Beiträge von Linde66

    Hallo anima,

    wer ist denn der/die Vertraute deiner Mutter? Freundin, Nachbarin, Schwester, Pfarrer, Hausarzt...? Hat sie gleichaltrige oder ältere Ansprechpartner? Du mußt nichts kompensieren, was sie nicht selber von sich aus an Kontakten pflegt.

    Es ist doch in Ordnung, wenn du deine Grenzen spürst. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als mein Großvater gerade ein paar Minuten zuvor gestorben war und der Rest der Familie schweigend im Wohnzimmer saß oder stand und niemand, wirklich niemand der Erwachsenen brachte es fertig, die Großmutter zu umarmen oder ihre Hand zu halten. Ich nahm das wahr - und konnte es auch nicht. Mir war bewußt, daß hier etwas gerade ziemlich schief läuft und es in nicht dysfunktionalen Familien wahrscheinlich anders verlaufen würde. Ich war 10 oder 12, ich weiß es nicht mehr. Manchmal ist es so, daß Menschen die vermeintlich einfachsten Dinge nicht hinbekommen.

    Wenn dein Vater oder du sie hätten umarmen können, dann hättet ihr es ja getan. Jeder ist in seinem eigenen Film und wenn das Nicht-Umarmen von außen gleich aussah, so hatte jeder von euch seine ganz eigene Geschichte, die dahinter steckt.

    Wie ist das denn mit deiner eigenen Trauer und deinem eigenen Bedürfnis nach Trost und Zuwendung? Du wirst deine Oma verlieren. Deine Oma. Sooo viele Gedanken, andere zu helfen und zu trösten, da bist du ganz weit weg von dir? Und wonach ist dir? Möchtest du bei deiner Oma sein?

    Du könntest deiner Mutter vielleicht einfach sagen, wie es dir selber geht. Nicht bewerten, einfach nur sagen, daß du in dem Moment sie nicht umarmen konntest. Vielleicht könnt ihr gemeinsam ein paar Minuten in den Garten oder spazieren gehen oder eine Tasse Kaffee trinken. Man muß auch nicht immer reden, gemeinsam schweigen kann sehr tröstlich sein. Oder sie fragen, was ihr jetzt im Kopf herum geht. Man muß manchmal gar nichts tun, es reicht, daß es dich gibt.

    Grüße, Linde

    Zitat

    Ich will ihm helfen für ihn da sein und sitze hier herum.
    Noch 3 Wochen dann bin hier wieder raus, Gott sei Dank.

    Hallo Wolfgang,

    es hört sich ein wenig nach "Strafbank" an und nicht danach, daß du in der Klinik etwas für DICH tun möchtest. Das ist deine Entscheidung. Wieso sitzt du denn deine Zeit nur ab?

    Selbst wenn die Klinik dir nicht täglich 5 Termine, sondern nur einen anbietet, warum sitzt du die Zeit nur ab? Jetzt ist es dein Freund, dann ist es deine reale SHG, mal ist es deine Familie, denen du alle helfen mußt ... Wann geht es dir denn mal um DICH?

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Matthias,

    die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt z. Zt. 82 J. bei Frauen und 77 J. bei Männern. Einer der Faktoren, warum Männer im Durchnitt früher sterben ist, daß viele nicht zur Krebsvorsorge gehen. Oder nur zum Arzt gehen, wenn Krebs, andere Krankheiten oder Unfallfolgen schon richtig weh tun und viel Schaden angerichtet haben. Heldentum zahlt sich nicht wirklich aus.

    Ich finde es ja schön, wenn du so gesund bist und keine Praxis von innen siehst.

    Ich möchte aber an der Stelle nochmal deutlich darauf hinweisen, daß ein Kalter Entzug, also eine Alkoholentgiftung im stillen Kämmerlein ohne ärztliche Begleitung, eine lebensgefährliche Angelegenheit ist.

    Jahrelanger Alkoholkonsum hat zudem meist Spuren hinterlassen an den Organen. Auch da ist man auf der sicheren Seite, wenn man beim Hausarzt durchgecheckt und gegebenenfalls unterstützt wird.

    Wenn so leicht flapsig darüber geschrieben wird, nicht in eine Praxis zu gehen, kann das Wasser auf den Mühlen derer sein, die gerade den nächsten Kalten Entzug vor sich selber rechtfertigen wollen.

    Gruß, Linde

    Hallo Speranza, hallo Blue Cloud,

    ich fand es nicht gut, daß ihr hier über einafets03 schreibt. Und mit Ironie, Sarkasmus o. ä., so möchte selber ja auch keiner angesprochen werden.

    Bitte hier jetzt den Thread wieder einafets03 überlassen. Danke.

    Gruß, Linde

    Hallo Martin,

    du tust aktiv etwas für deinen Weg in die Trockenheit, nimmst Hilfe an, informierst dich, tauschst dich aus... :)

    Wenn sich konkrete Fragen ergeben, kannst du sie gerne hier stellen. Es ist ja fast immer jemand online.

    Viele Grüße und einen guten Erfahrungsaustausch wünsche ich dir!

    Linde

    Hallo Matthias,

    zweierlei.

    Zum einen hörte es sich nach Verlagerung auf ein anderes Suchtmittel an. "Wenn es dir schlecht geht, kipp dir dies und jenes rein, dann geht es dir wieder gut." Die Beschreibung dieses Mechanismus ist triggernd, auch wenn es sich um etwas alkoholfreies handelt.

    Zum anderen ist es gleich, ob jemand den Markennamen hier reinschreibt oder aber bewußt den wegläßt weil er weiß, daß das hier nicht erlaubt ist. Und stattdessen einfach die bekannte Verpackung des Markenartikels hier im Detail beschreibt.

    LG, Linde

    Hallo Karsten,

    vielleicht besprichst du dich einfach mit ihr und fragst konkret nach, worin sie gerne Unterstützung hätte und wie die aussehen könnte.

    Aber grundsätzlich ist ihre Trockenheit auch ihr Verantwortungsbereich.

    Es ist als Angehöriger manchmal leicht passiert, daß man in eine Helferrolle rein rutscht und zum Co-Abhängigen wird, bei dem sich alles nur noch um den Alkoholiker dreht.

    Wenn DU ein trockenes, eigenverantwortliches Leben lebst, ist ihr sehr geholfen.

    Viele Grüße, Linde

    Hallo Henderson,

    Dinge sind wie sie sind. Aber als Mensch schreibt man ja erst den Dingen Eigenschaften oder Wertigkeiten zu. Etwas als grandios zu bezeichnen ist DEINE Entscheidung. Ich würde vielleicht rotgefärbten Alkohol zur selben Flasche sagen, keine Ahnung, ich trinke keinen Alkohol.

    Du schreibst vom besonderen Anlaß. Wie wirst du in Zukunft mit besonderen Anlässen umgehen?

    Viele Grüße, Linde

    Hallo Hans,

    ich habe das mit dem Zitat geändert, ich hoffe es stimmt jetzt?

    Bitte schreibe hier ins öffentliche Forum keine solchen ausführlichen Begebenheiten über Dritte rein, sie könnten sich oder dich wiedererkennen.

    Grüße, Linde