StillerKompass - Hallo, bin neu hier!

  • Hallo, ich habe mich überwunden hier anzumelden… aber ich möchte diesen Schritt gehen, um vielleicht andere Sichtweisen oder Tipps zu bekommen.
    Mein Freund trinkt zu viel, er versucht die Sorgen und den Stress zu ertränken. Er ist ein sehr sensibler und emotionaler Mensch. Wenn er nüchtern ist, sieht er es auch ein, dass er ein Problem hat. Dann gibt es wieder Tage an denen er dauerhaft betrunken ist. Ich mache mir große Sorgen. Er ist noch nicht soweit sich Hilfe zu holen, wie kann man seinen Partner dahingehend unterstützen?

    Ich selbst habe lange sehr oft und viel mitgetrunken, jedoch habe ich das wieder im Griff- ich höre nach Maximal 1-2 Gläsern auf oder trinke Wochen- Monate nichts. Damit läuft es bei mir sehr gut.

    Ich freue mich auf Rückmeldungen.

  • Hallo StillerKompass,

    herzlich willkommen in unserer Online-Selbsthilfegruppe.

    Einen Menschen zu unterstützen der missbräuchlich oder abhängig trinkt, ist ein eher sinnloses Unterfangen. Wenn der Mensch nicht selbst was verändern möchte, wird da nicht viel passieren.

    Wenn du dich hier austauschen möchtest, klicke auf diesen Link: https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Schreib kurz etwas dazu und du wirst freigeschaltet. Dein Thema wird dann in den Bereich für Angehörige und Coabhängige verschoben. Dort kannst du dich mit anderen Mitbetroffenen austauschen.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo Aurora, vielen Dank ich habe meine „Bewerbung“ abgeschickt.
    Ich verstehe was du meinst. Er hat aktuell sehr viele nüchterne Momente, in denen er auch merkt, dass er ein Problem hat. Das kann aber dauern, oder?
    Ich freue mich sehr auf den Austausch

  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, StillerKompass.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo StillerKompass,

    in den nüchternen Momenten oder Trinkpausen, die mein erster Mann gemacht hatte, hat er auch gesagt dass er wüsste, dass er ein Problem hätte. Und dann kamen auch Versprechen etwas zu ändern.

    Aber das hat nie geklappt. Heute weiß ich, dass die Sucht da stärker war als der Wille zum Aufhören. Damals habe ich, weil er es auch oft so zu mir gesagt hat, gedacht, ich wäre Schuld. Aus verschiedenen Gründen, die er dann angeführt hatte.

    Und ich war auch oft dann sehr wütend weil ich dachte, er müsste doch sehen, wie mich seine Sauferei belastete und sich endlich mal zusammenreißen und uns zuliebe endlich aufhören.

    Ich hab alles Mögliche versucht ihn zu überzeugen von dem Zeug wegzukommen. Es hat nichts gewirkt. Weil er es nicht wirklich wollte. Daran hab ich mich viele Jahre lang abgearbeitet. Ich kann keinen Menschen verändern außer mich selbst. Irgendwann war mir das klar und ich hab mich verändert. Indem ich mich getrennt habe.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo, sind das meist leere Versprechen? Das mag naiv klingen, aber noch möchte ich nicht aufgeben. Belastend ist die fehlende Einsicht. Da ich auch teilweise von sehr engen Freunden angesprochen werde. Aber es nur bei mir zu platzieren bringt auch nichts. Könnte da gegebenenfalls eine direkte Konfrontation helfen?

    Ich bin nicht mal wütend, ich bin meistens enttäuscht. Dieses auf und ab … er bekommt das wirklich gut hin, dann gibt es eine Art trigger irgendeinen Auslöser und der Abend ist gelaufen. Ich bin nicht mal der Grund, bekomme das nur mit. Ihn nimmt das auch total mit.

    Gibt es denn auch einen anderen Ausgang als eine Trennung?

  • Ähnliches habe ich mich auch lange gefragt: Muss ich mich von dem geliebten Alk wirklich trennen, wenn sich was ändern soll?

    (Denn die Einsicht, dass mein Konsum schon lange nicht mehr "normal" war und ich was ändern musste/wollte, war insgeheim schon lange da.)

    Ein Leben ganz ohne konnte ich mir aber fast 30 Jahre lang nicht vorstellen, nicht mal Trinkpausen. Die Trinkmengen wurden dabei langsam, aber sicher immer mehr, der eigene Fokus immer mehr verengt - wie es die Sucht vom Süchtigen verlangt.

    Zum Thema Konfrontation: Was wäre gewesen, wenn mich jemand auf meinen Konsum oder womöglich eine Fahne angesprochen hätte, z. B. Kollegen?

    Das ist vielleicht Typsache. Für mich als eher ängstlichen Kontrollfreak hätte es evtl. Ein heilsamer Schock sein können. Auch meine Angst davor, insbesondere auf der Arbeit als Säufer enttarnt zu werden, hat bei mir vor 3 Jahren zum Einstieg in den Ausstieg beigetragen.

    Hätten mich aber "nur" Freunde privat mit ihrer Sorge um mich konfrontiert, hätte ich ihnen vermutlich erzählt, was ich mir selbst lange Zeit weisgemacht habe:

    "Ok, aus medizinischer Sicht müsste ich wohl Alkoholikerin genannt werden - aber ich hab es doch als Feierabendtrinkerin im Griff, funktioniere, arbeite ohne Einbußen, belästige niemanden - und hat nicht jeder irgendeine Art von Suchtverhalten, wenn ich mich in der Welt so umsehe?'

    Also: Einen Versuch können seine Freunde (ruhig selbst, Du bist ja nicht seine Erziehungsberechtigte) wagen, aber bloß nicht zu viel erwarten - und nicht zu viel kostbare Lebenszeit mit grundlosem Hoffen und Warten verschwenden - gerade wenn Du vielleicht noch einen Kinderwunsch hast oder noch gar nicht so lange mit ihm zusammen bist.

    Vielleicht könntest Du Dich selbst mit Deinem Bauchgefühl konfrontieren und auf Deine Einsicht schauen - und Dein Handeln?

    Alles Gute!

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