Beiträge von Carl Friedrich

    Kleiner Tipp: Vernachlässige Dein Abstienztraining nicht. Schau hier am besten jeden Tag mal rein. Allein das Aufrufen des Forums und das Lesen einiger Beiträge hält Dir das Problem wieder undd wieder vor Augen. Mir hilft es, hier regelmäßig, nicht unbedingt täglich, rein zu gucken.

    In der Anfangszeit, so die ersten 3 Jahre hat mir geholfen, mich bei Auftauchen von Trinkgedanken sofort selbst zur Ordnung zu rufen: "Halt! Stopp! Ich will trinken, da stimmt etwas nicht." Dazu die Mitteilung an Vertrauenspersonen, den Partner, einen Freund, dieses Forum. Allein das Aussprechen oder Schreiben von Trinkgedanken können eine heilsame Wirkung entfalten und den Griff zur Flasche unterbinden.


    Und jetzt steck den Kopf nicht in den Sand. Es war hoffentlich ein heilsamer Schock, das schlimme Ende eines Besäufnisses nebst Fortsetzung am heutigen und den nächsten Tagen ist aus geblieben. Verglichen mit dem Straßenverkehr hast Du einen kleinen Parkplatzrempler hingelegt, der zwar ärgerlich, aber auch nicht gravierend ist. Daraus gilt es für die Zukunft zu lernen.


    In diesem Sinne alles Gute

    Auf der anderen Seite ist die Stimme in mir, die mir zuflüstert, dass ich doch irgendwann wieder trinken kann.

    Der Einflüsterer ist ein Gruß vom Suchtgedächtnis. Das bleibt, nur die Abstände wurden bei mir immer größer. Jetzt blitzt es bei mir nur noch ab-und an mal auf. Ich habe mich daran gewöhnt und sehe es im Gegensatz zu früher nicht mehr negativ, sondern gewinne dem Gruß sogar positive Dinge ab. Ich werde daran erinnert, das da was ist und wahrscheinlich nie mehr verschwindet. Ich habe in all den Jahren gelernt, damit umzugehen.


    Damit ich nicht leichtsinnig werde und dem Einflüsterer womöglich Gelegenheit gebe, sein schädliches Potential zu entfalten, bin ich hier. Nicht täglich, aber sehr regelmäßig. Es ist wie Training für mich, ein Abstinenztrainung. So lange ich trainiere, wird alles gut. So einfach sehe ich es mittlerweile.

    Rotkohl, Sauerkraut, Rote Beete, Senf, Mayonaise, Remoulade, Grillsaucen, etc, etc. kam ordentlich was zu zusammen was den Weg in die Tonne dann fand. Unter anderem auch ein Mundwasser, was für Kinder gedacht ist, da war ich dann doch schockiert.

    Mag sein, dass da Alk drin ist, nur welcher? Der einwertige (primitive) den ich früher gesoffen habe oder der mehrwertige Zuckerersatzstoff, der mit dem von mir konsumierten Alk außer dem Namen nichts gemeinsam hat.


    Nicht überall, wo Alk drauf steht, ist der für uns womöglich gefährliche auch drin. Aber das ist dann das nächste Problem. Wer sich nicht sicher ist, geht besser auf Nummer sicher und lässt das Produkt besser außerhalb des eigenen Körpers.

    Da ich als Nachwirkung einer Erkältung an leichtem, jedoch zähen Husten leide, bin ich heute mal in eine Apotheke und habe mir ein schleimlösendes Brausepräparat besorgt. Erst wurde mir Hustensaft angeboten, den habe ich jedoch abgelehnt, da diese zumeist viel zu viel Zucker und evt. noch Alk enthalten. Das ist bei den von mir genommenen Pillen, die sich in Wasser in Brause auflösen nicht der Fall.

    Selbst bei so "Banalitäten" immer schön die Augen auf halten und auf Nummer sicher gehen.


    Ich schreibe es hier, um gerade die Neulinge hier, die noch etwas unsicher unterwegs sind, zu ermuntern, auch bei solchen Dingen aufzupassen.


    In meiner ambulanten Therapie saß ein Teilnehmer, der über alkohollastigen Hustensaft rückfällig wurde.

    Keine Aufregung, es ist noch mal gut gegangen. Jetzt bist Du um eine Erfahrung reicher.


    Denk beim nächsten Mal einfach daran, dass gewisse Desserts mit Alk zubereitet werden.

    Entweder lasse ich meine Frau probieren oder ich schnüffel daran. Bin ich mir unsicher, lass ich die Finger davon. Mit der Einstellung fahre ich von Anfang an gut.

    Meinen Glückwunsch zu 2 Jahren. Weiter so.


    Über ein stabiles und hoffentlich belastbares Fundament verfügst Du, jetzt gilt es, den Weg beizubehalten und bei Bedarf, Veränderungen vorzunehmen. Es wird Dir gelingen, wenn Du Dir weiterhin den nötigen Respekt bewahrst und Dein Training hier fortsetzt.


    Alles Gute

    Warst Du mal bei der Suchtberatung?


    Bei uns bieten sie auch Gespräche mit Angehörigen an. Vielleicht kann ein Therapeut Deienr Frau ein wenig die Augen öffnen, was der Aussteiger aus der Sucht so zu erleiden hat und was kontraproduktiv ist. Ein Therapeut als Außenstehender hätte einen anderen Zugang auf Deine Frau, da er eine sachliche Distanz zu ihr hat, die Euch beiden fehlt.

    aber ehrlich gesagt möchte ich nicht in den geschlossenen Bereich wenn dann manche von meinen neuen Kollegen hier nicht mitlesen bzw. nicht antworten können.

    Mach Deine Entscheidung bloß nicht von anderen Leuten abhängig. Du bist Du und nicht die anderen. Du musst mit den Konsequenzen leben, nicht die anderen.


    Das gilt ebenso für Vorschläge zur Partnerschaft. Niemand kennt Dich und Deine Partnerin wirklich, ist ihnen schon begegnet. Daher kann Dir niemand hier einen brauchbaren Beziehungsrat geben. Ich finde derartige Vorschläge schon vermessen und das ist noch höflich formuliert. Nach einer Trennung gibt's keine Garantie für eine zufriedene Abstinenz, die steht genau so in den Sternen wie bei einem Festhalten an der Beziehung. An Beziehungen lässt sich arbeiten, aber das ist mit Mühen und Aufwand verbunden, ein Wegrennen erscheint da vordergründig einfacher.

    Übrigens im Inneren Bereich antworten Dir andere Leute, die z.T. hier im Offenen Teil eher nur selten bis nie aufschlagen und die noch gar nicht kennst.


    ich wünsche Dir, die für Dich richtige Entscheidung zu treffen.

    Stromer : Du bist sehr vorsichtig. Wenn Du damit gut klar kommst, machst Du für Dich und nur darum geht es, alles richtig.

    Ich gehe nicht zu Veranstaltungen, auf denen heftig getrunken wird und der gemeinsame Konsum das Bindeglied bzw. Schmiermittel der Veranstaltung ist. Auch meide oder verlasse ich Veranstaltungen, bei denen alle anderen etwas trinken. Da verharre ich nicht bei meinem Wasser.


    ich gehe jedoch nicht, weil ich Angst habe, sondern weil ich genau weiß, dass ich zu so etwas nicht mehr gehöre.

    Moderater Konsum berührt mich jedoch nicht. Das hat bislang auch nichts bei mir bewirkt, sprich ein Nachwirken gab es bei mir jedenfalls nicht.

    Dafür gibt es keine allgemeinverbindliche Regel, denn jeder von uns ist irgendwie anders. Was den einen nicht kümmert, kann den anderen heftig aus der Kurve tragen. Daher kann ich nur von mir schreiben und meine obige "rote Linie" im Blick haben.

    Ich denke nicht über Alkohol selbst und/oder dessen Konsum nach. Ab- und an erscheint mal ein Gedanke, warum ist mir mitttlerweile wurscht. Ich kann es mir nur so erklären: Entweder


    • weil ich schon eine lange Funkpause hatte und mal wieder fällig was


    • oder auf trinkende Zeitgenossen stieß


    • im Getränkemarkt mein Blick auf angebotene Getränke fiel.


    Wie gesagt, ich bin dadurch nicht mal ansatzweise gefährdet. Ich weiß, dass solche gelegentlichen Gedanken ganz einfach zu meinem Leben aufgrund meiner Vorgeschichte dazu gehören und habe meinen Frieden mit ihnen gemacht. Gleichzeitig rufen sie mir in Erinnerung, dass da was ist und für immer bleiben wird und ich niemals "geheilt" in dem Sinne sein werde, wie ein Normalo mal ein Glas zu trinken. Ansonsten bin und fühle ich mich nicht krank. Daher bezeichne ich mich auch nicht als alkoholkrank, denn ich bin und fühle mich gesund. Krank werde ich erst wieder sein, wenn ich anfange zu trinken. So einfach ist das für mich.

    Wie sieht das bei euch aus, kann man das so pauschal sagen, dass es im ersten Jahr am schlimmsten ist?

    Bei mir und von dem, was ich öfter von Betroffenen gehört und gelesen habe, ist es in den ersten beiden Jahren am heftigsten.


    Suchtdruck hatte ich dann häufig, jedoch zumeist nur unterschwellig, fast schon dezent. Ich habe es als unterschiedliche Taktik meines Suchtgedächtnisses eingestuft, mal sanft umschmeichelnd, mal heftig und grob.


    Richtig kräftig duchgeschüttelt wurde ich nur 2x, das erste Mal nach ca. 3 Monaten und das zweite Mal nach ca. 5 1/2 Jahren.


    Kommen heute, ich gehe auf die 10 zu, mal Suchtgedanken auf, sehe ich sie mittlerweile positiv, weil ich mich auf meinem Kurs bestätigt sehe und daran erinnert werde, dass sie, die Sucht, immer noch da ist. Ich sehe und fühle mich nicht als krank, trage jedoch den Keim der Sucht auf ewig in mir, wird er bewässert, geht alles wieder von vorne los. Damit ich das nicht vergesse, bin und bleibe ich hier.