Beiträge von lütte69

    Hallo Ania,

    Hat jemand erlebt, dass innerhalb der Paarbeziehung "alles wieder gut" wird? Die meisten Erzählungen berichten von Trennung oder eben fortwährendem Leidesweg...

    Was würde das für Dich bedeuten? Es ist und bleibt der Weg der Anderen. Du musst deinen Weg selber gehen und für Dich Entscheidungen treffen, mit denen Du leben kannst und willst.

    Mein Mann und ich haben wieder zusammen gefunden, auf einem anderen Level. Das heißt aber nicht, dass es dadurch leichter war (Vergleiche bringen eh absolut gar nichts - weil jeder Weg individuell ist). Ich habe mich getrennt, es war schei*egal, was nach 20 Jahren aus meiner Ehe wird. Mir war klar, entweder ich ändere was oder ich gehe unter. Ich habe den Fokus auf mich gerichtet, ich wollte wieder gesund werden. Es war eine intensive Zeit, denn mein Mann hat das nicht selbstverständlich hin genommen, hat auch erst versucht, sämtliche Knöpfe zu drücken, aber ich bin bei mir geblieben. Das hat ihn dazu gebracht, zu entscheiden, was ihm wichtig ist. Er ist seinen Weg nicht so gegangen, wie ich es mir vorgestellt habe, aber er ist ihn erfolgreich gegangen. Wir hatten in diesem Jahr unseren 30. Hochzeitstag, wir haben gemeinsame Dinge und wir haben unsere Freiräume und wir haben unsere Ecken und Kanten. Auch ein wieder Zusammenkommen hat seine Tücken, denn es müssen Dinge von beiden neu gelernt werden, alte Muster müssen überschrieben werden. Das ist bei einem bekannten Partner meiner Erfahrung nach nicht so leicht und es kommt da auch gern mal zu Missverständnissen.

    Meine Erfahrung ist, zieh Dein Ding durch, lass Dich nicht beirren und weichkochen. Er soll Taten sprechen lassen, kein Gelaber, kein Gejammer und keine Ausreden. Du bist gut dabei, finde einen Weg für Dich und Dein Kind. Lass Dir Zeit für alles und lass ihn seine Entscheidungen treffen. Gestalte Dein Leben und warte nicht ab, was er macht - vielleicht wartest Du ewig. Das Leben ist bunt und die Möglichkeiten sind so vielfältig.

    Viel Mut, Kraft und Ausdauer für Dich

    Lütte

    Hallo Ania,

    Du bist auf einem guten Weg und ich wünsche Dir dafür ganz viel Kraft und Geduld. Ich kann Dir aus eigener Erfahrung nur sagen, dass Du auf dein Bauchgefühl hören solltest. Dein Mann trinkt und redet sich raus. Du hast Deine Position klar und deutlich formuliert. Er weiß, woran er ist.

    Lass dich nicht beirren

    sonnige Grüße

    Lütte

    Guten Morgen Ssarts,

    herzlich willkommen im Forum. Ich kann Dich gut verstehen. Es ging mir vor 9 Jahren ähnlich wie dir. Ich konnte meinen trinkenden Mann und seine Argumente so gut verstehen und hab an meinen Wahrnehmungen und meinem Bauchgefühl gezweifelt. Trau Deinen Gefühlen, sie zeigen Dir, wo es für Dich lang gehen kann. Natürlich werden wir manipuliert, der Partner möchte ja in Ruhe weiter trinken und dafür braucht er im besten Fall verständnisvolle Co's aber mindestens einen Partner/Partnerin, der die Füße still hält. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich nur was ändert, wenn ich mich ändere, auch wenn das Schritte zur Folge hatte, die mir wahnsinnig schwer gefallen sind.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld für Deinen Weg

    Lütte

    Hallo Schokohasi,

    aus eigener Erfahrung kann ich Dir nur raten, Dir wirklich Zeit mit allem zu lassen. Lass ihn seinen Weg in die Trockenheit gehen und schau Du, dass Du wieder auf die Beine kommst. Du musst doch nicht gleich irgendwas entscheiden und lass dich nicht erpressen, für den Fall, dass Du nicht gleich zu ihm zurück gehst, wenn er das will. Er trinkt dann, weil er das will und nicht weil Du dieses oder jenes tust oder nicht tust.

    Ich bin nach knapp 5 Monaten zu meinem Mann zurück gegangen. Es war aber nicht alles wieder schön. Wir mussten neu zueinander finden und das hat fast 2 Jahre gedauert. Wichtig ist, sich selbst treu zu bleiben.

    Ich wünsche Dir viel Geduld mit Dir selbst

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Leyla,

    Und jedes Mal, wenn ich denke, dass ich auf einem guten Weg bin, dass ich mich Stück für Stück von ihm entfernen kann - macht er etwas, das ich naiv als „Liebesbeweis“ sehe. Bringt mir Blumen mit. Oder Schokolade. Kocht was.

    Wir sagen hier dazu auch Co-Knöpfe drücken. Er kennt dich doch und weiß auf was Du reagierst. Das muss ja nicht mal bewusst sein, ich denke, da läuft vieles intuitiv. Deine Frage hab ich mir zu Anfang auch gestellt. Ist die Antwort darauf für Dein Leben wirklich relevant? Ich weiß heute, dass ich seine Sucht nicht verstehen kann. Solange ihm die Sucht nicht bewusst ist und er selbst dagegen was tun will, kannst Du Dich auf den Kopf und zurück stellen, er wird saufen. Als ich damals ausgezogen bin, war mir komplett egal, was aus unserer Ehe wird (über 20 Jahre). Ich musste mich retten, ich war wichtig und ich musste herausfinden, was ich, unabhängig von ihm, wollte. Schau auf Dich, was erwartest Du von Deinem Leben, was möchtest Du erreichen - unabhängig von deinem Mann. Wie kannst Du deine Ziele erreichen? Dein Mann ist erwachsen, er trifft die Entscheidungen für sein Leben selbst, auch wenn es das Saufen ist.

    Sorge dafür, dass es Dir gut geht.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Meine Meinung: solange er und diese Person so weiter machen, wird er niemals abstinent. Er verliert lieber seine Partnerin, als diese Person, denn dann hat er gar nichts mehr…oh Backe…

    Genau so ist es wohl. Er will ja trinken und wenn Du damit ein Problem hast, wendet er sich an Leute, die keins damit haben. Das ist einfach und funktioniert super. Aber all das ist seine Verantwortung. Er darf sein Leben so gestalten, wie er es für richtig hält. Für uns ist das schwer zu verstehen, dass er sich totsaufen darf, aber es ist die traurige Wahrheit. Mach Dir nicht so viele Gedanken um ihn, sorge dafür, dass es Dir gut geht.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Chayenne,

    Ich möchte ihm natürlich eine Chance geben, logisch. Aber ich bin unglaublich misstrauisch. Zum Glück konnte ich ihm das so sagen. Ich habe ihm auch gesagt, dass ich das so einfach nicht glaube, ich möchte es sehen und erleben.

    Das kann ich nachvollziehen. Mein Mann hat nach meinem Auszug aufgehört zu trinken und wollte auch, dass ich nach 2 Wochen wieder zurück komme. Es hat noch 4 Monate gedauert bis ich wieder zurück bin. Ich brauchte einfach Zeit für mich und ich denke für ihn war das ebenfalls wichtig. Mit den Zurück war es ja dann auch nicht getan. Dann ging die Arbeit erst richtig los. Es müssen neue Strukturen geschaffen werden innerhalb der Beziehung. Das hat noch mal 1,5 Jahre bei uns gedauert. Meine Erfahrung ist, sich wirklich die Zeit zu nehmen, selbst gesund zu werden und alles andere findet sich dann.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Liebe Marie,

    alles Gute für die kleine Familie. Schön, dass Du Deine Enkelin schon besuchen konntest. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Ich empfinde das bei den Enkelkindern noch extremer als bei der Geburt meiner Tochter. Wir erwarten in ein paar Tagen unser 3. Enkelkind und sind schon als Babysitter seiner Geschwister engagiert. :)

    Herzliche Grüße

    Lütte

    Hallo Cayenne,

    vielleicht hast Du es ja gebraucht, dass Dir unsere Meinungen von professioneller Seite noch mal bestätigt werden. Wenn es Dir hilft, Dich von dem Alkoholiker zu distanzieren, ist doch alles gut. Es liegt in Deiner Hand, entsprechende Schritte zu unternehmen. Meiner Erfahrung nach ist das nicht immer leicht, aber es war für meine persönliche Entwicklung sehr wichtig.

    Wünsche Dir viel Kraft und Geduld

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Hartmut,

    Viele wollten einfach nur Gleichgesinnte treffen, die ihr Gejammer verstehen (sollen). Es geht doch da noch nicht, um Hilfe annehmen. Sie haben ja im Moment nur das Problem Jammern.

    Das hört sich für mich sehr nach Provokation an oder meinst du das so wie du es sagst? Als ich hier aufschlug, war ich in einem Ausnahmezustand, ich wusste nicht, warum es mir so beschissen ging, bis ich hier ins Lesen kam. Und ja, ich konnte hier meine Gefühle aufschreiben und hab Reaktionen darauf bekommen. Auch wenn ich manche zu dem frühen Zeitpunkt nicht verstanden habe, andere mir aus der Seele sprachen und wieder andere mich auf die Palme brachten, wollte ich doch Hilfe - zugegeben erst für meinen Mann, aber es wurde mir ziemlich schnell klar, dass ich mein Problem bin. Das hat in meinen Augen nix mit Jammern zu tun. Dein Post hört sich, so wie er da steht, für mich abwertend an. Inzwischen kenne ich Deine Art zu schreiben und kann gut damit umgehen, aber für "Frischlinge" ist das vielleicht nicht immer so einfach.

    sonnige Grüße

    Elke

    Hallo Cayenne,


    ich bin halt keine 20 mehr.

    hihi, ich auch nicht. Ich war 43 Jahre alt und mehr als 20 Jahre verheiratet.

    Co Abhängig? Naja, bis vor kurzem wusste ich gar nicht so recht, dass es das gibt. Ich dachte immer nur, er trinkt halt und ich habe damit gar nichts zu tun. Wenn er aufhört ist alles wieder gut und ich warte auf den Tag, an dem er das tut.

    Ging mir vor 9 Jahren genau so. Problem an der Sache war, dass ich heute noch warten würde. Hier hab ich gelernt, dass sich mein Leben nur ändert, wenn ich mich ändere bzw. Dinge anders mache. Das war der Schlüssel. Wie gesagt, war ich so weit unten, dass mir meine Ehe erstmal schietegal war. Ich musste mich retten. Ich hab auch im Vorfeld hinter seinem Rücken geplant, fühlte mich schlecht dabei, hatte Angst, war verzweifelt, aber es musste was anders werden in meinem Leben, sonst wäre ich zu Grunde gegangen. Und mal ehrlich, meinst Du ich hätte das geschafft, wenn ich ihm alles erzählt hätte? Er fand es unfair - kann ich verstehen, hätte ich auch so empfunden, aber damit hat es sich. Ich hab für mich (mein Kind war schon außer Haus) Verantwortung übernommen und dafür gesorgt, dass es mir gut geht.

    Es geht hier auch nicht darum, dass Du Dinge 1:1 so umsetzt, wie wir es getan haben. Das geht nicht, denn ich bin ich und Du bist Du, jeder mit seinen Prägungen. Ich denke, es geht hier darum zu zeigen, was funktionieren kann. Und darum, Dir Mut zu machen, Deine Probleme anzugehen. Trauer, Angst und Wut gehören dazu, aber lass Dich davon nicht abhalten sondern schöpfe die Kraft für Deinen WEG daraus.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Cayenne,

    Ich habe das Gefühl, als würde ich heimlich planen. Tu ich das?

    und wenn, wen juckt's? Ich habe es auch getan. Ich konnte mit ihm nicht darüber reden, bin immer gegen eine Wand gelaufen. Dann hab ich meine Sachen gepackt, ihm einen Brief geschrieben und war weg, als er von Montage kam. Ich bin mir heute noch sicher, dass ich den Absprung anders nicht geschafft hätte. Natürlich hat er mir diese Art Abgang vorgeworfen und mich zu Anfang auch damit getroffen, aber heute hab ich damit meinen Frieden geschlossen. Für mich war es genau richtig so. Du musst für Dich entscheiden, was richtig ist. Wir können Dir nur sagen, was uns geholfen hat. Entscheiden und deinen Weg gehen, kannst nur du allein.

    Vielleicht wäre jetzt die Möglichkeit, alte Freundschaften wieder aufleben zu lassen. Ich habe auch viele Bücher zu dem Thema Coabhängigkeit gelesen und mich mit neuen alten Hobbies beschäftigt und hier ganz viel geschrieben.

    Lass Dich nicht unterkriegen und sorge dafür, dass es Dir gut geht.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Guten Morgen,

    Gestern hatte ich ein ziemlich schlimmes Gespräch mit seiner Mutter.. In dem sie mir doch wirklich vorgeworfen hatte, dass ich nichts machen würde im Haushalt und er daher so überfordert wäre und ich auch mal einkaufen fahren müsse..

    Die Meinung seiner Mutter ist eine Essenz aus dem, was er erzählt hat - nicht mehr und nicht weniger. Das heißt ja nicht, dass es eine allgemeingültige Wahrheit ist. Die momentane Situation ist sehr polarisierend, aber mit Schuldzuweisungen ist keinem geholfen. Wie schon gesagt, ihr seid jetzt an diesem Punkt, weil ihr so seid wie ihr seid. Für dich geht es aber an dieser Stelle nicht mehr so weiter. Entweder habt ihr die Fähigkeit gemeinsam euer weiteres Vorgehen zu klären oder du musst für Dich durchziehen, was Du für richtig hältst. "Musst" Du natürlich nicht - es gibt 1000 andere Wege, aber so hab ich es gemacht, als ich merkte, dass mein Mann im Punkte Alk einen Standpunkt vertrat, mit dem ich nicht mehr leben wollte. Das hört sich im Nachhinein so einfach an, glaub mir, das war es nicht. Ich hatte Angst, Panikattacken, war nur am Heulen, ein völlig verunsichertes Häufchen Elend. Zwischendurch hab ich mir Vorwürfe gemacht, dass ich gegangen bin, weil es mir doch an seiner Seite gar nicht so schlecht ging. Aber mit viel Schreiben hier im Forum, einer guten Freundin, Therapie und vielen Büchern hab ich diese bescheiden Zeit überstanden - Tschakka. Das hat mich wie gesagt, sehr reifen lassen und dafür bin ich dankbar. Heute fühle ich mich wohl in meinem Leben. Ich kann dir nur sagen, dass es enorm wichtig für mich war, aus seinem Dunstkreis zu kommen, damit das Gedankenkarussell nicht immer wieder neuen Schwung bekommt und selbst dafür zu sorgen, dass es mir gut geht.

    Ich finde den Kommentar von Morgenrot sehr gut und du bist ja nicht allein. Du hast hier ein ganzes Forum mit dem Du dich austauschen kannst und dass in seinem Rahmen für Dich da ist. Vielleicht überlegst Du Dir ja in den geschützten Bereich zu wechseln. Dort ist der Austausch noch intensiver.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Cayenne,

    ich lese irgendwie Resignation aus deinem Post. Ich lese aber auch von Momenten, in denen Du dich frei und ausgelassen fühlst. Verschaff Dir doch einfach mehr von diesen Momenten. Sie zeigen Dir doch wie gut sich leben anfühlen kann. Du fühlst dich mit dem Trinken deines XY nicht mehr wohl, du fühlst dich zu Hause nicht mehr wohl. Glaub mir, ich kenne das Gefühl, mit einem Knoten im Bauch nach Hause zu kommen und der Knoten wurde stärker, je wohler ich mich vorher gefühlt hatte. Es liegt an Dir, das für dich zu ändern. Mich haben damals auch so viele starke Gefühle begleitet und natürlich war Angst dabei. Wir haben gelernt, mit den Trinkmengen, den Bauchknoten zu leben. Sie sind Gewohnheit und wir können meist damit umgehen und mal ganz ehrlich, "anderen geht es schlechter und soooo schlimm ist es doch am Ende gar nicht" - Ironie aus. Ich denke, die Angst ist natürlich. Ich wollte damals diese Veränderung nicht, sie wurde mir aufgezwungen und davor hatte ich Angst. Ich hab diese Angst überwunden, auch wenn der Weg schwierig und voll widersprüchlicher Gefühle war, aber ich habe in dieser Zeit ganz viel über mich und andere Menschen gelernt, diese Zeit hat mich reifen lassen und heute bin ich froh, dass es diese Zeit gab, auch wenn ich sie wirklich nicht noch einmal brauche.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Owline,

    Hat er diesen Abstand denn auch akzeptiert oder war ihm dieser gar nicht so deutlich bewusst, wie dir?

    Super Frage und heute schmunzle ich darüber ;) , aber er hat es überhaupt nicht akzeptiert. Hat mich mit Anrufen bombardiert, wollte mich immer sehen usw. Ich habe echt 1 Monat lang um diese Kontaktsperre gekämpft. In dieser Zeit hat er natürlich alle Register gezogen, aber ich habe mich durchgesetzt und das war ein guter Anfang. Aber natürlich kein leichter, ich war in einer bescheidenen Verfassung, innerlich total zerrissen und völlig verunsichert. Dein Mann ist da keine Ausnahme, aber Du musst Dich nicht mit seinen Provokationen auseinander setzen, versuch sie zu ignorieren. Er ist dabei, seine Komfortzone zu verlieren und das macht ihn wütend, aber es ist seine Wut, nicht Deine. Er ist erwachsen und muss seine Verantwortung selbst tragen.

    Ich kenne ja Deine/eure genauen Lebensumstände nicht, aber warum lässt Du die Zukunft nicht einfach Zukunft sein. Einfach so wie die Alkoholiker nur die nächsten 24 Stunden im Blick haben. Sich 24 Stunden nicht um seinen Konsum kümmern - Du kannst ihn eh nicht ändern, 24 h dafür sorgen, dass es Dir gut geht, er kann das für sich auch tun. Mir war die Zukunft zum damaligen Zeitpunkt egal, ich wusste nur, dass ich was ändern muss, sonst geh ich unter. Mach Deine Entscheidungen nicht von seinem Trinkverhalten abhängig. Wenn er wirklich ernsthafte Schritte einleitet, kannst Du ja Deine Entscheidungen noch mal neu überdenken, wenn es noch passt.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Franzl,

    da hast Du ja erstmal einen mächtigen Berg vor Dir, aber jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Du hast Dich hier angemeldet und kannst dir Deinen Frust von der Seele schreiben. Das hat mich z.B. damals schon sehr erleichtert. Du bist die ersten Schritte gegangen - Schuldnerberatung, Privatinsolvenz - sicher nicht Dein Lebenstraum, aber Dinge die Du klar händeln kannst. Du hast die Frage der Schuld gestellt. Bringt Dich die Antwort darauf weiter? Ich habe diese Frage nicht gestellt, ich wusste, wir stehen an diesem Punkt, weil wir sind, wie wir sind. Jeder hat seine Anteile. Wichtig war die Erkenntnis, dass ich was anders machen muss, damit sich was verändert. Ich kann nicht darauf warten, dass mein Partner das für mich erledigt (wäre natürlich sehr bequem gewesen). Wichtig war für mich damals Abgrenzung, räumliche Trennung, damit ich wieder zu mir finde.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld für Deinen Weg.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Owline,

    Aber ich ärgere mich einfach über mich selbst!

    Super, da hast Du ja einen Ansatzpunkt, der nichts mit ihm zu tun hat. Was kannst du machen, damit Du dich nicht mehr über Dich selbst ärgerst? Es hat wirklich fast ein Jahr gedauert bis mir vom Kopf und Herz her klar war, dass es völlig egal ist, was ich tue, er macht, was er will - ist sein gutes Recht. Daraus folgt aber auch, dass es mein gutes Recht ist, zu machen, was ich möchte, was mir gut tut. Dein Mann tut Dir momentan gar nicht gut - lese ich zumindest raus. Wie wäre es mit Abstand zu ihm. Nicht als Drohung für ihn, sondern für Dich, weil Du an seiner Seite unzufrieden bist. Es geht auch nicht gleich um Trennung/Scheidung, sondern einfach um Abstand. Mir hat dieser Abstand - und einiges mehr - geholfen, mich wieder auf die Reihe zu kriegen. Aber ohne Abstand wäre es für mich nicht gegangen, denn mein Co-Ich hätte immer wieder neues Gedankenfutter von seiner Seite bekommen. Man(n) gibt seine Komfortzone ja nicht so ohne weiteres auf.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Cayenne,

    Ich muss hier raus!

    Das war vor 9 Jahren mein Hauptgedanke. Ich habe gefühlt, entweder ich geh raus aus dem ganzen Mist oder ich geh unter - nach über 20 Jahren Ehe, Haus und Hof. Nach außen hin war alles in Ordnung. Er ging arbeiten, hatte das Grundstück/Haus im Griff und ich war kreuzunglücklich, weil er ja nur 2 Kästen Bier und 2 Flaschen Schnaps die Woche getrunken hat. Ich hab mich aus Verzweiflung hier angemeldet und irgendwann wurde mir klar, wenn einer mein Leben verändern kann, dann bin ich es. Ich dachte auch, ich rede ganz vernünftig mit ihm, er hört auf zu trinken, macht ne Therapie und alles wird wieder gut. Ich glaube, Du ahnst, wie sehr ich mich getäuscht haben. Aber ich hatte den Mut auszuziehen. Mir war in dem Moment egal, was wird ich wusste nur  Ich muss hier raus! auch wenn es das Schlimmste überhaupt für mich war. Am Ende hat sich gezeigt, dass es das Beste war, was ich tun konnte. Ich musst lernen, dass ich Verantwortung für mich trage und nicht für ihn, dass er saufen darf bis er daran zu Grunde geht, wenn er das möchte und ich kein Recht habe, ihm das zu verbieten. Das war schwer zu begreifen für mich, irgendwann hab ich es geschnallt. So hab ich dann meine Koffer genommen und bin ausgezogen. Ich konnte mit ihm nicht über meinen Auszug reden, also war ich weg, bevor er von Montage nach Hause gekommen ist und hab nur einen Brief da gelassen. Das ging trotzdem nicht ohne Krach und die erste Zeit nach dem Auszug war noch schlimmer für mich, als wenn ich geblieben wäre - zumindest hat es sich so angefühlt, aber es wurde besser, je mehr ich mich um mich und meine Bedürfnisse gekümmert habe. Ich glaube, es ist wichtig für uns Co's einzusehen, dass wir genug für die Beziehung getan haben und es trotz allem nicht reicht - wenn du so willst eine Kapitulation. Das ist natürlich eine ungeheuerliche Erkenntnis, aber sie war ein Neuanfang für mich. Und das Krasse an der Geschichte war, als ich mich bewegte, bewegte sich auch mein Mann. Aber das ist natürlich sehr individuell.

    Ich wünsche Dir viel Kraft, Geduld und Mut für Deinen Weg

    sonnige Grüße

    Lütte