Erfahrungswerte - und wie wendet man das Gelernte an?

  • Danke Ayki *lächel*

    Poh, ich wusste bis heute nicht, wie schwer es ist, Mülltonnen vor die Tür zu stellen *ächz*....lauter solche Kleinigkeiten, die immer mein Mann erledigte...über welchen Kleinkram man plötzlich stolpert *staun*...

    Am Schlimmsten ist momentan die Ungewissheit wie es ihm geht.... hätte ich nicht gedacht, auch dieses "pff, dann zieht er halt aus" war irgendwie ganz schön großkotzig von mir, finde ich mittlerweile..... :roll:

  • Hallo Heike,

    mach Dir keine Sorgen, er ist in guten Händen. 3 Tage Kontaktsperre sollen ihm helfen, dass er durchhält. Würde er Deine Stimme am Tel. hören, könnte er aufgeben. Außerdem soll er sich ganz auf sich selber konzentrieren. Den Entzug annehmen und durchstehen.

    Die Familie wird auch nicht gefördert beim Entzug. Da geht es ausschließlich um den Kranken. Es sind nur 3 Tage Heike - die gehen rum.

    Bis dahin versuch mal ein bisken zu entspannen. Mach einfach Dinge für Dich die Du sonst nicht getan hast.
    Mit viel rumgrübeln kann man sich auch leicht reinsteigern. Also lenk Dich ab - tu Dir Gutes und nebenbei wirste entdecken, was so alles in Dir steckt :wink:

    LG
    Diandra

    Mögen alle meine Fehler sich auf ihre Plätze begeben und möglichst wenig Lärm dabei machen.

    Überwältigend was geschehen kann,
    wenn sich die Fingerspitzen zweier Menschen
    ganz leicht berühren,
    am richtigen Ort
    und zur rechten Zeit!

  • Guten Morgen, oder vielmehr Hallo....*uhrguck* weia, ist das spät...

    Danke für die Aufmunterung Diandra, ich musste gestern echt viel an dich denken....
    Irgendwie komm ich mir total belämmert vor.
    Im Verlauf dieser Krankheit stehe ich so oft alleine da und irgendwie ist auch kein Ende in Sicht. Irgendwann musste ich die Aufgaben meines Mannes auch übernehmen, damit das hier funktioniert und bekomme vorgeworfen, er wäre nur so "abgestürzt" weil ich arbeiten gehe und er zuhause bleibt. Das frisst an mir und meinen Nerven. Ich habe gestern ein langes Gespräch mit seinem Bruder gehabt, übrigens das erste überhaupt.....mein Schwager hat mir gesagt, dass es garantiert an der Langeweile liegt, die meinen Mann tagsüber so gefangen hält. Ich habe daraufhin geantwortet, dass mein Mann durchaus genug zu tun hat in einem 6 Personen Haushalt, aber dass ich, wenn ich heimkam, seinen Part auch noch übernehmen durfte, weil er sich einfach um nichts kümmern konnte. Und außerdem seien 4 Mio Menschen ohne Job und nicht jeder würde in die Sucht verfallen - der Alkoholismus muss woanders seinen Ursprung haben.
    Jedenfalls frage ich mich langsam, wo ich bei der ganzen Sache bleibe?! Mein Mann musste sich in der nassen Zeit um nichts kümmern -nicht, dass ich es nicht gewollt hätte, nur hat er es meistens versaubeutelt. Nicht absichtlich, aber trotzdem war das Ergebnis gleich -, im Entzug wird er abgeschirmt, darf zur Ruhe kommen, während ich mir wieder den Hintern aufreißen muss, damit auch ja alles seinen Gang geht. Nach dem Entzug bekommt er alle Unterstützung um gesund zu werden und ich kann sehen, wie ich die letzten Jahre verarbeite - Ich tu mir gerade furchtbar selbst Leid und das ist gut so....
    Ich kann nu echt kein "kneif die Arschbacken zusammen, immerhin ist er krank und du gesund und denk dran, dass es eine tödliche Krankheit ist -also stell dich gefälligst nicht so an !" brauchen, auch wenn s gut gemeint ist und vermutlich auch richtig. Ich komm mir wirklich überfordert vor und zum ersten Mal seit 6 Jahren kullern Tränen....

    Micha, nein, ich hab ehrlich gesagt, beschissen geschlafen, leide unter Schlaflosigkeit und heulendem Elend - und weiß nicht mal warum.....Immerhin sollte es nun aufwärts gehen und ich sollte positiv denken, aber stattdessen überkommt mich so eine Art Endzeitstimmung und ich flenne mich so richtig aus. Soll ja helfen, sagt meine Freundin.... passt aber nicht zu mir, sage ich...
    Und weil es heute eh ein bescheidener Tag ist, habe ich Flöhe bei meinem Hund festgestellt, warte gerade mal wieder auf den einsatzbereiten Dampfreiniger und als ich ins Bad ging, ging mir eine Glühbirne kaputt. Na und? Nu ja, eine Glühbirne von so einer Lampe, wo man erstmal alles abschrauben muss, um an die Birne zu kommen....Bis ich das Werkzeug zusammen hatte.....

    Habe eben besuch bekommen und schreibe nachher weiter

  • da bin ich wieder.....

    Den Dampfreiniger hab ich gehimmelt, mein Bett habe ich zusammengeschraubt - per Hand,w eil ich diesen dämlichen Aufsatz für den Akkuschrauber nicht gefunden hab und mein Mann hat angerufen...
    Ihm gehts gut, das Zittern blieb aus, er hat vom Schwesternzimmer aus angerufen und die Schwester hat
    a. zugehört
    b. dazwischen gequatscht

    Jedenfalls soll ich ihm essen mitbringen, am Mittwoch kommt er vermutlich heim, und ich habe gesagt, dass ich die Kinder vermutlich nicht mitbringe, weil ich ihnen die Psychiatrie ersparen will. Er meinte, er darf die Station verlassen.
    Dann ging es um die Besuchszeiten und er redete wieder nur mit der Schwester und dann " Du kommst dann um 13 Uhr?!"...ich hatte gar nicht mitbekommen, dass er mit mir sprach und auf Nachfrage sagte ich, dass ich nichts verspreche. Er wollte dann auch nicht so lange telefonieren -ich auch nicht,weil ich zu dem Zeitpunkt wohl mehr eine Belastung als Hilfe war und nun warten wir bis Samstag.
    Die Kinder möchten mit fahren und mir gehts wieder besser....

  • Hallo Heike,

    Zitat

    Im Verlauf dieser Krankheit stehe ich so oft alleine da und irgendwie ist auch kein Ende in Sicht. Irgendwann musste ich die Aufgaben meines Mannes auch übernehmen, damit das hier funktioniert und bekomme vorgeworfen, er wäre nur so "abgestürzt" weil ich arbeiten gehe und er zuhause bleibt. Das frisst an mir und meinen Nerven. Ich habe gestern ein langes Gespräch mit seinem Bruder gehabt, übrigens das erste überhaupt.....mein Schwager hat mir gesagt, dass es garantiert an der Langeweile liegt, die meinen Mann tagsüber so gefangen hält. Ich habe daraufhin geantwortet, dass mein Mann durchaus genug zu tun hat in einem 6 Personen Haushalt, aber dass ich, wenn ich heimkam, seinen Part auch noch übernehmen durfte, weil er sich einfach um nichts kümmern konnte. Und außerdem seien 4 Mio Menschen ohne Job und nicht jeder würde in die Sucht verfallen - der Alkoholismus muss woanders seinen Ursprung haben.

    Das gleicht so dermaßen meinen früheren Aussagen, dass ich das Gefühl habe ich les grad nochmal in meinem Thread.
    Auch wenn es schwerfällt, z. T. ist es tatsächlich so, dass er unterfordert war, obwohl er wesentlich mehr hätte tun können. Hausmänner leiden unter Minderwertigkeitskomplexen, kennen meist niemand zum Austauschen der in der selben Situation steckt und fühlen sich nicht gut dabei.
    Klar - nicht jeder trinkt deswegen - aber unsere Männer trinken nunmal - es ist also müßig den Rest der Welt als Vorbild hinzustellen :wink: Vor allem ist diese Situation auch nur ein Teilaspekt. Sicherlich spielen noch andere Faktoren eine Rolle.

    Zitat

    Jedenfalls frage ich mich langsam, wo ich bei der ganzen Sache bleibe?! Mein Mann musste sich in der nassen Zeit um nichts kümmern -nicht, dass ich es nicht gewollt hätte, nur hat er es meistens versaubeutelt. Nicht absichtlich, aber trotzdem war das Ergebnis gleich -, im Entzug wird er abgeschirmt, darf zur Ruhe kommen, während ich mir wieder den Hintern aufreißen muss, damit auch ja alles seinen Gang geht. Nach dem Entzug bekommt er alle Unterstützung um gesund zu werden und ich kann sehen, wie ich die letzten Jahre verarbeite - Ich tu mir gerade furchtbar selbst Leid und das ist gut so....
    Ich kann nu echt kein "kneif die Arschbacken zusammen, immerhin ist er krank und du gesund und denk dran, dass es eine tödliche Krankheit ist -also stell dich gefälligst nicht so an !" brauchen, auch wenn s gut gemeint ist und vermutlich auch richtig. Ich komm mir wirklich überfordert vor und zum ersten Mal seit 6 Jahren kullern Tränen....

    Auch hier erkenne ich mich wieder - fast genauso habe ich es ausgedrückt. Man ist wütend auf alles und Jeden und besonders auf den Partner.
    Ein bißchen bemitleiden darfst Du Dich Heike *Dich.mal.umärmel* - aber glaube mir, uns gehts trotzdem bei weitem besser. Dies ist erst der Anfang Heike, wie wird es weitergehen ? Was genau habt ihr nach dem Entzug vor ?

    Wenn er den Entzug hinter sich hat, dann wird er die ersten Tage zu Hause ziemlich unsicher sein. Er hat das Gefühl er wird nicht mehr geschützt und das ist auch nicht sehr einfach.

    Wein Dich ruhig mal aus - das alles kostet eine Menge an Kraft und auch wenn er im Entzug war ist danach nicht alles in Ordnung und man geht zur Tagesordnung über.

    Mach jetzt einfach Dinge die Du sonst immer hinten angestellt hast.
    Ich zum Beispiel war und bin "Herrin der Fernbedienung" :wink: - dabei war ich noch nie wild auf fernsehen *ggg* - trotzdem hab ichs genossen.

    Heike, ich wünsche Dir das ihr den richtigen Weg eingeschlagen habt. Bleib weiterhin stark - schimpf ruhig wenn Dir was auf der Seele liegt, aber vergiss Dich selber nicht darüber.

    LG
    Diandra

    Mögen alle meine Fehler sich auf ihre Plätze begeben und möglichst wenig Lärm dabei machen.

    Überwältigend was geschehen kann,
    wenn sich die Fingerspitzen zweier Menschen
    ganz leicht berühren,
    am richtigen Ort
    und zur rechten Zeit!

  • Guten Morgen Diandra und allerseits,

    zuerst wollte mein Mann, desinformiert wie er war, eine stationäre Langzeittherapie.
    Dann haben wir uns schlau gemacht, Erfahrungsberichte von betroffenen eingeholt und irgendwann haben wir beide gesagt, dass eine ambulante Langzeittherapie das Beste sei. Das kam so im Gespräch als ich ihm von der Begegnung im Teeladen erzählte und ihm meine Ängste schilderte - da meinte er, dass er die gleichen Ängste hätte und es nur mir recht machen wollte, weil er dachte, ich will ihn weg haben. Mein Mann wollte zuhause sein bei uns und sich nicht noch mehr von mir entfremden. Außerdem hat er seit letzter Woche in Jobangebot. Und für ihn ist es wichtig, dass er seine Frustrationsschwelle langsam erhöht und Erfolgserlebnisse hat, er möchte einfach im Alltag bleiben und nicht nach 6 Monaten nach Hause kommen und viel verpasst haben.

    Wie erwähnt, sollte dies der Weg sein.Eine LzT hat er ab dem 16. bewilligt, die ginge 24 Wochen und ist ca 150 km weg. Er kämpfte um eine ambulante Therapie, aber irgendwie ist da niemand für zuständig.Das war ihm am Ende egal, er wollte entgiften und wenn er zuhause ist, zum Psychologen und freitags zur SHG des Blauen Kreuzes, die nur 2 Häuser weiter ist

    Wie sein Plan jetzt aussieht,weiß ich nicht. Ich habe erwähnt, dass das KH nur LzT befürwortet und dass alles andere "eh nix bringt". Wie mein Mann dazu steht, weiß ich nicht.

    Ich denke nicht, dass es an seiner Hausmannstätigkeit liegt. Er hatte nie eine Trinkpause, er hat immer getrunken und wenn er arbeiten ging, hat er das tagsüber versäumte eben abends nachgeholt. Er hatte durch die Hausmannstätigkeit lediglich seinen Konsum erhöht und er konnte sich selbst eingestehen, dass er krank ist.
    Es ist aber müßig sich darüber Gedanken zu machen.

    Ich weiß, das nach dem Entzug nichts in Ordnung ist, und ich habe Angst vor dieser Situation. Wirklich blanke Angst - das zeigt schon, dass ich mir nicht mehr sicher bin, ob er mich überhaupt sehen will und und und....dabei war am Dienstag alles soweit ok, wir sind zwar nicht das ewig aneinanderhängende Vorzeigeliebespaar, aber ich war mir zumindest sicher, dass er an uns hängt.
    Diese Sicherheit ist komplett weg. Ich weiß nicht wie ich mich verhalten soll, wenn ich ihm gegenüberstehe am Samstag. Vermutlich mache ich mir zu viele Gedanken und er freut sich einfach....
    Ich gehe am Montag wieder arbeiten, und wie ich das am Mittwoch mache, wenn er entlassen wird, weiß ich noch gar nicht. Soll ich mir frei nehmen oder ihn nach der Arbeit abholen (wir reden hier über einen Radius Wohnung -KH - Büro von 150 km *seufz*) oder soll er mit dem Zug heim?
    Das sind alles Fragen, die sich früher nie gestellt haben. Ich war für ihn da und fertig - umgekehrt genauso....
    Meine Kinder sind super, ich bin umheimlich stolz auf sie. Sie haben mich gestern heulen lassen und stillschweigend die ganze Wohnung gemacht. Meine Große ist mit dem Hund rausgegangen und ich hatte gestern mehr Besuch als in den vergangenen 4 Monaten. Ich weiß gar nicht,warum ich mich so verlassen fühle....Geschämt habe ich mich,weil die Freundin meiner Tochter mich in den Arm nahm und ich mich von einer 14 -jährigen trösten ließ....und weil mir jetzt klar wurde, dass ich meinen Mann vermisse und mich ziemlich gut selbst belogen habe. Irgendwie ist die ganze harte unnahbare Fassade in sich zusammengebrochen- und ich weiß noch nicht, ob ich das gut finden soll...

    Ich hatte mir auch den Plan gemacht, dass ich nun " Herrin der Fernbedienung und des PCs "sei.... ich habe nie gerne ferngesehen und mich nur meinem Mann zuliebe dazugesetzt - meistens hab ich nach 5 min geschlafen...
    Auch das ist nun anders. Ich habe letzte Nacht 5 h und diese Nacht 3 h geschlafen. Jetzt überlege ich natürlich ob ich überhaupt arbeiten gehen soll. Ich war gestern nicht mal in der Lage mir diese blöde Bachblüten Rescue Tropfen Gebrauchsanweisung auf englisch durchzulesen und das auch zu verstehen...... und die Firmensprache ist englisch, weil ich in einem britischen Konzern arbeite....mein Erfolgserlebnis gestern war mein repariertes Bett, die ausgewechselte Glühbirne (ich bin todesmutig auf eine Leiter gestiegen - davor hab ich Angst) und das ich den Dampfreiniger benutzt habe. Ich hab nämlich nicht nur Höhenangst, sondern auch Unwohlsein vor Hitze.

    Diandra, ich habe mir gestern deinen Threat auch noch mal durchgelesen und mir ist aufgefallen, dass wir nahezu die gleiche Wortwahl haben (ok, deine ist strukturierter und nicht so ein Wirrwarr wie meine) und genauso fühlen. Ich habe gestern gedacht, dass ich schlimmstenfalls auf einer 180 qm Whg sitzen bleibe, die ich eh schon alleine finanzierte und somit wird sich auch nichts ändern - schwupp, und schon kam ich mir fies vor...
    Ein Gefühl, als würde ich durchdrehen und wenns mir schon so mies geht, wie mies muss es dann erst meinem Mann gehen :?

  • Hallo Heike !

    Ich bin beides, Alkoholiker ( seit13 Jahren trocken ) und Co.
    Habe mir ebend alles von dir mal durchgelesen.
    Hut ab ,ich denke du bist eine starke Frau, alleine mit vier Kindern und " Dem Fünften " noch dazu.

    Meine Partnerin hat mit mir das selbe Spiel getrieben. Wenn sie zur Entgiftung oder zur Therapie war hatte ich 1000 gute vorsätze wie ich sie dazu bringen werde mich endlich ernst zunehmen . Dann kam der Tag an dem sie nach Hause kam, und dann?
    Die " arme , liebe Frau " hat ja so gelitten, will sagen es ging gleich im alten Trott weiter.

    Aus dem forum habe ich dann Hilfe bekommen.
    Jemand sagte mir, stelle ihr ein Ultimatum und mache ihr klar, das sie nur noch diesen einen Versuch hat. Entweder der Alk oder ich. Es hat geholfen, seit diesem Tag ist sie Trocken und vor allem sie tut was für sich. Geht zur Gruppe, schreibt hier im Forum und hat auch noch Einzelgespräche.
    Sollte sie mich wieder Enttäuschen, werde ich mich trennen.

    Du warst so gut davor, jetzt da der Tag der Entlassung kommt wirst du Wankelmütig, WARUM ?

    Glaube mir ,ich bin selbst Alkoholiker, wir merken das sofort und unser Spielchen geht wieder von vorne los.
    Solange ich jemand hatte der mich Versorgt hat, für mich gelogen hat, mir wie auch immer den Rücken frei hielt hatte ich keinen Grund aufzuhören oder etwas für mich und meine Beziehung zu tun.

    Liebe Herike , ich wünsche dir die Kraft das richtige zu tun.

    Viele liebe Grüsse von Bernd

    Trocken seit dem 06.12.1993 und das bleibt auch so !!!

  • Hallo Heike,

    ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Mut, Deinen Weg zu gehen und stark zu bleiben.

    Mein Freund macht im Moment die 4. Entgiftung (aus seiner Sicht auch noch gezwungenermaßen). Jedes Mal ist er 2-3 Tage nach der Entgiftung wieder eingebrochen .... und ich Huhn habe ihn natürlich bedauert, betüddelt und mich um alles Weitere wieder gekümmert ... wie gehabt die gleichen Fehler gemacht.

    Ich kann mich den Worten von Bernd nur anschließen.

    Es ist verdammt schwer für beide Seiten.

    Liebe Grüße

    Sabine

  • Hallo Heike,

    Du denkst an so viele "wenn" und "aber" - versuchst alles und jede Situation durchzuspielen, machst Dir so viele Gedanken, dass Du gar nicht mehr dazu kommst etwas für Dich zu tun. Du musst auch nicht unbedingt tiefes Mitleid mit Deinem Mann haben - er wird das gut durchstehen.

    Eine SHG zu besuchen und einen Psychologen aufzusuchen sind doch schon mal gute Ansätze - ihr müsst nur schauen, dass das ein fester Bestandteil seiner Wochenplanung auf längere Sicht bleiben wird.

    Dich plagen die gleichen Ängste wie mich :wink: Auch wir fühlen uns unsicher, man ist eifersüchtig, es plagen einen Verlustängste und man ist irgendwie mit der ganzen Situation überfordert. Plötzlich bestimmen fremde Menschen über das eigene Leben. Dazu kommen die neugewonnenen Erkenntnisse, das alles ist nicht leicht unter einen Hut zu bringen.

    Ich kann Dir nur sagen, es wird wieder besser. Viel miteinander reden hilft in den nächsten Tagen. Viel zuhören, er wird viel zu verarbeiten haben. Und versuchen den Alltagstrott zu ändern.

    Gestern warst Du aufgeregt - arbeit lenkt sehr gut ab, stärkt das Selbstwertgefühl und tut eigentlich richtig gut. Also überlege es Dir nochmal - ist nicht das schlechteste. Und zum Thema abholen: Ihr seht Euch am Samstag und werdet sicherlich eine gute beidseitige Lösung finden. Mach Dir da mal keine Gedanken.

    Du fandest mein Geschreibsel strukturiert :shock: ich kann Dir nur sagen, ich hab mich aber so nicht unbedingt gefühlt :wink: Allerdings habe ich da schon einige Entzüge und seine 1. WG-Erfahrung hinter mir gehabt.

    Du wirst nicht durchdrehen - kümmer Dich jetzt erst mal intensiv um dich, dass hast Du verdient und das solltest Du auch machen :D

    LG
    Diandra

    Mögen alle meine Fehler sich auf ihre Plätze begeben und möglichst wenig Lärm dabei machen.

    Überwältigend was geschehen kann,
    wenn sich die Fingerspitzen zweier Menschen
    ganz leicht berühren,
    am richtigen Ort
    und zur rechten Zeit!

  • Hallo Bernd

    Ich nehme seit Donnerstag Psychopharmaka, weil ich einen Nervenzusammenbruch hatte. Ausgelöst wurde der durch das Zusammenstürzen meiner mühsam aufgebauten "Ist mir doch alles egal" Mauer.
    Ich habe 2 Tage am Stück geheult, meinen Mann gestern besucht und meine Ängste sind wie weggeblasen. Reden hilft!
    Ich hatte solche Angst, dass es ihm schlecht gehen würde und im Rahmen der Kontaktsperre würde ich es nicht erfahren, oder dass er Folgeschäden zu tragen hätte, aber bis auf leicht erhöhte Leberwerte ist alles prima. Langfristig muss man natürlich abwarten.

    Ich habe ausführlich bei Meni (wie helfe ich meinem Co) geschrieben, was mich bewegt und wie es uns geht, aber ich kann sagen, dass ich unglaublich stolz auf meinen Mann bin und mich wirklich auf ein glückliches, gesundes Leben mit ihm freue.

    Ich habe ihm gestern Cola mitgebracht und da sagt er doch glatt zu mir, dass Cola gesundheitsschädlich sei und Tee besser, allenfalls noch Mineralwasser :shock: Vor nunmehr 5 (!!) Tagen hat er sich mit unzähligen Bieren und Sekt ins Nirwana geschossen und nun erachtet er Cola für gesundheitsschädlich....Gestern aß er eine Gemüsefrikadelle (er hasst Gemüse, Obst und Salat jeder Art) und findet die Portionen knapp bemessen. Und das von dem Mann, der meistens nur ein Stückchen Fleischwurst zu sich nahm....ich glaube, wir brauchen demnächst einen Großraumkühlschrank *lach*, aber ich bin wirklich sehr, sehr froh, dass es ihm (und mir somit auch) so gut geht.

    Danke der Nachfrage, liebe Grüße
    Heike

  • Hallo Heike !

    Freue mich für dich das es dir besser geht.
    Reden hilft, schreibst Du und hast es auf den Punkt gebracht. Schade wenn zwei Menschen die sich lieben das verlernt haben.
    Ich Endecke das auch gerade wieder mit meiner Süssen, und das tut gut.
    Es kann sogar in manchen Fällen Nervenzusammenbrüche verhindern. Warum tuen wir uns das an? Vieleicht weil wir meinen alles alleine regeln zu können. Dabei sind Probleme nach einem Gespräch oft keine mehr.
    Da muss ich auch noch dran arbeiten.

    Grüss deinen Mann , unbekannterweise.
    Vieleicht findet er später ja auch in dieses Forum.
    Ich wünsche ihm die Kraft dazu.

    Viele Grüsse von Bernd

    Trocken seit dem 06.12.1993 und das bleibt auch so !!!

  • Hallo Heike,

    will doch mal nachfragen wie es Dir geht :D

    LG
    Diandra

    Mögen alle meine Fehler sich auf ihre Plätze begeben und möglichst wenig Lärm dabei machen.

    Überwältigend was geschehen kann,
    wenn sich die Fingerspitzen zweier Menschen
    ganz leicht berühren,
    am richtigen Ort
    und zur rechten Zeit!

  • Ohohohoh...... :oops::oops::oops::oops:

    Zuhause bin ich nur in Bewegung oder schmuse mit meinen Kindern und meinem Mann und hier im Büro musste ich erstmal den Admin austricksen.... ist mir gelungen :D

    Uns geht es hervorragend!!!!!!!!!!!!!

    Mein Mann ist seit Dienstag wieder zuhause, es geht ihm sehr gut, er futtert wie oben beschrieben und wir haben einiges im Alltag geändert.

    Wir essen nun abends zusammen warm, mittags gibt es eine Kleinigkeit.
    Wir reden viel
    Die Verantwortungsbereiche bleiben weitestgehends wie sie waren: er Erziehung, Haushalt, Finanzen (!!! ganz wichtig! Er ist erwachsen und muss Verantwortung übernehmen), Teilzeitjob ( der ist NEU! und ich bin wahznsinnig stolz).
    Ich: Erziehung, Vollzeitjob, Hund (zT), anteilmäßig Haushalt
    Beide: viel Außenkontakte zum Freundeskreis, der selbstverständlich involviert ist und Alkohol nicht anbietet oder bei uns erwartet.

    Mein Mann ist noch ein wenig rastlos und ich kann mit einem vor Ordentlichkeit blitzenden Haushalt noch nicht so wirklich umgehen-aber das wird!

    Leider hat er zurzeit Einschlafprobleme, nimmts aber locker, weil das wohl zum Entzug gehört und " ich mir den ganzen Mist wohl selbst eingebrockt hab!"
    Wir reden zwar viel, aber momentan nicht über die Vergangenheit - da ziehen wir einen klaren Strich um erstmal beide etwas Normalität in unser Leben zu bringen.
    ich wünsche euch ein wunderschönes, entspanntes und erholsames Wochenende

  • Hallo zusammen,

    mein Mann ist clean, den 16 Tag heute und vermisst auch nichts, sagt er.
    Er beschäftigt sich, sucht sich immer neue Arbeit und futtert wie ein Scheunendrescher.
    Die Schlafprobleme hat er 2x mit Schlaftabletten bekämpft und ich habe ihm gestern pflanzliche Einschlafdragees gekauft, weil ich sehr dagegen bin sich mit Medikamenten vollzupumpen.
    Ich habe keine Ahnung ob er zufrieden ist, denn er schläft noch, bzw liegt im Bett.
    Ansonsten gibts nix neues und alle sind restlos zufrieden :D

    Schönen Tag euch allen und der Admin im Büro kam mir auf die Schliche und nun komme ich nicht mehr ins Forum - so n Mist :x

  • Gestern ist meine kleine Welt zusammengestürzt.

    Er hat mich gestern nachmittag im Büro angerufen und gesagt, dass er seit 3 Tagen trinkt -nicht viel, aber die Menge ist auch egal.
    Ich habe ihm zugehört und dann wortlos aufgelegt.
    Als ich nach hause kam, war mein Exmann da, hat meine Tochter abgeholt und danach sind wir zum Fussballspiel meines Sohnes gefahren.
    Mein Mann hat das Spiel gepfiffen und als wir wieder nach Hause kamen, haben wir geredet.
    Ich habe klare Ansagen gemacht, sehr oft Karsten, Spedi, Lilly, Freund und Whitewolf zitiert (sorry, falls das verkehrt war, aber es half mir, ruhig zu bleiben) und bekam ein "du hast Recht!".
    Ich habe ihm gesagt dass ich ihm 1 Woche Zeit gebe und er dann innerhalb von 2 Stunden ausgezogen sein muss. Ich würde ihn unter Druck setzen!
    Klar, das ist nasses denken, habe ich hier gelernt und mit "du hast die Wahl!" gekontert. Ich habe ihm gesagt, dass ich ihm nicht helfen kann und auch nicht will, sondern, dass ich nicht zugrunde gehen will und wenn sein Weg nach unten führt, dann bitte ohne mich und die Kinder.

    Wir haben die letzten Tage viel über Diandra und ihren Mann geredet und ich hoffte, ihm so Hinweise geben zu können, gut auf sich aufzupassen, weil ich spürte, dass er in eine Krise steuerte. Er war sehr schnell genervt, hat die Kinder angemotzt, die Küche gestrichen, und ich sagte ihm noch, dass seine Ruhelosigkeit auf Saufdruck schließen würde und wenn er reden möchte, gerne!
    Ich hätte mir nie träumen lassen, dass er mir ins Gesicht lügt und mich dann auf der Arbeit anruft. Ich finde es niederträchtig und das hab ich ihm gesagt.
    Ich merke, dass es seit gestern mit mir bergab geht: ich heule, schlafe, esse nicht und habe extreme Zukunftsangst. Theoretisch weiß ich, was ich tun muss, ich habe ihm auch gesagt, was ich tun werde - ich fühle mich nur so unsicher, so als hätte man mir den Boden unter den Füssen weggezogen und der ganze Mist finge wieder von vorne an....
    Mein Mann sagte, er benutze es als sein Ventil - es ginge momentan nicht anders, aber er will wieder zurück zu Null.
    Unnötig zu sagen, dass ich ihm nicht glaube.
    Er hat gestern noch 2 Bier getrunken und in das Gesicht seines Sohnes gesehen - mein Sohn war geschockt!
    Als er sich das zweite Bier aufmachte, sagte mein Sohn: " nr 2!" und ich" lass dich nicht veräppeln, das ist nr 4!"
    Mein Mann sagte gestern was von ungerechtfertigter Wut und ich sagte ihm, dassWut gerechtfertigt ist, weil sie subjektiv ist und Gefühle gut sind - egal, wie das Gegenüber empfindet.....und, dass ich wütend auf ihn sei. Stinkwütend, weil er mich belogen hat und sich nun selbst belügt!

    Eigentlich bin ich wütend auf mich selbst und hab mich gestenr auf der Heimfahrt ernsthaft gefragt, was ICH falsch gemacht habe -bin ich eigentlich noch normal?! NIchts hab ich falsch gemacht, gar nichts.....wie gesagt, in der Theorie bin ich fit und bestens ausgerüstet - aber in der Praxis stehe ich der Entwicklung sehr hilfos gegenüber.....

    Nur nicht trinken, reicht eben nicht und ich habe ihm gesagt, dass er vielleicht mal auf Menschen hören sollte, die das alles schon durch haben!
    Alles Weitere muss von ihm kommen.....wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht daran!

  • Hallo Heike,

    du verhälst Dich so normal wie jede andere Frau in der Situation, sehr enttäuscht, wütend , hilflos. Aber Du weisst selber das Du nichts falsch gemacht hast. Weil Du geglaubt und gehofft hast? Das ist kein Fehler und ablegen solltest Du das auch nicht. Er hatte ja nun auch seine Chance und die Karten liegen auf dem Tisch.

    Was genau soll in dem von Dir gestellten Ultimatum passieren, in der einen Woche bis zum Auszug?

    Einfach eine Trinkpause einlegen unter Druck....dürfte kein Problem darstellen.

    Aber was dann? Wie steht er denn nun zu weiteren Maßnahmen damit Du weiter glauben kannst? Wenn das in absehbarer Zeit überhaupt noch möglich ist.

    Das Ultimatum sollte eingehalten werden, sonst wirst Du unglaubwürdig und das Spiel geht in die nächste Runde.

    Viele Grüsse

    White

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Moin Pott,

    die Ausssage, dass es nur ein Ventil sei, gehört zu den unendlichen Verdrängungen,
    dass man der Sucht erlegen ist, nichts anderes.

    Frage ihn nach seinen Zielen in seinem Leben, was ihm wichtig ist ?

    Deine Ziele gehen nicht konform mit der Alkoholsucht,
    deine Ziele auch in Verantwortung zu deinen Kindern haben 1. Priorität.

    Gruß, Freund.

  • Hallo Micha,

    danke für deine Antwort.
    Das Ultimatum ist nur dafür da, dass er verbindliche Aussagen trifft. Ich kann und will mit einem "nun im Moment ist es eben so!" nicht leben.
    Er wird auch keine Trinkpause machen, die hat er meiner Meinung nach vor nunmehr 4 Tagen beendet.
    Ich wünsche mir, dass er ehrlich mit sich und mit mir ist, vielleicht ist das zu viel verlangt, aber ich möchte keinen Schwebezustand zwischen hoffen und bangen.
    Er hat eine Woche Zeit um mir zu sagen wie es weitergeht- wenn er wieder auhört, dann sofort und kompromisslos, wenn nicht, dann kann er gehen.
    Gestern meinte er, dass er in eine SHG gehen könnte, wieder ein Rumgeeier. Er sagte, dass er nicht gerne trinkt, ich sagte: dann hör auf!
    Ich weiß nicht, was ich glauben kann oder soll - ich weiß aber, dass ich nicht zurück will. Und ich weiß, dass ich eine Entscheidung für 5 Personen (4 Kinder und mich) treffen muss.
    Momentan bin ich sehr aufgewühlt und verzweifelt. Ich komme mir dumm, blöd und naiv vor, außerdem habe ich Angst, meine Entscheidung durchziehen zu müssen, aber ich habe keine Wahl....es gibt keinen Mittelweg, es gibt nur ein Ganz oder gar nicht...und das tut ziemlich weh!

  • Hallo Freund

    laut seiner Aussage ist sein Ziel die zufriedene Trockenheit. Man kann aber nur trocken sein, indem man nichts trinkt -das habe ich ihm auch gesagt, es funktioniert nicht, indem man sich selbt bemitleidet, weil alles auf einmal kommt, er keinen Job findet, dann zur Flasche greift und, und, und.....
    Er sagt, er könne sich ein Leben ohne uns nicht vorstellen, das tut gut zu hören, aber es sind nur Worte!

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