Alkohol, Ehe, Kinder

  • Hallo Oscarchen,

    Zitat

    Letztlich bedeutet er ja nur ,Kinder müssen Lernen mit Schwierigkeiten umzugehen,es läßt sie sogar wachsen. Schau dir mal viele psychologische .Studien an. Kindern denen man alles abgenommen hat wurden unselbstständig und klein. Menschen die Schwierigkeiten gemeistert haben,größer... Aber das alles ist und bleibt Ansichtssache...

    Wenn ich das lese, kann ich mich nur mit Mühe zügeln. Du siehst in Deinem alkoholabhängigen Mann offenbar ein vollwertiges Elternteil. Diese Ansprüche an die eigene Erziehungsleistung kann man stellen, wenn man den klaren Durchblick im Leben hat, aber nicht wenn man durch Alkohol vernebelt ist. Du scheinst ein Leben mit einem alkoholabhängigen Vater als normale Familiensituation anzusehen.

    Ich war eines der Kinder die nicht im Paradies aufgewachsen sind und trotzdem habe ich mich nicht so entwickelt, wie Du es zu glauben scheinst. An mich wurden Ansprüche gestellt, mir wurde nicht alles abgenommen, ich musste meine Schwierigkeiten selbst meisten, ich habe Konsequenz im vollen Umfang zu spüren bekommen. Allerdings fehlte meinen Eltern, vor allem meiner Mutter der Durchblick, dank des Alkohols. Ich wurde als Kind behandelt wie eine Erwachsene, dabei war ich ein verunsichertes Kind. Die Anspruchs- und Erwartungshaltung hat mich nicht wachsen lassen. Es hat mein Selbstwertgefühl und mein Selbstbewusstsein schrumpfen lassen. Die Erfahrung alkoholabhängige Eltern zu haben, hat mir nicht geholfen um auf's Leben besser vorbereitet zu sein.
    Du hast recht, es ist und bleibt Ansichtssache. Als betroffenes Kind bin ich anderer Ansicht als Du……

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    Klar mir ist auch wichtig das mein Mann nüchtern und berechbar ist und bleibt,da kommt aber wieder die Motivation ins Spiel.
    Mit seinem Sohn z.b zum Friseur zu gehen bringt ihn Freude und Anerkennung ,als lohnt es sich für diesen Tag arbeitsfähig zu bleiben usw..

    Das nenne ich mal ein ausgeklügeltes Belohnungssystem. Sag mal siehst Du Deinen Mann als Partner oder als drittes Kind? Wenn ich so was lese, habe ich das Gefühl als drittes Kind. Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass Du gar nicht die vollkommene Änderung, das Trockenwerden, Deines Mannes willst. Wenn er trocken ist, könnte er selbstständig werden, ist sogar sehr wahrscheinlich, und dann könntest Du ja nicht mehr gebraucht werden. In meinen Augen nimmst Du ihm damit seine Würde und benutzt Deine Kinder, damit er funktioniert. Ich empfehle Dir, Dich mal etwas intensiver mit dem zweiten Schritt zu beschäftigen.

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    Das ist für mich eh generell ein Problem an vielen Cos ,sie glauben oft zu wissen was andere Leute brauchen,können aber selbst nix umsetzten....

    Wer urteilt jetzt?

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    Deshalb bringen mir nur die stärkenden,positiven Berichte was !

    Für mich ist diese Aussage, das Äquivalent zum Wunsch des kontrollierten Trinkens bei Alkoholikern, die sich noch nicht von ihrer Droge trennen wollen, aber wissen das es so nicht weiter geht. Ich hoffe für Deine Kinder, für Dich und auch für Deinen Mann, das Du nicht irgendwann sehr hart landest. Ohne negativ kein positiv und umgekehrt.

    Aber das alles ist nur meine Meinung als erwachsenes Kind, dass erst mit einem alkoholkranken Vater und später mit einer alkoholkranken Mutter konfrontiert war. Das noch heute mit 37 Jahren mit den Folgen zu kämpfen hat und sich Stück für Stück durch den Wust des eigenen Lebens arbeitet. In der Hoffnung auf ein zufriedenes Leben. Wenn das jetzt negativ ist, auch gut, es ist ein Teil meiner Lebensgeschichte.

    Ich wünsche Dir viel Glück für Deinen Weg, Du kannst es brauchen …….

    Gruß
    Skye

    P.S.: Ayki entschuldige wenn Deinen Thread damit vollgeschrieben habe, aber wenn es um Kinder geht, geht mir immer irgendwie die inzwischen erarbeitete Ruhe flöten.

  • Hallo oscarchen,

    jeder ist seines eigenen glückes schmied.
    mir ist es letztendlich egal, wie du dein leben meisterst und gestaltest.

    für toll, muß ich es deshalb trotzdem nicht halten. und ich glaube, es gibt genügend studien darüber, das ein leben in einer alkoholikerfamilie nicht gerade vorteilhaft für die entwicklung eines kindes ist.
    und hier im forum gibt es genügend kinder, die unter der alkoholsucht eines elternteils leiden/gelitten haben.

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    Das ist für mich eh generell ein Problem an vielen Cos ,sie glauben oft zu wissen was andere Leute brauchen,können aber selbst nix umsetzten....

    ich bin meinen weg gegangen.

    Gruß Apfel

  • Hallo Oskarchen,


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    Ich mache auch die Erfahrung bei uns hier, das wenn sich die Motivation lohnt=Zusammensein mit den Kindern -mein Mann doch noch einige Kraftreserven besitzt und nüchtern bleiben kann.

    Zumindestens für nen gewissen Zeitraum.
    Wenn "der Vater "in ihm es als lohnend empfindet!

    Was glaubst Du wie lange er sich auf die Art und Weise noch bei der Stange halten kann ? Jetzt schafft er es ja nur noch für einen gewissen Zeitraum ! Kann man darauf wirklich stolz sein und darauf bauen ?
    Wenn "der Vater" in ihm es als lohnend empfindet :shock:
    Jeder einzelne Tag sollte lohnend sein wenn man seine Kinder liebt !

    Er funktioniert, weil wenn er brav ist kann er sich ja was gönnen ! Und das weiß er. Das hat nichts mit Stolz zu tun, weil er seinen Jungen begleitet. Im Zuge seiner Sucht ist es ihm schlichtweg egal - er hat nur ein Ziel ! Nur zum Verständnis Oskarchen, diese Erfahrung habe ich gemacht.

    Zitat

    Denn wer nur im Paradies aufwächst ,kann nur im Paradies überleben---

    Der Satz sagt für mich soviel aus über übergroßé Ängst von Müttern.

    Was hat das mit der Sucht Deines Mannes zu tun ? Bist Du der Meinung, dass Deine Kiddys lernen müssen dass ihr Papa aus Fehlern und Schwächen besteht und das die Mama alles gut im Griff hat ?

    Zitat

    Meine Kids sagen zwischenzeitlich durchaus auch mal,Papa das finde ich doof das du soviel Trinkst!
    Oder Mama warum schreist du so laut ....

    Es ist traurig, dass Kinder sich damit beschäftigen müssen. Haben sie es nicht eigentlich eher verdient glücklich und zufrieden aufzuwachsen ?
    Ich habe selber zwei Mädel Oskarchen. Sie haben darunter gelitten; sie haben die gleichen Sätze gesagt - und lass Dir gesagt sein, der Respekt vor dem trinkenden Papa schwindet von Tag zu Tag - immer ein bißchen mehr. Sie lernen daraus nur, dass Papa der Alkohol immer wichtiger ist, dass dann eine sehr ungemütliche Atmosphäre herrscht, dass man sich im "Ausnahmezustand" lieber zurückzieht. Sie fühlen sich ohnmächtig der Situation ausgesetzt und sind dabei sehr hilflos.

    Zitat

    Sie dürfen einen in Frage stellen,sie dürfen kritisieren.

    Sicher dürfen sie das ! Und welche Antworten bekommen sie ? Es wird abgewiegelt, es wird beschönigt, es wird entschuldigt - aber eine befriedigende Antwort erhalten sie nicht. Und das spüren sie - wissen sie doch, dass der Zirkus immer wieder losgeht - es ist wie eine Spirale - und irgendwann wird die sich immer schneller drehen. Niemand bleibt nur ein bischen süchtig - der Konsum wird sich immer mehr steigern und irgendwann befindet man sich genau da, wo man zum jetzigen Zeitpunkt vehement abstreiten würde, dass es jemals so weit kommt.

    Oskarchen, viele von uns haben es life erlebt. Haben das alles schon hinter sich oder stecken gerade in der Endphase. Wir erzählen doch nur von unseren Erfahrungen. Ist es nicht erschreckend wie sehr sie sich alle gleichen ? Und wieso ? Weil niemand von uns Einfluss auf die Sucht hat ! Man kann noch so viel lieben - helfen kann man damit nicht.

    Ich hoffe für Dich, dass sich alles zum Guten wendet. Aber sich nur zu arrangieren reicht bei weitem nicht aus.

    Grüßle
    Diandra

    @ Ayki ...ich hoffe Du bist mir nicht böse, ist es doch Dein Thread :D

    Mögen alle meine Fehler sich auf ihre Plätze begeben und möglichst wenig Lärm dabei machen.

    Überwältigend was geschehen kann,
    wenn sich die Fingerspitzen zweier Menschen
    ganz leicht berühren,
    am richtigen Ort
    und zur rechten Zeit!

  • Habe nun seit 3 Wochen keinen Kontakt mehr zu meinem Mann. Nur noch das Nötigste, und noch nicht einmal das! Es tut echt gut! Das kann sich wirklich keiner vorstellen... Aber das alleinerziehende Leben schlaucht schon sehr. Ich bin im Moment ziemlich gereizt, weil ich einfach manchmal meine Ruhe haben möchte, sie aber nicht kriege. Komme von der Arbeit nach Hause (die mich wirklich nicht stresst), und habe nicht mal 10 Min. Pause, um mal durchzuatmen, da wird schon wieder etwas von mir verlangt. Andere legen da die Füße hoch, genießen ihr Leben, treffen sich mit Leuten, haben Spaß, gehen abends aus - wie zB. der liebe Vater meiner Kinder. Und ich hab den ganzen "Scheiß" alleine am Hals! Und auch nachts hört es nicht auf, da mein Sohn sehr schlecht schläft! Auf das alles bin ich im Moment mehr als wütend! Denn meine Kindern fordern und fordern (wie das halt so kleine Kinder nun mal tun), und ein 12-16-Std.-Tag ist da gar nichts :( So ohne die Unterstützung eines Vaters, der eigentlich dafür genauso zuständig wäre, ist das schon ganz schön hart! Ich weiß, ich muss darüber hinwegsehen. Aber im Moment kann ich das einfach nicht! Ich schrei zu Hause oft rum, meine Nerven liegen blank. Und ich bin mir sicher, dass das nicht an meinen Kindern liegt, sondern aus der Wut auf meinen Mann resultiert. Daran muss ich jetzt arbeiten :) Im Mai fahre ich mit den Kindern ein paar Tage weg, und dann haben wir gestern noch unseren Sommerurlaub gebucht. Ich kann es gar nicht abwarten - ein Tapetenwechsel tut wohl allen mal gut!!! Und die Zeit bis dahin wird auch noch rumgehen...

    Morgen habe ich Geburtstag. Ich werde dieses Jahr nicht feiern. Vielleicht am WE in kleiner Runde mit meiner Familie essen gehen oder so. Aber zu mehr habe ich einfach keine Lust dieses Jahr (und auch sonst nicht - ich mag es nicht, wenn ich so im Mittelpunkt stehe). Außerdem bin ich irgendwie absolut nicht in "Feier-Laune", obwohl ich allen Grund dazu hätte... Ich frage mich, wie es weitergeht... was das nächste Jahr wohl so alles bringen wird und wie ich damit zurechtkomme. Es kann nur besser werden. Ich habe einen riesen Schritt gemacht in Richtung Veränderung, ich habe mich weiterentwickelt und bin dabei, mein Leben komplett neu zu organisieren, wahrzunehmen, zu planen, zu genießen. Das alles liegt vor mir, und ich bin mir sicher, dass es schön werden wird. Und auch die Kinder werden größer und selbstständiger.

    So, und heute werde ich auch endlich mal früher ins Bett gehen und versuchen, richtig lange zu schlafen!!!

  • Hallo Ayki,

    Zitat

    Und ich hab den ganzen "Scheiß" alleine am Hals! Und auch nachts hört es nicht auf, da mein Sohn sehr schlecht schläft! Auf das alles bin ich im Moment mehr als wütend! Denn meine Kindern fordern und fordern (wie das halt so kleine Kinder nun mal tun), und ein 12-16-Std.-Tag ist da gar nichts So ohne die Unterstützung eines Vaters, der eigentlich dafür genauso zuständig wäre, ist das schon ganz schön hart! Ich weiß, ich muss darüber hinwegsehen. Aber im Moment kann ich das einfach nicht! Ich schrei zu Hause oft rum, meine Nerven liegen blank

    ich habe auch solche tage, an denen es mir einfach zu viel wird. es ist schwer, arbeit, kinder, haushalt unter einen hut zu bringen und das zehrt an den kräften. letzte woche donnerstag bin ich schon früh ins bett, weil ich einfach k.o. war.
    trotzdem lebe ich jetzt zufriedener und sorgenfreier.

    Zitat

    Und auch die Kinder werden größer und selbstständiger.

    mein kleiner ist in den letzten wochen auch wesentlich selbständiger geworden. es ist für vieles weniger zeit da.

    Gruß Apfel

  • Hallo liebe Ayki,

    HAPPY BIRTHDAY TOOOO YOUUUU *lautsing*

    alles Liebe und Gute zu Deinem Geburtstag. Auf das alle Deine Wünsche in diesem Jahr in Erfüllung gehen :D

    Und jetzt wieder Kopf hoch - so Tage wie gestern hat man - aber wir kämpfen uns da doch flott wieder raus...gell.

    LG
    Diandra

    Mögen alle meine Fehler sich auf ihre Plätze begeben und möglichst wenig Lärm dabei machen.

    Überwältigend was geschehen kann,
    wenn sich die Fingerspitzen zweier Menschen
    ganz leicht berühren,
    am richtigen Ort
    und zur rechten Zeit!

  • Speedy, Diandra, Oscarchen - vielen Dank für eure lieben Wünsche! Ich hatte einen schönen Tag mit meiner Family, bin aber jetzt auch froh, dass ich die Beine hochlegen kann ;)

    Als ich eben nach Hause kam, lag eine Rose und ein 10-seitiger Brief vor meiner Türe. Von meinem Mann. Er schreibt u. a., dass er die ambulante Therapie nun beschleunigt hätte. Er wäre jetzt in Phase 2, am Montag würde Phase 3 beginnen. Er hätte das Problem Alkohol bisher wirklich nur verdrängt, würde es aber jetzt einsehen, dass ein Problem bestünde und will dagegen etwas unternehmen. Er wäre auch bei seinem Hausarzt gewesen, am Mo bekommt er Blut abgenommen - er hätte Angst davor usw. Er entschuldigt sich für sein Verhalten der letzten Jahre... ihm täte es alles unheimlich leid, und er hätte noch immer einen klitzekleinen Funken Hoffnung, dass ich irgendwann wieder auf ihn zugehen könnte und wir gemeinsam glücklich werden. Es täte ihm auch unendlich leid, dass er mich so wenig unterstützen könnte in Bezug auf die Kinder und die ganze Arbeit, die ich hier zu Hause habe. Er wäre traurig darüber, dass er seine Kinder nicht aufwachsen sähe und er würde bei der Arbeit oft über die zahlreichen, schönen Urlaube nachdenken, die wir gemeinsam verbracht haben. Aber auch hier würde er sich über sich selbst ärgern, denn selbst im Urlaub hätte er erstrangig die Gedanken gehabt: "Wann kann ich endlich mein Bier trinken". Usw...

    Der Brief hat mich zwar sehr gerührt, aber ich kann dazu nur sagen, dass es für mich kein Zurück mehr zu meinem Mann geben wird. Ich habe mit meiner Trennung viel bezweckt - zum einen mein Leben neu zu leben und endlich zu genießen. Meinen Weg zu gehen, mich selbst wahrzunehmen und zu lieben und wieder etwas für mich zu tun!!! Zum anderen, dass mein Mann sein Problem sieht und seinen eigenen Weg verfolgt. So wie es aussieht hat beides gefruchtet (mein Part auf jeden Fall) - aber gemeinsam wird das alles nicht mehr möglich sein... Ich kann es nicht mit 100%iger Sicherheit sagen, aber ich glaube, ich liebe ihn nicht mehr (war das überhaupt jemals Liebe)!?

    Ich merke, dass es weh tut - aber es tut nicht mehr so weh wie vor ein paar Monaten. Ich würde mir wünschen, irgendwann ein normales Verhältnis zu ihm aufbauen zu können - freundschaftlich - aber mehr auch nicht! Denn auf diese Art von Beziehung kann und will ich mich nicht mehr einlassen!!! Ich hätte immer Zweifel, dass er rückfällig wird (was ja nach den Statistiken zu urteilen gar nicht mal so von der Hand zu weisen ist), und mein Leben wäre von Angst geprägt!

    Ich bin gereift an der Situation bzw. der Trennung, zufrieden mit mir selbst (meistens jedenfalls) und hab mein Leben im Griff. Das ist die Hauptsache! Und ich bin stolz auf mich, das alles nach 10 Jahren "Horror-Beziehung/Ehe" wieder auf die Reihe zu bekommen! Es war nicht einfach, das alles einzusehen und den Schritt zur Trennung zu gehen - aber es war die beste Entscheidung in meinem Leben! Und das meine ich wirklich ernst! Ich mag meinen Mann trotz allem sehr - auch wenn ich oft wütend auf ihn bin/war. Aber ich kann mir unter gar keinen Umständen vorstellen, mit ihm noch einmal unter einem Dach zu wohnen... So ändern sich die Zeiten ;)

    So, und jetzt werde ich den restlichen Geburtstagsabend vor dem Fernseher verbringen und so richtig abspannen!!!

    An dieser Stelle möchte ich mich noch mal bei euch allen bedanken! Dass ihr da seit, einem zuhört, antwortet. Ihr habt mir sehr dabei geholfen, diesen Punkt, an dem ich mich zur Zeit befinde, zu erreichen! Ich bin froh, dieses Forum zu haben und werde es auch weiterhin tatkräftig nutzen!!!

  • Mein Mann hatte gestern Geburtstag. Meine Kinder haben für ihn ein Bild gemalt und ich hab eine Karte mit in den Umschlag gesteckt. Dann noch ne kurze SMS - das sollte reichen... Er hat sich um 2 Uhr nachts für meine Glückwünsche per sms bedankt und mir geschrieben, "dass er gerade sein letztes Bier getrunken hätte". Am Montag geht wohl SEIN Ernst des Lebens los... ich glaub nicht dran, dass er dahinter steht!!! Ich hab die SMS heute morgen gelesen und nur darauf geantwortet: "Warum schreibst du mir das? Wer's glaubt, wird seelig. Ich dachte, du trinkst schon ne ganze Weile nichts ;) Einen schönen Kater-Sonntag wünsche ich dir noch". Ich kann das alles nicht ernst nehmen. Sollte ich vielleicht schon und nicht so ironisch sein, aber wofür?
    Meine Eltern haben auch noch ein Geschenk für ihn - meine Mutter hat mit den Kindern auch noch Karten gebastelt - wird er sich sicherlich sehr drüber freuen und ich finde es auch total OK. Im Gegensatz zu meinen Schwiegereltern, die mir nicht zum Geb. gratuliert haben, sind sie trotz allem nicht so oberflächlich. Zu meinen Schwiegereltern fällt mir echt nichts mehr zu ein - ich hab mir wirklich nichts zu schulde kommen lassen in den ganzen Jahren (doch, ich hab meiner Schwiegermutter ordentlich die Meinung gegeigt), stehe jetzt mit Kind und Kegel alleine da, und sie halten es noch nicht einmal für angebracht, mir zu gratulieren. OK, kränkt mich jetzt nicht wirklich, aber so ein Verhalten hätte ich noch nicht einmal ihnen zugetraut... sollen sie... noch ein Grund mehr, sie nicht zum Kindergeburtstag einzuladen :) Ich finde es einfach unmöglich, und ich weiß, dass ich die ganzen Jahre eine völlig richtige Meinung über sie hatte!!! Mit denen hab ich für immer und ewig abgeschlossen, und das soll schon was heißen. So bin ich wirklich nicht oft - eher gesagt NIE! Was mich nur wirklich wurmt ist, dass ich diesen gleichen Namen trage - und ihn auch nicht ablegen werde, weil ich nicht anders heißen möchte, als meine Kinder. Das ist eine Sache, die mich schon seit meiner Hochzeit verfolgt. Es gibt Schlimmeres, aber hier hätte ich damals besser überlegen sollen - was soll's... kann man nicht mehr ändern!

    Ansonsten gehts mir ganz gut. Heute war allerdings einer von diesen total Ätz-Sonntagen. Schlechtes Wetter, Kinder hatten nur Langeweile - obwohl sie wirklich nicht gerade wenige Spielsachen haben. Hatten nur Streit :twisted: Egal, um was es ging... Dann bin ich bei strömendem Regen mit ihnen raus. Waren alle klitschnass, aber draußen hatten sie ihren Spaß und sind in den Pfützen rumgehüft. Und ich fands irgendwie auch ganz lustig - obwohl es ungemütlich und kalt war. So Tage hat man halt auch... Bin noch immer ziemlich abgeschlafft, da ich sehr viel um die Ohren habe zu Zeit, aber ich halt mich ganz tapfer und fühl mich gut dabei!!! Das ist die Hauptsache!

  • Hallo allerseits,
    wollte mich mal kurz bei euch melden. Mein Mann versucht ständig, mich zu kontaktieren. Er hatte bestimmt gedacht, die Geburtstagtage wären evtl. für einen neuen Annäherungsversuch zu gebrauchen, da er ja auch eine Karte von mir bekommen hat... Anscheinend versteht er es immer noch nicht :( Ich lass mich davon nicht irritieren, gehe weiterhin meinen Weg! Und mir geht es gut dabei! Ich habe viel Kontakt zu anderen Leuten, verabrede mich, mache mir ein schönes Leben und genieße abends die Ruhe, wenn hier alle schlafen ;) Am Donnerstag hat mein Sohn endlich seinen 1. Kindergartentag, und dann kehrt hier auch wieder etwas mehr Ruhe ein, denn es war schon sehr chaotisch seit Januar - er war mal hier und mal dort - was soll man auch machen, wenn man arbeiten geht... Ich freu mich auf mein kinderfreies Wochenende, an dem ich mal wieder eine Menge vorhabe, und ich kann hier nur an alle appelieren: Wenn ihr weiterhin den ganzen Mist mit eurem alkkoholabhängigen Partner mitmacht, dann werdet ihr NIEMALS richtig leben können... denkt mal drüber nach!!!

  • Liebe Ayki,
    auch ich sehne mich nach diesem neuen leben, dass Du gerade beginnst.
    Man hat den Eindruck, dass es bei Dir irgendwie 'Klick' gemacht hat, irgendwas hat dir plötzlcih die Augen geöffnet. Ich wünsche mir, dass ich auch bald soweit bin. Ich weiß, auch Du hast Deine Zeit gebraucht, bist zickzack gelaufen. Das macht mir Mut, dass auch ich meinen Weg weiter gehn muß. Und versuchen muß nicht mehr zurück zu blicken. Statt meine Gedanken immer und immer wieder um diese eine Sache kreisen zu lassen nehem ich mir jezt jeden morgen vor positiv und konstruktiv für mcih zu denken und geradeaus, vorwärts zu denken und zu gehen.
    Grenzt schon fast an Selbsthypnose, ist aber irgendwie hilfreich.
    Und unsere Männer kommen mir plötzlich so armselig vor. Arme Seelen, ja genau so ist es. Wie haben sie es dennoch geschafft uns immer und immer wieder mit runter zu reißen? Weil wir ihnen unsere ganze Energie geschenkt haben, uns selbst vernachlässigt , beinahe aufgegeben haben. Das darf nciht mehr passieren. ich will auch mein eigenes Leben leben. Leben um glücklcih zu sein. und das war ich einfach lange Zeit nicht mehr. habe immer mein Glück vom Partner 'abhängig' gemacht.
    aber langsam, langsam merke auch ich wie eine ganz neue Kraft in mir erwächst. Dieses Gefühl, dass ich platzen muß, dass ich so lange hatte, ist plötzlcih weg. Ich fühle mich so naturverbunden wie noch nie in meinem Leben und fange an gemeinsam mit den Blumen draussen zu spriessen, zu wachsen . Ja genauso fühle ich mich im Moment.
    Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft.

  • Hi Paddy,
    aus deinen Zeilen lese ich auf der einen Seite sehr viel Traurigkeit (die ich auch an manchen Tagen oft noch in mir habe), auf der anderen Seite auch wirklich Mut zur Veränderung und allgemeine Willensstärke!!! Sieh nach vorne! Und du wirst sehen, es wird besser, jeden Tag ein wenig besser... Dieses Forum gibt mir dabei so viel Kraft - hätte ich nicht gedacht. Am Anfang bin ich davon ausgegangen, dass ich nach ein paar Tagen eh wieder von der Bildfläche verschwunden wäre. Aber hier sind so viele Leute mit zahlreichen Tipps, Meinungen und Kommentaren, die einem so sehr weiterhelfen! Das kann sich ein Außenstehender gar nicht vorstellen!

    Zitat

    habe immer mein Glück vom Partner 'abhängig' gemacht.


    Das habe ich auch immer, und ich war totunglücklich!!! Jetzt bin ich es nicht mehr! Ich hab mein Leben selbst in der Hand, freue mich über Dinge, über die ich früher nicht mal nachgedacht habe... es ist einfach anders, schön. Und es wird immer wieder Tage geben, an denen es einem schlecht geht, aber die hat jeder! Ob co-abhängig oder nicht...

    Zitat

    Man hat den Eindruck, dass es bei Dir irgendwie 'Klick' gemacht hat, irgendwas hat dir plötzlcih die Augen geöffnet.


    Ja, das hat es!

    Zitat

    Und unsere Männer kommen mir plötzlich so armselig vor. Arme Seelen, ja genau so ist es.


    So denke ich auch über meinen Mann. Ich kann ihn nicht mehr ernst nehmen. Mache mich wirklich über ihn lustig - und im gleichen Moment tut er mir nur noch leid. Er kommt total nicht klar mit seinem Leben, mit seiner Situation - und überhaupt allgemein!! Und ich hab das alles so lange mitgemacht... verschwendete Zeit... Jahre sind darüber hinaus vergangen. Das hätte echt nicht sein müssen!! Das Leben kann so schön sein, und das muss man sich immer wieder vor Augen halten!!!

  • Hallo Leute,
    wieder einmal hat mein Mann mir einen sehr sehr langen Brief hinterlassen mit einem Geschenk: einer Riesen-Packung Süßigkeiten *lecker*!!! Eigentlich bin ich ja nicht bestrechlich, aber jetzt kitzelt es mir doch in den Fingern - nee, Spaß bei Seite ;)

    Er schreibt seine derzeitige Situation einfach aufs Papier, es tut ihm gut, seine Gedanken loszuwerden, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und die Zeit so zu nutzen (im Gegensatz zu sonst, als er dann immer nur Bier getrunken hat). Diese Gedanken lässt er mir dann zukommen. In seinem Briefumschlag auch enthalten war eine Kopie eines Antrags an die Caritas-Familienberatung. Er sucht Hilfe, weil er mit der Situation nicht zurecht kommt. Schreibt ihnen, dass er seine Frau durch seine Sucht verloren hat. Dass er in Alkoholtherapie ist und gleichzeitig gerne seine Vergangenheit aufarbeiten möchte. Dann war da noch ein Zettel drin von einer Zeitung, die ich einmal für ihn gebastelt hatte. Auf diesem stand, wie sehr ich ihn liebe usw. Er hat seine Kommentare an die Seite geschrieben... Achso, und wenn ich diesen Brief lesen würde - sollte ihn eigentlich erst am Sonntag öffnen - aber es hat mich so in den Fingern gejuckt ;) - dann wäre er schon 7 Tage trocken und wirklich stolz auf sich selbst!

    Ich sehe wirklich Fortschritte - total gravierende. Er hat sich zu seiner Sucht bekannt. Auch auf seinem Geburtstag hat er wohl eine Rede gehalten und sich vor seine Family eingestanden, dass er alkoholkrank sei. OK, ein Schritt mehr in die richtige Richtung... Nichts desto trotz hat das keine Auswirkungen auf mich und meinen Standpunkt. Er wird die Hilfe, die er sich doch so sehr von mir erhofft, nicht bekommen. Er muss diesen Weg alleine für sich gehen - ohne mich! Mir geht es gut, und ich werde so weitermachen wie bisher! Mein Leben leben und genießen! Und mich nur auf mich und meine Kinder konzentrieren!!!

  • Hallo Baggerschen,
    nee, ich hab's mir absolut nicht einfach gemacht. Diese finanzielle Abhängigkeit (durch die Kinder und die Elternzeit) war dabei das aller Schlimmste!! Aber es war eine gute Entscheidung, mich zu trennen! Und finanziell kann ich mich auch nicht beschweren. Muss mich zwar hier und da einschränken - aber das ist mein Leben mir wert!

    Das ist alles richtig, was du schreibst. Ich sehe die Briefe und SMS etc. auch als eine Aufarbeitung an. Es ist meine eigene Therapie, ich therapiere mich sozusagen selbst! Ich bin nicht mehr so wütend, wie ich das immer war! Ich sauge alles auf, nehme vieles an, gehe dabei meinen eigenen Weg. Und das ist meiner Meinung nach wirklich positiv! Und wie ihr alle seht, geht es mir wirklich gut dabei! Ihr alle seid mir dabei eine sehr große Hilfe! Danke für eure Unterstützung!!!

  • Aufarbeitung hin und her. Manchmal bringt er mich trotz allem noch auf die Palme. Heute hat er die Kinder zurück gebracht. Meine Tochter hängt sehr an ihm, und er auch sehr an ihr. Und er hat ihr doch tatsächlich erzählt, dass "wir ja mal die Mama fragen können, ob du etwas länger bei mir bleiben kannst, dann kann ich dich auch mal in den Kindergarten bringen" (das hat sie mir erzählt). So von wegen. Die Mama hat das zu bestimmen und sie verbietet mehr Kontakt zu euch... Er hat mich natürlich nicht danach gefragt und keinen Ton darüber erwähnt, als er hier war. Das hat mich echt wütend gemacht. Er denkt nur an sich. Vermisst seine Kinder und setzt ihnen mal gleich Flausen in den Kopf. Meine Tochter freut sich drauf. Ist tottraurig, will ihn gar nicht mehr loslassen. Er sie natürlich auch nicht. Theater hoch 10! Hab ihm ne Mail geschrieben, das nächste Mal solle er doch bitte mal sein Hirn einschalten, bevor er mit ihr über solche Dinge spricht und das vielleicht auch mal mit mir besprechen. Hier ginge es nicht um ihn, sondern um seine Kinder. Und die brauchen zur Zeit Halt und sonst nichts! Außerdem hab ich ihm sehr oft angeboten, seine Kinder mehr zu sehen. Diese Termine hat er ganz oft abgesagt, und das war mir dann einfach irgendwann zu blöd. Ich finde die Regelung alle 2 Wochen völlig OK. So hab ich meine Ruhe, er kann sich in aller Ruhe mit sich selbst auseinandersetzen. Und die Kinder werden aus der ganzen Sache rausgehalten! Außerdem muss ich mich so nicht ständig mit ihm kurzschließen. Die Termine stehen fest, und er hält sich auch dran! Ich freue mich wirklich, wenn er mehr Kontakt zu seinen Kindern haben möchte. Er ist wirklich ein guter Vater und seine Kinder lieben ihn über alles. Nichts desto trotz denke ich, dass es zur Zeit für alle besser ist, den Kontakt auf ein Minimum zu beschränken! Oder was meint ihr? Ich finde, als Vater sollte man nicht den Halt bei seinen Kindern suchen :!: Das sollte man schon anders lösen, denn die Kinder müssen ja nicht auch noch den ganzen Mist ausbaden, den er verbrockt hat... Soll er mal schön selbst fertig werden mit der Situation. Das hab ich ihm auch am Telefon gesagt, als er mich nach meiner Mail anrief. Hinterher kam noch ne SMS "Wollte nichts aufwühlen. Sorry. Schlaf gut" Hab dann geantwortet "Du auch. Und bitte lass mich in Ruhe". Ich will mich ja überhaupt nicht mit ihm streiten. Und mir fällt das alles auch nicht leicht. Aber ich denke, das ist das Beste für alle zur Zeit. Diese "Kontaktsperre" und alle zwei Wochen ein richtiges Vater-Kinder-Wochenende. Finde ich gut! Ganz besonders, weil ich da natürlich auch mal eine Menge Zeit für mich hab! So wie auch die letzten 2 Tage. Und ich habe es richtig genossen, und lasse mich auch hier nicht wieder von ihm runterziehen :wink: Musste das nur mal loswerden...

  • Klarer Fall von verletzter Eitelkeit!
    Und - er erkennt an, dass DU über das Wohl und Wehe seiner Kinder alleine bestimmst - ziemlich harter Brocken, aber selbstverständlich sollte er sich mit dir darüber auseinander setzen und nich mit der Kleinen -eine wunderschöne, nicht zu stressige Woche wünsche ich dir !

    Heike

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