Risikominimierung ist eines der unbeliebteste Worte eines trockenen Alkoholikers. Und doch ist es notwendig.![]()
Dabei ist es ganz einfach. Alle Risiken, die zum Rückfall führen können, sind in ihren Grundbausteinen gut beschrieben.
Alles andere ergibt sich im Austausch. Nicht das eigene Schönreden ist der Maßstab, sondern das Anerkennen, dass etwas ein Risiko ist. Nicht wegdiskutieren, was offensichtlich ist. Nicht beschönigen mit "ach, das macht mir nichts aus".
Risiken bleiben Risiken auch wenn sie im Moment nicht zum Rückfall führen. Ein alkoholfreies Umfeld, zu Hause wie auch auswärts ist die Kernaussage. Ich treffe auf Alkohol, laufe manchmal darauf zu –mal unbewusst, mal bewusst . oder er wird von außen ins Haus gebracht, als Geschenk oder sonst wie.
Alkohol ist gesellschaftlich verankert. Das kann man erklären, aber es löst das Risiko für den Trockenen nicht. Auch wenn ich jetzt ein paar Jahre auf dem Buckel habe, schätze ich das Risiko immer noch so ein, wie es ist: ein Risiko. Auch wenn ich mich stabil fühle und glaube, "das geht schon gut" freut sich das Suchthirn und bedankt sich irgendwann mit einem Rückfall wegen meiner Nachlässigkeit.
Es heißt nicht, dass ich keine Risiken eingehe. Es heißt auch nicht, dass irgendjemand verurteilt wird, der das anders macht. Es heißt nur, dass ich Risiken nicht beschönige oder mir so hinbiege, dass ich ‚da und da schon mit dabei sein kann.
Mein Denken verändert sich durch gelebte Stabilität aber veändert nicht das Suchtzentrum im Kopf. Das ist davon unbeeindruckt. Für das Sucht- Hirn gibt es nur eine Lösung, "Wir saufen."Mehr kann es nicht.
Wie habt ihr das erlebt, wie seht ihr das?