Hallo,
ich bin die Schwester eines Alkoholikers. Mein Bruder wurde gerne eben in ein Krankenhaus eingewiesen und hängt am Tropf.
Ich hatte bis vorhin gedacht, dass es ihm gut geht, da er vor 7 Tagen aus der Entgiftung nach Hause kam und mich freudig anrief, um zu sagen, dass alles gut wird und es ihm wieder gut geht. Nun hab ich erfahren, dass eben nicht alles gut ist, sondern er wieder im Krankenhaus ist. Ich bin völlig fertig. .. geschockt. Ich kann nichts machen, außer ihm Whatsapps schreiben und immer wieder sagen, dass er die Hoffnung nicht verlieren darf, dass er wieder gesund wird. Bin total verunsichert, was ich schreiben kann, soll. Was hilft ihm und was ist einfach zu viel, unpassend. . . Ich fühle mich hilflos und ohnmächtig, da ich nicht helfen kann, nichts tun kann. Hatte heute eine Beratung für Angehörige und wollte morgen mit ihm sprechen und jetzt das. Alles wieder von vorne. . . Die Familie will mich wohl schützen, da ich weit weg wohne und nicht einfach so kommen kann. . . aber das macht es nur noch schlimmer, immer nur so Brocken von Informationen zu erhalten. Das macht meine Sorgen und das Kopfkino nur noch größer.
Ich möchte für ihn da sein aber er hält mich auf Abstand, um mich zu schützen und aus Scham.
Wer kennt das? Was hilft? Wer war da schon und kann mir helfen zu verstehen, was ihm helfen würde?
Ich lasse ihn nicht allein.
Danke euch.
SchwesterS - Sorge um meinen Bruder
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Hallo SchwesterS,
herzlich Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.
dass er die Hoffnung nicht verlieren darf, dass er wieder gesund wird.
Es ist so, dass dein Bruder Krankheitseinsicht braucht, um trocken zu werden und zu bleiben. Alkoholiker wird er das ganze Leben bleiben, auch wenn er trocken ist.
Leider ist es so, dass du nicht helfen kannst und deine Familie auch nicht, so lange er diese Einsicht nicht hat. Er muss für sich aufhören wollen.
Hier im Forum wird es um dich gehen, und was du tun kannst, damit es dir besser geht.Wenn du dich hier austauschen magst klicke unten auf den Link, und schreib noch einen kurzen Satz. Danach schalten wir dich für das Forum frei.
https://alkoholiker-forum.de/bewerben/
lg Morgenrot
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Marie04
13. Mai 2026 um 00:35 Hat den Titel des Themas von „Sorge um meinen Bruder“ zu „SchwesterS - Sorge um meinen Bruder“ geändert. -
Marie04
13. Mai 2026 um 00:36 Hat das Thema aus dem Forum hier vorstellen! nach Erste Schritte für Angehörige und Co Abhängige verschoben. -
Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, SchwesterS.
Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)
Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.
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Hallo,
ich kann mich schwer abgrenzen und nicht mit meinen Gedanken und meinem Herzen bei ihm sein.
Er bleibt hoffentlich in der Entgiftung bis zum Schluss - ich frage mich immer, ob ich Kontakt halten soll oder ihn lieber in Ruhe lassen soll. Er hat mich z.B. gerade aus dem Krankenhaus angerufen, ich habe das Telefon auf stumm, da mein Sohn schläft aber hadere nun, ob ich ihn zurückrufen soll. Ich will für ihn da sein aber wenn er betrunken ist, macht es keinen Sinn mit ihm zu reden. . . Oh man. . . wenn man nur wüsste, was richtig und was falsch ist in diesem Moment.
Ich bin müde aber komm gar nicht zur Ruhe vor lauter Gedankenkarussell. . . -
Guten Morgen Schwester S,
und willkommen.
Ich lasse ihn nicht allein.
Das ist edel und selbstlos von dir, aber genau das ist das Problem der Angehörigen. Du musst ihn sich selbst überlassen. Er muss den Weg aus der Such aus eigenem Antrieb beschreiten.
Ich bin müde aber komm gar nicht zur Ruhe vor lauter Gedankenkarussell. . .
Das sind die Folgen für dich, aus deiner Unterstützung. Du machst dich kaputt und ihn bringt es keinen Schritt weiter.
Lies dich hier ein und arbeite bei dir und nicht an ihm. Nur so wird es für dich erträglicher. Es ist kein leichter Weg, denn auch loslassen ist eine große Sache, aber du bist räumlich auf Abstand und somit kannst du dich besser abgrenzen.
Ich wünsche dir viel Kraft.
LG ☀️
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Oh man. . . wenn man nur wüsste, was richtig und was falsch ist in diesem Moment.
Hallo Schwester, ich bin mit einem Alkoholiker verheiratet und ich kann dir sagen: es gibt kein richtig oder falsch. Es ist vollkommen egal wie du reagierst, denn du hast null Einfluss darauf wie es weiter geht.
Als ich das verstanden hatte war diese Erkenntnis einerseits schrecklich, denn ich musste erkennen, dass ich komplett machtlos bin. Andererseits aber auch erleichternd, denn das heißt auch, dass ich keine Verantwortung habe.
Es ist vollkommen egal was du sagst, ob du verständnisvoll oder vorwurfsvoll bist, ob du 1000 km oder 1 m entfernt wohnst. Denn dein Bruder kann den Weg aus der Sucht nur alleine gehen.
Es ist schrecklich von außen zu sehen, dass jemand, der mir so viel bedeutet, sein Leben immer wieder an die Wand fährt. Und nichts dagegen machen zu können. Aber so ist es.
Herzlich willkommen hier im Forum,
Jump! 🏵️
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