Ein bisschen von mir... Meni

  • hallo meni!
    was hindert dich in eine SHG zu gehen? das forum könnte mir nie die SHg ersetzen denn da kann ich jeden in die augen sehen und spüre wärme anteinahme beisammen sein zuversicht mut und vieles mehr live.
    schreiben drückt manchmal mehr aus als ein ungesagtes wort,aber menschliche wärme spüre ich nur wenn ich im kreis der gruppe angenommen bin,sie mich mal in den arm nehmen und mir sagen es wird schon,mache weiter so du schaffst es schon. ich bin nach meiner ersten thera auch nicht in eine gruppe und dachte das schaffst du auch ohne. habe dann wieder gesoffen. bin nach meiner 2thera in eine gruppe wo heute noch meine krücken stehen. gehe regelmässig hin und nicht wegen des alkohols sondern wegen den menschen die dort sind. es ist leichter von einem turm zu springen wenn ich weiss dort unten im wasser sind welche die mich auffangen. ich bin hier im forum weil ich gerne betroffenen meine erfahrung mit alk wiedergebe aber auch die erfahrung anderer lese woraus ich noch lernen kann.

    denk nicht was kann mir passieren wenn ich in eine SHG gehe sondern mach es so schnell wie möglich.
    wirst dir dann sagen warum bin ich nicht schon früher hingegangen.

    herzlichst heinrich

    Der Mensch muss sich verändern wollen.
    Sonst ist jedes Bemühen sinnlos, jedes Wort zuviel und jede Anstrengung vergebens.

  • Hallo Heinrich,

    was mich sicher am meisten hindert, in eine SHG zu gehen, ist, dass ich (übrigens schon als kleines Mädchen) meine Gefühle schriftlich einfach besser ausdrücken kann. Daher ist es für mich so gut, dieses Forum gefunden zu haben.

    Ich habe in Berlin zwei verschieden Gruppen besucht, in meiner Heimat auch schon, aber es hat mir wirklich nichts gegeben außer Unbehaglichkeit, obwohl die Teilnehmer mich dort sehr nett aufgenommen haben.

    Außerdem haben mich dort viele Dinge, die ich gehört habe, seelisch total runtergezogen. Hier muss ich nicht weiterlesen, wenn ich merke, dass es mich vom eigenen Weg ablenkt.

    Ich habe ja in meinem Leben Menschen, die mich gern oder lieb haben, die mich drücken, mich anrufen und mir schreiben (oder eben umgekehrt), dafür brauche ich nicht unbedingt eine SHG (wenn ich mich auch für Dich freue, dass Du da so positive Erfahrungen mit gemacht hast - meine Mutter übrigens auch, sie ist seit rund 20 Jahren bei den AA und hat dort gute Freunde gefunden), so etwas ergibt sich ja meist bei gegenseitiger Sympathie (das mit dem Drücken).

    LG, Meni

  • Die letzten beiden Tage waren für mich nicht leicht. Das soll kein Gejammer sein, es ist eine Feststellung. Ihr habt Euch alle sehr bemüht, mir zu helfen, aber ich wusste vorgestern am Ende nur noch, dass ich nun erstmal sortieren muss. Was mir dabei sehr geholfen hat, war Freund's Leitdaden zur Nüchternheit - ehrlich und auch in der Diskussion so klar durchstrukturiert, dass ich einfach immer wieder hineinsehen musste. Ich erkannte dort Fehler, die ich gemacht habe, sah aber auch - und das hat mir übrigens auch sehr gut getan - was ich bereits richtig mache. Dort werde ich mir auch immer wieder Ansporn holen, mich orientieren, falls ich unsicher bin.
    Ich habe, besonders wenn ich Azubis zu betreuen hatte, festgestellt, dass Menschen unterschiedlich erklären und unterschiedlich zuhören. Wenn ich merkte oder mir gesagt wurde, dass der Azubi eher ungeeignet sei, dass er einfach nicht kapiert, was man von ihm will, habe ich, nach Absprache natürlich, den Ausbildenden gewechselt. Und siehe da: Es klappte plötzlich, und der Azubi kapierte nicht nur, sondern blühte auf, bekam Zugang zur Materie, und manch einer, der als ungeeignet erschien, ging sogar mit Bestleistungen aus diesem Ausbildungsabschnitt heraus - ein toller Erfolg für Ausbilder und Azubi. Vielleicht geht es mir mit Freund's Thread ein bisschen so wie meinen Azubis.

    Den Anstoß, dass ich nicht mehr trinken wollte, gab mein Freund, er ist kein "guter" Co, hat sich das eine Weile angesehen und hat mir dann die Pistole auf die Brust gesetzt: Ich konnte mich für den Alkohol oder für ihn entscheiden. Mir selber stank es ja auch, ich konnte mich selbst nicht mehr leiden. Damit begann also der Eiertanz zwischen meiner Beziehung und dem Trockenwerden, das eine schien mir ohne das andere nicht zu gehen.

    Nun, trotz zweier Rückfälle seit Anfang November wuchs in mir immer mehr der Wunsch heran, ohne Alkohol zu leben, egal, wie es kommt, weil ich mich immer wohler fühle. Ich begann, weil ich meine Beziehung retten wollte, tu es mittlerweile aber für mich. Mit anderen Worten, und dabei auf Freund's Leitfaden zur Nüchternheit zurückzugreifen: Ich bin sicher, dass, falls es, so unerträglich mir der Gedanke auch ist, zu einer gänzlichen Trennung zwischen meinem Freund und mir kommen sollte, sehe ich mich vor meinem inneren Auge auch dort nüchtern weitergehen. Ich konnte vieles von dem, was mir hier gesagt wurde, noch nicht umsetzen, obwohl ich glaubte, es verstanden zu haben, bin ja auch noch in alte Verhaltensmuster verstrickt, aber das wird schon, ich stehe ja erst am Anfang. Die Regeln zum Nüchternwerden stehen ja hier, die Arbeit an mir selbst kann ich darauf aufbauen.

    Wenn ich zurückblicke, hat sich in den letzten Monaten trotz Schwierigkeiten (Trinken ist wirklich einfacher als die Arbeit an sich!) schon so viel zum Guten gewandt, das ist einfach toll und ich möchte es nicht mehr missen.

    Meine Mutter, die ja nun seit rund 20 Jahren trocken ist, vergleicht das Leben oft mit einer Straße. Ich habe noch einen langen Weg vor mir, und ich bin noch kein sicherer Fahrer. Was ich nun lernen sollte ist, vor den Kurven abzubremsen statt Gas zu geben und übers Ziel hinauszuschießen, wie ich es ja so gern mache. Also kleine Schritte, Teilziele setzen, dann stolpert es sich hoffentlich nicht wieder so leicht.

  • Heute schreibe ich wieder mal ein bisschen mehr, dies und das an Gedanken möchte heraus (ich konnte mich auf diese Weise schon als Kind sehr gut sortieren und auch Sorgen und Ängste loswerden).

    Heute habe ich mit meiner Mutter (20 Jahre AA und trocken) telefoniert, wollte wissen, wie es ihr geht. Es geht ihr nicht so gut. Sie hat sich von ihrer ersten Hüft-OP noch nicht soweit erholt, dass sie wieder wie mit 20 durch die Gegend hüpfen kann und gnattert herum, will arbeiten und Rad fahren und überhaupt (sie ist fast 70, die Ärzte sagen, sie ist weit vor der Zeit am Heilen) und auch im Fitness-Studio kann sie noch nicht alle Übungen machen, die sie möchte. Gleichzeitig hadert sie damit, dass Menschen, die nicht mehr trinken wollen, die Arbeit in der Gruppe scheuen. Dafür möchte ich gern einen neuen Thread aufmachen, das finde ich für mich selbst interessant. Ich kopiere hier einiges einfach mal, möchte das aber soweit hier stehen lassen, weil es mir für meine eigene Weiterentwicklung notwendig erscheint. Meine Mutter ist ja nicht ganz unwichtig für mich, ich habe mich als Co sehr spät gelöst und bade förmlich darin, wie sie sich entwickelt, es tut mir so gut, das löst alte Krusten innerhalb der Familie. Klar hat sie ihre Schrullen, aber je mehr ich mich meiner Trockenheit widme, desto mehr kann ich familientypische Macken annehmen - die sich nämlich sehr von den unangenehmen Eigenarten unterscheiden, die man unter Alkoholeinfluss entwickelt...

  • Run auf Psychotherapieplätze, die wöchentlich frei werden könnten: Dauerbesetzt, auch mit Wahlwiederholung nur eine Hoffnung, Gut, das ich mich bei den Thearpeuten weiterhin auf die Wartelíste hab setzen lassen... :(:roll:

  • Hallo Meni,

    mal von mir ein paar Worte.

    Für einen anderen Menschen trocken werden zu wollen, klappt nie, aber das hast Du ja mittlerweile erkannt.

    Das Dein Partner hier mitliest, halte ich für nicht gut, denn wie willst Du so weiterhin unbefangen schreiben, unterliegt es doch einer Art Zensur.

    Ich hatte auch den Eindruck, das Du hier Partnerschaftsproleme lösen wolltest oder willst, ich denke, da ist hier einfach der falsche Ort. Da wäre wohl eine Paartherapie angebrachter.

    Wir sind hier ja keine Paartherapeuten, sondern "nur" Alkies. Sicher haben wir auch alle mal Probleme in unserer Partnerschaft, können uns hier auch darüber mal beraten, aber an erster Stelle geht es hier um UNS und UNSERE Trockenheit. Alles andere kommt an zweiter Stelle.

    Du mußt an Dir arbeiten, die Partnerschaft ist eine andere Baustelle. Sicher geht das eine in das andere über, aber trotzdem solle hier Deine Arbeit nur Dir gelten.

    Hast Du schon einmal daran gedacht, in den Geschlossenen Bereich zu wechseln ? Da kannst dann nur Du lesen und schreiben, ohne das es Dein Partner lesen kann, ich denke, das wäre besser für Dich.

    In SHG sitzt ja auch nicht der Partner neben Dir, das kann einfach nicht erwünscht sein, weil dann der Betroffene nicht offen reden kann. Das ist aber sehr wichitg.

    LG an Dich
    Lilly

  • Hallo Lilly,

    auch darüber werde ich nachdenken, obgleich meine offene Rede eher daran haperte, dass ich manche Dinge einfach nicht ins Net stellen wollte, da wäre der geschlossene Bereich evtl. doch die bessere Lösung. Ich weiß im Moment einfach nicht, welche Lösung für mich die richtige ist, ich möchte mir dafür auch Zeit lassen. Viele Gedanken kommen erst jetzt zum Vorschein, nachdem Ruhe in mein Innerstes einkehrt.

    Mit meinem Partner hat das nichts zu tun, mein Freund hat hier übrigens auch schon seit längerer Zeit mitgelesen, mit meinem Einverständnis, ich habe mich dadurch nie befangen gefühlt oder meine Wortwahl darauf abgezielt, habe ihn zu jeder Zeit, wenn er es denn wollte, mit einbezogen. Seine Fragen haben mich sehr oft angeschoben. Er respektiert es von sich aus, dass dieser Bereich schreibmäßig ausschließlich den Betroffenen gehört und hat sich auch von sich aus bereits zurückgezogen und auch schon in all den Wochen zurückgehalten. Ich war ja noch ganz durch den Wind.

    LG, Meni

  • Ich stelle gerade fest, dass ich noch die Hälfte meines Urlaubs vor mir und schon fast alles von dem, was ich mir vorgenommen hatte, erledigt habe. Ein gutes Gefühl. Heute geht es zum nächsten Vermieter, mal sehen, was er mir so anbieten kann. Schön, dass ich durch das konstante Training mittlerweile so gut zu Fuß bin, ich flitze hier zeitweise wie ein Rennkuckuck durch die Stadt... :P

    Wir haben derzeit Besuch aus Frankreich und haben viel Spaß, weil unsere Sprachkenntnisse gegenseitig mit vielen Gesten, Zeichnungen usw. ergänzt werden müssen. Mein Französisch ist sehr eingerostet und unvollkommen, aber zu Hause hilft dann Google weiter, wenn auch die Übersetzungen, die dort gemacht werden, manchmal sehr zur Erheiterung unserer Unterhaltungen beitragen. Nachher wollen wir zum Wochenmarkt gehen, der donnerstags immer besonders schön ist. Das Kochen ist diese Woche besonders interessant (für mich als auch für unseren Gast :D ), aber für alle Fälle habe ich eine große Schüssel mit Keksen und eine Platte mit Obst, die täglich aufgefüllt wird, aufgestellt, so dass der junge Mann nicht verhungern muss, falls ihn meine Küche doch nicht so sehr begeistern sollte, wie er es sich und ich es mir erhofft/e... :D:wink::P

    LG, Meni

  • Ich bin heute irgendwie von Dankbarkeit erfüllt, das war gestern auch schon so, ich kann das gar nicht beschreiben. Wisst Ihr, was Ihr mir geschrieben habt, hat mir deutlich gemacht, welch ein Glück ich tatsächlich bloß hatte, als ich mit der Weinflasche so leichtsinnig gewesen bin, das war unnötig und hätte bannig ins Augen gehen können. :shock:

    Eben habe ich allerhand erledigt, habe unter anderem ein paar Wohnungen besichtigt, alle wunderschön, doch leider nicht vor August fertig saniert. :( Ich werde unseren jetzigen Vermieter also weiterhin anrufen und nach aktuellen Wohnungsangeboten fragen und mich weiter umsehen.

    Dann war ich einkaufen. Normalerweise gehe ich ja nach Feierabend einkaufen und war in diesen Tagen daher ziemlich erstaunt, als ich feststellte, wie viele der Leute aus der Nachbarschaft, die abends dort ihren Schluck holen, morgens schon wieder Nachschub besorgen. So lange ist es noch gar nicht her, dass ich selbst dort stand mit meiner Flasche Wodka zwischen den Salatköpfen, immer in banger Erwartung, dass jemand aus dem näheren Freundeskreis meinen Konsum bemerken oder mich darauf ansprechen könnte, so nach dem Motto: "Ach, Frau Vonundzu, hatten Sie nicht gestern schon ne Flasche Schnaps auf dem Laufband liegen...?" Oder vielleicht einfach nur die Augenbrauen hochgezogen hätten... Auch meine Nachbarn stehen dort in dieser eigenartigen Peinlichkeit, den Kopf gesenkt, die gerötete Haut, in der Hoffnung, dass ich sie nicht bemerke. Haben sie mich im Herbst nicht noch ganz anders angesehen (und haben sie mich da nicht überhaupt angesehen?), wie in heimlicher Verschwörung, oder kommt es mir nur so vor? Warum ist mir vorher nie aufgefallen, wieviele Bierflaschen mein freundlicher Nachbar jeden Tag runterschleppt, ein paarmal am Tag. Habe ich selber auch gedacht, es merkt keiner?

    Ich fühle in mir drin so eine kleine Freude, wie ein winziges Lachen im Bauch, das hüpft wie ein kleines Kind und mich diese Dinge wahrnehmen lässt. Ich habe, als ich heute die ganzen Wege zu Fuß gelaufen bin, fast jeden einzelnen Schritt wahrgenommen, die Krokusse gesehen, habe den Menschen ins Gesicht geguckt und darüber gestaunt, wie viele Menschen mir zulächeln. So kleine Dinge...

    Meni

  • Hallo Menimann,

    hm...als ich dich gerade so las kam mir gleich der Gedanke:
    "Man,man...was für ein arroganter Mensch steckt da wohl hinter"....sorry wenn ich mich täusche aber du machst wirklich,für MICH,den Eindruck!
    Deine Post`s sind fast nur gegen die Moderatoren und dem Admin gerichtet.
    Kannst du keine Kritik vertragen?
    Alle "alten Hasen" wollen weder Meni noch dir was schlechtes.......sie schreiben/helfen hier und berichten von ihren Erfahrungen....nicht mehr und nicht weniger!!!!

    Du schreibst:


    Zitat

    [quote]meni hilfreich zur seite stehen zu können..abgesprochen wird..nur weil ich nicht die erfahrungen von alkoholkranken menschen am eigenen leibe gespürt habe

    Genau so ist es....du kannst dir noch SO VIEL Mühe geben....wer es nicht SELBER erlebt hat wird "uns Alkis" nie RICHTIG verstehen!!!


    Lieben Gruß
    Kijara

    Ohne Alkohol seit 20.08.06

  • Hallo menimann,

    möchte hier noch einmal ein paar Worte loswerden, bevor ich mich hier endgültig ausklinke, denn ich kann hier nicht helfen.

    Zitat

    lilly, das thema partnerscharftsbewältigung seitens meni ist doch schon vor einiger zeit beendet worden...

    Sorry, aber das seh ich vollkommen anders, ich sehe hier nur, das es immer an erster Stelle um Eure Beziehung ging, danach kam irgendwann die Arbeit um Meni`s Trockenheit. Andersherum wird aber nur ein Schuh daraus.

    Zitat

    und das ich hier mitlese und ab und an schreibe ist von meni auch gewollt...*schmunzel* und ich zensiere hier auch nicht...weder meni..noch andere...

    Sorry, auch das seh ich vollkommen anders. Auch aufgrund meiner Erfahrungen hier, die jüngste gerade heut früh gemacht, wo sich eine Tochter einer Betroffenen hier von ihrer Mutter zensiert fühlte, weil ihr ihre Wortwahl nicht gefiel. Du kannst doch hier gern im CO-Bereich schreiben, was immer Du magst, HIER ist aber Menis Platz, NICHT DEINER ! Leider funktioniert das aber auch nur in wenigen Fällen, aber einen Versuch ist es sicher allemal wert.
    Eine "Zensur" kann auch unbewußt stattfinden durch Mimik, Gesten etc.
    Auch ist es wichtig, sich abzugrenzen, das kann Meni aber nicht, solange Du hier sogar in ihrem Thread rumwuselst. Das geht MEINER MEINUNG nach GAR NICHT!

    Zitat

    @karsten...ich kann leider nicht nachvollziehen..was an meinen hinweisen betreffend meni missverständlich sein soll...

    Dann gilt es das zu klären.

    Zitat

    im übrigen, als moderator wäre es deinerseits auch nicht das schlechteste gewesen..dante's beleidigungen nicht einfach zu tolerieren...wenn der sonst fleißige schreiber selber nich den dings in der hose hat..mal zu schreiben...sorry, war verkehrt...

    Der Schreiber dieses Beitrages wurde bereits editiert. Er war wohl sehr verärgert und hat sich im Ton vergriffen, aber wir sind hier alles nur Menschen. Wenn er es nicht tut, möchte ich mich dafür an dieser Stelle entschuldigen.

    Zitat

    ansonsten ist es einfach nur schön..zu erleben...wie meni rumwirbelt... :D wie so manche schwermut abfällt...und sie allerlei dinge geordnet bekommt...klasse

    Rumwirbeln ist das schlechteste, was Meni zur Zeit gut tut. Wenn sie gerade viel Energie hat, sollte sie die nun endlich für ihre Arbeit an ihrer Trockenheit einsetzen, stellt sie diese nicht JETZT mal an erste Stelle, wird ihr vom vielen Rumwirbeln ganz schwindelig. NICHT GUT für sie.
    Klasse, das sie Dinge geordnet bekommt und Schwermut abfällt, TROTZDEM steht an erster Stelle die Arbeit an ihrer Trockenheit.

    Liebe Meni, entschuldige bitte, das ich hier von dir in der dritten Person geschrieben habe, aber diese Zeilen sind wirklich ausschliesslich an Deinen Partner-Noch-Partner oder wie auch immer gerichtet, blick da nicht so recht durch.

    Lg
    Lilly

  • Hallo Lilly,

    das passt schon. Viele Dinge sind in der letzten Zeit an ihren Platz gerückt, und dazu haben viele Menschen beigetragen. Ihr hier. Mein Freund. Seine Familie. Meine Familie. Und auch ich selbst. Ich werde meinen Charakter nicht ändern, aus einem Sperling wird nun mal keine Nachtigall, aber lernen kann ich wohl. Und das will ich auch. Ich habe hier jeden Beitrag sehr gründlich überdacht, oft überschlafen. Dass mein Freund sich hier äußert, hat mich sehr überrascht, aber warum nicht? Auch mein bester Freund liest hier mit, wenn er sich äußern wollte, hätte ich damit kein Problem. Ein Problem habe ich eher mit Schweigen, mit dem Gefühl, an die Wand zu laufen, mit dem "Ocean-Feeling", Gleichgültigkeit - und das sind doch auch die Dinge, die ich meinen Mitmenschen durch die Sucht selbst gab :oops: ...

    Es ist gut, dass ich in die Therapie gehe - mein, wie ich anfangs schon sagte, massiv mangelhaftes Selbstwertgefühl verhinderte, unterstützt durch den Alkohol, dass ich mich öffnen oder selbst Gutes annehmen konnte. Es ist unglaublich, wie hier die Arme aufgingen und ich aufgefangen wurde! Meine Leute hier standen dem Forum erst sehr skeptisch gegenüber, warum auch nicht, merkten dann aber, dass mir die Arbeit hier beim Trockenwerden half. Irgendwann war ich soweit, dass ich mich auch hier zu Hause wieder öffnete und freue mich, dass meine Familie sich auch langsam wieder wohl fühlt. Als Alkoholikerin habe ich ihnen in vielerlei Hinsicht die Sicherheit geraubt. Mir ist klar, dass ohne Arbeit an mir und ohne den Wunsch, etwas in mir drin etwas zu bewirken, nichts geht. Aber ich empfinde mich auch als Teil eines Ganzen, ich wäre nicht ich, wenn ich die Menschen, die ich lieb habe, ausgrenzen würde.

    Mit ganz viel Dankbarkeit und Wärme

    Meni

  • Hallo Astrid,

    hier liest im offenen Bereich die ganze Welt mit - warum nicht Dein Mann oder mein Freund? Und wieso heimlich, wenn es ein offenes Forum ist? Ich bereue nichts, es hat mir so geholfen, auch wenn meine Leute manchmal total sauer auf mich waren und ich nicht immer gerecht wahr. Ich brauchte Hilfe, war noch nicht trocken, konnte mit meinen Gefühlen überhaupt nicht umgehen. Hier kam ich zur Ruhe, meine Leute freut das auch, und ich sehe keinen Grund, sie auf meinem Weg zur Trockenheit plötzlich auszugrenzen. Ich schreibe, wie mir der Schnabel gewachsen ist, da gibt es keine Zensur oder ein Zurücknehmen, entweder, ich sage, was ich denke, oder ich lasse es bleiben. Hier kann ich mich nur oft besser sortieren, dennoch will ich nicht hinter dem Rücken meiner Mitmenschen reden, das wäre nicht ich.

    Nun möchte ich meine Leute aber nicht mehr so reinziehen, weiß ja, dass es vor allem an meinem gestörten Selbstwertgefühl liegt, wenn ich mich aufrege.

    Also, bei mir ist das so, dass alles, was ich hier schreibe, ich auch vor meiner Familie vertrete. Sie waren manchmal total sauer auf mich, weil ich auch nicht immer gerecht war, und ich stand auch oft mit rotem Kopf da, weil ich eben besser schreiben kann, als in meiner Küche zusammengefaltet zu werden, aber ich stehe zu jedem Wort, und ich sehe noch immer keinen Grund, die Dinge hinter verschlossener Tür zu betreiben. Das übt sich mit jedem Tag der Trockenheit, wie oft kann ich über manches schon lachen, das mich vor wenigen Wochen noch in Depressionen gestürzt hat! Vielleicht kommt es daher, weil ich seit meiner Kindheit soviel Unterdenteppischschaufelei gesehen habe. Ich kann nicht mal Gardinen leiden. Das sind ganz alte Gefühle, die da in Bewegung geraten sind. Warum sollte ich meine leute ausschließen, während halb China alles mitlesen kann?

    Dante und mein Freund sind zwei erwachsene Männer, die beide selbst miteinander zurecht kommen.

    Ein ziemlich sachliches Statement mit liebem Dank für Dein Interesse, Astrid. Ich kann nur für mich sprechen und wünsche Dir, dass es auch Dir möglich ist, Deine Gefühle langsam zu sortieren.

    Ich umarme Dich lieb,

    Meni

  • In den letzten Tagen stelle ich eine seltsame gelassene Heiterkeit in mir fest, eine Ruhe, die mir gleichzeitig Kraft schenkt, ganz viele Dinge zu schaffen und zu regeln. Vielleicht liegt es daran, dass ich erkannt habe, dass ich wirklich für mich selbst nüchtern bleiben möchte. Das rückt Einiges in eine andere Perspektive und führt so manch einen Kampf ad absurdum. Ich sehe die Dinge, die ich durch den Alkoholmissbrauch hervorgerufen habe und die Möglichkeiten, das eine oder andere vielleicht wieder gut zu machen. Ich sehe, dass ich im Kleinen viel bewältigen kann, aber auch, dass vieles von dem, das ich tue, ausschließlich für mich eine Bedeutung hat. Und ich fühle mich so dankbar für jeden Tag, an dem ich nicht trinken muss. Ich fühle mich glücklich, ganz tief in mir drinnen.

    Meni

  • Heute Abend war ich nach langem Zögern zum ersten Mal in der hiesigen Gruppe der Anonymen Alkoholiker. Ich habe auch von dort schon heute einiges mitgenommen und werde nun jeden Freitag dorthin gehen. Ich bin sehr erschöpft, fühle mich aber sehr wohl. Diese dankbare Freude, die ich seit einigen Tagen über jede Stunde, in der ich nicht trinken muss, empfinde, hat sich dort heute Abend noch verstärkt. Ich möchte dieses Gefühl nicht mehr missen.

    Meni

  • Vor einigen Tagen dämmerte es mir, dass es für mich nicht nur aussichtlos ist, gegen den Alkohol kämpfen zu wollen, mir wurde klar, dass ich gegen sehr viele Dinge gekämpft hatte: Ich konnte mich selbst nicht annehmen, weil ich, wie Hobbit es so treffend ausdrückte, gegen die Gespenster der Vergangenheit kämpfte. Ich kämpfte gegen die Gespenster meiner Eltern, von denen ich doch aber jeweils 50 % meiner Gene geerbt habe. Daher mochte ich mich selbst nicht annehmen, hasste bestimmte Charakterzüge an mir oder die Art, etwas zu tun, und wenn jemand mich kritisierte, brach das bisschen Gerüst von Wertgefühl, das ich mir über die Jahre mühselig aufgebaut hatte, zusammen.

    Ich merke seit einigen Tagen, dass ich beginne, mich selber anzunehmen. Das erkannte ich auch daran, dass ich Eure Kritik nicht persönlich nahm. Ich fand den Ton nicht besonders gut, aber ich nahm mir den Inhalt, drehte und wendete ihn, und sah die Hilfe, die darin steckte.

    Ich erkannte es auch daran, dass ich mich nicht mehr deprimiert fühle bei dem Gedanken an die räumliche Trennung von meinem Freund. Traurig ja, aber das ist etwas anderes. Es zog mich nicht mehr herunter. Was würde es mir nützen, wenn nur einer glücklich ist, wenn wir zusammenleben? Es ist ok.

    Ich begriff, dass ich die Welt nicht ändern kann, dass ich mir aber sehr wohl meinen Platz darin suchen kann, dass ich selbst entscheide, wie zufrieden ich sein will, ob ich trinken will oder was für mich gut ist.

    Ich verstand, dass ich mich durch den Alkohol betäubt hatte, weil ich mich selber nicht leiden konnte. So etwas ist auch wirklich nur schwer zu ertragen :D . Aber nüchtern gefalle ich mir zehnmal besser, ich fange langsam an mich zu mögen - und dieses Gefühl ist ziemlich fabelhaft.

    Ich fühle mich nicht euphorisch, sondern innerlich ruhig, froh und dankbar. Oh, wie lange habe ich mich nach dieser inneren Ruhe gesehnt, und nun ist sie da. Einfach so, wie es scheint.

    Nächste Woche fahre ich mit jemendem aus der Gruppe in ein Meeting, in dem man etwas über Rückfälle lernen kann, wie man lernen kann, ihre Vorboten wahrzunehmen u.ä.

    Tja, so fühle ich mich in diesen Tagen.

    Allen ein schönes, trockenes und sonniges Wochenende.

    LG, Meni

  • Hallo Meni,

    du schreibst: Nächste Woche fahre ich mit jemandem aus der Gruppe in ein Meeting, in dem man etwas über Rückfälle lernen kann, wie man lernen kann, ihre Vorboten wahrzunehmen u.ä.

    Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.
    Ich habe mich seinerzeit nur mit aktiver Trockenheitsarbeit beschäftigt, mein Leben aktiv neu gefüllt, damit habe ich gegen Rückfälle gearbeitet.
    Einen Notfallplan bei Saufdruck kann man auch im Portemonnaie haben, gewisse Verhaltensvorgaben.

    Nutze deine Zeit sinnvoller, aber wie du meinst.

    Gruß, Freund.

  • Hmmmmmm, also ich finde es gar nicht schlecht, wenn Meni da hinfährt.
    Vielleicht braucht sie diese reale Anleitung um sich noch sicherer zu fühlen?! Lesen ist unbestritten gut, aber direkt eine Antwort zu bekommen und im Gespräch zu diskutieren, ist für manche - mich eingeschlossen - das I -Tüpfelchen.

    Sicher gibt es keine Anleitung à la
    1.
    2.
    3.
    und dann ist die Gefahr gebannt!
    Aber sich sicherer zu fühlen, ist doch eigentlich erstrebenswert, oder sehe ich da was falsch?!

    Grüßle
    Heike

  • Hallo Karsten,

    mit deiner Aussage kann ich was anfangen. Das sehe ich genauso! Es bringt nichts, sich mit Eventualitäten rumzuschlagen und dadurch vielleicht unbewusst das Positive zu untergraben. Mit deinen Worten kann ich mich identifizieren, besonders den Aspekt, dass wenn man sich von seiner Sucht wirklich lösen will, egal von welcher, ein Rückfall enfach nicht zur Debatte steht!

    Hallo Freund,

    ich denke schon, dass ich des gleichzeitigen Lesens und Verstehens mächtig bin. Was mir unklar war, habe ich hinterfragt und auch Antwort bekommen. Danke der Nachfrage :wink:

    Schönes Wochenende allerseits

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