Mein Weg ... oder auch meine Gedanken

  • Hallo panther,

    jetzt muss ich auch schwer überlegen, wie du deine Frage meinst, wie ich sie beantworten kann.

    Der Unterschied liegt evtl. darin, dass du sie machen musst, damit du eine geistige Loslösung erreichst, z.B. auch manchen Feiern vorerst fern bleiben musst, ein LZtrockener sie macht, weil er sich von diesem Umfeld gelöst hat und andere Werte lebt.

    Verstehste ?


    Noch ein anderer Versuch:

    Zitat

    ich muß doch als länger trockener auf was zurückgreifen können, was ein nicht so lange trockener noch nicht hat. oder? und wenn was wäre das?

    Ich erinnere mich gerade an eine Situation, von der ich auch einmal berichtet hatte.
    Ich saß eines Freitags in der S-Bahn, Feierabendzeit.
    Mir schräg gegenüber saß ein mir Bekannter, der zum einen aus meinem Dorpe kommt und zum anderen während meiner ambulanten Therapie auch in meinem Klinikum „Stammgast“ war. Er pendelt über Jahre zwischen Entgiftungsstation und anderen Therapiegruppen.

    Heutzutage werden wir ja oft überall von Alkohol konsumierenden Menschen berührt, saufen die Leute heute gerade da, wo die Sucht sie quält.
    So saß dieser „Bekannte“ eben mir gegenüber, leicht verschwommenen Blick, im ¼-Minuten-Takt die Pulle Bier am Hals, neben sich die klimpernde Plastiktüte mit weiterem Alkohol.

    Auf was konnte ich also zurückgreifen ?
    Ich erinnerte mich, dass ich mein Wochenende auch früher so einläutete, in irgendeiner dunklen aber für mich gemütlichen Pinte. Früher hätte ich schon bei dem Anblick des kühlen Nass „Durst“ bekommen und hätte meiner Sucht auch freien Lauf gelassen.

    So wurde mir einmal wieder bewusst, welch Freiheit ich mir doch erarbeitet habe
    … und wie glücklich und zufrieden ich ohne Alkohol lebe.

    Gruß, Freund.

  • Hallo Panther

    Zitat

    so, das würd ich so machen. das würdest du so machen. und wo liegt da der unterschied, ob ich länger trocken bin oder nicht?

    Ich denke das der einzigste Unterschied sein könnte, das es bei dem einen vielleicht etwas länger dauert bis er wieder trinkt als bei dem, der noch nicht geistig vom Alkohol entfernt ist.

    Einen Unterschied im Resultat gibt es nicht, denn beide würden wieder trinken, somit Rückfällig werden.

    Liebe Grüße, Alex

    ....ich lebe lieber ungewöhnlich...

    "Das letzte Mal Alkohol getrunken am 12.02.2007"

  • Hallo Alex,

    ja, deine These, da ist was dran.
    Es geht doch eigentlich darum, dass das Ziel der Weg an sich ist, wir trotz Trockenheit uns unseres Handelns und Tuns immer bewußt sein müssen.

    Gruß, Freund.

  • Zitat

    Der Unterschied liegt evtl. darin, dass du sie machen musst, damit du eine geistige Loslösung erreichst, z.B. auch manchen Feiern vorerst fern bleiben musst, ein LZtrockener sie macht, weil er sich von diesem Umfeld gelöst hat und andere Werte lebt.

    Verstehste ?

    oja :!: dat hab ick verstanden. :idea:

    danke

    Kompromisse bedeuten ein Rückfall riskieren
    (vor dem trink - Rückfall geht ein Verhaltensrückfall vorraus)
    nicht Trinkende seid 04.03.07

  • Hallo Freund

    Zitat

    Es geht doch eigentlich darum, dass das Ziel der Weg an sich ist, wir trotz Trockenheit uns unseres Handelns und Tuns immer bewußt sein müssen.

    Ja, genau darum geht es.

    Wenn ich mich bewusst auf Abwege begebe(vom Ziel entferne), wo ich schon war und nicht mehr hin wollte, dann kann es passieren das ich dann doch länger auf diesen Wegen bleibe, und weiter auf ihnen zurück schreite, als mir lieb ist und ich es wollte und mein Ziel aus den Augen verliere.


    Je weiter ich auf meinem trockenen Weg gekommen bin, um so stabieler werde ich, mit jeder gemeisterten Situation, die ich früher nicht einmal ertragen konnte, wachse ich.

    Ich werde aber nie so stabil und groß genug sein um mich sicher auf Abwegen bewegen zu können, wobei ich das auch garnicht will, weil mir der jetzige Weg schon zu sehr gefällt, weil es mein Weg ist, auf dem ich dem Leben entgegen gehen kann und nicht dem Tod, dem ich auch nicht ständig begegnen möchte.

    Es ist schon schlimm genug das man seinen eigenen Tod überall in Flaschen kaufen kann und er auch sonst in vielen Dingen ist zum länger haltbar machen, wie man sagt, wobei aber da in meinen Augen auch "nur" entstehendes Leben abgetötet wird damit es nicht wächst, wie es von der Natur ja eigentlich vorgesehen war/ist! Da muss ich nicht noch auf ihn zu gehen!

    So, und zu guter letzt für heute....
    Es gibt keine Verpackung die sicher genug ist, damit Alkohol in meiner Nähe nicht gefährlich für mich werden könnte, weil ich wüsste das er da ist und so müsste ich über ihn nachdenken obwohl ich es garnicht wöllte, womit er mich schon wieder beeinflussen/bestimmen würde, gedanklich, wo ja auch jeder Rückfall anfängt, im Kopf.

    Die Verpackung Mensch als Hülle in der sich der Teufel befindet find ich sowieso viel zu durchlässig und vergänglich, da ist Glas wohl schon "sicherer", zumal der Teufel auch durch Glas nicht sprechen kann :wink:
    Alkohol "verpackt" in Menschen, sehe ich für mich als größte Gefahr!

    Liebe Grüße und schönes Wochenende, Alex

    ....ich lebe lieber ungewöhnlich...

    "Das letzte Mal Alkohol getrunken am 12.02.2007"

  • Hallo Freund,

    ich find gut...daß du diesen Thread wieder vorgekramt hast :lol::lol:

    Ich persönlich hatte ja am Anfang meines trockenen Weges auch gedacht...ich bin anders als die anderen und hab die räumliche Distanz zum Alkohol nicht bewahrt...mein Partner trank zu Haus und ich ging auch auf eine große Feier...tja...und es kam was kommen mußte...ich hatte einen Rückfall..weil ich mich gedanklich nicht vom Alkohol lösen konnte...da er ja immer präsent war...
    Nach meinem Rückfall begann ich mal wirklich durch eine totale räumliche Distanz zum Alkohol auch gedanklich davon zu lösen..und ab nun stand meine Trockenheit ...wirklich an erster Stelle...und ich trennte mich von meinem Partner...da er mich auf meinen Weg ausbremste und hinderte..
    Und heut geh ich meinen Weg ..ohne mich Gefahren auszusetzen...ich bestimme..wo ich hingehe...was ich tu..was mir gut tut und was nicht....aber das mußte ich auch erst lernen und annehmen...was sicher auch eine gewisse Zeit braucht..
    Heut ist mein Leben ohne Alk...das beste..was mir passiert ist und ich werde dadrauf verdammt aufpassen..

    Lieben gruß
    Kiki

    mein Rückfall zeigte mir,wie kostbar ein Leben ohne Alkohol ist!

  • Guten Morgen Kiki,
    ich steh grad am Anfang und bevor ich Frreitag Abend meinen Absturz hatte, vorher 2 Wochen nicht getrunken, habe ich auch gedacht, nur niix trinken würde langen. Ging auch auf den geburtstag von meiner Schwester, wo vortrinken angesagt war, bevor man weiter in die Pinte ist. Aber jetzt weiss ich das dies der falsche Weg war. Aber ich weiss nocht nicht genau, wie das in Zukunft erden soll. Am 3. November hat meine Mutter Geb. und am 4. 11 meine Freundin, machen riesen Party. Wenn ich aber absage mit der Begründung ich will nicht mehr trinken, sagen die nur :eins, zwei gehen doch,sei nicht so streng mit Dir. Ich muss mich als rechtfertigen und keiner akzeptiert oder respektiert meine Meinung. Sie überschreiten einfach meine Grenzen. Wie war das bei Dir? Was hast du denen geantwortet.Mutig das Du dich von deinem Freund getrennt hast.Wo finde ich neue Leute, die nix trinken, für mich ist das alles so weit entfernt.....Ich muss dazu sagen, das ich noch Depressionen habe und ich mich manchmal einfach nicht aufraffen kann, etwas Neues zu tun.

    Alles Liebe

    Zuletzt getrunken am 26.10.07

  • Hallo engel,

    vor Kikis Antwort möchte ich dir empfehlen, vielleicht den gesamten threat einmal zu lesen, für dich die Worte und vor allen Dingen den Inhalt zu reflektieren, den Sinn zu inhalieren, daraus mitzunehmen und anzuwenden.

    Du schaffst das, gehe in dich, bleib bei dir.

    Gruß, Freund.

  • Hallo Engel,

    Zitat

    . Ich muss mich als rechtfertigen und keiner akzeptiert oder respektiert meine Meinung


    das wirst du immer wieder auf deinem Weg in die Trockenheit erleben..
    vor meinem Rückfall...kam ich da auch immer an meine Grenzen...weil mir auch jeder sagte.."Ach Mensch..so schlimm war es doch gar nicht bei dir"...Heut...rechtfertige ich mich da nicht mehr...ich bestimme einfach..wo ich hingehe..und mir ist egal,ob die anderen das respektieren oder akzeptieren...mir muß es gut gehen...
    ich hab auch ein gutes Bsp...in ein paar Wochen hat jemand aus meiner Verwandschaft Geburtstag und meine Mutti fragte mich schon..wie ich arbeiten muß...damit sie wissen..ob sie die Feier auf einen Freitag oder Samstag legen...ich sagte,daß es mir egal ist...da ich NICHT komme...meine Mutti war schon fast empört..und sagte...das geht doch nicht...daß ich mich jetzt überall ausschliesse...doch..das geht...und ich hatte ihr nach meinem Rückfall gesagt...daß ich jetzt bestimme..wo ich hingeh und was ich tue...und trotzdem macht sie es mir schwer..ich bin dann letzte Woche nochmal zu ihr...und hab ihr klar und deutlich gesagt...daß es so sein wird...daß ich an solch Veranstaltungen nicht teilnehme..es gehört Konsequenz dazu...die ich heute habe und die mir auch nix mehr ausmacht...ich laß mich da nicht mehr beirren..von Aussagen der anderen...

    Zitat

    .Wo finde ich neue Leute, die nix trinken, für mich ist das alles so weit entfernt


    am Anfang ist auch alles irgendwie weit entfernt und man braucht viel GEDULD...die ist wichtig und die mußt du einfach haben...immer und immer wieder...und wenn du mit ganz kleinen Schritten in Richtung zufriedenem trockenem Leben tippelst...wirst du sehen...daß oft eins ins andere greift...und du wirst auch neue Leute kennenlernen...die nix trinken...z.B. in reellen SHG...sicher muß man sich ein bissel umschauen...aber es funktioniert.
    Und wenn man einige Regeln für sich unbedingt beachtet..die ja Freund in seinen Thread gut dargelegt hat..wartet echt ein schönes zufriedenes Leben auf einen...wo auch mal Probleme lauern...was aber alles Herausforderungen sind...und auch lösbar...
    Ich wünsch dir viel Kraft für deinen Weg..
    Man kann es wirklich schaffen...
    lieben gruß
    Kiki

    mein Rückfall zeigte mir,wie kostbar ein Leben ohne Alkohol ist!

  • Hallo Engel,

    ich kann mich da nur Kikis Worten anschließen.

    Dieses Gefühl, hatten wir ja alle mal, dachten wir, man könne sich ja jetzt nicht überall ausschließen, was sollten die Leute denken, man wollte ja selbst dabei sein, nichts verpassen.

    So habe ich mit Trinkpausen lange genug rum gedoktert.

    Was war bei mir passiert, als ich mich von diesen Verzichtsgedanken gelöst habe ?

    Ich hatte für mich erkannt, dass wenn ich dem Alkoholumfeld treu bleibe, auch ohne Alkohol zu trinken, der Alkohol mich immer begleiten würde und ich mich nie von ihm lösen kann, ich immer wieder Rückfälle haben werde, er mich bis zu meinem Tode begleiten wird.
    Und das wollte ich NICHT.

    Liebe Kiki,

    mit deiner Mutter würde ich aber noch ein paar ernste Worte sprechen.

    Gruß, Freund.

  • Hallo Freund und Hallo kiki,
    erstmal Danke das ihr mir so schnell geantwortet habt. Ja ich glaube ich muss mir für mich sicher sein, das ich diesen Weg gehen möchte. Dann müssen mir die anderen Aussagen egal sein. So scheint das einfach zu sein, sind ja nur Worte. Aber das wirklich umzusetzen, wird schon schwieriger. Aber ich hoffe, das IHR alle mir vielleicht auf meinem langen Weg helfen werdet. Habe mir das Buch Familienkrankheit Alkoholismus gekauft, das ist so interessant. Auch habe ich meiner Tochter jetzt erzählt, das ich das ich das nicht mehr möchte und ob sie mein Trinken irgendwie mitbekommen hat. War schon erschrocken,, als sie mir sagte, das sie es gemerkt hat, das ich manchmal so komisch war, das es ihr manchmal peinlich war. Aber sie hat nie etwas gesagt. Nach unserem Gespräch war sie wie ausgewechselt, hat den ganzen Tag gelacht und wir hatten richtig Spass zusammen. Ich glaub ihr ist eine schwere Last abgenommen worden. Dadurch das ich es erzählt habe und ihr gesagt habe , das sie mir alles sagen kann, ohne schlechteses Gewissen.

    Alles Liebe

  • Ich möchte mich auch noch einmal für diesen großartigen Thread bedanken, er hat mich enorm weiter gebracht. Einzelne neue Gedankengänge werde ich wohl in den nächsten Tagen in meinem eigenen Thread abarbeiten, aber soviel: Ich habe inzwischen besser gelernt, zu mir zu stehen, das zu tun was für mich gut ist, was ich will, ohne Kompromisse. Ich bin immer mehr bereit, offen mit meiner Krankheit umzugehen - mit der Krankheit Alkoholismus als auch mit der sozialen Phobie. Vom Alkohol fernhalten tue ich mich ja jetzt schon so gut es eben geht, aber ich werde durch diesen Thread auf diesem Weg bestärkt.

    Es ist zwar noch ein langer Pfad, aber ich merke, wie ich mich immer weniger beeinflussen lasse. Niemand kennt mein inneres Universum, niemand weiß, was ich gedacht und gefühlt hab, als ich im Sog des Saufdrucks, der Gier, des Saufens war. Deshalb hat auch niemand das Recht mir zu sagen "Das war doch gar nicht so schlimm...".
    Ich will nicht, dass andere über mein Leben entscheiden, und dann nacher, wenn ich mit einer kaputten Leber im KH liege neben meinem Bett stehen, mit den Achseln zucken und sagen "Tja, hast wohl Pech gehabt. Sowas doofes, wie konnte das nur passieren."
    Aber dazu später mehr.

    Also nochmal danke für den Thread ;) .

    LG
    Plejaden

  • Hallo Plejaden,

    stehe zu deinen neuen Erkenntnissen und DEINEM Weg, so lang ist der Pfad gar nicht.
    Wir sind bei dir, wenn du uns lässt.

    So wahre Worte, die du schreibst, da musste ich schmunzeln:

    Zitat

    … niemand weiß, was ich gedacht und gefühlt hab, als ich im Sog des Saufdrucks, der Gier, des Saufens war. Deshalb hat auch niemand das Recht mir zu sagen "Das war doch gar nicht so schlimm...".

    Gruß, Freund.

  • ... und noch ein Nachtrag zu deiner Silvesterplanung:

    Zitat

    Es wird alles darauf hinauslaufen, dass ich das Angebot des moderierten Chats hier wahrnehmen werde. Das sage ich wirklich mit Freude und ohne Verzichtsgedanken, denn Sylvester hab ich seit jeher am Liebsten daheim gefeiert.

    Hier können etliche bestätigen, welch Spaß wir letztes Jahr gemeinsam erlebt haben.
    Und sei dir gewiß, dass du einen nüchternen Neujahrsmorgen erleben wirst, der von seinen Gefühlen einzigartig ist, wenn sich viele noch mit den obligatorischen Entzugsschmerzen plagen.

    Gruß, Freund.

  • Hallo liebe Leute ,

    ich wünsche allgemein einen schönen Sonntag :wink: .

    Ich habe mich aus persönlichen Gründen aus der Pflicht des Moderatorenteams entlassen lassen und werde im offenen Bereich u.a. auch hier in diesem threat wieder als aktives Mitglied, soweit es meine Zeit erlaubt, mit dabei sein.

    Gruß, Freund.

  • Hallo Freund,


    es ist schön, Dich hier weiterhin lesen zu können. Ich habe Deine Beiträge immer sehr geschätzt, Deine kurze und knappe Art, Dinge zu benennen :lol: .

    Ich wünsche Dir, daß Dich Deine persönlichen Gründe, aus dem Mod.-team herauszugehen, nicht daran hindern werden, dennoch hier Deinen guten Einfluß wirksam werden zu lassen.

    Ich wünsche Dir alles Liebe und freue mich, von Dir zu lesen.

    Lieben Gruß

    S.Käferchen [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/www.cosgan.de/images/smilie/tiere/k025.gif]

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