Wie verhalte ich mich gegenüber meinem Arbeitgeber

  • Hallo ... und willkommen im Forum.

    Ehrlichkeit zu deiner Alkoholkrankheit ist ein Grundbaustein.
    Dein Arbeitgeber wird es vlt. sogar als Stärke schätzen, zumal er deine Pflichterfüllung etc. kennt.
    Wieso sollte das also nachteilig sein ?

    Glückwunsch zu deinem Entschluß.

    Gruß, Freund.

  • Hallo MZ80b, herzlich willkommen.

    Ich kann da nur aus meiner Erahrung schreiben, da ich erst vor kurzem mit meinem Chef ein längeres Gespräch hatte über meine Krankheit, ich habe dieses Gespräch vor der stationären Entgiftung angesprochen.

    Aber ich finde das muss jeder selbst entscheiden wie er sich da verhält, du kennst deinen Chef/Betrieb am besten. Meinen Chef kannte ich ja, und von meinem Problem wie ich es damals noch nannte, wusste er schon länger.Schon länger als ich dachte.

    Wenn du es nicht möchtest, muss der Betrieb nichts erfahren. Du bist ja krank und hast dafür eine Bescheinigung auf der nicht die Krankheit vermerkt ist.

    Auf die 2 veschiedenen Meinungen von Suchtberatung und Arzt würd ich nichts geben, die kennen ja die Firma nicht in der du tätig bist.

    Mich persöhnlich hat es aber erleichtert, Chef und Kollegen über meine Krankheit zu informieren, das bewahrt mich dann später vor Rechtfertigungen die eventuell anstehen könnten,spätestens bei Feiern.

    Hätte ich aber Bedenken gehabt das ich dadurch kein Verständniss erhalten hätte oder gar benachteiligt gewesen wäre, hätt ich erst einmal nichts gesagt.


    Viele Grüsse, der Alex

    ....ich lebe lieber ungewöhnlich...

    "Das letzte Mal Alkohol getrunken am 12.02.2007"

  • Hallo Mz !

    Habe mit meinem Chef und meinen Kollegen offen über mein Problem gesprochen, ab diesem Tag habe ich nicht mehr getrunken , das war vor über 13 Jahren. Bis Heute habe ich deswegen kein Böses Wort gehört oder Nachteile gehabt. Im Gegenteil wir feiern zusammen immer meinen Jahrestag als meinen zweiten Geburtstag.
    Damals wollte ich verhindern das Gerüchte die Runde machen und wenn ich deswegen Rausgeflogen wäre , dann sollte es so sein, denn wenn ich weiter getrunken hätte wäre ich auch irgendwann Rausgeflogen. Ich gehe sehr offen mit meiner Krankheit um und kenne keine schlechten Erfahrungen.

    Viele liebe Grüsse von Bernd

    Trocken seit dem 06.12.1993 und das bleibt auch so !!!

  • Hallo mz80b,

    es ist doch so, dass mit der Entgiftung allein das Problem nicht aus der Welt geschafft ist.

    Eine anschließende Therapie bringt in den meisten Fällen ja erst den Erfolg, was aber Ärzte beurteilen sollten.

    Unter Berücksichtigung dieses Aspektes ist es wohl von Vorteil, den AG zu informieren.

    Dies ist kein Ratschlag, sondern ein Anstoss zur weiteren Überlegung.

    gruß craving

  • Hallo mz,

    der Teil vom "gelben Schein", sollte ihn dir dein Hausarzt ausstellen, den der AG. erhält, beinhaltet aus Datenschutzrechten nicht den Krankheitsgrund. Nur der Teil, der an die KK geht.

    Allerdings wirst du auch im weiteren Leben erfahren, dass dein Umfeld von deiner Krankheit wissen sollte, zumal du sonst zeitlebens einen Spießrutenlauf machst.

    Gruß, Freund.

  • Hallo MZ80b,

    Auf meiner Bescheinigung die ich vom Krankenhaus stand auch nur das ich von..... - bis.... zur stationären Behandlung war. Nicht warum.

    Ich hatte auch ein wenig Bedenken aber du glaubst garnicht wieviele Leute Verständniss für unsere Krankheit haben. Du glaubst garnicht wieviele Menschen in der Verwandschaft oder Bekanntschaft schon mit Alkoholikern zu tun hatten, leider sind davon sehr viele Todesfälle gewesen.

    Von diesen Menschen bekam ich sogar Bewunderung und sie wünschten mir alles Gute (-:
    Denn die wenigsten sehen selbst ein, was sie für eine Krankheit haben oder schämen sich für diese.

    Und wie Freund schon meinte, wir haben diese Krankeit en Leben lang, deshalb sollten wir auch offen damit umgehen, sonst Spießrutenlauf, der nicht sein muss(-;

    Mir hatt es bis jetzt nur geholfen, das ich mit der Krankheit offen umgehe.
    Und wenn du schon so gut denkst über deinen Chef, solltest du ihn auch einweihen. Feuern könnte er dich sowieso nicht deshalb. Er könnte höchstens von dir verlangen das du ins Krankenhaus gehst, aber das machst du doch eh schon freiwillig.

    Also keine falsche Scham.

    Viele Grüsse, der Alex

    ....ich lebe lieber ungewöhnlich...

    "Das letzte Mal Alkohol getrunken am 12.02.2007"

  • hallo mz
    warum stellst du dir jetzt die frage,was du deinen arbeitgeber sagst.
    warte doch erst einmal ab,ob du gefragt wirst,warum du krank geschrieben warst.
    kannst dir dann immer noch überlegen, was du dann sagen möchtest.

    du schreibst das vorher keine probleme wegen alk an der arbeit hattest.
    bist du dir sicher, das keiner was gemerkt hat?

    als ich noch gesoffen habe,haben sie es an der arbeit gemerkt ,aber nur nichts gesagt weil ich noch funktioniert habe.


    herzlichst heinrich

    Der Mensch muss sich verändern wollen.
    Sonst ist jedes Bemühen sinnlos, jedes Wort zuviel und jede Anstrengung vergebens.

  • hallo mz

    ich bin auch der meinung das es wichtig ist mit der krankheit die wir nun mal den rest unseres lebens mit uns rumschleppen ehrlich umzugehen.

    am anfang ist es sehr schwer die wahrheit zu sagen, das ist mir klar, es wird aber jedes mal leichter.

    außerdem muß ich auch heinrich recht geben, das auf der arbeit keiner was merkt halte auch ich für sehr unwarscheinlich. bei mir im betrieb gibt es auch kandidaten die glauben es merkt keiner, dabei wissen es eigentlich alle was los ist. es sagt eben nur keiner was.

    gruß doro

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Hallo mz

    Du schreibst:
    Aber ein Konstrukt, dass auf Lügen aufbaut, halte ich auch nicht für wirklich richtig.
    Dann weißt Du doch,wie Du dich morgen zu verhalten hast,oder?
    Die Wahrheit,ist der Weg zum ganzen,ausnahmslos,ohne wenn und aber!!

    Liebe Grüße,Andi

  • ich kann deine Bedenken, mzb80, absolut gut verstehen. Ich gehe zur AA. Wir sprechen auch des öfteren darüber, inwieweit man es kundtut. Wir sind uns alle einig, dass man es nicht an die große Glocke hängen muss, sondern es situationsbedingt handhaben. Einer aus der Gruppe hat einen neuen Arbeitsplatz angefangen, wollte sich nicht outen. Feiern sind dort auch oft angesagt. Er hat von Anfang an geklärt, "ich trinke keinen Alkohol- Punkt. Die Kollegen akzeptieren es.

    Ich persönlich würde mich nicht outen. Es hätte für mich nicht den Geschmack von Lügen sondern von Selbstschutz. Ich würde die Entgiftung machen und dann mal erst die Situation checken. Aber wie gesagt ist meine persönliche Meinung. Bei mir wissen es meine Freunde, mit denen ich darüber auch sprechen kann. Ich persönlich hätte Angst, dass es mir zum Nachteil gereicht. Ich spüre auch bei dir, wie unsicher du in der Beziehung bist. Letztendlich kannst du es ja doch nur allein entscheiden.

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