Lullaby_76 - Leben geht in Richtung Abgrund!

  • … als süchtig, also als Alkoholikerin und damit unheilbar krank magst Du Dich nicht sehen? Warum? Weil es so schwach oder furchtbar klingt?

    Weil wenn ich Suchtkranken zuhöre die über zwanghaftes Trinken sprechen ich mich nicht wiederfinde oder sehe, dafür ging es zu lange kontrolliert ab. Vielleicht ist die Sucht aber auch so neu und hat sich tatsächlich erst in den letzten Monate entwickelt, dass ich es noch nicht ganz begreife. Probleme hätte ich keine mich so zu bezeichnen, im Gegenteil ich wäre froh über eine klare (Selbst-)Diagnose, Verständnis von Anderen oder mir selbst ist zweitrangig, meine Gesundheit steht an erster Stelle.

  • Hey Lullaby_76 ,

    ich bin Alkoholiker, daran habe ich nicht den geringsten Zweifel. Deshalb hatte ich überhaupt keine Probleme mich hier in der SHG als Alkoholiker zu bekennen. Ich hatte übrigens auch keine Probleme mich meinem privaten und beruflichen Umfeld als jetzt abstinenter Alkoholiker zu bekennen.;) Und deshalb bin ich hier in dieser SHG genau richtig. Weil ich hier Hilfe in Form von Erfahrungen und dem passenden Mindset bekomme um stabil und sicher abstinent zu sein und zu bleiben.

    Ich hatte in meinem Leben schon mehrere Depressionen. Und diese Depressionen haben bei mir schon vor meiner Abhängigkeit das Saufen begünstigt. Denn sie waren ein untauglicher Versuch der Selbstmedikation, der Versuch die Depressionen wegzusaufen oder wie Du schreibst Spaß in die Birne zu bekommen. Hat nie geklappt und das wusste ich auch aber das nur am Rande. Und auch deshalb bin ich hier in dieser SHG genau richtig, weil wie Hartmut schon schrieb Saufen und Depressionen kommen gerne im Doppelpack daher. Und deshalb schreibe ich hier auch über meine Depressionen. Allerdings habe ich schon vor Jahrzehnten im Rahmen einer abgeschlossenen Therapie gelernt wie ich mir in einer Depression selbst helfen kann. Deshalb brauche ich hier kaum Hilfe, sondern kann in meinem Rahmen Hilfe geben.

    Wichtig ist das ich zu Beginn meiner Abstinenz, hier auch noch mal gelernt habe das meine Sucht und meine Depressionen zwei unterschiedliche schwere psychische Erkrankungen sind. Die ich strikt (in meinem Kopf) auseinanderhalte und getrennt angehe. Sie haben absolut nichts miteinander zu tun. Diese Trennung ist für mich absolut wichtig weil wie oben geschrieben meine Depressionen mein Saufen begünstigt haben.

    Warum schreibe ich Dir das, weil ich Deine Probleme hier mit dieser SHG nicht verstehe?

    In dem Austausch, auf den Du Dich meiner Meinung nach beziehst, ist der Nutzer lebst durch diesen Austausch zu dem Schluss gekommen das seine Abstinenz nicht gefährdet ist und er sich deshalb jetzt vorrangig seinen anderen psychischen Schwierigkeiten zu wendet. Und er sich deshalb hier zurückzieht.

    Worauf ich hinauswill. Wenn das bei Dir ebenso ist, dann mach das doch genau so. Aber die Voraussetzung sollte eben sein, das Deine Abstinenz nicht gefährdet ist und Du hier keine Hilfe mehr benötigst. Oder etwas zugespitzter formuliert Du solltest Dir über das eben geschrieben habe tatsächlich absolut sicher sein. Und Du solltest nicht Begründungen im Außen suchen, beispielsweise indem Du Dich an Regeln oder dem Verständnis von Sucht hier in der SHG abarbeitest. Denn damit spielst Du Deiner Sucht in Hände. Unsere Alkoholsucht ist diesbezüglich absolut gnadenlos, wenn sie eine Hintertür bei Dir auch nur wittert, säufst Du schneller wieder als Du bis drei zählen kannst. Und das ist auch der Grund warum ein Austausch über unsere Sucht so todernst genommen wird.

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Hallo Lullaby76,

    wie du dich einschätzt und ob und wo du dich gut aufgehoben fühlst, entscheidest nur du natürlich. Für mich wäre, von außen betrachtet, "die Sache" glasklar, allein schon wenn ich deinen Eintrag #34 vom 9.2.26 lese.

    Alles Gute für dich.

    VG, Helene

  • Hallo Lullaby76,

    ich hab mich am Anfang hier auch ein bisschen schwer getan weil hier sehr direkt Dinge angesprochen werden, die einem nicht in den Kram passen. Ich war verletzt, beleidigt und habe gedacht "bin ich hier richrig?". Jetzt kann ich ganz klar sagen, zum Glück bin ich dabei geblieben. Mit der Zeit habe ich verstanden warum hier so gehandelt wird. Dieses Forum gibt mir Halt, Stärke und Verständnis. Wenn ich in meinem Umfeld sage, ich bin Alkoholikerin, wird es heruntergespielt und mir nicht geglaubt. Das verunsichete mich anfangs. Aber hier wurde ich wieder geerdet. Wichtig ist, nimm für dich hier mit, was dir hilft. Auf Begrifflichkeiten herumzureiten, hilft in der Entwicklung nicht weiter. Bleib stark und auch offen für andere Meinungen.

    LG Lebensmut74

  • hm, bei der sucht geht nur selbstdiagnose. wer soll von außen beurteilen ob du trinken mußt, oder rauchen oder spielen oder oder. oder ob du nur missbrauch betreibst und es dir wirklich möglich ist zu einem moderaten umgang damit zurück zu kehren.

    das kannst nur du selbst wissen. ist es möglich mal ein einziges glas wein zu trinken und dann monate lang nichts? ist es möglich nur mal eine zigarette zu rauchen weil es gerade passt und der rest in der schachten wird dann so alt das er zerbröselt......... die liste ist beliebig weiter zu führen. wer das klar mit ja beantworten kann ohne nachdenken ohne wenn und aber der hat kein problem. wer aber zögert der sollte in sich gehen und gut überlegen ob er sich da nichts in die tasche lügt weil er angst vor der wahrheit hat. und es ist auch jedem selbst überlassen welche konsequenzen er aus dieser erkenntniss zieht.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

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