Beiträge von savina

    Guten Abend liebe Preha

    Schrieb vorhin eine lange Antwort - und als ich es abschickte, war alles weg :(

    Drum nochmals in Kürze:

    Es geht mir gut - fast zu gut, denke ich manchmal. Ich hatte erwartet, dass ich viel mehr Tiefs habe. Diese bleiben aber mehr oder weniger aus.
    Es ist ein herrliches Gefühl, morgens frisch und ausgeschlafen aufzustehen. Dieses Gefühl hält oft den ganzen Tag an. Jeder Tag ist für mich wie ein kleines Wunder. Allerdings keins, welches vom Himmel fällt, sondern eins, welches ich aktiv mitgestalten kann - und meine Verantwortung mir gegenüber trage.

    Gestern allerdings hörte ich eine sehr unschöne Geschichte, die mich sehr betrübte. Eine Freundin erzähle von einer Freundin, die seit mehreren Monaten trocken ist. Vor ein paar Tagen hatte sie einen Rückfall und wachte im Spital auf, ohne sich zu erinnern, was am Tag/Nacht davor geschehen war. Ich kenne diese Freundin auch, allerdings nicht gut. Es hat mich trotzdem sehr berührt, schockiert und bedrückt. Einige sehr unschöne Erinnerungen kamen auf und ich fühlte mich wie erschlagen. Ging dann joggen und konnte diese Gedanken wieder loslassen.

    Werde nun wieder im Forum lesen. Es gibt hier genug Berichte, die mir Mut machen. Unter anderem auch das, was Du hier schreibst!

    Wünsche Dir eine wunderschöne und trockene Woche.

    Liebe Grüsse, Savina

    Zitat von Penta


    Ich will leben. Und das will ich so, wie es mir gefällt und passt.
    Leben kann ich nur, wenn ich abstinent bin. Das ist für mich die Grundlage aller Dinge, die sonst noch passieren können und dürfen.
    Ich fühle mich durch nichts eingeschränkt, weil mein Umfeld alkfrei ist.
    Die Frage ist doch, was wirklich wichtig und was wichtig wofür ist. Was willst du? Wo soll dein Weg hingehen? Wie soll dein Leben aussehen? Womit und ohne was oder wen kannst du leben? Na sowas halt ...

    Hallo Penta

    Abstinent leben ist auch für mich der einzig gangbare Weg für ein normales Leben.
    Seit einem Monat geht es ohne Alkohol. Ich fühle mich körperlich und geistig viel viel fitter. Ich bin ausgeglichener, voller Energie, kann wieder besser schlafen. Alles ist besser.
    Lust auf Alkohol? Ja. Manchmal. Allerdings hatte ich erwartet, es werde viel öfter sein. Es sind dann vielleicht nur ein paar Sekunden, wo ich daran denke. Eher wenn ich alleine bin als in Gesellschaft.
    Z.B. auf dem Heimweg. Oder zu Hause. Einmal waren es sicher 5 Minuten, wo mich der Gedanke völlig lähmte, wo ich eine solche Lust spürte. Hat mich insofern nicht so erschreckt, weil ich damit rechne, dass das immer wieder passieren wird.
    Versuche dann herauszufinden, ob ein bestimmter Grund dahinter steckt - oder ob es einfach pure Gier nach dem Alk ist. Abends schreibe ich es ins Tagebuch und weiter geht das Beobachten - und ein natürliches Leben ohne Alk :D

    Liebe Grüsse,

    Hallo zusammen!

    War ein paar Tage weg und habe erst heute abend die Beiträge gelesen. Das ganze Thema ist sehr aktuell für mich. Der Verstand sagt, es wäre einfacher und besser, wenn ich mich nur noch mit Leuten umgebe, die nicht trinken. Zumal ich dann gar nie der Verlockung ausgesetzt bin, mir überhaupt einen winzigen Augenblick zu überlegen, ob ich auch ein Glas mittrinken könnte (und - vermeintlich - souverän mir einen Tee oder eine Cola bestelle).

    Auf der anderen Seite denke ich (jetzt noch) wie Kaleu: Hauptsache, ich bin zufrieden und trocken, die Sucht muss sich dem unterordnen.
    Es sträubt sich so viel in mir, dass ich alles der Sucht unterordnen soll. Ich will doch normal leben. Ich will den anderen doch ihr Glas Wein/Bier gönnen. Ich will daneben sitzen und einfach da sein, ohne meine Sucht in den Vordergrund zu stellen.

    Bloss: es ist eigentlich nicht "normal", wenn man in Anwesenheit einer Alkoholikerin Alkohol trinkt.
    Sage ich jetzt objektiv und schliesse mich subjektiv im gleichen Atemzug aus: Ich bin doch anders (bin ich nicht - Sucht ist Sucht, früher oder später kommt sie wieder). Ich kann damit umgehen (Kann ich das wirklich? Nein. Wieso scheiterte ich so oft in der Vergangenheit?)

    Was ich damit sagen will: die Langzeitstrategie für mein trockenes Leben ist eine rollende Planung. Bin noch hin- und hergerissen, wie ich das auf Dauer umnsetzen will/muss/kann.

    Lege mich nun ins Schlangennest der Selbstweifel und wünsche allerseits eine gute Nacht.

    Savina

    Zitat von Hartmut

    ich hatte am Anfang meines Weges nicht den Weitblick um die Ernsthaftigkeit der Krankheit in allen Facetten zu erfassen. Ich hatte aber eine Statistik, mit der Rückfallquote , nach der ich mich erstmals orientierte konnte und meinen Weg aussuchte , um nicht zu den Rückfälligen zu gehören. Natürlich kann mich keine Statistik trocken halten . Jedoch am Anfang diente sie mir schon Richtungsweisens .

    Diesen Weitblick muss ich mir auch noch erarbeiten. Wie gesagt: Es wäre blauäugig von mir zu glauben, ich könnte von Anfang an alles "richtig" machen. Der Gedanke aber an einen Rückfall versetzt mich in totale Panik, und das miese Gefühl vom Tag danach ist mir sehr sehr präsent.
    Das ist gut so und soll so bleiben.

    Gute Nacht!

    Savina

    Zitat von Karsten

    Wir haben Jahre gesoffen, also wird es auch Jahre brauchem bis die Nüchternheit verinnerlicht ist.
    Eine stabile Trockenheit ist nicht nach ein paar Monaten zu erreichen und so sehe ich auch die ganzen Beschreibungen von Forenteilnehmern, die hier immer individuelle Wege anpreisen.
    Wenn schon Statistik, dann den Weg, den tausende erfolgreich gegangen sind und nicht die wenigen, die es irgendwie mit außergewöhnlichen Wegen geschafft haben, trocken zu bleiben.

    Genau, es wird Jahre brauchen. Wie dieser Weg für mich aussehen wird? Ich weiss es nicht - es wird sich zeigen. Hauptsache, ich trinke nicht.

    Zitat von Penta


    was nützt es mir zu wissen, ob es nun 2% der Alkoholiker schaffen trocken zu bleiben oder 50%???
    Dann weiß ich immer noch nicht, ob ich dazu gehöre.
    Und dafür besteht eine Chance von 50%, oder? Saufen oder nicht saufen.
    Ne andere Quote, die irgendwie für mich wichtig sein könnte, gibt es für mich nicht.

    Personenbezogen ist es richtig, dass es 50/50 ist. Entweder oder. Etwas anderes gibt es nicht.

    Guten Abend an alle!

    Zitat von Hartmut

    Hallo

    ich denke mal das eine Rückfallquote von bis zu 98% eine ganz andere Sprache spricht ,die, härter, direkter und tödlicher sein kann ,wie jeder einzelne Satz der hier geschrieben wird.

    die Gefahr mit einem individuellen eigen zusammengeschusterten Weg rückfällig zu werden, ist nun mal weitaus größer wie der geradlinige. Das war die Statistik und wenn ich mich schon darin wiederfinde, dann bitte auf der trocken Seite. ;)

    Savina , wenn du von Erfahrungen sprichst, würde ich gerne mal wissen auf welche Grundlage diese beruhen Denn so lange bist du nun ja noch nicht trocken. Oder? Ich denk da ist eher der Wunsch Vater des Gedankens ohne Änderungen weiter leben zu können.

    Nein, eben bin ich noch nicht lange trocken, gerade erst mal 3 Wochen und 2 Tage. Dass ich in dieser Zeit noch nicht mein ganzes Leben umgekrempelt habe, finde ich für mich ok. Ich bin zur Zeit einmal einfach froh, dass ich nicht trinke. Ich habe die Grundbausteine schon x-Mal gelesen. Und das eine oder andere passt mir halt nicht (sagt innerlich so ein kleines tobendes Kind am Boden schreiend :) ). Und die Vernunft sagt etwas anderes. Die sagt mir schon, ich sollte es wohl besser genau so machen, schliesslich hat es hier im Forum Leute, die im Gegensatz zu mir schon jahrelang trocken sind.
    Aber dann kommt das andere Ego, welches denkt, also soooo strikt kannst Du nicht sein.

    Die ersten Schritte habe ich für mich getan. Sprich dass ich überhaupt mal hier bin und mich traue, darüber zu reden. Dass ich anfange, bestimmten Leuten zu sagen, dass ich nicht mehr trinke und aus welchem Grund. Dass ich Tagebuch führe... und dort ziemlich viel reinschreibe und versuche, mein Verhalten zu reflektieren.
    Ich mache täglich meinen Ausdauersport, fotografiere wieder und geniesse es, dass ich mich in meinem Körper am Morgen wohl fühle, und dass ich am Abend einschlafe, ohne betrunken zu sein.

    Noch habe ich das Gefühl (oder eher Wunsch?), dass ich weiterhin Leute zu einem Abendessen treffen kann, die in meiner Gegenwart etwas trinken (war am Dienstag der Fall, Geschäftsessen. Merkwürdigerweise hat niemand gefragt, warum ich als einzige nicht trinke ?!).
    Ob das so bleibt, kann ich jetzt noch nicht sagen.

    Guten Abend an alle!

    Ehrlich gesagt bin ich zum Teil auch etwas erstaunt über den teils barschen und aggressiven Ton, den einige anschlagen (wie Preha das weiter oben geschrieben hat). Es scheint mir manchmal, wenn man nicht 100%-ig die Grundbausteine umsetzt, ist man hier nicht wirklich willkommen. Allerdings gibt es ja bekanntlich nicht nur den einen und allumfassenden einzigen Weg, etwas zu erreichen.

    Ich sehe mich als einen toleranten Mensch - und wenn ich Alkoholikerin bin, verlange ich deswegen nicht von allen Leuten rund um mich, dass sie in meiner Gegenwart nie ein Glas Wein oder Bier trinken dürfen. Ich rede jetzt nicht von besaufen - ich kann aus Erfahrung inzwischen selber einschätzen, an welchen Anlässen es zum Besäufnis kommen wird und wo es in "sittlichem" Rahmen ablaufen wird.

    Bei der Alkoholsucht geht es hier um mich, um mein Verhalten, um das Erkennen, warum ich mich so oft zugedröhnt habe, wann der Saufdruck kommt und was ich als Alternative unternehmen kann, um diese kurzen Momente des Verlangens zu übergehen. Hier muss ich meine Strategien entwickeln, die für mich passen. Ich lebe in einer Grossstadt, rundherum um meine Wohnung hat es Bars, Kneipen. Ich will hier wohnen bleiben und es liegt an mir, dass ich nicht mehr trinke und mir täglich - wenn nötig mehrmals- aufsage, warum das so ist. Da gibt es eine ganze Liste von Gründen... *schämkläglich*

    Auch wenn ich alkoholfrei leben will, will ich trotzdem einen normalen Umgang mit anderen Leuten pflegen. Es gibt genug Bekannte, die können massvoll damit umgehen. Die, welche es nicht können, werde ich natürlich meiden. Da weiss ich, wo meine Grenze ist.

    Ich kann auch Preha verstehen, dass sie nichts dagegen hat, wenn ihr Mann mal ein Bier trinkt. WIe bei allem ist es eine Frage des Masses. Die einen haben ein Mass, können ab und zu ein Bier trinken - und das gönne ich jedem von Herzen.

    War heute 60 Minuten auf dem Hometrainer - unter anderem eins der Dinge, die mir gut tun und Spannungen abbauen, welche ich vorher in Akohol ertränkt habe... Meine Therapie hilft mir auch, wenn es um das Erkennen der Verhaltensmuster geht, die ich durchbrechen muss.

    Ich lese hier gerne mit, es tut gut zu lesen, wie es andere geschafft haben. Aber im Endeffekt muss ich für mich selber entscheiden, welche "Tipps" ich 1 zu 1 umsetze und wo ich eben anders damit umgehe.

    Wünsche allen eine gute und stille Nacht und grüsse aus der frisch verschneiten Stadt :)

    Savina

    Hallo Joschi

    Ich bin erst seit 3 Wochen trocken - insofern kann ich kaum Tipps geben. Aber im Forum hat es viele gute Beiträge, die man nachlesen kann und die sehr hilfreich sind.

    Es wäre schön, wenn Du ab und zu was schreibst. Als Newcomerin nimmt es mich Wunder, wie es anderen geht, die auch erst am Anfang der Trockenheit stehen.

    Liebe Grüsse,

    Savina

    Hallo Brad,

    Heute nachmittag hatte ich auch ein Tief, weil ich mich so abgrundtief geschämt habe, dass ich so viel getrunken habe, und was ich wohl für einen Eindruck bei gewissen Leuten hinterlassen habe. Es fehlte nicht mehr viel und ich hätte rumgeheult. Einfach verschwendete Zeit, dieses Gesaufe!
    Mit einigen vorsätzlichen Übungen schaffte ich es aus dem Grübeln rauszukommen, welches einem immer weiter nach unten zieht. Versuche mich auf die Gegenwart zu konzentrieren und mich zu bestärken:Ich kann nur das Jetzt leben. Und jetzt gibt es keinen Alkohol mehr. Weder zum Feiern, bei Stress oder Traurigsein. Es gibt andere Wege, damit umzugehen. Dafür ist meine Therapie da.

    Wünsche Dir eine gute Nacht.

    Liebe Grüsse, Savina

    Hallo zusammen!

    Die Vorstellung, dass niemand in meiner Gegenwart etwas trinken dürfte, finde ich - zumindest jetzt noch - sehr extrem. Ich kann und will doch nicht allen Leuten verbieten, in meiner Gegenwart zu trinken. Wenn ich ins Restaurant gehe, trinken die Leute am Tisch nebenan auch etwas. Da kann ich doch nicht meinem Gegenüber sagen, hey, Du darfst nichts trinken, weil ich damit ein Problem habe. Ich kann höchstens gar nicht mehr an solche Abendessen gehen. Aber das bedeutet auch: Sämtliche geschäftliche Anlässe, wo mehr als 3-4 Leute dabei sind, wären tabu. Sämtliche Geburtstage von Freunden sind tabu. Sämtliche grossen Familienanlässe sind tabu.

    Ich habe in den letzten Tagen 3 Einladungen zu Parties (unter anderem Silvester) bekommen. Ich werde alle absagen, da ich schon im voraus weiss, dass dort viel Alkohol getrunken wird. Diesen Extremen will ich mich nicht aussetzen.

    Allerdings denke ich, dass wenn ich mehreren Leuten essen gehe, es durchaus legitim ist, wenn jemand davon Wein trinkt.

    Morgen abend wird z.B. ein Geschäftsessen mit 8 Leuten sein. Denke mal, dass es - nebst nicht-Alkoholischem - Prosecco zum Apéro gibt und Wein zum Essen. Der Gastgeber weiss, dass ich nichts mehr trinke und warum (kein Mass, er ist einer der wenigen Freunde, die finden, dass ich ein echtes Problem habe und darum am besten gar nichts mehr trinken soll).

    Es mag sein, dass dies noch immer "nasses" Denken ist, wenn ich mich mit Leuten treffe, die doch mal ein Glas Wein trinken oder Bier. Ich weiss auch, dass dies in diesem Forum ein No-Go ist und offenbar als höchstens kontrolliertes Trinken angesehen wird (selbst wenn ich nichts trinke).

    Ich bin auch hier, um mich mit dem ganzen Drumherum auseinander zu setzen. Zur Zeit beschäftige ich mich mehr mit meinem Denken, Gefühlen etc. Natürlich überlege ich mir, mit wem von meinem Umfeld ich in Zukunft noch Kontakt haben werde/will. Es gibt da einige, mit denen ich wohl kaum noch etwas zu tun haben werde. Aber es gibt einige, die ganz selten trinken. Die muss ich ja nicht auch noch "aussondern"?

    Ist denn Euer Umfeld zu 100% alkoholfrei? Also niemand trinkt je etwas in Eurer Gegenwart?

    Liebe Grüsse,

    Savina

    Guten Abend an alle!

    Danke für Eure Wortmeldungen.

    Steiger : Ja, solche Reaktionen wird es bei mir garantiert auch geben...
    Toll, dass Du seit dem 26.1. trocken bist!!!

    brad : Es ist mir unerklärlich, dass man jemanden überreden will, dass er mittrinkt. Es scheint den anderen einen Spiegel vorzuhalten, wenn man auf einmal nicht trinkt, nachdem man früher doch heftig mitbecherte.

    HansHa: Ein ganz alkoholfreies Umfeld werde ich kaum schaffen. Ich denke, es liegt aber auch an mir, dass ich nein sagen kann - und wenn jemand sein Glas Wein für sich trinkt, ist das sein Ding. Wichtig ist mir aber, dass mich niemand zu überreden versucht.

    janeba : mal schauen, wie die freunde reagieren, wenn sie bei mir nur noch tee und café bekommen. :)

    Wünsche Euch und allen Mitlesenden ein wunderschönes Wochenende, ich bin bis Montag offline.

    Liebe Grüsse,

    Savina

    Hallo Brad,

    Gesundheitlich geht es mir eigentlich gut, habe jetzt keine konkreten Beschwerden - es ist mehr die Angst, wenn ich daran denke, wieviel Alkohol ich in meinem Leben schon getrunken habe. Habe schon viel darüber gelesen, was Alkohol im Körper und Psyche anrichtet. Tja, jetzt kann ich es nicht mehr rückgängig machen, nur in der Zukunft besser machen.

    Wünsche Dir auch ein gutes Wochenende!

    Savina

    Zitat von janeba

    ich finde es interessant zu lesen, das man sich eine ausrede einfallen lassen will, weil man nichts trinken möchte. ich denke es ist besser und ehrlicher zu sagen, ich trinke nicht mehr oder ich brauche es nicht mehr um lustig zu sein oder so was in der form...

    Hallo Janeba,

    Danke für Deinen Beitrag!

    Natürlich sage ich, dass ich nichts mehr trinke, mehr ist die Frage, was ich als Grund angebe, wenn jemand nachfragt warum.
    Weil ich trockene Alkoholikerin bin? (stimmt)
    Weil ich einen klaren Kopf behalten möchte? (stimmt)
    Weil es mir am nächsten Tag psychisch ganz mies geht? (stimmt)
    Weil ich grad erkältet bin (gelogen)
    Weil ich nicht massvoll trinken kann? (stimmt)

    Muss es die erste Antwort sein? Ich denke nicht. Ich kann bestimmen, wieviel ich von diesem Problem preisgebe und mit welcher Begründung. Mir passt die letzte Antwort für den Moment am besten.
    Ich werde auch nicht mehr sagen, dass ich nur vorübergehend nichts mehr trinke, sondern eben: "ich trinke nicht mehr, weil ich kein Mass habe. Und ich würde es schätzen, wenn man mir keinen Alkohol anbietet."

    In den nächsten Wochen/Monaten werd ich sehen, wer mich nicht ohne Alkohol erträgt und umgekehrt :)

    Liebe Grüsse, Savina

    Zitat von hoppegarten


    Viele Alkis werden rückfällig, das habe ich jedenfalls oft gehört und auch mir ging es so, indem sie aus Scham wieder beginnen zu saufen.
    Sie denken über ihr Verhalten im Suff nach, schämen sich deswegen bis aufs Blut, halten diese Scham nicht aus und saufen deswegen wieder, um dann im Suff wieder schwachsinnigen Müll von sich zu geben oder Schlimmeres zu zun.
    Ein Teufelskreis.

    Wenn man das liest, klingt das so absurd. Aber genau das hatte ich auch schon x-Mal erlebt. Blackout am Abend davor, ganzen Tag ein elendes Gefühl, welches ich dann am Abend wieder wegtrank. Bloss ein bisschen, um mich zu beruhigen. Noch ein Glas. Jetzt geht es mir besser, bis es wieder der morgen danach war.

    Im Augenblick beschäftigen mich diese Blackouts nicht so sehr - ich kann es eh nicht mehr ändern. Mehr Sorgen mache ich mir um meine Gesundheit, welche langfristigen Schaden ich wohl da angerichtet habe :cry:

    Hoffentlich werden Deine quälenden Gedanken um die Blackouts bald weniger und weichen positiveren Gedanken :wink:

    Liebe Grüsse, Savina

    Zitat von silberkralle

    zu dem thema gabs bei mir mal ne diskusion - guckstdu hier: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…p=436042#436042

    Danke für den Link Matthias! Tja, das mit dem Outing ist so ne Sache.

    Bei mir weiss es bis jetzt erst meine Therapeutin. Und ein Freund, der mich veranlasst hat, dass ich mir wirklich Hilfe suche.
    Was ich den anderen Leuten und Bekannten sagen werde, weiss ich jetzt noch nicht. Im Moment bin ich einfach mal froh, dass ich wenigstens in diesem Forum sagen kann, was Sache ist.

    Wünsche allen eine gute und erholsame Nacht!

    Savina

    Zitat von hoppegarten


    ... meine Erfahrung zeigt mir aber, dass die Ausnahmen meist rückfällig werden, weil sie es irgendwann zu locker nehmen, diejenigen, die permanent vorsichtig sind, dagegen stabil trocken bleiben.

    Ja, das ist wohl die grösste Falle, wenn man es wieder "locker" nimmt. Ich für mich weiss inzwischen sehr gut, dass ich nie zu den Leuten gehören werde, die "normal" trinken können. Einen Abend schaffe ich es sicher, nur mal 3-4 dl Wein zu trinken. Am nächsten Abend sind es 7 und am übernächsten 10. Und wieder bin ich im Jammertal angelangt.

    Zitat von chaosimleben

    Bist du denn auch in einer SHG oder bei einem Therapeuten? Hast du dir schon überlegt eine LZT zu machen?
    Du hast deinen Blick darauf fokussiert, alle Gefahrenzonen zu meiden. Das ist prinzipiell gut, aber hast du dir auch einen Ausgleich geschaffen? Neue Hobbies, einen neuen Bekanntenkreis?

    Nein, in einer SHG bin ich noch nicht, aber bei einer Therapeutin. Morgen habe ich wieder Termin.

    Hobbies habe ich an und für sich genug, vor allem solche, die ich lange vernachlässigt habe und jetzt wieder aufgenommen habe.
    Mit dem Freundeskreis ist es etwas schwierig. Die meisten meiner besten Freunde sind sehr trinkfreudig. Da werde ich schauen müssen, wie ich das in den nächsten Wochen/Monaten mache.

    Heute abend war ich allerdings mit zwei Freundinnen weg, die eine trinkt gar nie und die andere ab und zu ein Glas Wein. Wir waren Abendessen und es war ein so gutes befreiendes Gefühl für mich, dass ich zum ersten Mal seit langem nicht überlegt habe, ob ich jetzt Wein bestelle oder nicht. Es ist jetzt ganz klar, dass es keinen mehr gibt.
    Vor kurzem noch dachte ich, heute abend darfst Du nichts trinken, und kaum war ich irgendwo, bestellte ich automatisch Wein oder Bier. Wie eine ferngesteuerte Puppe

    Zitat von HansHa


    Ich habe bis heute versucht mir dieses Gefühl zu erhalten oder mich mindestens gut daran zu erinnern. Wenn es beginnt in den Hintergrund zu treten, dann hat das Suchtgedächtnis leichtes Spiel und kann wieder die Oberhand gewinnen. So nach dem Motto: "War doch alles nicht so schlimm."..

    Genau das war bis anhin mein Problem, dass ich immer wieder glaubte, jetzt ist es nicht mehr so schlimm, heute abend hast Du es im Griff mit der Menge, schliesslich hast Du ein paar Tage nichts getrunken. Und Tags darauf wieder mit einem Blackout aufwachen und nicht fassen können, dass ich wieder reingefallen bin :evil: . Überlegen, wie ich wohl nach Hause gekommen bin? Mit Schreck feststellen, dass das Fahrrad vor dem Haus steht - also muss ich sogar noch gefahren sein...?!?