Übervorsichtig?

  • guten morgen!

    nachdem mein letzter lebenspartner an den folgen seiner alkoholabhängigkeit verstarb, wollte ich erst einmal keinen freund haben.
    der tod von u. sass mir noch zu sehr in den knochen. ich verstand, dass ich mich um mich selbst kümmern musste, dass ich meine position in dieser verhängnisvollen geschichte be-greifen musste, bevor überhaupt platz für einen anderen menschen in meinem herzen frei werden konnte.

    glücklicherweise hatte ich bereits im vergangenen herbst eine reha beantragt, die passenderweise zum 15.5. dieses jahres begann. in der reha hatte ich den notwendigen räumlichen abstand zu den ereignissen hier und lernte eine ganze menge.
    beispielsweise, dass mein gefühl, irgendetwas lief nicht richtig in der beziehung mit meinem verstorbenen freund nicht falsch war.
    dass mein denken und fühlen vollkommen richtig war.

    ich lediglich verunsichert war, da mir mein bauch sagte: nexie, mach dich vom acker, du gehst in dieser beziehung ebenso drauf wie U., wenn es so weiter geht...
    mein verstand hingegen sagte:
    du kannst ihn doch nicht fallen lassen, das wäre unterlassene hilfeleistung und strafbar und so weiter...

    also lernte ich, mehr auf meinen bauch als auf meinen verstand zu hören, was manchmal durchaus angebracht ist. ;)
    wer kennt es nicht, dieses "mulmige gefühl im bauch", in manchen situationen?
    beispielsweise ist eine situation vom verstand her völlig "normal", aber der bauch spinnt herum und gibt warnzeichen von sich, die wir als westliche verstandesmenschen gern überhören.
    manchmal sollte man wirklich mehr auf den bauch als auf den kopf hören...

    nun zu meiner betreff-zeile.
    ich habe vor knapp zwei monaten einen lieben, netten menschen getroffen, und es kam, wie es kommen kann: wir haben uns verliebt.
    wir verstehen uns recht gut (von super kann keine rede sein, dazu kennen wir uns nicht lange genug), wäre da nicht..., hm, ja, genau:
    "bruder alk".

    mein freund trinkt nicht jeden tag, auch nicht jeden zweiten oder dritten tag, aber doch mehr oder weniger regelmässig.
    zwar nicht viel- manchmal eine flasche bier, manchmal zwei.
    er arbeitet, hat jede menge interessen und hobbies, ist also "voll normal".
    ich bin sicherlich die letzte, die jemandem vorschreibt, ob und wieviel er zu trinken beziehungsweise nicht zu trinken hat.
    durch die vorgeschichte, also meinen verstorbenen lebenspartner, bin ich allerdings sehr skeptisch geworden, wenn jemand mehr oder weniger regelmässig alkohol konsumiert.

    am vergangenen freitag ist etwas passiert, was sämtliche alarmglocken in mir zu gaaaanz lautem schrillen brachte.
    er hatte am freitag abend 6 flaschen bier getrunken. zum ersten mal fiel mir bewusst die veränderung auf, die alkohol mit menschen anstellt. sein denken schaltete irgendwie "um".
    ok, ich hatte ihn zuvor auch noch nie angetrunken erlebt.
    kann aber auch sein, dass ich in den letzten monaten eine erhöhte wachsamkeit den ersten anzeichen gegenüber entwickelt habe.

    jedenfalls sagte er ein paar dinge, die mir sofort den berühmten knoten im bauch verursachten.
    mit betrunkenen ist nicht zu diskutieren. also wartete ich bis zum frühstück und sprach ihn dann drauf an. es kam, wie es kommen musste:
    knall-peng, wech.

    ???
    huch!

    rutsche ich etwa wieder in die "er meint es nicht so"-schiene?
    der meinte sicherlich genau das, was er auch sagte!
    am samstag abend telefonierten wir miteinander.
    ich sagte ihm, dass es mich verletzte, dass ich traurig und auch sauer war über das, was er von sich gegeben hatte.
    alles sehr nett, sehr sachlich und ehrlich.

    er entschuldigte sich, rief aber in der nacht noch mehrmals an und hinterliess nachrichten auf dem ab.
    als ich die nachrichten gestern morgen abhörte, bemerkte ich, dass er sturzbetrunken war.
    sorry, meine alarmglocken gehen seither nicht mehr aus :(

    vielleicht bin ich übervorsichtig geworden, vielleicht höre ich gras wachsen wo keines ist.
    trotzdem ist dieses flaue gefühl im bauch da.
    da ich erst vor kurzem lernte, auf dieses ebenso wie auf den verstand zu hören, bin ich mir nicht sicher.
    war das trinken ein ausrutscher, oder steckt da mehr hinter?

    noch kann ich mich aus der beziehung ohne grösseren schaden zurück ziehen...

    nachdenkliche grüsse von nexie

  • am Anfang habe ich gedacht, Du übertreibst jetzt wirklich, weil die Beschreibung Deines neuen Freundes m. E. nicht auf regelmässigen (krankhaften) Alkohol-Konsum schliessen liess.

    Dass er sich dann allerdings zwei Tage hintereinander betrunken hat, spricht wieder deutlich dagegen und wohl auch eher für eine Gewöhnung an den Alkohol.

    Also, da Du sowas schon mal durchgemacht hast, kann ich Dir da nur raten, überlege es Dir gut, was Du weiterhin tun willst.

  • hallo alexander, herrmann, kaltblut,
    danke, dass ihr mir so schnell geantwortet habt!

    alexander:
    die gewöhnung an alkohol- das ist es, was meine alarmglocken auch sofort schrillen liess.

    hermann:
    zwei kranke ergeben auf keinen fall einen gesunden, sondern eher einen megagrossen kranken :(

    kaltblut:
    bierfahnen küsse ich nicht.

    da bei mir alles noch recht frisch ist, ich wie ein kind bin, das gerade erst laufen gelernt hat, hab ich diesen thread eröffnet.
    bevor ich mich hals-über-kopf in die nächste katastrophe stürze.
    erst seit kurzem weiss ich, dass das bauch-gefühl öfter recht hat, und es ist überhaupt nicht einfach, darauf zu hören, wenn man ein leben lang anders gepolt wurde/war.
    da ist alles noch unsicher. das laufen ganz besonders ;-).

    danke für eure unterstützung.

    liebe grüsse

    nexie

  • Hallo Nexie,

    für mich würden da nicht nur die Alarmglocken bimmeln, nee das wäre ne Sirene die nicht mehr aufhört.

    Ich habe für mich entschlossen das ich nie mehr mit einem Partner zusammen leben könnte der nur einen Tropfen trinkt... denn auch solche Männer gibt es.

    Und hör doch mal auf Deinen Bauch, der sagt Dir doch schon: Nexie..... Vorsicht!

    Liebe Grüße
    Lillith

  • Hallo nexie,

    sorry, vielleicht ist Dir aufgefallen, dass ich gerade etwas durchknalle, dummes Zeugs quatsche, in der Luft hänge und Veränderungen nicht verarbeite.

    Alarmglocken und Vorbeugemaßnahmen: da ist bei mir gerade nur Luft, vielleicht ist das so was, wenn es nicht geht.

    Ich wünsche Dir erst einmal, dass Du hier noch viele gute Anregungen bekommst.

    Liebe Grüße kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • hallo nexie,

    mir wäre es in deiner situation völlig wurscht, ob ich objektiv übertreibe oder nicht. für mich ist ein für alle mal klar: kein mann mehr in meinem leben, der nicht mit alkohol umgehen kann. beim allerersten "ausrutscher" wäre es bei mir vorbei, auf nimmerwiedersehen. wäre mir völlig egal, wie viele flaschen bier, welche entschuldigungen - das vertrauen wäre weg, kaputt, nicht mehr herzustellen. ich will nicht mehr ständig misstrauisch sein, schnüffeln, bangen, meine worte wägen, nix da. wer einmal ausruscht im alkohol, bei dem besteht auch die gefahr des zweiten ausrutschens - und für mich sind das dann schon zweimal zuviel.

    manche haben aufkleber "nie wieder krieg". ich hab einen im kopf: "nie wieder ein alki in meinem leben". gebranntes kind scheut das feuer, auch wenns hier "nur" ein streichholz sein sollte - auch das wäre mir schon zu brenzlig.

    lieben gruß

    lavendel

  • hallo lilith, hallo lavendel,

    danke für eure worte!
    wir haben gestern lange gesprochen. war für mich was neues, da ich nicht so gern über meine gefühle rede.
    insbesondere nicht, wenn ich mich verletzt fühle. zu tief sitzt noch die erinnerung daran, zeit meines lebens bestenfalls ausgelacht oder verhöhnt worden zu sein, wenn ich traurig oder verletzt war.
    in diesem bereich (und nicht nur dort!) liegt noch gaaaanz viel arbeit vor mir... uff.

    ergebnis der besprechung:
    wir nehmen uns eine auszeit.
    ich hab ihm erklärt, dass ich keinen bock mehr auf "u. 2" (nee, nicht die gruppe *g*) habe. dass es mir nicht guttut und ich in für mich fatale denk-und handlungsschemata falle.
    wenn er unbedingt alle paar wochen einen vollrausch haben möchte, bitte sehr, seine sache.
    nicht mit mir.

    ich gebs zu:
    mit mir zu leben ist definitiv kein zückerchen.
    dazu bin ich zu chaotisch.
    ich bin nun mal keine gute hausfrau, werds auch nie werden.
    daran ändert auch das neue medikament, welches ich hier nicht nenne und auf das ich in der kur eingestellt wurde, nichts.
    ich kann wochenlang einen aktenordner aufgeschlagen neben dem schreibtisch auf dem fussboden liegen haben und daneben ebenso lange zwei, drei schreiben, ohne sie einzuheften.
    was solls. mich störts nicht.
    wenn ihn mein chaotischer lebensstil so sehr nervt, dass er sich deshalb betrinken muss, passen wir definitiv nicht zu sammen.

    er scheints verstanden zu haben.

    im augenblick tut die vorstellung (bzw. halbe gewissheit), dass es nix wird mit uns beiden süssen nicht mal weh.
    dazu hab ich viel zu viele dinge im kopf, die ich in diesem jahr noch erledigen möchte (selbstständigkeit, zwei zähne überkronen, zwei kleinere ambulante op´s am linken bein usw)...

    das muss alles vor der selbstständigkeit über die bühne gehen- sonst wirds zu teuer für mich.

    ganz liebe grüsse und nochmals danke für eure hilfe!

    nexie

  • Liebe Nexie,

    es freut mich zu lesen das Du eine vorübergehende Lösung gefunden hast.

    Und glaube mir... es gibt noch mehr chaotische Frauen... wie sage ich immer: Bei mir ist es nicht dreckig aber manchmal schlampig. Und ein glück hat der Zimmermann ja ein Loch gelassen, wer das nicht sehen kann .... ich schließe die Tür nicht ab.

    auch ganz liebe grüße zurück

    lillith

  • Nexie,

    ja, der Bauch und der Kopf – wir müssen uns schon die Freiheit nehmen, das wahrzunehmen, was wir fühlen und spüren und danach zu leben. Und nicht danach, was wir meinen, fühlen, denken und spüren zu müssen, weil „es sich so gehört“, man „das so macht“.

    Dadurch werden wir sicherlich manchmal als egoistisch bezeichnet, aber für uns selber ist es wichtig und gut. Da du noch Einiges vorhast, ist es sicherlich richtig und wichtig, dich erst einmal darauf zu konzentrieren. Genau wie Alkoholabhängige ihre Trockenheit in den Vordergrund stellen und den dafür erforderlichen Egoismus entwickeln müssen, müssen wir auch lernen, uns und das, was uns gut tut und vorwärts bringt, in den Fokus zu nehmen.

    Suche keine Entschuldigung, dafür dass es schwierig sei, mit dir zu leben. Du bist, wie du bist. Und wenn dich selbst dein Hang zum Chaos stört, dann wirst du ihn ändern. Wenn nicht, nun, dann ist er ein Teil von dir, die jeder, der mit dir leben möchte, einfach akzeptieren wird, genau wie du ihn an dir akzeptiert hast.

    Ich wünsch dir Kraft für deinen Weg, denn die braucht es, immer und immer wieder.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • hallo ette, hallo lilith,

    danke für eure unterstützung!
    jaja, die sache mit dem angeblichen egoismus zieht sich durch mein gesamtes leben.
    kaum meldet mensch eigene bedürfnisse an, und sei es nur, _nicht_ zu springen, wenn ein anderer pfeift, gilt mensch als egoistisch- killefitt.
    dann kommen die netten verallgemeinerungen wie "immer machst du, was du willst, nie hilfst du mir" und so weiter.
    wer kennt solche sprüche nicht?
    schon meine eltern hatten das supergut drauf:
    "du, du, immer nur du und deine bedürfnisse..."

    in wirklichkeit gehts nur um die befriedigung der wünsche derjenigen, die dem anderen egoismus vorwerfen! das musste und muss ich noch üben...

    ette:
    mein hang zum chaos stört mich seit meiner kindheit.
    seit der adhs-diagnose 2004 versuche ich, so gut es geht, mit autosuggestion etwas dran zu ändern, aber das ist ganz schön anstrengend und für meine umgebung nicht nachvollziehbar.
    ich bewundere menschen, die es schaffen, das, was im haushalt so "herumliegt", der reihenfolge gemäss zu entsorgen bzw. wegzuräumen.
    lilith:
    du triffst es!
    unordnung ist kein dreck, sieht aber "dreckig" aus.
    ich hab mir (kein witz!) nächtelang den kopf zerbrochen, warum es in manchen haushalten piccobello aussieht, obwohl die ecken wahre katastrophen sind; bin drauf gekommen, dass ordnung lediglich damit zusammenhängt, wie symmetrisch die einzelnen chaos-bestandteile angeordnet sind *lol*.

    zurück zu freund und alkohol.
    da wir uns im augenblick nur noch unregelmässig sehen, zweimal die woche morgens früh eine stunde, von sa auf so schlief ich bei ihm,
    fällt mir immer mehr unangenehm auf.
    am we trinkt er nix (ich bin da), aber während der woche hat er morgens gegen 8°° uhr manchmal noch eine fahne.
    das passt definitiv nicht zu seinen bemerkungen wie "ich trinke nicht viel und eher selten" und den ersten 6 wochen, während derer wir fast jeden abend aufeinander hingen...

    es ist gut, dass ich mich nicht hals-über-kopf in diese affäre gestürzt hatte.
    also hatte mein bauch-gefühl diesmal recht.
    das ist schlecht, weil ich gern einen freund gehabt hätte.
    aber auch gut- eine verstärkung der lektionen aus bad d.

    ich hab zur zeit viel zu viel interessen und jede menge stress mit der ARGE und der rentenversucherungsanstalt um die ohren, als dass es mich sonderlich grämt. eine neue beziehung sollte (noch) nicht sein.
    es ist für mich sowieso zu früh für etwas neues.
    zu sehr hänge ich noch an u., der im märz verstarb.
    da war eine vertrautheit, die erst mit den jahren kommt und selbst dann selten ist- es war einfach zu früh (und der falsche mann) für was neues in meinem leben...

    oh mann, morgen muss ich zum zahnarzt :-(((
    ein zahn muss gezogen werden, und davor hab ich bammel.
    es ist der zweite zahn, der gezogen wird... hilfeee!
    beim ersten gabs ein drama...
    übermorgen fahre ich in die werkstatt, auto TÜV-fertig machen... *teuerteuer*
    da graut es mir auch schon vor- es könnte sein, dass die hinterachsaufhängung geschichte ist, und dann brauche ich ein neues auto :-(, aber wovon kaufen als "4. hartzer roller"?

    ganz liebe grüsse von

    nexie

  • ich habe gerade auf einer anderen seite von euch den satz gelesen:
    "erst wenn du selbst sagst, ich will so nicht mehr, geht es voran."

    ui, wie wahr!
    während des lesens erinnerte ich mich daran, wie oft mir im vergangenen jahr dieser satz durch den kopf ging.
    fast ununterbrochen.
    er kam einfach so, drängte sich vor alles und jedes, was ich tat, in jeden anderen gedankengang:
    "ich will so nicht mehr leben."
    trotzdem (bauchgefühl schrie mich pausenlos an) konnte ich mich nicht von u. trennen.
    erst nach seinem tod und dem dazugehörigen räumlichen abstand durch die kur fing ich langsam an, mich wieder aufzurappeln.

    das einzige, was ich im vergangenen jahr auf die reihe kriegte, war der kurantrag und die freistellung von der arbeitsuche durch den med. dienst der ARGE.
    und die aufgabe meiner diversen nebenjobs, was letztendlich richtig war.

    was ist das eigentlich, dieses übertriebene "sich-an-die-hoffnung"-klammern?
    das haben nicht nur co´s, sondern eine ganze reihe ansonsten, naja, hm, "gesunder" menschen.
    ist es die sehnsucht nach macht über einen anderen menschen?
    ist es übertriebene sehnsucht nach nähe, wärme, geborgenheit, und gleichzeitig nach stärkung des selbstwertgefühls von aussen, hier: durch den alkoholiker?

    wenn dem so ist, zahlen wir aber einen verd... hohen preis für ein bisschen wärme und anerkennung!
    wärme und geborgenheit vermitteln haustiere ab einer gewissen grössenordnung besser, und stärkung des selbstwertgefühls von aussen kann mensch sich anders besorgen.
    auch haustiere müssen gepflegt und umsorgt werden, und sie danken es.

    umarmt mal ein pferd!
    die grössenordnung stimmt, die wärme, die es gibt (rein körperlich) ebenfalls, und geborgenheit vermittelt der warme stallgeruch sowie die reaktion des pferdes, wenn es die schritte seines menschen hört. welche freude, welches scharren, schnauben, augen rollen, nase stubsen...
    ein pferd vermittelt auch macht. es wiegt ein vielfaches von unsereinem und tut doch, was wir wollen ;)
    dabei wäre es soooo leicht für ein pferd, uns die leviten zu lesen. tut es aber nicht.

    ich habe im februar bei einer freundin auf der couch übernachtet. sie hat einen mittelgrossen schäferhund, der sehr kuschelbedürftig ist. irgendwann in der nacht hat jupp (so heisst er) sich auf die couch geschlichen, in meine arme, und ich wachte am nächsten morgen mit einem hund in den armen und durch einen... hundekuss auf!

    ein "hundekuss" ist nicht jedes menschen sache.
    eine abgestandene alkoholfahne zu küssen aber ganz bestimmt nicht!

    liebe grüsse

    nexie

  • Hi Nexie,

    Zitat

    was ist das eigentlich, dieses übertriebene "sich-an-die-hoffnung"-klammern?
    das haben nicht nur co´s, sondern eine ganze reihe ansonsten, naja, hm, "gesunder" menschen.
    ist es die sehnsucht nach macht über einen anderen menschen?
    ist es übertriebene sehnsucht nach nähe, wärme, geborgenheit, und gleichzeitig nach stärkung des selbstwertgefühls von aussen, hier: durch den alkoholiker?

    wenn dem so ist, zahlen wir aber einen verd... hohen preis für ein bisschen wärme und anerkennung!


    Lies mal das Buch: "Wenn Frauen zu sehr lieben"...

    Zitat

    wenn ihn mein chaotischer lebensstil so sehr nervt, dass er sich deshalb betrinken muss, passen wir definitiv nicht zu sammen.


    Alkis finden immer einen Grund, damit sie auch was in der Hand haben...

    Zitat

    für mich ist ein für alle mal klar: kein mann mehr in meinem leben, der nicht mit alkohol umgehen kann. beim allerersten "ausrutscher" wäre es bei mir vorbei, auf nimmerwiedersehen. wäre mir völlig egal, wie viele flaschen bier, welche entschuldigungen - das vertrauen wäre weg, kaputt, nicht mehr herzustellen. ich will nicht mehr ständig misstrauisch sein, schnüffeln, bangen, meine worte wägen, nix da. wer einmal ausruscht im alkohol, bei dem besteht auch die gefahr des zweiten ausrutschens - und für mich sind das dann schon zweimal zuviel.

    manche haben aufkleber "nie wieder krieg". ich hab einen im kopf: "nie wieder ein alki in meinem leben". gebranntes kind scheut das feuer, auch wenns hier "nur" ein streichholz sein sollte - auch das wäre mir schon zu brenzlig.


    Genauso sehe ich das auch! Mehr kann man da nicht mehr hinzufügen. Wenn du ein schlechtes Gefühl bei der ganzen Sache hast, dann lass die Finger davon!

    LG und viel Glück!

  • Hallo Nexie,

    es ist war man muß den Satz:ich will nicht mehr erstmal verinnerlichen.

    Ich habe den Satz so oft gesagt, nichts ist passiert.
    Ich habe vor 3 Jahren viele Bücher über Co- Abhängige gelesen. Nichts ist passiert.
    Es muß in uns reifen, mal geht es schneller mal dauert es Jahre.
    Jetzt bin ich froh das es bei mir angekommen ist und ich dadurch auch die Hoffnung besiegen konnte. Obwohl sie sich manchmal wieder versucht einzuschleichen.
    Ich glaube der Lebensweg mit all seine Leiden und Freuden ist irgentwie vorgezeichnt man muß daran Arbeiten und man wächst daran, auch wenn es oft unverständlich ist.

    LG
    Elocin

  • hallo ayki,

    ich kenne das buch von robin norwood, habe es auch einige male gelesen, konnte damit jedoch nix anfangen.
    die sucht, gebraucht zu werden, jaja.
    ich will überhaupt nicht "gebraucht" werden.
    "ich will, dass jemand sich so um mich kümmert wie ich mich um meinen verstorbenen freund bemühte ;-)"

    war ein spass am rande, der jedoch einen tieferen kern in sich birgt:
    ich möchte, wenigstens ab und an mal, so umsorgt und betüddelt werden wie früher, als kind.
    mir machts keinen spass, hats noch nie gemacht, anderer karren aus dem dreck zu ziehen, musste es aber, um anerkennung (später "liebe" oder was auch immer das gewesen sein mag) zu erzielen.
    frühkindliches geborgenheits-, liebesdefizit?
    vielleicht.
    vielleicht auch überbehütung, was übrigens ein interessantes thema ist.
    wer ständig "über-behütet" wird, nie seine grenzen austesten darf oder/und wem stets vermittelt wird, wie schwach und wertlos man ist, entwickelt auch kein selbstwertgefühl.
    schon isse da, die abwärts-spirale:
    "wenn ich immer gebe, gebe, über die eigene leiche gehe, über meine kräfte, die ja eh wertlos sind (sic!), kriege ich vielleicht die annerkennung, nach der ich mich ein leben lang sehne, kriege ich vielleicht die wert-schätzung, die ich brauche, um selbstwert überhaupt zu entwickeln"
    fataler fehler :(
    aber das ist nicht nur bei co´s so.

    die einfache anerkennung der tatsache, dass ich keine hausfrau bin, dafür jedoch andere dinge ausgezeichnet erledigen kann reicht mir. ich lerne gerade, sie mir selbst zu geben ;)

    wenn ich mir einen partner stricken könnte, würde ich mir eine hausfrau stricken *ggg*.
    die mir das essen, was ich mag, zubereitet (und nicht irgendein fettiges, cholesterin- und geschmacksverstärkerenthaltendes, deftiges leckerchen auf den tisch stellt, was viele männer sooo toll können *würg*), die meine wäsche bügelt, meine wohnung auf zack hält, ein bisschen sport treibt, liest und fürs leben gern kuschelt :)

    stimmt, alkis suchen (und finden) immer gründe zu trinken.
    so wie menschen, die mit sich unzufrieden sind, immer gründe suchen und finden, tagtäglich in der familie zoff zu veranstalten :-(.
    wobei das eine mit dem anderen leider oft identisch ist oder das eine das andere auslöst :(

    hallo elocin,
    insbesondere, wenn man den partner bereits sehr lange kennt, die erkrankung schleichend einsetzte, klammert unsereiner sich gern daran, dass "alles wieder wie früher" wird, wenn er/sie "nur" den Alk weglässt.
    die echten probleme fangen danach erst an.
    aber wem schreib ich das...
    nenee, das muss nicht (mehr) sein.

    manchmal denke ich, dass es unfair dem mann gegenüber ist, was ich im augenblick mache. das ich am we eine nacht bei ihm bleibe und meine bedürfnisse befriedige.
    wenn er mitmacht, ok.
    wenn nicht, auch ok.
    dann kommt ein anderer, irgendwann, oder auch nicht- es gibt ja den orion-versand *g*.
    den rest ziehe ich mir nicht, gugge auch in andere richtungen.


    ooops, was vergessen:
    anerkennung- schon im kindergarten verteidigte ich schwächere.
    weil ich mich selbst am boden liegen sah, wie es in den ersten kindergarten-, später auch schuljahren, der fall war.
    ich wusste, wie sie sich fühlten und wollte ihnen den schmerz und die scham ersparen.
    dass dieses verhalten soziale anerkennung mit sich brachte, war für mich unangenehm.
    nicht aufgrund der beachtung, die mir widerfuhr- nee, das "klammern" der beschützten nervte mich.
    ich wollte deren dankbarkeit nicht.
    ich habe die mitschülerInnen aus einem tief verinnerlichten gerechtigkeitsgefühl heraus verteidigt, nicht um lob und achtung zu ernten.
    eigenartig, wie sich so was später verselbstständigen kann grübel*...
    wenn es denn so ist...


    liebe grüsse

    nexie

  • Hallo Nexie,

    zum Begriff „Chaos“, kann ich Dir eigentlich sagen, dass meine Frau sich als Chaostante bezeichnet, anderseits kenne ich keinen Menschen, der so klar, gerade und analytisch strukturiert ist und an meinen wirren Gedankengängen oft verzweifelt.

    Ich bezeichne mich überhaupt nicht als chaotisch, aber als schöpferisch schaffend und dazu gehört, ohne Kochbuch chemische Reaktionen auszuprobieren, nicht alles wissen zu müssen und gelegentlich volle Kanne gegen eine Wand zu laufen, das lässt sich nach letzten Erkenntnisstand mit viel Denken vermeiden,
    auch mit viel Ordnung, vielleicht unterscheiden sich genau da die Menschenhirne. Für andere bin ich ein Vollchaot.

    Meine Partner haben mich gerade einen faulen Kaiser, der den Hintern nicht hochbekommt genannt, während sie sich als fetten Eunuch betrachten, der sich den Allerwertesten aufreißt. Dagegen sehe ich mich gerade als den, der den ganzen verbockten Mist abbekommt und die Kohlen aus dem Feuer holt. Und genau jetzt kommt mir eine gewisse Eunuchengelassenheit zu gute, vielleicht durch die ganzen geknackten Nüsse der vergangenen Wochen.

    Nexie, Du hast eine sehr traurige Zeit hinter Dir, lass Dich nicht verrückt machen, Du bist wie Du bist und ungesehen ein toller Mensch, wer soll Dir das nehmen, nur Du selbst kannst Dir das nehmen, also mach Dich nicht verrückt und Hundeküsse, Nexieeeeeeeeeeeeee.

    LG kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • hallo und guten morgen!

    gestern ging meine beziehung zuende.
    ist besser so.
    ich bekam jede menge vorwürfe, weil ich bin wie ich bin (chaotisch, unordentlich und so weiter), er hatte mal wieder getrunken, das höre ich mittlerweile, und es kam, wie es kommen musste:
    finito.

    wie es mir damit geht?
    gemischt.
    einerseits bin ich froh, dass jetzt alles klar ist.
    andererseits bin ich auch ein wenig traurig, aber wirklich nur ein wenig.
    vor einigen minuten fiel mir wieder auf, was mich am meisten an der beziehung nervte, und das war nicht allein sein trinken:

    1) wühlte er in meinen papieren, wenn ich einkaufen ging und er bei mir zuhause war oder ich einen schreibblock mit zu ihm genommen hatte, auf dem einige gedanken standen, die ich in bad d. aufgeschrieben habe und stellte mich hinterher zur rede.
    da kommt kein vertrauen auf!
    2) ist er tierisch eifersüchtig auf meine ex-freunde.
    3) versteht er keinen sarkasmus.

    gestern mittag merkte ich, wie sich die alten denkmuster zu rühren begannen:
    er meint es ja nicht so;
    er trinkt ja gar nicht soooo viel;
    ich sein verhalten zu entschuldigen begann.
    o-oh...
    da liegen noch der k2 und nanga parbat vor mir...
    auf diese schiene will ich auf gar keinen fall mehr!
    daher ist es besser so, wie es jetzt ist.

    kaltblut:
    schöpferische tätigkeit läuft immer chaotisch ab ;-), denn ansonsten wäre es ja kein schaffen!
    auf eingefahrenen wegen laufen und fahren kann jeder. über den tellerrand dessen hinausblicken, was "man" kennt und (ohne kochbuch) neue kreationen ausprobieren kann schon mal in einer bauchlandung enden. aber auch in der schaffung eines neuen leckeren gerichtes ;)

    geknackte nüsse- da schreibste was wahres!
    nüsse hast du in den vergangenen wochen viele geknackt- alle achtung!
    die nötige gelassenheit entwickeln - da bin ich grad dabei.
    es wird noch eine ganze weile dauern, bis ich so weit bin wie du...

    liebe grüsse

    nexie

  • liebe nexie,

    gut so!

    meine freundinnen haben mir bei meiner trennung von meinem alki-freund gesagt "sei froh, dass du ihn los bist". natürlich war ich am anfang nicht froh, dass die beziehung zu ende war, das kam erst mit der zeit, und jetzt kann ich endlich sagen (und fühlen!) "ich bin froh, dass es zuende ist". weil ich endlich wieder ich bin, eben ohne all die sorgen, spannungen, enttäuschungen. es hat lange gedauert, aber es hat sich gelohnt. gestern abend hab ich mit einer freundin telefoniert, und da kam mir aus tiefstem herzen "mir geht es so gut wie schon lange nicht mehr." und dass ich diese art der ent-spannung mit meinen freuund zusammen schon lange nicht mehr haben konnte.

    natürlich gibt es auch phasen der einsamkeit, klar, ich mag auch nicht für den rest meines lebens single bleiben, aber für eine gewisse zeit können freunde/freundinnen die emotionalen bedürfnisse sehr wohl ausgleichen. so geht es mir jedenfalls. es gibt da so drei vier, bei denen fühle ich mich auch geborgen, bekomme anerkennung, zuneigung. nicht wie von einem partner, aber immerhin soviel, dass ich emotional nicht verkümmere :wink:. und lieber ein gutes gespräch mit einer lieben freundin als ein schlechtes mit einem angetrunkenen partner, gelle?

    und wenn ich ganz einsam bin, heule ich meinen großen stoffpinguin nass :wink:.

    na ja, und zur schnüffelei, eifersucht und humorlosigkeit brauche ich ja wohl nix zu sagen :roll:.

    lieben gruß

    lavendel

  • guten morgen,

    ich merke in den letzten paar tagen, dass ich gelassener bin.
    räume nicht mehr ununterbrochen hinter mir und katerchen her, lasse meine sachen so herumliegen, wie ich sie spätestens übermorgen *ggg* wieder brauche und fühle mich in meinem "chaos-sumpf" pudelwohl.

    heute abend gibts ein user-treffen des internet-portals meines stadtteils.
    mal sehen, welche leute sich hinter den verschiedenen nick´s verbergen ;)

    lavendel:
    stimmt.
    lieber allein statt gemeinsam einsam!
    ich hab keine lust drauf, ständig kontrolliert zu werden. wo biste, was machste, wann kommste, was treibste...
    jedes wort auf die goldwaage legen müssen, damit der "herr senator" bloss nix falsch versteht- och nö.

    schnüffelei konnte ich noch nie leiden. kenne ich in dieser form auch nicht von meinen ex´. wer so wenig vertrauen in den partner setzt, muss sich nicht wundern, wenn er keinen kriegt *g*.

    liebe grüsse von

    nexie

  • ne katastrophenmeldung:
    nix geht mehr.
    bin am ende.
    bin alle, nicht traurig, sondern wütend.

    bin eh ein versager, kann nix, will nix, darf auch nix melden, bin deshalb sauer und aggressiv.
    nein, es gab keinen konkreten anlass dazu.
    alles ist kaputt, ich auch.
    will nix mehr, kann auch nix, bin sowieso nur das letzte a**loch der nation, will nur nur sterben.
    was solls noch- ist ja eh alles egal.
    ich weine, aber meine tränen sind auch nix wert, sind nur krokodilstränen eines menschen, der dermassen egoistisch und egozentrisch ist, dass er nicht mal seine eigene scham und fehler entdeckt.
    bin nur noch am ende.

    heute nachmittag sass ich im park, sah, wie einige kinder bäume als schaukel missbrauchten und lachte mir einen ab.
    dann kam papa, ach ja, der grosse, niemals unwissende papa, und schnitt die zweige ab bzw. brach sie ab, an denen die kinder zuvor schaukelten.
    ???
    die kids weinten noch mehr, und dann gabs sänge.

    ich erinnerte mich, und dann weinte ich.
    mein vater hat nie äste abgebrochen, aber tat mir dennoch weh.
    mit heute 46 jahren habe ich ein recht freundschaftliches verhältnis zu diesem arroganten, selbstgefälligen, aber auch liebenswürdigen a***loch aufgebaut.
    er ist wirklich nett, wenns um geld geht, wenns nicht gerade um das eingemachte der familie geht.
    dann ist er sehr dominant:
    "mein auto, mein urlaub, meine jagdtrophäen."

    der hat sich mit 80 jahren noch einen neuwagen gekauft!

    ok, ist seine sache.
    aber ich sitze hier und weine, weil ich nie was richtig gemacht habe, weil ich immer nur der versager war, was er mich jeden tag deutlich spüren liess (und noch lässt).

    ich bin nicht der sohn, den er sich wünschte, bin die tochter, die mit 16 eben nicht den jugendjagdschein machte, und zwar nicht, weil ich waid nicht ausweiden konnte, sondern weil meine treffergenauigkeit beim zielschiessen zu wünschen übrig liess.

    bin so wie er, von der optik her, aber doch ganz anders.

    schei..., bitte haltet mich fest.
    ich schaffe das nicht allein...
    ich habe angst.
    immer wieder komme ich bei meiner partnerwahl an solche pseudomachos wie meinen vater, der vor meiner mutter kuscht wie sonst niemand!

    wer kuscht vor mir?
    ich.

    ich habe angst vor mir selbst.
    vor meiner zugegebenermassen bereits aktenkundigen gewaltätigkeit, weil ich mir nix gefallen lasse.
    daeüver mag ich hier und jetzt nicht schreiben.

    ich bin weg aus der szene, seit 16 Jahren, und dennoch ändert sich nix.
    immer wieder..., immer wieder... und so weiter...
    es muss doch mal ein ende haben!

    he, ich bin _die_ frau, die 2000 den TÜV essen verklagt und gewonnen hat!
    geistere durch alle möglichen und unmöglichen juristischen akten, da es das erste mal seit existenz des TÜV 1968 oder 1969, ich habe jetzt keine lust, meine unterlagen zu durchforsten, überhaupt passierte, dass ein "täter", der zum opfer wurde, vor Gericht recht bekam.
    auf verlangen gebe ich gern das az des urteils bekannt.

    ich bin so einsam.
    fühle mich unendlich allein.

    klar, morgen oder in einer halben stunde ist das wider weg, aber im park vorhin war es sehr grausam:

    ich spürte diese wut, gepaart mit trauer, dazu die ersten sonnenstrahlen dieses monats in meinem stadtteils auf meinem gesicht, und dann wars um mich geschehen.

    ich weine immer noch, aber mehr innen.
    da tief innen, wo keiner hineinblickt und mich keiner mehr verletzen kann.
    Verlust der fe?
    egal.
    wenn sie jemals abhanden kommen sollte egal.
    liebe?
    egal.
    familie?
    egal.
    Ist ja nix mehr da ausser felix (mein kater) und ich
    wenn felix auch weg ist, gehe ich auch.
    am besten nach thailand- da sind 345e teuronen ein vermögen.

    traurige und verzweifelte grüsse von nexie, die jetzt gar nicht mehr weiss, was sie tun soll (oder auch nicht)

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