Hallo Oscarchen,
ZitatLetztlich bedeutet er ja nur ,Kinder müssen Lernen mit Schwierigkeiten umzugehen,es läßt sie sogar wachsen. Schau dir mal viele psychologische .Studien an. Kindern denen man alles abgenommen hat wurden unselbstständig und klein. Menschen die Schwierigkeiten gemeistert haben,größer... Aber das alles ist und bleibt Ansichtssache...
Wenn ich das lese, kann ich mich nur mit Mühe zügeln. Du siehst in Deinem alkoholabhängigen Mann offenbar ein vollwertiges Elternteil. Diese Ansprüche an die eigene Erziehungsleistung kann man stellen, wenn man den klaren Durchblick im Leben hat, aber nicht wenn man durch Alkohol vernebelt ist. Du scheinst ein Leben mit einem alkoholabhängigen Vater als normale Familiensituation anzusehen.
Ich war eines der Kinder die nicht im Paradies aufgewachsen sind und trotzdem habe ich mich nicht so entwickelt, wie Du es zu glauben scheinst. An mich wurden Ansprüche gestellt, mir wurde nicht alles abgenommen, ich musste meine Schwierigkeiten selbst meisten, ich habe Konsequenz im vollen Umfang zu spüren bekommen. Allerdings fehlte meinen Eltern, vor allem meiner Mutter der Durchblick, dank des Alkohols. Ich wurde als Kind behandelt wie eine Erwachsene, dabei war ich ein verunsichertes Kind. Die Anspruchs- und Erwartungshaltung hat mich nicht wachsen lassen. Es hat mein Selbstwertgefühl und mein Selbstbewusstsein schrumpfen lassen. Die Erfahrung alkoholabhängige Eltern zu haben, hat mir nicht geholfen um auf's Leben besser vorbereitet zu sein.
Du hast recht, es ist und bleibt Ansichtssache. Als betroffenes Kind bin ich anderer Ansicht als Du……
ZitatKlar mir ist auch wichtig das mein Mann nüchtern und berechbar ist und bleibt,da kommt aber wieder die Motivation ins Spiel.
Mit seinem Sohn z.b zum Friseur zu gehen bringt ihn Freude und Anerkennung ,als lohnt es sich für diesen Tag arbeitsfähig zu bleiben usw..
Das nenne ich mal ein ausgeklügeltes Belohnungssystem. Sag mal siehst Du Deinen Mann als Partner oder als drittes Kind? Wenn ich so was lese, habe ich das Gefühl als drittes Kind. Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass Du gar nicht die vollkommene Änderung, das Trockenwerden, Deines Mannes willst. Wenn er trocken ist, könnte er selbstständig werden, ist sogar sehr wahrscheinlich, und dann könntest Du ja nicht mehr gebraucht werden. In meinen Augen nimmst Du ihm damit seine Würde und benutzt Deine Kinder, damit er funktioniert. Ich empfehle Dir, Dich mal etwas intensiver mit dem zweiten Schritt zu beschäftigen.
ZitatDas ist für mich eh generell ein Problem an vielen Cos ,sie glauben oft zu wissen was andere Leute brauchen,können aber selbst nix umsetzten....
Wer urteilt jetzt?
ZitatDeshalb bringen mir nur die stärkenden,positiven Berichte was !
Für mich ist diese Aussage, das Äquivalent zum Wunsch des kontrollierten Trinkens bei Alkoholikern, die sich noch nicht von ihrer Droge trennen wollen, aber wissen das es so nicht weiter geht. Ich hoffe für Deine Kinder, für Dich und auch für Deinen Mann, das Du nicht irgendwann sehr hart landest. Ohne negativ kein positiv und umgekehrt.
Aber das alles ist nur meine Meinung als erwachsenes Kind, dass erst mit einem alkoholkranken Vater und später mit einer alkoholkranken Mutter konfrontiert war. Das noch heute mit 37 Jahren mit den Folgen zu kämpfen hat und sich Stück für Stück durch den Wust des eigenen Lebens arbeitet. In der Hoffnung auf ein zufriedenes Leben. Wenn das jetzt negativ ist, auch gut, es ist ein Teil meiner Lebensgeschichte.
Ich wünsche Dir viel Glück für Deinen Weg, Du kannst es brauchen …….
Gruß
Skye
P.S.: Ayki entschuldige wenn Deinen Thread damit vollgeschrieben habe, aber wenn es um Kinder geht, geht mir immer irgendwie die inzwischen erarbeitete Ruhe flöten.