Hallo zusammen,
ich melde mich hier, weil ich aktuell an meine psychischen und körperlichen Grenzen stoße und Austausch mit Menschen suche, die Ähnliches durchmachen.
Zu unserer Situation:
- wir wohnen zusammen in unserem Haus (beide im Grundbuch - nicht abgezahlt) und haben eine 8 - jährige Tochter mit Entwicklungsstörung. Ich arbeite Teilzeit 50% in der Pflege und kümmere mich um den Bärenanteil von Haushalt, Kind udn Alltagsorganisation. Er arbeitet Vollzeit ca. 50Std. die Woche.
- Alkohol spielt schon seit mehreren Jahren eine Rolle, vor 2 Jahren auch mit Führerscheinentzug. Es gab zwischendrin immer wieder abstinente Phasen, aber zuletzt trank er wieder öfter, auch tagsüber mit deutlicher Wesensveränderung.
- seine Gründe für den Konsum sind die Überlastung und Anspannung im Job (Angst vor Kündigung), kein Ausgleich, da bei 50Std. die Woche keine freie Zeit mehr übrig bleibt, aller 14 Tage am Wochenende die Betreuung unserer Tochter - da ich am Wochenende auch arbeiten muss, Schlafmangel, fehlende Zweisamkeit (kein gutes Soziales Nerzwerk)
- ich vermute das er zusätzlich zu seinem Alkoholproblem eine Depression entwickelt hat - das sieht er genauso.
- er hat in letzter Zeit extrem schlechte Laune, bereits morgens ist er gereizt und nimmt gewöhnliche Alltagsaufgaben sofot als riesige Belastung wahr. Er lässt seinen Frust und Stress oft an mir ab und wirft mir vor, dass nur er etwas leisten würde.
Aktueller Stand:
- er sieht ein, dass er ein Problem hat und dass es so nicht weitergeht. Er war vor kurzem selbstständig bei der Suchtberatung (Diakonie) und hat von sich aus eine E-mail bezüglich einer ambulanten Reha geschrieben.
- am 2.11. ist erneut ein Gespräch bei der Diakonie, bei dem ich dabei bin
Obwohl er erste Schritte macht, fällt mir das Zusammenleben unter einem Dach extrem schwer. Die ständige Abwehrhaltung, die Dauer-Gereiztheit und die Angst vor der Zukunft (Finanzen, Immobilie, Schutz unserer Tochter an meinem Arbeitswochenenden) zehren extrem an mir.
- Wie habt ihr die Phase bis zum Beginn einer Therapie oder Reha unter einem Dach durchgestanden?
- Wie schafft man es, sich abzugrenzen und die Dauer-Gereiztheit nicht persönlich zu nehmen?
- Ab wann habt ihr für euch und euer Kind deutliche Konsequenzen gezogen?
Ich freue mich über jeden Erfahrungsaustausch und Rückmeldungen von euch.
Danke fürs Lesen!