Hallo
Ich bin Grazia, und ich bin stark Co-Abhängig.
Ich bin seit gut 20 Jahren verheiratet, mein Mann ist fast genausolang Alkoholiker. Dass ich Co. bin, habe ich vor Paar Tagen erfahren.
Mir mangelt es nicht an Inteligenz
aber ich habe es wirklich nicht bemerkt. Ich glaube, ich habe eine Gehirnwäsche hinter mir.
Mein Mann trink nur Bier ( ist ja kein Alkohol, vor allem in Bayern nicht
) und zwar regelmäßig 2 Kasten wöchentlich (das weiß ich) und bestimmt noch was dazu (was ich nicht weiß). Er hat deswegen schon Probleme bei der Arbeit gehabt, hat sein Führerschein verloren, hat gesundheitliche Probleme, seine Familie (ich und zwei Söhne) wollen nicht mehr,hat keine Freunde, nicht mal Bekannte.
Meint aber, er ist kein Alkoholiker, weil er ja arbeitet, Geld nachhause schafft, er trinkt auch nicht weil er muss, sondern weil er will............
Das kennt Ihr ja, nicht wahr.?
Ich dagegen brauch dringend hilfe, weil ich Abhängig bin, nämlich von seinem Bier.
Im Juli bin ich total zusammengebrochen, Depression, Burnout, Angstzustände, schwere psychosomatische Symptomatik und und und.
Seit meiner Kindheit bin ich so, Angepasst, immer lieb, immer veratwortungübernehmend, ja keinem "Nein" sagen, ja auf alle rücksicht nehmen. Weil sonst....ja, was hätte sonst passiert?. Das habe ich nie erfahren.
Ich habe vor, die zweite Lebenshälfte anders zu gestallten.
Der erste Schritt war, ich habe hilfe gesucht. Bin im Moment in psychiatrischen Behandlung, bekomme antidepressiva, am Freitag, also übermorgen, habe ich meine erste Psychotherapie. Ach ja, nicht zu vergessen, ich habe ja Euch gefunden ![]()
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Ich versuche an mir zu arbeiten, obwohl mir erscheinen manche Sachen als total unmöglich.
Heute z.B. hatte ich Arzttermin, und danach hatte mein Mann KG. Normalerweise, hätte ich ihn 20 mal daran errinert, vielleicht (sicher
) wäre ich mitgegangen. Heute nichts...kein Wort...es kostet mich aber so viel... Ich hoffe, irgendwann wird es leichter sein.
Ich habe ihm gesagt, dass ich dieses Leben nicht weiterleben möchte.
Dass ich das einfach nicht mehr kann.
Ich habe ihm aber keine Therapie vorgeschlagen, weil ich im Moment einfach keine Kraft habe, mich über das ausseinander zu setzen.
Ich möchte für ihn jetzt nichts mehr tun (müssen). Ich möchte nur für mich dasein, sonst komme ich nicht mehr hoch.
Ich weiss nicht ob das so OK ist, es geht aber nicht anders.
Ich habe Angst und auch richtig Panik, und gleichzeitig weiss ich, dass das der richtige Weg ist.
Bin traurig, aber irgendwie auch erleichtet.
Für etwaige Tips, von denen von Euch, die vielleicht schon weiter sind als ich, wäre ich echt dankbar.
LG Grazia