getrennt Alkohol gegen Tabletten ausgetauscht

  • Hallo,


    Mein Exehemann war 10 Jahre lang zu Hause und hat täglich 3 bis 7 Bier konsumiert. Irgendwann lag er nur noch auf dem Sofa herum wenn ich ging und von der Arbeit kam. Der Zustand war schwer für mich zu ertragen. Dann sollte ich Arbeit bekommen für einen guten Lohn. Plötzlich hatte er auch eine Arbeit in einer Apotheke. Ich hatte sehr viel Hoffnung das er nun zufriedener wird und er sich auch mir gegenüber ändern würde. Das er mir gegenüber freundlicher und nett wird. Das alles gut wird so dachte ich. Doch es kam alles anders


    Ich beobachtete was geschah. Auf seiner Arbeit war es streng verboten Alkohol zu trinken. Donnerstags kam er total nervös und unruhig schon von der Arbeit und mehr und mehr sollte ich auf schmerzhafte Weise erfahren wie es auf seiner Arbeit aussieht. Zum Beispiel erzählte er dem Sohn was für hübsche Frauen auf seiner Arbeit wären und zeigte sie ihm im Internet. An einem anderen Tag war er zum Betriebsfest eingeladen und kam stock besoffen um zwei Uhr Nachts nach Hause, zeigte mir sein neues Team auf dem Handy, bestehend aus nur Frauen. Als nächstes erklärte er mir das es auf der Arbeit das amerikanische Verhältnis gab und er müsse die Frauen mit Liebe usw anschreiben per Mail. Er hatte mich gebeten einen Brief zu korrigieren. Angeblich damit ich nicht was falsches denken würde. Ich war so verletzt weil ich von ihm nie ein liebes Wort bekam oder mal einen lieben Brief. Ich schrieb ihm so viele und von ihm kam nie was liebes zurück. Er wurde krank, sehr krank und ich verstand nicht weshalb. Akute Chronische Nasennebenhöhlen Entzündung und das gleiche im Rachen. Die Atemwege reagierten stark aber ich wusste nicht auf was.


    Mein Arbeitsvertrag lief aus, Eine FAV Stelle war mir vom Arbeitsamt versprochen und ich stellte mich vor, ich sollte diese Arbeit bekommen und dann plötzlich die bittere Absage vom Jobcenter das mein Mann um ein paar Cent zu viel verdienen würde um das mich das Jobcenter nicht beruflich weiter unterstützen würde. Ich sprach mit meinem Partner und versuchte mit ihm eine Lösung zu finden. Doch er war zu keinerlei Kompromisse bereit und wollte mich in keinster Weise dabei unterstützen das ich meinen Job bekomme. Im Gegenteil, er bekam noch eine Lohnerhöhung von 200 Euro. Er hat einfach entschieden und sein Ding gemacht. Mir brach alles weg, ich bekam ein neues Jobcenter zugewiesen und keine Unterstützung mehr. Einen Jobcoach den wollte man mir noch gönnen, doch auch da hatte mein noch Mann kein gutes Wort.


    Ich wurde immer gekränkter und war mit seinem Job nicht mehr einverstanden, weil ich gesehen hatte das er mir nur Nachteile brachte. Er war jeden Tag krank, hat mir nicht geholfen im Haushalt und an den Wochenenden pflegte ich ihm gesund. Ich war längst überfordert mit der gesamten Situation doch von ihm keine HIlfe. Ich war traurig weil er auf der Arbeit so viele Frauen hatte und er ihnen so lieb schrieb. Ein Handy kam dazu und er schrieb mit ihnen Whatsapp sehr persönlich. Angeblich wegen dem amerikanischen Verhältnis. Kommunikativ war er mit diesen Frauen mehr beschäftigt als wie all die Jahre mit mir. Das ist sehr verletzend und ich bin wirklich sehr traurig darüber. Ich bekam nie ein liebes Wort und dabei hatte ich es mir so sehr gewünscht und dort schrieb er sie so an. Er reagierte nicht wenn ich weinte, er reagierte auf Gespräche nicht und ich wurde ignoriert. Wir sprachen nur immer über belanglose Dinge oder seiner Arbeit. Ich wurde mehr und mehr wütend auf ihn.


    Dann wurde mir alles klar, in seinem Rucksack waren Tabletten Name entfernt, ich fing an den Konsum zu kontrollieren und hatte Angst das er sie einfach so in der Apotheke ohne Rezept bekam. Immer öfter fand ich lehre Blister, wollte ich was mit ihm unternehmen, ging das nicht ohne Einnahme der Tabletten und bevor er zur Arbeit ging nahm er schon die erste. Angeblich wegen Magen weh. Ich versuchte Gespräche mit ihm darüber zu führen doch er antwortete es wäre nicht so wie ich denke und ich würde Probleme sehen wo keine wären.


    Seit der Arbeit hatte er mich noch schlechter behandelt als wie zuvor. Er nutzte meine Eifersucht aus und triggerte vieles, er spielte sich als der große King auf weil er das Geld verdient und im Haushalt machen wollte er nichts mehr. Er hatte das 10 Jahre zuvor auch alles alleine gemacht. Was nicht stimmte. Ich kann Euch nicht sagen wie stark sich sein Verhalten veränderte und ich verstehe heute erste den Zusammenhang der mir immer klarer wird. Meine ganzen Probleme mit den Frauen auf seiner Arbeit auf nichts ging er ein oder half mir damit klar zu kommen. Es gab weder Trost noch Mitleid dafür das ich den ganzen Tag nun alleine war. Es kam überhaupt nichts liebes mehr herüber, ganz im Gegenteil. Ein Therapeut hatte mir gesagt ich wäre mit einem Mann zusammen der nicht mehr zugänglich wäre. Ob durch Alkohol oder Tablettenkonsum, das könne man mir nicht sagen.


    Wenn er diese Tabletten genommen hatte, dann war er, total aufgezogen und überdreht redete er. Er wurde unglaublich selbstbewußt und wenn ich ein Problem hatte dann war es egal, wenn ich die Trennung wollte dann auch. Es schien ihm alles egal zu sein. Ich wurde von Tag zu Tag wütender auf ihn weil er auf nichts reagierte was ich auch sagte oder tat. Suchte ich Gespräche blockte er mich mit Beleidigungen weg. Ich hatte das Gefühl ein Feind in seinem Leben zu sein ohne das ich es wusste. Dann reichte er die Scheidung ein ohne das ich es wusste. Ich hatte das aber alles nicht verdient nach allem was ich 10 Jahre lang für ihn tat, als er noch zu Hause war. Freitags trank er immer noch sein Bier bis zum betrunkenen Zustand, ich ging immer schon sehr früh ins Bett damit ich das nicht miterleben mußte. Samstags war er nicht ansprechbar und hatte nur schlechte Laune. Sah TV und machte nichts anderes mehr.


    Ich wurde in seinen Entzug mit rein gezogen, mit der Arbeitsaufnahme hat er Alkohol entzogen und mit Tabletten ausgetauscht. Das erklärt sein fieses Verhalten mir gegenüber. Doch ich erkannte das nicht gleich und es dauerte bis ich selbst reagieren konnte weil ich selbst in Trauer war. Ich sah nicht was sich abgespielt hatte und war wie gelähmt und sah nur zu. Weinte, war verletzt und sehr traurig über sein gesamtes Verhalten. So ist es geblieben, wir sind getrennt ob die Scheidung noch läuft weiss ich nicht und bekomme keine ehrliche Antwort von ihm. Wenn ich in den Rucksack schaue dann nimmt er die Tabletten nicht mehr, schleppt die Packung aber immer noch mit sich herum. Was er auf der Arbeit einnimmt, sehe ich nicht. Er reduziert im Moment die Alkoholmenge am Freitag. Ich habe soviel mit ihm mit gemacht durch diesen ganzen Prozess. Das die Tabletten nicht gut für ihn sind, das konnte ich ihm nicht beibringen. Ich konnte mich nur Trennen und das sind wir nun seit Monaten.


    Er hatte sich nie Hilfe gesucht wenn er entzogen hatte und nie mit mir darüber gesprochen oder es geplant. So war ich immer vor vollendeten Tatsachen gestellt und überfordert mit der Situation. Meist wenn ich selbst in schweren Lebensumständen war hat er Alkohol entzogen. Dann alle Verträge gekündigt die zum Beispiel über seinen Namen liefen wie Telekom Internet und sowas. Oder er hatte die Konten getrennt und das gemeinsame Konto was wir Jahrelang hatten aufgegeben. Ständig war es mit viel Herzschmerz für mich verbunden. Diesmal hat er die Scheidung eingereicht und er kann mir nicht sagen ob er sie zurück gezogen hat oder was damit weiter laufen soll.


    Er verletzt mich weiter mit den Frauen die auf seiner Arbeit sind und er ist nicht zum Gespräch bereit, er kann nicht mit mir kommunizieren egal ob schriftlich oder real. Ich bin sehr traurig weil es mit den Kolleginnen auf der Arbeit klappt. Als ich ihn fragte warum das so wäre sagte er die schreien nicht so wie ich oder die schreiben nicht so viel Mist wie ich. Dabei hatte ich ihm auch Liebesbriefe geschrieben die schön waren oder einmal einen Adventskalender für ihn gebastelt. Doch er konnte sich nicht freuen über diese Dinge. Wenn ich mit ihm über meine persönlichen Probleme sprechen will, dann will er nie reden und er sagt es nicht sondern beleidigt mich mit ausdrücken, er klärt mich für Verrückt oder sonst was. Ich fühle mich dann abgewiesen und werde wütend und spreche laut. Er weiß das ich so reagiere und kann mir nicht helfen das zu ändern. Sondern gibt mir dafür die alleinige Verantwortung.


    Ich fühle mich sehr verletzt. Finde keine Worte dafür und das erste mal das ich ihm das jetzt auch nicht verzeihen kann. Mein Herz liebt diesen Menschen aber meine Vernunft erträgt das nicht. Diese Demütigungen und das er mich so sehr ärgert und es ihm Freude macht. Ich bin auf der anderen Seite verzweifelt weil wir 26 Jahre verheiratet sind und alles kaputt geht und ich nun nichts weiter tun kann. Ich habe sehr viel Angst fühle mich an seiner Seite nur noch verloren. Fühle mich sehr klein neben meinem Ehemann und es ist schlimm für mich. Damit ich es nicht so ertrage bin ich gar nicht mehr bei ihm. Ich mag nicht mehr in seinem Armen liegen weil es sich falsch anfühlt und ich denke das er auf der Arbeit eine andere hat. Aber wenn ich ihn frage dann bekomme ich nur unschöne Antworten. Er gibt mir keine Sicherheit mit Worten. Ich weiß nicht wie es weiter gehen wird mit uns beiden und es tut mir so leid das ich seine Arbeit hasse. Er dreht eben sehr frei deshalb und hat mich vergessen so fühlt es sich an. Wenn ich leide, denke ich nimmt er eine Tablette und für ihn ist die Trennung dann abgegessen. Das ist das ungerechte daran.


    Ich bin so wütend und verletzt, das ich kein ordentliches Wort mehr mit ihm sprechen kann. Wenn es darum mir die Post aus dem Kasten zu holen, kann er mir noch freundlich begegnen. Doch das wirkt für mich geheuchelt und nicht echt. Ich fühle mich verlassen und alleine mit meinen Problemen gelassen. Eine Therapie ist beantragt und beim MDK der Krankenkasse. Eine Wohnung ohne eigenes Einkommen werde ich nicht bekommen. Ich bin dabei mich selbständig zu machen. Hatte einen Job im Kaffee der wegen Corona ausfällt und einen festen Vertrag haben wir nicht, da ich auf selbständigen Basisi abgerechnet habe. Da ich das Einkommen nicht nachweisen kann, will mich keine Hausverwaltung und sonst habe ich den Unterhalt, den er mir überweist.

  • Hallo Jscky,


    Darf ich fragen, warum Du in Deinem alten Thread "Er entzieht immer allein" nicht weiter schreibst?
    Da geht es doch genau um die Themen, um die es auch wieder in diesem neuen Thread geht.
    Was erwartest Du Dir mit der Eröffnung dieses neuen Threads, andere Antworten ? :wink:
    Glaube, das funzt nicht :wink:


    LG Sunshine

  • Hallo Jscky,


    ich habe den Tablettennamen entfernt.


    Genau wie Sunshine frage ich mich auch gerade, warum du ein neues Thema eröffnet hast in dem genau das Gleiche steht wie in deinem anderen Thema...


    Gruß
    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

  • Ich habe die alten Daten nicht mehr. Tut mir leid. Es ist sehr lange her das ich hier gewesen bin. Ich erinnere mich nicht einmal mehr daran was ich im alten Thraid schrieb. Habe ich auch nicht absichtlich gemacht. Meine Mailadresse hat sich geändert. In diesem Thraid finde ich geht es schon um andere Dinge. Einen Entzug mit jemanden durch zu stehen ist hart. Ich wohne noch in einer Wohnung mit ihm. Ohne Hilfe schaff ich es nicht und deshalb bin ich hier. Ich bin mit den Nerven so ziemlich am Ende. Habe natürlich auch nicht an den alten Traid gedacht. Wusste auch nicht das es euch so wichtig ist.


  • Ich habe die alten Daten nicht mehr. Tut mir leid. Es ist sehr lange her das ich hier gewesen bin. Ich erinnere mich nicht einmal mehr daran was ich im alten Thraid schrieb. Habe ich auch nicht absichtlich gemacht. Meine Mailadresse hat sich geändert. In diesem Thraid finde ich geht es schon um andere Dinge. Einen Entzug mit jemanden durch zu stehen ist hart. Ich wohne noch in einer Wohnung mit ihm. Ohne Hilfe schaff ich es nicht und deshalb bin ich hier. Ich bin mit den Nerven so ziemlich am Ende. Habe natürlich auch nicht an den alten Traid gedacht. Wusste auch nicht das es euch so wichtig ist. Komme mir gerade wirklich so vor als hätte ich ein Verbrechen begangen.

  • Ach, es tut mir leid, ich bin 56 es ist schwer mich zurecht zu finden im Forum. Deshalb habe ich den Text hier zweimal zu stehen und mir ist jetzt wirklich nach weinen zumute und will am liebsten wieder gehen.

  • Hallo Jscky,


    wir lassen das jetzt mal hier so stehen, wie es ist. Schreib jetzt einfach hier weiter.


    Es ist deshalb auch wichtig, in einem Thema zu bleiben, weil es einfacher für uns andere ist, die wir dir antworten möchten. Es ist einfacher, wenn da alles steht.


    Ich hoffe, es geht dir wieder etwas besser.


    Es ist sehr belastend, wie du lebst, immer noch mit ihm zusammen unter einem Dach. Er hat dich klein gemacht und Macht ausgeübt. Er hat dich gewissermaßen entwürdigt. Das ist ganz schlimm!


    Es ist wichtig, dass du da einen Ausweg findest. Du schreibst, er hätte die Scheidung eingereicht aber du weißt nicht, ob da noch was läuft. Hast du schon mal überlegt, selbst aktiv zu werden? Wenn du nicht mehr mit ihm leben möchtest kannst du ja auch die Scheidung einreichen. Es ist zur Zeit schwierig, wegen dieser Corona-Pandemie, irgendwo Termine zu bekommen. Aber es gibt grundsätzlich auch Anlaufstellen, wo dir geholfen werden kann. Pro familia zum Beispiel. Oder Caritas. Dort kannst du dich beraten lassen. Vielleicht geht das zur Zeit auch online.


    Liebe Grüße
    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

  • Danke für Dein Verständniss und das ich hier im Portal bleiben kann. Ja, es ist belastend so zu leben und du ahnst nicht was ich schon alles versucht habe um diese Situation zu verbessern.


    Ich habe in Frauenhäusern angerufen, die momentan alle besetzt sind und es sollen im nächsten Jahr Hotels und Pensionen zu Frauenhäusern gemacht werden. Das wird aber noch dauern bis Plätze frei sind. Ich bin im Kriesendienst der Caritas und bekomme dort manchmal kostenlos ein psychologisches Gespräch. Leider nicht so regelmäßig, denn dafür sind die nicht zuständig. In der Not kann ich hin. Gestern bekam ich von meiner Krankenkasse bescheid das die Bearbeitung für die Psychotherapie noch andauern wird weil beim MD alles geprüft wird. Dann bekomme ich auch erstmal nur die Probatorischen Sitzungen bewilligt. Wie lange ich schon um eine Therapie kämpfe kann ich nicht mal sagen, ich glaube ich bekomme sie bewilligt wenn sie nicht notwendig ist. Ich bin auf Wohnungssuche habe Tips von der Schwester bekommen, aber kam kein Stück weiter weil nur 50 Wohnungen insgesamt frei waren und darunter viel zu viele Zimmer. Ich bin sehr bemüht mich aus der Situation zu befreien, hatte zweimal einen Job, der mir durch die Corona Kriese verloren ging, innerhalb kurzer Zeit. Ich bin schon fertig und meine Mutter liegt im Sterben und wegen Corona darf ich nicht hin. Sie hat Lungenentzündung ist 74 und sie kämpft mit Fieber usw.


    Jeden Tag kümmere ich mich sehr viel um die Selbständigkeit und arbeite Tag und Nacht an den Vorbereitungen damit ich im Februar starten kann. Ja, er ist aufgrund der Tabletten Einnahmen wirklich scheiße mit mir umgegangen. Er hat es nicht mal bemerkt so viele davon genommen. Er war oft wie durch gedreht davon und überheblich und ich kann Euch das verhalten nicht beschreiben. Heute sah ich in den Rucksack wieder nach die Packung schleppt er noch immer mit sich herum und es ist nichts angerührt. Was er aber auf der Arbeit macht oder noch im Schreibtisch hat weiß ich nicht und es fällt mir sehr schwer zu vertrauen. Allgemein habe ich kein Vertrauen zu ihm. Alles verloren durch die vielen Aktionen. Er kann mir nicht sagen was er macht, vielleicht zu aggressiv dafür, aber er legt den Rucksack so hin, das ich rein sehen kann und es sieht so aus als wenn er sagt da schau was ich mache. Oder er lässt halb angetrunkene Bierflaschen stehen usw. Will mir irgendwie zeigen das er an sich arbeitet. Es fällt trotzdem schwer so zu leben. Denn am Freitag trank er ja trotzdem nur eben reduziert und heute natürlich aggressive miese Laune.


    Heut war ein schlimmer Tag, denn eigentlich war ich verabredet mit Freundinnen, aber irgendwie hatten die dann abgesagt. Da habe ich mir Gedanken gemacht um Weihnachten und einfach keine Kraft mehr hier so zu leben. Ich habe ihm ein Friedensangebot gemacht damit vielleicht Weihnachten etwas gerettet werden kann. Hatte einen Computer für ihn, das war ein Fehler, als ich ihn angeboten hatte war er sowas von Aggressiv und Ablehnend. Alles was ich sage kommt wie ein extrem scharfer Bummerang zurück. Ich werde beleidigt und alles sowas. Ich bin wieder sowas von Wütend auf ihn geworden und traurig, weil er mir so unfreundlich begegnet und auf der Arbeit kann er so freundlich sein. Er provozierte meine Wut noch mit seinen miesen Sprüchen und Hilfe bekomme ich da nicht von ihm. Damit ich ruhiger werde oder sonst was. Ich weiß er ist mitten im Entzug und vergesse das manchmal. Ich denke da einfach nicht immer daran.


    Weihnachten wird hier ausfallen, der ist nicht ansprechbar für nix. Liegt auf dem Sofa und schaut TV, mehr nicht. Den ganzen Tag läuft hier der TV Netflix und immer sehr gruselige Filme. Es fällt mir schwer das oft zu ertragen, wenn ich durch das Wohnzimmer laufe und die Geräusche höre usw. Er nimmt im Moment auf nichts Rücksicht. Er kann keine Rücksicht nehmen nichts es geht ihm viel zu schlecht und ich bin überfordert damit. Das einzige was mir gerade hilft ist hier schreiben und ich freue mich über Sätze die mir gerade Kraft geben können. Wenn ich sie hier lese, dann bleiben die ein paar Tage in meinem Kopf und helfen mir ruhe zu bewahren, damit ich nicht so wütend werde. Heute hatte ich Herzstechen, so sehr habe ich mich über seine Worte geärgert. Mit meinem Bruder zusammen der weit weg wohnt überlegten wir heute gemeinsam wo ich noch innerhalb der Familie hin könnte. Nächstes Wochenende schlafe ich bei der Tochter, dann bin ich hier mal raus. Aber ich habe eben noch Papageien. Heute konnte ich mich nicht gut um sie kümmern und die bekommen meine Wut auch so ab und ich habe dann immer wieder das schlechte gewissen, auch der Nachbarn gegenüber bei denen ich mich immer wieder entschuldige. Die wissen schon was mit T. bitte keine richtigen Namen hier schreiben nicht in Ordnung ist, das er Trinker ist usw. Ich bin froh das sie mich noch nicht bei der Hausverwaltung angezeigt haben und Verständnis haben. Ich habe trotzdem oder gerade deshalb vielleicht ein gutes Verhältnis zu ihnen.


    Wie gesagt bei Caritas bin ich schon, Kriesendienst. Die haben ja sämtliche Adressen und helfen mir mit Gesprächen. Aber mehr können Sie eben auch nicht machen und vielleicht ist auch deshalb alles gerade etwas schwierig. Selbst wenn dieser Entzug vorbei sein sollte, ich kann mir nicht vorstellen das man das alles noch verzeihen kann. Wenn man so viel mit dem anderen mitgemacht hat deshalb.


    Kennt ihr denn so ein Verhalten vom Entzug? Jeder reagiert beim Entzug anders, ich habe hier im Forum schon einiges gelesen. Man kann die Verhaltensweisen nicht einordnen. Euren Ratschlägen versuche ich zu folgen, denke über sie nach und manches verleiht Kraft diese Situation durch zu stehen. Ich konzentriere mich auf mein Leben wie du geschrieben hast und versuche es zu gestalten. Danke erstmal dafür. Es tut mir leid, das ich manchmal so von der Rolle bin. Aber in der momentanen Situation ist es nicht einfach. Vor vielen Jahren war ich schon einmal hier, glaube ich. Da hat er auch entzogen und sich im Schlafzimmer Wochenlang eingesperrt. Die Konten getrennt usw. Wir hatten uns dann wieder gefunden und er merkte das er den Entzug nicht schaffte. Jetzt ist es ähnlich, er versucht es wieder mit Hilfe der Tabletten, versucht noch durch zu halten. Vielleicht ist meine Wut auf ihn gar nicht so schlimm sondern hilft ihm stark zu bleiben. Denn ich signalisiere ja immer wieder das ich so nicht weiter mit ihm zusammen bleibe. Irgendwas mache ich bestimmt auch richtig dabei. Ich bin eben nicht Professionelle Krankenschwester und habe keine Ahnung wie man mit jemanden umgeht der einen Entzug macht. Durch die Wut trete ich Willensstark auf und setze ihm harte Grenzen.

  • Ich wünschte mir nur ich könnte leise wütend sein oder mich nicht so dabei aufregen. Wünschte mir mehr Gelassenheit, nach dem Motto mir doch egal. Das schaffe ich ab und an mal aber eben nicht immer.

  • Liebe Jscky,


    das ist alles sehr, sehr viel aber es ist super, dass du dir auch schon Hilfe holst.
    Du hängst ja noch viel zu sehr an seinen Dingen. Kontrollierst seinen Rucksack nach Tabletten, beobachtest sein Verhalten und fühlst dich verantwortlich für sein Befinden. Das brauchst du alles nicht zu tun!


    Er will das ja alles nicht, zeigt es sehr deutlich. Und du fühlst dich dann schlecht und nicht wertgeschätzt und so. Du beziehst das alles auf dich aber es ist seins. Das einzige, was du für dich tun kannst ist, auf dich zu schauen, noch mehr als du es schon tust. Lass ihn einfach links liegen, so gut es geht. Denn dass du da raus kannst scheint erst mal sehr, sehr schwierig in dieser Zeit gerade.


    Okay, er ist zu allen freundlich außer zu dir und das tut verdammt weh und ist abwertend. Das will er auch damit erreichen. Aber du bist kein schlechter Mensch, du bist genau so viel wert wie die anderen Leute. Dass er sich so verhält liegt an ihm und NICHT an dir!


    Ich mache auch eine Psychotherapie und weiß, wie schwierig es sein kann, einen Platz zu bekommen. Dass die Kasse erst mal nur die probatorischen Sitzungen zahlt ist immer so, es ist normal. Erst danach kann der Therapeut einen Antrag für dich stellen, dass du eine Therapie machen kannst. Das kann leider etwas dauern, das ist auch zu nicht Corona-Zeiten so gewesen. Ich musste damals, als ich meine Thgerapie anfangen wollte, auch 1000 Dinge vorher machen, bei mir war es auch so, dass der Therapeut zu der Zeit noch keine Zulassung bei der Krankenkasse hatte und nur privat Patienten annehmen durfte. Mit Ausnahmen ging das für Kassenpatienten wie mich trotzdem, mit bestimmten Umwegen war das möglich, dieser Weg war auch sehr langwierig und umständlich. Für mich hat es sich aber sehr gelohnt das zu machen. Also bleib am Ball.


    Es gibt auch, wenn es dir ganz schlecht geht und du reden möchtest, die Möglichkeit, die Telefonseelsorge anzurufen. Die Nummer findest du im Internet.


    Ansonsten schreib weiter hier, auch wenn nicht immer gleich jemand antwortet, wenn du es aufschreibst ist es aus dir raus und das kann schon eine Erleichterung sein.


    Liebe Grüße
    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

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