den Platz streitig machen?
    Ich hol da mal aus :

    Heute hatte ich ein längeres Gespräch mit jemandem, der der Meinung ist, es gibt viele Menschen, die einem eine Veränderung/Verbesserung im Leben nicht gönnen oder sich sogar freuen wenn jemand rückfällig wird. Teils, weil sie es selbst nicht schaffen, teils weil sie sich überlegener fühlen oder was auch immer.

    Das mag ja sein.
    Ich antwortete darauf, was mir dieses Wissen nun hilft ? Und das ich mich an den Menschen orientieren möchte ,die sich verbessern und ihr Ziel( was ggf meinem ähnelt)erreicht haben oder ein ähnliches Ziel vor Augen haben und das NICHT als Wettkampf oder Konkurrenzspiele betrachten.
    Anderen mag das ja gut tun. Mir aber nicht.

    Nun ist es aber so, das kaum jemand zu Dir kommen würde und sagt "hey Du **** ich hoffe Du packst es nicht..Vor der Stirn geschieht etwas anderes als dahinter. Einige wünschen Dir aber sicher das beste.
    Das ist face to face schon nicht leicht zu erkennen und in virtuellen Worten erst recht nicht.
    Im Grunde ist es doch nichts anderes, als wenn Du davon schreibst, wie Du die Freude einiger Forenteilnehmer zwischen den Zeilen spürst und teilst. Oder Euphorie wahrnimmst.

    Weshalb sollte es das nicht auch in destruktiver Form geben?

    Kannst Du Dich denn mittlerweile an Orten aufhalten wo der Alkohol nicht vordergründig(Kneipe, Parties) aber hintergründig (Restaurant,Volksfest) fliesst, Thalia?

    Vorausgesetzt Du hast solche Orte überhaupt besucht.
    :)

    Dir einen besinnlichen dritten Advent
    Martina

  • Liebe Martina,

    Ich habe und hatte nie den Eindruck, dass hier irgendwer befürchtet, dass
    ihm/ihr ein Platz weggenommen wird. Wie kommst du auf das schmale Brett?

    Ich glaube hier im Namen von vielen zu sprechen, dass wir uns über jeden
    freuen, der sich im Forum anmeldet und ernsthaft trocken werden möchte.
    Viele LZT nehmen schon seit Jahren die Menschen hier in Empfang und
    geben immer wieder ihre Erfahrungen weiter. Immer und immer wieder.
    Wohl wissend, dass es nur einige schaffen hier längerfristig zu schreiben.
    Warum mehr Mensch weg bleiben, als sich hier auszutauschen, darüber
    darf spekuliert werden.

    Das "mittendrin" bezog sich auf dein reales Leben. Hier ist es herzlichst
    willkommen, mittendrin zu sein, im eigenen Faden zu schreiben und
    gerne auch Fußspuren woanders zu hinterlassen.

    Ich hatte dir auch nur meinen Eindruck geschrieben, den deine Beiträge
    auf mich machen. Meine Wahrnehmung. Du magst möglicherweise ganz
    anders sein. Hier wird geschrieben, Mimik und Gestik fehlen.
    Und du bist ja auch noch neu hier, genau wie ich.
    Was sind schon 6 Monate...

    "Unmut" ... Hm? Ja, der kommt gelegentlich auf. Besonders dann, wenn wir
    frisch angetrockneten immer auf unsere Individualität, unseren eigenen,
    besonderen Weg verweisen. Die LZT und langjährigen User haben schon vieles
    oft gelesen und oft erlebt, dass der so individuelle Weg in einem Rückfall
    endete.

    Du bist eine Bereicherung für das Forum, du schreibst regelmäßig, fragst,
    antwortest. Setzt dich mit dir und der Krankheit auseinander. Prima.

    Also bleib hier, oder komm in die Villa. So wie du magst. Keiner macht hier
    Druck. Den machst du dir selbst. Oder? :wink:

    Gruß
    lalu

  • Hallo Martina!

    Ich finde es toll, wie gut Du reflektierst und Deine eigenen Gefühle wahrnimmst. Hinter Gefühlen steckt immer eine Botschaft für uns. Da bin ich mir sicher.
    So wie es jetzt geplant ist, hast Du ein ungutes Gefühl. Wie verändert es sich denn, wenn Du Dir vorstellst, alle zu informieren? Und wie, wenn Du Dir vorstellst, Du würdest da gar nicht mitgehen?
    Gefühle sind ein guter Indikator, um zu schauen, dass eine Sache rund wird.
    Es darf zwar jeder auf sich achten, aber für uns Alkoholiker ist es eben nochmal was anderes. Es ist wichtig, dass wir uns gut überlegen, wie und womit wir uns wohlfühlen und wie nicht.
    Ich persönlich antizipiere auch. Stelle mir z.B. vor, eine Kellnerin würde mir einfach ein Aperitif hinstellen. Das kann ja passieren - und wenn ich vorher weiß, wie ich dann reagiere, find ich das einfach schlau.
    Zur Frage, ob mir das Probleme macht. Nein, so wie ich es mache, nicht.
    Ich gehe nur selten abends in Restaurant. Mittags bin ich oft wo zum Mittagstisch, da trinkt kaum jemand Alkohol. Und wenn ich privat gehe, überlege ich mir, wo ich hingehe und mit wem. Ich muss mich mit den Leuten wohlfühlen und sein können, wie ich bin. Dieses soziale unwohl fühlen war nämlich ein Grund, warum ich es nüchtern in Gesellschfat nicht ausgehalten habe. Ich würde nicht mitgehen, wenn die ganze Firma wo zum Essen geht. Das ist mir zu gezwungen, da fühl ich mich nicht wohl. Aber ich war neulich mit zwei Freundinnen im Restaurant. Sie wussten beide, dass ich keinen Alkohol trinke, ich habe mich mit ihnen wohlgefühlt - und ich habe gar nicht darauf geachtet, was irgendwer am Nachbartisch getrunken hat. Und ich wusste, dass sie auch nichts trinken würden.
    Aber da muss jeder individuell schauen, wie er damit umgeht. Sich Gedanken machen halte ich für unverzichtbar. Und das tust Du ja.

    Liebe Grüße
    Calida

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