Sou83 - Partner mit Alkoholproblematik und vermutete Depression - Wie mit Dauer - Gereiztheit und Überforderung im Alltag umgehen?

  • Hallo zusammen,

    ich melde mich hier, weil ich aktuell an meine psychischen und körperlichen Grenzen stoße und Austausch mit Menschen suche, die Ähnliches durchmachen.

    Zu unserer Situation:

    • wir wohnen zusammen in unserem Haus (beide im Grundbuch - nicht abgezahlt) und haben eine 8 - jährige Tochter mit Entwicklungsstörung. Ich arbeite Teilzeit 50% in der Pflege und kümmere mich um den Bärenanteil von Haushalt, Kind udn Alltagsorganisation. Er arbeitet Vollzeit ca. 50Std. die Woche.
    • Alkohol spielt schon seit mehreren Jahren eine Rolle, vor 2 Jahren auch mit Führerscheinentzug. Es gab zwischendrin immer wieder abstinente Phasen, aber zuletzt trank er wieder öfter, auch tagsüber mit deutlicher Wesensveränderung.
    • seine Gründe für den Konsum sind die Überlastung und Anspannung im Job (Angst vor Kündigung), kein Ausgleich, da bei 50Std. die Woche keine freie Zeit mehr übrig bleibt, aller 14 Tage am Wochenende die Betreuung unserer Tochter - da ich am Wochenende auch arbeiten muss, Schlafmangel, fehlende Zweisamkeit (kein gutes Soziales Nerzwerk)
    • ich vermute das er zusätzlich zu seinem Alkoholproblem eine Depression entwickelt hat - das sieht er genauso.
    • er hat in letzter Zeit extrem schlechte Laune, bereits morgens ist er gereizt und nimmt gewöhnliche Alltagsaufgaben sofot als riesige Belastung wahr. Er lässt seinen Frust und Stress oft an mir ab und wirft mir vor, dass nur er etwas leisten würde.

    Aktueller Stand:


    • er sieht ein, dass er ein Problem hat und dass es so nicht weitergeht. Er war vor kurzem selbstständig bei der Suchtberatung (Diakonie) und hat von sich aus eine E-mail bezüglich einer ambulanten Reha geschrieben.
    • am 2.11. ist erneut ein Gespräch bei der Diakonie, bei dem ich dabei bin


    Obwohl er erste Schritte macht, fällt mir das Zusammenleben unter einem Dach extrem schwer. Die ständige Abwehrhaltung, die Dauer-Gereiztheit und die Angst vor der Zukunft (Finanzen, Immobilie, Schutz unserer Tochter an meinem Arbeitswochenenden) zehren extrem an mir.


    • Wie habt ihr die Phase bis zum Beginn einer Therapie oder Reha unter einem Dach durchgestanden?
    • Wie schafft man es, sich abzugrenzen und die Dauer-Gereiztheit nicht persönlich zu nehmen?
    • Ab wann habt ihr für euch und euer Kind deutliche Konsequenzen gezogen?

    Ich freue mich über jeden Erfahrungsaustausch und Rückmeldungen von euch.

    Danke fürs Lesen!

  • Hallo Sou,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Es ist gut, dass Du den Weg zu uns gefunden hast. Denn das Zusammenleben mit einem Alkoholabhängigen wird im Laufe der Zeit immer schwieriger.

    Bald wird sich eine zuständige Moderatorin bei Dir melden, damit Du Dich dann im offenen Bereich austauschen kannst.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Sou83,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Leider ist es so, dass sich viele Geschichten der Angehörigen bei uns im Forum ähneln.

    Und es ist so, dass nur der Alkoholkranke die Sucht stoppen kann. Du kannst im Grunde nichts tun, nur dafür sorgen, dass es Dir besser geht. Wenn er Probleme hat hilft ihm der Alkoholkonsum auch nicht weiter, im Gegenteil - auf Dauer können Probleme noch schlechter angegangen und bewältigt werden. Das Gleiche gilt für Depressionen, die gehören in die Hände eines Arztes und verschlechtern sich eher durch den Alkohol.

    Einsicht ist schonmal gut, es müssen aber Taten folgen, z.B. eine qualifizierte Entgiftung. Es ist aber seine Aufgabe etwas an seiner Situation zu ändern, nicht deine. Ich habe irgendwann die Segel gestrichen weil ich das Leben mit ihm nicht mehr ertragen konnte. Einsicht war bei ihm auch da aber immer nur bis zum nächsten Absturz.

    Nun ist ja jede Geschichte anders aber ich bin der Meinung wenn man vom Partner nur hingehalten wird und nichts ändert sich sollte man überlegen ob man so leben möchte. Gerade wenn noch kleinere Kinder da sind haben die es verdient geschützt zu werden. Viele dieser Kinder leiden als Erwachsene immer noch weil sie so viele schlimme Dinge erleben mussten.

    Für den Austausch mit den anderen Teilnehmern klicke den folgenden Link an:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Anklicken und kurz etwas dazu schreiben.

    Wir werden Dich dann freischalten und Dein Thema in "Erste Schritte für Angehörige" verschieben.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Aurora 8. Oktober 2026 um 21:57

    Hat den Titel des Themas von „Partner mit Alkoholproblematik und vermutete Depression - Wie mit Dauer - Gereiztheit und Überforderung im Alltag umgehen?“ zu „Sou83 - Partner mit Alkoholproblematik und vermutete Depression - Wie mit Dauer - Gereiztheit und Überforderung im Alltag umgehen?“ geändert.
  • Hallo Sou,

    herzlich willkommen , ich hab dich freigeschaltet, du kannst dich jetzt hier überall austauschen. Mit einer Ausnahme, bitte schreibe die ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern , sie sind erkennbar an den roten Nicks.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

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