Felicitas<> - Partner, Quartalstrinker hat sich nach 8 Jahren getrennt und ist plötzlich trocken

  • Ich kann das alles so verstehen. Man ist nur am Grübeln, warum trinkt er, warum jetzt nicht, trinkt er am Wichenende oder nicht, bin ich daran Schuld,welche Umstände haben zu dieser oder jenen Reaktion geführt. ??? Das Programm nach etlichen Jahren abzulegen ist wirklich nicht einfach. Das Lesen der Geschichten hier macht mir vieles verständlich und ich danke den trockenen Alkoholikern hier, die ehrlich gesagt haben.:Der Grund des Trinkens war egal, es wurden Gründe oder Schuldzuweisungen vorgeschoben. Wenn die Zeit reif war zur Flasche zu greifen, musste es sein. !!!

  • Irgendwas scheint passiert zu sein. Er erkennt, was ich für eine Last getragen haben alle Jahre und das die Gründe für seine Trennung vielleicht vom Alkohol vernebelt waren. Er meldet sich für eine stationäre Therapie an. Braucht es manchmal vielleicht einen großen Knall? Ich werde ihm deshalb nicht sofort verzeihen, zumal er auch nicht die Trennung zurück genommen hat.aber wir stehen in täglichen Kontakt und langsam wird er wieder zu dem, den ich einst kannte. Er redet liebevoll und reflektiert plötzlich all seine Probleme und die Alkoholsucht. Was sagt ihr dazu?

  • Irgendwas scheint passiert zu sein. Er erkennt, was ich für eine Last getragen haben alle Jahre und das die Gründe für seine Trennung vielleicht vom Alkohol vernebelt waren. Er meldet sich für eine stationäre Therapie an. Braucht es manchmal vielleicht einen großen Knall? Ich werde ihm deshalb nicht sofort verzeihen, zumal er auch nicht die Trennung zurück genommen hat.aber wir stehen in täglichen Kontakt und langsam wird er wieder zu dem, den ich einst kannte. Er redet liebevoll und reflektiert plötzlich all seine Probleme und die Alkoholsucht. Was sagt ihr dazu?

    Ich habe mir dein Thema von Anfang bis zum Schluss durchgelesen und gebe dir jetzt meinen "Senf" dazu - betrachte es, wenn du willst, gerne auch nur als das Gewürz, das es eigentlich ist, ABER:

    • Ich schreibe dir als (GsD und hoffentlich) ehemaligem Säufer und - leider - jetzigem (noch) CO und möchte dich zuallererst bitten, diese Kategorisierungen (Quartal-, Wochenend-, wenn ich nicht da bin - etc.) Säufer zu lassen - es behindert nämlich einzig DICH in der Aufarbeitung und ist eigentlich selbst nur wieder eine Ausrede bzw. eine Legitimation SEINES Missbrauchs DURCH DICH. Ein Alkoholiker versucht IMMER den Alkohol zu (s)einem ZWECK zu nutzen und das beinhaltet nicht eine ZEITLICHE sondern eine EMOTIONALE Komponente: Ein Alkoholiker trinkt, weil er einsam, verzweifelt, selbstunsicher, traurig, traumatisiert etc. ist aber nicht nach irgendwelchen Zeitvorgaben!
    • Du bist nicht schuld! NIEMALS bist du schuld, dass er trinkt. ABER: Schuldzuweisungen sind ein probates Mittel aus der Sicht des Alkoholikers, dass er sein Selbstmitleid und seine Unfähigkeit nicht zu Trinken rechtfertigen kann. Aus meiner persönlichen Erfahrung des Säufers bin ich froh, GsD nie eine Schuldzuweisung in diese Richtung gemacht zu haben, aber auch als CO weiß ich haargenau, dass ich nicht Schuld am Trinken meiner, mittlerweile nur noch Mitbewohnerin, bin. Und das trägt einen großen Anteil zu meinem persönlichen Seelenheil bei.
    • Er hat sich nicht getrennt. Er ist emotional nicht ein Gramm getrennt. Wäre er das, hättet ihr nicht ständig Kontakt zu dir. Er spielt mit dir, er spielt mit deinen Gefühlen und er spielt mit der Tatsache, dass DU die Trennung von ihm eigentlich nicht willst. Das weiß er und er nutzt es beinhart für sich und seine Selbstunsicherheit aus. Auch ein Kleinkind wird nie die Hand der Mutter/des Vaters auslassen, solange es nicht selbständig gehen kann....
    • Zum Schluss zu deinem gerade geschriebenen Post: Du schreibst, dass er am MITTWOCH (!) einen Vollknaller samt Polizei und FS-Entzug hatte und 5 Tage nach diesem Ereignis schreibst du allen Ernstes (???), dass sich was geändert hätte? Vielleicht hat es dir noch niemand gesagt, oder du willst es nicht wahrhaben: Dieser Typ ist SCHWER KRANK. Um eine Einsicht, eine Reflexion, ein - was auch immer - haben zu können, müsste er sich einmal in die körperliche aber vor allem emotionale Knochenmühle der Therapie oder von mir aus zumindest einer nachhaltigen Auseinandersetzung aufmachen um überhaupt eine Ahnung von Reflexion und (Krankheits-)Einsicht haben zu können!
    • Und ganz zum Abschluss wirklich ein gutgemeinter Rat: Such dir bitte ganz dringend professionelle Hilfe. Und zwar einzig und allein FÜR DICH und DEIN Seelenheil.
  • Was sagt ihr dazu?

    Ich sage dazu, das klingt positiv.

    Aber es "klingt" eben erst einmal. Das sind jetzt Absichten. Jetzt kommt es darauf an, dass das umgesetzt wird.

    "Absichten" hatte ich eigentlich täglich, als ich noch getrunken habe. Eigentlich jeden Tag.

    Dann kam der Moment, bei dem ich "getan" habe. Aber das hat viele Jahre gedauert, bis dahin. Bei Machen kommt es nie.

    Da hier keiner in seinem Kopf ist, wird das jetzt die nächste Zeit zeigen. Ober er "handelt".

    Übrigens würde ich nur "nichts trinken" erstmal nur als Trinkpause ansehen. Da muss schon etwas mehr kommen.

    Für Dich ist jetzt erstmal wichtig, was machst Du? Wie möchtest Du Deine nächste Zeit verbringen? Suchst Du Dir Hilfe. Oder willst Du es alleine durchziehen?

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

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