Rückfall nach 8 Jahren

  • hallo claudia,

    willkommen hier im forum.

    zuerst einmal: dein mann war immerhin acht jahre trocken, das ist schon eine sehr lange zeit. das zeigt an sich ja, dass er es schaffen kann wenn er will. dann stellst du ein paar konkrete fragen:

    Zitat

    Ich bin nicht mehr so überzeugt das ein zusammen wohin gehen so gut ist, vielleicht sagt man eher Dinge wenn man alleine ist.

    das ist wohl immer ansichtssache. es gibt paare, die gemeinsam in eine shg gehen und das gut finden. ich glaube, mein ding wäre das auch nicht. ich wäre längst nicht so offen, wenn mein partner daneben säße. so geht er in eine gruppe und ich in eine andere. am anfang hätte ich mir das anders gewünscht, jetzt glaube ich, dass die getrennte lösung für uns die bessere ist. aber das solltest DU für DICH entscheiden, und dir nicht von anderen diktieren lassen. für dich sollte es nämlich in erster linie um dich gehen. dein mann ist für sich selbst verantwortlich, es ist sein leben, wie du schreibst.

    Zitat

    Ihm ist sein Weg klar ( auch wenn ihn der Zwang stört, er hatte sich ja schon für diesen Weg entschieden) Ich weiß nicht ob ich diesen Weg noch mal mit gehe, es ist sein Leben- sein Weg. Wenn ich wieder bei seinem Weg dabei bin, wo bleibt dann meiner??? Ich merke auf der eine Seite will ich zu ihm stehen, auf der anderen weiß ich, ich bleibe auf der Strecke mir soll ein Weg aufgedrückt werden von dem ich nicht überzeugt bin.

    das verstehe ich nicht so recht. willst du zu ihm stehen? bleibst du auf der strecke, wenn du das tust? oder richtet sich dein ärger "nur" gegen die vorgabe, gemeinsam eine selbsthilfegruppe zu besuchen?

    wenn "dein" weg allerdings eher der ohne deinen mann sein sollte, müsstest du auch schritte ergreifen, aber so richtig lese ich das bei dir nicht heraus. es ist ja auch die frage, wie die trockenen acht jahre waren. möchtest du diesen zustand wieder? d.h. ganze familie mit trockenen mann? oder ist das auch nicht mehr dein weg? vielleicht kannst du mal ein bisschen mehr schreiben, dann können wir dir vielleicht auch besser antworten.

    gruß

    lavendel

  • Hallo Claudia,

    herzlich willkommen im Forum.

    Zu allererst stellt sich für mich die Frage, wie es mit euerem gemeinsamen weiteren Leben aussieht, mit den Perspektiven einer Zweisamkeit.
    Vertrauen und Ehrlichkeit waren ja nicht unbedingt in letzter Zeit die Stärken deines Mannes.

    So ein Rückfall ist ja kein Akt wie ein One-Night-Stand, Hose wieder an und schon vergessen. Dabei handelt es sich ja meist um einen längeren Prozeß, bei dem man anfangs evtl. mal ein alkoholisches Getränk trinkt, mit dem Traum des kontrollierten Trinkens, im Einzelfall evtl. auch nichts passiert, und das zu einem anderen Mal wiederholt. In erst größeren Abständen, in kleinen Mengen. Nur sind wir eben zeitlebens alkoholkrank, nur ruhend, und die Suchtmuster, das Suchtgedächtnis schlägt gnadenlos wieder zu und lässt die Abstände kürzer werden und die Konsummengen größer. Ein schleichender Prozeß zur endgültigen Alkoholabhängigkeit, same procedure. So meine Meinung.
    Der eigentliche erste Griff zum ersten Glas ist daher von dir/ uns schwer bestimmbar.

    Nebenbei ist es für mich auch schwer nachvollziehbar, dass du diesen Alkohol nie gerochen hast, nicht aus dem evtl. verfälschten Atem, sondern mehr aus dem Körper deines Mannes.

    Einerseits will dein Mann selbst aufhören, andererseits möchte er nicht gezwungen werden, müsste aber glücklich sein, die Kündigung mit Auflagen aufgehoben bekommen zu haben.

    Welche Perspektiven hast du, welches Vertrauen und welche Ehrlichkeit ist dein Mann bereit, in euere Partnerschaft zu investieren. Richtet sich nicht danach deine Entscheidung ?

    Gruß, Freund.

  • Hallo zusammen,

    Zitat

    Im Juni 06 hatte ich das erste Mal das Gefühl - er trinkt. Es wurde natürlich abgestritten. Ich bilde mir was ein er sei einfach nur fertig usw.
    Dies ging so bis 4 Dez.06 ich sprach ihn an- er sagte nein so ist das nicht. Wenn es der Suff nicht ist, was ist es dann???? - Depri. Burn out alles war in meinem Kopf -aber sein Verhalten die Sprache alles deutete auf Alk. hin. Am 4 Dez, stand er dann schwankend und lallend vor mir, keine Chance mehr was abzustreiten

    Das kenne ich. Als mein Ex 2005 nach 3 Jahren wieder anfing, hatte ich auch erst daran gezweifelt, dass er wieder anfing. Alkohol war zu dieser Zeit kein Thema mehr. Wie es los ging, hast du gut beschrieben Freund:

    Zitat

    In erst größeren Abständen, in kleinen Mengen. Nur sind wir eben zeitlebens alkoholkrank, nur ruhend, und die Suchtmuster, das Suchtgedächtnis schlägt gnadenlos wieder zu und lässt die Abstände kürzer werden und die Konsummengen größer.

    Ich glaube wahrscheinlich zu sehr an das Gute und will deshalb manche Dinge nicht wahr haben. Die Verhaltensänderung habe ich ja schon mitbekommen, erst habe ich an schlechte Laune nach der Arbeit geglaubt, dann an zu viel Beruhigungstropfen (die enthielten übrigens alk)erst dann realisierte ich, dass er wieder trinkt. Die Einsicht kam wirlkich erst, als sich sein Konsum häufte.
    Ja, wahrscheinlich möchte ich nur die schönen Dinge sehen und lasse mich blenden.

    Zitat

    Nebenbei ist es für mich auch schwer nachvollziehbar, dass du diesen Alkohol nie gerochen hast, nicht aus dem evtl. verfälschten Atem, sondern mehr aus dem Körper deines Mannes.

    Die Gerüche habe ich schon wahrgenommen. Langes Lüften war am Morgen im Schlafzimmer angesagt.
    Aber alles ging schleichend los. Mir ging oft durch den Kopf, bilde ich mir das ein oder trinkt es wieder?
    Freund ich glaube, ich brauche erst handfeste Beweise, ehe ich daran dachte, der Partner trinkt wieder. Ich habe vorher den Bekundungen meines Partners mehr glauben geschenkt, als meinem eigenen Gefühl.

    Ich glaube, dass ist für einen Alkoholkranken wenig nachvollziehbar aber irgendwie glaube ich auch, dass sich das der Alkoholiker zu nutze macht.

    Gruß Apfel

  • Den Erklärungen des trinkenden Partners mehr zu glauben als den eigenen Wahrnehmungen und Empfindungen, wie gut ich das kenne! Er war schließlich immer sehr überzeugend, redegewandt, kann sich gut ausdrücken und seine Argumentationen waren oftmals recht schlüssig. So schlüssig, dass ich zum Schluss an meinem eigenen Geisteszustand zweifelt, mich geradezu verrückt fühlte, weil meine Empfindungen konträr zu seinen Erklärungen waren. Ich musste auch erst die leere Flasche finden, um es zu akzeptieren, dass er rückfällig war.

    Ich glaube aber, dass das eine recht normale Reaktion von Angehörigen, erst recht Partnerinnen oder Ehefrauen, ist. Ich liebe doch den Menschen, mit dem ich lebe! Dazu kommt natürlich auch der Teil, der „unsere“ Krankheit, die Co-Abhängigkeit, ausmacht. WIR haben versagt, mit UNS hat er es nicht geschafft, trocken zu bleiben. WIR konnten ihn nicht retten.... Jedenfalls ging es mir so. Ich hatte die Vorstellung, dass er und ich etwas ganz Besonderes sind. WIR würden es schaffen, gegen alle Lehrmeinungen, gegen alle Vorbehalte von außen, gegen den Rest der Welt. Ich würde die „gläserne Geliebte“ ausstechen, schließlich bin ich aus Fleisch und Blut und voll der Liebe und Fürsorge für ihn. Na, eine Weile habe ich damit ja das Nest bereitet, um ihm das weiter oder wieder trinken zu ermöglichen. Jedenfalls bin ich für mich zur Erkenntnis genommen, dass ich mich genauso verlogen verhalten habe wie mein Partner, der getrunken hat. Ich habe genau wie er die Realität ausgeblendet, nur halt nicht mit Alkohol.

    Aber Claudia, ich kann gut verstehen, dass du immer noch da bist. Schließlich sind 28 Jahre Beziehung eine lange Zeit, in der sicherlich auch eine Menge schöne Momente waren. Sicher kannst du dir noch selber trauen und vor allem DICH trauen, dir ein eigenes Auskommen, im Notfall auch ohne ihn, zu erarbeiten. Seit ich daran gegangen bin, alleine besser klarzukommen, kann ich auch entspannter mit seiner Krankheit umgehen. Aber so habe ich es halt für mich erfahren, es soll nicht für dich als „Gebrauchsanweisung“ gelten.

    Ich liebe den Mann, mit dem ich lebte, auch immer noch und möchte auch immer noch mit ihm zusammen sein. Ich freue mich daran, dass er unbequemer, aber auch freier und offener mit mir umgeht. Wir leben nicht mehr zusammen, aber wir haben noch viel miteinander zu tun. Ich habe mir nur mehr und mehr ein eigenes Leben geschaffen, sodass ich nicht mehr davon abhängig bin, mit ihm zusammen zu sein. Ich lasse ihn machen und freue mich über die Dinge, die wir zusammen machen. Manchmal bin ich ungeduldig und traurig, weil ich denke, wir könnten mehr zusammen haben. Aber wer weiß, was die Zeit bringt....

    Denn das habe ich gelernt, Alkoholabhängigkeit und trocken werden haben ihre eigene Zeitrechnung und meine Ungeduld beschleunigt überhaupt nichts.

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Hallo zusammen,


    Zitat

    -ich glaubte nicht an meine Gefühle -

    Das scheinen ja alle Angehörigen zu haben?

    Da frage ich mich, wie ich so bescheuert sein kann. Ich glaube ja nicht alles. Warum schenke ich dann meinen Partner mehr glauben?
    Oder ist es völlig legitim in einer Partnerschaft Vertrauen zu geben und selbst welches zu erwarten?

    Naja, je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr glaube ich daran, dass mein Selbstwertgefühl nicht wirklich das Stärkste ist.


    Zitat

    wir versuchen den Zeitpunkt zu suchen an dem es Eng wurde?? Wir / ich kennen doch die Prodcedur wie kam es nach 8 Jahren dazu waren wir uns zu sicher?

    Dein Partner wird den Zeitpunkt wissen und sicherlich auch einen Grund für seinen Rückfall wissen.


    Als mein Ex wieder anfing, habe ich sehr seine Arbeit verteufelt, weil er da wirklich sehr gestresst war.

    Jetzt bin ich an den Punkt gelangt, wo ich sage: Nichts, absolut gar nichts, rechtfertigt es zu tinken.

    Dein Partner kennt seinen Körper am Besten. Er muß für sich entscheiden, was für ihn am Besten ist. Du kannst nicht erkennen, was Ihn bedrückt. Sicher war das Greifen zur Flasche nicht die Lösung für sein Problem.

    Zitat

    Was ist mit mir los ich habe immer gesagt sollte er noch mal anfangen zu trinken geh ich und jetzt bin ich immer noch da. Glaubt mir denn jemand noch, kann ich mir selbst noch trauen?

    Gut, dass du zu dieser Erkenntnis gekommen bist, dass es nicht sinnvoll ist mit Konsequenz zu drohen und dies dann nicht umzusetzen.

    Zitat

    Aber Claudia, ich kann gut verstehen, dass du immer noch da bist. Schließlich sind 28 Jahre Beziehung eine lange Zeit, in der sicherlich auch eine Menge schöne Momente waren. Sicher kannst du dir noch selber trauen und vor allem DICH trauen, dir ein eigenes Auskommen, im Notfall auch ohne ihn, zu erarbeiten. Seit ich daran gegangen bin, alleine besser klarzukommen, kann ich auch entspannter mit seiner Krankheit umgehen.

    Das sehe ich auch so.


    Gruß Apfel

  • Servus Claudia,

    mal zwei Fragen abseits des aktuellen Geschehens: ist Dein Partner in den 8 Jahren der Trockenheit konsequent zur SHG gegangen, oder hat er nach einer "Zeit X" die SHG "aussen vor gelassen"?

    Zweite Frage: Wie kommt Dein Arbeitgeber dazu, Dich in "Sippenhaft" zu nehmen?!? Ich tippe mal auf einen behördenähnlichen Arbeitgeber - viel guter Wille, aber Null Ahnung.
    Ganz klar hierzu: ICH würde das nicht unterschreiben. Aus zwei Gründen:
    1.) Du übernimmst damit Verantwortung für Deinen Partner - perfekter (Wieder-)Einstig zum Co.
    2.) Du solltest Dir erst mal klar darüber werden, wie Du weiterleben möchtest - ob mit oder ohne Deinen Partner. Diese Überlegungen sind schwer genug, warum solltest Du Dir da noch zusätzlich die Jobsituation Deines Partners vom Arbeitgeber aufbürden lassen? Schliesslich trinkt er, nicht Du.

    Ach ja, und zur Frage nach der SHG: ich stelle sehr of fest, dass Alkoholiker nach einigen Jahren -auch stabiler und zufriedener- Trockenheit die SHG in Frage stellen und den Besuch/die Teilnahme dann beenden. Meist so nach ca. 3 - 6 Jahren. Diejenigen, die ich dazu befragt habe, sagten vom Grundtenor, dass sie so stabil und zufrieden seien, ihnen die SHG nichts neues mehr brächte, und sie bei "Gefahr im Verzug" ja jederzeit wiederkommen würden.
    Bei all denen war es ein fataler Irrtum. Es stellte sich eine Leichtsinnigkeit im Umgang mit sich selbst ein, die zum Rückfall in alte Denk- und Verhaltensmuster führte. Der Rückfall zum Trinken selbst geschah bei allen erst sehr viel später - als sich die alten Muster wieder verfestigt hatten und der laxe Umgang mit sich selbst zu einer bodenlosen Selbstüberforderung geführt hatte, die schlussendlich dem Druck "Tür und Tor" öffnete.

    Wir Alkoholiker leiden ein Leben lang an unserer Krankheit, sie ist nie "ausgeheilt" -was einen lebenslangen Umgang mit der Sucht erfordert. Manche wollen dies einfach nicht wahrhaben und müssen es "auf die Harte Tour" erleben.

    Ich wünsche Dir jedenfalls viel Kraft, diese Situation zu überstehen und Dir darüber klar zu werden, wohin Dein Weg Dich führen soll. Manchmal ist so ein schlimmer Vorfall ja der Anlass, sein eigenes Leben neu in die Hand zu nehmen - Aufbruch zu neuen Ufern?

    LG
    Spedi

  • Servus Claudia,

    ganz einfach (und doch sehr schwierig, wenn jemand Angst um seinen Arbeitsplatz hat):
    1.) Du musst gar nichts unterschreiben / mitmachen / übernehmen. Ihr habt beide eigenständige Arbeitsverhältnisse und Punkt. Wenn das dem Arbeitgeber nciht passt, kann er maximal Deinen Mann kündigen, jedoch nicht Dich.
    2.) Er muss (momentan) gar keine Bedingungen akzeptieren. Er ist arbeitsunfähig, das ist durch den Arzt bescheinigt. In diesem Zustand ist auch eine Kündigung nur schwer wirksam. Davon abgesehen: was erwartet sich der Arbeitgeber davon?!? Ein Suchtkranker wird in so einer Extremsituation zu allem "Ja und Amen" sagen, ohne auch nur einen Bruchteil realisieren zu können.

    Gut, dass ihr die SHG wieder aufgenommen habt - auch für Dich als (ex-)Co eine Option? Tu was für Dich, auch Du musst Deinen Seelenfrieden erst wieder finden! Sonst verfällst Du schneller wieder in die Co-Rolle, als Dir lieb ist (siehe: "habe heute schon in der Klinik bei Therapeuten angerufen").

    Claudia, er muss das alles wollen- und wenn er dazu nicht in der Lage ist, muss sein Arzt ihm beistehen. Es ist nicht Deine Aufgabe - pass da auf Dich auf, allzu schnell verliert man sich wieder in der Rolle des Co...
    Ich würde in einem Dreiergespräch (Er, Arzt und Du) "die Fronten klären", d.h. unmissverständlich klar machen, wo Du Deine Grenzen der Mitarbeit siehst, und wo Du ihn und seinen Arzt in der Verantwortung siehst.
    Das gleiche Gespräch würde ich (als zweiergespräch) mit dem Arbeitgeber führen. Du bist nicht für sein Tun verantwortlich. Du erfüllst Deinen Arbeitsvertrag und Ende der Fahnenstange. Den Rest sollen sie mit Deinem Partner ausmachen.

    Wichtig: schreib hier - das kann helfen, einen klaren Kopf zu behalten, wenn Du Dich mal "verrennst". Und achte auf Dich und Deine Gefühle!

    LG
    Spedi

  • Zitat

    Ich finde, was zählt, ist die schnelle Reaktion. Wenn mein Mann gleich nach dem Rückfall das Vertrauen gehabt hätte, es mir zu sagen wäre nicht so viel kaputt gegangen. Im Gegenteil, es hätte Vertrauen aufgebaut. Aber wäre und hätte............

    Hallo Marga, genau diese
    Gedankengänge habe ich auch durch.

    Gruß Apfel

  • Hallo Mama...

    Also ich muss sagen, dass mich das alles doch mehr fertig macht als ich anfangs dachte.. Ich hätte nicht gedacht dass das alles so schwer wird.. Ich hab ja schon einiges gehört... aber erleben wollte ich es nie.. Nun ist es doch dazu gekommen.. und diesen Tag werde ich nie vergessen...

    Ich hoffe es wirklich, dass alles wieder so wird wie früher...

    Und wenn ich noch so weiter nach denke... dann lag ich bei meinem Anruf doch nicht so falsch...


    Und zu den anderen.. wegen dem Geruch... Ich hab auch nichts bemerkt.. weil er immer so ein starkes Parfüm oder sonst was drauf hatte... keine Ahnung.. aber ich wusste, dass was nich stimmen konnte... Nach seinem Verhalten nach zu urteilen...


    Hoffe es ist oke für dich mama, wenn ich hier auch mal was dazu schreibe...

    Grüße Mel

    Ich nehme die Bahn Richtung Traumland...

  • Servus Claudia,

    schlimme Situation, keine Frage. Aber: kam auch nicht ganz unerwartet, oder?
    Ich möchte mal zum Anfang Deines Threads zurückgehen, und ich frage Dich hier nochmal ganz bewusst, ob Du nicht schon wieder in die "alten Co-Muster" reingerutscht bist? Wenn ja, dann mach erst mal was für Dich! Ich gewinne zunehmend den Eindruck, dass Du nur noch reagierst, nicht mehr agierst. Und Dir Gedanken um "anderer Leute Sachen" machst.
    Fakt ist doch: Dir wurde nicht gekündigt. Du hast nicht getrunken. Du hast den Rückfall Deines Mannes ja nicht angeordnet!
    So, dann versuche doch mal, Deine Situation zu klären: wo stehst Du, was willst Du, wie stellst Du Dir die Zukunft (realistisch) vor?
    Vielleicht hilft Dir das, um erst mal wieder zur Ruhe zu kommen. Und dann gemeinsam mit Deiner Familie zu entscheiden, was ihr (eines nach dem Anderen) in Angriff nehmt.
    Ich weiss, ich schreibe hier locker/flockig, mein Arbeitsplatz ist nicht gefährdet. Aber ich meine es wirklich so: es hilft weder Deinem Mann dabei, den Arbeitsplatz zu erhalten, noch Dir und der Familie, wenn Du jetzt in alte Muster zurückfällst.

    Wenn ich mich in meinem Eindruck getäuscht haben sollte, dann wäre das natürlich super - und mir am liebsten.

    LG
    Spedi

  • Servus Claudia,

    dann wünsche ich Euch erst mal ein Wochenende mit viel Ruhe für Euch selbst - ich glaube, ihr seid schon (jeder für sich) auf dem richtigen Weg, aber immer schön aufpassen, gell?
    LG
    Spedi

  • Hallo Claudia !

    Ich bin Alkoholiker und Co-Alkoholiker. Die Situation in der sich dein Mann befindet habe ich ähnlich erlebt.
    1993 habe ich nach zweieinhalb Jahren einen Rückfall gebaut. Nachdem ich drei Tage nicht zur Arbeit bin kam die Kündigung. Ich bin dann zur Entgiftung und habe gleich eine Therapie beantragt. Nach der Entgiftung bin ich zur Gewerkschaft und und habe gegen die Kündigung geklagt. Der Anwalt von der Gewerkschaft hat sich um alles gekümmert und so muste meine Firma mich wieder zu gleichen Bedingungen eistellen. Allerdings habe ich Auflagen bekommen. So musste ich mich verpflichten, die Therapie erfolgreich zu beenden, und zwei Wochen vor deren Ende einen Bericht an meine Firma schicken ob mit mir alles in Ordnung ist. Damit konnte ich leben.
    An meinem ersten Arbeitstag bin ich zu meinem Chef und habe gesagt das er mich sofort rausschmeissen kann, wenn ich was trinke. Das war für mich etwas zusätzliche Motivation. Inzwischen habe ich einen neuen Chef aber ich gehe immer sehr offensiv mit meiner Krankheit um, in meiner Firma weis jeder das ich Alkoholkrank bin und ich habe mit meiner Offenheit nur gute Erfahrungen gemacht.

    Was ich bei deinem Problem nicht nachvollziehen kann, ist das man offensichtlich dich mitverantwortlich machen will, für " Fehler " die eventuell dein Mann In Zukunft machen könnte. Liebe Claudia , ich bin kein Anwalt, kann mir jedoch nicht vorstellen das das Rechtens ist. Das dritte Reich ist vorbei. Hat dei Chef das schon erfahren ? Ich persönlich würde mich nicht auf soetwas einlassen.

    Eine Frage , schreibt dein Mann auch hier im Forum ?

    Viele liebe Grüsse von Bernd

    Trocken seit dem 06.12.1993 und das bleibt auch so !!!

  • Servus Claudia,

    schade, aber das war ja zu erwarten. Ich hab's zwar schon mal angeschnitten, aber zur Sicherheit nochmal: Der Arbeitgeber Deines Mannes klingt sehr nach öffentlichem Dienst - und da gibt's eigentlich überall einen Personalrat. Wie sieht's da bei Euch aus? Oder ist es ein religiöser Träger? Auch da sind die Chancen gut, eine Mitarbeitervertretung zu finden.
    Wenn es das wirklich nicht gibt, dann solltet Ihr Euch von der Arbeitsagentur beraten lassen, ob eine Klage sinnvoll ist. (Euer Anwalt in Ehren, aber der sieht das sicher etwas einseitig, da er/sie an jeder Auseinandersetzung verdient, leider)

    Und dann entscheiden.

    Ich wünsch Euch viel Kraft, diese Situation miteinander durchzustehen!

    Was mir in Deinem Thread momentan etwas zu kurz kommt, ist die Frage: "wie geht es Dir"?
    Machst Du was für Dich?

    LG
    Spedi

  • Servus Claudia,

    ich hoffe, Euch geht es soweit gut und Ihr konntet Euch informieren. Nachdem "Rechtsberatung" hier einfach nicht möglich ist, sage ich mal nix zum Thema "Verhaltensbedingter K.", die sehr wohl möglich ist. Leider. Daher meine "Hoffnung" Personalrat/BR. Aber gut, was nicht ist, ist nicht.

    Aber mal was anderes: Wie geht es Dir? Trotz all dem "Trubel" solltest Du Dich nicht vergessen. Du klingst in all Deinen Kommentaren ziemlich gehetzt, was ja an sich nicht verwunderlich ist. Hast Du denn die Möglichkeit einer neutralen Aussprache, wo Du auch mal Kraft tanken kannst? Mal nehmen, nicht immer nur geben? Und wie beurteilst Du Deine momentane Situation? Wie gehst Du mit Dir selbst um?
    Wäre schön, mal was von Dir zu hören.

    LG und schönes W/ende,

    Spedi

  • Servus Claudia,

    vielen Dank, alles klar :) . Was macht der große Kriegsrat? Lesestunde im Forum? Gut so.
    Was mich freut, ist dass Ihr nicht den Kopf hängen lasst oder um das Thema rumeiert, sondern zielgerichtet Hilfe sucht um wieder "auf Normal" zu kommen. Weiter so, und Deinem Mann alles Gute - soll weiter so trocken bleiben!

    Ich werd jetzt meine "Kampfwürmer" 8) einpacken, Sohnemann schnappen, und dann geht's ab zum Fischen - das Wetter ist herrlich :lol: und ich will was für mich tun...die Woche war hart genug.

    LG
    Spedi

  • Petri Dank,

    war ganz "erfolgreich", die Karpfen sind schon wieder in Fresslaune, auch die Brachsen haben Hunger, die Barsche sind etwas verhaltener. Was soll ich sagen, es war einfach schön, komplett abschalten zu können und die Natur zu geniessen.

    Ich nutze diese Ausflüge ganz gezielt, um auch wieder zu reflektieren, wo ich stehe. Und ich nutze sie, um mit unserem Sohn (Stück für Stück) über die hässliche Vergangenheit als nasser Alkoholiker zu reden. Jetzt ist er in einem Alter, in dem er einfach schon manche Zusammenhänge begreift und Dinge auch annehmen kann, ohne sie sich selbst im Detail erklären zu können. Und er traut sich, Fragen zu stellen - auch sehr unbequene. Inzwischen kann ich ihm darauf auch ehrliche Antworten geben, anders, als in meiner nassen Zeit.
    Ich weiss, ich kann die Vergangenheit nicht ungeschehen machen, aber ich kann ihm jetzt wieder ein vollwertiger Vater sein. Und das nehme ich sehr gerne wahr.

    Ich hoffe, Euer Familienrat kam/kommt auch zu guten Ergebnissen, die Euch wieder Kraft für die kommenden Wochen und Monate geben.

    Setzt Euch vor allem nicht selber unter Druck (das besorgen leider schon "die draussen""), versucht, die kleinen Erfolge für Euch zu geniessen!

    LG
    Spedi

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