Co-Pilot - Die Trennung beginnt, aber wie?

  • Ich habe eine Frage, die ich vielleicht in einem älteren Post von dir finden könnte, aber ich stelle sie mal direkt: Gibt es einen Grund warum ihr das Trennungsjahr in einer Wohnung vollzieht?

    Ich frage mich das, weil ich das mit meinem Exmann auch gemacht habe und es war wirklich die Hölle. Gerade unter den gegebenen Umständen stelle ich mir das psychisch total belastend vor.
    Sie scheint ja wirklich in einem sehr schlechten Zustand zu sein und nicht in der Lage auszuziehen. Gibt es äußere Zwänge für dein Bleiben?
    Bei mir war es damals das Haus. Es gehörte mir und ich wollte nicht, dass er da mit den Kindern wohnt und ich es weiter finanziere.

    Aus heutiger Sicht war das ein Fehler. Das Trennungsjahr unter einem Dach hat bei mir und den Kindern großen psychischen Schaden hinterlassen.

    Vielleicht steckt hinter deinem Zynismus genau ein solches Leid. Dann wünsche ich dir von ganzem Herzen einen Weg da raus. Und deiner Frau wünsche ich auch, dass sie in all ihrem Elend nicht auch noch deine Verachtung ertragen muss- die empfindet sie sicher für sich selbst genug.

  • Ich habe eine Frage, die ich vielleicht in einem älteren Post von dir finden könnte, aber ich stelle sie mal direkt: Gibt es einen Grund warum ihr das Trennungsjahr in einer Wohnung vollzieht?

    Es sind wieder einige Tage vergangen, und ich kann ja wieder einige News dalassen. Ich schreibe ja immer zeitversetzt, so ist meinerseits sichergestellt, dass wenn mir jemand die Cops oder whatever auf den Hals hetzen will, ist es bei der Veröffentlichung hier im Forum bereits Vergangenheit, und liegt Tage / Wochen zurück.

    Deine Frage ist leicht beantwortet, die Wohnung ist groß genug, und wir haben nur die eine Wohnung.

    Ich frage mich das, weil ich das mit meinem Exmann auch gemacht habe und es war wirklich die Hölle. Gerade unter den gegebenen Umständen stelle ich mir das psychisch total belastend vor.
    Sie scheint ja wirklich in einem sehr schlechten Zustand zu sein und nicht in der Lage auszuziehen. Gibt es äußere Zwänge für dein Bleiben?

    Nein es gibt keine Zwänge zu bleiben, es ist lediglich mein Zuhause, das gebe ich vorzugsweise nicht auf.

    Ja es ist tatsächlich manchmal belastend, wenn mal wieder die Polizei oder RTW da steht weil wieder ein Vorfall war. Der letzte ist noch nicht lange her, 3,9 Promille und anschließend eigenmächtiger kalter Entzug, gefolgt von Krampfanfällen 3 Tage später und wieder Krankenhaus…..

    Manchmal denke ich sie will ins „Guinnessbuch der Rekorde“, verdammt ich werde alt, gibt’s das überhaupt noch?

    Unser gemeinsamer Hausarzt ging mir auch ne Weile auf den Wecker, er bekommt ja immer die Berichte von allen Seiten, aber den konnte ich diesbezüglich abwimmeln, das übernimmt jetzt eines unserer Kinder.
    Grundlage ist eine Vorsorgevollmacht. Ich hab da keinen Bock mehr drauf.

    Bei mir war es damals das Haus. Es gehörte mir und ich wollte nicht, dass er da mit den Kindern wohnt und ich es weiter finanziere.

    Naja die Wohnung und alles drum herum bezahle ich seit Jahren sowieso alleine, meine Frau ist eher so eine Art Besucher mit eigenem Zimmer.

    Aus heutiger Sicht war das ein Fehler. Das Trennungsjahr unter einem Dach hat bei mir und den Kindern großen psychischen Schaden hinterlassen.

    Meine Kinder sind schon ausgezogen, und ich scheine da mittlerweile ein dickes Fell zu haben.

    Vielleicht steckt hinter deinem Zynismus genau ein solches Leid. Dann wünsche ich dir von ganzem Herzen einen Weg da raus. Und deiner Frau wünsche ich auch, dass sie in all ihrem Elend nicht auch noch deine Verachtung ertragen muss- die empfindet sie sicher für sich selbst genug.

    Ja vielleicht breche ich ja irgendwann auch mal zusammen, mein Umfeld versteht auch nicht warum ich das so unbeschadet durchstehe. Vielleicht hab ich ja auch schon was an der „Waffell“ und merke es nur noch nicht.

    Aber es gab tatsächlich mal die Zeit, wo mich das sehr berührt hat, aber irgendwie habe ich damit abgeschlossen.

  • Ich habe hier lange nicht geschrieben. Ich bin auch co abhängig und noch immer mit meinem Mann zusammen. Die Situation ist bei uns etwas anders, mein Mann ist funktionaler Alkoholiker.
    Warum ich jetzt hier schreibe, mir wird richtig schlecht, wie du über deine Frau schreibst. Alkoholismus ist eine Krankheit. Und ja ich verstehe die immer wiederkehrenden Enttäuschungen, aber deine Frau ist kein Müll, den man wegwirft. Sie ist ein Mensch, sie ist die Mama deiner Kinder ….wahrscheinlich hast du sie mal geliebt. Mir ist beim lesen die Hutschnur geplatzt, soviel Zynismus und Kälte .. 😢

  • Das wollte ich nicht bei dir auslösen, ich schreibe hier nur Infos. Die Gefühle und Emotionen entstehen immer beim Leser, und zusätzlich in Kombination mit der jeweiligen Gemütslage.

    Wenn ich zB eine Mail schreibe an einen Verteilerkreis, darin steht „was hast du dir dabei gedacht“ löst das auch unterschiedliche Reaktionen bei unterschiedlichen Personen aus.

    Eine gefestigte Person reagiert mit einer rationalen Antwort, eine ängstliche Person schreibt vielleicht erst gar keine Antwort, ein dünnhäutige Person fängt vor Angst an zu weinen…..

    Du siehst also die gleiche Info erzeugt unterschiedliche Emotionen.
    Das ist hier im Alkoholikerforum besonders ausgeprägt, weil hier bei vielen Personen (verständlicherweise) die Nerven blank liegen.

    Ich arbeite in einer Einrichtung , wo ich täglich mindestens 100 rationale Entscheidungen treffen muss, dort wird immer das Problem festgestellt, analysiert, bewertet und die entsprechende Maßnahme zur Regulierung eingeleitet. Ohne Emotionen, ohne Gefühle. Wenn ich da zögere wird es schlimmer. Vielleicht bin ich auch deshalb eher schlecht in meinen Formulierungen.

  • Danke für deine ausführliche Erklärung. Ich denke, wir müssen das nicht weiter vertiefen.
    Mir ging es lediglich um die Art und Weise, wie über einen Menschen gesprochen wird, der an einer Suchterkrankung leidet. Dass Angehörige irgendwann Grenzen ziehen müssen, verstehe ich sehr gut. Abwertung und Kälte sind für mich allerdings etwas anderes.

    Wir haben da offensichtlich unterschiedliche Sichtweisen – und damit kann ich sehr gut leben.
    Alles Gute für dich und deine Familie.

  • Aber es gab tatsächlich mal die Zeit, wo mich das sehr berührt hat, aber irgendwie habe ich damit abgeschlossen

    Irgendwie glaube ich das nicht ganz. Du schreibst hier ja- also beschäftigt es dich ja doch. Es muss wahnsinnig belastend sein, ständig diese wirklich schlimmen Dinge zu erleben. Selbst wenn sie nur eine anonyme Nachbarin wäre.

    Ich habe Mitleid mit euch beiden und auch wenn du klar dargelegt hast, dass du das irgendwie schon schaffst, wünsche ich dir, dass es für dich irgendwie eine andere Lösung gibt. Die Wohnung ist groß genug ok, aber kannst du unter diesen Umständen glücklich in der Wohnung leben? Könntest du z.B. eine neue Partnerin zu Besuch haben, während nebenan die Exfrau im Delirium liegt?

    Es erscheint so tragisch- durchaus für euch beide. Kann man sich wirklich in so einer Situation gut einrichten?

    Ich bezweifle es stark. Aber irgendwas hält dich noch. Möchtest du da hin schauen?

  • Diese zynische Art ist doch nur Selbstschutz. Ich kann es verstehen. Es gab wahrscheinlich vorher jahrelang schon einen sehr großen Leidensdruck für dich. Irgendwann macht man zu, schützt sich selbst. Für mich ließt sich das etwas verbittert, und ich kanns gut verstehen.


    Die Situation hört sich wirklich sehr schwierig und extrem an. Du hast schon längst die Hoffnung aufgegeben, dass sie trocken werden könnte, was dich von vielen Co‘s hier unterscheidet die Fäden eröffnen…eigentlich schaust du ihr nur noch beim Sterben zu….das ist für dich eine extrem belastende Situation, wär es für jeden!!!!!

    Ein bisschen habe ich auch das Gefühl, dass du raus willst, aber das es dir gleichzeitig auch schwer fällt sie in dieser ausweglosen Situation komplett fallen zu lassen, hast du sie ja doch mal geliebt, ist sie doch die Mama deiner Kinder… Bei ihr scheints ja keinerlei Perspektive zu geben, du beschreibst sie als fast handlungsunfähig. Nicht in der Lage sich um eine Unterkunft, Finanzen oder sonstiges zu kümmern. Das macht es für dich sehr schwer dich wirklich zu trennen…
    Bei ihr scheint die Sucht ja wirklich schon sehr weit fortgeschritten zu sein….


    Ich wünsche dir nur das Beste. Ich will nicht wissen was du schon alles ertragen hast bevor du so zynisch geworden bist…

    2 Mal editiert, zuletzt von orangeblau (20. September 2026 um 22:37)

  • Ich habe hier lange nicht geschrieben. Ich bin auch co abhängig und noch immer mit meinem Mann zusammen. Die Situation ist bei uns etwas anders, mein Mann ist funktionaler Alkoholiker.
    Warum ich jetzt hier schreibe, mir wird richtig schlecht, wie du über deine Frau schreibst. Alkoholismus ist eine Krankheit. Und ja ich verstehe die immer wiederkehrenden Enttäuschungen, aber deine Frau ist kein Müll, den man wegwirft. Sie ist ein Mensch, sie ist die Mama deiner Kinder ….wahrscheinlich hast du sie mal geliebt. Mir ist beim lesen die Hutschnur geplatzt, soviel Zynismus und Kälte .. 😢

    Chronischer Alkoholismus im Endstadium (so ließt es sich für mich) ist noch einmal eine andere Hausnummer als ein funktionaler Alkoholiker.

    Zumindest für den Partner, der es täglich mit ansehen muss.

    Ich denke bevor er seine Haltung eingenommen hat, hat er sehr viel für seine Frau mitgetragen, wenn ich lese 4x Entzug, Krankenhausaufenthalte usw.

    Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass man dann irgendwann so eine abwertende verbitterte Haltung einnimmt um mit der Situation irgendwie umzugehen.


    Genau deswegen sollte man sich trennen bevor man in einer solchen ausweglosen Situation landet, es wird ja nicht besser nur schlimmer. die Trennung kann man dem anderen fast nicht mehr antun. So wie er es beschreibt würde seine Frau ja quasi auf der Straße landen, weil sie anscheinend in keinster Weise mehr funktioniert.
    Das schafft man dann wenn überhaupt nur noch wenn man komplett jegliches Mitgefühl irgendwie ausblendet….dss versucht er meiner Meinung nach….

    Einmal editiert, zuletzt von orangeblau (20. September 2026 um 22:55)

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