Beiträge von Whitewolf

    meine Frau hat mich eben nochmal angerufen und immer und immer wieder gesagt, wie sehr sie bei mir und den Kindern sein möchte, nur bei mir sein will usw.

    Ich vermute das diese Versuche jetzt an Intensität zunehmen werden. Dringlicher. Mit irgendwelchen an den Haaren herbeigezogenen Gründen das Du sie sofort holen musst.

    Wenn Du dann immernoch nicht spurst steht sie vermutlich einfach so vor der Tür.

    Gibt es für diesen Fall einen Plan?

    lG WW

    Das war schon ein mega Schritt für mich. Sie hat mich auch ständig angefleht, dass ich sie nach Hause mitnehmen soll, aber ich habe es verneint. Und bin dann auch irgendwann gegangen.

    Das war ein weiterer wichtiger Schritt und auch wenn es sich nicht so anfühlt war er richtig.

    Ich wünsche Dir, das Du für Dich / Euch da konsequent bleiben kannst.

    Ich versuche mal aus der Sicht eines Alkoholikers zu beschreiben was da jetzt vermutlich passiert:

    Sie wird jetzt irgendwie registrieren, das sie sich ein wichtiges Standbein in Ihrer Suchtwelt weggesoffen hat. Dieses Standbein ist bildlich gesprochen. Es ist nicht mehr als ein gedanklicher Zufluchtsort, an den sie ja immernoch kann wenn ihr danach ist. Es gibt zwischendurch Stunden, an denen sie sich daran festklammert im Kopf und damit über allem steht was passiert.

    Jetzt wird dieser mehr gedankliche Zufluchtsort versperrt. Das muss ersetzt werden um weiter glücklich saufen zu können, um noch Euphorie entwickeln zu können. Die Bettelei wäre z.B. ein Anzeichen dafür. Was genau dieses Loch dann ausfüllt wissen nur die Götter.

    Ich vermute, das jetzt erstmal Ihre Trinkmenge steigt. Ihr jetziges "Gesprächsumfeld" wird mit einer vermehrten Unzufriedenheit konfrontiert. Grundtenor wäre vermutlich : "Alle sind schlecht und wollen ihr böses" . Es werden Scheinwelten im Kopf aufgebaut, hirnrissige Beschlüsse gefasst und Stunden später wieder verworfen. Erleichterung um die nicht mehr vorhandene Verantwortung wechselt mit Panikgefühlen. Der Gedankenkonsens verschiebt sich mehr in die Richtung: "Was ich mache ist klar, bleibt nur die Frage mit wem oder wo." Die Frage nach dem "ob" kommt nicht auf. Das Verletzungspotential an sich selbst und an ihrem Umfeld wird vermutlich steigen.

    Dazu muss man wissen, das Alkoholiker in Ihren Trinkphasen ein anderes Zeitgefühl und Leidensempfinden haben als nüchterne Menschen. Minuten können zu Stunden werden und umgekehrt, dazwischen Blackouts. Alles verschoben.

    Es ist für einen Aussenstehenden, selbst wenn er daneben sitzt, nicht zu ermessen welches Leidpotenzial gerade vorliegt. Eingekapselt im eigenen Rausch.

    Das könnte dazu führen, das sie bald wieder in eine Entgiftung muss, gesteigerte Trinkmenge ( welche das Loch dann leider doch nicht ausfüllen kann )und zunehmende Dunkelheit in der Psyche. Gesteigerter Leidensdruck. Die dunkle Sinnlosigkeit, die Erkenntnis der eigenen Hilflosigkeit wird stärker.

    Das sind ganz schlimme Zustände und Kämpfe, welche sie aber leider ganz alleine bestreiten muss.

    Das ist wichtig für alles Weitere. Alleine, im Kopf muss das stattfinden. Hilfe würde nur ablenken in diesem Prozess. Das macht es für Dich so wichtig den Abstand auch beizubehalten.

    Ich denke die einzige Möglichkeit mit Ihr noch vernünftig über alles weitere reden zu können, wäre wohl gegen Ende einer Entgiftung, wenn sie noch in der Einrichtung ist. Das sind die wenigen Momente, an denen ihr entgiftet und noch im geschützten Rahmen bewusst wird, was alles kaputtgegangen ist und noch kaputtgehen wird. Danach übernimmt der Alkohol sofort wieder die Regie, ob im Kampf mit der Abstinenz oder im Suff. Beides fordert wieder alle Ressourcen.

    Daraufhin erwähnte sie nur, dass eine LZT nichts bringt.

    Wenn sie das sagt dann ist das so. Sie steuert ihr Schiff im Alkoholmeer.

    Streich es aus Deinen Gedanken und triff dementsprechend Deine Entscheidungen.

    Es gibt keinen zu erhoffenden Zeitrahmen für Dich und die Kinder. Entgiftungen dauern, Antragstellungen bis evtl. Therapiebeginn dauern ewig... es ist also nichts da auf das Du warten solltest.

    Nach dem was ich gelesen habe, wage ich mal zu behaupten das sie ohne fremde Hilfe da nicht mehr rauskommt. ( fremd heisst auch wirklich fremd, therapeutischer Abstand, auch Du fällst da raus ) . Sollte sie es schaffen, wirst Du einem anderen Menschen gegenüber stehen, mental stark verändert. Andere Wahrnehmung, andere Prioritäten.

    Du solltest am Besten nicht mehr mit ihr über den Alkohol reden. Ihre Baustelle. Verlasse Dich nicht auf das gesprochene Wort, sondern urteile nur nach den Taten.

    Euer Leben geht ja trotzdem weiter. Verharre nicht in einem wartenden Schockzustand ( Du bist ja dabei Dich freizuschütteln und das ist gut ). Die Lebenszeit, welche sie für sich versäuft, ist auch Eure Lebenszeit die genutzt werden kann und sogar muss. Es geht ja alles weiter.

    Du hast die Waffen aus Unwissenheit und Liebe aufgenommen und Dein bestes versucht. Du hast verloren, das war leider absehbar. Die unbedingte Kapitulation gegenüber der Macht der Alkoholsucht gilt für alle Parteien. Also auch für Dich. Auch wenn es rational und auf Gefühlsebene nicht genau zu beschreiben ist.

    lG WW

    Hallo Evelin,

    auch von mir einen Glückwunsch zum halben Jahr ohne:thumbup:.

    Der Körper und das Gehirn dürften wieder auf Normalbetrieb umgeheilt sein nach diesen Monaten. Die Festplatte auf der das Suchtprocedere gespeichert ist befindet sich jetzt im Stand-By Modus. Ein Schluck Alkohol reicht aus um sie zu wecken und alles fährt wieder hoch und geht an die bekannte Arbeit. Der Körper ist jetzt und für immer darauf vorbereitet den Alkohol schnell und effektiv zu nutzen um schnellstmöglich den Urzustand wieder herzustellen.

    Es wird Situationen geben in denen Du besonders anfällig bist. Wenn die Psyche mal schlecht drauf ist und dies und das noch draufkommt. Dann könnte es sein das Dir der Alkohol als Lösungsmittel der Probleme vorgeschlagen wird.

    Es wäre gut wenn Du dann die richtige Strategie an der Hand hast, nach einem halben Jahr sollte da ja schon einiges abgespeichert sein.

    Ich muss gut auf mich aufpassen und achtsam bleiben. In jeder Hinsicht!

    Damit machst Du alles richtig.

    lG WW

    Hallo NiLiHaMi,

    ich hatte Dir ja am 18.3. mal was zu dem Verhalten geschrieben und versucht darzulegen was da mit Deiner Frau passiert. Und wo Du in Ihrer Rangordnung stehst. Notfalloption.

    Sie ist sehr krank.

    Besserung ist wohl nicht in Sicht. Ob es nicht besser wäre die Kinder rauszuhalten? Ich weiss es nicht genau, vermutlich wäre es besser.

    Sie hat immernoch Macht über Dich

    und spielt das rigoros aus. Fremdgesteuert durch Nervengift, irgendwo zwischen besoffener Euphorie und kaltem Entzug. Je nachdem was gerade Phase ist. Die Zustände können sich innerhalb weniger Stunden um 180° drehen. Darauf kannst Du Dich nicht einstellen, Pläne sind von vorneherein zum scheitern verurteilt.

    Das ist nicht mehr Deine Frau. Das ist nicht mehr die Mutter. Alles nur auf dem Papier.

    Sucht.

    Du weisst nicht mehr wo oben und unten ist, ob helfen oder ignorieren.

    Du hast uns erst nach vielen Wochen eine kurze Situationsdarstellung geschrieben, vielleicht wäre es besser öfter hier zu schreiben? Evtl. können wir Dir ja etwas helfen in dieser Achterbahn.

    lG WW

    Hallo Mare,

    das ist erschütternd und ich kann nicht nachfühlen wie es Dir jetzt gehen mag. Da kommt jetzt einiges auf Dich zugerollt dem Du Dich bestmöglichst stellen musst / willst.

    Du solltest Dir natürlich Hilfe holen um diese Zeit zu überstehen. Was da evtl. angeboten wird solltest Du mit den Ärzten besprechen denke ich.

    Ich hielte es für sehr ungesund wenn Du das alles alleine versuchst zu stemmen.

    Schreib uns doch mal wie es DIR geht, damit wir Dich bestmöglich unterstützen können.

    Was beschäftigt Dich jetzt am meisten?

    lG WW

    Ich habe Sorge, dass ich mich nicht mehr ausreichend mit meiner Sucht beschäftige.

    Was bedeutet für Dich " ausreichend" ? 24/7 ?

    Ich mach mir Druck. Druck alles richtig zu machen

    Trockendruck ? Lieber Trockenarbeit.

    Du kannst die verlorene Sauf-Zeit nicht wieder rückgängig machen. Dieses Druckgefühl gepaart mit einer Anfangseuphorie ist nicht hilfreich für eine gewisse Gelassenheit oder Zufriedenheit.

    Der Körper, das Gehirn und die Psyche brauchen einfach Zeit für die Umstellung.

    Es geht einfach ganz personenbezogen nicht schneller. Preise gibt es auch nicht dafür. Du hast noch Dein ganzes trockenes Leben vor Dir.

    Erhol Dich von einem unsagbaren Vergiftungsmarathon und tausche nicht Trockendruck gegen Saufdruck.

    Wenn Du vor der Macht des Alkohols kapitulierst, verinnerlichst das jeder Schluck die Erkrankung wieder ausbrechen lässt, dann hast Du schon sehr viel geschafft.

    Das Leben gestaltet sich individuell und hat immer Überraschungen parat. Das kannst Du nicht alles auswendig lernen um im Falle des Falles ein Programm abzurufen.

    Menschen machen übrigens Fehler, aus denen kann man lernen.

    In einer Therapie und auch hier im Forum wird nicht geheilt. Es werden Lösungsstrategien an die Hand gegeben. Und nicht alle sind für jeden sinnvoll. Wenn Du Dir ein paar rausgepickt hast die bei Dir funktionieren, dann stabilisiere diese erstmal bevor Du zu neuen Ufern aufbrichst.

    Versteh mich nicht falsch, Du sollst nicht alles einstellen. Aber es sollte doch viel mehr Lebensqualität überbleiben als es Dir zur nassen Zeit möglich war.

    lG WW

    Hallo Mare,

    Ich kümmere mich um alles, Steuer Unterlagen, die Bank Sachen, Rasen mähen, Pflastersteine reinigen, Tiere versorgen

    ..und...und...und..

    Warum tust Du das?

    Wenn Du ausziehen würdest gäbe es ein riesiges Loch, die Gedanken was Du jetzt alles tun müsstest wenn Du noch da wärest würden Dich wahrscheinlich verfolgen.

    Du müsstest Dich dann beschäftigen mit Sachen für Dich, Über DEIN Leben nachdenken und etwas für DICH tun.

    Deswegen schaffst Du das nicht vermute ich. Du würdest alle Dir selbst auferlegten Tätigkeiten vernachlässigen, hättest ein schlechtes Gewissen deswegen?

    lG WW

    Guten Morgen Omalina,

    Irgendwie kam ich mir doof vor mich hier anzumelden. Andere hier haben gefühlt viel schlimmere Probleme als ich.

    Wie schlimm Deine Probleme für Dich sind kann niemand hier beurteilen. Wenn Du darunter leidest ist es schlimm. Allemal schlimm genug um hier zu schreiben, dafür gibt es uns ja.

    Hier wird Dir niemand einen Vorwurf wegen Geringfügigkeit machen.

    komme ich mir dabei gewaltig dumm vor weil ich die ganze zeit die Stimmen im kopf habe von Freunden und Verwandten. "Zieh doch aus. Du machst dich eh schon fast alles alleine. Schmeiß ihn raus. Leb dein eigenes Leben. "

    Du bist nicht dumm. Eher verzweifelt und Du möchtest das es aufhört. Daran wird nach meiner Meinung auch kein Weg vorbeiführen, schon um Dich und die Kinder zu schützen.. Von Einsicht ist bei Ihm nichts zu erkennen und die Aggressionen steigen langsam. Diese Erkrankung wird unbehandelt immer schlimmer.

    Aber jeder in seiner Geschwindigkeit. Das macht Dir auch niemand zum Vorwurf.

    Also schreib wann und was Du willst, es wird gelesen und auch geantwortet.

    Einen schönen Sonntag ( im Rahmen Deiner Möglichkeiten )

    lG WW

    Hallo Lusi,

    Ich war inzwischen bei 2 Beratungsstellen, eine war nichts für mich und die andere hat mir fürs erste gut getan und ich kann da jederzeit zum reden wieder einen Termin vereinbaren. Die haben mir geraten eine Psychologie Betreuung zu suchen um all die Bilder welche ich in meinem Kopf habe zu verarbeiten.

    Ist das Thema Beratungsstelle / Psychologe noch aktuell bei Dir?

    Da stellt sich natürlich die Frage ob der Nachbar um den tatsächlichen Gesundheitszustand weiss ( So wie Du Ihn in Deinem anderen Thread schon beschrieben hast ).

    Das sind leider alles erwachsene Menschen, einschliesslich Deiner Mutter. Zwangseinweisung hattest Du Dich ja schon informiert bei diesem alarmierenden Gesundheitszustand. ( War ja wohl nicht möglich trotz Lebensgefaht )

    Wenn Deine Eltern ein eigenes Grundstück haben, könnte Dein Vater Ihm Hausverbot erteilen. Dann darf er nicht mehr drauf. Was passiert wenn Deine Mutter dagegen angeht weiss ich allerdings nicht.

    Evtl. wäre es geschickt das hier in Deinen Faden in den Co-Bereich zu verschieben ( Moderator)

    lG WW

    Ich hatte mich ja direkt zum Erstkontakt nicht weiter geäussert, das hole ich einfach mal nach:

    Das erste woran ich mich wirklich erinnere ist, das ich noch vor meinem 10. Lebensjahr mal mit nem Polizeibulli nach Hause gebracht wurde weil wir auf nem Feld Lagerfeuer gemacht haben und irgendjemand hatte so eine grosse billige Rotweinpulle dabei. Meine Mutter hat nen Riesenaufstand gemacht, mein Vater hat nichts weiter dazu gesagt soweit ich noch weiss. Die anderen Teilnehmer waren um einiges älter als ich, weiss nicht mehr so genau wie ich da reingeraten bin.

    Bei uns stand immer Alkohol auf dem Tisch, zu jeder Gelegenheit. Richtig los ging es dann wohl so ab 14 schätze ich. Das war im Freundeskreis normal damals. Vollrausch inklusive.

    Ich habe also viele wichtige Entwicklungsschritte schon in Verbindung mit Alkohol durchlaufen. Das hat mir als Begründung gereicht.

    Wie auch hier oft gefragt wird und diskutiert wird, wie man alkoholkrank geworden ist und vorallem die Suche nach Erklärungen.

    Aus meiner heutigen Sicht hat den Alkoholiker mit dieser Frage nur eines interessiert: Kann man diese vermeintliche Ursache irgendwie behandeln, damit wieder normal und kontrolliert saufen möglich ist.


    Punkt.


    Alles andere hat, wie Hartmut schon schrieb, keinerlei Sinn .

    Gruss WW