• Hallo Joe,

    Ich sehe es mal in meinen Worten so!

    Der Wille wird bei einem ausichtslosen Kampf gegen den Alkohol gebrochen und man fällt in die Resignation "Rückfall" !
    Gehe ich willentlich jedem Kampf(auch gedanklich) mit dem Alkohol aus dem Weg weil ich akzeptiert habe gegen einen Übermächtigen Gegner nicht gewinnen zu können ,habe ich den Feind bewegungs und wirkungslos gemacht!

    Gruß M2109

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo zusammen,

    ich freue mich wirklich sehr, dass meine Gedanken eine solch positive Resonanz hervorgebracht haben :D . Zeigt mir das doch auch, dass ich auf meinem Weg nicht in eine verkehrte Richtung gehe!

    Ein kleines Versäumnis ist mir allerdings noch aufgefallen: Der Wille eines Menschen, wie ich ihn definiert habe, ist natürlich noch etwas zu differenzieren: Zum einen gibt es den bewussten Willen, der sich herausbildet, wenn man sich auf neue Pfade begibt, also etwas an seinem Handeln verändert; zum anderen existiert da aber auch noch der unbewusste Wille, der mein Handeln bestimmt, wenn ich auf altbekannten Pfaden wandel. (Beide Varianten habe ich nämlich in dem Text verwendet, ohne diesen Unterschied deutlich zu machen :wink: )

    Grundsätzlich finde ich meinen Willen -egal ob bewusst oder unbewusst- sehr wichtig: Er ist mein Motor, meine Antriebsfeder. Ohne einen Willen wäre ich doch in einem Zustand totaler Bewegungslosigkeit gefangen. Ich müsste mein Handeln und Erleben als gegeben betrachten und wäre nicht in der Lage, mich selbst als Mensch weiter zu entwickeln. Und das gilt natürlich nicht nur für das Thema Alkohol.

    Hmmm, ich glaube, wenn man hier jetzt konsequent weiterdenkt, dann kommt man zu dem Punkt 'Verantwortung für das eigene Leben übernehmen'. Und das ist sicher auch eine Baustelle für den ein oder anderen hier im Forum. Für mich ist es jedenfalls eine :wink: !

    Soweit.

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • *in den Thread reinschleich* Wollte kurz fragen, ob es dir gut geht? Hast ja schon fast eine Woche nichts mehr von dir hören lassen... Hoffe auf jeden Fall, dass alles ok ist bei dir! *aus dem Thread rausschleich*

  • Hallo zusammen,

    hier mal ganz kurz eine kleine Rückmeldung von meiner Wenigkeit!

    Grund meiner Abwesenheit: Kapitaler Schaden an der TK-Anlage. Vielleicht werde ich später die ganze Geschichte berichten, vielleicht werde ich die vergangenen Tage aber auch ersatzlos aus meinem Gedächtnis streichen: Kein Internet, kein Telefon, phasenweise sogar abendlicher Konsum von TV *grusel*.

    Aber hey: Auch ein unvernetztes Leben ist kein Grund zum Trinken :wink: .

    Plejaden :
    Du musst doch nicht in meinem Thread herumschleichen, Du darfst Dich hier gerne frei und offen bewegen :wink:

    Soweit erstmal, später vielleicht mehr!

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Na dann *herumspring*.

    Schön wieder von dir zu hören, das mit der TK-Anlage ist natürlich sch.... . Ich drück dir die Daumen, dass alles bald wieder wie gewohnt funzt und finde es super, dass du den Frust über die Tücken der Technik nicht ertränkt hast!

    LG
    Plejaden

  • Hallo miteinander,

    nun war ich eine gute Woche nicht mehr bei Euch im Forum und habe irgendwie kaum etwas zu berichten. Hmmm, also vor ziemlich genau einer Woche hat meine TK-Anlage das zeitliche gesegnet. Unglücklicherweise kann ich mich von einer erheblichen Mitschuld leider nicht freisprechen: Ich sage nur 35kg Röhre und eine Fallhöhe von gut einem Meter können ein doch recht umfangreiches Schadensbild produzieren! Sehr ärgerlich das Ganze, aber dafür bin ich jetzt stolzer Besitzer eines 24-Port-Switches! (Nu fehlen mir aber noch 20 Rechner, um das Gerät auch auszulasten :wink: ).

    Ansonsten steht für mich in dieser Woche die Entscheidung an, ob ich jetzt die ambulante Sucht-Reha beantrage, oder nicht :?: . Diese Frage stellt sich mir ganz ernsthaft, weil ich durch die Eindrücke der Vorlaufphase immer mehr zu dem Glauben komme, dass es in dieser Maßnahme eher darum geht, Menschen zu einem trockenen Leben zu überreden, als tatsächlich mit entschlossenen Abstinenzwilligen zu arbeiten. Viele der ‚Kandidaten’ für dieses Programm sehen ihr Trinkverhalten in meinen Augen nicht kritisch genug bzw. erkennen die Sinnlosigkeit des alkoholinduzierten Wohlbehagens einfach nicht. Ich mag das hier jetzt gar nicht viel weiter ausführen, aber irgendwie fühle ich mich da nicht so gut aufgehoben. Tja, mal gucken. Habe diese Woche noch ein Gespräch mit meiner Suchtberaterin und dann werde ich meine Entscheidung fällen.

    Ansonsten geht’s mir eigentlich recht gut. Hatte diese Woche zwei sehr positive Erlebnisse in Bezug auf mein soz. phobisches Erleben (welches am Ende ja doch nur ein irrationales Einbilden ist!) und habe jetzt auch endlich angefangen, mich wieder um Arbeit zu bemühen (sehr wichtig!). Mein Reisepass ist endlich fertig (und die Fingerabdrücke dem amerikanischen Geheimdienst zugespielt :wink: ) und ja, fühl mich eigentlich ganz klasse so insgesamt betrachtet :D !

    Mal sehen, was der Rest der Woche noch so bringt!

    Liebe Grüße

    J. (der heute erstmalig in seinem Leben operiert wurde und tapfer ohne den Gedanken an Alkohol alle Schmerzen erträgt :wink: --- Aua!)

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo zusammen,

    ich habe Schmerzen!

    Kleiner Tipp von mir an alle:
    Wenn ihr einen Chirurgen seht, dann rennt.
    Wenn er Euch in ein Gespräch verwickelt, dann verlasst das Land!
    Wenn am Ende ein Behandlungstermin herauskommt, dann kauft Euch ein Zelt und zieht auf den Mond!!!

    Das wären jedenfalls meine Strategien für die Zukunft :wink: .

    Im Ernst: Habe gestern zwei (schon recht notwendige) Eingriffe an meiner Hand vornehmen lassen und habe jetzt das Vergnügen, mich mit den postoperativen Schmerzen vergnügnen zu dürfen. Nach fast 30-stündiger Verheilzeit, habe ich sogar schon wieder die Fähigkeit wiedererlangt, die betroffenen Finger um ganze 5mm zu bewegen, ohne das ein infernalisches Stechen durch meinen Arm mitten auf das Herz zurast, und selbiges mit spontanem, schmerzinduziertem Stillstand bedroht!

    Und weil ich ein Mann (und damit sicher ein wenig blöde :wink:) bin, glaube ich selbstverständlich an meine indianische Herkunft und verweigere kosequent die Einnahme von schmerzstillenden Medikamenten. Habe meiner Partnerin dann vorgeschlagen, sie könne sich ja krankschreiben lassen, um mir die notwendige Pflege zukommen zu lassen, wurde aber von ihr abgelehnt! Menno!

    Dabei tut das bestimmt so weh wie Kinderkriegen :roll:.

    Um aber mal beim Thema des Forums zu bleiben und diesen Beitrag nicht völlig off-topic zu gestalten: Diese doch recht missliche Lage hat keinerlei Trinkverlangen in mir geweckt. Selbst der bewusst herbeigeführte Gedanke an ein Bier hat eher ein abwehrendes Gefühl zur Folge gehabt, als die früher so oft verspürte Sehnsucht. Ich empfinde das schon sehr befreiend, denn trotz deutlich warnehmbarer Schmerzen und einer dadurch produzierten inneren Unruhe habe ich nicht im Ansatz das Bedürfnis, mich durch alkoholische Wirkung dieser Lage zu entziehen.

    Makes me happy :D !

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo JoeDoe,

    ein Zelt auf dem Mond, das ist schon verwegen :wink: . Glaubt man den Ausführungen mancher Verschwörungstheoretiker, dann ist die Verwegenheit jedoch dahin, da sich der Mond ja in einem geheimen Fernsehstudio der NASA befindet, von dem aus die ganze Welt genatzt worden ist. Ähm. Auch egal.

    Ich finde es super, dass dir kein Gedanke an Trinken gekommen ist. Würde auch irgendwie nicht mit dem Indianer zusammenpassen: Erst keine Schmerztabletten nehmen, aber sich dann herzhaft benebeln? Neee...
    Dieses abwehrende Gefühl hatte ich auch schon ein paar Mal, fühlt sich gut an! Und dass dich selbst die innere Unruhe nicht umreißen kann, ist auch ein gutes Zeichen!

    LG
    Plejaden

  • Hallo Plejaden, Hallo lieber Rest,

    diese Abwehrreaktion bei dem Gedanken an Alkohol ist schon recht faszinierend. Zum einen, weil ich dieses Gefühl ja nun schon jahrelang nicht mehr empfunden habe, zum anderen natürlich auch, weil ich versuche, dieses Gefühl einzuordnen.

    Ich habe mir so ein kleines Bild dazu entworfen:

    Irgendwo im Hirn eines Menschen steht ein großes Gebäude und in diesem Gebäude arbeiten viele, viele, viele kleine Neuronen an der Erhaltung unserer Gesundheit. Genauso, wie wir nicht auf heiße Herdplatten packen, oder uns nackt im Schnee zu Bett legen, genauso warnen diese kleinen Mitarbeiter den ‚Normalen’, wenn er zuviel trinkt, oder ein Glas ansetzt, obwohl ihm der Konsum gerade gar nicht gut tut. Die Entwicklung dieses Gefühls ‚Will ich nicht!’ ist also eigentlich ein völlig normales, gesundes Verhalten und für den gesunden Menschen kaum der Beachtung wert, obwohl er dieser Empfehlung Folge leistet und eben keinen Alkohol trinkt.

    Aber was ist denn nun passiert, dass mein ganz persönliches Gesundheitsamt mich über so viele Jahre einfach im Stich gelassen hat?

    Ich denke wohl, dass es da auch noch so eine Art Spaß-Ministerium in unseren Hirnen gibt. Ein sicher ebenbürtiges Bauwerk mit ähnlich vielen Mitarbeitern, die sich bemühen, uns im Leben Freude zu bereiten. Nun hat man hier den Alkohol als Lustgewinn entdeckt und nach einiger Zeit waren die Spaß-Neuronen so vom Mittel überzeugt, dass sie zunächst bei den Einwänden aus dem Gesundheitsamt lauthals protestierten. Aber schon sehr bald fingen sie auch damit an, kleine Papierkügelchen durch zerlegte Kugelschreiber auf ihre spaßverderbenden Mitneuronen zu spucken. Selbstverständlich blieb es nicht bei den schelmischen Neckereien der Anfangszeit: Schon bald konnte man die ersten Handgemenge beobachten und immer ernster wurden die gegenseitigen Drohungen.

    Das Ende vom Lied kennen wir alle: Das Gesundheitsamt wurde vom Spaß-Ministerium überrannt! Brandschatzend zogen all die kleinen besoffenen Party-Neuronen durch die Gänge und die Räume und vernichteten das ganze Gebäude. Dunkle Rauchschwaden zogen über die Ruinen des einst so stolzen Gebäudes. Die wenigen Wächter über unser Wohlsein, die den Ansturm überlebten, taumelten ziellos durch die Trümmerlandschaft, während sich unsere Spaß-Neuronen in ihre sichere Feste zurückzogen, um eben ihrem neu entdeckten Hobby ungestört weiter zu frönen: Saufen!

    Tja, aber nun ist wieder etwas Neues geschehen: Alk ist alle! Gott hat so entschieden (Ich bezeichne mich gegenüber meinen Neuronen setzt mal einfach so :wink: Bitte nicht den psychiatrischen Notdienst anrufen *g*). Das führt natürlich zu großer Aufruhr im Spaß-Ministerium, weil die eigentliche Aufgabe –nämlich Freude bereiten- kann mangels Alternativen nicht mehr erfüllt werden. Selbst der neue Gegner kann dank Omnipotenz nicht mehr angegriffen werden und in all dem Chaos finden die ersten der wenigen verbliebenen Gesundheitsneuronen wieder den Mut, ihre Stimme zu erheben, wenn sie dem Reiz ‚Alkohol’ begegnen. Und genau diese Stimmen kann ich jetzt wieder hören: Sie möchten mich warnen, sie möchten mir helfen!

    Tja, und eines wird mir in diesem Bild auch ganz deutlich bewusst: Ich kann meine Gesundheits-Neuronen nun hegen und pflegen, kann ihnen ein neues Gebäude in meinem Hirn zur Verfügung stellen und ihnen alle Unterstützung zukommen lassen, dir mir möglich ist, aber im alten Glanz der vergangenen Tage wird mein Gesundheitsamt nie wieder erstrahlen. Nie wieder wird es die Stärke und die Kraft erlangen, um den Truppen des Spaß-Ministeriums erfolgreich bei einem erneuten Angriff die Stirn bieten zu können. Ich kann in meinem Spaß-Ministerium so viele Schulungen wie möglich halten, wenn meine Party-Neuronen wieder auf den Alkohol treffen, dann überrennen sie mein Gesundheitsamt ohne Zögern auf ein Neues!

    Und genau das ist der Grund, warum kontrolliertes Trinken nicht funktioniert!!!

    Hmmm, nun aber genug mit der morgendlichen Märchenstunde.

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo zusammen,

    wieder 'schlechte' Neuigkeiten: Meine Suchtberaterin glänzt durch erneute Krankheit. Damit vertagt sich die Frage nach der ambulanten Sucht-Reha wohl bis ins nächste Jahr :cry: . Ich finde es zur Zeit einfach wahnsinnig schwierig einzuschätzen, in welchem Rahmen mir diese Maßnahme wirklich sinnvolle Hilfestellung auf meinem weiteren Weg bietet? Heute Abend ist wieder Gruppe ... werde mir da noch mal ein Bild machen, wenn aber wieder ereiferte Diskussionen darüber entstehen, ob man in Kneipen Fußball schauen soll (hatten wir das hier nicht auch schon mal?), oder ob der spezielle Traubensaft vom Winzer mit seiner wie auch immer gearteten Note einen prima Ersatz für den Rotwein zum Essen darstellt (wenn er natürlich auch aus dem guten Rotweinglas genossen wird!), dann werden die Fragezeichen bei mir immer größer. Naja ....

    Ansonsten weiter alles im grünen Bereich bei mir: Die Hand macht wieder Fortschritte (gestern haben mein Daumen und mein Zeigefinger wieder miteinander kuscheln können *g*), habe eine 24-Stunden-Turbo-Grippe hinter mir und werde gerade von recht heftigen Bauchschmerzen geplagt :? . ABER: Bin gedanklich frei von Trinkgelüsten, und das ist es doch, was zählt!

    In diesem Sinne.

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo Joe,

    tja, ich kann deine Sorge/Zweifel um Sinn und Unsinn der ambulanten Maßnahme verstehen. Ich war da selber am Zweifeln - und bin es jetzt, da ich kurz vor Beendigung derselben stehe - immer noch.

    Ich habe vor kurzem mal eine Art Aufstellung gemacht - und zwar eine Aufstellung meiner Veränderungen/Maßnahmen, die ich persönlich für die tragenden Säulen halte, damit ich heute - fast 9 Monate nach Beginn meiner Abstinenz - langsam damit beginnen kann von einer "zufriedenen, sich-selbst-tragenden Trockenheit" bei mir zu sprechen.

    - auf körperlicher Ebene: Einnahme eines leichten Anti-depressivums in Absprache mit meiner Fachärztin für Psychiatrie.
    - auf psychischer Ebene: Einzelgespräche mit meiner Psychologin in der Suchtberatungsstelle und die regelmäßige Teilnahme hier im Internetforum
    - auf geistiger Ebene: Meine Beschäftigung mit Logotherapie und Existenzanalyse nach Viktor E. Frankl

    Diese Dinge machen bei mir persönlich den "Mix" aus. Die Einzelgespräche mit der Psychologin sind nun mal Teil der ambulanten Maßnahme - deshalb bereue ich meine Teilnahme daran schon mal nicht. Dazu kommen halt die Gruppengespräche - und von deren Nutzen bin ich - ähnlich wie du - für mich persönlich nicht wirklich überzeugt. Trotzdem bin ich weit davon entfernt, sie als "nutzlos" zu bezeichnen. Auch dort bin ich eigentlich ganz gerne hingegangen, auch wenn sie mich nicht wirklich weitergebracht haben mögen.

    Ansonsten geht es bei mir einfach auch wieder bergauf, seitdem ich regelmäßig einer Arbeit nachgehen muss und dadurch Tagesstruktur bekommen habe. Um aber "fit" für das Arbeitsleben zu werden, mussten erstmal die anderen, oben beschriebenen Maßnahmen "greifen" - was der Fall war. Jetzt hoffe ich, das sich das alles über einen längeren Zeitraum stabilisieren kann. :wink:

    Herzlichst,

    Blizzard

    Erst unter den Hammerschlägen des Schicksals, in der Weißglut des Leidens an ihm, gewinnt das Leben Form und Gestalt. (V.E. Frankl)

  • Hallo Blizzard, Hallo zusammen,

    so, bin jetzt wieder eine Gruppenstunde 'älter' geworden und gestern war es sogar richtig interessant, weil erstmalig auch ein 'Co' teilgenommen hat. Ich fand diese Stunde wirklich sehr aufschlussreich, weil dieses typische Trinkerverhalten aus den Augen eines Nichtbetroffenen mit all der Ahnungslosigkeit und auch der dazugehörigen Ratlosigkeit auf den Tisch kam. Das ist doch noch einmal etwas anderes, als die Beschreibung aus der Ich-Perspektive und hat mein gutes, altes Hirn auch wieder sinnvoll zum Denken gebracht :D !

    Insgesamt hat das meine Zweifel auch wieder ein wenig gedämpft, obwohl diese auch nicht so weit gingen, dass ich das Ganze als nutzlos empfunden hätte. Auch wenn der Vergleich vielleicht ein bisserl bescheuert ist: Bei manchen Diskussionen empfand ich meine Meinung doch wesentlich 'weiter' oder 'konsequenter', als die der anderen Teilnehmer und da habe ich dann dieses doofe Gefühl, auf dem Weg zum Abitur und auf dem Stand der fünften Klasse trotzdem meinen Weg zusammen mit all den Erstklässlern bestreiten zu müssen. Das soll auch gar nicht überheblich klingen, aber in manchen Punkten habe ich mir –zumindest für die Anfangszeit- ganz klare Grenzen gesetzt und das stößt selbst bei der Gruppenleitung manchmal auf Unverständnis.

    Naja, wie gesagt: Wenn meine Suchtberaterin nicht in der nächsten Woche einen Termin für mich freimachen kann, dann fällt die Entscheidung eben im Januar. Geduld haben ist angesagt!

    PS: Gerade hat meine (fast)-Schwägerin angerufen und versucht mich auf eine Festivität im Familienkreise einzuladen … Es soll in ein Brauhaus gehen :? . Eigentlich habe ich meine Meinung zu diesem Thema deutlich zur Sprache gebracht, aber Versuchen scheint man es ja trotzdem zu können.

    In leichter Verwunderung

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo JoeDoe,

    da steckst du echt in einer Zwickemühle. Ich persönlich denke, etwas mitnehmen kann ich eigentlich immer dabei. Andererseits besteht vielliecht die Gefahr, wieder mit nassem Denken infiziert zu werden. Da hast du ja ein paar Beispiele genannt, mit dem Winzertraubensaft aus Rotweingläsern... Du musst für dich entscheiden, wie "kippelig" du bist ;) .

    Ansonsten freut es mich zu hören, dass es dir wieder besser geht (hoffe ich doch?). Mein Vater hatte übrigens letztens auch eine Attacke auf mich gestartet, wollte mich zu einem Glas Wein überreden. Ich musste volle fünf Mal verneinen, das Ganze wurde dann gekrönt von der Frage "Wieso denn nicht?" :? . Wie du geschrieben hast, versuchen kann man's ja immer mal wieder... Wie die Aasgeier, "na, kippt sie jetzt um?"

    LG
    Plejaden

  • Hallo Plejaden,

    Zitat

    Mein Vater hatte übrigens letztens auch eine Attacke auf mich gestartet, wollte mich zu einem Glas Wein überreden. Ich musste volle fünf Mal verneinen


    Ich glaube, da habe ich das große Glück, dass sich wohl keiner erdreisten würde, mich mit einer solchen Überredungsattacke zu belästigen. Da ich (räumlich bedingt) mit meiner Schwiegerfamilie sehr viel öfter zu tun habe, wie mit meiner eigenen, habe ich allerdings auch ein etwas rigoroseres Aufklärungsprogramm gefahren, als bei meinen Eltern. Von daher bin ich da schon sicher. Was aber irgendwie dennoch fehlt, ist das Verständnis, das ich in einem Brauhaus eventuell doch einige Probleme bekommen könnte, wenn ich da in der bierseligen Gesellschaft an meinem Wasser herumnuckel :!:

    Ich meine ein Brauhaus??? Erstens gehörte Bier zentral in mein alkoholisches Beuteschema und ein Brauhaus ist ja sozusagen die Wiege meines verkümmernden Verlangens, und zweitens lasse ich mir diese Lokalität auch nicht als Speisegaststätte verkaufen (Tütensalate und Friteusenschnitzel erachte ich dann doch als eher minderwertige Gaumenfreuden).

    Ich meine auch, dieses bereits mehrfach zur Sprache gebracht zu haben, aber offensichtlich scheint das nicht so ganz verstanden worden zu sein. Besonders bitter ist eigentlich die Tatsache, dass die Familie des Mannes meiner Schwägerin auch mit vom Spiel ist, und das Thema -oder sollte ich eher sagen das Problem- Alkohol hat dort leider auch einen festen Platz :? . Ich werde jedenfalls nicht da sein. Die Familie mag wichtig sein, meine Gesundheit ist es aber um so mehr!

    Zitat

    Ansonsten freut es mich zu hören, dass es dir wieder besser geht (hoffe ich doch?).


    Dank Dir! Leider hat der Bauchschmerz von gestern mit der Turbo-Grippe vom Vortag telefoniert und die beiden haben beschlossen, jetzt doch eine etwas größere Party in meinem schlappen Leib zu veranstalten :cry: . Aber die Hand wird besser und der Rest wird auch!

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo liebes Forum,

    heute ist ein merkwürdig dröger Tag! Die Temperatur klebt knapp unter der 10-Grad-Marke und obwohl kaum Regen fällt und ab und an sogar die Sonne scheint, ist heute doch so ein richtig schmuddeliger Tag. Eben das klassische, vorweihnachtliche Dezemberwetter! Der Tag ist frei von Pflichten und irgendwie drückt die fast sinnlos erscheinende Ruhe so ein wenig auf meine Stimmung. Hmmmm .... Früher hätt ich jetzt schon die erste Flasche geöffnet. Aber das hat solche Tage natürlich auch nicht mit einem Mehr an Sinn bereichert.

    In dem Zusammenhang ist es immer wieder erstaunlich zu erkennen, wie viele emotionale Befindlichkeiten ich eigentlich zum Anlass genommen habe, mir ein Bier zu öffnen. Ging's mir gut, ging's mir schlecht, war ich frustriert, traurig oder einfach nur fröhlich: Darauf erstmal einen kräft'gen Schluck genommen :?.

    Die positiven Zustände nun alkoholfrei zu gestalten ist ja auch weniger ein Problem, die etwas negativeren scheinen da aber doch mehr Aufmerksamkeit zu benötigen. Ich habe zwar im Augenblick keinen Drang zu trinken, aber in der Retrospektive erscheint mir das schon so.

    Whatever! Werde mal versuchen, ein wenig Ordnung in der Bude zu schaffen. Einhändig gestaltet sich das zwar durchaus als ein mit vielen Hindernissen gespicktes Unterfangen, aber der steigende Wohlfühlfaktor und das Lob, welches ich von meiner Partnerin dafür erhoffe, erscheinen doch durchaus motivierend :wink: .

    Liebe Grüße

    J. (der jetzt ganz langsam seinen faulen Hintern in Bewegung versetzt)

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • hallo joe!

    Zitat

    Früher hätt ich jetzt schon die erste Flasche geöffnet. Aber das hat solche Tage natürlich auch nicht mit einem Mehr an Sinn bereichert.

    nee wa? aber gedacht und eingebildet hat man sich das schon.

    Zitat

    In dem Zusammenhang ist es immer wieder erstaunlich zu erkennen, wie viele emotionale Befindlichkeiten ich eigentlich zum Anlass genommen habe, mir ein Bier zu öffnen. Ging's mir gut, ging's mir schlecht, war ich frustriert, traurig oder einfach nur fröhlich: Darauf erstmal einen kräft'gen Schluck genommen .

    gründe gabs immer zu trinken. ich denke das hat sich unser suchtgedächnis gemerkt und somit hat man das als verhaltensweise einstudiert.


    Zitat

    Whatever! Werde mal versuchen, ein wenig Ordnung in der Bude zu schaffen. Einhändig gestaltet sich das zwar durchaus als ein mit vielen Hindernissen gespicktes Unterfangen, aber der steigende Wohlfühlfaktor und das Lob, welches ich von meiner Partnerin dafür erhoffe, erscheinen doch durchaus motivierend

    ich denke der alk hatte einem dieses wohlfühlcharakter vorgegaugelt. nun gilt es dieses neu zu besetzen. dabei geht es mir so, das ich in meinen anfängen erstmal gar nicht weiß was mir gut tut damit ich mich wohlfühlen kann. aber es wird immer besser. und sich nicht mit dem alk zu belohnen, sondern das lob der parterin einhamstern ist doch ein guter anfang. auch sich in seiner bude wohl zu fühlen und nicht im suff zu enden.

    gruß panther

    Kompromisse bedeuten ein Rückfall riskieren
    (vor dem trink - Rückfall geht ein Verhaltensrückfall vorraus)
    nicht Trinkende seid 04.03.07

  • Hallo panther, Hallo Forum,

    Zitat

    nee wa? aber gedacht und eingebildet hat man sich das schon.


    Tja, wenn das nicht irgendwie so bitter wäre, dann wäre es fast schon komisch, oder?

    Zitat

    … sondern das lob der parterin einhamstern ist doch ein guter anfang.


    Und das hat auch planmäßig geklappt :D .
    Immerhin bin ich immer noch einhändig unterwegs, was mein Tun natürlich auch in ein besonderes Licht der Tapferkeit stellt :wink: . Nun ja …

    Heute Morgen durfte ich erstmalig einen kleinen Blick auf meine geschundene Hand werfen. Auch wenn sich heilprozesstechnisch alles im grünen Bereich bewegt, so erweckt der pure Anblick doch ein durchaus zwiegespaltenes Gefühl: Immerhin habe ich mir diese Wunden freiwillig zufügen lassen! Andererseits scheinen beide Eingriffe von Erfolg gekrönt zu sein und damit steht meiner Hand eine noch hoffentlich sehr lange und beschwerdefreie Lebenszeit in Aussicht *freu*.

    Ansonsten bin ich gerade so ein wenig in Weihnachtsvorbereitungen gefangen. Dabei stelle ich jetzt auch fest, dass Weihnachten eigentlich in den letzten Jahren immer die Zeit gewesen ist, in der ich die mir selbst gesetzten Trinkgrenzen voller Freude als nicht mehr beachtenswert eingestuft habe. Ist ja auch Weihnachtszeit, da darf man das :roll: ! Hmmm … Eine richtige Weihnachtsstimmung kann ich heuer jedenfalls nicht bei mir entdecken. Vielleicht weil sich diese in der Vergangenheit gerade durch den Wegfall meines Trinksystems ausgezeichnet hat? Wahrscheinlich! Ist doch schon etwas Besonderes, dieses erste Fest ohne das so übliche Trinken. Aber zum Glück feiere ich in diesem Jahr auch mal ganz anders, weil ich in diesem Jahr auch ganz woanders sein werde (Sonne, 25 Grad, …). Das macht den Unterschied im Rahmen bereits so signifikant, dass die Unterschiede im Inhalt gar nicht mehr so ins Gewicht fallen. So zumindest mein kühner Plan!

    Soweit erstmal, werde jetzt den Wald zusammen mit den Hunden unsicher machen … Bei dem Wetter könnte man aber auch sagen: Ich geh schwimmen :wink: !

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo JoeDoe,

    Zitat

    Dabei stelle ich jetzt auch fest, dass Weihnachten eigentlich in den letzten Jahren immer die Zeit gewesen ist, in der ich die mir selbst gesetzten Trinkgrenzen voller Freude als nicht mehr beachtenswert eingestuft habe. Ist ja auch Weihnachtszeit, da darf man das...


    *Nick* Ja, irgendwie total paradox, die meisten nutzen gerade die Adventszeit zu Besinnlichkeit und geistigen Einstimmung auf das Fest, und nicht um sich die Rübe wegzutrinken. Quasi dem Gegenteil von Besinnlichkeit, dem Weihnachtsgedanken, Familienleben und allem eigentlich. Besoffen ist man allein.

    Ich merke, dass ich auch in vielen Dingen wieder fünf gerade sein lasse - ist ja fast Weihnachten - von daher haben mir deine Zeilen ein bissi den Kopf gewaschen ;) . Ich werde nochmal zum Endspurt ansetzen, ab dem 22. Dezember ist Weihnachtspause mit zwangsverordneten Urlaub vom 24.-28. Bis dahin kann ich ja noch was schaffen...

    LG
    Plejaden

  • Hallo zusammen,

    mal ein kurzer Piep von mir :wink: .

    Bin im Stress! Wohnung will weihnachtsfertig gemacht werden (inkl. aller Ecken und Kabuffs), 2 Webseiten mit weihnachtlichen Grüßen versehen werden (schön mit Bildern und Animation), Hund muss zum Probe-Sitting (wegen Urlaub), Wäsche will gewaschen werden (mit einer leicht defekten und daher etwas komplizierten Maschine), Koffer müssen noch besorgt werden (auch wegen Urlaub), Geschenke müssen gekauft werden (wegen Weihnachten), Geschenke müssen verschickt werden (ebenfalls Weihnachten), meine Haare wollen geschnitten werden (wegen Wildwuchs), 126 Überweisungen müssen gemacht werden (damit der Briefkasten auch in Zukunft frei von gelben Umschlägen bleibt), das Auto brüllt seit einer Woche 'Wasch mich' (sieht aber auch aus wie Sau), zwei Arzttermine hab ich noch (wegen Gesundheit), und und und ...

    Hiermit beantrage ich offiziell die Verlängerung der Dezembertage auf eine Gesamtlänge von 72 Stunden a 60 Minuten. Ich bitte ferner darum, dass dieser Antrag mit höchster Priorität bearbeitet wird.

    Im Ernst: Das gehört definitiv zu den Dingen, die ich in Zukunft etwas ordentlicher vornehmen sollte, damit ich mich nicht selbst unter Druck setze: LANGFRISTIG ORIENTIERTE AUFGABENPLANUNG!

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • So, meine lieben Freunde,

    auch wenn ich noch einige Stunden im Land verweile, so hab ich keine Ahnung, ob ich noch dazu kommen werde, hier vor Weihnachten etwas zu schreiben.

    Deshalb hier meine voraussichtlich letzter Dezember-Post!

    Also bis auf den Stress der Urlaubsvorbereitungen, eine jetzt endgültig defekte Waschmaschine und einem frisch abgefallenen Auspuff geht's mir doch recht gut! Der Gedanke an Bier ist recht fern und sollte er mir näher kommen, so werde ich (zuversichtlich wie ich gerade bin) auch recht leicht zu widerstehen wissen!

    Ich wünsch Euch allen jedenfalls eine schöne Weihnacht und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

    Mögen sich Eure Wünsche erfüllen!

    Liebe Grüße und bis bald

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

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