Beiträge von Jul Ja

    Huhu Clärchen :D

    schön, dass ihr Weihnachten so gemütlich verbracht habt.
    Aber was machst´n Du für Sachen? Ich schließe mich mal Morgenrot an und rate Dir, gut auf Dich acht zu geben.
    Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Liebe und Gute - vor allem Gesundheit - für das noch so frische neue Jahr.

    Liebe Grüße von Julia

    Hallo Panem,

    durch Zufall habe ich mich heute hierhin „verirrt“. Ich lese und schreibe vor allem im erweiterten Bereich und habe die Erfahrung gemacht, dass, je mehr ich mich bei anderen beteilige auch „zurück kommt“. Nun bin ich nicht im Bilde, in wie weit Du hier auch bei anderen schreibst…

    Deine Empfindungen kann ich absolut nachvollziehen – ich fühle mich oft so – „irgendwie unzulänglich“ - das hast Du richtig gut ausgedrückt. Das war bei mir auch schon immer so, aber es wird besser.
    Je klarer ich werde, umso mehr wird mir klar (was für ein Wortspiel… :lol: ) dass der Spruch der sagt, man solle doch bitteschön selber die Veränderung sein, die man sich für diese Welt wünscht, absolut passt. Trotzdem kann ich oft nicht aus meiner Haut und es passiert mir, dass ich mich zurückziehe. Und dann wundere ich mich, warum ich mich oft so einsam fühle. :roll:

    Du hast das hier heute richtig gut aufgedröselt – früher haben wir diese Gefühle weggesoffen- heute nennen wir sie beim Namen und der nächste Schritt ist es, aktiv zu werden. Und das geht nun mal nicht von heute auf morgen. Vor allem sollten wir schauen, uns selbst annehmen zu lernen und zu akzeptieren, uns „selbst bewusst“ zu werden, ohne auf die Meinung anderer angewiesen zu sein. Ich weiß, ich hab gut reden :wink:

    Du machst Nichts falsch und Du bist hier weder egal, noch allein. :D

    LG von Julia

    Hallo Eni ,

    ich kann Deinen Frust auch absolut nachvollziehen aber es ist keine Frage, ob Du nun aufgeben solltest :roll::wink: natürlich nicht :D schau, was hast DU schon alles geschafft...

    Sag mal, kannst Du Dir evtl. über einen Service Deiner Krankenkasse helfen lassen. Die vermitteln da ja mittlerweile und "besorgen" auch schon mal einen Termin, der sonst nicht möglich gewesen wäre.

    Ich drück die Daumen :wink:

    LG von Julia

    Lieber Frank,

    Dein Text hat mich berührt … danke, dass Du das aufgeschrieben hast und mit uns teilst.

    Dass Abstinenz nicht reich macht, dafür aber viel Wichtigeres schenkt - die eigenen Werte verschiebt, das Denken verändert und uns endlich ungefiltert der sein lässt, der wir sind. Das hast Du wirklich schön zusammengefasst.

    Du warst einer derer, die mich hier vor fast 9 Monaten „abgeholt“ haben – dafür möchte ich Dir von ganzem Herzen „Danke“ sagen.

    Solche Texte wie Deiner heute, haben mich am Anfang meiner Abstinenz, sehr motiviert und mir gezeigt, dass das der richtige Weg ist.

    Und das, was Du über Deine Ängste, Deiner Tochter gegenüber, schreibst … Frank, ich kann mir gut vorstellen, dass ich ähnlich agieren werde, wenn meine Kleine älter ist. :wink:

    Dir und Deinen Lieben wünsche ich ein schönes Osterfest …

    Liebe Grüße von Julia

    Hallo Charlie,

    für mich wird es das erste Silvester mit klarem Kopf. :D

    Durch diesen neuen, abstinenten Weg den ich jetzt gehe, habe ich natürlich keinen Kontakt mehr zu meinen früheren (Sauf-)Bekannten, mit denen wir bisher solche Abende verbracht haben …
    Neue „Freunde“ oder Bekannte, die ganz normal mit Alkohol umgehen können und zu einem solchen Anlass auf das Zeug verzichten würden, habe ich (noch) nicht.
    Also genießen wir zum Jahreswechsel unsere Dreisamkeit und machen es uns einfach nur gemütlich… Kerzen, schöne Musik, duftender Tee, ein paar Leckereien dazu ein paar Spiele …

    beim Schreiben merke ich gerade, dass ich absolut NICHTS vermisse und wie sehr ich mich darauf freue :D

    Ich wünsche Dir und allen anderen Weggefährten schon jetzt ein besinnliches, trockenes Weihnachtsfest und einen tollen Jahreswechsel

    LG
    Julia

    Hallo Rakel,

    Wie geht es Dir mittlerweile? Du beschreibst, dass Du nach Deinem letzten Rückfall das Gefühl hattest, dass sich „ein Schalter umgelegt hat“ in Deinem Denken – Dir wurde bewusst, dass Du Dich auf furchtbar dünnem Eis bewegst … :shock: ... von woher kam das Gefühl? War es "plötzlich da" ?

    Ich war mir da noch nicht so klar, jedenfalls nicht bis zu dem Tag an dem ich hier her kam … Ich kam nicht mit dem Plan, ab sofort (und möglichst für den Rest meines Lebens) abstinent zu leben. Ich kam mit der Hoffnung im Gepäck, hier „Gleichgesinnte“ zu finden, jemanden der mich versteht … mit dem ich vielleicht gemeinsam Jammern kann, über diese Ungerechtigkeiten und das böse, böse Leben … :roll:

    Zu meinem Glück kam es aber anders – mir wurde klar(gemacht), dass ich mich „ums Leben bringe“, wenn ich so weitermache …dass ich selbst Urheber meines Lebens und Werdeganges bin ... dass rumjammern mich nicht weiter bringt, dass Taten zählen und ich es zu jeder Zeit selbst in der Hand habe und plötzlich hat es auch bei mir „klick“ gemacht (das war wohl der Schalter von dem Du schreibst :wink: ) …

    Du fragst, ob ich das Gefühl habe, es zu schaffen, „trocken“ zu bleiben… Weißt Du Rakel, auf ein momentanes Gefühl kann ich mich langfristig nicht verlassen, es verändert sich … ich fühle mich stark und schwach, bin überzeugt aber auch unsicher, freue mich aber hege gleichzeitig Zweifel und werde nachdenklich… ich habe hier gelernt, dass es nur einen einzigen Grund gibt, jemals wieder zu saufen … nämlich den Grund, dass ich wieder saufen will :!:
    Derzeit will ich das unter keinen Umständen und ich genieße jeden Tag mit klarem Kopf auch wenn es nicht immer einfach ist …
    und hoffe dass es noch viele, viele „rückfallfreie“ Tage geben wird.
    Dafür bin ich bereit dranzubleiben …an mir und meiner Abstinenz, ganz aktiv und engagiert zu "arbeiten" und vor allem achtsam zu sein…

    Zitat

    ich freue mich, dass andere ähnliche Gedanken haben und ähnliches erlebt haben wie ich!

    Das hier zu erleben, gibt einem einfach ein Gefühl von „nicht alleine dastehen zu müssen“ … für mich fühlt sich das auch sehr gut an :)


    Wenn Du Deine Krankheit für Dich behälst, kommst Du irgendwann zwangsläufig in Erklärungsnotstand. Trotzdem denke ich genau wie Du, dass "man" genau abwägen sollte, wem man wie viel von sich erzählt …

    Dass Du bzgl. Deiner Offenheit bereits schlechte Erfahrungen gemacht hast, deckt sich mal wieder mit meinem Werdegang … Da ging es um meine Angststörung und die Depression - es ist mir so unbegreiflich wie unglaublich dreist manche Menschen derartige Wissen über einen zum eigenen Vorteil ausnutzen und damit auch noch durchkommen :shock:
    Auch Deine Zweifel wegen der unklaren beruflichen Zukunft sind absolut berechtigt.

    Zitat

    Jetzt habe ich einen festen Freund, den ich liebe, die Aussicht auf einen sicheren Job mit gutem Verdienst, mache viel Sport und esse gesund. Ist das nicht totlangweilig??

    nöööö find ich überhaupt nicht 8)
    Nach vielen vermeintlich lustigen (und z.T. unmoralischen) Party-Jahren kann ich für mich sagen: Angelegt zu haben, beruhigt die Seele und ist alles andere als langweilig :wink:
    Immerhin kann ich heute meine Tage, mein Leben gestalten, ohne dass sich alles ständig nur ums Saufen dreht … denn so geht es zwangsläufig irgendwann jedem der nicht aussteigt ...

    Zitat

    Das mit dem Notfallkoffer ist eine sehr gute Idee, da könnte ich einige peinliche Stories reinpacken...

    Einige der lieben Weggefährten hier haben übrigens genau das getan … ich habe mir eine ausführliche Inventur für die Zeit kurz vor dem Jahreswechsel vorgenommen, wenn es beruflich ruhiger wird … Ansonsten passt in den Notfallkoffer all das, was Dir persönlich in schwierigen Situationen helfen kann ... für mich in der Abstinenz unentbehrlich.

    :)

    Viele Grüße
    von
    Julia

    Liebe Rakel,

    wie geht es Dir heute ?

    Du fragst, ob ich immer mehr getrunken habe, zu „der schlimmen Zeit“. Na klar, da habe ich mich regelmäßig fast besinnungslos betäubt. Weißt Du, in diesem Jahr bin ich genau zur dieser Zeit hier aufgeschlagen und hab es mit Hilfe der lieben Menschen hier geschafft, es zum ersten Mal nüchtern zu erleben...

    Genau wie Andreas schon schreibt ist auch für mich das Forum zu einem sehr wichtigen Teil meines Lebens geworden. Es ist ein Teil meines Trockenfundamentes - meine tägliche Dosis Forum. Auch wenn ich es zeitlich nicht immer schaffe zu schreiben, wenigstens ein paar Minuten lesen, ist meistens drin… Das tut mir ungemein gut, es ist Jedes Mal ein bißchen wie „nach Hause kommen“ … :wink:


    Ansonsten habe ich hier gute Strategien für mich entwickeln können, die ich anwende sobald ich Suchtdruck bekomme (z.B. seeeeeeehr viel Wasser trinken – das hat mich oft gerettet). Risikominimierung steht auch ganz oben an, wobei auch ich vor „Alltagsfehlern“ nicht gefeit bin. Schau Dir mal die Grundbausteine an, auch da findest Du viele Hilfreiche Hinweise.

    Ich finde es gut, dass Du nun gleich offen sagst, dass Du nichts trinkst. Du hast auch sonst tolle Methoden für Dich entwickelt ... naja ... bis auf das Rauchen :wink: Aber auch das ist doch ok, solange es Dir hilft abstinent zu bleiben.

    Deinen näheren Bekannten solltest Du allerdings offen und ehrlich gegenüber sein und nicht die Magengeschichte "auftischen". Das schließt Hinter(hältige)türchen und wie Andreas das so schön ausgedrückt hat, es steigert die Akzeptanz sich selbst und der Krankheit gegenüber.
    Seinem Tipp für Dich, Dich hier in Ruhe bei den erfahrenen Weggefährten einzulesen, kann ich nur beipflichten … mir persönlich half und hilft das auch immer sehr.

    Liebe Rakel, ich hoffe Dir geht es gut, ich freue mich wieder von Dir zu lesen und lass dir viele Grüße hier.

    Julia

    Hallo Rakel,

    erst mal herzlich Willkommen hier.

    Bereits heute am frühen Nachmittag habe ich Deinen Beitrag gelesen und bin nun erst wieder online. Ich habe im Laufe des Nachmittages oft an Dich denken müssen, da mich Deine Geschichte bewegt und ich einige „Parallelen“ bei uns sehen kann.

    Es tut mir leid, dass Du Deinen Vater so früh verloren hast.
    Ich habe meine Mutter vor 9 Jahren verloren und mir geht es wie Dir … ich kann damit einfach nicht umgehen.
    Sobald es mir mal wieder bewusst wird, spüre ich so einen starken Schmerz, mir wird dann regelrecht schwindelig und automatisch schreie ich innerlich NEIN!!!! Und wehre mich mit aller Kraft gegen diesen Gedanken der die Wahrheit sagt. Seit 9 Jahren verdränge ich die Wahrheit. Gerade jetzt, wo ich darüber schreibe halte ich innerlich großen Abstand zum Erlebten. Aber manchmal passiert es auch, dass mir das nicht so gut gelingt … dann höre ich das Wort „Mutter“ und sofort breche ich zusammen. Um den Todestag und Ihren Geburtstag herum (Juli-Aug) geht es mir jedes Jahr sehr schlecht… da gelingt es mir einfach nicht so gut, es wegzuschieben. Ich weiß, dass das nicht der richtige Weg ist, aber ich bin nicht in der Lage da ranzugehen … Ich denke mir, dass ich das irgendwann machen MUSS, aber jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt. Ich habe Angst davor. Traust Du Dich auch nicht oder was ist das bei Dir?

    Auch Dein exzessiver Lebensstil, der Selbsthass erinnert mich stark an das Leben, das ich geführt habe, bevor ich meinen Mann kennengelernt habe …

    Wie Andreas schon fragt, würd mich auch interessieren, wie Du es geschafft hast in den zwei Jahren abstinent zu bleiben und in welchen Situationen die Rückfälle kamen? Was möchtest Du in Zukunft anders machen, damit so was nicht mehr passiert?

    Ich bin noch nicht allzu lange abstinent – noch keine 4 Monate – aber ich bin es gerne und auch wenn es nicht immer leicht ist, das Forum hier gibt mir die Unterstützung und den Rückhalt den ich brauche. Ich hoffe, dass ich noch öfter von Dir lesen werde.

    LG
    Julia

    Liebes Forum,

    Aaalles Gute zum 9. Geburtstag

    Ich bin noch nicht lange Teil von Dir … umso dankbarer bin ich, dass es Dich für mich gibt.

    Vom ersten Tag an, bin ich hier aufgefangen worden, wurde unterstützt und gestützt, hochgehoben, getragen ... Du gibst mir das Gefühl und die Gewissheit, nicht allein zu sein … nur dadurch habe ich zum ersten Mal in meinem Leben die Kraft, wirklich neu anzufangen – selbstbestimmt, ohne zu bereuen, ohne täglich hart kämpfen zu müssen…

    Ich bin so froh und dankbar, dass diese Wahnsinns-Sache hier möglich ist, da steckt so unendlich viel dahinter…

    Danke Karsten & Danke an alle Moderatoren für eure wundervolle und überaus wertvolle Arbeit… Ich wünsche mir für uns alle, dass wir uns noch eine sehr lange Zeit begleiten werden.

    Julia

    Liebe Samsara …

    Danke :) ganz sicher lesen wir bald mehr voneinander ... ich freue mich darauf . fühl Dich lieb gegrüßt...

    ........

    Hallo Streamliner,

    ich habe mich sehr gefreut, dass Du mich „besucht“ und mir ein paar so nette Zeilen da gelassen hast. Danke dafür…

    Mein „Notfallkoffer“ ist für mich mittlerweile mehr als eine „nette Idee“ :wink:

    Durch den Austausch hier habe ich gelernt, dass es für jeden von uns einen Notfallkoffer geben sollte, der natürlich individuell, je nach Persönlichkeit des Einzelnen gepackt ist. Er ist für mich überlebensnotwendig - ein unentbehrlicher Teil meines Trockenfundamentes.

    Du bist seit 10 Jahren „rückfallfrei“ … wow … dazu meinen Glückwunsch und großen Respekt sowieso …
    Ich frage mich nun aber: „wie hat er das denn geschafft- so ganz ohne „Notfallkoffer“ – ganz sicher gab es Situationen, in denen Du an deine Grenzen gekommen bist und der Rückfall kam ganz nah… wie ging das für Dich?

    Du sagst: „Und es kommt dann immer nur so, wie man es brauchen kann und es auch tragen kann.“ Da steckt für mich sooooo viel Bedeutung drin...

    Du hast es allein geschafft? … Wie, lieber Streamliner ? Gab es Reha oder Therapie? Suchtberatung oder Selbsthilfegruppe? Ohne dieses Forum hier und meinen Suchtberater wäre auch ich allein :arrow: wenn ich allein wäre, wär ich jetzt definitiv dicht...

    Liebe Abendgrüße

    von Julia

    Ich danke Euch Lieben für den Zuspruch.

    Ich bin froh, dass ich in solchen Situationen bisher einen klaren Kopf bewahren konnte und -dank euch- auch weiß was zu tun ist „wenn´s brennt“ und was mir da raus hilft.

    Nun geht es mit großen Schritten auf das Wochenende zu und ich werde die abendliche Ruhe um mich herum bei einer schönen Tasse heißem Getreidekaffee genießen :lol:

    Liebe Abendgrüße
    von Julia

    Ihr Lieben ...

    heute war ein schrecklicher Tag und der Druck war teilweise fast unerträglich... erschreckend, wie das so plötzlich über mich kommt ...

    was hab ich getan ... ?
    schnell mein notfallköfferchen aufgemacht ...:
    1. innegehalten - mich besonnen, auf das, was ich bisher erreicht habe
    2. bestimmt 2 Liter wasser in mich reingeschüttet
    3. hier gelesen

    ... das hat mir geholfen...

    Danke "Forum", dass es Dich für mich gibt!

    Nach so einem Tag denk ich nun: "wie schön, dass ich nun so dermaßen nüchtern zur Ruhe kommen kann. wie schön, dass ich nicht allein bin, dass ihr ganz still mit mir seid."
    Nun kann ich Kraft tanken und versuchen, es morgen besser zu machen.

    Im geschlossenen Bereich habe ich mich nun auch angemeldet und freue mich auf den Austausch dort.

    Euch allen viele dankbare Grüße und eine erholsame Nacht

    ... Julia ...

    Hallo schnuffig,

    danke für diese tollen Ideen und Anregungen, ich habe direkt beim Lesen Lust darauf bekommen, kreativ zu werden. Das wird ganz sicher auch meiner Tochter gefallen. Für das Wochenende haben wir uns schon vorgenommen, draußen nach Materialien zu suchen und gemeinsam etwas Schönes zu gestalten :lol:

    LG Julia

    Hallo Forum,

    Das Gefühl, dass meine Nüchternheit mir Freude bereitet, überwiegt der Schweremut bei Weitem :P

    @ Norbert

    Du hast Deine teilweisen negativen Gefühle während der ersten Zeit der Abstinenz beschrieben. Ich habe darüber nachgedacht und in mich reingehorcht , denn ganz spontan dachte ich: „Nee, also so was kenn ich überhaupt nicht von mir!“ Aber ich hab noch tiefer gehorcht und wenn ich ganz, ganz ehrlich bin, dann muss ich (mir) eingestehen, dass es mir in einigen Momenten auch so geht, nur kurz, aber immerhin … es ist da :shock:

    Dennoch ich sehe meine „Chance“ ganz deutlich, empfinde (fast) ständig große Dankbarkeit und Erleichterung - kein Sklave meiner Droge mehr zu sein – heute vor 60 Tagen den ersten Schritt gegangen zu sein. Manchmal sehe ich vor meinem geistigen Auge einen riesigen Flaschenhaufen - nämlich die, die ich eigentlich in den letzten Wochen, sinnlos in mich reingekippt hätte, wäre ich nicht diesen ersten Schritt gegangen. Das war mir nur durch eure Hilfe möglich und ich kann mich nicht oft genug dafür bedanken: Dankeschön, Ihr Lieben !!!

    Ich finde es richtig klasse, dass Du ein schönes Hobby für Dich gefunden hast, Norbert. Dabei gedanklich in die Vergangenheit zu reisen und zu überlegen, was da vielleicht mal war um evtl. daran anzuknüpfen ist eine wirklich gute Idee. Da werde ich mir nun auch bald mal intensiver drüber nachdenken.

    Zu meinem „sinnvollen Inhalt“:
    Da ich immer sehr früh zur Arbeit fahre und erst spät wieder zu Hause bin, mich dann um die Kleine kümmere und um den Haushalt, das Essen, etc … und ständig diverse andere Dinge zu erledigen sind, bleibt mir leider gerade sehr, sehr wenig Freiraum. Wenn ich dann Abends zur Ruhe komme, nutze ich diese Zeit um hier zu lesen oder zu schreiben. Leider dauert es bei mir immer sehr, sehr lange, eh ich einen Text fertig geschrieben habe.
    Ja , ich weiß … selber Schuld, wenn ich doch immer so unendlich viel schreiben muss :roll:

    … aber nee, nicht nur deshalb … auch weil meine Konzentrationsfähigkeit immer noch sehr eingeschränkt ist, dauert das alles seine Zeit. Ich hoffe, dass das irgendwann besser wird. … Auch hoffe ich, dass bald ruhigere Zeiten anstehen, und ich mich Dingen widmen kann, die mich erfüllen.

    Liebe Sunshine,
    Deine Geschichte macht mich sehr betroffen. Du hast vor 10 Jahren dein Leben ganz neu lernen müssen, die grundlegendsten Dinge wie laufen, essen, … Ich empfinde eine tiefe Achtung vor Dir, auch deshalb, weil Du nun ganz selbstlos anderen Hilfst … mir ungefragt zur Seite stehst. Ein großes "Extra-Danke" dafür …
    … und „nee“ - 60 Tage sind nicht die Welt.. habe auch verstanden, was Du mir sagen willst.... ich lass mich doch nicht entmutigen … :wink:

    Mein Suchtgedächtnis meldet sich schon spürbar seltener, ich hoffe ja, je leiser es wird, umso besser geht es mit der Konzentration … so´ne Wechselwirkung wär doch schön :lol:

    Ich denke schon länger darüber nach, in den geschlossenen Bereich zu wechseln. Habe hier bei anderen oft gelesen, welche Vorteile das bietet. War mir nur bisher nicht sicher, ob ich nicht zu „neu“ dafür bin...?

    Nun genug für heute und liebe Grüße an Euch alle
    Julia

    Hallo Martin,

    ich danke Dir für Deine hilfreichen Hinweise.
    Ich denke, dieses "Vergleichen mit anderen" ist noch zu tief in mir verwurzelt. Da muss ich ran ... Eine Baustelle von vielen, aber es geht immer nur Schritt für Schritt. Das akzeptiere ich.

    Ich freue mich, Dich kennengelernt zu haben und hoffe, dass wir noch das ein oder andere Mal voneinander lesen werden.

    LG Julia

    Hallo Martin,

    dass es keine pauschalen „Hilfs-Empfehlungen“ gibt, leuchtet mir ein. Obwohl… es heißt doch „Sucht ist Sucht“ … und dennoch sind wir alle so verschieden und doch aber im Grunde gleich. Ich drehe mich gerade im Kreis :roll: sorry ...

    Das Leben nach den Grundbausteinen auszulegen, ist wohl auch für mich der wichtigste Teil meines Trockenfundamentes.

    Die Zeit deiner Entgiftung und dem Ende der Reha ist verdammt lang, wenn ich so überschlage sind das mehr als 20 Wochen in denen Du wieder auf die Beine gekommen bist. Essen und Laufen neu zu lernen, geht na klar nicht von jetzt auf gleich …das war ganz sicher ein mächtig hartes Stück Arbeit.

    Schön, dass Du aufrichtige Menschen um Dich hattest, und hoffentlich noch hast, auch wenn es nur „einige wenige“ sind – da zählt dann wohl nur die Qualität, nicht aber die Anzahl.

    Und nun sind es 10 Jahre… Wow!!! Nochmals : "Respekt" :!:

    Was oder Wozu, ausgenommen die Grundbausteine, kannst Du einem „Anfänger“ noch raten?

    Lebst Du nach dem „24 Std. –Prinzip“? Ich lese das hier sehr oft, aber weißt Du, ich kann das so schlecht für mich umsetzen. Wenn ich in 24 Stunden denke, denkt etwas in mir, „dann kannst du ja morgen wieder….!“ Das ist dann schon ein gedanklicher Rückfall, so etwas wie eine Hintertür ohne Schloss und Riegel... Ich orientier mich nun immer an meinen Wochenzielen, damit fahr ich gut. Ich denk mir manchmal: Warum bist du so doof und kommst nicht klar, womit scheinbar "alle anderen" so gut rückfallfrei bleiben können :!::?:

    Meine Risikosituationen analysiere ich noch ständig. Ich konnte bereits sehr viel über mich lernen, wie ich ticke und wie „es“ tickt, wenn es “austickt“ … meist trifft es mich in Überforderungssituationen (meine Belastungsgrenze liegt eindeutig weit unter dem Durchschnittsbelastungswert…) oder auch in ganz sanften Augenblicken, wie z.B. zu Beginn eines Wochenendes, während ich ein Lied von "früher" höre oder auf einer Urlaubs-Fahrt… halt in diesen Momenten, in denen da sonst der Alk ins Spiel kam… Dann hole ich ganz schnell mein „Notfallköfferchen“ heraus. Dort finde ich einige Werkzeuge, die mir helfen, schnell aus dem Empfinden herauszukommen und den Druck verschwinden zu lassen. Nun bin ich guter Dinge, dass das "mein neuer Weg ist" .

    Ich freue mich , wieder von Dir zu lesen.

    Viele Grüße , auch an den Rest des Forums.
    Julia

    Hallo Martin,

    dann nutze ich als „Neue“ doch gerne dieses Angebot :D

    Ich bin Julia – nach 20 versoffenen Jahren, bin ich nun seit fast 60 Tagen „rückfallfrei“ – nach ganz genau dieser Bezeichnung für meinen Zustand habe ich gesucht :wink:

    Ich habe den größten Respekt vor Dir, … davor, dass Du trotz lieber menschlicher Verluste deinem Weg gefolgt bist.

    Ich habe gesehen, dass Du Dich erst in 2007 hier angemeldet hast. Was war in den Jahren 2003 – 2007? Wem hast Du Dich mitgeteilt? Hattest / Hast Du eine reale SHG? Hast Du Freunde / Familie, die dich, gerade in der Anfangszeit, unterstützt haben?

    Genau wie Du, mache ich keine Therapie „im eigentlichen Sinne“. Auch eine reale SHG besuche ich nicht. Das hat vor allem berufliche Gründe. Ich gehe regelmäßig zu meinem Suchtberater und habe mich hier angemeldet. Mein Mann ist sonst der Einzige der Bescheid weiß, aber ich spreche das Thema zu Hause lieber nicht mehr an. Er ist der Meinung, dass es „doch langsam mal gut sein muss, ständig darüber reden zu müssen“.
    Fast täglich lese ich hier, habe einen Thread in dem ich ein wenig von mir schreibe. Nun ja… im Großen und Ganzen geht es mir gut damit. Es gibt immer mal wieder Momente in denen mein Suchtgedächtnis anspringt, das geht meist schnell wieder vorbei – ich habe, auch mit Hilfe einiger lieber Weggefährten hier in diesem Forum, Strategien entwickeln können, die mir in solchen Augenblicken raushelfen. Ich denke, dass das ausreicht, solange es mir damit gut geht. Darf ich Dich fragen, wie Du das, als "erfahrener" Außenstehender siehst :?:

    Kann sein, dass das in anderer Augen ziemlich dumme Anfänger Fragen sind … sei es drum … sie kamen von mir und von Herzen

    Es grüßt Dich
    die Julia

    Liebes Forum,

    ich habe lange nichts geschrieben – es tat mir gut, hier einfach nur zu lesen. Heute möchte ich aber ein paar Zeilen hier lassen. Es sind nun fast 60 Tage, in denen ich nüchtern durch mein Leben ziehe und immer wieder trifft es mich aus heiterem Himmel – es sind zwar nur kurze Augenblicke, aber sie sind da, sind allgegenwärtig. Ich wäge mich nicht in Sicherheit, ich muss mich vor mir selbst in Acht nehmen, vor dem „Teufel“ in mir :evil::!:

    @ Matthias,

    ich danke Dir für Rückmeldung und Apfel :wink:

    Auch Deine Gedanken sind mehr als klug, denn ohne Frage… – ohne diese Anfangseuphorie, hätte kaum jemand die Kraft, nach ersten Rückschlägen nüchtern weiterzugehen. Für mich war sie definitiv notwendig.
    Euphorie endete in meinem Leben bisher meistens mit Ernüchterung.
    Bisher ist es diesmal nicht so – denn mittlerweile hat sich diese gewisse Euphorie von der ich hier spreche, in eine Art Motivation gewandelt – keine Spur von „Ernüchterung“ oder „Bereuen“. Es ist eine neue Qualität in meinem Leben, auch wenn es nunmehr bald „erst“ 60 Tage sind. Und trotz Motivation und neuer Qualität, ist es kraftaufwendig - mal mehr und mal weniger ... manchmal wünsch ich sie mir zurück, diese so allmächtige und vieles so leicht scheinende Anfangseuphorie :oops:

    @ Norbert

    Deine Aussage: „…tappe ich zu oft in Gedankenfallen.“ finde ich wirklich schön formuliert und auch ist es für mich beruhigend, dass es eben nicht nur mir so geht.

    „Sinnvollen Inhalt“ ins eigene, bisher oft so sinnlos versoffene Leben zu bringen, ist wohl „unser“ täglich Brot um die Stabilität aufrecht erhalten zu können. Mir fällt es noch nicht ganz so leicht, ich bin noch am ausprobieren und oft lässt mich meine Tochter auch nicht so, wie ich es manchmal gerne hätte ;) Dann werde ich ungeduldig … das ist ein fieses Gefühl, aber es wird besser …

    Fiel und fällt es Dir denn leicht, Deine sinnvollen Inhalte herauszufinden und umzusetzen?? Und wie geht es anderen damit?

    Das interessiert mich, weil ich manchmal dessen so müde bin und am liebsten so tun würde, als reiche „einfach nicht mehr trinken“ aus :oops:

    Ich kann mich dann nur schwer aufraffen. Und ich tue es dann aber trotzdem und bin froh darüber und stolz darauf, dass ich meine Trägheit überwunden habe … es ist nur manchmal so verdammt schwer … :roll:
    Wahrscheinlich befinde ich mich derzeit auch in einem Tief, weil ich mich beruflich gerade übernommen habe und da erstmal nicht mehr herauskomme. Ich glaube, so etwas nennt man Selbstüberschätzung oder auch schlicht und einfach Dummheit :? Nun aber genug des Selbstmitleides ... 8)

    Ich wünsche euch allen hier einen friedlichen und trockenen Sonntag-Abend
    Julia