Hallo liebe Blume!
Ich schreibe dir mal in deinen Thread, ich habe aufmerksam im Vorstellungsbereich mitgelesen. Ich verstehe deine Aufregung über den rauen Ton aber so rau ist der Ton gar nicht sondern durchaus berechtigt. Nur so kann man erst jemanden dazu bringen der ein Alkoholproblen hat (oder meint es zu haben) jetzt mal genau nachzudenken was Sache ist. Er gibt ja an daß er von sich der Meinung ist zuviel zu trinken und meiner Meinung nach meldet er sich im Forum um Hilfe zu bekommen.
Wenn jemand ernsthaft gegen seine Sucht tun will gehört als allererstes eine Entgiftung unter ärztlicher Aufsicht dazu. Bei einer Entgiftung kann es zu lebensgefährlichen Komplikationen kommen deswegen ist es so wichtig den Entzug entweder im Krankenhaus oder unter enger ärztlicher Aufsicht zu machen. Alles andere ist ein kalter Entzug den viele Alkoholiker immer wieder praktizieren und sich damit in Lebensgefahr begeben. Meinen alkoholkranken Mann hat ein kalter Entzug das Leben gekostet. Es kommt dabei nicht auf die Trinkmenge an ob es zu Komplikationen kommt oder nicht.
Ich hatte auch beruflich viel mit Suchtkranken zu tun und weiß aus Erfahrung daß ein Alkoholiker der trocken werden will einen sehr weiten Weg vor sich hat. Es gehört ja nicht dazu daß er einfach aufhört zu trinken sondern er muß nach und nach sein Suchtgedächtnis überschreiben, lernen verschiedene Situationen in denen er zur Flasche gegriffen hat zu umgehen usw. Er wird sich oft stark verändern das ist aber auch wichtig und richtig.
Wir als Co-Abhängige neigen ja dazu dem kranken Partner gut zuzureden, Drohungen auszusprechen die man dann doch nicht einhält usw. oder man versucht zu ergründen was im Kopf eines Suchtkranken vorgeht. Meistens scheitert man kläglich und die Jahre gehen ins Land, nichts ändert sich und selber wird man immer kränker dabei.
Alkoholismus ist eine schwere Krankheit die auf Dauer zu schweren körperlichen und psychischen Schäden führen kann und kann nur dann gestoppt werden wenn der Kranke einsieht daß er ein Suchtproblem hat und sich Hilfe sucht. Dieses Hin und Her was viele praktizieren führt zu nichts. Warum jemand suchtkrank wird weiß man nicht so genau aber es hinterfragt ja auch niemand warum jemand herzkrank wird, es muß auf jeden Fall behandelt werden.
Es hat hier alles seine Richtigkeit es geht ja auch darum jemanden aufzurütteln damit er an sich arbeiten kann das gilt für uns Co-Abhängige genau so. Wie soll es uns besser gehen wenn wir drehen und wenden und doch nichts verändern wollen.
LG Marie