kati50 - Trennung von meinem alkoholkranken Partner

  • Ich habe heute echt das Bedürfnis mich mal zu melden, ich hatte Urlaub, den habe ich damit verbracht meinen Wohnbereich etwas neu zu dekorieren und ich habe viel Zeit damit verbracht meine Beziehung zu analysieren. Unsere Beziehung war in meinen Augen am Anfang perfekt. Mittlerweile habe ich verstanden das er es praktisch zum perfekten gemacht hat um hier bei mir ein sicheres zu Hause zu haben und jemanden der sich um alles andere kümmert.

    Womit ich ein riesen Problem innerlich habe, er hatte hier alles, liebe, Geborgenheit, Ehrlichkeit, ein zu Hause. Er hätte diese Chance nutzen können und problemlos eine Entgiftung machen können und anschließend eine Therapie, aber er möchte es nicht. Er wusste das ich ihn in all seinen Problemen beim finanziellen Dingen unterstützt habe. Er hat wahnsinnig hohe Schulden, schon seit Jahrzehnten. Ich habe mich mit ihm hingesetzt und habe ihn bei der Schuldnerberatung anrufen lassen und er wurde auf die Liste gesetzt das er beraten wird.

    Ich war wirklich am Ende, körperlich und seelisch in der Beziehung. Ich hatte 3 Zusammenbrüche in dem letzten halben Jahr. Meine Hände sind nachts eingeschlafen, das ich vor Schmerzen im schlaf gejammert habe. Er hat es alles gesehen und nicht begriffen das es durch seine ganzen Provokationen und Fehlersuche entstanden ist. Wir hatten noch ein paar Gespräche am Ende, aber er hat die Schuld nur bei anderen gesucht.

    Ich bin sehr froh das ich diesen Weg gegangen bin, aber es tut auch zwischendurch verdammt weh. Meine Freundinnen und Freunde sagen, ich soll froh sein, das er weg ist. Bin ich auch, aber trotzdem gibt es diese Wellen wo alles hoch kommt.

  • Womit ich ein riesen Problem innerlich habe, er hatte hier alles, liebe, Geborgenheit, Ehrlichkeit, ein zu Hause. Er hätte diese Chance nutzen können und problemlos eine Entgiftung machen können und anschließend eine Therapie, aber er möchte es nicht. Er wusste das ich ihn in all seinen Problemen beim finanziellen Dingen unterstützt habe. Er hat wahnsinnig hohe Schulden, schon seit Jahrzehnten. Ich habe mich mit ihm hingesetzt und habe ihn bei der Schuldnerberatung anrufen lassen und er wurde auf die Liste gesetzt das er beraten wird.

    Die Sucht ist so extrem stark. Stärker als die Gesundheit, Liebe, Beziehungen zu Eltern und Freunden usw. sogar stärker als das Überleben, es kostet Leben. Es lag nicht an dir sondern seine Sucht hat ihn übernommen

    Heute trinke ich nicht

  • Hallo Kati50,

    da hat es sich jemand ganz schön bequem gemacht, seine Verantwortung für sich selbst abgeschoben auf jemand anderen, er hatte sein Opfer gefunden und gehofft, dass er so in seiner Komfortzone bis an sein Lebensende weiterleben kann.
    Diese Hoffnung hast Du ihm genommen.

    Aber es geht hier nicht um ihn, sondern um Dich. Du hast Dich bis zur Selbstaufgabe um alles und andere gekümmert. Kann es sein, dass Du eine gewisse Leere verspürst?

    _______________________________________

    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Erstmal danke für die Antwort, es hilft mir es in meinem Kopf zu verstehen. Er hat nicht den Punkt erreicht, so wie du , an dem er sagt, ich will damit aufhören und ich brauche hilfe. Sein Leben dreht sich weiterhin nur um den Alkohol.

  • Hallo Kati50,

    da hat es sich jemand ganz schön bequem gemacht, seine Verantwortung für sich selbst abgeschoben auf jemand anderen, er hatte sein Opfer gefunden und gehofft, dass er so in seiner Komfortzone bis an sein Lebensende weiterleben kann.
    Diese Hoffnung hast Du ihm genommen.

    Aber es geht hier nicht um ihn, sondern um Dich. Du hast Dich bis zur Selbstaufgabe um alles und andere gekümmert. Kann es sein, dass Du eine gewisse Leere verspürst?

    Ich verspüre zum Teil eine Leere, aber was für mich noch schlimmer ist, ich sehe hier jeden Tag Dinge die wir gemeinsam machen wollten, besser gesagt Dinge im Haus die wir uns nach unseren Wünschen aufbauen wollten. Die ich nun alleine mache. Er ist oft allgegenwärtig, oft rieche ich ihn hier. Aber ich halte mir dann immer die letzten Monate vor Augen, wie es war wenn ich abends nach Hause kam und ihn tief im Koma, komplett in Arbeitskleidung und Schuhen gefunden habe. Zu Hause nichts passiert ist. Er zwischendurch was gegessen hat und alles stand stundenlang auf dem Tisch, statt im Kühlschrank.

    Dann wird es innerlich besser. Aber es wird noch lange dauern bis ich das überwunden habe. Manchmal denke ich, es wird nie wieder ganz verschwinden.

  • ich sehe hier jeden Tag Dinge die wir gemeinsam machen wollten, besser gesagt Dinge im Haus die wir uns nach unseren Wünschen aufbauen wollten. Die ich nun alleine mache

    Kann es sein, dass es vielleicht nur Dein Wunsch war und er es nie wirklich wollte ( auch wenn er es vielleicht gesagt hat) ?
    Mach Dir nichts vor, hänge nicht in „gemeinsame“ Träume, die vlt. gar keine gemeinsamen waren.

    _______________________________________

    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Ich habe heute echt das Bedürfnis mich mal zu melden, ich hatte Urlaub, den habe ich damit verbracht meinen Wohnbereich etwas neu zu dekorieren und ich habe viel Zeit damit verbracht meine Beziehung zu analysieren. Unsere Beziehung war in meinen Augen am Anfang perfekt. Mittlerweile habe ich verstanden das er es praktisch zum perfekten gemacht hat um hier bei mir ein sicheres zu Hause zu haben und jemanden der sich um alles andere kümmert.

    Womit ich ein riesen Problem innerlich habe, er hatte hier alles, liebe, Geborgenheit, Ehrlichkeit, ein zu Hause. Er hätte diese Chance nutzen können und problemlos eine Entgiftung machen können und anschließend eine Therapie, aber er möchte es nicht. Er wusste das ich ihn in all seinen Problemen beim finanziellen Dingen unterstützt habe. Er hat wahnsinnig hohe Schulden, schon seit Jahrzehnten. Ich habe mich mit ihm hingesetzt und habe ihn bei der Schuldnerberatung anrufen lassen und er wurde auf die Liste gesetzt das er beraten wird.

    Ich war wirklich am Ende, körperlich und seelisch in der Beziehung. Ich hatte 3 Zusammenbrüche in dem letzten halben Jahr. Meine Hände sind nachts eingeschlafen, das ich vor Schmerzen im schlaf gejammert habe. Er hat es alles gesehen und nicht begriffen das es durch seine ganzen Provokationen und Fehlersuche entstanden ist. Wir hatten noch ein paar Gespräche am Ende, aber er hat die Schuld nur bei anderen gesucht.

    Ich bin sehr froh das ich diesen Weg gegangen bin, aber es tut auch zwischendurch verdammt weh. Meine Freundinnen und Freunde sagen, ich soll froh sein, das er weg ist. Bin ich auch, aber trotzdem gibt es diese Wellen wo alles hoch kommt.

  • Hallo Kati50,

    man merkt leider, ich kenne mich mit dem Zitieren nicht aus, entschuldige bitte. Ich wollte den Satz zitieren, dass es Wellen gibt, wo alles hoch kommt.

    Das finde ich vollkommen verständlich. Du hattest dir ja (auch) etwas Anderes gewünscht und trauerst um den tollen Menschen, der er ja auch ist bzw. war und um das, was hätte sein können. Das braucht sicher noch Zeit.

    Liebe Grüße

    Helene

  • Ich glaube schon das er in seinen nüchternen Momenten auch diese Träume hatte, aber die Sucht hat ihn komplett eingeholt, am Ende gab es keinen Tag, keinen Zeitpunkt wo er nüchtern war. Und das waren auch die schlimmsten Monate für mich, da ich nie wusste was erwartet mich zu Hause. Ich war schon froh wenn er seinen Pegel hatte und nicht in Streitlaune war. Er hat schon morgens angefangen zu trinken wenn ich die Kinder weg gebracht habe, hat dann sich bis mittags heimlich zwischendurch immer mal wieder in seinen Stall begeben zu seinen Tieren, angeblich um zu füttern, aber es war sein Trinkversteck. Bis ich mittags auf Arbeit gefahren bin, da konnte er natürlich trinken ohne das es jemand sieht und spätestens halb vier nachmittags war es soweit, das er einfach da umgefallen ist wo er war. So habe ich ihn abends halb neun vorgefunden. Bevor es so schlimm war, hatte er auch Träume, aber dann haben ihn die Schulden eingeholt und er musste mehr trinken um es zu ertragen, nehme ich an. Und damit gab es dann auch keine Träume mehr.

  • Schlimm was du da erleben musstest. Wirklich schlimm. Gut dass es vorbei ist.

    Gestalte so viel um wie es geht, damit dein Wohnraum wirklich zu deinem wird und er nicht noch in allen Ecken sitzt.
    Trauern ist wichtig und gut, aber vergiss nicht, dass das nicht nur ein Ende sondern vor allem ein Anfang ist!

  • Schlimm was du da erleben musstest. Wirklich schlimm. Gut dass es vorbei ist.

    Gestalte so viel um wie es geht, damit dein Wohnraum wirklich zu deinem wird und er nicht noch in allen Ecken sitzt.
    Trauern ist wichtig und gut, aber vergiss nicht, dass das nicht nur ein Ende sondern vor allem ein Anfang ist!

    Ja, ich bin dabei meinen Traum ganz exzessiv auszuleben, ich stehe total auf beach und Meer, so fange ich jetzt an, es in der Form alles zu gestalten, wir haben da ziemlich gleich getickt, er hat da auch ziemlich viel eingebracht, wenn er konnte. Und ich möchte diesen Stil für mich weiter durchziehen, da ich es für meine Seele brauche. Auch im Garten wird ein Strand entstehen, den wollte er immer nicht, da ich da seinem Versteck zu nahe gekommen wäre, wie ich herausfinden musste. Naja, ich erfreue mich an jeder einzelnen Sache die ich jetzt mache und nehme jede " Welle" so wie sie kommt, aber:

    Ich habe mittlerweile gelernt in diesen Momenten nicht zurück zublicken auf die schönen Zeiten, sondern mir in Erinnerung zu rufen wie schrecklich es war in den letzten Monaten. Mal gelingt es mir gut. Mal weniger gut.

    Sehr gut für mich ist, das es überhaupt keinen Kontakt gibt zu ihm, dadurch entstehen keine Triggerpunkte.

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!